Rettet den Schnee

“Rettet den Schnee” erhält Unterstützung vom NABU Dortmund

“Rettet den Schnee” – NABU unterstützt Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative “Rettet den Schnee” erwirkte bei der Stadt Dortmund die Erstellung eines Artenschutzgutachtens zum geplanten Bau von Windkraftindustrieanlagen im Süden Dortmunds. Das Gutachten wird sich vorrangig auf die Vogelvorkommen im Grenzbereich der Städte Dortmund, Witten und Herdecke beziehen. Wichtige Unterstützung erhält die Bürgerinitiative vom NABU Stadtverband Dortmund.

Auf dem Schnee

Die Bürgerinitiative Rettet den Schnee setzt sich für den Schutz der letzten Naturoasen des Dortmunder Südens ein. Der Name ist keine Anspielung auf die Klimaerwärmung, “Schnee”, auch „Auf dem Schnee“, heißen drei ineinander fließende Ortsteile, die jeweils zu Dortmund, Witten und Herdecke gehören.

Aus Dortmunder Sicht ist der Schnee der Dortmunder Ortsteil, der sich langgestreckt im äußersten Süden der Stadt Dortmund befindet. Er liegt weitgehend auf dem Rücken des Ardeygebirges. Der Name Schnee leitet sich von einem alten Wort für „Grenze“ ab.

Der Schnee und die angrenzenden Wälder, wie zum Beispiel der Löttringhauser Wald, sind Lebensraum für unzählige Tiere – vor allem für Vogelarten, die man anderswo in den drei Städten nirgends mehr findet. “Hier leben Uhus, Bussarde, Rotmilane, Rotkehlchen, Spatzen, … aber auch Bienen, Salamander… und unzählige weitere Tiearten, die im Großraum Dortmund teilweise als ausgestorben gelten,” warnt die Bürgerinitiative. “Wir von Rettet den Schnee setzen uns für den Erhalt dieses Lebensraumes ein.”

Besonderes betroffen ist das Landschaftsschutzgebiet Löttringhausen/Großholthauser Mark. Dort plant die Stadt Dortmund die Ausweisung neuer “Konzentrationsflächen für Windkraft”. Die Pläne sehen nach Informationen, die der Bürgerinitiative vorliegen, den Bau von zwei ca. 215 Meter hohen Windkraftanlagen vor, wie die Bürgerinitiative im Oktober 2016 erfuhr. Seitdem setzen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative vehement dafür ein, das Projekt zu verhindern.

 

NABU Stadtverband Dortmund gegen Windkraft auf dem Schnee

Keiner der großen Naturschutzverbände der Städte Dortmund, Witten und Herdecke, die zusammen rund 724.000 Einwohner auf die Waage bringen, fühlte sich zunächst angesprochen, die Pläne zum Bau von Windkraftindustrieanlagen im Landschaftsschutzgebiet zu durchkreuzen. Der NABU Dortmund gelangte nach Abwägen aller Argumente jetzt zu dem Ergebnis, dass die artenschutzrechtlichen Bedenken gegen den Bau der Windkraftindustrieanlagen “immer mehr” werden.

Am 17.05.2017 legte der NABU Stadtverband Dortmund in einer Pressemitteilung seine Auffassung zum Bau von Windkraftindustrieanlagen Auf dem Schnee dar. Die Summe aller vom NABU genannten Argumente des Naturschutzes spricht aus seiner Sicht gegen Windkraft auf dem Schnee und somit gegen die dafür erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes.

NABU Dortmund, 1100 Mitglieder, nennt als Argumente gegen den Bau der Anlagen die Vorkommen streng geschützter Vogelarten wie Uhu und Rotmilan in unmittelbarer Nachbarschaft zu geplanten Windrädern, essentielle Jagdbiotope für die geschützten Greifvogelarten Turmfalke und Mäusebussard, die regelmäßig dort beobachtet werden, rastende Kiebitze, Großvögel wie Kranich und Weißstorch, die den Ardey in diesem Bereich auf dem Zug relativ niedrig überqueren. “Auch für sie bestünde bei Realisierung von Windrädern auf dem Schnee ein Kollisionsrisiko.” Weiterhin hält der NABU Fledermausarten, die als windenergiesensibel eingestuft werden (Abendsegler, Rauhautfledermaus, Zwergfledermaus), durch den Bau der Windkraftanlagen für gefährdet.

Der NABU benennt außerdem “die Qualität der Großholthauser Mark als ein bedeutendes Naherholungsgebiet und empfindliches Ökosystem des Ardey-Bergrückens, der Bäche wie den Kruckeler Bach, Rüpingsbach, Schondelle und viele mehr als Zuflüsse der in Renaturierung befindlichen Emscher speist.” Auch auf die Gesetzeslage und mögliche rechtliche Konsequenzen weist der NABU Dortmund hin.

Petition Rettet den Schnee: Keine Windräder in Dortmund Schnee/Löttringhausen/Großholthauser Mark

Links:

Fotos: Rettet den Schnee


Ruhrkultour Leseempfehlung:

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Die Energiewende soll unser Klima retten – doch sie zerstört die Natur und die letzten halbwegs unberührten Landschaften. Flächendeckend wird das Land mit Windrädern vollgestellt, Vögel und Fledermäuse verenden elendiglich in den Rotoren der riesigen Windkraftwerke. Mais und Raps, großflächig als Energiepflanzen angebaut, laugen die Böden aus und zerstören die Brutstätten ohnehin gefährdeter Vogelarten.

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Energiepolitik 2050

Volksabstimmung zur Energiestrategie 2050: Ein teurer Pyrrhussieg

Mit langem Atem gegen die Energiestrategie 2050

Die Schweiz hat am Sonntag in einer Volksabstimmung über ihre künftige “Energiepolitik 2050” entschieden. Nach jahrelanger Intensivberieselung der Bevölkerung mit Angstparolen – Angst vor „dem Atom“, Angst vor der „Klimakatastrophe“ – hat es eine Koalition aus Politik, profitorientierten Verbänden, „Umwelt“-verbänden sowie den ihnen hörigen Medien geschafft, das Volk zu einem sehr eindeutigen „Ja“ zu überreden. Doch Grund zum Jubeln haben weder das Volk noch die Verantwortlichen, denn letztere sind jetzt in der Pflicht, Dinge zu liefern, über deren Machbarkeit und Kosten sie sich eigentlich ebensowenig im Klaren sind wie die Bürger. Die Konsequenzen werden sich in den nächsten Jahren herausstellen und für die verantwortlichen Parteien schon bald als Fluch erweisen.

 

Windenergie in Schweizer Wäldern…

Was beschlossen wurde, ist nämlich nur Stückwerk ohne klare Ziele. Man hat sich in der für „grüne“ Politik typischen Art zur Vernichtung bestehender Lösungen entschieden, ohne eine zuverlässige, verfügbare und bezahlbare Technologie in der Hand zu haben, mit der man das Vorhandene ersetzen kann. Ab sofort gleicht die Schweiz bezüglich ihrer Energiepolitik einer Swissair-Maschine, die abgehoben hat, ohne zu wissen, ob es am Ziel überhaupt einen Flughafen geben wird. So hat man den Bau neuer Kernkraftwerke verboten, ohne klare Ziele zu haben, wie man die bestehenden KKW nach ihrem technischen Aus ersetzen könnte. Immerhin haben diese bisher knapp 40 % des Schweizer Stroms geliefert, während fast 60 % auf die Wasserkraft entfielen.

Allerdings sind die Wasserkraftpotenziale der Schweiz damit auch schon weitgehend ausgereizt. Wesentliche Steigerungen ließen sich nur durch Raubbau an der Natur erzielen. Da die Wasserkraft zudem im Winter wegen des Einfrierens der Zuflüsse im Gebirge Kapazitätseinbußen hinnehmen muss, zeichnen sich vor allem für die Wintermonate Engpässe ab. Wie man diese überbrücken soll, ohne die CO2-Bilanz durch fossil befeuerte Kraftwerk zu verschlechtern, ist unklar.

 

Aus für die Kernkraft

Der Volksentscheid bedeutet das definitive Aus für die Schweizer Kernkraft. Der Bau neuer KKW wird verboten. Zwar sollen die aktuell noch fünf vorhandenen KKW zeitlich unbegrenzt weiterlaufen dürfen, solange ihr Betrieb als sicher eingestuft wird, doch ist bereits jetzt eines davon zur Stilllegung im Jahr 2019 vorgesehen. Da ihr Strom zudem nach dem Willen des Nationalrats zugunsten von Strom aus Wasserkraft von der Grundversorgung ausgeschlossen werden soll, könnte der Kernkraft schon verfrüht das wirtschaftliche Aus drohen. Wie man die Leistung dieser zuverlässig verfügbaren Stromproduzenten mit unzuverlässigem Strom aus Wind und Sonne ersetzen will, ist nicht geklärt.

Die als Alternative angepriesen Solar- und Windkraftwerke werden die landschaftliche Attraktivität der Schweiz unweigerlich zerstören. Es darf bezweifelt werden, ob sich dies positiv auf den bereits seit Jahren schwächelnden Tourismus auswirken wird. Der zur Förderung „erneuerbarer Energien“ erhobene Zuschlag auf jede Kilowattstunde wird zudem von 1,5 auf 2,3 Rappen pro kWh erhöht, was etwa 11-12 % entspricht.

 

Kosten?

Bezüglich der Kosten wurden die Argumente der Gegner der Energiestrategie (Kosten von CHF 200,- Mrd.) mit Hohn und Spott übergossen. Die Befürworter sprachen stattdessen von CHF 40,- pro Familie und Jahr. So etwas kennt man beispielsweise aus Deutschland, wo der Grüne Minister Trittin behauptete, das dortige EEG werde die Bevölkerung nicht mehr kosten als eine Kugel Eis im Monat. Heute zahlt der deutsche Michel bekanntlich dafür im Jahr 27 Mrd. €, und die Tendenz geht immer weiter nach oben.

Verschwiegen wird von den Befürwortern, dass der Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen bereits vor rund 6 Jahren die Kosten für eine Schweizer „Energiewende“ mit bis zu CHF 150 Mrd. bezifferte. Die heute von den Gegnern genannten CHF 200 Mrd. sind demnach realistisch. Allerdings ist es der Politik gelungen, den Verband mit Versprechungen und politischem Druck zu spalten, so dass er sich inzwischen zum Befürworter gewandelt hat. An der Korrektheit der damals von seinen Fachleuten ermittelten Zahlen ändert dies jedoch nichts. Rechnet man die 200 Mrd. auf 8,5 Mio. Einwohner um, so wird jeder Schweizer Bürger mit CHF 23.000,- zur Kasse gebeten, was pro Jahr CHF 713,- ergibt. Für eine vierköpfige Familie summiert sich dies auf total CHF 94.000,- bzw. auf jährlich CHF 2.852,- gut das 71fache der „amtlichen“ CHF 40,-.

 

Energieeinsparung?

Eine weitere Sollbruchstelle der Energiestrategie 2050 sind die Erwartungen bezüglich Minderung des Stromverbrauchs. Nur mit dieser angenommenen Verringerung lässt sich die Abschaffung der Kernkraft überhaupt rechtfertigen. Als Richtwerte gelten derzeit ein gegenüber dem Jahr 2000 um 16 % verringerter Energiebedarf bis zum Jahr 2020, bis 2035 sollen 43 % erreicht werden. Beim Strom liegen diese Zahlen bei -3 % resp. -13 %. Wie dies mit dem gegenläufigen Trend in anderen Industrienationen sowie mit der erwarteten Erhöhung des Anteils an stromfressender Elektromobilität im Verkehr zur Deckung zu bringen sein wird, dürfte sich noch als spannend erweisen. Vermutlich werden – ähnlich wie auch im grossen Vorbild Deutschland – die energieintensivsten Industrien in andere Länder abwandern. Man mag bezweifeln, dass sich dies positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken wird.

 

Naturschutz ade

Ein gerade in der Schweiz sensibler Punkt der Energiestrategie 2050 ist die Aufweichung des Naturschutzes zugunsten der „erneuerbaren Energien“. Deren Gewinnung ist künftig ein nationales Interesse, was die Errichtung in Naturschutzgebieten erleichtern wird. Zudem werden Klagemöglichkeiten dagegen deutlich eingeschränkt. Es wird ebenfalls spannend sein zu sehen, mit welchen Spagatübungen die angeblichen „Naturschützer“ und zugleich Befürworter der Energiestrategie 2050 wie WWF oder Greenpeace zu diesem Punkt demnächst aufwarten werden.

 

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Auch wenn diese Wahlrunde für die Gegner der Energiestrategie 2050 mit einer krachenden Niederlage ausgegangen ist, sollte man den Mut nicht sinken lassen. Das war angesichts der seit Jahren betriebenen Desinformationskampagne – z.B. durch die COOP-Zeitung an alle Haushalte, in der Schülern erklärt wurde, CO2 sei „giftig“ – kaum zu vermeiden. Doch jetzt müssen die Befürworter dieser Politik beginnen zu liefern, sie haben keine Ausreden mehr. Und 2020 ist nicht mehr gar so weit entfernt.

Jetzt ist es an der Zeit, alles zu dokumentieren, was dem Volk so erzählt wurde, jeden Namen und jeden Spruch aufzuzeichnen und diese Leute und Organisationen in den nächsten Jahren damit ständig zu konfrontieren, wenn es mal wieder darum geht, dem Bürger wegen angeblich „unvorhersehbarer“ Kostensteigerungen in den Geldsäckel zu greifen. Es ist zu hoffen, dass sich dies in einigen Jahren nicht mehr besonders positiv auf politische Karrieren auswirken wird. Dafür gibt es ein historisches Vorbild: Schon in der Antike musste der Feldherr Pyrrhus die Erfahrung machen, dass manche Siege so teuer kommen, dass sie den Auftakt für künftige Niederlagen bilden.

Fred F. Mueller

 

Foto: Mikko-Pekka Purho 

 

Ruhrkultour Leseempfehlung:

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Umbauprojekt

Die Energiewende ist ein industrielles und gesellschaftliches Umbauprojekt

Der Kernpunkt der Energiewende

Die Energiewende ist als “industrielles und gesellschaftliches Umbauprojekt” die Grundlage für eine neue Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Für die Macher der Energiewende scheint die Zeit jetzt reif zu sein, um auf den Kernpunkt der Energiewende, die Sicherung der Industrie, zu kommen. Darum kümmert sich ein Experten-Team, das auf Iniative der Denkfabrik Agora Energiewende und Roland Berger den Dialogprozess „Energiewende und Industriepolitik“ initiiert hat. Das Ergebnis mehrerer Treffen ist ein Diskussionsvorschlag.

“Die Energiewende ist ein groß angelegtes industrielles und gesellschaftliches Umbauprojekt”, heißt es in der Präambel der “Charta für eine EnergiewendeIndustriepolitik”. “Es geht um nichts weniger als darum, die Energiebasis der deutschen Wirtschaft innerhalb einer Generation, also in gut 30 Jahren, komplett umzustellen – weg von Kohle, Öl und Erdgas, hin zu Erneuerbaren Energien. Dies ist für den Industriestandort Deutschland Chance und Risiko zugleich.”

Damit die Idee zur Schaffung einer neuen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung funktioniert, darf Deutschland seine Industrie allerdings nicht verlieren. Ohne sie wäre eine Transformation nach grünen Ideen nicht möglich. Natürlich haben die grünen Planer beobachtet, dass die Investitionen in Deutschland fast zum Stillstand gekommen sind. Und daher scheint der richtige Zeitpunkt für sie jetzt gekommen zu sein, sich den Industrieunternehmen, die sie zunächst an den Rand der Existenz gedrängt hatten, als Retter anzubieten.

Die Präambel zum “Diskussionsvorschlag von Agora Energiewende und Roland Berger”

Das Dialogpapier enthält kein Vorwort, sondern eine Präambel. Im Unterschied zu einem Vorwort dient eine Präambel laut Gabler Wirtschaftslexikon der “Einleitung zu Gesetzen oder völkerrechtlichen Abmachungen, häufig auch in Verträgen, in der die Absicht des Gesetzgebers, der Ausgangspunkt der Vertragschließenden etc. dargelegt werden. Die Präambel hat grundsätzlich keine unmittelbare Rechtsverbindlichkeit, sie dient aber der Auslegung einer Verfassung, eines Gesetzes oder Vertrages.”

In diesem Sinne ist auch die Bezeichnung “Präambel” in dem Diskussionspapier von Agora Energiewende und Roland Berger zu verstehen. Es geht um die Einreihung der Industrieunternehmen in eine Wertschöpfungskette, deren Ziele von der Politik vorgegeben werden. Eine neue Form der Planwirtschaft.

Der Deal zwischen Staat und Industrie

Ab Ende 2017 soll zwischen Staat und Industrie ein Wirtschaftspakt vorbereitet werden, in dessen Mittelpunkt die beschlossenen Klimaziele, die Rahmenbedingungen für die Industrie und die zentralen Instrumente, stehen sollen. Der Deal zwischen Staat und Industrie besteht laut Dialogpapier aus folgender nicht verhandelbarer Vereinbarung:

  • Der “Zukunftspakt für eine Energiewende-Industriepolitik” sieht vor, dass die Industrie von der Politik die Garantie erhält, dass sie, “insbesondere die im internationalen Wettbewerb stehenden energieintensiven Branchen, auch während der Transformation verlässliche Investitionsbedingungen und wettbewerbsfähige Energiekosten vorfinden wird.”
  • Die Industrie verpflichtet sich ihrerseits für dieses Entgegenkommen des Staates, “dass sie sich mit dem Pariser Klimaschutzabkommen identifiziert und die Politik bei dessen Umsetzung in Deutschland durch die Klimaziele von Bundesregierung und Bundestag, insbesondere für die Zieljahre 2030, 2040 und 2050, unterstützt.”

Industrie im Verschmelzungsmodus mit der Politik

“Wie kommt die deutsche Wirtschaft mit den hohen Strompreisen zurecht? Gibt es keinen Widerstand aus der Industrie?” fragte Eifelon Professor Dr. Fritz Vahrenholt, den ehemaligen Umweltsenator in Hamburg, Begründer des Windradproduzenten REpower und Gründungsmitglied von RWE Innogy, dem erneuerbaren Ableger des Stromkonzerns RWE. Fritz Vahrenholt antwortete:

“Aus der energieintensiven Industrie kommt kein Widerstand, weil diese von der Umlagegebühr befreit ist – Stahl, Chemie, Kupfer, Aluminium profitieren sogar von den tiefen Großhandelspreisen. In Wirklichkeit ist das System aber insgesamt viel teurer. Die Privathaushalte und die übrige Industrie sowie das Gewerbe zahlen einfach die Zeche.”

Energiewende mit Rückfallposition

Die Energiewende-Planer gehen ein relativ geringes Risiko ein. Der Kampf für den “Klimaschutz” und gegen den “Klimawandel” dient als ideologischer Überbau für die Durchsetzung ihrer äußerst aggressiven Lobby. Sollte die Energiewende an der Physik scheitern, könnte Deutschland immer noch zum bewährten Strommix zurückkehren, verstärkt Gas, Kohle- und Atomstrom aus dem Ausland importieren und die Steuern und Abgaben erhöhen, um die Mehrkosten für die Industrie und einen immer weiter aufgeblähten Verwaltungsapparat zu finanzieren. Unbeschadet werden die Menschen in Deutschland aus diesem Großprojekt allerdings nicht heraus kommen. Auch die Ressourcen, die für Wind und Solar üppig verbraucht wurden, werden knapper und teurer, sodass der Aufbau einer neuen Energieversorgung schwierig werden könnte. Die neue Elite wird an der Förderung der Kernenergie wenig Interesse haben, weil sie für die Schaffung neuer, profitabler Wirtschaftskreisläufe zu ihren Gunsten höchst unkomfortabel ist.

Wie geht es weiter?

Der Transformations-Prozess soll dem Diskussionspapier zufolge 30 und mehr Jahre dauern, könnte auch misslingen, wie eingeräumt wird. Ein mögliches Scheitern beunruhigt die Energie-Strategen, die von Windkraftgegnern auch als Windkraft-Taliban oder als Wind-Mafia bezeichnet werden, jedoch nicht. Sie stützen sich auf die hohe Leidensfähigkeit der Bevölkerung und deren Neigung, sich auf ein Energie-Roulette einzulassen und für eine scheinbar gute Sache ihre Lebensqualität und ihre Zukunft zu opfern.

Die Acht-Punkte-Charta soll “die Interessen der Industrie und des Klimaschutzes zusammenzubringen”, heißt es in dem Dialogpapier. Dazu soll die Bundesregierung “ein institutionalisiertes Forum für einen ergebnisorientierten Dialog” schaffen. Nach den Bundestagswahlen im September 2017. Dann soll gemeinsam mit der Industrie und weiteren Betroffenen „eine grundlegende Überarbeitung des Klimaschutzplans 2050″ vorgenommen werden. Wenn nicht zum Wohle für die Industrie – wofür dann?

 

Quellen:

Die Energiewende – ein sich anbahnendes Desaster? Interview mit Professor Vahrenholt

Titelfoto: geralt, pixabay

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Windenergieanlagen

Matt Ridley: Windenergieanlagen sind weder sauber noch grün

Kein Beitrag zur Energieversorgung.

Matt Ridley, ein britischer Peer, Politiker (Conservative Party), Unternehmer, Zoologe und Autor, legt in einem Artikel in The Spectator “Wind turbines are neither clean nor green and they provide zero global energy” den Lesern vier Argumente nahe:

  • Windenergieanlagen sind weder sauber noch grün.
  • Ihr Beitrag zur globalen Energieversorgung ist Null Prozent
  • Die ökologische Zurschaustellung muss dringend gestoppt werden
  • Erforderlich sind Investitionen in Gas und Kernenergie

Original: Wind turbines are neither clean nor green and they provide zero global energy

Zahlentricks zugunsten Erneuerbarer Energien

Der Weltklimarat (IPCC – Intergovernmental Panel on Climate Change) hat vor kurzem seinen jüngsten Bericht veröffentlicht und sich erfreut gezeigt, dass “die Einspeisung von Windenergie in den globalen Strommarkt in einem rasanten Tempo fortgesetzt wird, nachdem festgestellt wurde, dass im vergangenen Jahr weltweit mehr als 54 Gigawatt sauberer, erneuerbarer Windenergie installiert wurden”.

Ankündigungen wie diese und die obligatorischen Bilder von Windkraftanlagen in jeder BBC-Geschichte oder Flughafenwerbung über Energie vermitteln den Eindruck, dass Windkraft heute einen großen Beitrag zur Welt Energie leiste, sagt Matt Ridley. Dieser Eindruck trügt, sagt er. Der Beitrag sei auch nach Jahrzehnten – wenn nicht Jahrhunderten – der Entwicklung immer noch trivial, wenn nicht bedeutungslos.

Der Anteil der Windkraft am weltweiten Energieverbrauch betrug 2014 weniger als ein Prozent und lässt sich als ganze Zahl mit 0 Prozent darstellen – anders formuliert: es gibt noch keine Windkraft auf dem Planeten Erde.

Selbst wenn man Windkraft und Photovoltaik zusammen rechnet, liefern sie weniger als 1 Prozent des weltweiten Energiebedarfs. Den Tabellen der Internationalen Energieagentur von 2016 sei zu entnehmen, dass die Windkraft im Jahr 2014 nur 0,46 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs und Solar- und Tidenkraftwerke nur 0,35 Prozent erreichten. Es geht allerdings nicht nur um den Strom, sondern um die Gesamtenergie.

Die Mogelpackung mit Biomasse

Der Strom hat weniger als ein Fünftel Anteil an der Endenergie, der Rest besteht aus festen, gasförmigen und flüssigen Brennstoffen, für die Versorgung mit Wärme, für den Transport und die Industrie.

Solche Zahlen sind nicht schwer zu finden, sagt Ridley, aber sie werden gewöhnlich in den Berichten der unzuverlässigen Lobby (Solar und Wind) nicht erwähnt. Ihr Trick ist, sich hinter der Aussage zu verstecken, dass nahezu 14 Prozent der weltweiten Energie erneuerbar ist. Sie erwecken den Eindruck, dass sich die Angabe auf Wind und Solar bezieht. Tatsächlich besteht aber die große Mehrheit davon, nämlich drei Viertel, aus Biomasse (hauptsächlich Holz), und ein sehr großer Teil davon ist “traditionelle Biomasse”, Stöcke, Stämme und Mist, die von den Armen in ihren Häusern zum Kochen verbrannt werden. Diese Leute brauchen diese Energie, zahlen aber einen großen Preis durch gesundheitliche Probleme, die durch Rauchinhalation verursacht werden.

Weltweit steigender Energiebedarf

Aber auch in reichen Ländern, “die mit subventioniertem Wind und Solar herumspielen”, wie Matt Ridley sagt, stammt ein großer Teil ihrer Erneuerbaren Energien aus Holz und Wasser, die zuverlässigen Erneuerbaren Energien. Mittlerweile wächst der weltweite Energiebedarf seit fast 40 Jahren um etwa 2 Prozent pro Jahr. Zwischen 2013 und 2014, belegt durch die Daten der Internationalen Energieagentur, wuchs sie um knapp 2.000 Terawattstunden.

Wenn Windenergieanlagen nur diesen Zuwachs decken sollten, müssten, wenn man davon ausgeht, dass eine Zwei-Megawatt-Turbine etwa 0,005 Terawattstunden pro Jahr produzieren kann, jedes Jahr 350.000 Anlagen hinzu gebaut werden. Das wären eineinhalbmal so viele Windkraftanlagen wie in der Welt gebaut wurden, seit die Regierungen in den frühen 2000er Jahren begannen, Gelder der Konsumenten in diese so genannte Industrie zu pumpen.

Landfraß

Bei einer Dichte von grob gerechnet 20 Hektar pro Megawatt, typisch für Windparks, würden diese Turbinen eine Landfläche benötigen, die größer ist als die britischen Inseln, einschließlich Irland. Jedes Jahr. Auf 50 Jahre hochgerechnet, hätten wir jede Quadratmeile einer Landfläche von der Größe Russlands mit Windparks abgedeckt. Damit wäre aber nur der hinzu kommende Energiebedarf gedeckt. der Zubau würde aber nicht dazu dienen, die riesige vorhandenen Energieversorgung aus fossilen Brennstoffen zu ersetzen, die derzeit 80 Prozent des weltweiten Energiebedarfs liefert.

Grenzen der Optimierung

Machen Sie sich keine falschen Hoffnungen, sagt Matt Ridley, dass Windkraftanlagen effizienter werden könnten. Es gibt eine Grenze für die Energie, die man aus einer bewegten Flüssigkeit herausziehen kann, die Betz-Grenze. Windkraftanlagen liegen schon nahe daran. Ihre Effektivität (der Ladungsfaktor, um den Ingenieurbegriff zu verwenden) wird durch den verfügbaren Wind bestimmt, und der variiert unberechenbar von Sekunde zu Sekunde, Tag zu Tag, Jahr zu Jahr.

Die Windenergieanlagen sind als Maschinen schon ziemlich gut. Das Problem ist die Windquelle selbst, und daran können wir nichts ändern. Sie ist ein Energiestrom niedriger Dichte. Die Menschheit hat vor langer Zeit aus guten Gründen aufgehört, sie für den Transport und die Mechanik zu benutzen. Sie war einfach nicht zuverlässig genug.

Ressourcenverbrauch und Umweltauswirkungen

Was den Ressourcenverbrauch und die Umweltauswirkungen betrifft, so sind die direkten Effekte von Windenergieanlagen – das Töten von Vögeln und Fledermäusen, der Bau von Betonfundamenten in der Natur – schlecht genug. Aber aus den Augen und aus dem Sinn ist die Umweltverschmutzung durch den Abbau seltener Erden in der Inneren Mongolei für die Magnete in den Turbinen. Dadurch entstehen giftige und radioaktive Abfälle in einem historischen Ausmaß, weshalb der Ausdruck “saubere Energie” so ein kranker Witz ist und die Minister sich jedes Mal schämen sollten, wenn er über ihre Lippen kommt.

Windkraftanlagen vergeuden Ressourcen

Es kommt noch schlimmer. Windturbinen sind, abgesehen von den Glasfaser-Rotorblättern, meist aus Stahl, mit Betonfundamenten. Sie benötigen etwa 200 mal so viel Material pro Einheit wie eine moderne kombinierte Gasturbine. Stahl wird mit Kohle hergestellt, die nicht nur die Hitze zum Schmelzen von Erz liefert, sondern auch um den Kohlenstoff in der Legierung zu liefern. Zement wird auch oft mit Kohle hergestellt. Die Maschinen der “sauberen” Erneuerbaren Energien verdanken ihre Existenz der fossilen Energiewirtschaft und weitgehend der Kohlewirtschaft.

Eine Zwei-Megawatt-Windkraftanlage wiegt etwa 250 Tonnen (“250 tonnes”)*, einschließlich Turm, Gondel, Rotor und Rotorblätter. Überall in der Welt werden etwa eine halbe Tonne Kohle benötigt, um eine Tonne Stahl herzustellen. Rechnet man weitere 25 Tonnen Kohle für die Herstellung des Zements hinzu, kommen bereits 150 Tonnen Kohle auf jede Turbine. Wenn wir jährlich 350.000 Windenergieanlagen bauen wollten (oder eine kleinere Anzahl größerer Anlagen), benötigen wir, nur um mit dem steigenden Energiebedarf Schritt zu halten, jährlich 50 Millionen Tonnen Kohle. Dies entspricht etwa der Hälfte der EU-Steinkohle-Bergbau-Produktion. Eine ideale Voraussetzung für alle, die ein kommerzielles Interesse an Kohle und an “sauberer”, grüner Windkraft haben.

Windkraft kann keinen wesentlichen Beitrag zur Weltenergieversorgung beitragen

Der entscheidende Punkt seiner Argumente ist für Matt Ridley zu zeigen, dass es von vornherein sinnlos ist, auch nur darüber nachzudenken, dass Windkraft einen wesentlichen Beitrag zur Weltenergieversorgung beitragen kann, geschweige denn zu Emissionsminderungen, ohne den Planeten zu ruinieren. Wie der verstorbene David MacKay vor Jahren darauf hingewiesen hat, spricht die Mathematik gegen die unzuverlässigen Erneuerbaren Energien.

Zukünftige Energieversorgung

Die Wahrheit ist, wer die Zivilisation mit Energie und weniger Treibhausgasemissionen versorgen will, muss sich auf die Verlagerung der Stromerzeugung, Wärme und Transport hin zu zu Erdgas konzentrieren. Dessen wirtschaftlich förderbare Reserven sind – dank der Horizontalbohrungen und Hydraulic Fracturing – größer, als wir je geträumt haben. Erdgas hat von allen fossilen Brennstoffen die niedrigsten Emissionswerte, so dass die Emissionsintensität bei der Schaffung unseres Wohlstands tatsächlich fallen kann, während er tatsächlich steigt. So weit, so gut.

Und lassen Sie uns etwas von diesem aufkeimenden Reichtum in die Atom-, Kernspaltung und Kernfusion ivestieren, damit es in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts das Gas ablösen kann. Das ist eine konstruktive, saubere Zukunft. Alles andere ist eine politische Verdrängungsaktivität, die eigentlich als Klimapolitik kontraproduktiv ist und, was am schlimmsten ist, auf schändliche weise die Armen beraubt, um die Reichen noch reicher zu machen.

Die Übersetzung folgt weitestgehend dem englischsprachigen Text, erhebt aber keinen Anspruch auf eine vollständige Übersetzung.

Original: Wind turbines are neither clean nor green and they provide zero global energy

  • Das Gesamtgewicht einer Nordex N 117 (Nennleistung 2.400 kW, Nabenhöhe 120 m) beträgt:
    2.283,2 Tonnen.

 

Foto: https://mothersdirt.wordpress.com/tag/neodym/

WindenergieanlagenMothersdirt: “Am Beispiel der Millionenstadt Baotou wird deutlich, dass Smartphones nicht „smart“ sind und die grüne Energie zum ökologischen Sargnagel werden könnte. Der weltweite Hunger nach Fortschritt mündete dort in einen radioaktiv verseuchten Schlackensee unglaublichen Ausmaßes.”
“Die traurige Ironie um den riskanten Abbau und der einhergehenden großen Verschmutzung besteht darin, dass die Seltenerdmetalle nicht nur in den Unterhaltungsmedien wie Flat Screens und Smartphones Verwendung finden, sondern vor allem in der hochgelobten grünen Technologie, wie in Antrieben für Elektroautos, Solarzellen und Windturbinen. Da stellt sich sogar die Frage, wie „gefährlich“ oder unter welchen Aspekt von „Gefahr“ die Atomenergie im Vergleich dazu zu sehen ist! Allein in China muss in Anbetracht der Ausbaupläne von grüner Energie, der Abbau entweder sauberer und dadurch auch teurer werden, oder noch weitere hochgiftige Schlackenseen entstehen.”

Das schmutzige Geheimnis sauberer Windräder:

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SH

Wie man mit Hilfe eines einzigen Verbs die Welt belügt

Der NRD berichtete am 11.05.2017 unter “Rückblick: 30 Jahre Windkraft in SH” im Schleswig-Holstein Magazin:

“Mittlerweile kann Schleswig-Holstein seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen.”

“Bezieht” ist ein normales Verb. “Kann” ist ein Modalverb. Es modifiziert die Bedeutung des anderen Verbs im Satz: “… kann … beziehen.”

Was heißt das in diesem Fall für den oben zitierten Satz des NDR? Er ist mehrdeutig:

  • SH bezieht seinen Strom tatsächlich zu 100 Prozent aus EE (Diese Behauptung wäre allerdings widerlegbar).
  • SH hat unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, seinen Strom zu 100 Prozent aus EE zu beziehen.
  • Vielleicht kommt es unter Umständen in Betracht, dass SH seinen Strom zu 100 Prozent aus EE bezieht.
  • Von Zeit zu Zeit ist SH in der Lage, seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

Die Mehrheit der Bevölkerung versteht den Satz falsch, weil sie ebenso wie die Mehrheit der Journalisten nicht zwischen Leistung (Nennleistung, installierte Leistung) und Arbeit (tatsächliche Leistung über der Zeit) unterscheiden. Ob sie es nicht können oder nicht wollen, sei dahingestellt.

Aus einem guten Grund vermeiden Politiker und Journalisten die Formulierung: “Mittlerweile bezieht Schleswig-Holstein seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.” Die Lüge wäre schnell nachzuweisen.

Richtig müsste der Satz lauten:

“Schleswig-Holstein kann seinen Strom nur in Abhängigkeit von den Windverhältnissen aus Erneuerbaren Energien beziehen.”

Im Norden weht der Wind häufiger und kräftiger als im Süden, aber dennoch kommen die gewaltigen Windkraftanlagen nach Angaben des Bundesverband Windenergie (BWE) in Schleswig-Holstein nur auf 2.605 Volllaststunden (30 Prozent) im Jahr. Windstandorte mit 1.600 äquivalenten Volllaststunden gelten bereits als gut. Der Wind weht jedoch unregelmäßig und nicht an 8.760 Stunden im Jahr. Aus diesem Grund sind sämtliche Angaben über die errechnete oder tatsächliche Jahresleistung für den Stromverbraucher unbedeutend, denn der von Windkraftanlagen nutzbare Wind kann sie nicht kontinuierlich und zuverlässig mit Strom versorgen. Er kann es nicht, denn es ist aus physikalischen Gründen unmöglich.

Die Wahrheit ist einfach: Obwohl SH zu bestimmten Stunden dreimal mehr Strom aus Erneuerbaren Energien produziert als es selbst verbraucht, kann Schleswig-Holstein niemals zu 100 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien beziehen, weil die Stromproduktion grundsätzlich davon abhängt, ob genügend Wind weht. Die gesicherte Leistung ist Null Prozent. Kein Wind, kein Strom.

 

Foto: fsHH, pixabay

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SolarWorld

Solarworld – Das Ende einer Umverteilungsorgie

Mit der Insolvenz von Solarworld zerfließt auch ein grüner Traum

Es liegt nur wenige Jahre zurück, dass Jürgen “Eiskugel” Trittin von einer Millionen grüner Jobs bis 2020 fantasierte, schreibt der Journalist und Autor Alexander Wendt auf seiner Facebookseite: “Die Wahrheit ist: seit 2011 geht die Zahl der ohnehin schon sehr großzügig definierten grünen Jobs zurück; ihre Höchstzahl betrug damals 381 000. Nach Berechnungen des Instituts für die Zukunft der Arbeit (IZA) sind 80 Prozent davon subventionsabhängig.”
Allein durch Solarworld gehen über 3.000 der künstlich geschaffenen Arbeitsplätze verloren. Das Wirtschaftsankurbelungsprogramm “Klimaschutz” erweist sich als Luftnummer.

Solarworld ist kein Einzelfall

“Bereits in den letzten Jahren hatte es bei den deutschen Herstellern eine ganze Serie teils sehr teurer Pleiten, Fast-Pleiten sowie Schließungen ganzer Businesseinheiten gegeben”, schrieb Fred F. Mueller vor einem Jahr. “In Deutschland hat der einstige Branchenprimus Solarworld, der vor drei Jahren nach einem dramatischen Kapitalschnitt von 95 % für Altaktionäre sowie einem Verzicht der Gläubiger auf 60 % ihrer Forderungen wieder auf einen Aktienkurs von über 53 € geklettert war, nach weiteren Verlusten in den Folgejahren allein seit Beginn dieses Jahres schon wieder fast 50 % seines Börsenwerts verloren.”

Ignoriert wurden Veränderungen außerhalb Deutschlands, stellt Fred F. Mueller fest: “In Europa sind die Investitionen in „erneuerbare“ Energien seit dem Höhepunkt 2011 um mehr als 60 % eingebrochen.” “Australien, Dänemark und inzwischen auch Großbritannien unter seiner neuen Premierministerin May scheinen sich verstärkt von den „Erneuerbaren“ abzuwenden. Selbst aus China gibt es inzwischen Meldungen über eine massive Abkehr von der bis vor kurzem noch stark geförderten Windenergie.”

Sämtliche Warnungen wurden ignoriert, offenbar um die heimische Solarindustrie so lange wie möglich vor dem Niedergang zu schützen. 2012 meldete Q-Cells nach Jahren der Krise Insolvenz an, 2013 Conergy. Der Umsatz von Solarworld fiel von 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2010 in nur drei Jahren auf rund ein Drittel.

Green Connections

Die Firma “Solarworld” galt als das Vorzeigeunternehmen der aufstrebenden Solarindustrie, Firmenchef Frank Asbeck als Börsen-Star. Er erhielt den Beinamen “Der Sonnenkönig”, der auch der Dokumentation der ARD den Titel verlieh. “Der Sonnenkönig” wird Frank Asbeck wegen seines glamourösen Lebensstils genannt. Und er tat eine Menge, um diesem Ruf gerecht zu werden: Schlösser am Rhein, Luxuswagen und auch sonst zahlreiche Insignien des gesellschaftlichen Aufstiegs.

Der Umsatz von Solarworld hatte sich wieder deutlich erholt, aber das Unternehmen blieb von 2011 an tief in den roten Zahlen stecken. “Schon 2013 stand die Insolvenz unmittelbar bevor, jedoch wurde diese durch einen Schuldenschnitt noch einmal vermieden”, erinnert die FAZ. Der Schuldenschnitt kostete Aktionäre 95 Prozent und Kreditgebern 70 Prozent ihres Einsatzes. Zuvor hatte Asbeck sich noch reichlich Dividende auszahlen, als die Firma schon Verluste schrieb.

Asbeck selbst droht allerdings keine finstere Zukunft, sagt Alexander Wendt: “Er bleibt Multimillionär und Besitzer zweier Schlösser.” Ohne die Milliardensubventionen für Strom aus Solaranlagen hätte Solarworld schon viel früher gegen die chinesische Billigkonkurrenz aufgeben müssen. Aber “diese ineffiziente Art der Energieerzeugung” habe lange Jahre funktioniert wie das Gelddrucken, sagt Wendt. “Investoren konnten auch mit hohen Modulkpreisen leben.”

Asbeck ist Parteimitglied der Grünen. Und auch die SPD kam nicht zu kurz. Noch 2013 habe Asbeck die Bonner SPD mit einer Großspende beglückt, sagt Asbeck. “Für ihn und die Begünstigten hat sich die Energiewende gelohnt. Schließlich sind die seit dem Jahr von unten nach oben umverteilten 400 Milliarden Euro nicht weg, sondern nur woanders.”

Mehr zu der größten Umverteilungsorgie in der deutschen Nachkriegsgeschichte und ihren Profiteuren erfahren Sie im Hörbuch von Alexander Wendt: “Der grüne Blackout. Warum die Energiewendenicht funktionieren kann”.

Die Insolvenz von SolarWorld aus dem Blickwinkel eines Dienstleister für Solarenergie

Wie sieht eigentlich ein Dienstleister für Solarenergie die Insolvenz von SolarWorld? Dazu schrieb SolarHelden, ein Unternehmen zur Planung und Installation von Hauskraftwerken zur Sonnenstromerzeugung für Haushalt, Heizung und Elektroauto aus Aschau am Inn:

“Auch wenn wir um die maximale Leistung auf die Dächer unserer Kunden zu bekommen ausschließlich die weltweit besten Module von SunPower anbieten, ist es ein komisches Gefühl. Es ist der wohl schwärzeste Tag in der Geschichte der Solarbranche. Das deutsche Aushängeschild Made in Germany ist wohl bald komplett vom Markt verschwunden.
Viele Kunden haben gerade wegen den deutschen Wurzeln SolarWorld Module installieren lassen. Jetzt sind tausende Kunden ohne Ansprechpartner und Garantie von Herstellerseite außer die Insolvenz wird doch noch abgewendet.
Langfristig müssen alle Hersteller und Installateure Ihre Preis anpassen um leben zu können und um den Kunden langfristig einen guten Service zu ermöglichen.
Fazit: Wer billig verkauft der verkauft bald gar nicht mehr. Wer billig kauft der hat bald gar niemand mehr!”

 

Franz Aarhus


 

Ruhrkultour Hörempfehlung:

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Block Island

Windkraft für Block Island – 150.000 Dollar pro Haushalt

Hierro (Spanien) und Pellworm (Deutschland) sind zwei Inseln in Europa, die unter Beweis stellen sollten, dass unter optimalen Bedingungen eine Vollversorgung mit Strom aus Erneuerbaren Energien möglich ist. Die Versuche schlugen fehl, weil Erneuerbare Energien ohne Kohle- und/oder Kernkraftwerke den Strom nicht zuverlässig liefern können. Auf Pellworm floss rein rechnerisch an jedem Tag für 43 Minuten kein Strom, die Lichter gingen aus, und die Melkmaschinen standen still. Block Island ist das US-amerikanische Pendant zu Hierro und Pellworm. Die Projektierer täuschen eine Autarkie bei der Stromversorgung durch Windenergie vor.

Block Island schreibt Geschichte – zugunsten der Windindustrie

Die Insel Block Island liegt rund 16 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates Rhode Island. Sie ist 11 km lang und 5 km breit. Laut Wikipedia hat die Insel 1051 Einwohner (Pellworm 1.200). In den Sommermonaten vervielfacht sich die Einwohnerzahl Block Islands durch die zahlreichen Ferien- und Tagesgäste. Andrew Follett, der über den Windpark berichtet, geht von 2.000 Haushalten aus, die mit dem Strom des Windparks versorgt werden.

“Der erste Offshore-Windpark der USA versorgt nun auch die Bewohner der Atlantikinsel Block Island mit Strom. Die Dieselgeneratoren, die dort bislang für Elektrizität gesorgt haben, wurden abgeschaltet”, berichtete das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) am 3. Mai 2017. Das IWR beruft sich auf Jeffrey Grybowski, CEO des Offshore-Projektierers Deepwater Wind, der erklärte, dass “Block Island Geschichte schreibe als erste Stadt in den USA, die mit Offshore-Windstrom versorgt wird.”

Welch sonderbare Geschichte! Trotz der immensen Baukosten ist Block Island immer noch auf Fremd-Strom angewiesen. Von Strom-Autarkie kann bei Block Island keine Rede sein, denn die Insel wird nur zu etwa 90 % mit Strom der Windkraftanlagen versorgt. Pellworm hat immerhin 97 % seines Strombedarfs durch Windkraft decken können. Selbst die dreifache Strom-Überproduktion Pellworms reichte nicht aus, um die Insel 24 Stunden täglich mit Strom zu versorgen. Es ist davon auszugehen, dass auf Block Island auch weiterhin Dieselgeneratoren im Betrieb sind.

Windpark Block Island

Der Windpark Block Island befindet sich etwa sechs Kilometer vor der Küste von Block Island. Er besteht aus fünf Windkraftanlagen vom Typ GE Wind Energy Haliade 150-6 MW, von General Electric. Die Anlagen haben eine installierte Leistung von 30 Megawatt. Sie versorgen die Insel über ein Seekabel mit Strom. Der Hinweis auf die installierte Leistung (Nennleistung) ist allerdings nicht aussagekräftig, denn sie ist nicht identisch mit der tatsächlichen Leistung.

Die Angaben über die installierte Leistung sind zum Teil absichtlich irreführend. Dies gilt auch für Angaben über die Anzahl der Haushalte, die mit Strom aus Erneuerbaren Energien versorgt werden können. Die Zahlen geben die maximale elektrische Leistung an, die unter optimalen Bedingungen erreicht werden kann, nicht die Menge der tatsächlich nutzbaren Energie.

Zwischen der Nennleistung und der tatsächlichen Leistung bestehen bei den Energieformen gravierende Unterschiede, wie die Tabelle der www.eia.gov zeigt:

Die Kapazität der Offshore-Windkraftanlagen (38 %) liegt etwas höher als die der Onshore-Windkraftanlagen (36 %). Beide sind abhängig von den Launen des Wetters. Die installierte oder Nenn-Leistung des Windparks von Block Island beträgt 30 Megawatt, tatsächlich erreicht die Kapazität nur rund 10 Megawatt. Das heißt: Die Kapazität entspricht der tatsächlichen Auslastung, dem Verhältnis von Volllaststunden zur Anzahl der Stunden im Jahr (365Tage * 24 Stunden = 8.760 h/a).

Nur durch Angabe der Kapazität sind die unterschiedlichen Energieformen vergleichbar. Die Kapazität von Windkraftanlagen beträgt nur rund ein Drittel der Kapazität von Kernkraftwerken, die mit 90 Prozent unter allen Energieformen den höchsten Wert erreichen.

Baukosten der Windräder: $ 150.000 pro Haushalt

Der Bau der fünf Windräder kostete 300 Millionen Dollar. Umgerechnet auf 2000 Haushalte sind das, nur um die Turbinen zu bauen, nicht um sie zu betreiben, etwa $ 150.000 pro Haushalt.

Um die Relationen deutlich zu machen vergleicht Follett sie mit dem US-amerikanischen Atomreaktor Watts Bar Unit 2. Der Kernreaktor kostete 4,7 Milliarden US- Dollar und versorgt wetterunabhängig 4,5 Millionen Haushalte mit Strom. Auf jeden Haushalt entfallen den Daily Caller News Foundation Berechnungen nach etwa $ 1.044 Kosten. Das bedeutet, die Kosten, um einen Haushalt mit dem Strom des Block Island Windparks zu versorgen, liegen fast 144 mal höher als die Versorgung eines Haushalts mit dem Strom aus dem neuesten US-Atomreaktor.

“Es ist der Präzedenzfall, der zählt”

Der Jubel über Rekorde gehört zum Handwerk der Lobby für Erneuerbare Energien, wie auch das Herausrechnen der Baukosten für Block Island aus der Kostenübersicht. Über die extrem hohen Kosten für den Strom aus Offshore-Windkraftanlagen machen sich Lobbyisten keine Gedanken, “das ist der Präzedenzfall, der zählt”, sagte Salon.com über das Projekt. Der Windpark solle schließlich genug Energie erzeugen, um 17.000 Haushalte zu versorgen. Ein Präzedenzfall, der die Kosten von 150.000 Dollar je Haushalt rechtfertigt, obwohl schon vorher jeder weiß, dass der Wind nicht gleichmäßig weht?

Das IWR behauptet: “Durch die Umstellung konnten die Stromkosten von 16,82 auf 12,44 US-Cent je Kilowattstunde sinken.” Ohne Berechnung der 300 Millionen Dollar für die Installation der Offshore-Windkraftanlagen. Die Kosten für den Unterhalt der Anlagen dürften in der Kalkulation ebenfalls fehlen.

Offshore-Windenergie ist teuer, weil die Installation und Wartung jeder Art von Infrastruktur unter Wasser extrem schwierig ist. Das Salzwasser des Ozeans ist sehr korrosiv und macht den Betrieb schwierig und teuer, sagt Andrew Follett.

Offshore-Wind ist nicht notwendig

Trotz der extrem hohen Kosten, die bei größeren Offshore-Windparks in New York niedriger sind und 25.000 bis 15.625 Dollar für jeden  Haushalt betragen, sollen in den USA bis zum Jahr 2050 insgesamt 23 Millionen Haushalte mit Offshore-Windstrom versorgt werden. Der Nutzen ist fraglich. Denn die Elektrizität ist in den meisten Teilen der USA vergleichsweise so billig, dass Offshore-Wind im Allgemeinen nicht notwendig ist, sagt Follett.

 

Quellen:

Offshore wind farm costs $150,000 per home currently powered

Quellen:

Foto: i_ivonne, pixabay


Ruhrkultour Leseempfehlung:

Michel Limburg/Fred F. Mueller/Arnold Vaatz

Versand kostenfrei. Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfachen, auch für Laien leicht verständliche Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.

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SolarCity

SolarCity & Co. – Ende der Glückssträhne?

SolarCity: Solaranlagen stürzen auf fast 40% ihres Vorjahreswertes ab

Tesla SolarCity meldete einen Rückgang von fast 40 Prozent bei Solaranlagen für das erste Quartal, berichtet Business Insider. Dies sei als jüngstes Zeichen für eine Umkehr des Glücks für die einmal hoch-fliegende Haus-Solar-Industrie zu werten.

Nicht nur Tesla

Tesla teilte mit, dass das Unternehmen im ersten Quartal 2017 lediglich 150 Megawatt Solarenergie im Vergleich zu 245 MW im ersten Quartal des vergangenen Jahres installiert habe. Der drastische Umsatzrückgang bei einem Unternehmen, das zuvor konsequent zweistelliges Wachstum erzielt hatte, verleihe ihm einen breiten Trend, der die gesamte Dach-Solarindustrie betreffe.

Die Klagen der Installateure

Die Installateure berichten, dass es schwieriger sei, Kunden zu finden, berichtet Business Insider. Die Subventionen seien in einigen Staaten geschrumpft oder beendet worden, und viele der bequemsten Kunden – umweltbewusste Hausbesitzer mit verfügbarem Einkommen – haben bereits Dach-Systeme gekauft. “Die Trendsetter sind irgendwie weg”, habe Tammy Goad, Vizepräsident der Unternehmensentwicklung von Valley Energy, Kalifornien, auf einer Solarindustrie-Konferenz in San Diego gesagt.

Starke Konkurrenz in der Branche habe einige Unternehmen aus dem Markt geschoben oder sie gezwungen, zurück zu skalieren. Eines der größten Dach-Solar-Unternehmen, Sungevity, habe in diesem Jahr Konkurs angemeldet.

“Vor zwei Jahren habe ich gedacht, dass ich ein brillanter Vermarkter war. Heute suche ich nach Antworten”, sagte laut Business Insider Kathi McCalligan, Direktorin des Marketing für den Installateur Baker Electric, San Diego, auf der Konferenz. Die Veranstaltung konzentrierte sich auf Fragen der Kundenakquisition. Sie wurde von der Solar Energy Industries Association ausgerichtet.

Rooftop Solar, vor wenigen Jahren ein Neuling, hat in den letzten Jahren ein außerordentlich hohes Wachstum erlebt, darunter einen Anstieg der Installationen um 66 Prozent zwischen 2014 und 2015. Diese Wachstumsrate sei im vergangenen Jahr auf 19 Prozent gesunken, und der Trend habe sich im Jahr 2017 deutlich verschlechtert.

Gesunkene Nachfrage

Nicht nur, dass SolarCity in den vergangenen zwei Jahren ihre schlimmsten vierteljährlichen Solareinsatzbeiträge vorgelegt habe, nach staatlichen Angaben war die Nachfrage in Kalifornien im Januar und Februar 2017 um 35 Prozent gesunken. Kalifornien macht etwa die Hälfte des Wohn-Solarmarktes aus.

Starke Regenfälle in diesen Monaten seien wahrscheinlich der Grund für den Rückgang, heißt es, aber Industrie-Insider sagen, die Installationen hätten sich nicht so wie erwartet in diesem Frühjahr erholt.

Aber auch Verbraucherbeschwerden über aufdringliche Verkaufstaktiken seien laut Regierungs- und Privatagenturen auf dem Vormarsch. Sie sagen, dass aggressive Haustür-Anfragen und Telemarketing einige Solar-Kunden verärgert haben, ebenso Online-Anzeigen mit dem Versprechen “free solar”.

Als Antwort auf den Anstieg der Beschwerden haben Verbraucherschutzorganisationen in Florida und Kalifornien Anfang dieses Jahres eine Kampagne zum Schutz der Solarkunden gestartet. Wall Street Journal berichtete dass Bundesregulierungsbehörden untersuchen, ob die großen Installateure Sunrun Inc und SolarCity ihre Vertragsstornokosten vollständig offengelegt haben.

Ergebnisse weiterer Solarunternehmen folgen

Andere große Solarunternehmen, einschließlich SunPower Corp, Sunrun und Vivint Solar Inc werden ihre vierteljährlichen Ergebnisse in der nächsten Woche vorlegen.

Quellen:

Foto: sferrario1968, pixabay


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Friedrich-Naumann-Stiftung

Friedrich-Naumann-Stiftung: Die Bundesregierung hat sich verrannt

Die Energiewende der Bundesregierung ist ein kostspieliges Experiment

Eine Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Bundesregierung mit ihrer Energiewende in ein kostspieliges Experiment verrannt hat.

Die Stiftung rechnet mit einem Scheitern des Pariser Klimaschutzabkommens. Aus gutem Grund: Die Beschlüsse sind unverbindlich und werden es auch in Zukunft sein. Jedes Land wird auch in Zukunft nach seinen eigenen Bedürfnissen entscheiden, welche Energieform und welchen Energiemix es auswählt. Die Friedrich-Naumann-Stiftung schlägt vor, dass Deutschland im Rahmen des Forums der G20-Staaten, welche 76 % der gegenwärtigen globalen Emissionen repräsentieren, die Verhandlungen über koordinierte CO2-Preise in Verbindung mit einem globalen Klimafinanzausgleich vorantreiben soll.

Die Kritik an der Energiewende ist gut begründet, ein Klimafinanzausgleich ist für Entwicklungs- und Schwellenländer aber nur dann eine Hilfe, wenn daran nicht Bedingungen zugunsten des Ausbaus Erneuerbarer Energien gebunden sind. Dies würde die Länder daran hindern, eine eigene Industrie aufzubauen. Denn nicht einmal in Deutschland können Windkraftanlagen ohne Strom aus Kohle- und Kernkraftwerken gebaut werden.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung kommt nicht umhin, sich umgehend mit den Entwicklungen im Bereich der modernen Kernenergie zu beschäftigen, wenn sie die CO2-Emissionen verringern und sich nicht schuldig machen will, mit Hilfe des Klimafinanzausgleichs ein neues Konzept zur Unterdrückung industriell rückständiger Staaten zu unterstützen.

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Ruhrkultour Leseempfehlung:

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Die Energiewende soll unser Klima retten – doch sie zerstört die Natur und die letzten halbwegs unberührten Landschaften. Flächendeckend wird das Land mit Windrädern vollgestellt, Vögel und Fledermäuse verenden elendiglich in den Rotoren der riesigen Windkraftwerke. Mais und Raps, großflächig als Energiepflanzen angebaut, laugen die Böden aus und zerstören die Brutstätten ohnehin gefährdeter Vogelarten.

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