NASA-Studie: Der antarktische Eisschild wächst

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das Eis wächst, das Eis schmilzt, das Eis wächst, das Eis schmilzt, das Eis wächst, das Eis schmilzt, …

Wem oder was soll man beim Thema Klimawandel glauben?

Ist es zu warm? Klimawandel.
Ist es zu kalt? Klimawandel.
Ist es zu trocken? Klimawandel.
Ist es zu nass? Klimawandel.
Ist es zu extrem? Klimawandel.

Als werfe die Frage nach dem Wetter und dem Klima (nicht dasselbe!) nicht schon genug Probleme auf, steht die alles überschattende Behauptung doch in der Welt: Der Klimawandel ist menschengemacht. Die Menschen (mehr oder weniger versteckt findet sich der Hinweis, dass es zuviele davon gibt), ihre Autos, Flugzeuge und Kühe seien Schuld, dass es mit der Erde zu Ende geht. CO2-Fußabdrücke werden gemessen, Häuser in Kunststoff verpackt, Landschaften durch Windkraftanlagen zerstört, alles im Namen des Klimaschutzes.

“Klimagerechtigkeit” fordern einige, nicht ahnend, dass ihnen dadurch kalte Winter nicht erspart bleiben werden, aber viele Menschen aus den armen Ländern dies als Aufforderung verstehen müssen, sich von den Industrieländern zu holen, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht. Das Symbol für die angeblich durch die Industrieländer verursachte Klimakatstrophe ist der Eisbär, dem es zwar gut geht, wie die Tierschutzorganisation PETA sagt, der aber den Klimaalarmisten als Maskottchen viel bedeutet. Das Eis schmelze und damit der Lebensraum für Eisbären, lautet die Werbung der Ökobewegten, von der längst nicht nur die Ökoindustrie alleine, sondern inzwischen auch andere Industriezweige profitieren, wie zum Beispiel die Bauindustrie und die Flüchtlingsindustrie. Ob das Eis nun wächst oder nicht, wird die Initiatoren der “Großen Transformation” in Zukunft immer weniger interessieren. Die Klimaapologeten werden auch nicht mehr mit Klimaskeptikern über die ideologische Grundannahme, es gebe einen anthropogenen Klimawandel, streiten wollen, sie werden ganz einfach dafür sorgen, dass “Klimaleugner” kalt gestellt, nicht eingestellt, in den Social Media blockiert werden, ihren Job verlieren und im öffentlichen Bewusstsein aufhören zu existieren.

Aber sie werden nicht verhindern können, dass jedes Imperium, das es in der Menschheitsgeschichte auch früher schon gegeben hat, auch wieder verschwunden ist. Es ist möglich, dass auf den Aufstieg des Klimawandel-Imperiums in den westlichen Ländern, noch bevor sich deren Neue Weltordnung (NWO) etabliert und die ärmeren Länder zur Ausplünderung freigegeben hat, China eine zentrale Rolle als Führungsmacht der Entwicklungsländer einnehmen wird, während die westlichen Länder den Weg des Niedergangs beschreiten. Den Anstoß dazu hätte, so makaber es sich anhört, die Klimawandelbewegung in den USA und Europa gegeben.

NASA: Das Eis in der Antarktis wächst

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Karte der Veränderungen der Eismassen in der Antarktis, ICESat 2003-2008. Die Summen gelten für: Ost-Antarktis (EA, 2-17); Innere Westantarktis (WA2, 1, 18, 19 und 23); Küstenwestantarktis (WA1, 20-21) und die Antarktische Halbinsel (24-27). Eine Gigatonne (Gt) entspricht einer Milliarde Tonnen oder 1,1 Milliarden US-Tonnen. Quelle: Jay Zwally / Journal of Glaziology

Ein neue Analyse von Satellitendaten der NASA, die am 30. Oktober 2015 veröffentlicht und am 18. August 2016 aktualisiert wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass der antarktische Eisschild von 1992 bis 2001 einen Nettogewinn von 112 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr aufweist. Der Nettogewinn des Eises hat sich zwischen 2003 und 2008 auf 82 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr allerdings verlangsamt.

Die Antarktis enthält 90 Prozent des Eises der Erde. Wenn der antarktische Eisschild wächst, würde das nicht bedeuten, dass mehr als 90 Prozent der Gletscher der Welt wachsen?

Der Anstieg der Schneeakkumulation in der Antarktis, die vor 10.000 Jahren begann, bilde auf dem Kontinent genug Eis, sodass die erhöhten Verluste durch die Ausdünnung der Gletscher überwiegen, sagen die NASA-Wissenschaftler. Sie sehen ihr Forschungsergebnis als eine Herausforderung für andere Studien, einschließlich des Berichts des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) 2013, die besagen, dass die Antarktis insgesamt Landeis verlöre.

Die NASA hat außerdem festgestellt, dass nicht nur der antarktische Eisschild wächst, sondern dass das Wachstum tatsächlich den Anstieg des Meeresspiegels reduziert. “Die gute Nachricht ist, dass die Antarktis derzeit nicht zum Anstieg des Meeresspiegels beiträgt, sondern 0,23 Millimeter pro Jahr weg nimmt”, sagt Jay Zwally, Glaziologe am NASA Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland, und Hauptautor der Studie, die am 30. Oktober 2015 im Journal of Glaciology veröffentlicht wurde. “Aber das ist auch eine schlechte Nachricht. Wenn die 0,27 Millimeter pro Jahr, die dem Anstieg des Meeresspiegels durch die Antarktis im IPCC-Bericht zugeschrieben wird, wirklich nicht aus der Antarktis kommt, muss es einen anderen Beitrag zum Anstieg des Meeresspiegels geben, der nicht berücksichtigt wird.”

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Foto: Ellsworth-Gebirge, West-Antarktis (pixabay)

Die Wissenschaftler unterscheiden zwischen der Ost- und West-Antarktis, einschließlich der antarktischen Halbinsel. Uneinigkeit besteht zwischen den NASA- und anderen Wissenschaftlern in der Einschätzung der Ost -Antarktis und der Inneren Westantarktis. Dort sehen die NASA-Forscher eine Zunahme des Eises, der die Verluste in den anderen Bereichen übersteigt. Wenn aber die Verluste der antarktischen Halbinsel und Teile der Westantarktis weiterhin mit der gleichen Geschwindigkeit wie in den letzten zwei Jahrzehnten voranschreiten, räumt Zwally ein, würden die Verluste den langfristigen Gewinn in der Ost-Antarktis in 20 oder 30 Jahren aufholen. Er glaube nicht, dass es dann genug Schnee geben werde, um die Verluste zu kompensieren.

Zwallys Team hat berechnet, dass die Massenzunahme durch die Eisverdickung der Ost-Antarktis 1992-2008 konstant bei 200 Milliarden Tonnen pro Jahr lag, während sich der Eisverlust in den Küstenregionen der Westantarktis und der antarktischen Halbinsel auf 65 Milliarden Tonnen pro Jahr erhöht hat. Mit Hilfe von Laser-Messgeräten, Satellitenaufnahmen und Informationen aus der Untersuchung von Eisbohrkernen, kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die östliche Antarktis sich über eine sehr lange Zeitspanne verdickt hat. Anhand der Aufzeichnungen der meteorologischen Daten, im Jahr 1979 beginnend, konnten sie für die Ost-Antarktis aufzeigen, dass, im Unterschied zur Auffassung anderer Wissenschaftler, die davon ausgingen, dass die Gewinne in der Höhe des Eises in der Ost-Antarktis auf vermehrten Schnee zurückzuführen sei, deren Eisdicke wuchs, obwohl der Schneefall in der Ost-Antarktis um 11 Milliarden Tonnen pro Jahr sank.

Eine kleine Verdickung des Eises in der Ost-Antarktis und im Inneren der Westantarktis um durchschnittlich 0,7 Zoll (1,7 Zentimeter) pro Jahr wirkt sich nachhaltig über Tausende von Jahren aus. Sie entspreche einem sehr großen Gewinn von Eis – genug, um die Verluste aus schnell fließenden Gletschern in anderen Teilen des Kontinents zu überwiegen und den globalen Anstieg des Meeresspiegels zu reduzieren, sagen die NASA-Forscher.

Für genauere Messungen von Veränderungen in der Antarktis hat die NASA einen Nachfolger für ihr Messgerät ICESat Mission entwickelt: ICESat-2, das die Dicke eines No. 2 Bleistiftes messen kann und ab 2018 eingesetzt werden soll. Es werde dazu beitragen, das Problem der Antarktis Massenbilanz zu lösen, indem er eine langfristige Aufzeichnung von Höhenänderungen ermöglicht.

Wie kompliziert es ist, sachlich genaue Informationen über geologische und meteorologische Veränderungen der Erde zu erhalten, zeigt, wie absurd es ist, wenn Politiker aus punktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen einer sehr jungen Wissenschaft auf einen globalen Klimawandel oder einen Anstieg des Meeresspiegels schließen und damit eine komplette Umstellung ihrer Energie-, Innen- und Außenpolitik begründen. Die Antwort, worum es beim Klimawandel in Wirklichkeit geht, ist nicht in den Naturwissenschaften, sondern in der Politik zu finden.

Franz Aarhus

Quelle:

https://www.nasa.gov/feature/goddard/nasa-study-mass-gains-of-antarctic-ice-sheet-greater-than-losses

 


Ruhrkultour Leseempfehlung:
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Chinas kluger Weg zum Weltmarktführer der „Klimawandelbewegung“

Wenn sich Dummköpfe mit Großmeistern anlegen

Wird China den Westen für den Klimabetrug teuer bezahlen lassen?

Die westlichen Nationen haben über Jahrzehnte versucht, den Klimabetrug als Druckmittel gegen aufstrebende Länder wie China, Indien oder Brasilien einzusetzen. Diese wurden trotz wesentlich geringerer pro Kopf-Emissionen als Schmuddelkinder in die Ecke gestellt. Bis heute stellt die westliche Presse chinesische Städte systematisch als Smoghöllen voller vergifteter Luft dar, was mit entsprechend abstoßendem Bildmaterial unterlegt wird. Sich selbst präsentiert man dagegen als Vorbild. Inzwischen ist die Situation bei uns allerdings außer Kontrolle geraten. Man macht sich fleißig daran, die eigene Volkswirtschaft zu vernichten, siehe VW. Doch während die politischen Eliten Europas diesen Kurs nach wie vor geradezu euphorisch verfolgen, um so „das Klima zu retten“, scheinen die USA mit Trump langsam kalte Füße zu bekommen. Für die erfahrenen Politstrategen Chinas könnte damit der Moment gekommen sein, um dem Westen eine Quittung mit Zins und Zinseszins zu präsentieren, die uns noch gehörig auf den Magen schlagen könnte.

china-1574998_640China ist eine Kulturnation, die es über Jahrtausende geschafft hat, sich selbst gegen drückend überlegene und gnadenlose Gegner wie die Mongolen oder die Briten zu behaupten. Westliche Nationen unter Führung der Briten hatten das Land jahrzehntelang mit Opium überschwemmt und jeden Widerstand mit brutaler Gewalt sowie Zerstörung wichtiger Kulturgüter beantwortet. Beim Umgang mit solchen Gegnern befolgt China die Regeln asiatischer Kampfsportarten: Setze gegen überlegene Kraft nicht Kraft, sondern Geschicklichkeit und Raffinesse ein, nutze den Schwung und die Masse deines Widersachers gegen ihn selbst.

Aktuelle Meldungen über die Position Chinas bei der Klimakonferenz COP22 in Marrakech lassen darauf schließen, dass sich das Land inzwischen bereit macht, die Früchte dieser Strategie zu ernten. Jetzt, wo man beispielsweise in den USA zu merken scheint, wie sehr man sich vertan hat, scheint sich China bereit zu machen, die Führung der Mehrheit der armen Länder bei der „Klimabewegung“ zu übernehmen und für seine Zwecke zu nutzen. In dieser Rolle könnte es darauf dringen, dass der Westen seine leichtfertig gegebenen Zusagen in Höhe von mehr als 100 Mrd. $ auf Heller und Pfennig und auf die Tonne CO2-Minderung genau einzuhalten hat, während ihm der kommende, selbst verschuldete wirtschaftliche Niedergang bereits die Luft abdrückt. Darauf lassen zumindest Äußerungen hochrangiger chinesischer COP22-Delegierter [CHIN] gegenüber Journalisten des US-Senders CNN schließen.

 

Auf Vorwürfe reagiert China geschickt…

Hochgekocht ist die Situation nicht zuletzt durch Anschuldigungen des künftigen Präsidenten Donald Trump gegenüber China. Dieser hatte behauptet, dass die Theorie vom „Klimawandel“ ein chinesischer Schwindel sei, um der amerikanischen Industrie zu schaden und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu unterminieren.

Diesen Spieß hat China jetzt umgedreht. In Marrakech merkte der chinesische Vize-Außenminister Liu Zhenmin in einer Medienkonferenz an, dass es die US-Republikaner selbst gewesen seien, welche die weltweiten Verhandlungen über die „globale Erwärmung“ angestoßen hätten. Die von Reagan und Bush geführten US-Regierungen hätten die Klimaverhandlungen mit dem UN-IPPC in den 80er Jahren unterstützt. Nach der gleichen CNN-Meldung habe ein mitreisender chinesischer Delegierter darauf hingewiesen, dass es die EU und die USA gewesen seien, die „Chinas volle Aufmerksamkeit auf Klimafragen gelenkt“ hätten. Das ist ein geschickt formulierter Hinweis darauf, dass die USA bereits anlässlich der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls massiven Druck auf China ausübten, die Vereinbarung ebenfalls zu unterzeichnen, obwohl die damit verknüpften Verpflichtungen die künftige Entwicklung des Landes massiv behindert hätten. Als China diesem Druck nicht nachgab, verweigerten auch die USA ihre Unterschrift. Und heute? China hat für seine Zustimmung zum „Weltklimavertrag“ weitreichende Zugeständnisse herausholen können und kann jetzt, wo es dem Westen wehzutun beginnt, auftrumpfen. Daher betonte Liu Zhenmin in Marrakech, dass der Klimawandel kein schlechter Scherz sei und die US-Republikaner immer noch die Gelegenheit hätten, sich an entsprechenden Gegenmaßnahmen zu beteiligen.

 

…und nutzt die Spaltung Amerikas

Für die Chinesen zahlt sich jetzt aus, dass sie die tiefe Spaltung der USA in der Frage des Klimawandels nutzen können. Trumps Position, China als Feind Amerikas darzustellen, der amerikanische Jobs und amerikanisches Geld „stehle“, zwang die in Marrakech anwesenden Vertreter der Obama-Administration dazu, massiv gegen ihren künftigen Präsidenten zu argumentieren. So versuchte der US-Außenminister John Kerry die Delegierten mit dem Hinweis zu beruhigen, dass er zwar nicht über die Politik des kommenden Präsidenten spekulieren könne, im Laufe seiner Karriere jedoch gelernt habe, dass sich manche Probleme nach Übernehme einer Regierungsverantwortung anders darstellen könnten als während des Wahlkampfs. Prinzipiell eigne sich das Thema Klimawandel nicht für Parteiengezänk.

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BYD – Build Your Dreams. Der 5-Sitzer BYD e6 des weltgrößten chinesischen Batterieherstellers BYD hat eine Batteriekapazität von 80 kWh, 400 km Reichweite und kostet weniger als 60.000 Euro

Der als „Architekt“ von Obamas Klimapolitik bezeichnete besondere Klimawandeldelegierte Todd Stern sagte laut CNN, dass die USA mindestens vier Jahre brauchen würden, um formal aus dem Pariser Abkommen herauszukommen – falls denn Trump hierfür genügend Unterstützung erhalte. Einfach auszusteigen wäre eine sehr schlechte Idee, ja sogar dumm. Eine Abkehr vom Abkommen würde erheblichen Kollateralschaden für die USA nach sich ziehen, da sich dann aller Wahrscheinlichkeit nach China an deren Stelle zum Anführer der Klimagespräche aufschwingen würde. Er habe den Eindruck, dass China glaubwürdig klargemacht habe, dass es an dem Abkommen festhalten und es vorantreiben wolle.
Zudem steht China noch ein weiteres Druckmittel in Form amerikanischer Schuldtitel (Treasuries) zur Verfügung. Hierzu brachte das Finanzportal Zerohedge am 17.11. eine Meldung unter der Schlagzeile: „Saudis und China trennen sich von Treasuries; Ausländische Zentralbanken liquidieren US-Papiere für die Rekordsumme von 375 Mrd. US-$“ [ZERO].

 

Der Westen in der selbst gestellten Falle

Diese Aussagen verdeutlichen das Dilemma, in das sich die westlichen Nationen manövriert haben. In ihrem Eifer, auch noch den letzten Mini-Staat für ihre „Klimarettung“ zu begeistern, um mit diesem Hebel den Widerstand entwickelterer Länder wie Indien, Brasilien oder China zu brechen, haben sie den ersteren enorme Zugeständnisse gemacht und zugleich den ärmeren Nationen Fördergelder in fast schon astronomischen Größenordnungen versprochen. Zugleich haben sie sich selbst Verpflichtungen aufgebürdet, an denen sie wirtschaftlich zugrunde gehen müssen.

Die 24.000 Arbeitsplätze, die jetzt allein bei VW in Deutschland verlorengehen, sind nur ein Vorgeschmack der tatsächlich zu erwartenden Konsequenzen. Bei den Zulieferern dürften zusätzlich mindestens 100.000 weitere Werker ihre Arbeit verlieren, und das zu wesentlich weniger komfortablen Konditionen als bei VW selbst. Diese Welle wird sich durch die gesamte Kfz-Industrie fortsetzen und sich mit fortschreitender „Dekarbonisierung“ auch auf andere Branchen wie den Maschinenbau oder die Hersteller von Chemieanlagen und Raffinerieausrüstungen auswirken. Wieweit Deutschland dann seine gegebenen Verpflichtungen überhaupt noch einhalten kann oder will, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Wenn es uns nicht mehr gut geht, wird sich das auch international auswirken. Der Strom von Armutsflüchtlingen, der aus dem Süden auf Europa zurollen wird, dürfte die Ereignisse des Jahres 2015 dann bei weitem in den Schatten stellen.

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Bei Solarpaneelen ist China bereits seit Jahren Weltmarktführer

 

China kann nur gewinnen

China kann dagegen in dieser Lage nur gewinnen. Sollte es ihm gelingen, sich an die Spitze der „Klimawandelbewegung“ zu setzen, so kann es seine stärksten Konkurrenten auf dem Weltmarkt quasi nach Belieben vor sich hertreiben. Zugleich werden die mehr als 100 Mrd., die für den „Klimaschutz“ sowie Maßnahmen zur Förderung „grüner“ Energien in südliche Länder gepumpt werden sollen, die chinesischen Exporte von Solarpaneelen und Windenergieanlagen beflügeln. Schließlich hat die massiv subventionierte Nachfrage aus Europa und den USA dafür gesorgt, dass entsprechende chinesische Anbieter inzwischen längst zu Weltmarktführern herangewachsen sind. Eine wirklich optimale Win-Loose-Situation: Dank unserer Politik können wir uns aussuchen, ob wir diesen Refrain als „they win, we loose“ oder lieber als „we loose, they win“ singen sollen.

Auch bei der Elektromobilität könnte sich herausstellen, dass es nicht Marktschreier wie Hr. Musk von Tesla sein werden, die den künftigen Gang der Dinge bestimmen. Eher ist zu erwarten, dass es die bisher eher still und unbeachtet vor sich hin werkelnden Chinesen sind, deren Automobiltechnologie im Westen mit überheblichem Lächeln abqualifiziert wird. Sie haben dann beste Aussichten, auf den durch massiven staatlichen Druck Richtung E-Technologie orientierten Märkten zu dominieren.

 

Der Vorteil langfristigen Denkens

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Tod auf Raten. Deutschland legt bis 2022 seine Kernkraftwerke still. Hier das 2015 abgeschaltete KKW Grafenrheinfeld (Foto: Avda, Wikimedia Commons)

Im Unterschied zu den Gestalten, die hier im Westen ihre Länder dadurch führen, dass sie einfach wechselnden Stimmungslagen der öffentlichen Meinung hinterherlaufen, wird in China langfristig geplant. Deshalb bereitet sich das Land systematisch auf das irgendwann mögliche Ende der Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe vor und setzt dabei massiv auf Kernenergie. Derzeit verfügt man über 35 Kernkraftwerke mit einer Kapazität von 31,6 Gigawatt (GW). Im laufenden Fünfjahresplan sollen pro Jahr sechs bis acht weitere Reaktoren hinzukommen, wobei man im eigenen Land über die gesamte Bandbreite an Technologien verfügt [NUK]. Bis 2040 haben Druckwasserreaktoren Priorität. Ihre Kapazität soll in diesem Zeitraum auf rund 200 GW zunehmen, was rund 200 KKW entspricht. Zum Vergleich: Die Jahreshöchstlast in Deutschland liegt bei etwa 80 GW.

Nach 2040 soll die Stunde der „schnelle-Neutronen“-Reaktoren („schnelle Brüter“) schlagen, die nuklearen Abfall, Plutonium sowie abgereichertes Uran verwerten können. Ihre Kapazität soll bis 2100 auf 1.400 GW anwachsen. Das allein entspricht etwa 1.000 bis 1.400 weiteren Kernkraftwerken.
Fred F. Mueller

Quellen:

[CHIN] http://edition.cnn.com/2016/11/17/africa/china-climate-change-hoax-us-trump/
[NUK] http://www.world-nuclear.org/information-library/country-profiles/countries-a-f/china-nuclear-power.aspx
[ZERO] http://www.zerohedge.com/news/2016-11-16/saudis-china-dump-treasuries-foreign-central-banks-liquidate-record-375-billion-us-p


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Küchenphysik vom WDR oder: Wie man die Angst bei Laune hält

Angst verfliegt durch Aufklärung, Phobien sind hartnäckig, sie verschwinden manchmal nur mit Hilfe von Therapien. Nichts wäre schlimmer für Gegner der Kernenergie als der Verlust der Angst vor radioaktiver Gefahr. Das brächte Weltbilder zum Schmelzen. In gewissen Abständen wird deshalb immer wieder die Gefahr eines atomaren GAUs beschworen. Mal ist es ein Nagel in der Betonwand eines Reaktors, wo er nicht hingehört, mal sind es Risse, oder es sind die Notkühlwasser. Dass vielen Menschen durch die Nuklearmedizin das Leben gerettet wurde, dass jede Industrie Gefahren birgt, zum Teil größere, als das Risiko durch einen GAU zu sterben oder durch radioaktive Strahlen an Krebs zu erkranken, dass bis zu 40.000 Menschen jährlich durch Krankenhauskeime ihr Leben verlieren, ist für fundamentale Kernenergiegegner im Vergleich zu den Risiken von Kernkraftwerken ohne Bedeutung, obwohl kein Industriebauwerk besser bewacht, besser kontrolliert und transparenter sein dürfte. Die Relationen sind längst verloren gegangen, wie auch jetzt wieder beim Thema Vorheizen des Notkühlwassers.

ghost-156969_640In seiner jüngsten Kritik an Kernkraftwerken vermutet der für WDR und ARD tätige Journalist Jürgen Döschner, dass in zahlreichen Atomkraftwerken in Europa übermäßige Alterung und Materialfehler die Stabilität der Reaktordruckbehälter beeinträchtigen. Nach Recherchen von WDR und “Süddeutscher Zeitung” (SZ) sei in mindestens 18 aktiven Atomreaktoren in Tschechien, Belgien, Frankreich, Finnland und der Slowakei das Notkühlwasser auf bis zu 60 Grad Celsius vorgeheizt worden. Dadurch solle offenbar das Risiko verringert werden, dass der stählerne Reaktordruckbehälter reißt, wenn er bei einem Störfall mit zu kaltem Wasser gekühlt wird. Die Folge eines solchen Bruchs könnte eine Kernschmelze sein, sagt Döschner.

 

Dr. Anna Veronika Wendland erläutert, was dran ist am neuesten nuklearen Aufreger.

Die Historikerin Dr. Anna Veronika Wendland, Herder-Institut in Marburg, forscht zur Geschichte von Atomstädten und kerntechnischen Sicherheitskulturen. Ab und zu arbeitet sie dafür auch in Kernkraftwerken. Diesen Artikel hat sie zwischen zwei Spätschichten im KKW Grohnde im schönen Weserbergland geschrieben.

Breaking News: Wenn ich eine heiße Auflaufform aus dem Ofen nehme und sie kalt abschrecke, kann sie springen. Daher benutze ich warmes Wasser. WDR und Süddeutsche Zeitung haben diesen Effekt gerade entdeckt und Experten befragt, welche den sofortigen Produktionsstopp von Auflaufformen aus Glas fordern: zu gefährlich. Die Leute könnten ja fahrlässig doch kaltes Wasser wählen.

So ähnlich liest sich die angebliche Enthüllung des oben genannten Recherchenetzwerks über »marode Kernkraftwerke«, die man daran erkenne, dass ihr Notkühlwasser »offensichtlich« vorgeheizt werden müsse. Andernfalls könnten Risse im Reaktordruckbehälter entstehen. Aber wie soll man denn dann noch kühlen, wenn selbst das Notkühlwasser warm ist?

 

Physikkenntnisse? Nein danke!

Die Lösung liegt da, wo der WDR nicht gerne seine Nase hineinsteckt: in der Fachliteratur zur Kern- und Verfahrenstechnik. Bei 310 Grad Celsius mittlerer Kühlmitteltemperatur im Primärkreislauf eines Druckwasserreaktors sind auch 50 – 60 Grad Not»kühl«wasser zwar zu heiß für die Badewanne, aber nicht zu warm für einen Kernreaktor nach seiner Abschaltung. Dieses Wasser nimmt im Notkühlfall – wenn also ein Leck überspeist werden muss oder aus anderem Grunde die übliche Wärmeabfuhr über die Dampferzeuger nicht genutzt werden kann – immer noch genügend Wärme zur Abfuhr der Nachwärme aus dem Reaktorkern auf. Sie wird vom Notkühlsystem über Zwischen- und Nebenkühlsysteme weiter abgeführt.

Ich warte darauf, dass der WDR Anstoß an der Bezeichnung »Kühlmittel« für das Primärkreislaufwasser im Normalbetrieb nimmt, da eine Temperatur von mehr als 300 Grad doch nicht mehr als kühl zu bezeichnen seien. Und genau hier treffen wir auf ein Grundproblem unserer Berichterstattung: Menschen ohne solide physikalisch-technische Wissensbasis holen sich Experten, die ihnen nach dem, wie sie finden, kritischen Munde reden, und bringen das Ergebnis dann als alltagssprachliche Küchenlogik unters Volk. Denn gegen Kernkraftwerke zu sein entspricht in dieser Logik ja auch, auf der guten Seite zu sein, auf der Seite der kritisch-nachfragenden Neinsager nämlich.

Jedoch sind es eigentlich Jasager, mit denen wir es zu tun haben: Jasager im Mainstream des Antiatom-Diskurses. Denn bis heute gehört der nukleare Alarmismus und das Schwarz-Weiß-Denken der 1980er zum guten Berichtston, obwohl die Kerntechnik längst über den Stand dieser Zeit hinaus ist – und der Lieblingsfeind, die deutsche Atomlobby, längst das Zeitliche gesegnet hat. Unsere Atom-Alarmisten hängen zudem der Doktrin an, derzufolge nur eine hundertprozentig risikofreie Technologie akzeptabel sei. Gibt es ein Risiko? Dann wäre diese Technologie besser nie in die Welt gekommen.

In unseren Redaktionen, deren kerntechnische Grundkenntnis sich in der Regel auf die Schullektüre von Gudrun Pausewangs Nuke-Porns für den bundesdeutschen Opferdiskurs beschränkt, reicht daher die Nachricht vom Notkühlwasser, das gar nicht kalt ist, für die Auslösung des nuklearen Notstands.

 

Worum es wirklich geht

Kernquerschnitt eines VVER-440-Reaktors mit Dummie-Brennelementen (grau) an den Außenpositionen nahe der Druckbehälterwand

Kernquerschnitt eines VVER-440-Reaktors mit Dummie-Brennelementen (grau) an den Außenpositionen nahe der Druckbehälterwand

Worum es dabei wirklich geht: Bei erhöhter Versprödung des Stahls infolge Neutronenbeschusses ist die Vorwärmung des Notkühlwassers in vielen Anlagen eine normale Vorkehrung, so im östlichen Europa, wo die Kernkraftwerke mit VVER-Druckwasserreaktoren sowjetischer Bauart ausgerüstet sind. Aufgrund eines (im Vergleich zu den heute bei uns laufenden Konvoi- und Vorkonvoi-Anlagen) schmäleren Wasserspalts zwischen Reaktorkern und Druckbehälterwand ist insbesondere in den VVER-440-Anlagen die Neutronenfluenz und damit auch die Versprödungsgeschwindigkeit höher. Wer sich zur materialwissenschaftlichen Seite dieser Problematik detaillierter informieren möchte, dem sei der Beitrag der Nuklearia zum Fall der belgischen Anlagen Tihange und Doel (»Belgische Rissreaktoren«) empfohlen.
Es gibt in solchen Fällen höher versprödeter Komponenten mehrere Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen: materialschonende Fahrweisen der Anlage, eine spezifische Beschickung des Reaktorkerns mit Brennelementen, und Maßnahmen zur Regenerierung des Reaktordruckbehälters. In Osteuropa werden alle drei Ansätze verfolgt: Man beheizt die Flutbehälter für das Notkühlsystem, man stellt auf die Außenpositionen im Reaktorkern Brennelement-Dummies aus Stahl, die die Strömungseigenschaften des Kerns erhalten, aber den Neutronenbeschuss des Druckbehälterstahls verringern, und man regeneriert den Reaktorstahl.

Wie regeneriert man einen Reaktordruckbehälter? Das ist eine wichtige Frage, denn der Reaktordruckbehälter (RDB) ist eine der wenigen Komponenten eines Kernkraftwerks, die nicht redundant, das heißt, in mehrfacher Ausführung vorhanden sind. Seine Integrität ist folglich das K.O.-Kriterium für die Laufzeit der Anlage. Daher werden in älteren osteuropäischen Anlagen die Reaktordruckbehälter einer sogenannten Wiederholungsglühung unterzogen. Der Reaktor wird entladen, und an das leere Druckgefäß wird ein Aggregat montiert, das den Behälterstahl für rund 150 Stunden auf eine Temperatur von ca. 475 Grad Celsius bringt. Diese Wärmebehandlung erneuert die kristallinen Binnenstrukturen des Werkstoffs, welche durch den Neutronenbeschuss verändert wurden, was zur Versprödung und damit höherer Empfindlichkeit für Temperaturschocks geführt hatte. Die Wiederholungsglühung beseitigt diesen Effekt und stellt das ursprüngliche Elastizitätsverhalten wieder her.

Osteuropa hat also eigentlich eine gute Strategie zur Erhöhung der Komponentensicherheit gefunden – was natürlich gar nicht zu den von deutschen Journalisten in solchen Zusammenhängen gerne produzierten Klischees von instabilen Staaten, autoritärer Herrschaft und maroden Industrieanlagen passt.

Eigentlich ist das Gegenteil der Fall: Während sich westliche Betreiber mit den anlagenschonenden Ansätzen begnügen – so z.B. im Falle des inzwischen stillgelegten schwäbischen KKW Obrigheim – geht Osteuropa unter russischer Technologieführerschaft seit Jahren neue Lösungswege, und – auch nicht unwichtig – setzt zudem in Neubauten sicherheitstechnisch fortgeschrittene Reaktorkonzepte in die Tat um.

Anlagenschonende Ansätze wiederum sind kein Ausweis für die Instabilität eines Systems. Es gibt sie überall in der Verfahrenstechnik. Man wärmt Systeme vor oder schaltet sie auf eine bestimmte Weise, um beispielsweise Kondensationsschläge in Rohrleitungen oder Materialschäden durch zu steile Temperaturgradienten zu verhindern. Niemand würde auf die Idee kommen, solche Anlagen in der Chemieindustrie oder auch in Kohle- und Gaskraftwerken nicht mehr zu betreiben, weil es ohne schonende bzw. vorgeschriebene Fahrweise zu Problemen kommen könnte.

Die Experten, die vom WDR befragt wurden, sehen das anders – denn sie können gar nicht anders. Sie sind auf jener Linie, dass nur ein nie gebautes KKW ein sicheres sei, und haben als Gutachter von Ökoinstituten und als Ministeriale unter Rot-Grün diese Politik in Berichte und Rechtstexte umgesetzt. Da kann man auch die AfD als alleinige Experten für Migrationspolitik anhören – aber diese Reportage muss erst noch geschrieben werden.

 

Die wahre Enthüllung wartet noch

All den Alarm-Experten sei jedoch versichert: Die wirkliche Enthüllung wartet noch auf einen aufmerksamen Rechercheur – jene über die akut drohenden Versorgungs- und Umweltrisiken im Zuge einer fehlgeplanten Energiewende, an der die Öko-Experten gut mitverdienen.

Die 25 Milliarden Euro pro Jahr, welche dieses Experiment am offenen Energieherzen unserer Industriegesellschaft kostet, wären anderweitig besser investiert. Denn man kann Europas alternden Reaktorpark entweder durch Kohlekraft und Chaos ersetzen, wie es Deutschland macht, oder durch bessere Kernkraftwerke.

Dr. Anna Veronika Wendland

 

Dr. Anna Veronika Wendland ist Osteuropa-Historikerin und Forschungskoordinatorin am Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg. Sie forscht zur Geschichte von Atomstädten und nuklearen Sicherheitskulturen in Ost- und Westeuropa, unter anderem auch im Zusammenhang des transregionalen Sonderforschungsbereiches SFB-TRR 138 »Dynamiken der Sicherheit« der Universitäten Marburg und Gießen sowie des Herder-Instituts, in dem es um Versicherheitlichungsprozesse von der Antike bis zur Jetztzeit geht. Sie ist Vorstandsmitglied des Nuklearia e. V.

 

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Viele Windkraftanlagen auf kleiner Fläche nehmen sich gegenseitig den Wind

Der Stromerzeugung aus Wind sind physikalische Grenzen gesetzt, das heißt, dass es eine Obergrenze für die Anzahl von Windkraftanlagen geben muss. Jedenfalls aus Gründen der Rationalität und Effektivität. Insbesondere “Energiegenossenschaften” sind von der Insolvenz bedroht, wenn sie nicht korrekt beraten und ermuntert werden, sogar in windschwachen Gebieten “Windparks” zu bauen.

 

Natürliche Grenzen von Erneuerbaren Energien

Eine neue Studie von Wissen­schaft­lern des Max-Planck-Instituts (MPI) für Bio­geo­chemie in Jena senkt die Erwartung für die groß­flächige Energie­gewinnung mit Wind­parks erheb­lich. Das physikalische Phänomen, dass Windkraftanlagen, die im Verbund (Windparks) gebaut wurden, den Ertrag der nachfolgenden Anlagen erheblich mindern und einen negativen Einfluss sowohl auf den Stromertrag als auch auf die Lebensdauer der Anlagen (Turbulenzen, Wirbelschleppen) haben, ist für Projektierer nicht relevant; sie beziehen sich auf die Prospekte der Hersteller, in denen jedoch stets nur die Eigenschaften von Einzelanlagen aufgeführt werden. In der Praxis werden die Einzelanlagen jedoch so weit wie möglich zusammen gerückt, damit sie einen möglichst großen Ertrag bei minimierten Anlagenkosten bringen. Im Verbund bringen 10 Anlagen jedoch nicht den zehnfachen Ertrag.

Energieumwandlungen im Erdsystem sind von zentraler Bedeutung für eine Reihe von Themen, die von Grundsatzfragen über die Treiber von geochemischen Kreisläufen zur Rolle des Lebens und den Grenzen erneuerbarer Energien reichen.

Theorie und Modellierung der Biosphäre. Energieumwandlungen im Erdsystem sind von zentraler Bedeutung für eine Reihe von Themen, die von Grundsatzfragen über die Treiber von geochemischen Kreisläufen zur Rolle des Lebens und den Grenzen erneuerbarer Energien reichen. Max-Planck-Institut für Biogeochemie, Jena

Einer der wichtigsten Gründe, dass Erträge der nachfolgenden Anlagen erheblich vermindert sind, hängt mit einem physikalischen Gesetz zusammen:

Windkraftanlagen wandeln die kinetische Energie des Windes, also die Bewegungsenergie, in elektrische Energie um. Die Umwandlung erfolgt mit Hilfe von Rotoren, die durch den Wind in Drehung versetzt werden. Die entstehende Bewegungsenergie wird in einem angeschlossenen Generator zu elektrischem Strom umgewandelt. Jede Wind­kraft­anlage ent­zieht dem Wind Energie, so dass sich die Windgeschwindigkeit für die im Verbund weiter zurück stehenden Anlagen verringert und sie folglich weniger Strom produzieren. Der Slogan “Erneuerbare Energien” beruht auf einer tiefen Unkenntnis physikalischer Vorgänge: Wind ist nicht erneuerbar. Das ist physikalisch unmöglich (Energieerhaltungssatz).

Bei den vielfältigen Umwandlungen und Übertragungen von Energie, die in Natur, Technik und Alltag vor sich gehen, bleibt die Gesamtenergie immer gleich groß. Sie kann zwar in verschiedenen Formen auftreten, bleibt aber insgesamt immer erhalten, auch wenn sie sich räumlich anders verteilt. Für beliebige Vorgänge in Natur, Technik und Alltag gilt das Gesetz von der Erhaltung der Energie, kurz auch als Energieerhaltungssatz oder als allgemeiner Energieerhaltungssatz bezeichnet. Er lautet: In einem abgeschlossenen System ist die Summe aller Energien konstant. Die Gesamtenergie bleibt erhalten. www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/physik/artikel/energieerhaltungssatz

 

 

Bei vielen Anlagen ändern sich die Wind­ge­schwin­dig­keiten

Die groß­skaligen Klima­modelle und die Beob­achtungen lokaler Wind­geschwin­dig­keiten und kleiner Wind­parks stimmen nicht überein, sagen die Forscher aus Jena. Sie haben einen Verlangsamungseffekt  nachgewiesen, der sich durch detaillierte Klimamodellsimulationen und eine relativ einfache Methode erklären lasse, sagen die Wissenschaftler. Der Verlangsamungseffekt sei kritisch zu betrachten, da durch ihn jede Turbine weniger produktiv werde. Dies erkläre die starke Diskre­panz zwischen theore­tisch model­lierten und daten­basierten Abschät­zungen der Wind­energie. Die Forscher vom MPI für Bio­geo­chemie berech­neten, dass dadurch die Energie­erzeu­gung jeder einzelnen Anlage um bis zu achtzig Prozent redu­ziert sein kann.

Die Wissenschaftler berechneten mit einem Klimamodell in einer Reihe von Szena­rien, wieviel Wind­energie maxi­mal über allen Konti­nenten genutzt werden kann. Die Ergeb­nisse zeigen, dass auf nur drei bis vier Prozent der Land­ober­fläche mehr als 1 Watt Strom pro Quadrat­meter erzeugt werden kann, mit typi­schen Raten von 0,5 Watt oder weniger.

Zum Vergleich: Leichtwasserreaktoren erzeugen eine durchschnittliche Flächenleistung von 7,5 Watt pro Quadratmeter, der Schnelle Brüter (Integral Fast Reactor, IFR) sogar 1200 Watt pro Quadratmeter.

Axel Kleidon, Gruppenleiter am MPI für Biogeochemie, betont, dass es sich bei den Messungen um hypo­the­tische Szena­rien der Wind­energie­nutzung handelt. Aller­dings weist er darauf hin, dass die Ergeb­nisse hoch rele­vant für den zukünf­tigen Ausbau der Wind­energie seien: „Wir finden diese drama­tischen Effekte bei Ab­ständen zwischen ein­zel­nen Wind­kraft­anlagen, wie man sie heut­zu­tage häufig in Wind­parks auf Land an­trifft.“ Kleidon plant, seine Berech­nungen mit Mes­sungen heutiger Wind­parks abzu­gleichen, um zu testen, ob der Brems­effekt schon sicht­bar sei.

Für den weiteren Aus­bau der Wind­energie würde das be­deuten, dass man wahr­schein­lich auf deut­lich größere Abstände zwischen den Wind­kraft­anlagen setzen sollte, um die heutige Effi­zienz von Wind­energie­erzeu­gung auch in Zukunft zu erreichen.

 

Das Privileg der Bürgerenergiegesellschaften nach dem Erneuerbaren Energiengesetz 2017

Der Einwand gegen zu dicht nebeneinander gebaute Windkraftanlagen wird wie auch andere fundamentale Einwände gegen die Windenergie ungehört bleiben. Dazu gehören zum Beispiel die Landschaftszerstörung, der Infraschall, die Massentötung von Vögeln und Fledermäusen, die Grundwassergefährdung und, man mag es kaum glauben, fehlender Wind.

Schlechte, windschwache Bauplätze im Binnenland sollen im Sinne der Bundesregierung sogar mit einem Zuschlag belohnt werden, damit ihn nicht nur windstarke, küstennahe Standorte bekommen. Damit werden besonders jene Standorte stark gefördert, an denen wenig Wind weht. Dies ist kein geistiger Aussetzer der Erfinder der Energiewende, sondern dieses Bonbon gehört zu ihrer Philosophie. Dank einer skurrilen Begründung von Fairness und Gerechtigkeit bekämen Windanlagen an diesen schlechten Standorten also mehr Förderung, als es heute im Schnitt üblich ist. Je mehr Windkraftanlagen in Gebieten mit wenig Wind und je dichter sie nebeneinander stehen, desto fairer sind sie. Und natürlich effektiver – für die Grundstückseigentümer, Projektierer und Betreiber.

Das aktualisierte Erneuerbare Energiengesetz 2017 (EEG 2017) räumt lokalen Bürgerenergiegesellschaften bei der Windenergie an Land gezielte Erleichterungen innerhalb der Ausschreibung ein. Sie müssen nicht am vorgeschriebenen Ausschreibungsverfahren teilnehmen, für sie gelten weiterhin die gesetzlich festgelegten Vergütungen. Bürgerenergiegenossenschaften werden laut Gesetz bei den Ausschreibungen ganz bewusst bessergestellt als große Unternehmen. “Für sie gelten erleichterte Teilnahmebedingungen: Zum Beispiel können sie im Gegensatz zu größeren Akteuren vorzeitig ein Gebot für eine Windkraftanlage abgeben. Immissionsschutzrechtliche Genehmigungen dagegen müssen sie erst dann vorlegen, wenn sie bereits den Zuschlag für die Förderung erhalten haben. Dadurch sparen sie im Vorfeld der Ausschreibung hohe Kosten, die für sie im Gegensatz zu großen Unternehmen schwer zu stemmen sind.”

Generell für alle Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen gilt, dass sie für netzbedingte Produktionsausfälle eine Entschädigung bekommen. “Der Betreiber des Windparks erhält also trotz Abschaltung eine staatliche Förderung für die Menge an Strom, die er eigentlich hätte produzieren können.” Diese Entschädigung ist nach Ansicht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) insbesondere deshalb erforderlich, damit der Betreiber möglichst genau seine Einnahmenseite kalkulieren kann. Dass dieses Privileg der Sicherheit nur Beamten und außer Industrien aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien keinem anderen nicht staatlichen Wirtschaftsunternehmen gewährt wird, gehört zur Klientelpolitik der Bundesregierung.

Die Energiepolitik der Bundesregierung ist im Kern eine Klientelpolitik. Das BMWi räumt indirekt ein, dass die Förderung zurzeit keinen Sinn ergibt. Ab 2017 soll eine Rechtsverordnung Gebiete festlegen, in denen der Ausbau der Windenergie auf 58 Prozent des durchschnittlichen Ausbaus in den letzten drei Jahren begrenzt wird. Generell gestrichen wird die Zugabe nicht. Die Begrenzung soll auch nur solange gelten, bis die Netze ausreichend ausgebaut sind. Dazu sagt das BMWi: “Das muss sein, weil es ja keinen Sinn macht, Strom zu produzieren, der anschließend nicht zu den Kunden transportiert werden kann.” Dies Erkenntnis kommt spät, denn sie trifft bereits seit längerer Zeit auf einen großen Teil des Stroms aus Windkraftindustrieanlagen zu. Viele Anlagen stehen daher auch bei gutem Wind still.

Möglicherweise werden zahlreiche “Bürgerenergiegenossenschaften” in den nächsten Jahren Pleite gehen oder, im treuen Glauben an ihren sinnvollen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung, auch ihr letztes Hemd hergeben. Und dann kommen, wie wir es aus anderen Industrien kennen, die Großkonzerne, übernehmen die unrentablen Anlagen für einen symbolischen Euro, ohne selbst Verpflichtungen einzugehen, und legen sie still. Und wer übernimmt dann die Kosten für den teuren Rückbau?

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Quellen:

Beispiele:
Hegau-Bodensee: Die wissenschaftlichen Windmessungen des Forums Hegau-Bodensee in Hohenfels haben gezeigt, dass es keinen ausreichenden Wind im Hegau gibt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) und das Landesumweltamt weisen den Hegau als Schwachwindgebiet aus. Der Faktor “Wirtschaftlichkeit” zeigt, ob ein Windrad unter Berücksichtigung des eignen Stromverbrauchs (ein Windrad braucht rund 15.000 kwh Strom pro Jahr für die Technik, Drehungen und Flügelverstellungen) wirtschaftlich sei. “Auch das wurde in den Propaganda-Veranstaltungen der Windkraft-Lobbyisten wissentlich unterschlagen!”


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Die Folgen des “Berliner Asylkostendiktats” für Kommunen: Beispiel Köln

In einem Artikel des Deutschen Arbeitgeberverbands weist der Analyst Dr. Viktor Heese auf die schwierige Lage von Kommunen hin, die die Kosten für Asylanten kaum noch schultern können und auf dem Weg in die Insovenz sind. Viktor Heese nennt als Ursache das Asylkostendiktat der Bundesregierung. Die Belastung beträgt bis 2.000 € pro Monat und Migrant ausgeht. Verglichen mit dem Betrag der durchschnittlichen Altersrente, die sich 2015 im Bundesdurchschnitt auf 825 € belief, bekommen Rentner nur maximal die Hälfte davon. Diese Ungleichheit beinhaltet sozialen Zündstoff, für den der Autor das Asylkostendiktat aus Berlin verantwortlich macht. Wir veröffentlichen einen kurzen Auszug aus dem Beitrag von Viktor Heese.

Foto: Pixabay, Köln

Ein Flüchtling kostet die Domstadt so viel wie zwei Rentner – wird die Rheinmetropole jetzt zum “Sanierungsfall”?

Formal-juristisch kann eine deutsche Kommune nicht insolvent werden, also pleite gehen, wie es der Volksmund zu nennen pflegt. Eine Finanzaufsicht seitens des Landes ist aber ökonomisch nichts anderes als eine “versteckte Insolvenz”.

Am Beispiel der Stadt Köln – 1.060.000 Einwohner und bekannt durch Dom, rheinischen Frohsinn und die Lebensweisheit “es kütt wies kütt”, gerne auch “es is noch emmer jot jejange” – wollen wir die reale Situation der Kommunen prüfen und fragen, ob es tatsächlich gut gehen kann.

Die Kommunen erwarten natürlich, dass der Bund und die Länder einen fairen Anteil an den Flüchtlingskosten übernehmen. Wie hoch der sein soll, wird oft nicht explizit gesagt. Die im Asylgesetz und in den Flüchtlingsaufnahmegesetzen der Länder enthaltenen Pauschalen liegen allerdings weit unter den tatsächlichen Kosten und sind auch oft “weltfremd”.

So muss in NRW nach § 5 (Fn 2) des Flüchtlingsaufnahmegesetzes (FlüAG) eine Kommune die außergewöhnlichen Krankheitskosten bis zu 35.000 € jährlich selber tragen. Besonders hoch verschuldete Kommunen, wie eben Köln, schlagen wegen diesem Berliner Asylkostendiktat Alarm.

Im Hinblick auf Köln gilt heute schon Alarmstufe Rot: 60% kommunaler Kostenanteil und eine monatliche Migrationsbelastung pro Person von 2.000 € sind ohne drastische Maßnahmen nicht zu bewältigen!

Der komplette Artikel ist hier nachzulesen: “Der finanzielle Niedergang der Kommunen: Beispiel Köln.”


Was kann der Bürger tun? – fragt Viktor Heese

Ob der aufgebrachte Bürger sich noch mit der Floskel “das habe alles nichts mit den Flüchtlingen zu tun” abspeisen lassen werde? Zu fragen bleibe, ob es Wege gibt, das drohende Unglück zu stoppen. Der erste Schritte, den nach Ansicht von Viktor Heese Bürger machen sollte, ist Fachbeiträge auf entsprechenden Portalen zu studieren. Das Verständnis der relevanten Zahlen sei gar nicht so schwer. Allen interessierten Lesern stellt der Deutsche Arbeitgeberverband eine ausführliche Zahlenaufstellung zur Verfügung, die er bei Bedarf gerne beim Verband anfordern kann.

Foto: Pixabay

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Gefährdung von Autofahrern und Wanderern durch Eisabwurf

Das Gefahrenpotenzial durch Eiswurf (Eisabwurf) wird von Windradherstellern und Versicherungen als gering eingestuft. Die Gefahr des Eiswurfs für Sach- und Personenschäden trete nur für wenige Stunden im Jahr auf und sei flächenmäßig auf den Umkreis der Anlage (einige hundert Meter) begrenzt, heißt es. Diese Behauptung ist eine von vielen Verharmlosungen, mit denen der Ausbau von Windkraftindustrieanlagen bedenkenlos vorangetrieben wird.

 

Eiswurf im Antrifttal

Das Video zeigt den Eiswurf einer im Betrieb befindlichen Nordex-Windkraftanlagen vom Typ N 117, Baujahr 2013. Nicole K. hat es am 15.11.2016 auf der Landstraße L 3344 zwischen Fischbach und Ruhlkirchen, in Oberhessen im Tal der Antrift, aufgenommen. An der Straße stehen im Abstand von rund 100 Metern zwei Nordex-Anlagen, zwei weitere stehen weiter im Feld. Nordex bietet für die N 117 ein Anti-Icing-System an. Es ist aber nicht bekannt, ob diese Anlage über ein Eiserkennungssystem verfügt, da es ein Zukaufteil ist.

Der Eiswurf habe sich über die gesamten Morgenstunden des 15.11.2016 hingezogen, sagt Nicole K. Hunderte dieser Eisplatten seien auf einen Acker, Spazierweg, Parkplatz und die angrenzende Landstraße gefallen. Es habe Tauwetter bei +2°C bei mittleren Windverhältnissen und Nieselregen geherrscht. Der Vorgang wurde bei der Polizei angezeigt.

Der Hersteller der Anlagen, Firma Nordex, weist in seiner Anlagenbeschreibung darauf hin, dass Eiswurf im Temperaturbereich von +5 bis -10 Grad Celsius im laufenden Betrieb möglich sei, also während der gesamte Wintermonate auftreten kann. Eine sichere Fahrt von Ort zu Ort oder eine gefahrlose Wanderung ist über viele Monate im Jahr nicht möglich, wenn Windräder zu nahe an den Straßen oder Wegen stehen. Warnschilder ändern zwar grundsätzlich nichts an der Gefahr, aber sie machen zumindest darauf aufmerksam und sind vorgeschrieben. Diese Warnschilder fehlten es an der Landstraße im Antrifttal. Personen- oder Sachschäden sind nicht bekannt.

antrifttal_02Bereits im Rahmen der Offenlegung der Bauleitplanung hatten Anwohner gegen die Errichtung dieser Windkraftanlage in der unmittelbaren Nähe der befahrenen Landstraße Nr. L 3344 schriftlich Einwände in Bezug auf möglichen Eiswurf erhoben. Darüber hinaus gibt es eine schriftliche Stellungnahme des damals im Rahmen der Bauleitplanung beauftragten Ingenieurbüros und die schriftlichen Vorgaben des Regierungspräsidenten zur Verhinderung eines möglichen Eiswurfs.

Im Hinblick auf Personen- und Sachschäden könnte die Behörde wegen der fehlenden Warnschilder haftungsrechtlich in Anspruch genommen werden. Der Betreiber hat vermutlich gegen die festgesetzten Auflagen verstoßen. Anwohner hatten die Behörde zuvor darauf hingewiesen, dass Warnschilder im Bereich des Windparks entfernt wurden.

 

Kein Einzelfall

Im Bereich der Anlagen eines Windparks bei Albersdorf beträgt die Entfernung des Warnschilds zur ersten Anlage 400m. Die Bürger für Schmalensee, eine überparteiliche Wählergemeinschaft, sehen die Konsequenzen: “Das bedeutet, dass man an frostigen Wintertagen diesen Weg nur auf eigene Gefahr benutzen kann. Eine Haftung für eventuelle Schäden dürfte seitens der Betreiber und der Gemeinde somit wohl ausgeschlossen sein.”

Der Betreiber von fünf Windenergieanlagen in Bennigsen und Gestorf (Gesellschaft Windpark Springe-Bennigsen GmbH) hat in einem Schreiben davor gewarnt, dass an dem Standort der Anlagen wegen der Höhenlage und der Witterungssituation an mehreren Tagen im Jahr mit dem Eintritt von Vereisung an den Rotorblättern der Windenergieanlagen gerechnet werden müsse, berichtet die Neue Deister-Zeitung. antrifttal_13Demnach kann ein sogenannter “Eiswurf” durch die Windenergieanlagen nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden. Zur Vermeidung einer möglichen Gefährdung und Schädigung von Personen oder Sachen empfehle der Betreiber, sich bei Temperaturen unterhalb von 5 Grad Celsius nicht im Gefährdungsbereich innerhalb eines Umkreises von etwa 200 Meter um die jeweiligen Windenergieanlagen aufzuhalten.

Eiswurf ist eine ernsthafte Gefahr, die die Bewegungsfreiheit der Bürger im öffentlichen Raum erheblich einschränkt. Eine Fußgängerin berichtete, dass bei Dransfeld/Ibsen die Landstraße nicht wegen Eiswurf gesperrt, obwohl sie die Polizei telefonisch auf die Gefahr hingewiesen habe. Ob die Polizei überhaupt vor Ort war, könne sie nicht sagen: “Ich habe zugesehen dass ich da weg kam. Das war mir zu gefährlich. http://www.hna.de/lokales/hann-muenden/dransfeld-ort312904/windrad-strasse-gesperrt-6981547.html

 

Risikobewertung durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg

Dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg sei keine konkrete Gefährdungssituationen durch Eisabwurf weder aus Baden-Württemberg noch aus anderen Bundesländern bekannt. Dies war am 01. 02. 2016 die schriftliche Antwort des Umweltministeriums auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP zum Eisabwurf bei Windkraftanlagen im Schwarzwald und zu den Auswirkungen auf den Wandertourismus.

antrifttal_15Im Landkreis Reutlingen sei es im Jahr 2002 zu einem Vorfall im Zusammenhang mit Eisabwurf gekommen, sagt das Ministerium. Es seien damals unter anderem auf einem Wanderparkplatz und einer Schuppenanlage Eisstücke aufgefunden worden, “bei denen zu vermuten war, dass sie von einer Windkraftanlage stammen könnten.” Nach dem Einbau von Eiserkennungssensoren seien keine Berichte über Eisabwurf mehr beim Landratsamt eingegangen.

Die Negierung der Risiken durch den Bau, Betrieb und die Entsorgung von Windkraftanlagen gehört zum Geschäft der Windindustrie, deren Auffassung sich die Politik weitgehend zu eigen gemacht hat. Auch die Rothaarwind GmbH & Co. KG, die den Bürgerwindpark Hilchenbach mit fünf Anlagen des Auricher Herstellers Enercon betreibt, weist darauf hin, dass Eisabwurf als Quelle für Gefährdungen kaum eine Rolle spiele, “denn die Fälle von tatsächlichem Abwurf sind sehr begrenzt und die Wahrscheinlichkeit, dass Personen getroffen werden, entsprechend niedrig.” Selbst die Haftpflichtversicherungen für Mofas und kleine Hunde seien teurer.  Mit jeder neuen Windkraftindustrieanlage, derzeit rund 27.000, nähern wir der Anzahl der Mofas und kleiner Hunde: Zu Beginn des Jahres 2012 gab es im Bundesgebiet 3,9 Millionen Krafträder, in deutschen Haushalten lebten im Jahr 2015 hochgerechnet insgesamt 7,9 Millionen Hunde.

Generell hält das Umweltministerium das Risiko von Eisschlag bzw. Eisabwurf bei Windkraftanlagen für gering. Die Aufstellung von Hinweisschildern genügt aus seiner Sicht, wenn die Abstände geringer sind als 1,5 x (Rotordurchmesser plus Nabenhöhe). Sie “gelten im Allgemeinen als ausreichend.” Bei einer Nabenhöhe von 130 Metern wären dies knapp 200 Meter. Eine gutachterliche Stellungnahme zur Funktionssicherheit von Einrichtungen sei nur dann notwendig, wenn die erforderlichen Abstände nicht eingehalten werden.  Durch die gutachterliche Stellungnahme zur Funktionssicherheit der Windkraftanlage sei deren Betrieb bei Eisansatz als sicher ausgeschlossen.

Für die Windkraftanlagen im Antrifttal liegt die schriftliche Stellungnahme des damals im Rahmen der Bauleitplanung beauftragten Ingenieurbüros und die schriftlichen Vorgaben des Regierungspräsidenten zur Verhinderung möglichen Eiswurfs vor. Gut gemeint ist nicht gut gemacht, denn einen Schutz bieten die Gutachten nicht.

Das Umweltministerium in Baden-Württemberg schließt eine verbleibende Gefährdung durch Eisabfall bei Rotorstillstand generell nicht aus.  Bei einem funktionstüchtigem System sei aber ein Eisabwurf von drehenden Rotorblättern einer in Betrieb befindlichen Anlage praktisch ausgeschlossen. Woran soll aber ein Wanderer oder Autofahrer erkenne, ob das System funktionstüchtig ist?

Dass Versicherungen nicht vor einem Unfall schützen, sondern lediglich die Folgen von Schäden tragen, weiß auch das Umweltministerium und empfiehlt zumindest in Einzelfällen weitergehende
Maßnahmen, um das Risiko eines Unfalls zu senken. Dazu zählt es etwa “Wegsperrungen bzw. Wegverlegungen im Umfeld von Windkraftanlagen” oder “die Aufstellung von besonderen Schildern
mit warnendem Blinklicht, welches bei Wetterlagen aktiviert wird, bei denen Gefährdungen
auftreten können.” Im Regelfall seien solche Maßnahmen jedoch nicht erforderlich.

Eisbildungen auf Rotorblättern sind für den Wanderer kaum erkennbar, das gilt besonders für klares Eis, das vom Boden aus schlecht zu sehen ist.

 

Der unbeschwerte Winterspaziergang in der Nähe von Windkraftindustrieanlagen gehört der Vergangenheit an

Mit der zunehmenden Industrialisierung der Landschaft durch mittlerweile rund 26.000 Windkraftanlagen werden Sperrungen von Wanderwegen und Straßen und Wegverlegungen immer wahrscheinlicher, weil die Betreiber und Grundstückseigentümer ihrer Haftungspflicht nur auf diese Weise sicher entgehen können, denn Hinweisschilder könnten entfernt werden.

Für die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum haben die Windkraftindustrieanlagen bereits schon Heute erhebliche Konsequenzen. Die Statistik des Deutschen Wetterdienstes weist im Rückblick auf den Vergleichszeitraum 1981-2010 (30 Jahre) aus, dass die Durchschnittstemperatur der drei Wintermonate plus 0,7°C beträgt. Frost gab es im Rückblick durchschnittlich an 60 Tagen.

Die schraffierte Fläche der Temperatur-Grafik zeigt an, in welchen Monaten das mittlere Temperaturminimum unter 5°C liegt. In diesen Monaten wären Bereiche mit Windkraftindustrieanlagen im Umkreis von rund 200 Metern (nach Angaben des Betreibers Windpark Springe-Bennigsen GmbH) nur eingeschränkt oder gar nicht für die Öffentlichkeit verfügbar.

temperaturdurchschnitt_deutschland_s

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, grafische Darstellung: Wetter.de, Werte teilweise gemittelt und in Grafiken teilweise gerundet und geglättet. Mehr dazu bei www.wetter.de

Viele Felder und Wälder werden dadurch in den kritischen kalten Monaten des Jahres für Wanderer und Radfahrer unbegehbar (gestreifte Flächen). Müssen sie die Außentemperatur messen, bevor sie den Wald betreten? Tragen die Autofahrer das Risiko, wenn ihr Fahrzeug im Winter bei Temperaturen von unter 5 Grad Celsius von Eisbrocken getroffen werden? Müssen sie Umwege fahren, um das Risiko zu meiden? Der unbeschwerte Winterspaziergang in der Nähe von Windkraftindustrieanlagen gehört der Vergangenheit an.

 

Sperrung und Wegverlegungen

Eine Sperrung und Wegverlegung wurde laut Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg bisher lediglich im Fall eines Windparks im Ortenaukreis von Oktober bis April verfügt. Der hiervon betroffene Westweg verlaufe relativ nahe an drei Windkraftanlagen. Die jeweiligen Mindestabstände des ursprünglichen Verlaufs zu den Anlagen betrugen 15, 50 und 55 Meter. Nach der winterlichen Verlegung liegen die Abstände nun zwischen 115 und 190 Meter. Der gesamte Umweg gegenüber dem früheren Verlauf beträgt im Winter ca. 700 Meter.
Ebenfalls im Ortenaukreis seien an zwei weiteren Windenergieanlagen in geringem Umfang Wege von Sperrungen betroffen, wobei es sich aber um keine Hauptwanderrouten handle. In anderen Landesteilen seien Sperrungen von Wanderwegen bislang nicht notwendig gewesen.

 

Windkraftanlagen sind Industrieanlagen

Windenergieanlagen (WEA) oder Windkraftanlagen (WKA) gelten offiziell je nach Vorfall entweder als Bauanlagen oder als Industrieanlagen.

Im Zusammenhang mit Schallausbreitungen stellt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Forderungen an die Betreiber, wie sie auch für alle anderen Industrieanlagen gelten: “Wie bei allen anderen Industrieanlagen müssen die vorgeschriebenen Immissionsrichtwerte eingehalten werden.” Mit Bezug auf die TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm, Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz) werden Windenergieanlagen genauso behandelt wie andere industrielle Anlagen.

Anders sieht es beim Eiswurf aus, in diesem Fall gelten die Vorschriften für Bauanlagen, für die das Aufstellen eines Warnschildes genügt. Im Unterschied zu Gebäuden sind Windkraftanlagen keine statischen Bauanlagen. Das Eis fällt nicht einfach vom Dach senkrecht nach unten, sondern wird im Betrieb je nach Höhe hundbimschg_5erte Meter weit geschleudert. Wie weit reichen die Privilegien der Windkraftindustrie? Müssen die Industriebereiche überwacht werden? Denn unabhängig von den jeweiligen Landesbestimmungen dürfen Industrieanlagen in der Regel nicht betreten werden. Diese Vorschrift gilt unabhängig davon, ob Versicherungen die Kosten für Schäden übernehmen. Sie dient dem vorsorglichen Schutz der Menschen. Diese Regel gilt auch für Kraftwerksgelände, Krananlagen, Hafengelände, Umschlagstellen, Hebewerke, Schleusenanlagen, Bauhöfe, Stege, Wehre, usw., es sei denn, es sind eigens ausgeschilderte Besucherzugänge vorgesehen. Dies ist bei Windkraftindustrieanlagen nicht der Fall.

Eiswurf sei keine als allgemeine Gefahr im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, sondern falle unter das Baurecht, erklärt Monika Agatz im Windenergie-Handbuch. Agatz ist Umweltschutz-Ingenieurin, die sich beim Landesumweltamt und Landesumweltministerium NRW mit grundlegenden Fragen rund um die Genehmigung von Windenergieanlagen und anderen Anlagen der Erneuerbaren Energien beschäftigt.

Das sieht die Bosch Rexroth Monitoring Systems GmbH, eine 100%-Tochter der Bosch Rexroth AG, die ihrerseits Teil der Bosch-Gruppe ist Gruppe ist, allerdings anders. Das Unternehmen stellt das vom Germanischen Lloyd zertifizierte Rotorblatt-Überwachungssystem BLADEcontrol her.

Das Herabfallen von Eisstücken nach Abschalten der WEA sei grundsätzlich nicht vermeidbar. Für diesen Fall gelten Vorschriften analog für jedes Bauwerk, wie auch für Gebäude, Strommasten etc., obwohl die Regelungen in Deutschland von Bundesland zu Bundesland und auch von Kreis zu Kreis verschieden seien. Es gebe einen “bunten Strauß an möglichen Vorgaben der Behörden zum Thema Eisabwurf.”

rexrothIm Unterschied dazu falle Eiswurf im Betrieb der Anlage unter die „sonstigen Gefahren“, die vom BImSchG §5 genannt werden. Interessant sei, dass das Bundes-Immissionsschutzgesetz eine Abwehr nach „Stand der Technik“ vorschreibe. Aber was ist „Stand der Technik“? Eiserkennungssysteme für die Rotorblätter von Windenergieanlagen sollen verhindern, dass Anlagen mit dicken Eisplatten und Unwuchten laufen oder umherfliegende Teile Mensch und Umwelt gefährden. Vor allem geht es darum, längere Stillstandzeiten zu vermeiden. Ein “Eiswurf” durch die Windenergieanlagen kann dennoch nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden.

Für das Unternehmen ist eindeutig: “Völlig unabhängig von dem, was in Ihrer Genehmigung oder im Gesetz steht: Wenn Sie Eis abwerfen und jemand wird verletzt oder eine Sache wird beschädigt, sind Sie als Betreiber haftbar. Da nützen auch keine Schilder.”

 

Quellen:

Foto Windrad http://www.camcoptercrew.com/

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Eine Anti-Windkraft-Demo am 01.12.2016 – zum 70. Geburtstag Hessens

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Hessen bereitet sich seit einigen Monaten mit zahlreichen Veranstaltungen auf seinen 70. Geburtstag vor. Am Donnerstag, den 1. Dezember 2016, endet die Veranstaltungsreihe mit einer Geburtstagsparty und einem Feuerwerk in Wiesbaden. Der Festakt im Staatstheater Wiesbaden hat eine besondere Symbolik, weil in dessen Räumen Hessens Geschichte geschrieben und maßgeblich beeinflusst wurde. Das Theater war 1946 Tagungsort des Beratenden Landesausschusses, der die Weichen für den demokratischen Aufbau des neuen Bundeslandes stellte. Zur Erinnerung daran, dass es Bürgerpolitik nur mit dem Willen der Bürger und nicht gegen sie geben kann, findet vor dieser historischen Kulisse am 1. Dezember 2016 eine Demo hessischer Bürgerinitiativen statt, die gegen die Zerstörung der hessischen Landschaft durch Windkraftindustrieanlagen protestieren werden.

Bis zur Geburtstagsparty am 1. Dezember wird nach dem Willen der Landesregierung im Jubiläumsjahr 2016 auf mehr als 150 Veranstaltungen gezeigt worden sein, “was das Land und seine Menschen ausmacht.” Zu den gravierendsten Veränderungen, die in Hessen zurzeit stattfinden, gehört der Ausbau von Windkraftanlagen. Den hält die Landesregierung Hessens für notwendig, um bis 2050 die Energie Bundeslandes zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen beziehen zu können, zeigt sich aber gegenüber Einwänden taub.

Um auf die drohende Zerstörung der Lebensgrundlagen aufmerksam zu machen, werden Mitglieder aus über 100 hessischen Bürgerinitiativen am Donnerstag, den 1. Dezember 2016, mit einer Kundgebung bei den Abschlussfeierlichkeiten dabei sein. Der hessischen Landesregierung soll unmissverständlich vermittelt werden, dass die Bürger mit der planlosen Ausrichtung der Energie- und Umweltpolitik der Bundes- und der hessischen Landesregierung nicht einverstanden sind.

Dem Windkraftausbau in Schwachwindgebieten haben die Bürgerinitiativen wichtige Argumente entgegen zu setzen. Sie halten ihn für sinnlos, Subventionen würden missbraucht und Steuergelder (EEG-Umlage) verschwendet, Wald-, Feucht-, Naturschutz und Wasserschutzgebiete zerstört, sagen sie. Es gebe keinen plausiblen Grund, die Gesundheit der Bevölkerung durch Infraschall und optische Bedrängung zu gefährden, den Werteverfall von Grund, Boden und Eigentum, die Zerstörung von Naherholungsgebieten in naturnahen Landschaften und die willkürlich festgelegten Abstände hinzunehmen. Die Demonstration richtet sich auch “gegen die bewusste Täuschung der Bürger und gegen Desinformation.”

Den hessischen Bürgerinitiativen geht es um mehr, als um die fragwürdige Methode, mögliche Einnahmen für die Kommunen zu generieren. Sie wollen der hessischen Landesregierung am 1. Dezember zeigen, was sie unter Verantwortungsbewusstsein verstehen. Anstatt auf unsichere Geldeinnahmen zu spekulieren, verteidigen sie den Erhalt ihrer Lebensgrundlage. Eine “intelligente Energiewende” lehnen sie nicht ab, sofern sie nicht das zerstört, was sie und die nächsten Generationen zum Leben brauchen: „Lebensräume für Mensch und Natur“.

 

Einen Hauch von Selbstkritik zeigt die hessische Landesregierung – ohne Konsequenzen

Beim Beteiligungsverfahren 2014 waren allein beim Regierungspräsidium Darmstadt 30.000 Stellungnahmen eingegangen. Der Ministerpräsident Hessens, Volker Bouffier, hatte sich davon nicht beeindrucken lassen. Im Interview mit dem Darmstädter Echo (Ausgabe vom 24. Juni 2014) kommentierte er die Flut an Stellungnahmen zur Windkraft mit den Worten: “Wenn Sie große Vorhaben planen, haben Sie häufig tausende von Einwendungen.” Er spielte die Bedeutung der Proteste nicht nur herunter, sondern stellte die Einwendungen als gewollt dar: “… es entspricht genau dem, was wir wollten: eine frühzeitige und ausführliche Bürgerbeteiligung, um dann in einem offenen und transparenten Prozess zu entscheiden.” Für die Bürger ist aber nicht entscheidend, dass sie ihrem Ärger Luft machen dürfen, sondern dass das Ergebnis stimmt oder, wie Volker Bouffier über Windkraftanlagen bemerkte: “Das Entscheidende ist für mich nicht die Anzahl, sondern welche Leistung erzielt wird.”

Ginge es tatsächlich nach der Leistung, würde vermutlich keine einzige Windkraftindustrieanlage gebaut. Aber es existiert ein politischer Beschluss auf Bundesebene, zu dem den meisten Landes- und Kommunalpolitiker nichts besseres einfällt, als Gesprächskreise anzubieten und zu versuchen, wie Volker Bouffier sagt, “einen Konsens zu finden”. Zur Unterstützung bietet die Landesregierung den betroffenen Kommunen Beratung und Mediation an. Das Ergebnisses des Konsenses steht allerdings von vornherein fest (Energie zu 100 Prozent aus “erneuerbaren” Quellen bis 2050, dafür stehen zwei Prozent der Landesfläche zur Verfügung). Die Protestspitzen sollen geglättet werden, aber der Ausbau soll weiter voranschreiten, dann eben an einem anderen, weniger umstrittenen Ort.

Der Ministerpräsident Hessens räumte ein, dass Interessengegensätze häufig entstünden, wenn die Gemeinden hofften, mit Windkraftanlagen Geld zu verdienen. Er sieht hier ein generelles Problem: “Die Gemeinden hoffen, Geld zu verdienen. Da bin ich ohnehin schon vorsichtig. Wenn die Förderkulisse sich ändert, ist das vielleicht auch weg.” Die wirtschaftliche Katastrophe droht allerdings nicht nur bei einer Änderung der “Förderkulisse”, sondern auch bei geringerem Windaufkommen als vorausgesagt und anderen finanziellen Risiken, die tabuisiert werden. Die technisch und kaufmännisch meist unerfahrenen Mitglieder von Gemeinderäten sind dem Druck großer Investoren meist hilflos ausgeliefert.

Volker Bouffier sieht auch, dass Windkraftanlagen zu Streitigkeiten zwischen den Kommunen führen: “Sie bauen die Windräder dann vorzugsweise hinter den Hügeln vor dem Wohngebiet der Nachbargemeinde. Da frage ich immer: Warum tut ihr euch nicht zusammen? Wenn die Erträge auch in die Nachbargemeinde kommen, ist die Diskussion vielleicht schon ein bisschen anders.” Welche Erträge? Die Erträge, die der Ministerpräsident selbst in Zweifel gezogen hat? Es ist sicher, dass es in Zukunft für viele Kommunen keine Erträge geben wird und sie sich durch unsinnige Energieprojekte immer weiter verschulden werden oder verwahrlosen. Sicher ist jedoch: Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) hat Zwietracht zwischen vielen Kommunen gesät und Erfolg oder Misserfolg vom Wind abhängig gemacht.

 

Der Kampf um die Zukunft

Den hessischen Bürgerinitiativen geht es um den Erhalt der Lebensgrundlagen für alle Menschen, um die Heimat und Zukunft der Kinder und Kindeskinder, die sie bedroht sehen. Durch Mediation kann diese Bedrohung auch nicht hinweg geredet werden, weil Windkraftanlagen sehr häufig bewirken, was ein großer Teil der Bevölkerung befürchtet: Die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Gilt dies als ein besonders schweres Verbrechen? Sollten die Lebensgrundlagen leichtfertig in Gefahr gebracht werden, sagen die Bürgerinitiativen, frei nach Berthold Brecht, müssten: „WIR eines Tages nicht nur die Worte und Taten der Politiker bereuen, sondern auch das furchtbare Schweigen der Mehrheit.“

Deutlicher wird die hessische Landesverfassung. Schwarz auf weiß steht in Artikel 21:  Ist jemand einer strafbaren Handlung für schuldig befunden worden, kann er “bei besonders schweren Verbrechen (…) zum Tode verurteilt werden”. Die Todesstrafe ist in Deutschland seit Jahrzehnten abgeschafft, Bayern hat sie per Volksentscheid 1998 aus dem Gesetzestext gestrichen, in Hessen ist bislang kein Volksentscheid geplant. In Hessen existiert diese Art der Strafmaßnahme noch.

Im Unterschied zu Bundes- und Landespolitikern können Kommunalpolitiker persönlich angeklagt und belangt werden. Aber um ihr Leben müssen sie nicht fürchten, denn kein hessischer Richter kann sich auf Artikel 21 berufen, weil das Grundgesetz die Todesstrafe längst abgeschafft hat.


Folgender Ablauf der Kundgebung ist vorgesehen:

10:45 Treffpunkt auf dem Kaiser-Friedrich-Platz gegenüber vom hessischen Staatstheater
11:00 Start der Kundgebung mit verschiedenen Sprechern
Ca. 13:00 Ende der Kundgebung (Luftballons aufsteigen lassen!)

…nach Abschluss der Kundgebung ist der Besuch des Weihnachtsmarktes auf dem Schlossplatz möglich.

Alle weiteren Informationen über Anfahrt, Parkmöglichkeiten, Kontaktadressen usw. gibt es
HIER: Einladung zur Demo

 

Die Zeichnungen comic-hessenland stammen von Daniel Niedick, www.dn-grafik.de
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Ruhrkultour Leseempfehlung:

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Erst ab November im Buchhandel!

Die Energiewende soll unser Klima retten – doch sie zerstört die Natur und die letzten halbwegs unberührten Landschaften. Flächendeckend wird das Land mit Windrädern vollgestellt, Vögel und Fledermäuse verenden elendiglich in den Rotoren der riesigen Windkraftwerke. Mais und Raps, großflächig als Energiepflanzen angebaut, laugen die Böden aus und zerstören die Brutstätten ohnehin gefährdeter Vogelarten.
Und der Ertrag all dieser Verwüstungen? Es bräuchte die gesamte Fläche des Saarlandes, um gerade einmal 20 % unseres Stroms durch Windkraft zu erzeugen. Dabei gäbe es einfachere Mittel, eine Energiewende zu verwirklichen: Allein die Reduktion des Kraftstoffverbrauchs im Verkehr um 8 % könnte alle derzeit aktiven Windräder überflüssig machen. Ein überfälliges Debattenbuch!

 

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Verfassungswidrige Wahlkampfspende des Umweltministeriums (BMU) an Hillary Clinton?

By: Veni

Die Wirkungen der Bill, Hillary & Chelsea Foundation wären ohne die großzügige Unterstützung der Spender und Geber nicht möglich, heißt es auf der Homepage der gemeinnützigen, großen international aktiven Wohltätigkeitsorganisation, die Bill Clinton nach seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus 2001 gegründet hat. Seit 2011 sitzt Tochter Chelsea im Vorstand.

Ins Gerede kam die Familienstiftung zuletzt durch die Veröffentlichung privater e-Mails von Hillary Clinton vor den Präsidentschaftswahlen 2016. Kritiker sehen in der Stiftung den Kern eines Systems, das vor allem den Zielen der Familie dient, selbst die scheinbar großzügigen Spenden Hillary Clintons aus ihrem Einkommen seien fast ausschließlich an die Stiftung ihrer eigenen Familie gegangen, berichtet die NZZ.

Im Unterschied zu anderen amerikanischen Politikern hat Hillary Clinton laut FAZ in den vergangenen Jahren Spenden sowohl für ihren eigenen Wahlkampf als auch für die wohltätige Stiftung, die ihr Mann Bill leitet, angenommen. Die Stiftung habe seit ihrer Gründung im Jahr 2001 knapp zwei Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) eingeworben – nicht nur von Unternehmen, sondern auch von anderen Staaten, selbst aus Deutschland.

Eine wichtige Einnahmequelle der Clinton-Familie sind üppige Honorare, die sie für Vorträge bei ihnen nahestehenden Banken und Konzernen erhält. Zu den Spendern, die sich Vorteile von den Clintons versprachen, gehörten laut NZZ Coca-Cola, Monsanto, Exxon Mobil, Microsoft, Finanzhäuser wie die Blackstone Group und Goldman Sachs, die Schweizer Grossbank UBS.

Ein Drittel der Spenden komme von Regierungen, Firmen und Personen im Ausland. So habe Saudiarabien den Bau der Bibliothek mit 10 Millionen Dollar unterstützt.

Die Clinton Foundation veröffentlicht vierteljährlich eine Liste der Spender. Danach erhielt sie vor den Präsidentschaftswahlen im dritten Quartal 2016 über 25 Millionen Dollar von der Bill & Melinda Gates Stiftung und bis zu 5 Millionen Dollar Steuergelder aus Deutschland durch das Bundesumweltministerium (BMU, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, seit 2013 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)).

gg_art_34

https://dejure.org/gesetze/GG/34.html

Siebzehn Regierungen, Firmen und Personen, darunter die Regierungen Norwegens (Oslo ist weltweit die erste Hauptstadt, die ihr Geld aus Fonds abziehen will, die fossile Energieprojekte finanzieren) und Saudi-Arabiens, spendeten einen Betrag bis zu 25 Millionen Dollar. Unter den fünfzehn Spendern, die bis zu 10 Millionen Dollar für die Clinton-Stiftung gaben, befindet sich auch Michael Schumacher.

Die Bilanz der Bill, Hillary & Chelsea Foundation für 2015 weist Vermögenswerte von knapp einer halben Milliarde Dollar aus. Das Jahresbudget der Stiftung, die ausschließlich eigene Projekte finanziert, beträgt 255 Millionen Dollar.

In diesem Herbst ziehen Mrs. Clinton und ihre Mitarbeiter in Büros am neuen Hauptsitz der Stiftung in Midtown Manhattan um und besetzen zwei Etagen des Time-Life-Gebäudes, berichtet die New York Times. Von dort aus werden dann die Veranstaltungen der drei Clintons organisiert. Die Stiftung ist als Einnahmequelle für sie sehr wichtig. Die Stiftung, die 350 Mitarbeiter in 180 Ländern habe, bleibe nach wie vor überwiegend von der weltweiten Berühmtheit von Bill Clinton und seiner Fähigkeit, die Führungskräfte von A-Spendern und Regierungsvertretern zu vernetzen abhängig, sagt New York Times.

Das Magazin hält die Trennung zwischen der Wohltätigkeitsarbeit von Mr. Clinton und den gewinnbringenden Unternehmen von Mrs. Clinton nach Interviews mit mehr als zwei Dutzend ehemaliger und aktueller Stiftungsmitarbeiter, Spender und Berater der Familie für schwierig.

Die New York Times führt als Beispiel ein Projekt der Clinton-Stiftung in Südafrika an, das der südafrikanischen Regierung dabei geholfen habe, große Preiskürzungen von Medikamenten auszuhandeln, die den Fortschritt von HIV stoppen könnten. Das Projekt sei typisch für das Modell, das von der Clinton-Stiftung geschaffen worden und für Dutzende von Partnerschaften mit privaten Unternehmen, Regierungen oder anderen gemeinnützigen Organisationen errichtet worden sei. Statt Zuschüsse zu gewähren, rufe die Stiftung die Geldgeber auf und berate sie, wie sie ihr Geld oder ihre Mittel am besten einsetzen könnten. Procter & Gamble habe Wasseraufbereitungspakete an Entwicklungsländer gespendet, um mit Kreditkartenunternehmen zusammenzuarbeiten, um auf diese Weise das Volumen der preiswerten Darlehen zu erweitern, die armen Innenstadtbewohnern angeboten würden.

 

Quellen:

  • http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/us-wahlen-die-geheimen-geschaefte-der-clintons-ld.112396
  • http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/hillary-clinton-und-ihre-spender-deutschland-gehoert-dazu-13535492.html
  • https://www.clintonfoundation.org/contributors
  • https://www.clintonfoundation.org/sites/default/files/clinton_foundation_report_public_2015.pdf
  • http://www.nytimes.com/2013/08/14/us/politics/unease-at-clinton-foundation-over-finances-and-ambitions.html
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EU unterstützt russisches Kernkraftprojekt in Ungarn

Die Europäische Kommission hat nach abgeschlossener Untersuchung den von Russland durchgeführten Bau des Kernkraftwerks Paks in Ungarn genehmigt.

Das Paks Kernkraftwerk, das über 50% der elektrischen Energie im Land erzeugt, liegt 100 Kilometer von Budapest entfernt. Die Station wurde zu Zeiten der Sowjetunion aufgebaut. Derzeit laufen auf der Anlage vier Kernkraftwerke mit VVER-440 Reaktoren. Unter VVER-Reaktoren (WWER – Wasser-Wasser-Energie-Reaktor) werden bestimmte Typen von Druckwasserreaktoren sowjetischer beziehungsweise russischer Bauart zusammengefasst. Die Bezeichnung Wasser-Wasser steht für wassermoderiert und wassergekühlt. (Wikipedia)

Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge könnten die Arbeiten an zwei weiteren VVER-440-Reaktoren an diesem Kernkraftwerk bereits 2017-2018 beginnen. Außerdem gewährt Moskau der ungarischen Regierung ein Darlehen in Höhe von 10 Milliarden Euro für die Durchführung des Projekts.

 

Quellen:

http://russianconstruction.com/news-1/25497-eu-supports-russian-nuclear-project-in-hungary.html

Foto: Budapest Business Journal

 

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Marrakesch und der zweifelhafte Sieg der “fetten Katzen”

Die Medien feiern die diesjährige Klimakonferenz in Marrakesch als großartigen Erfolg, wie der Spiegel berichtet. 45 Länder wollten komplett auf Kohle, Öl und Gas verzichten und ihre Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umstellen. Von Kernenergie war offenbar nicht die Rede, aber sie zählt zur sauberen Energie. Der Schrecken über die Wahl des “Klimaleugners” Donald Trump zum Präsidenten der USA ist offenbar einer Euphorie gewichen: “Ganz egal, ob Donald Trump sein Wahlkampfgetöse in die politische Praxis umsetzt; völlig gleichgültig, ob die USA sich unter ihm aus der Klimadiplomatie zurückziehen oder ob der kommende Präsident versucht, zuhause die Kohle wiederzubeleben – Trump wird nicht in der Lage sein, den globalen Trend zu einer klimafreundlichen Wirtschaft umzukehren”, jubelt die Zeit. Warum sollte er? Wer wollte diese Länder daran hindern, sich in Zukunft für die klimafreundliche Kernenergie zu entscheiden?

 

Politische Vorarbeit

Obama hatte am 28.05.2014 in einer viel beachteten Abschlussrede vor Kadetten in West Point eine neue außenpolitische Doktrin angekündigt, die auf einer globalen Führung mit weniger Rückgriff auf militärische Macht beruhen soll: Soft Power Diplomatie und internationale Partnerschaften. Ein Großteil der Rede befasste sich mit der Notwendigkeit, internationale Institutionen zu nutzen, um globale Probleme wie Klimawandel und Grenzstreitigkeiten anzugehen. Obama beabsichtige, eine Vorreiterrolle in einem globalen Netzwerk zur Rettung des Planeten einzunehmen, schreibt The Guardian. (“I intend to make sure America is out front in a global framework to preserve our planet,” he said. “American influence is always stronger when we lead by example. We can not exempt ourselves from the rules that apply to everyone else.”)

 

Klimarettung zum Nutzen der Großkonzerne, Banken und Versicherungen

Auf der Klimakonferenz in Marrakesch appellierten Minister aus Industriestaaten auch in diesem Jahr wieder an Entwicklungsländer, statt auf Kohle und Gas lieber auf klimafreundliche Energie aus Sonne, Wind und Wasser zu setzen. Und sie drängten den ärmeren Ländern ihre Hilfe mit der Begründung auf, dass sie besonders unter Dürren, Überschwemmungen und Wirbelstürmen litten, an denen die Industriestaaten des Westens die Hauptschuld trügen.

Ab 2020 sollen laut Beschluss früherer Klimakonferenzen jährlich 100 Milliarden Dollar für ärmere Länder bereitgestellt werden. Deutschland übernimmt nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks ein Zehntel. An diesem Deal sind Banken, Versicherungen und Siemens beteiligt. Das Bundesentwicklungsministerium beteiligt sich mit 150 Millionen Euro an einer Klimarisikoversicherung, um bis 2020 zusätzlich 400 Millionen Menschen abzusichern. Die Bundesregierung stellt zum Beispiel Kredite von knapp 830 Millionen Euro für Gipfel-Gastgeber Marokko bereit für den Bau des weltgrößten Solarkraftwerks im Süden des Landes. Deutschland ist mit der KfW größter Kreditgeber des Projekts. Zu den geplanten Gesamtkosten von etwa 2,2 Milliarden Euro trägt die KfW im Auftrag der Bundesregierung 829 Millionen Euro bei. Daneben sind unter anderem auch die Europäische Union sowie die französische Entwicklungsagentur AfD und die Europäische Investitionsbank EIB an der Finanzierung des Mega-Kraftwerks beteiligt. Neben der Finanzierung kommt auch ein Teil der Technik aus Deutschland: So stammen die Turbinen in der solarthermischen Anlage beispielsweise vom Technologiekonzern Siemens. Der Komplex ist auf eine Leistung von rund 580 Megawatt ausgelegt und soll Strom für etwa 1,3 Millionen Menschen liefern. Die Bevölkerungszahl beträgt 33,5 Millionen Menschen. Im Jahresdurchschnitt scheint die Sonne in Marokko nur an 8,5 Stunden, im Juli sind es 10,6 Stunden, im Dezember nur 6 Stunden. Eine Industrie lässt sich mit Erneuerbaren Energien nicht aufbauen.

Dem Klimaschutz (Schutz des Planeten vor dem Klimawandel) haben sich nahezu sämtliche Großkonzerne aller Branchen, Banken und Versicherungen auf die Fahnen geschrieben. Sie hoffen, mit politischem Wohlverhalten und staatlicher Subventionierung ihr Überleben sichern oder ihre Umsätze vergrößern zu können.

Nestlé zum Beispiel, der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern mit Hauptverwaltung in der Schweiz, Umsatz 91.612 Mrd. CHF (2014), nutzt den Klimawandel, um sein Nespresso-Produkt zu bewerben:

“How can coffee help protect East African farmers from climate change?”

Unter dem Vorwand, das Klima schützen zu wollen, lassen sich auch umweltschädliche Produkte verkaufen. Dazu gehören insbesondere Bio-Sprit, Windräder und Elektroautos. Die Kaffeekapseln, die zuerst Nestlé auf den Markt brachte, sind Rekordhalter bei der Erzeugung von Millionen Tonen von Müll. Utopia: „Kaffee-Kapseln haben eines der eklatantesten Missverhältnisse von Füllgut zu Verpackung.“, sagt Philipp Sommer von der Deutschen Umwelthilfe. „Auf 6 g Kaffee in einer Kapsel kommen ganze 5 g Verpackung. 3 g für die einzelne Kapselverpackung aus Kunststoff oder Aluminium und weitere 2 g wegen der Umverpackung aus Papier.“ Mit Kaffeekapseln sei es dem Unternehmen Nestlé gelungen, ein gewöhnliches und alltägliches Produkt wie Kaffee in einen Lifestyle-Artikel zu verwandeln. Früher habe man sich den Kaffee mit Filterpapier und für wenig Geld selbst machen können, dafür brauche der moderne Kunde plötzlich eine ganze Maschine und Metallkapseln, Kaffeekapseln, die man nach Kurzgebrauch wegschmeißt und die riesige Müllberge hinterlassen.

In einigen Boutiquen würden die Kaffee-Metallkapseln als bunte Lifestyle-Objekte feilgeboten, als handle es sich um Designerschmuck. Lifestyle und Klimaschutz gehören zusammen. Dafür und für den Wertewandel bei ehemaligen Umweltschützern und bekennenden Klimaschützern ist Nespresso ein Symbol. Die aktiven Klimaschützer dürfen, was der Mehrheit verboten werden soll. Die Neue Zürcher Zeitung hat in dem Artikel “Ich darf das. Ihr nicht!” über den “berühmtesten Umweltschützer Hollywoods”, Leo DiCaprio, die Doppelmoral der egozentrierten Klimaschützer vor Augen geführt.

 

Die Förderer der Erneuerbaren Energien

Barack Obama ist einer der wichtigsten Werbeagenten für Erneuerbare Energien. Er war es, der persönlich die Lüge von der angeblichen Mehrheit der Wissenschaftler, die an einen menschengemachten Klimawandel glauben, in die Welt gesetzt hat. (Die fabelhaften 97 % – der Mythos vom Klima-Konsens der Wissenschaftler)

Anlässlich seiner Abschiedstour in Europa besuchte Barack Obama auch Berlin und machte für Angela Wahlwerbung. Obama und Angela Merkel verteidigten gemeinsam die weltweiten Klimaschutzziele. Die Partnerschaft zwischen Amerika und Deutschland habe eine zentrale Rolle dabei gespielt, das Pariser Klimaschutzabkommen zu erreichen. “Es gibt der Welt den Rahmen für den gemeinsamen Schutz unseres Planeten“, schreiben Merkel und Obama in einem gemeinsamen Beitrag, der in der Wirtschaftswoche veröffentlicht wurde.

Bei seiner letzten Rede als Außenminister vor einer UN-Klimakonferenz unterstrich John Kerry in einer “leidenschaftlichen Rede” bei der Klimakonferenz in Marrakesch: „Für die Wissenschaftler der Welt ist nichts am Klimawandel Parteipolitik.“

 

Man merkt die Absicht, und ist verstimmt

Nestlé darf sich mit den Klimawandelanhängern zum Kreis der guten “Klimaretter” zählen. Das ist kein Versehen, denn nicht für die armen Bauern in Afrika, sondern für Global Player wie ihn wurde schließlich der Klimawandel erdacht. Politiker und Großindustrie genießen die Unterstützung der meisten westlichen Medien. Ohne sie hätte der mächtige Anschub der Konsum- und Finanzwirtschaft niemals den weltumspannenden Erfolg gehabt. Die “fetten Katzen” der Welt (“Fat Cats” werden in Afrika elitäre Clans genannt, bei denen der Reichtum Afrikas versickert) nutzen die Gunst der Stunde und erhalten von den westlichen Industrieländern Milliarden, die in Erneuerbare Energien investiert werden und den Export sichern sollen.

Nur, wer die Propaganda merkt, ist verstimmt. Kann man die Verstimmung, die der Hype um den Klimawandel und die Klimakonferenz in Marrakesch in wenigen Sätzen besser ausdrücken, als

?

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