Fehler

Wie sehen Journalisten ihren Arbeitsalltag und ihre Fehler?

Wie sehen Journalisten ihren Arbeitsalltag und ihre Fehler, die sie selbst und andere aus der Branche machen? WDR5 stellte diese Frage dem Mainzer Medienwissenschaftler Hans Mathias Kepplinger. Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen den Einstellungen von Journalisten und der Rechtfertigung fragwürdiger Praktiken, sagt Kepplinger. Das sei in zwei Fällen besonders auffällig, etwa bei der Darstellung und Skandalisierung der Kernenergie.

Kepplinger

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Dies treffe zum Beispiel auf die Berichterstattung über Fukushima zu. In Deutschland habe man die ersten drei Tage die Kernenergie in den Mittelpunkt der Berichterstattung gerückt, der nur drei oder fünf Menschen zum Opfer gefallen seien, in Großbritannien und Frankreich dagegen die Opfer des Tsunami.

Es lasse sich nachweisen, sagt der Medienwissenschaftler, dass die Meinung der Bevölkerung der Meinung von Journalisten in einem Abstand von ein bis zwei Jahren folge. In Bezug auf die Kernenergie seien die Journalisten die Wegbereiter der zunehmend ablehnenden Bevölkerungsmeinung.

Ein zweites Verhaltensmuster sei ein Problem, sagt Kepplinger. Fehler würden von vielen Journalisten und Kollegen nachträglich mit Argumenten verteidigt. Die Fehler, die er zur Diskussion gestellt habe, seien trotz zahlreicher Hinweise in den Medien alle nicht aufgedeckt worden. Das sei das Problem: Die enorme Geschlossenheit des Berufsstandes, wenn es um so kontroverse Themen geht wie unter anderem die Kernenergie.

Der Lügenpresse-Vorwurf verkenne das Problem. Journalisten seien in der Regel keine Lügner. “Der Fehler liegt darin, dass Journalisten zu unkritisch ihrer eigenen Meinung trauen und glauben, ihre Meinung sei eine realitätsgerechte Darstellung von Realität, und das trifft in vielen Fällen nachweislich nicht zu.”

WDR 5 Töne, Texte, Bilder | 29.07.2017, Moderator Frank Wörner, Auszug:

 

Profil: Prof. em. Dr. Hans Mathias Kepplinger

Prof. em. Dr. Hans Mathias Kepplinger war von 1982 bis 2011 Professor für Empirische Kommunikationsforschung an der Universität Mainz, Leiter des Instituts für Publizistik, Dekan und Mitglied des Senats.
Seine Forschungsschwerpunkte sind das Verhältnis von erkennbarer Realität, medialer Realitätsdarstellung und Realitätswahrnehmung der Bevölkerung; das Selbstverständnis und die Arbeitsweise von Journalisten; die Kommunikation in Konflikten, Krisen und Skandalen sowie die Wirkung von Medienberichten auf die Protagonisten der Berichterstattung (“Reziproke Effekte”).
Kepplinger war Gastwissenschaftler an der UC Berkeley, der Harvard University, der University of Illinois sowie den Universitäten in Tunis, Lugano, Luzern und Zürich. Er ist Autor von mehr als 300 wissenschaftlichen Aufsätzen und 30 Büchern und wurde 2011 mit dem “Theory Award” des Media Tenor sowie 2012 mit dem “Helen Dinerman Award” der World Association of Public Opinion Research ausgezeichnet. 2015 wurde er zum “Fellow” der International Communication Association ernannt.

 

Foto: andymeyer67, pixabay   

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Gewalt

Gegen Rassismus, Antisemitismus und Gewalt

Beunruhigende Zeiten.

Im März dieses Jahres erhielt die Chefredaktion des Spiegel-Redakteurs Jan Fleischhauer ein Schreiben des Vereins „Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.“. Ihm sei von dem Verein vorgeworfen worden, sagt Jan Fleischhauer in einer neuen Kolumne, dass er in einer vorhergehenden Kolumne Begriffe der neuen Rechten benutzt und damit Gewalt verharmlost habe.

 

Verein „Gesicht zeigen!“ – “Gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt”

Schirmherr des Vereins „Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.“ ist Gerhard Schröder, Vorsitzender ist der ehemalige Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye. „Gesicht zeigen“ wendet sich jedoch nicht mit offenem Visier an den Redakteur direkt. Der Verein wirft der Chefredaktion des Spiegel vor, es sei “nicht nur fragwürdig, sondern demokratiegefährdend”, eine Kolumne, wie die von Fleischhauer, “einfach unkommentiert” stehen zu lassen. Dagegen argumentiert Jan Fleischhauer, dass es in Deutschland „auch im Hinblick auf die Pressefreiheit eher unüblich“ sei,  Texte mit einordnenden oder distanzierenden Anmerkungen eines Chefredakteurs zu versehen, bevor sie veröffentlicht werden.

Passt die Vorgehensweise des Vereins „Gesicht zeigen“ zum eigenen Selbstbild? Steht auf der Packung, was drin ist? „Wir stehen und arbeiten für Respekt und Toleranz. Gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt“, heißt es auf der Vereins-Homepage. Das hört sich gut an, aber es fällt auf, dass linke Gewalt für den Verein per se kein Thema ist. Als hätten die Ereignisse in Hamburg anlässlich des G20-Gipfels nicht erst vor einigen Tagen die Gefahr linker Gewalt vor Augen geführt.

Die Organisatoren von “Welcome to Hell”, die von allen Parteien der großen Koalition in Schutz genommen werden, verstehen sich, wie sie auf ihrer Homepage sagen, “als Teil eines vielfältigen Spektrums von linken Gruppen, Positionen, Organisationsansätzen und politischen Ausdrucksformen.” Die Anwendung von Gewalt haben die Organisatoren von “Welcome to Hell” ausdrücklich einkalkuliert. “Zielgerichtete Militanz ist für uns eine Option und ein Mittel, um über eine rein symbolische Protestform hinauszukommen und direkt und wirksam in Ereignisse, Prozesse und Entwicklungen verändernd einzugreifen.”

 

Seitenverkehrt

Unangefochten von Sozialdemokraten konnten die Organisatoren der G20-Demonstration “Welcome to Hell” ihr Gesicht zeigen und auf der Internetseite den Slogan verbreiten: “Denn wir nehmen uns die Straße wann, wie und wo wir wollen!

Warum schrillen bei diesen Worten den Sozialdemokraten nicht die Alarmglocken? Im Horst-Wessel-Lied, ab etwa 1929 ein Kampflied der SA und etwas später Parteihymne der NSDAP, heißt es: “Die Straße frei den braunen Bataillonen. Die Straße frei dem Sturmabteilungsmann!” Das Lied ist aufgrund § 86a StGB in Deutschland bis heute verboten. Haben die politischen Parteien ihre Urteilsfähigkeit völlig verloren? “Welcome to Hell” erhielt in der TV-Sendung “Maischberger”, in der Jutta Ditfurth “Aktivisten” gegen die Polizei verteidigte, sogar ein übergroßes Hintergrundsbild.

Rechte und linke Gewalt werden insbesondere von Sozialdemokraten völlig unterschiedlich beurteilt. Gewalttäter, die sich auf „linke“ Motive berufen, erhalten dadurch enorme Handlungsfreiräume. Die Besetzungen der Tagebaue, die Krawalle in Frankfurt und Hamburg liefern anschauliche Beispiele. Bis in die Regierung hinein wird Nachsicht mit Extremismus geübt, sofern er sich als links gibt. Die Bundesumweltministerin hat kürzlich sogar die Gewalttätigkeiten der Anti-Atomkraftbewegung im Nachhinein gutgeheißen.

 

“Wir beraten und begleiten unsere Angebote – von A wie Ausgrenzung bis Z wie Zivilcourage.” (“Gesicht zeigen”)

Ein aktuelles Beispiel, das die Medien in den letzten Tagen beschäftigte, ist das Vorgehen von Sozialdemokraten und bunten Organisationen gegen das italienische Restaurant “Casa mia” in Sendling, München. (Nachzulesen zum Beispiel bei: https://www.nzz.ch/international/pegida-bist-du-nicht-weltoffen-wirst-du-geschlossen-ld.1307345 und http://gelnhaeuser-nachrichten.de/?p=644)

Kurz nach nach dem Protestbesuch des Rechtsextremismus-Beauftragten Dill (SPD) waren die Fenster des Münchner Lokals “Casa mia” mit «Nazis verpisst euch» verschmiert. Das war mehr als nur eine Sachbeschädigung. Die Aktion zielte auf Nötigung und die Zerstörung einer beruflichen Existenz. Entweder gehorchte der Wirt der Anweisung, nur noch politisch erlaubte Gäste zu bewirten, oder er musste sein Lokal schließen. Der Wirt beugte sich dem politischen Druck nicht, er zeigte Zivilcourage, was “Gesicht zeigen” einfordert, verlor daraufhin zahlreiche Gäste und musste sein Restaurant schließen.

Eine kostenlose Beratung in Fragen der Ausgrenzung. Sie war auch der Lohn für die Zivilcourage.

 

Die unselige Tradition von Boykottaufrufen

Jan Fleischhauer vermeidet den Vergleich mit Nationalsozialisten, die 1933 zum Boykott jüdischer Geschäfte aufgerufen haben. Er sieht eine Parallele zum aggressiven Milieuschutz, den man bislang nur aus Ostdeutschland kenne, „wo die Nazis mit ganz ähnlichen Einschüchterungskampagnen für das sorgen, was sie anschließend stolz “national befreite Zone” nennen.“

Das “Casa Mia” habe „keine Chefredaktion, die hinter ihr steht, und keine Rechtsabteilung, auf deren Rat sie setzen kann. “Wir sind auf einem gefährlichen Weg, wenn es in Ordnung ist, Lokale im Namen der Weltoffenheit zu zwingen, die Gäste nach Gesinnung auszusortieren“, sagt Jan Fleischhauer. Er fährt fort: „Ich halte den Vorgang für symptomatisch, deshalb referiere ich ihn so ausführlich. Er zeigt meiner Meinung nach, wie sich der Kampf gegen rechts so weit verselbständigt hat, dass jedes Augenmaß verloren gegangen ist.“

Nach Lage der Dinge muss man ihm recht geben. Die Nicht-Regierungsorganisationen zur Bekämpfung politisch unerwünschter Meinungen haben sich positioniert. Sie werden von den Steuerzahlern finanziert und die Posten werden unter Gleichgesinnten verteilt. Ein riesiges, intransparentes Netzwerk sorgt für eine große Durchschlagskraft. Der Verwaltungsapparat steht und kann nach Belieben um Themen erweitert werden – auf dem erzwungenen Weg zur Transformation der Gesellschaft in eine Neue Weltordnung, die vorhergehende Formen totalitärer Gesellschaften in den Schatten stellen wird.

 

Titelfoto: Before to kill, by: marin


 Ruhrkultour Leseempfehlung:

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Vandalen

Peter Schneiders Kritik an “abonnierte Verharmloser linker Gewalt”

“Völlig lächerlich” sei es, wenn “abonnierte Verharmloser linker Gewalt wie Christian Ströbele und Jutta Ditfurth die Hamburger Polizei für die Gewalteskalation im Schanzenviertel verantwortlich machen”, sagt Peter Schneider (⇒ “Lenz“), einer der maßgeblichen Personen der Berliner Studentenbewegung in den 60er-Jahren, in einem Artikel in der Welt. Der “Aktivist, Wortführer und Kampfgefährte von Rudi Dutschke” habe alle Phasen der Protestbewegung von 1966 bis in die siebziger Jahre hinein intensiv durchlebt, sei aber immer “Chronist der Revolte und seiner eigenen Beteiligung an ihr” gewesen, schrieb der Spiegel 2010 zum 70. Geburtstag von Peter Schneider. 1968 war Peter Schneider maßgeblich am sogenannten “Springer-Tribunal” beteiligt.

Zwischen der 68er-Bewegung in Deutschland und den linksradikalen Autonomen sieht Peter Schneider keine Parallelen. Die wichtigste Errungenschaft der 68er-Bewegung sei der Bruch mit der “Kultur des Gehorsams” gewesen, während die Gewaltbereitschaft der Autonomen einem Weltbild entspringe, dessen Gier nach Taten unersättlich sei.

 

Die “Vandalen im schwarzen Outfit” sind keine “gewöhnlichen Kriminellen”

In nachträglicher “ratloser Einheitlichkeit” seien die “Vandalen im schwarzen Outfit” von Politikern aller Fraktionen als “gewöhnliche Kriminelle” bezeichnet worden. Peter Schneider widerspricht: “Die Vandalen im schwarzen Outfit, die im Schanzenviertel Dutzende von Privatwagen in Flammen aufgehen ließen, die die Schaufensterscheiben kleiner Geschäfte einschlugen, Drogeriemärkte plünderten, ganze Straßenzüge verwüsteten und die Polizei mit Steinplatten, Eisenkugeln und Molotowcocktails bekämpften – diese Vandalen waren keine „gewöhnlichen Kriminellen“.

Die “Vandalen im schwarzen Outfit” seien “viel gefährlicher als Gelegenheitsdiebe”, sagt Peter Schneider. Ihre Gewalt sei ein “symbolischer Akt politischer Gewalt”. Deren Objekt seien nahezu beliebig austauschbar und daher “ein fundamentaler Angriff auf die Demokratie und ihrer Regeln.”

 

“Denn wir nehmen uns die Straße wann, wie und wo wir wollen!”

Als “größte Sünde” der 68er-Bewegung bezeichnet Schneider in ⇒”Rebellion und Wahn. Mein 68“, dass “deren Anführer nach einem basisdemokratischen und freiheitlichen Aufbruch am Ende einer im Kern antidemokratischen Doktrin erlagen und vor den Verbrechen ihrer revolutionären Vorbilder – in Kuba, in Vietnam, in Kambodscha und in China – die Augen schlossen.”

Vorbilder dieser Art findet man bei den kriminellen Tätern in Hamburg nicht. Jedoch findet man bei “Welcome to Hell” Bekenntnisse der Szene, die unersättliche “Gier nach Taten” erkennen lässt: “Denn wir nehmen uns die Straße wann, wie und wo wir wollen!

 

Der von einer Idee getriebene Verbrecher ist gefährlich

Ungleich gefährlicher als der “gewöhnliche Verbrecher” sei der von einer Idee getriebene Verbrecher, sagt Peter Schneider. Er begehe die Tat exemplarisch, “in einem imaginierten höheren Auftrag, um ein ungeheures, nicht nur ihm persönlich, sondern der Menschheit angetanes Unrecht anzuzeigen. Deswegen muss er seinen symbolischen Akt im Prinzip in unendlicher Folge wiederholen, bis sein Ziel erreicht ist – die Herstellung der Gerechtigkeit. Die einzige Befriedigung, die er bei seinen Taten erfährt, ist die Feier seines selbst erfundenen politischen Auftrags und seines moralischen Narzissmus.”

Peter Schneider wirft Christian Ströbele und Jutta Ditfurth vor, die Vorgeschichte der Hamburger Gewalttaten zu unterschlagen. Sie wüssten doch, was der Schwarze Block sei. “Sie wissen, dass sich die Autonomen überall in Europa seit Monaten darauf vorbereitet haben, in Hamburg den größtmöglichen Schaden anzurichten – mit oder ohne Polizeiprovokation. Ihre wissentliche Verleugnung dieser Pläne verdient nichts als Verachtung. Entweder sind sie Lügner, oder sie sind selber Gefangene der autonomen Ideologie.”

 

Söldner brauchen keine Argumente

Peter Schneider verwendet die Bezeichnung “Söldner” nicht. Er versucht mittels eines Begriffes zu erfassen, was den Schwarzen Block charakterisiert, kommt dem Phänomen aber auch nur mit Mühe näher. Schneider spricht von “Vandalen”, “Vandalen im schwarzen Outfit”, “Kriminellen”, “linksradikalen Autonomen”, “ideologisch motivierten Tätern”, “von einer Idee getriebene Verbrecher”. Sein Résumé: In Hamburg hätten sich ideologisch getriebene Kriminelle ausgetobt, die einer unausgegorenen Befreiungsideologie folgten und im Zweifel an ihrer eigenen Ideologie mit Steinen, Brandfackeln und Molotowcocktails geworfen.

Er unterstellt den Autonomen, sie hätten eine, wenn auch unausgegorene, Befreiungsideologie. Aber stimmt das? Brauchen die “Aktivisten”, wie sie von den Medien immer noch freundlich bezeichnet werden, eine Befreiungsideologie, wenn sie als Sturmabteilung in den Kampf geschickt werden?

Alles, was “Aktivisten” brauchen, ist ein funktionierender Ablaufplan, in dem sogar die Orte festlegt sind, an dem die zuvor deponierte schwarze gegen bunte Kleidung gewechselt werden kann, um sich danach unter friedliche Demonstranten zu mischen. Wie auf diesem Video zu sehen ist:

Peter Schneider fragt nicht, was hinterfragt werden müsste: Wer hat die professionelle Vorbereitung der Straßenschlacht bezahlt? Wer sind die Hintermänner der Organisatoren? Wer dirigiert die internationale Armee des Schwarzen Blocks? Welche ideologischen Verbindungen bestehen zwischen dem Einsatz des Schwarzen Blocks in Hamburg und seinem Einsatz bei gewalttätigen Demonstrationen gegen Tagebaue in der Lausitz und im Rheinischen Revier? Welche personellen Verflechtungen existieren zwischen dem Schwarzen Block, Greenpeace, BUND, anderen Nicht-Regierungsorganisationen und der Fossil-Free-Bewegung? In welchem ideologischen Zusammenhang stehen die “von einer Idee getriebenen Verbrecher” zur Idee des Klimaschutzes, die ihnen genau die Sympathie und den Schutz durch Politiker verleiht, die sie brauchen, um die nächsten Gewalttaten, zum Beispiel im Hambacher Forst, vorbereiten zu können?

Immerhin hat die Umweltministerin Barbara Hendricks 2017 “Aktivisten” eine Art Ermächtigung für illegales Handeln ausgestellt, indem sie im Nachhinein Gewalttätigkeiten der Anti-Atomkraftbewegung rechtfertigte.

Möglicherweise würde sich bei einer gründlichen Recherche herausstellen, dass die ideologisch getriebenen Kriminellen, die sich in Hamburg austobten und sich keiner Diskussion stellten, gar nicht wissen müssen, was sie tun. Was diese Kriminellen wirklich gefährlich macht, ist die Beliebigkeit ihrer Objekte, die “Gier nach Taten”, und somit auch die Austauschbarkeit ihres politischen Standpunktes. Den legen die Auftraggeber fest: Heute links, Morgen rechts. Die kriminellen Sturmtrupps haben keine Argumente, weil sie als Söldner keine Argumente brauchen.

 

Titelfoto: Mitglieder des Schwarzen Blocks beim Umziehen im Hinterhof gefilmt (G20 Hamburg)

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TeslaHype

Das Ende vom scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg des Tesla?

Tesla bietet nicht nur Elektroautos und Energiespeicher an, sondern auch Solarmodule und jetzt auch Strom. Auf der Insel Kauai und in Australien springt Tesla in Versorgungslücken ein und bietet massive Batterien an, die Strom während des Tages speichern können, wenn das Angebot reichlich vorhanden ist, und ihn entlädt, wenn die Nachfrage nach Sonnenuntergang nach oben geht. Stationäre Speicher werden langfristig wahrscheinlich ein so großes Geschäft sein wie das Auto Geschäft, sagte Tesla CEO Elon Musk. Er erwartet, dass sie pro Jahr eine wahrscheinlich mehrmals so hohe Wachstumsrate haben werden, wie das Auto-Geschäft. Die Verlagerung der Unternehmensinteressen zugunsten angeblich lukrativerer Gewinne lässt sich auch anders deuten: Der Hype um den Tesla geht zu Ende. Der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller, der die Entwicklung der Elektromobilität seit Jahren aufmerksam verfolgt, hat sich mit dem Tesla erneut kritisch auseinandergesetzt. Die Analyse der Geschäftszahlen von Tesla deuten darauf hin, dass der „Peak Tesla“ inzwischen wahrscheinlich bereits überschritten und die Mär vom exponentiellen Wachstum nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Das Ende vom scheinbar unaufhaltsamen Auftstieg des Tesla?

 

Platzt die E-Auto-Blase?

US-Börsianer sehen den Tesla-Hype zunehmend skeptisch

Noch im April schien der kometenhafte Aufstieg von Tesla mit seiner Vision einer schnellen Umstellung des PKW-Antriebs von Verbrennungsmotoren auf rein batteriebetriebene Antriebe unaufhaltsam. Der Börsenwert des kalifornischen Herstellers übersprang damals denjenigen des altehrwürdigen General Motors-Konzerns und machte Tesla zum US-Autohersteller mit dem höchsten Börsenwert. Doch seit Ende Juni deutet sich nicht nur ein Ende des Höhenflugs, sondern sogar ein brutaler Absturz an: Schon am 5.7. verlor die Aktie, die inzwischen von immer mehr Börsianern negativ beurteilt wird, mehr als 7 % an Wert. Nach Einschätzung des Goldman Sachs-Analysten David Tamberrino [MoFo] lag der Aktienkurs am Montag um fast 100 % über dem Wert, den er für gerechtfertigt hielt.

 

Dunkle Wolken über der Zukunft der Elektromobilität?

Tesla‘s Dilemma besteht nach Ansicht der Börsenfachleute darin, dass die Absatzzahlen seiner Luxus-Fahrzeuge (S- und X-Klasse) deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind und die von CEO Elon Musk hierfür gelieferten Begründungen nicht mehr als stichhaltig akzeptiert werden. Besonders deutlich kam dies in einem Artikel bei Seeking Alpha [SeAl] zum Ausdruck. Darin wird auf erheblich zu hohe Transitpuffer („in-transit-numbers“) der S- und X-Typen ebenso hingewiesen wie auf offensichtliche und sehr teure Tricks, mit denen der Öffentlichkeit eine Lieferfähigkeit beim neuen Model 3 vorgegaukelt werden soll, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist.

Nach Ansicht der Autoren stellen die aktuellen Produktionsziffern von Tesla ein Armutszeugnis dar. Die unzureichende Auslastung der Produktionskapazitäten sowie hohe Betriebs- und Kapitalkosten drückten das Unternehmen in Richtung Pleite. Die von Tesla am 4.7. bekannt gegebenen Zahlen – 25.000 gebaute und 22.000 ausgelieferte Fahrzeuge – schienen auf den ersten Blick zwar innerhalb der Vorhersagen zu liegen, doch sehe dies bei genauerem Hinsehen doch erheblich anders aus. Noch schlimmer sei die Situation beim Model 3, wo hohe Verluste zu erwarten seien.

 

Nachfrageloch bei Model S und X

Teslas Flaggschiff – die Luxusversion Model S – läuft der Konkurrenz deutlich hinterher (Free Photos, pixabay)

Die Analyse der Geschäftszahlen von Tesla durch die Börsenfachleute bei „Seeking Alpha“ zeigt, dass „Peak Tesla“ inzwischen wahrscheinlich bereits überschritten und die Mär vom exponentiellen Wachstum nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Als Grund hierfür gelten weltweit zurückgehende Subventionen für E-Fahrzeuge. Deshalb gingen auch die Verkaufszahlen zurück, obwohl das Unternehmen in neue Märkte wie Neuseeland, Südkorea oder die VAR eingestiegen ist.

Die aktuellen Produktionszahlen der Model S und X lägen mittlerweile deutlich über dem Marktbedarf, so dass inzwischen wohl mehr als 16.000 Fahrzeuge auf Halde stünden. Gleichzeitig gingen die Kosten für Vertrieb, Service und das Supercharger-Netzwerk weiter nach oben. Letzteres soll beispielsweise bis Ende 2017 um 100 % wachsen.

Durch solche Kraftakte gerät die Firma finanziell in die Klemme, nicht zuletzt deshalb, weil diese Kosten prozentual doppelt so hoch liegen wie im Branchendurchschnitt.
Es stellt sich daher die spannende Frage, wie lange das Unternehmen z.B. seine vollmundigen Versprechen über kostenlosen Strom an Supercharger-Tankstellen noch aufrechterhalten kann.

 

Etikettenschwindel beim Model 3

Auch mit dem Model 3 dürfte sich die Firma nicht aus dieser Falle befreien können, weil dieses nach Einschätzung der Analysten zumindest bis Ende 2017 ein sehr begrenztes „California-Phänomen“ bleiben dürfte. Die Behauptung von Tesla, dass die Auslieferung der ersten ca. 30 Kundenfahrzeuge am 28 Juli im Werk Fremont erfolgen soll, könne als kompletter Schwindel abgehakt werden. Immerhin soll dann die Produktion seit fast einem Monat laufen. Die Auslieferung mickriger 30 Fahrzeuge entspräche somit der Herstellung von wenig mehr als einem einzigen Model 3 pro Tag! Dabei wurde Model 3 als Großserienfahrzeug konzipiert, was branchentypisch eine Tagesproduktion von mindestens 1.000 Fahrzeugen voraussetzt.

Die Herstellung dieser 30 quasi handgefertigten Fahrzeuge diene offensichtlich einzig dem Zweck, den Model 3-Mythos aufrechtzuerhalten. Diese Fahrzeuge kosteten pro Stück vermutlich nahezu 100.000 $. Mit jeder Auslieferung steigen somit die Verluste. Dass Elon Musk dies in einem Tweet als „vorfristigen Beginn“ der Auslieferung feiere, wird von Fachleuten unverblümt als lachhaft bezeichnet. Der Rückstand auf die für 2017 noch geplanten 100.000 Stück ist dagegen bedenklich. Ein derartig rasanter Produktionsstart sei kaum vorstellbar. Die Dinge dürften sich daher erheblich verschlimmern, wenn Tesla dieses erst halbgare Produkt überhastet auf den Markt werfen sollte.

 

Verschleierungstaktiken

Besonders ausführlich geht der Seeking Alpha-Artikel auch auf die Tricks in der Tesla-Pressemitteilung ein, mit welchen das Unternehmen versucht, eine in Wirklichkeit kritische Entwicklung schönzureden. So hat man erstmals im Quartalsbericht die Zahl der Fahrzeuge, die sich in Transitpuffern befinden, nicht bekanntgegeben.

Die US-Analysten heben hervor, dass Tesla bereits dafür bekannt sei, Investoren an der Nase herumzuführen, und werten das Verschweigen der Transportpuffer-Kapazitäten als Versuch, das erneute Verfehlen der Planzahlen zu kaschieren. Die nachlassende Nachfrage sowie der Aufbau von Fahrzeughalden seien schlimmer als die Firma es darstelle.

Auch die Begründung, dass angeblich 100-kWh-Batterien fehlten, wird nicht akzeptiert. Hiermit habe Tesla jetzt bereits in fünf der letzten sieben Quartale argumentiert. Seitens einer Firma, die gleichzeitig die Erprobungszeit des Model 3 verkürze und versuche, dessen Produktion mit kaum realistisch erscheinenden Steigerungsraten hochzufahren, sei dies kaum glaubwürdig.

 

Fallende Kurse zu erwarten

Insgesamt gewinnt man aus den diversen Stellungnahmen den Eindruck, dass man in der US-Finanzwelt den Glauben in das Geschäftsmodell von Tesla zu verlieren beginnt. Die seitens des Managements vorgebrachten Erläuterungen werden als zunehmend „fantasievoll“ und unglaubwürdig eingestuft. Offensichtlich benötigt das Unternehmen zum Überleben erhebliche Infusionen von Kapital. In einer solchen Lage könnte schon eine Störung am Aktienmarkt ein Desaster auslösen.

Die Chancen einer Pleite werden als erheblich bezeichnet. Nach Ansicht eines Reuters-Kommentators stufen inzwischen 14 der 21 Analysten, die Tesla beurteilen, das Papier mit „Halten“ oder „Verkaufen“ ein [Reut]. Seeking Alpha beurteilt die Aktie als deutlich überbewertet und empfiehlt, sie zu „shorten“, d.h. auf fallende Kurse zu setzen.

 

Der Abwind für „grüne“ Geschäftsmodelle…

Die sich offenkundig abzeichnende Abkühlung der bisher ungebrochenen Euphorie der Börsianer gegenüber dem „grünen“ Geschäftsmodell von Elon Musk könnte sich als Wendemarke eines bisher sehr erfolgreichen Trends erweisen. Ebenso wie der Größtbetrug mit den angeblich „erneuerbaren Energien“ beruht das Ganze darauf, zunächst irrationale Ängste zu schüren – erst war es der „saure Regen“, danach die Atomangst und jetzt die Klimaangst – und dann extrem teure und technisch unsinnige Lösungen wie den Umstieg auf die hoch unzuverlässigen Energielieferanten Wind und Sonne zu propagieren. Auch der mit extremer Entschlossenheit vorangetriebene Umstieg auf E-Mobilität ist nichts als eine Totgeburt, die von der Gier nach Subventionen getrieben wird.

Subventionen fließen spärlicher. Alles scheint abgegrast zu sein.

Elon Musk selbst ist ein Großmeister beim Einwerben von Subventionen. Allein im Jahr 2014 sammelten seine Firmen von diversen US-Stellen Fördergelder bzw. Steuervorteile etc. in Höhe von insgesamt 4,9 Mrd. $ ein [FFM].

Weitere, vor allem indirekte Subventionen in nicht unbeträchtlicher Höhe kommen dem Unternehmen noch zusätzlich durch Fördermaßnahmen in anderen Ländern zugute: In Großbritannien erhalten Tesla-Käufer einen Zuschuss von 8.800 $, Hong Kong verzichtet auf Anmeldesteuern in Höhe von bis zu 115 % des Fahrzeugwerts, und in Norwegen entfallen beim Kauf eines Model S Steuern von etwa 135.000 $. Jetzt jedoch scheint diese schöne Wiese abgegrast zu sein.

 

…ist der wahre Grund für die Verteufelung des Verbrenners

Es dürfte daher kein Zufall sein, dass in den letzten 1-2 Jahren in den Medien eine wahre Flut von Verteufelungskampagnen gegen den Verbrennungsmotor und insbesondere gegen den Diesel losgetreten wurde. Auch hier wurde mit dem Gejammer über angeblich „zehntausende Tote pro Jahr durch Abgase und Feinstaub“ die bewährte Angstmasche betrieben. Wenn man genau hinschaut, wurde die Kampagne vor allem aus den USA sowie durch offensichtliche US-Agenten wie dem ehemaligen UBA-Mitarbeiter Dr. Friedrich und seine grünen Kumpane vorangetrieben.

Schaut man sich jedoch die Realitäten an, so ist die Luft in unseren Städten in den letzten Jahrzehnten immer sauberer geworden, und die Menschen erreichen ein immer höheres Lebensalter. Die von den grünen Heuschrecken, ihren Schreihälsen in den Medien und ihren Schläger- und Zündelbanden (siehe Hamburg) angepriesene Elektromobilität ist zudem so teuer und zugleich so unpraktisch, dass sie trotz aller mittlerweile angedrohten staatlichen Zwangsmaßnahmen wie Dieselverbote auf dem Markt keine Chance haben wird. Der sich abzeichnenden Niedergang von Tesla ist ein deutliches Zeichen an der Wand. Diese Entwicklung wird über kurz oder lang auch andere grüne Projekte wie z.B. die „Energiewende“ erreichen.

Besonders gut auf den Punkt gebracht wurde dies in einem kürzlich bei EIKE erschienenen Artikel von Eric Worrall: „Die Grünen werden weiter schimpfen und schreien, dass die Klima-Apokalypse über uns ist. Aber je extremer ihre Behauptungen, desto schneller der Niedergang ihrer verbleibenden Fetzen der Glaubwürdigkeit, sogar ihre Freunde werden auf leerer Tribüne stehen, da jeder erkennen kann, was richtig ist“ [EIKE].

Fred F. Mueller

 

Quellen:
[EIKE] https://www.eike-klima-energie.eu/2017/07/06/praesident-trump-wir-verfuegen-ueber-fast-unbegrenzte-energievorraete/
[FFM] https://www.eike-klima-energie.eu/2016/04/15/wenn-der-wirt-die-oekorechnung-selbst-nachprueft-der-tesla-eine-dreckschleuder/
[MoFo] https://www.fool.com/investing/2017/07/05/why-tesla-inc-stock-tumbled-on-wednesday.aspx
[Reut] https://www.reuters.com/article/us-tesla-stocks-idUSKBN19Q2VA
[SeAl] https://seekingalpha.com/article/4085784-tesla-story-becoming-increasingly-fantastic-business-model-falls-apart

Titelfoto: Blomst, pixabay

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Abkühlungstrend

Langfristiger Abkühlungstrend in Nord-Europa nachgewiesen

Der langfristige Abkühlungstrend in Nord-Europa über die letzten Jahrtausende sei unterschätzt worden, sagen Forscher eines internationalen Teams unter Beteiligung der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Wissenschaftler haben eine 2.000-jährige Klimarekonstruktion für Nord-Europa anhand von Baumjahrringen vorgestellt. Demnach waren Römerzeit und Mittelalter wärmer als bisher angenommen.

 

Abkühlungstrend von -0.3°C pro Jahrtausend

In einer Pressemitteilung der Justus-Liebig-Universität Gießen gab Prof. Jürg Luterbacher PhD,
Institut für Geographie, bekannt, dass “dieser Trend, der durch langsame Veränderungen des Sonnenstandes, aber auch der Distanz der Erde zur Sonne verursacht wurde, ein Abkühlung von -0.3°C pro Jahrtausend” ausmacht.

„Im Prinzip erscheint diese Zahl nicht sonderlich beeindruckend“, sagte Prof. Luterbacher, „allerdings ist sie im Vergleich zur globalen Erwärmung, die bis heute auch weniger als 1°C beträgt, nicht zu vernachlässigen. Wir konnten nun zeigen, dass die großräumigen Klimarekonstruktionen, die auch vom internationalen Klimarat ‚IPCC‘ verwendet werden, den langfristigen Abkühlungstrend über die letzten Jahrtausende unterschätzen.“

Die Studie erschien am Sonntag, 8. Juli 2012, in der Zeitschrift „Nature Climate Change“.

Download the PDF file .

Quellen:

Bild: Abbildung der Temperatur-Abkühlung der letzten 2.000 Jahre. Universität Mainz.

 

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Bundeskanzlerin

Klima-Heuchelei der Bundeskanzlerin Angela Merkel?

Scott Pruitt, Chef des US-Umweltamts EPA, bezeichnet die europäischen Kritiker der Klimapolitik von Präsident Donald Trump als Heuchler. In einem Interview mit der Zeitschrift POLITICO wandte er sich namentlich an die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er fragte: “Wenn Sie die Kohlendioxid-Emissionen reduzieren wollen, warum ist es dann so wichtig für Sie, Frau Kanzlerin, von der Kernenergie loszukommen? Denn das letzte Mal als ich sie überprüft habe, war sie in Bezug auf CO2 ziemlich sauber”. Pruitt bezeichnete die Heuchelei und die Aufforderung an die USA mehr als das zu tun, was bisher gemacht worden sei, als zügellos.

Scott Pruitt konzentriert dem Interview zufolge die Umweltbehörde auf ihre Kernfunktionen, einschließlich der Verringerung der Luftverschmutzung, der Reinigung toxischer Abfallstellen, der Regulierung von Chemikalien und der Verbesserung der Wasserqualität.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel anerkennt die Nutzung der Kernenergie als Garant für den Wohlstand

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat 2011 den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie beschlossen, weil sie persönlich die Kernenergie für zu gefährlich hielt, sagte sie 2011. Offiziell verteidigt die Bundeskanzlerin den vollständigen Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie im Jahr 2022.

Ebenfalls offiziell, aber nicht über die Medien mitgeteilt, unterzeichnete Angela Merkel vor wenigen Tagen den “Aktionsplan der G20 von Hamburg zu Klima und Energie”. Durch die Anerkennung dieses Dokuments, das von Politikern und Medien allgemein als Erfolg und Sieg über Donald Trump gewertet wird, hat Deutschland der Nutzung der Kernenergie zugestimmt und sie als Garant für den Wohlstand der Menschen anerkannt.

Die Kernenergie könne “erheblich” dazu beitragen, heißt es im Aktionsplan, “dass Energiedienstleistungen allen Menschen zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung stehen und der Wohlstand für künftige Generationen gesichert wird.”

Ihre Bedenken gegen die Kernenergie hat Angela Merkel offenbar über Bord geworfen, denn der Aktionsplan stellt allen Ländern die Entscheidung zu Gunsten der Nutzung der Kernenergie für die Energieversorgung frei. Darüber hinaus erkennt Angela Merkel durch ihre Unterschrift auch die weiteren Vorteile der Kernenergie an:

“In den Ländern, die sich für eine Nutzung von Kernenergie entscheiden, trägt diese zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zur Deckung der Grundlast bei.”

Donald Trump macht es auf den Umweltschutz bezogen nicht anders: Er unterstützt die Weiterentwicklung der umweltfreundlichen Kernenergie, die nach und nach an die Stelle fossiler Energien treten und die Energieversorgung sichern soll. Trump beschreitet einen Weg, den auch Deutschland im eigenen Interesse und als Vorbild für andere Nationen in der Welt hätte gehen müssen: Forschung im Bereich der Kernenergie intensivieren und neue Kernkraftwerke bauen.

In den USA sind 99 Kernkraftwerke in Betrieb, die in den nächsten 20-30 Jahren durch neue ersetzt werden sollen. Deutschland schaltet alle seine Kernkraftwerke 2022 ab und steigt auch weitestgehend aus der Kernforschung aus. Die Radikalität dieser 1-Personen-Entscheidung in einem hoch industrialisierten Land hat die Welt auf Deutschland aufmerksam gemacht. Fasziniert schaut sie dem Treiben in Deutschland zu, ob es denn möglich sei, auf Kohle und Kernkraft zu verzichten und dennoch wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Die Zeit bis zum Beweis der Unmöglichkeit nutzt die “Weltkanzlerin”, wie sie von zahlreichen Medien bezeichnet wird, um die Hebel der Macht neu zu ordnen.

 

Politisches Weltziel Klimaschutz

Worum geht es der “Weltkanzlerin” beim Klimaschutzabkommen? Es geht nicht um den Klimaschutz und eine sichere Energieversorgung, denn die Ziele sind, beide zusammen genommen, ohne Deckung der Grundlast durch die Kernenergie nicht möglich.

“Wir teilen die Auffassung, dass der Energiesektor das Rückgrat unserer Volkswirtschaften darstellt”, heißt es im Aktionsplan. Es geht nicht um gute Luft und steigende Meeresspiegel, sondern um Wirtschaftspolitik. Genau darum geht es auch beim “Staatsziel Klimaschutz”, das SPD, CDU, CSU, Linke und Grüne ins Auge gefasst haben. Und es geht nicht um eine moralisch höher stehende Form der Volkswirtschaft, sondern darum, dass die Erklärung des Klimaschutzes zum Staatsziel den Staaten und einem Weltstaat mit Hilfe von Gesetzen und Bestimmungen zur Energieversorgung die totale Kontrolle über Wirtschaft und Gesellschaft ermöglicht. 195 Staaten haben 2015 dem Pariser Klimaschutzabkommen zugestimmt und damit Voraussetzungen für das politische “Weltziel Klimaschutz” geschaffen, dem sich, sollten sie den Ideen Deutschlands folgen, sämtliche Bereiche der Gesellschaft, inklusive Rechtsprechung, unterzuordnen haben.

Die Folge wird sein, dass nach 2022 das Ausland die Sicherung der Energieversorgung in Deutschland übernehmen oder die Bundeskanzlerin die Laufzeiten der Kernkraftwerke in Deutschland verlängern und in den Bau neuer Kernkraftwerke investieren lassen wird. Bis dahin müssen die Grundlagen für eine neue Weltordnung geschaffen sein, in der sich Deutschland offenbar eine führende Rolle verspricht. Darum die Eile der Bundesregierung.

Überlegungen, die eine neue Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung (NWO), auch Große Transformation genannt, im Blick haben, sind gespickt mit Vokabeln, die Demokratie versprechen. Es gibt allerdings genügend Anhaltspunkte für die Annahme, dass die zukünftige NWO totalitär sein wird. Ein Dokument, das jeder überprüfen sollte, der dem Versprechen, durch menschliches Handeln sei die gefährliche, menschengemachte Erderwärmung unter Kontrolle zu bringen, nicht traut, ist eine ausführliche Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen WBGU. Sie wurde bereits 2011 vorgelegt und vermutlich bereits weit vor dem Unglück in Fukushima verfasst: Welt im Wandel, Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation.

Die Wut Angela Merkels und ihrer Hofdamen und -herren über den Präsidenten der USA Donald Trump richtet sich nicht gegen dessen Energie- und Umweltpolitik, sondern gegen die Störung, der “Weltkanzlerin” Angela Merkel bei der Etablierung einer Weltmacht behilflich zu sein. Und dabei war doch alles so schön durch den öko-industriellen Komplex, Al Gore, die Clintons und Obamas vorbereitet …

 

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Hamburg

Hamburg – “Denn wir nehmen uns die Straße wann, wie und wo wir wollen!”

War mit den gewaltsamen Ausschreitungen in Hamburg nicht zu rechnen?

Die Gewalt, wie sie am 7. und 8. Juli 2017 in Hamburg zu beobachten war, entsteht nicht spontan und nicht an den Rändern der Gesellschaft. Sie ist nicht zufällig oder einmalig, sondern, so viel lässt sich feststellen, die gewalttätige Demonstration in Hamburg, bei der scheinbar sinnlos Dinge zerstört und der Tod von Menschen in Kauf genommen wurde, war strategisch geplant und organisiert. Die friedlichen Demonstranten sind für diese Art Guerillakampf ohne Bedeutung, sie erleichtern den “Aktivisten” lediglich das schnelle Untertauchen in der Masse. Nach den Ereignissen in Hamburg werden Schuldige gesucht. Aber eine Spur des Verdachts, wer für die Gewaltexzesse verantwortlich ist, führt weit von den üblichen Verdächtigen weg in gesellschaftliche Bereiche hinein, die nicht im Verdacht stehen, Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Interessen zu fördern. Einen wichtigen Hinweis für die Spurensuche gab  Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz in seiner Regierungserklärung am am 12. Juli 2017, ohne sich selbst zur Mitte der Gesellschaft zu zählen, aus der die Gewalt entsteht. Olaf Scholz sagte:  

“… wir müssen uns als offene Gesellschaft fragen, was da eigentlich in unserer Mitte los ist, wenn sich junge Männer mit ihren Handys neben Steinewerfer stellen, um ein Selfie vor brennenden Barrikaden zu machen …”

Die Planer und Organisatoren gewalttätiger Aufmärsche sind keine Chaoten oder Hooligans, sondern Nutznießer der Destabilisierung der Gesellschaft. Sie handeln entweder als Söldner im Auftrag privater Interessenten oder im Sinne einer Ideologie, durch deren Sieg sie sich eine spätere Anerkennung oder Belohnung erhoffen. Ein Beispiel dafür lieferte vor wenigen Wochen die Umweltministerin Barbara Hendricks höchstpersönlich auf ihrer Facebookseite. Sie erklärte gewalttätige Formen der Demonstration gegen Kernkraftwerke im Nachhinein als moralisch gerechtfertigt, weil sie angeblich dem Wohle der Menschheit dienen, und stellt damit gleichzeitig einen Persilschein für gewaltbereite Klimaschützer aus.

 

Warum Hamburg?

In seiner Regierungserklärung verteidigte Olaf Scholz die Wahl Hamburgs als Austragungsort des Gipfeltreffens der G20. Jeder Versuch des direkten Gesprächs zwischen Regierungen habe einen Wert, sagte der Bürgermeister. Wer diese Überzeugung teile, müsse Orte schaffen, an dem diese Treffen stattfinden können, und zwar Orte an denen die Bürgerinnen und Bürger ihre Meinungen dazu sagen können. Aus diesem Grund habe er dem Wunsch der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Veranstaltung in Hamburg stattfinden zu lassen, entsprochen.

Vor dem G20-Treffen war die Welt von Olaf Scholz noch in Ordnung. “Wir können die Sicherheit garantieren”, sagte er. “Wir richten ja auch jährlich den Hafengeburtstag aus”, niemand in Hamburg müsse sich Sorgen machen.

Aber es gab auch Warnungen: “Wie kam es zu der Einschätzung, man könne den Gipfel mit dem Hafengeburtstag gleichsetzen?“, fragt Andre Trepoll, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Hamburger Bürgerschaft. “Wieso hat der rot-grüne Senat alle Warnungen von uns und anderen weggelächelt? So sind viele Menschen in Hamburg unnötig verletzt und gefährdet worden.” Und Katja Suding (FDP) forderte von Scholz, dass er die Verantwortung für “dieses Desaster” übernehmen müsse: “Olaf Scholz hat Hamburg weltweit blamiert und in Verruf gebracht. Überall fragen sich die Menschen, wie es eine Stadtregierung in Deutschland zulassen kann, dass im Laufe eines weltweit beachteten Gipfels Quartiere verwüstet werden, Autos brennen und bürgerkriegsähnliche Zustände ausbrechen.

 

Warum hat der rot-grüne Senat alle Warnungen weggelächelt?

Ein zentrales Thema des G20-Treffens war der “Klimaschutz” – eine Herzensangelegenheit der Grünen, der Linken und der SPD. Die Kampfansage gegen den US-Präsidenten Donald Trump hebt Olaf Scholz sogar in seiner Regierungserklärung hervor. Trump hatte es gewagt, einem Lieblingsprojekt der Bundesregierung, dem Pariser Klimaschutzabkommen, nicht dem Umweltschutz, eine Absage zu erteilen. Scholz bezeichnet die “gemeinsame Linie in der Klimapolitik gegen US-Präsident Trump” als einen Erfolg des Gipfeltreffens.

Dieser Erfolg ist eine Fiktion. Die “gemeinsame Linie” anerkennt in einer gemeinsamen Erklärung von 19 Staaten die Nutzung der Kernenergie, die von der Bundesregierung vehement abgelehnt wird, und verwandelt den Klimaschutz in ein Wirtschaftsabkommen, das den Export westlicher Produkte in Entwicklungsländer sichern soll, wofür die Industrieländer den Entwicklungsländern hohe Geldsummen versprechen. So wurde zum Beispiel das über 2 Milliarden teure Solar-Vorzeigeprojekt Noor in Marokko fast zur Hälfte mit deutschen Steuergeldern finanziert und wesentlich von Siemens gebaut.

Diejenigen, die Hamburg für sich tatsächlich als politischen Erfolg verbuchen können, sind die Unterstützer und Förderer gewaltbereiter Klimaschützer, die nicht enttarnt werden und auch nicht in der Kritik stehen. Sie können keiner bestimmten politischen Richtung oder sozialen Schicht zugeordnet werden und sind über zahlreiche Organisationen fest in der Mitte der Gesellschaft verankert. Im Namen des Klimaschutzes wird allen Deckung gewährt, die sich zu einer Transformation der Gesellschaft bekennen. Der Klimaschutz ist ein gewünschtes Staatsziel (WBGU),  ein Zweck, der viele Mittel heiligt.

Wie breit das Bündnis ist, das sich aus Bundestags-Parteien, Kirchen, Jugend, Verbraucher, Gewerkschaften und NGO (Nicht Regierungsorganisationen) zusammensetzt, zeigt die “Klima-Allianz” von über 100 Organisationen. Durch öffentlich-rechtliche und auch private Sendeanstalten erhält dieses Netzwerk weitestgehende mediale Unterstützung. Aus diesem Grund konnte der rot-grüne Senat alle Warnungen einfach weglächeln.

 

“Klimaschutznetz” – Liebäugelei mit gewalttätigen Formen des Protests

Klimaschützer fühlen sich generell moralisch im Recht und daher stark. Aus ihrer Sicht sind alle Menschen, die einen ursächlichen Zusammenhang zwischen den durch Menschen verursachten CO2-Emissionen und der angeblichen Erderwärmung verneinen, Leugner. “Klimaleugner” oder “Klimaskeptiker” tragen in dieser schlichten, auf Spaltung der Gesellschaft ausgerichteten Gedankenwelt die Schuld an dem Elend der Menschen auf der Erde. Sogar für die Massenflucht von Afrikanern nach Europa werden sie verantwortlich gemacht. Für die großen Parteien, Kirchen und NGO stehen Täter und Opfer fest. Eine undurchsichtige “Klima-Allianz” aus NGO, Gewerkschaften, Parteien und Kirchen hat die Definitionsmacht über “Klima-Schädlinge” an sich gerissen und somit auch die Definition und den Einsatz von Gewalt als Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele festgelegt.

Zu den der Klima-Allianz nahestehenden Publikationen zählen zum Beispiel das Magazin “Klimaretter” und die Internetplattform “Klimaschutznetz”. Zu den Herausgebern von “Klimaretter” gehört unter anderem die Ökonomin Prof. Claudia Kemfert (DIW). Sie ist seit 2011 Mitglied im Club of Rome und wird von Politikern und Medien als Energieexpertin auf den Laufsteg geschickt.

Ein Beispiel dafür, dass die Grenzen zwischen zivilem Ungehorsam und die Anwendung von Gewalt fließend sind und illegales Handeln für einen scheinbar höheren Zweck von Klimaschützern akzeptiert wird, liefert das Netzwerk “Klimaschutznetz“. Auf der Homepage von Klimaschutz-Netz (KSN) kommen “aktive Klimaschützer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zu Wort”, so auch ein Energie-Beratungsbüro. Unter dem Titel “Klimacamp und gewalttätige Formen des Protests” schrieb das Energie-Beratungsbüro Matthaei 2016 zum Thema Gewalt:

“Bereits im vergangenen Jahr gab es dabei einzelne Aktionen, die den gesetzlich zulässigen Rahmen verließen. Auch für dieses Jahr haben die Veranstalter mitgeteilt, dass es durchaus legitim sei, in einer Sache von derartiger Wichtigkeit und Dringlichkeit, zivilen Ungehorsam zu üben. Klima-Camp-Sprecher Milan Schwarz: “Jetzt verlieren Menschen durch Dürren und Überflutungen, durch Extremwetterereignissen ihre Lebensgrundlagen. Und der Handlungsbedarf ist so dringend, dass wir sagen: Die bisherigen Mittel des Protestes reichen nicht mehr aus. Wir müssen jetzt einen wichtigen Schritt machen, teilweise auch Regeln übertreten. Aus einigen Kreisen der Teilnehmer wurden Besetzen eines Braunkohlebaggers im Tagebau bei Garzweiler oder Blockieren des Transportwegs vom Tagebau zu den Kraftwerken erwogen.”

Wenn die bisherigen Mittel des Protestes gegen die eingebildete Lebensgefahr für die gesamte Menschheit durch den angeblich von Menschen erzeugten Klimawandel nicht mehr ausreicht, um eine Umkehr des Denkens herbeizuführen, zu welchen Mitteln werden die per Medien aufgeheizten “Aktivisten” dann wohl greifen?

 

Überwiegend ist dieser Protest friedlich. Überwiegend?

“Kann ziviler Ungehorsam Gut und Richtig sein?” fragt das Ingenieurbüro Matthaei. Die Antwort ist auf der  Website des Energie-Beratungsbüros zu finden. Und dort ist eine erstaunliche, nachträgliche Rechtfertigung für Gewaltanwendungen der Anti-AKW-Bewegung seit den 1970er Jahren zu lesen. Auf sie solle zwar nicht rekurriert werden, sagt das Beratungsbüro, aber es begrüßt, dass “deren Ziele – vielleicht auch dank der einen oder anderen Straftat – mittlerweile zum Atomausstieg geführt haben.” Womit sich der Kreis zur Umweltministerin Barbara Hendricks schließt.

Überzeugt, dass jedes Jahr Hunderttausende an den Folgen des Klimawandels sterben, empört sich das Ingenieurbüro Matthaei: “Die Verursacher werden nicht zur Rechenschaft gezogen. Bestrafen tut der Rechtsstaat dagegen die, die sich unter Einsatz ihres eigenen Lebens dagegen wehren, dass unsere Lebensgrundlagen zerstört werden, um die Profitgier einiger Weniger zu bedienen. Im Klimacamp treffen sich Menschen, um alternative Lebensformen jenseits von Kapitalismus und Weltzerstörung zu erlernen. Überwiegend ist dieser Protest friedlich.”

Überwiegend friedlich, und wenn nicht, ist es auch gut. Die Herausgeber von “Klimaschutznetz” kommentieren diesen Text nicht.

Einer der Herausgeber ist Eva Bulling-Schröter, die energie- und klimapolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Partei DIE LINKE. Seit Anfang 2013 ist Eva Bulling-Schröter Mitglied des Bundestagsausschusses für Wirtschaft- und Energie. Der zweite Herausgeber ist Ulrich Kaparick. Er war von 2004 bis 2005 Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung und von 2005 bis 2009 in gleicher Funktion beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Er trat 2011 im Zuge der Affäre um den früheren Berliner Senator Thilo Sarrazin aus der SPD aus und arbeit heute wieder als als Pfarrer in der Uckermark.

 

Der BUND & Co.

Für den BUND zum Beispiel war G20 der Anlass für eine Aufforderung, sich gegen “Klimaleugner” zur Wehr zu setzen. “Klima schützen – Trump trotzen”, lautete das Motto des BUND. Wobei von nahezu allen Parteien, NGO und Medien fälschlicherweise unterstellt wurde, Trump habe kein Interesse am Umweltschutz. Trump lehnte bisher das Pariser Klimaschutzabkommen ab, aber nicht den Umweltschutz. Dennoch demonstrierten Greenpeace-Aktivisten gegen Trumps Ausstieg aus Klimaabkommen “Total Loser, so sad!”. BUND, Campact und viele andere Organisationen riefen zur Protestkundgebung anlässlich des G20-Gipfeltreffens in Hamburg auf.

 

Die Anti-Atomkraftbewegung und der Klimaschutz

Einen wirksamen Klimaschutz, den die Befürworter der Erneuerbaren Energien unterstellen, kann es ohne die Kernenergie nicht geben. Das weiß der Weltklimarat (IPCC), und das wissen auch zumindest 19 der 20 führenden Industrienationen der Welt. Deutschland hat der gemeinsamen Erklärung der G20 Staaten zwar zugestimmt und die Kernenergie als Beitrag zum Klimaschutz anerkannt, aber in Deutschland läuft das Rad im Unterschied zu den anderen 19 Industriestaaten rückläufig.

Die Anti-Atomkraftbewegung, zu der sich auch die großen NGO bekennen, hat nach dem Ausstiegsbeschluss der Bundeskanzlerin aus der Kernenergie wieder neuen Schwung bekommen. Die Bewegung kann sich auf ihre ausführlichen Erfahrungen im zivilen Ungehorsam und teilweise gewaltsamen Widerstand stützen. Mit dem Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie konnte sie nur einen Teilerfolg erzielen, denn die Welt folgt dem Sondermodell Deutschlands nicht. Im Gegenteil, die Kernkraftbranche boomt und hat den Klimaschutz als Argument auf ihrer Seite.

Der Glaube, dass der Klimawandel von Menschen gemacht, also auch von Menschen umkehrbar sei, verleiht der Anti-Atomkraftbewegung und auch neuen Widerstandsbewegungen Flügel. Einer der stärkeren Flügel ist die Fossilfree-Bewegung, ein aus den USA importiertes Widerstandsmodell, das die Tradition des zivilen Ungehorsams der Anti-Atomkraftbewegung mit gewalttätigen Protesten fortsetzt, wie zum Beispiel durch Besetzungen von Tagebauen in der Lausitz und im Hambacher Forst. Dass dabei sogar die Gefährdung des Lebens von Arbeitern billigend in Kauf genommen wird, käme kaum ans Licht der Öffentlichkeit, wenn die im Tagebau Beschäftigten nicht darüber bei Facebook und Twitter informieren würden.

 

Aus Erfahrung lernen: Klima-Camp in der Lausitz

Klimaschützer wie zum Beispiel das Ingenieurbüro Matthaei haben der “weltweiten, hemmungslosen Verbrennung kohlenstoffhaltiger fossiler Brennstoffe” den Kampf angesagt. Die Rechtfertigung folgt der schlichten Logik: “Braunkohle ist billig zu fördern, wenn man die Folgekosten vernachlässigt. Z.B. die wegfallenden landwirtschaftlichen Flächen und die Klima-Folgen-Kosten werden nicht den Profiteuren (hier RWE) aufgebürdet, sondern bleiben bei der Allgemeinheit.” Unbequeme Wahrheiten werden grundsätzlich nicht thematisiert. Kein einziges Windrad und keine einzige Solaranlage kann jetzt und in Zukunft ohne Kohle, Braunkohle oder Kernkraft gebaut werden. Umweltschädliche Aspekte der Erneuerbaren Energien, die nicht einmal zur Senkung der CO2-Emissionen beitragen, werden im Interesse einer neuen Industrie komplett ausgeblendet. Die neue Öko-Industrie ist international tätig. In Anlehnung an die Bezeichnung militärisch-industrieller Komplex wird sie vielfach auch als öko-industrieller Komplex bezeichnet, um die Verflechtung zwischen Industrie und Politik hervorzuheben. Die unterschiedlichen Lobby-Gruppen werden häufig einbezogen.

Die “Aktivisten”, die 2016 gegen den Braunkohle Tageabbau in der Lausitz vorgingen und für die Dekarbonisierung eintraten, stammten aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands, Europas und aus den Vereinigten Staaten. Die “Aktivisten” sind eine Freiwilligen-Armee, die zentral organisiert und weltweit ausgesandt wird. Die NGO-Hauptquartiere schicken ihre Soldaten in den Kampf gegen die Erderwärmung, tatsächlich aber lassen sie die Aktivisten einen ideologischen Krieg für eine Neue Weltordnung (NWO) führen. Ein Programm zur NWO gibt es nicht, das Headquarter ist intransparent. Die NWO kann alles bedeuten, von der Anarchie bis zur Diktatur, von der Demokratie bis zum Faschismus, wobei eine totalitäre Form der Herrschaft das wahrscheinlichere Ergebnis sein wird. Von Parteien und Medien werden die internationalen Söldner, zumindest wurden sie es bis zu den Ereignissen in Hamburg, wohlwollend als “Aktivisten” bezeichnet.

Dass Profis die Kampagnen planen und steuern, zeigt unter anderem die Werbung für die 24-stündige Gleisbesetzung, durch die dem Kohlemeiler Schwarze Pumpe 2016 vorübergehend der Nachschub abgeschnitten wurde. Das Video ist professionell hergestellt und richtet sich eindeutig an ein internationales Publikum. Die Aktion in der Lausitz war Teil eines weltweiten Protests gegen Kohle und Öl unter dem Motto #breakfree2016.

Akzeptanz der Gewalt

Die Reaktion der Gesellschaft auf die Gewalt bei Demonstrationen ist extrem widersprüchlich. So berichtete zum Beispiel die Welt am 1. Februar 2017, dass “diverse Linksextreme” für ihr Training gegen G20 die Räumlichkeiten der Hamburger Uni nutzen durften. Unter dem Motto „G 20 entern – Kapitalismus versenken!“ waren linke Autoren aber auch Vertreter des „Revolutionären Aufbau Schweiz“ und Anarchisten aus Griechenland eingeladen. Neben Workshops und Vorträgen habe ein „Blockadetraining“ auf dem Programm gestanden.

Es ist erschreckend, wie unkritisch und behäbig CDU, CSU, SPD, Grüne, FDP und Linke auf Aktivitäten, die den Themen Anti-Atomkraft oder Klimaschutz zugeordnet werden können, reagieren. Nach Gewaltausbrüchen wie in Hamburg schieben sich die Parteien die Verantwortung für gewalttätige Exzesse gegenseitig zu, wie jetzt nach den Krawallen in Hamburg wieder zu beobachten ist.

 

Ziviler Ungehorsam

Der zivile Ungehorsam hat in den letzten Jahren vor allem im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung und der Reanimation der Anti-Atomkraftbewegung (Tihange) insbesondere im deutschsprachigen Raum wieder an Bedeutung gewonnen.

Der Begriff ziviler Ungehorsam “bezeichnet nicht nur eine schier unübersichtliche Vielzahl politischer Kämpfe, sondern ist selbst schon immer ein politisch umkämpfter Begriff gewesen: Er gilt sowohl als moralische Erpressung der Mehrheit durch eine Minderheit, als „bürgerliche Pflicht“ und „reformistisches Streben nach kosmetischen Korrekturen innerhalb des bestehenden Systems“, wie auch als radikales Transformationspotenzial.”

Das “radikale Transformationspotenzial” haben sich die Organisatoren von “Welcome to Hell” auf die Fahnen geschrieben. Sie riefen am 28. Juni, mehrere Tage vor Beginn der Demonstration, dazu auf, “auch in einem Fall der vorzeitigen Beendigung unserer Demo zusammen zu halten, spontan und unberechenbar zu sein und sich in großen Gruppen zu bewegen, laut und sichtbar. Denn wir nehmen uns die Straße wann, wie und wo wir wollen!

Die Erfahrungen mit den Protesten gegen die Eröffnung der EZB-Zentrale in Frankfurt ein Jahr zuvor hätten eine Lehre sein können. Die Demonstration war vollkommen außer Kontrolle geraten. Die Polizei habe sich vom Ausmaß der Gewalt schockiert gezeigt, berichteten die Medien.  (“In Frankfurt herrscht Ausnahmezustand“). Weder die Aufstockung der Polizei (in Hamburg waren 20.000 Polizisten in Bereitschaft) noch Überwachungskameras oder Drohnen, werden Straßenkriege verhindern können, wenn die Parteien und die Bundesregierung Organisationen und Medien unterstützen, die ihr bei der Durchsetzung des “Staatsziels Klimaschutz” auch unter Anwendung von Gewalt behilflich sind.

 

Welcome to Hell: “Denn wir nehmen uns die Straße wann, wie und wo wir wollen!”

Das “radikale Transformationspotenzial” haben sich die Organisatoren von “Welcome to Hell” auf die Fahnen geschrieben. Sie riefen am 28. Juni, mehrere Tage vor Beginn der Demonstration, dazu auf, auch in einem Fall der vorzeitigen Beendigung ihrer Demo “zusammen zu halten, spontan und unberechenbar zu sein und sich in großen Gruppen zu bewegen, laut und sichtbar. Denn wir nehmen uns die Straße wann, wie und wo wir wollen!” Muss man sich wirklich anstrengen, um nicht an die Sturmabteilung (SA) der Nationalsozialisten erinnert zu werden?

Die Anwendung von Gewalt haben die Organisatoren von “Welcome to Hell” ausdrücklich einkalkuliert. Sie verstehen sich, wie sie sagen, “als Teil eines vielfältigen Spektrums von linken Gruppen, Positionen, Organisationsansätzen und politischen Ausdrucksformen.”

“Innerhalb dieses Spektrums stehen wir dafür, dass wir uns nicht auf den viel zitierten „friedlichen“ Protest reduzieren lassen wollen. Zielgerichtete Militanz ist für uns eine Option und ein Mittel, um über eine rein symbolische Protestform hinauszukommen und direkt und wirksam in Ereignisse, Prozesse und Entwicklungen verändernd einzugreifen. Zielgerichtet heißt zum einen, dass sie einen Zweck verfolgt, der mit den gewählten militanten Mitteln auch erreichbar ist.”

Die Organisatoren bewerten selbst, ob “die Folgen und Risiken einschätz- und verantwortbar sind.” Sie sagen: “ein kleiner gemeinsamer Nenner ist in unserer Szene in der Regel auch immer wieder dort gefunden worden, wo es darum ging, die körperliche Unversehrtheit Dritter zu achten.” Und was sagen die Organisatoren, wenn Menschen zu Schaden kommen – “Shit, happens”? “Opfer für den guten Zweck”?

 

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz zu G20-Ausschreitungen

JETZT LIVE +++ Regierungserklärung von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz nach G20-Krawallen

Posted by ZDF heute on Mittwoch, 12. Juli 2017

 

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Foto: Tama66, pixabay 

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Kinder

Schwedische Forscher: Weniger Kinder machen schont den Planeten

Wie man den Planeten rettet:

Verzichten Sie auf Ferien, ernähren Sie sich vegetarisch, verkaufen Sie das Auto und haben Sie weniger Kinder, empfehlen schwedische Wissenschaftler.

Keine Kinder machen schont das Klima! Zu diesem Ergebnis kamen schwedische Forscher von der Universität Lund, Schweden, und der University of British Columbia, Kanada. Sie empfehlen in ihrer Studie, die in den Environmental Research Letters veröffentlicht wurde, insgesamt vier Maßnahmen, die den persönlichen Kohlendioxidausstoß entscheidend verringern könnten: vegetarische Ernährung, Verzicht auf Flugreisen, Auto und Kinder.

Zahlreiche Medien haben über das Forschungsergebnis der schwedischen Wissenschaftler berichtet. Auch der WDR 5, der für seine kompromisslose Position in Fragen der Erneuerbaren Energien bekannt ist, widmete dieser neuen Forschung einen Beitrag – frei von Ironie. (WDR 5 Leonardo, 12.07.2017 | 06:33 Min.)

 

Recycling  und Energiesparmaßnahmen sind nicht entscheidend für die Senkung der Treibhausgasemissionen

Ein einziger Sommerurlaub sei für die globale Erwärmung so schlecht, dass er die Vorteile von 20 Jahren Recycling tilge, kommentiert die britische Zeitung The Telegraph. Die Hausbesitzer würden ermutigt, ihren Müll zu sortieren, aber durch die neuen Forschungsergebnisse sei nachgewiesen worden, dass die Mülltrennung weit weniger Einfluss auf den Klimaschutz habe als der Verzicht auf Flüge und die Umstellung auf eine vegetarische Ernährung.

Die Forscher analysierten 39 Peer-Review-Papiere, Schulbücher und Regierungsberichte aus Europa, Kanada, den USA und Australien. Die Studienergebnisse stehen im Widerspruch zur grünen Strategie des Department for Environment, Food and Rural Affairs (Defra). Laut Studie sind Recycling  und Energiesparmaßnahmen nicht entscheidend für die Senkung der Treibhausgasemissionen. Selbst das Wäschetrocknen im Freien, anstatt einen Wäschetrockner zu verwenden, erspare der Umwelt nur 200 kg, die Umstellung auf Energiesparlampen nur 100 kg CO2. Die Vermeidung eines transatlantischen Fluges könnte rund 1,6 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen sparen. The Telegraph erklärt, dass der Verzicht auf eine Rundreise nach Australien 4 Tonnen verhindern würde, das sei eine 20-fache Einsparung gegenüber einem Jahr Recycling. Der Verzicht auf das Auto spart laut Studie 2,4 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, vegetarische Ernährung 0,8 Tonnen.

Anstatt Menschen zum Recycling von Abfällen zu ermutigen oder auf energiesparende Glühbirnen zu wechseln, sollte die Öffentlichkeit darauf hingewiesen werden, dass sie Flugreisen vermeiden, nicht mit dem Auto fahren, sich pflanzlich ernähren – und kleinere Familien haben sollten, sagen die schwedischen Forscher.

 

Kinder haben die größten negativen Auswirkungen auf das Klima

idiocracy

Bild anklicken – DVD bestellen

Jedes Kind erzeugt fast 60 Tonnen C02 pro Jahr, haben die schwedischen Forscher ermittelt. Sie betonen, dass ihre Forderung, die Ernährung umzustellen und weniger Kinder in die Welt zu setzen, vielleicht umstritten sei. “Aber es ist entscheidend für die Zukunft des Planeten.” Der Co-Autor der Studie Kimberly Nicholas von der Lund University sagt: “Wir erkennen, dass dies tief gehende persönliche Entscheidungen sind. Aber wir können die Klimawirkung, die unser Lebensstil tatsächlich hat, nicht ignorieren.” Es sei besonders wichtig für junge Menschen, die lebenslange Verhaltensmuster aufbauen, zu wissen, welche Entscheidungen den größten Einfluss haben.

 

Die Welt des Jahres 2505

Wie die Welt des Jahres 2505 beschaffen sein könnte, wenn nachdenkliche Menschen auf Kinder verzichten, beschäftigte den amerikanischen Regisseur Mike Judge. Seine Science-Fiction-Komödie aus dem Jahr 2006 zeigt eine geistig degenerierte Gesellschaft, die vor ihrem Ende steht.

Als DVD-Video mit Untertiteln in Deutsch, Englisch, Türkisch ist “Idiocracy” für 9,99 Euro hier erhältlich.

 

Förderung individueller Lebensstile oder Staatsziel Klimaschutz

Den schwedischen Forschern ging es darum, das Potenzial für individuelle Lebensstilentscheidungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu ermitteln. Die Forschung zielte darauf ab, “Menschen zu helfen, mehr informierte Entscheidungen zu treffen”. Ein umfassendes Recycling verhindere zwar, dass Plastik im Ozean endet, so die Forscher, das sei aber viermal weniger und das Auswechseln der Haushaltsglühlampen sogar achtmal weniger wirksam als eine pflanzliche Ernährung.

Die Studie fordert Regierungen und Schulen auf, dass sie den Menschen für individuelle Lebensstile die effektivsten Möglichkeiten zur Reduzierung ihrer CO2-Bilanz vermitteln müsse, anstatt sich auf Praktiken zu konzentrieren, die wenig Einfluss haben.

Politische Aktivisten begnügen sich nicht damit, den Einzelnen die Entscheidung über ihren Lebenstil zu überlassen. Aus ihrer Sicht ist es die Angelegenheit großer Unternehmen und Regierungen, den Klimawandel anzugehen. Friends of the Earth-Aktivist Simon Bullock sagte laut The Telegraph: “Die größte Verantwortung für die Herausforderung des Klimawandels liegt bei Konzernen und Regierungen.” Er fügte hinzu: “Persönliche Änderungen des Lebensstils zählen – aber die wirklich bedeutenden Änderungen, die erforderlich sind, um die Temperaturen in Grenzen zu halten, sollten von Regierungen und Industrie kommen.”

In Fragen des Klimawandels gehen politische Aktivisten und zahlreiche Regierungen konform. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen WBGU, Berlin, hat einen “Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation” im Hauptgutachten 2011 definiert, in dem der Klimaschutz als übergeordnetes Staatsziel festgelegt wird.

Die westlichen Industrienationen versprechen sich von der Kooperation im Sinne des Pariser Klimaschutzabkommens 2015 Vorteile für den Export, und die Entwicklungsländer erhoffen sich finanzielle Unterstützung durch den Westen. Ob das Geld durch eine so titulierte “Klimagerechtigkeit” bei den Menschen in den nicht oder wenig industrialisierten Ländern ankommen, den Aufbau einer eigenständigen Industrie ermöglichen und nicht neue Abhängigkeiten schaffen wird, ist eine ganz andere Frage.

 

Faina Faruz

 

Quellen:

Titelfoto: TheVirtualDenise, pixabay

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Dämmwahn

Dämmwahn bringt Hausbewohner mutwillig in Gefahr

Dämmstoff-Profite für wenige –
Tod und Krankheit für die Bevölkerung

Die Brandkatastrophe des Grenfell Tower in London mit rund 80 Toten hat jetzt endlich bewirkt, dass die Öffentlichkeit auf ein Problem aufmerksam wird, das schon viel zu lang ignoriert und unter den Teppich gekehrt wurde: Den Dämmwahn, der dazu geführt hat, dass ein Großteil der heute gebauten bzw. sanierten Gebäude im Prinzip zu Todesfallen gemacht wurden. Die Kunststoffe, die man dafür verwendet, wirken wie Brandbeschleuniger, so dass sich Feuer, die an sich leicht zu beherrschen wären, in kürzester Zeit über die ganze Fassade ausbreiten. Hinzu kommt noch ein weiteres Problem, das noch ganz andere Dimensionen hat: Die zunehmende Vergiftung der Bewohner durch den Schimmel, der sich in den überdämmten Wohnungen festsetzt und Gesundheit und Leben von Millionen Bürgern gefährdet.  

Dass Kunststoffe – die ja nichts anderes sind als modifiziertes Erdöl – hoch brennbar sind, ist allgemein bekannt. Besonders spektakuläre Vorfälle waren der Flughafenbrand in Düsseldorf 1996 mit 17 Toten und 88 Verletzten, die Feuertragödie von Kaprun mit fast 160 Toten sowie diverse Hausbrände z.T. mit Todesopfern u.a. in Duisburg, Frankfurt, Delmenhorst und Berlin.

 

Im Feuer sterben zu müssen ist eine besonders scheußliche Todesart

Jetzt hat die Londoner Katastrophe dies wieder nachdrücklich in Erinnerung gebracht. Dabei sind diese besonders spektakulären Vorfälle nur die Spitze des Eisbergs, weil es unzählige Brände gibt, bei denen es ebenfalls zu vermeidbaren Sachschäden, Verletzten oder gar Toten kommt. Sie werden jedoch achselzuckend als „normale“ Brandereignisse abgehakt und meist nur in der Lokalpresse erwähnt. Da es keine entsprechende Sensibilisierung der Öffentlichkeit gibt, unterliegen sie keiner Meldepflicht und werden dementsprechend auch nicht statistisch erfasst. Dabei haben diese speziellen Brände, die man als „Fassadenbrände“ bezeichnet, seit Beginn des Dämmwahns stark zugenommen. Sie sind besonders tödlich, da sie sich rasend schnell ausbreiten und den Bewohnern kaum Zeit zur Flucht lassen. “Dass ein Zimmerbrand dazu führt, dass die Fenster platzen, die Flammen raus schlagen, das ist nichts Besonderes”, erinnert sich Albrecht Broemme, der damals als Leiter der Berliner Feuerwehr vor Ort war. “Dass aber die Fassade dann anfängt zu brennen, von sich aus den Brand mit einer ganz starken Intensität weitertreibt und dann von der Fassade aus das Feuer in weitere Wohnungen rein läuft – das ist schon ein Fall, der Gott sei Dank sonst nicht vorkommt” [FaBra].

Wie gravierend das Problem inzwischen ist, kann man an der derzeit laufenden Untersuchung von Hochhäusern in Großbritannien erkennen, wo laut einer „Spiegel“-Meldung jedes einzelne der bisher 75 auf Brandsicherheit untersuchten Gebäude den Test nicht bestanden habe [Spie]. Nicht nur in England stehen inzwischen Tausende auf der Straße, auch in Deutschland musste inzwischen ein erstes Hochhaus geräumt werden.

 

Dämmwahn die Erste – Fachleute wurden ignoriert

Zahlreiche Fachleute z.B. aus den Bereichen Architektur, Feuerwehr und Zivilschutz haben schon seit langem auf diese Risiken hingewiesen [Kofi, Spie2], doch konnten sich die Lobbyisten und Profiteure des Dämmwahns stets über deren Bedenken hinwegsetzen. Mehr noch: Es ist ihnen gelungen, so gut wie alle politischen Parteien sowie einen Großteil der Bevölkerung dank der aktuell unglaublich massiv betriebenen „Klimarettungs“-Kampagnen von der angeblichen Notwendigkeit massiver Dämmmaßnahmen zu überzeugen.

Inzwischen sind entsprechende Vorschriften in Form von Gesetzen, Normen und Bauvorschriften zementiert und werden von den Behörden rigoros durchgesetzt. Die Planungen z.B. der Bundesregierung im Rahmen der „Dekarbonisierungs“-Strategie sehen vor, dass bis 2050 möglichst die Gesamtheit des deutschen Gebäudebestandes entsprechend den Vorstellungen von einer „CO2-freien Gesellschaft“ nahezu lückenlos in Dämmstoffen eingepackt wird.

 

Kunststoffe sind nicht feuersicher

Erdöl ist ein sehr energiereicher Brennstoff und entsprechend feuergefährlich. Das gilt nicht nur für Benzin und Diesel, sondern eben auch für die zur Dämmung eingesetzten Hartschaumstoffe. Große Mengen davon im oder am Haus zu haben ist fast genauso riskant wie die Lagerung von Benzin, die zu Recht verboten ist. Als Verbrechen ist deshalb zu werten, dass man es seitens der Verantwortlichen in der Politik und den Medien geschafft hat, die tatsächlich sehr hohen Brandrisiken dieser Dämmstoffe auf Polystyrol- oder Polyurethanbasis durch läppische Tricks zu kaschieren.

Der grüne Klimarettungswahn hat dafür gesorgt, dass Millionen von Häusern mit solchen feuergefährlichen Dämmstoffen umhüllt wurden

Die hierbei eingesetzten Zauberworte lauten „schwer entflammbar“ und „flammhemmend“. Man beachte diese raffinierten Wortspielereien, die elegant die Tatsache umgehen, dass diese Produkte eben nicht „unbrennbar sind“. Sie sind lediglich schwerer zu entzünden, doch hat sich ein Brand erst einmal entwickelt, dann sind sie eine hervorragende Nahrung für die Flammen.

In einer so gedämmten Fassade breitet sich ein einmal entstandenes Feuer dann rasend schnell aus, hüllt das gesamte Gebäude in kürzester Zeit vollständig ein und schneidet den Bewohnern die Fluchtwege ab. Es kommt sogar noch eine zusätzliche Gefahr hinzu, denn die eingesetzten Flammhemmer setzen massive und extrem giftige Rauchwolken frei, welche Opfern und Rettern die Luft und die Sicht nehmen und die Erstickungs- und Vergiftungsgefahr erhöhen. Über die tatsächliche Gefährlichkeit dieser Materialien kann man sich bei zahlreichen Quellen sowie bei auf Youtube abrufbaren Kurzfilmen informieren [FaBra, FaBra1-3].

 

Zusatzrisiken durch Gift

Hinzu kommt, dass viele dieser Flammhemmer teils hochgiftig sind. Interessanterweise ist es gerade die für den Dämmwahn an vorderster Front mit verantwortliche Nichtregierungsorganisation (NGO) Greenpeace, die auf höchst eindrückliche Weise beschrieben hat, welches Teufelszeug man uns da über Jahrzehnte direkt auf die Fassaden gepackt hat: „Polybromierte Flammschutzmittel sind Chemikalien, die…in zahlreichen Alltagsprodukten, wie Fernsehgeräten oder Computern enthalten sind.…Das am meisten eingesetzte Flammschutzmittel dieser Gruppe ist das Tetrabrombisphenol A (TBBA), weiters werden Hexabromcyclododecan (HBCD) und verschiedene polybromierte Diphenylether (PBDEs) verwendet. Viele polybromierte Flammschutzmittel sind schwer abbaubar, einige von ihnen, die niedriger bromierten (aber dafür giftigeren Verbindungen), reichern sich in der Umwelt an……Es besteht der Verdacht, dass auch höher bromierte Verbindungen in die Nahrungskette gelangen…..“ [PolyBro].

Zwar wurde die Verwendung von z.B. HBCD inzwischen verboten, doch sind bereits Millionen von Gebäuden mit solchen Produkten „klimakompatibel“ gemacht worden. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, hat die Politik die Entsorgung dieses Drecks jetzt fast unmöglich gemacht, indem sie es zum Sondermüll deklarierte. Bei Sanierungen stehen Hausbesitzer und Handwerker dadurch vor einem extrem teuren Entsorgungsproblem. Es ist wie beim Diesel: Erst haben Staat und Parteien dafür gesorgt, dass zahllose Verbraucher in gutem Glauben angeblich besonders „umweltfreundliche“ oder „klimarettende“ Produkte erworben haben, und jetzt bestraft man sie dafür und lässt sie mit den Problemen sowie den horrenden Kosten alleine.

 

Dämmwahn die Zweite – Schimmel, das heimtückische Atemgift

Seit rund zwei Jahren läuft eine offensichtlich systematisch gesteuerte Kampagne diverser „grüner“ NGOs und ihrer Spezis in den Medien, die darauf abzielt, das Auto und hier insbesondere den Diesel zu verteufeln.

Massiver Schimmelbefall im feuchten Bereich einer Wandverkleidung.

In gewohnter Weise wird dabei mit Horrorzahlen über die angebliche Gefährlichkeit der Feinstaub- und NOx-Emissionen aufgewartet, denen angeblich allein in Deutschland jedes Jahr abertausende Menschen zum Opfer fallen. Diese Behauptungen werden teils gar nicht, teils mit äußerst dubiosen „Studien“ begründet, während die Meinung von Fachleuten schlicht ignoriert wird [Leist, Heyd]. Auch werden Feinstaub und NOx munter durcheinandergebracht und alles nur dem Auto angelastet, obwohl dieses bei weitem nicht die einzige Ursache dieser Emissionen ist.

Schwarzer Schimmel auf Beton

In Wirklichkeit wird die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung von einem ganz anderen Killer bedroht, dem sie nahezu schutz- und wehrlos dauerhaft ausgeliefert ist: Dem Schimmel, der dank der sinnfreien Überdämmungspolitik inzwischen in immer mehr Wohnungen gedeiht. Schwarze oder farbige Schimmelflecken an Wänden, in Ecken oder auf bzw. hinter Möbeln, Verkleidungen und Tapeten sind nicht nur unschön, sie sondern vor allem einen ständigen Strom teils giftigen, teils allergenen Feinstaubs ab, dem wir an unserem Lebensmittelpunkt, in unserer eigenen Wohnung, sowohl tagsüber als auch in der Nacht ausgesetzt sind. Die hierdurch ausgelöste Aspergillose betrifft häufig die Nasennebenhöhlen und die Lunge, kann aber auch andere Organsysteme wie die Haut, den Magen-Darm-Trakt oder das Nervensystem befallen. Und da sie häufig Menschen mit schwacher Abwehr trifft, nimmt sie trotz Therapie oft einen schweren Verlauf und kann auch tödlich enden [Asper].

Das wahre Gefährdungspotenzial von Schimmel wird selbst von Fachmedizinern oft unterschätzt: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht beispielsweise davon aus, dass das Risiko für Atemwegserkrankungen und Asthma um bis zu 75 % steigt, wenn sich Menschen dauerhaft in Räumen mit Schimmelbefall aufhalten [Asthm].

Besonders schlimm ist jedoch, dass insbesondere Kleinkinder gefährdet sind, da deren Immunsystem noch im Aufbau begriffen ist. Außerdem sind gerade Kleinkinder der Gefahr in noch viel höherem Maße ausgesetzt als Erwachsene. Sie stecken bekanntlich alles Mögliche in den Mund und krabbeln auch in solchen Bereichen der Wohnung herum, wo der Schimmel sich – von den Erwachsenen oft unbemerkt – als lockerer Belag ausgebreitet hat.

 

Das Fanal von London ist ein Weckruf.

Es ist Zeit, den von den grünen Weltuntergangspropheten verantworteten Übergriffen auf Gesundheit, Leben und Besitz der Bevölkerung entgegenzutreten. Seit grüne Politiker mit der Horrorstory vom Waldsterben an die Macht gespült wurden, haben sie sich pausenlos neue Schreckensvisionen einfallen lassen, weil sie damit Erfolg hatten. Deshalb wird ein Angriff nach dem anderen auf die Grundfesten unserer technischen Zivilisation und damit unseres Wohlstandes gefahren, „und das nicht nur zur Wahlenzeit“, denn wie bei jeder Droge gewöhnt man sich an die Wirkung und muss die Dosis immer weiter erhöhen.

Waren es vor dreißig Jahren lediglich die Wälder und dann die Atomkraft, so geht es heute um nichts weniger als die Rettung des Planeten und des ganzen Menschengeschlechts. Und gleichzeitig schaffen diese Leute im Interesse ihres Machterhalts die Voraussetzungen dafür, dass die Bevölkerung ohne Sinn und Verstand enormen Brand- und Gesundheitsrisiken ausgesetzt werden. Man sollte sich einmal damit beschäftigen, welche Zusammenhänge es zwischen dem heute grassierenden Dämmwahn nebst Schimmel und der inzwischen explosionsartig zur Volksseuche angewachsenen Ausbreitung von Allergieerkrankungen gibt.

Das Schlimmste von allem ist jedoch, dass diese Gefahren gerade die Schwächsten unserer Gesellschaft betreffen, nämlich kleine Kinder und Menschen mit angegriffener Gesundheit. Leider gibt es derzeit keine entsprechenden Statistiken, weder für die Toten und Verletzten durch erhöhte Brandgefahren noch für die vermutlich noch viel zahlreicheren Opfer des mutwillig in unseren Wohnungen verbreiteten Schimmels. Die wahren Zahlen dürften jedoch in die Tausende gehen. Bald sind Wahlen: Man sollte den Grünen die Rote Karte zeigen.

Fred F. Mueller

 

Quellen:

[Asper] http://www.netdoktor.de/krankheiten/aspergillose/
[Asthm] http://www.t-online.de/ratgeber/gesundheit/krankheiten/id_61506316/wenn-schimmel-krank-macht-symptome-und-massnahmen.html
[FaBra] http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2011/fragwuerdig-polystyrol-fassaden-100.html
[FaBra1] https://www.youtube.com/watch?v=SS6w7UfQ7OA
[FaBra2] https://www.youtube.com/watch?v=AWD0HeZLufM
[FaBra3] http://www.presseportal.de/pm/6561/2156173
[Heyd] http://www.stern.de/panorama/wissen/natur/feinstaub–vielleicht-messen-wir-das-falsche–3553812.html
[Kofi] http://www.konrad-fischer-info.de/
[Leist] https://www.eike-klima-energie.eu/2017/03/10/die-gruenen-maennchen-von-heute-oder-was-der-feinstaubalarm-in-stuttgart-wert-ist/
[PolyBro] http://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/dokumente/Factsheets/umweltgifte_polybromierte_flammschutzmittel.pdf
[Spie] http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/london-grenfell-tower-arconic-stoppt-verkauf-der-brennbaren-fassadenteile-a-1154544.html
[Spie2] http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/brandgefahr-in-wuppertaler-hochhaus-eigentuemer-in-der-pflicht-a-1154784.html
[Stadtall] https://baufuesick.wordpress.com/2015/06/22/fassadenbrand-dammung-erschwert-das-loschen/

Titelfoto: skeeze, pixabay

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