Atombombe

Wie Franz Alt den Bau der Atombombe erklärt

Franz Alt war an einem sonnigen Herbsttag 2016 in Fukushima. Am Bahnhof in Fukushima, “der Stadt der großen Katastrophe des Jahres 2011”, sah er als erstes eine Fotoausstellung über erneuerbare Energien: Sonne, Wind, Wasserkraft, Erdwärme und Bioenergie, sagt Franz Alt.

Und dann kommt Franz Alt richtig in Fahrt. “Solaranlagen ersetzen während der sommerlichen Stromlastspitze bereits mehr als zehn AKW”, frohlockt er. Wie ist das möglich? Denn die Sonne scheint in Japan jährlich rund 1785 Stunden, im Durchschnitt in keinem Monat mehr als sechs Stunden pro Tag. Wer versorgt Japan in den übrigen Stunden des Tages und nachts mit Strom?

 

Eigenlob

Bei der „1. World Conference Community Power“, November 2016, habe er, Franz Alt, am Abend “nach dem Bürgermeister von Fukushima”, den Japanern den Zusammenhang zwischen ziviler und militärischer Atomnutzung und den Zusammenhang zwischen Hiroshima, Nagasaki und Fukushima erklärt.

Japaner bleiben stets höflich, auch wenn ihnen ein Journalist und Prediger aus Deutschland versucht zu erklären, dass es keine Atombomben geben kann “ohne den Stoff, den ein AKW produziert”. Sie lachen ihn nicht öffentlich aus, im Gegenteil. Franz Alt sagt, er habe viel Zustimmung bekommen für seinen Satz: „Ohne AKW keine Atombombe.” In Japan werde der Zusammenhang besser verstanden als sonst wo auf der Welt:  “Hiroshima, Nagasaki, Fukushima – Wenn wir überleben wollen, werden wir ein elftes Gebot lernen müssen: Du sollst den Kern nicht spalten!”

 

Bauanleitung für eine Atombombe – Was Franz Alt nicht weiß

Eine Atombombe kann jeder Ingenieur in der Garage zusammenbasteln, wenn er das spaltbare Material hätte, weiß  zum Beispiel Tobis Cronert. Spaltbares Material genügt, dazu braucht eine Industrienation mit Ingenieuren oder ein kleines Privatunternehmen, wie zum Beispiel eine terroristische Organisation, nur eigene Abbaustätten von Uran – oder zumindest gut Geschäftsbeziehungen zu den Betreibern der Abbaustätten.

Ein Kernkraftwerk braucht man für den Bau einer Atombombe nicht. Es wäre auch nicht ratsam, von dort sein waffenfähiges Plutonium zu beziehen. Denn kein Indutriebetrieb auf der Welt wird so gut überwacht wie ein Kernkraftwerk. Und das Fehlen von grösseren Mengen Plutoniums würde die Ingenieure, die dort arbeiten, recht unglücklich machen, sagt man.

Man kann kein Land davon abhalten, eine Atombombe zu bauen, wenn es das wirklich will. Die einzige Möglichkeit den Bau zu verhinern ist politisch, z.B. durch eine freiwillige Überwachung durch die International Atomic Energy Agency (IAEA). Wir empfehlen Franz Alt und seinen Jüngern vor einer Reise ins Ungewisse zumindest die Sonnenstunden seines Reiseziels zu überprüfen. Und zur Stärkung der Allgemeinbildung vielleicht die Bauanleitung für eine Atombombe durchzulesen.

Franz Alt, der Lobbyist für Solarenergie, wäre besser bei seinen Predigten in Deutschland geblieben.

Weil Weihnachten naht und Loriot nicht vergessen werden sollte: Viel Spaß mit Weihnachten bei Hoppenstedts!

Titelfoto: Printscreen, Weihnachten bei Hoppenstedts

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Urteil

Urteil des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs zum Windkraftprivileg

Windkraft, Windkraft über alles? Nein, urteilt der Bayerische Verfassungsgerichtshof.

Die Länder seien nicht dazu da, Windkraftanlagen durchzusetzen. Der renommierte Verfassungsrechtler und juristische Windkraftexperte Prof. Michael Elicker schätzt das Münchner Urteil als „Signal in andere Richtung ein“.

SPD, Grüne und die Windkraftlobby hatten gegen die Abstandsregelung in Bayern geklagt, weil sie die vom Bund 1997 eingeführte Privilegierung von Windenergieanlagen aushöhle. Das Verfassungsgericht wie die mit Spannung erwartete Klage ab: Die 10-H-Regelung verstoße nicht gegen die Verfassung. Die Privilegierung werde zwar erheblich eingeschränkt, aber nicht beseitigt. Abzustellen sei nicht auf die bestmögliche Ausnutzung der technischen Möglichkeiten, argumentieren die Richter. Windräder könnten auch niedriger gebaut werden. Dass sie dadurch weniger rentabel seien, sei verfassungsrechtlich nicht relevant. Die Gemeinschaft Umwelt Technik Recht „UTR“ kommentiert das Urteil und sieht Chancen für den Erfolg bei Rechtsstreitigkeiten. UTR bietet Beratung und Information sowie Unterstützung und Mitwirkung in allen den Umweltschutz betreffenden Belangen an.

Das Urteil des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs aus der Sicht von UTR:

Download the PDF file .

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Bürgerjury

Bürgerjury in Süd-Korea entschied über Weiterbau von Kernkraftwerken

Süd-Korea steht vor einem beeindruckenden Come-Back der Kernenergie. Eine Bürgerjury entschied, dass der Bau der beiden Kernreaktoren, Shingori-5 und Shingori-6, zu Ende geführt wird. Der Bau soll in wenigen Tagen wieder aufgenommen werden. Noch vor wenigen Wochen, als Präsident Moon Jae-in im Juni 2017 den Ausstieg aus der Kernenergie verkündete, schien es, dass nur noch eine Minderheit der Südkoreaner pro-nuklear dachte.  Die Befürworter der Kernenergie feiern die vom Präsidenten anerkannte Abstimmung der Bürgerjury als einen Beweis dafür, dass demokratische Bürgeraktionen zu atemberaubenden pro-nuklearen Siegen führen können, wo sie am wenigsten erwartet werden, kommentiert Environmental Progress (EP) die Entscheidung. EP ist eine wissenschaftliche und politische Organisation, die von der Abstimmung in Südkorea einen weltweiten Auftrieb für die atomare humanistische Bewegung (“atomic humanist movement”) erwartet. EP kämpft darum, Kernkraftwerke auf der ganzen Welt zu retten, “von Taiwan und Japan nach Frankreich und Deutschland nach Ohio und Pennsylvania”.

 

Der Ausstieg Süd-Koreas aus der Kernenergie

Südkorea produziert 70 Prozent seines Stroms mit Kernreaktoren (27 Prozent) und Kohle (42 Prozent). Flüssiges Erdgas macht etwa 20 Prozent aus. Präsident Moon Jae-in verkündete am 19. Juni 2017 einen energetischen Paradigmenwechsel von Atomkraft und Kohle und versprach, alle bestehenden Pläne für neue Kernreaktoren zu beenden und veraltete Anlagen auslaufen zu lassen. Einige Tage zuvor hatte Moon erklärt, dass die Regierung den Anteil Erneuerbarer Energien bis 2030 von heute rund 5 Prozent auf 20 Prozent steigern werde. Als Grund seiner Energiepolitik nannte er die Kernschmelze in Japans Fukushima im Jahr 2011 und die jüngsten Erdbeben auf der koreanischen Halbinsel. Er warnte vor “irreversiblen Schäden, die durch nukleare Unfälle verursacht werden”. Diese Nachricht war im Sinne der grünen Bewegung in Deutschland und wurde über die deutschen Medien verbreitet. Im Unterschied zu grün-fundamentalistischen Positionen anerkennt Greenpeace Korea jedoch die Bedeutung der Kernenergie für das rasante Wirtschaftswunder des Landes.

Moon verband die Beendigung der Nutzung der Kernenergie mit seinem Ziel, Süd-Korea in einen atomwaffenfreien Staat umzuwandeln, berichtete The Korea Herald. Kernkraftwerke und Atomwaffen haben miteinander zwar nichts zu tun (was auch an der neuesten Wortschöpfung aus den Reihen des total ergrünten BUND nichts ändert: “Atomkraftwaffen”) nichts ändert, aber die öffentliche Meinung war nach einer Reihe von Beben in der Nähe von Südkoreas größtem Kernkraftwerk in der Nähe von Busan geteilt. Im Rahmen einer Kampagne, alte Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke durch saubere und erneuerbare Energiequellen zu ersetzen, suspendierte Präsident Moon Jae-in den Bau der beiden Reaktoren Shingori-5 und Shingori-6, die 2022 in der Nähe der südöstlichen Hafenstadt von Busan fertiggestellt sein sollten.

 

Sorgen um Süd-Koreas Energiepolitik

Die Sorgen über einen potenziellen Energiemangel und die Zukunft der südkoreanischen Atomindustrie verstärkten sich im Verlauf der Diskussion über Moons Entscheidung. Arbeiter der Atomindustrie befürchteten massive Entlassungen und den Zusammenbruch der Kernenergiebranche, die seit Jahrzehnten Technologien von Weltrang angesammelt habe. Auch auf den Export hätte ein Ausstieg aus der Kernenergie negative Folgen gehabt. Diese Gefahr führte zu dem widersprüchlichen Vorschlag des Energieminister von Moon, einen zweigleisigen Ansatz in der Kernenergie zu fahren. Die Regierung solle den Export von selbst hergestellten Reaktoren aktiv unterstützen und gleichzeitig die schrittweise Stilllegung von Kernkraftwerken zu Hause vorantreiben.

 

Eine Bürgerjury entscheidet über den Weiterbau der Kernkraftwerke

Weiterbau

Foto: EP

Eine bürgerliche Jury hat jetzt dem Weiterbau der beiden unfertigen Kernreaktoren Shin-Kori 5 & 6 zugestimmt. Die Jury veranstaltete in den letzten Monaten eine Reihe öffentlicher Anhörungen und Diskussionen.

Die vierte und letzte Befragung der Bürgerjury ergab, dass von 471 ausgewählten Personen, die drei Tage lang in einem “Camp für zermürbende Debatten” (“camp for grueling debate”) untergebracht waren, 59,5 Prozent den Bau der Reaktoren unterstützten, während 40,5 Prozent dagegen waren. Verschiedene Quellen berichten, dass die Unterstützung für die pro-nukleare Position von Mal zu Mal gewachsen sei. Bemerkenswert sei auch, dass vor allem Bürgerjuroren im Alter von 20 bis 30 Jahren den Weiterbau der Kernreaktoren stärker zustimmten als ältere Wähler. Dies sei deshalb hervorzuheben, da vor allem die jüngeren Menschen Präsident Moon im vergangenen Mai zum Wahlsieg verholfen hatten.

Präsident Moon hatte zuvor versprochen, die Empfehlung einer vom Staat unabhängigen Kommission zu respektieren. “Wir respektieren den Willen der öffentlichen Debatte Kommission, die ihre Empfehlung nach drei Monaten der Beratung gegeben hat”, sagte der Präsidentensprecher Park Soo-hyun und fügte hinzu, die Empfehlung basiere auf einer “fairen” Debatte.

Environmental Progress begrüßt die Entscheidung der Studenten, Professoren und Arbeiter, die protestiert und für einen Neubeginn des Baus gekämpft hatten. Ein Lob von EP gilt der Bürgerjury für die Wahl von Weisheit über Ideologie und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in, der die Entscheidung akzeptiert hat.

 

Ein Sieg des Wissens über eine Ideologie

Michael Shellenberger, der Gründer und Präsident von Environmental Progress, berichtet über das Engagement von EP in Süd-Korea. In einem Sonderbericht “Die hohen Kosten der Angst”  hatte EP die möglichen Auswirkungen der Schließung auf die Luftverschmutzung und Arbeitslosigkeit dargelegt. Shellenberger besuchte Südkorea zwischen April und der vergangenen Woche vier Mal. Er habe bei jedem Besuch Reden gehalten und Pressekonferenzen gegeben sowie an Treffen mit Arbeitern und Studenten teilgenommen, sagt er. Und er habe nachweisen können, dass Greenpeace und Friends of the Earth (FOE) in Fragen der Umwelt- und Sicherheitsbilanz der Kernenergie lügen.

EP konterte die Lügen mit zwei Untersuchungen und drei verschiedenen offenen Briefen an Präsident Moon und die Bürgerjury, die von Klimawissenschaftlern und Umweltschützern aus der ganzen Welt unterzeichnet wurden. Michael Shellenberger schließt seinen Bericht mit den Worten:

“EP freut sich darauf, mit unseren südkoreanischen Freunden und Verbündeten zusammenzuarbeiten, um dieser großartigen Nation dabei zu helfen, die Kernenergie von 30 Prozent auf 100 Prozent ihres Stroms zu erweitern – und Südkoreas starke Rekordstandards zu halten, die standardisierte, sichere und wirtschaftliche Reaktoren auf der ganzen Welt errichten.”

Die Offenheit der Energie-Debatte, der Sieg des Wissens über den ideologisch geführten Kampf gegen die Kernenergie und das Demokratieverständnis in Süd-Korea könnte etwas mit den Ergebnissen der PISA-Studie zu tun haben …

Pisa2015

PISA Ergebnisse 2015 (http://www.oecd.org/berlin/publikationen/pisa-2015-results-volume-iii-students-well-being.htm)

 

Quellen:

 

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
brennt

Elektroauto Tesla Model S brennt vor Tunneleinfahrt

Die Feuerwehr der Stadt Landeck / Österreich hat den Brand eines Elektroautos Tesla Model S nach einem Unfall und die schwierigen Löscharbeiten per Video dokumentiert. Der Unfall ereignete sich vor einem Autobahntunnel.

Zu dem Brand sei es nach einem Unfall kurz vor der Einfahrt in den Pianner Tunnel gekommen, berichtet die Feuerwehr. Das Elektrofahrzeug sei gegen eine Leitplanke gestoßen und in Brand geraten. Die Fahrerin sei nur leicht verletzt worden. Die Löscharbeiten konnten nach Angaben der Feuerwehr nur unter schwerem Atemschutz durchgeführt werden und hätten sich schwierig gestaltetet, da das Fahrzeug wiederholt in Brand geraten sei. Erst nach dem Durchtrennen der Stromzufuhr von den Hochleistungsbatterien sei es möglich gewesen, das Feuer endgültig zu bekämpfen.

Der Hersteller empfehle das Fahrzeug wegen der Lithiumbatterienfür 48 Stunden unter “Quarantäne” abzustellen und zu beobachten, dass nicht ein neuerliches Feuer ausbricht. Die Arlbergschnellstraße habe für rund 2 Stunden gesperrt werden müssen. Die Feuerwehr Landeck sei mit 5 Fahrzeugen und 35 Mann im Einsatz gewesen.

Ein Lithium-Ionen-Akku verbrennt in einem sehr heißen Feuer. Tesla empfiehlt, Akkubrände mit sehr viel Wasser zu bekämpfen, auch um die umliegenden Zellen zu kühlen. Einen brennenden Akku zu löschen, könne über 11.000 Liter Wasser erfordern.  🚗

 

Titelfoto: Printscreen, Video Feuerwehr der Stadt Landeck / Österreich

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Klimawandel-Hysterie

Nicht der Klimawandel, die Klimawandel-Hysterie macht krank!

Der “Klimawandel” ist ein Milliardengeschäft und der Kern einer neuen Religion zugleich, die den Glauben an die Allmacht eines Schöpfers der Erde durch den Glauben an die Allmacht des Menschen, das Wetter zu beherrschen, ersetzt. Kirchen und Politiker kämpfen gemeinsam um den Erhalt ihrer Macht, indem sie die  Führung zugunsten einer großen gesellschaftlichen Transformation (WBGU 2011) an sich reißen. Angstmacherei und Bestrafungen sind ihre wichtigsten Werkzeuge. Die Medien leisten Beihilfe, wie man unschwer an der fehlenden Debatte um Pro und Kontra der Energiewende und dem großen Schweigen der verunsicherten Bevölkerung erkennen kann. Der WDR hat als größte Sendeanstalt in Deutschland eine maßgebliche Bedeutung für die Indoktrination. Er hat in Energiefragen journalistische Standards über Bord geworfen und sich unkritisch auf die Seite der Klimaalarmisten geschlagen. “Klimawandel macht krank” – ein Beispiel von vielen.

 

“Klimawandel macht krank”

Am 17.10.2017 sendete WDR 5 ein 5-Minuten-Gespräch mit dem Mikrobiologen und Präsidenten der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Jörg Hacker. Im Begleittext zur Sendung heißt es: “Wie kann man Menschen vom Klimaschutz überzeugen? Vielleicht durch den Hinweis: Auch in unseren Breiten wird der Klimawandel zum Gesundheitsrisiko. Das Argument verdient mehr Beachtung, meint Jörg Hacker, Präsident der Leopoldina.”

(Die komplette Sendung ist bis 17.10.2018 verfügbar)

 

Der heiße Draht eines Molekularbiologen

Die Moderatorin, Stephanie Rohde, stellt in dem WDR-Gespräch die Frage, warum immer noch so viele Menschen unwillig seien, selbst etwas für den Klimaschutz zu tun. Vielleicht müsse man einfach mehr darauf hinweisen, dass der Klimawandel zum Gesundheitsrisiko werde, sagt sie. Das könnte dann mehr Menschen überzeugen.

Jörg Hacker antwortet: “Gesundheit ist etwas, was jeden angeheht und woran auch jeder interessiert ist. Man muss nur den Draht finden zwischen dem Klimawandel auf der einen Seite und der individuellen Gesundheit.” Er fährt fort: “Die Verbindung Gesundheit und Klima halten wir für ganz essentiell”. Was versteht der Molekularbiologe unter “Draht finden”? Wen meint er mit “wir”?

Auf die Frage der Moderatorin, ob der Leidensdruck der Bevölkerung vielleicht zu gering sei, antwortet Jörg Hacker, dass die vom Süden her nach Europa kommenden Infektionen, die vor 10 oder 20 Jahren nicht vorhanden waren, ein Beispiel für den Klimawandel seien. Konkrete Ereignisse wie Grippe, Lugenentzündungen, die Notwendigkeit von Impfungen, extreme Ereignisse, Trockenperioden, die in Europa Todesopfer forderten, auch politische Ereignisse wie die Magration müsse man in Verbindung mit dem Klimawandel setzen.

Es geht also darum, den Menschen gezielt Angst vor persönlichem Leid einzujagen, damit sie “selbst etwas für den Klimaschutz tun”. Sogar Flüchtlinge werden vorgeschoben, um die politischen Ziele der politisch relevanten Kräfte in Deutschland zu realisieren. Diese Form der Massenbeeinflussung, wie sie auch in der  autoritären Pädagogik praktiziert wird, feiert zurzeit wieder Auferstehung. Die Bevölkerung wird zur Eile angetrieben, weil andernfalls, so lautet die Drohung, die Klimakatastrophe über sie oder ihre Nachkommen hereinbrechen werde.  Zeit zum Nachdenken und Abwägen wird nicht gewährt. Wichtige und grundsätzliche Fragen werden übergangen: Wie kann man etwas schützen, das nur als Modellrechnung von Compilern, abgespeichert in Computern, existiert? Es gibt mehrere Szenarien des Klimawandels mit sehr unterschiedlichen und völlig konträren Ergebnissen, die sich zudem ständig ändern. Eine Normalität für die Wissenschaft, aber nicht für Politiker. Denn mit wechselnden Ergebnissen können Politiker nicht regieren. Sie brauchen Fixpunkte. Und nach einem mehr als 40-jährigen Anlauf einer neuen sozialen Schicht von Ökologisten heißt der Fixpunkt: Klimaschutz durch Senkung der CO2-Emissionen. Ein Billionen-Euro-Geschäft blüht. Einerseits. Denn andererseits misst die Bevölkerung den Fortschritt der Gesellschaft an ihrer Lebensqualität und ihrem Wohlstand. Steigende Strompreise, steigende Lebenshaltungskosten, Arbeitslosigkeit, Pflegenotstände, Bildungs-, Alters- und Kinderarmut könnten das einträgliche Geschäft der relativ geringen Anzahl von Profiteuren zum Scheitern bringen. Und somit bringen sie die Angst ins Spiel.

 

Ethik?

Der anerkannte Mikrobiologe Jörg Hacker war Mitglied der Ethik-Kommission, die 2011 im Hinblick auf den Unfall im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, Japan, die Abschaltung der Kernkraftwerke in Deutschland beschloss. Die Welt schaute dem angstvollen Treiben in Deutschland und der fehlenden Empathie für das Leid der Japaner verblüfft zu.

Aber die Angstmacherei vor der Kernkraft hat sich bewährt: Ohne eine irrationale Ablehnung der Kernenergie wäre die flächendeckende Verteilung von mittlerweile rund 30.000 Windkraftindustrieanlagen und finanziellen Zuwendungen an den gesamten ökoindustriellen Komplex in Form von Fördermitteln in Höhe von etwa 30 Milliarden Euro jährlich ohne Aufstand nicht möglich gewesen. Für die Öko-Branche hat sich Fukushima wahrlich gelohnt.

Prof. Dr. Jörg Hacker ist außerdem Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Anfang 2014 berief der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban-Ki Moon, den Professor für Mikrobiologie in das neu gegründete Scientific Advisory Board, das aus 26 Forschern aus allen Weltregionen besteht. Jörg Hacker fordert seit langem, die Forschung zum Thema Klimawandel und Gesundheit zu stärken, zum Beispiel 2008 in einem Gespräch mit dem Ärzteblatt. Er hält, ausdrücklich bezugnehmend auf den Bergsteiger Reinhold Messner, der eine „Weltregierung für gutes Klima“ gefordert habe, eine Weltregierung für notwendig. “Je mehr Verbindlichkeit, desto besser, aber Verbindlichkeit und Druck entstehen nur, wenn über Informationen und die öffentliche Meinung die Themen Klima, Nachhaltigkeit und Bevölkerungsentwicklung auf die politische Agenda kommen”, sagte er dem Goethe-Institut 2014.

Die Zusammensetzung der Ethikkommission, die den Ausstieg aus der Kernenergie und damit eine fundamental wichtige Entscheidung über die zukünftige Energieversorgung Deutschlands getroffen hat, zeichnet sich dadurch aus, dass kein Vertreter der Energiewirtschaft in der Ethikkommission vertreten war. Bis auf Dr. Hambrecht (langjähriger Vorsitzender der BASF) und Michael Vassiliadis (IG-BCE-Vorsitzender) waren überwiegend Umweltpolitiker, Soziologen, Philosophen und Kirchenvertreter geladen worden, deren Auffassung kongenial zum politischen Kurs der Bundesregierung war.

Die religiöse Grundeinstellung spielt sowohl beim Ausstiegsbeschluss als auch beim Thema Klimawandel eine große Rolle. Jörg Hacker, der an dem Buch “Aus Glauben handeln – Ethik: Ein evangelischer Glaubenskurs in 50 Kapiteln” mitgewirkt hat, sagt: “der Glaube kann Orientierung geben und kann sozusagen einen ethischen Kompass geben. Das ist etwas, was ich persönlich als evangelischer Christ am Glauben geschätzt habe und schätze. Und das möchte ich nicht missen.”

Die Ethik ist bei genauer Betrachtung der religiöse Kompass, der die Verfechter der Hypothese vom anthropogenen Klimawandel zusammenhält. Und auch darin waren sich Politik und Religion stets einig: Angst regiert die Welt.

 

Die Macht der Angstmacher

Was die Angst bewirken kann, wenn Menschen nicht ausreichend informiert sind, zeigt das Kraftwerksunglück in Fukushima. “Nach den Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima ist die Kernkraft ethisch nicht mehr vertretbar”, schrieb Jörg Hacker 2013 in einem Beitrag in der evangelischen Wochenzeitung “Die Kirche”, zwei Jahre nach dem Reaktorunfall in Fukushima-Daiichi. Zu diesem Zeitpunkt war bereits aus einem vorläufigen Bericht der WHO bekannt, dass kein Mensch durch die Strahlung ums Leben gekommen war. Die überhastete Evakuierung und Angst waren lebensgefährlich, nicht die Radioaktivität des Unglücks im Kernkraftswerk.

Das ethisch korrekte Deutschland trauerte weder um die 1.600 Menschen, die dem Notfallmediziner Dr. Koichi Tanigawa zufolge durch den Stress und die Angst, die mit den Ereignissen des März 2011 zusammenhingen, starben. Es trauerte auch nicht um 16.000 Menschen, die im März 2011 durch eine Flutwelle ihr Leben verloren hatten. Deutschland sorgte sich statt dessen um seine eigene, ungefährdete  Sicherheit vor radioaktiven Strahlen.

Die WHO ist sich einig: Die gesundheitlichen Schäden durch die Strahlung in Fukushima werden kaum erkennbar sein. Strahlenexperten gehen davon aus, dass Fukushima das allgemeine Krebsrisiko in Japan nicht erhöhen wird. Und falls doch, sei es zu klein, um messbar zu sein, sagte laut SPIEGEL der US-Radiologe Fred Mettler, Mitglied des wissenschaftlichen Strahlenschutzkomitees der Vereinten Nationen (UNSCEAR) der Nachrichtenagentur AP.

Bis zum heutigen Tag hat die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), ihre von den Medien gierig aufgegriffene Lüge, 16.000 Menschen seien durch den Reaktorunfall ums Leben gekommen, nicht widerrufen. Sie schrieb am 11. März 2013 auf ihrer inzwischen offenbar vom Shitstorm bereinigten Facebookseite: “Heute vor zwei Jahren ereignete sich die verheerende Atom-Katastrophe von Fukushima, die nach Tschernobyl ein weiteres Mal eine ganze Region und mit ihr die ganze Welt in den atomaren Abgrund blicken ließ. Insgesamt starben bei der Katastrophe in Japan 16.000 Menschen, mehr als 2.700 gelten immer noch als vermisst.”

 

Die Angstmacherei hat sich für alle Profiteure der Energiewende als erfolgreich und nützlich erwiesen. Müsste sich Jörg Hacker als Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften nicht klar und deutlich von Manipulationen mit Hilfe der Angstmacherei distanzieren?

 

Fukushima war Gestern – Klimaschutz ist Heute

Die Wissenschaft sei sich einig, dass der Klimawandel zu einem großen Teil vom Menschen verursacht wird, behauptet Jörg Hacker. Er sagt nicht, wie groß der Anteil der Wissenschaftler wirklich ist und welche Wissenschaftler er meint. Und auch er als Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften hält Quantitäten bezüglich des Wahrheitsgehalts einer wisenschaftlichen Aussage für relevant. Auch er unterliegt einer uralten Vorstellung etablierter Politiker, Wissenschaftler und Kirchenleute, dass über wissenschaftliche Ergebnisse abgestimmt und somit deren Wahrheit bestimmt werden kann.

Über Klimaskeptiker äußert sich der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften folglich herablassend. “Die Daten, die die Wissenschaft anbietet, sind so eindeutig, dass der Klimawandel Realität ist, dass man da schon sehr ignorant sein muss, um das nicht zu sehen.”

Jörg Hacker ist Mikrobiologe, kein Meteorologe und kein Klimaforscher. Nach welchen Kriterien beurteilt er Datenerhebungen? Wessen Daten? Wer ist “die” Wissenschaft? Was ist in der Wissenschaft “eindeutig”? Müsste der Präsident der Leopoldina nicht zumindest zurückhaltend in einem Themenbereich sein, in dem er nicht zuhause ist? Das Wetter ist Realität, das Klima dagegen ist ein von Conmputerprogrammen errechneter Wert auf der Grundlage von lediglich 5.000 ungleich über den Globus verteilten und ungenauen Messstellen. Das kann auch ein Laie wissen, wenn er es wissen will.

 

Ist Jörg Hacker ein Vorbild in der Wissenschaft?

Jörg Hacker hatte Karl-Theodor zu Guttenberg wegen seines Plagiats eine schlechte Vorbildrolle vorgeworfen. “Wissenschaftliche Standards sind ernst zu nehmen und müssen schon früh in jeder wissenschaftlichen Laufbahn – unabhängig von der Fachdisziplin – garantiert werden”, sagte der Biologe der Deutschen Presse-Agentur im Februar 2011.

Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften hält sich nicht an seine eigenen Worte. Er schürt die Angst der Menschen um die eigene Gesundheit, um dem Gedanken des Klimaschutzes zum Durchbruch zu verhelfen. Damit folgt er jedoch keinem wissenschaftlichen, sondern einem politischen Standard. Er will den Draht zwischen dem Klimawandel auf der einen Seite und der individuellen Gesundheites finden und läuft Gefahr, einer neuen Propagandawelle den Boden zu bereiten. Jörg Hacker behauptet, es ginge ihm um die Erklärung von Zusammenhängen. Als Wissenschaftler müsste er allerdings Pro und Kontra miteinander vergleichen, was er sich selbst durch die Trennung in (gute) Klimaforscher und (böse) Klimaskeptiker unmöglich gemacht hat.

Der Klimawandel ist ein komplexes, kaum erforschtes Thema. Der Begriff ist jedoch vor einigen Jahren aus dem Labor der Wissenschaftler entwichen und steht inzwischen gleichbedeutend für alle ökologischen, okonomischen und sozialen Katastrophen, die sich eine besondere soziale Schicht von Menschen ausdenkt, um ihre persönlichen Vorteile aus der Unwissenheit anderer zu ziehen.

Der “Klimawandel” kann weder für das Einschleppen von Krankheiten durch Flugzeuge, Schiffe und Eisenbahnen noch für die Überbevölkerung und die nicht vorhandene Industrie in den Entwicklungsländern, die dort lebende Menschen in wohlhabendere Regionen treibt, verantwortlich gemacht werden.

In einem Kommentar (Thema: “How German schools take climate change “seriously”) nannte “Pamela” ihr neues Lieblings-Schimpfwort für himmelschreiende Zustände: Klimawandel! Sie schrieb: “I have a new favorite swear word!!! KLIMAWANDEL!!!”

 

Die Klimawandel-Hysterie macht krank!

Zum angeblichen Schutz des Klimas werden Landschaften zerstört. Die Mehrheit der Bevölkerung nimmt dies hin. Man müsste ihr gar keine Angst vor exotischen Spinnen, Viren und Klimaflüchtlingen einjagen. Sie ist vor der Klima-Hysterie der großen Parteien, Nicht-Regierungsorganisationen, Kirchen und Medien längst in die Knie gegangen.

Die Klimawandel-Fanatiker sind sich der Nachhaltigkeit ihres Windwahns jedoch nicht sicher, werden es auch niemals sein. Sie werden deshalb weiter die Angst kochen lassen und Debatten über den Klimawandel ebenso wie Untersuchungen über die negativen Folgen der Energiewende vermeiden oder verschleppen. Der Einfluss von “Windparks” auf die Bodenerwärmung, das Wetter, die Mikroorganismen oder die Vernichtung von Vögeln und Fledermäusen wird kaum oder gar nicht untersucht. Etwa ein Drittel der Bevölkerung erleidet durch Infraschall gesundheitliche Schädigungen. Davon wären bei einem weiteren Ausbau der Windkraftindustrieanlagen in Deutschland  etwa 25 Millionen Menschen betroffen. Klimaschutz ist Staatsraison, und die geht eben über alles.

 

Faina Faruz

Foto: geralt, pixabay

 

 

 

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
Wettermanipulationen

Wettermanipulationen. Anmerkungen zum Film GEOSTORM

Warner Bros. präsentiert den deutschen Trailer zum Film GEOSTORM. Ab 19. Oktober 2017 wird der Film im Kino gezeigt.

Ist der Film ein neuer Versuch der Unterhaltungsbranche, die Klimakatastrophe im Bewusstsein der Menschen zu verankern? Was steckt hinter den Gerüchten von Wettermanipulationen?

Der Klimawandel gehört zur Erdgeschichte und hat natürliche Ursachen, zu denen auch Schwankungen des CO2-Gehalts der Atmosphäre gehören. Das lässt sich nachweisen und wird nicht angezweifelt. Nicht möglich sind dagegen Prognosen eines Klimawandels, der das komplexe Wettergeschehen auf einzelne  Faktoren wie zum Beispiel CO2 zurückführt. Dafür gibt es nur eine Bezeichnung: Scharlatanerie. Der Einfluss des Kohlenstoffdioxids auf das Klima kann nicht beziffert werden.

 

Das Problem der wachsenden Weltbevölkerung

Die Verfechter des anthropogenen Klimawandels glauben, dass der steigende CO2-Gehalt der Erde zu deren Erwärmung führt und Menschen für das Anwachsen der CO2-Emissionen verantwortlich sind. Mehr Menschen – mehr CO2, lautet die Überlegung. Im Jahr 2050 wird die Welt von rund 9,8 Milliarden Menschen bewohnt sein, erklärte die UNO in einem im Juni 2017 veröffentlichten Bericht. Von derzeit 7,6 Milliarden Erdbewohnern werde die Weltbevölkerung bis 2030 auf 8,6 Milliarden wachsen, 2050 dann die Marke von 9,8 Milliarden erreichen und 2100 bei 11,2 Milliarden liegen.

Sie alle möchten verständlicherweise nachts Lichter einschalten, heizen, wenn es kalt ist, kühlen, wenn es heiß ist, ein funktionierendes Transportsystem haben, sichere und zum Kochen geeignete Nahrungsmittel, heiße Bäder oder Duschen und gewaschene Kleidung. Sie wünschen sich auch eine angemessene Anzahl von Jobs außerhalb der Landwirtschaft und ein energieintensives Gesundheitssystem wie in den USA oder in Europa. Wahrscheinlich würden sie sich auch über einen vergleichsweise unwichtigen Krimskrams wie IT-Ausrüstung oder gelegentliche Flüge freuen, sagt Lewis Page. Um diese Wünsche zu erfüllen, brauchen die Länder eine eigene Industrie. Sie würde Handelswege und Absatzmärkte weltweit neu ordnen. Eine Bedrohung für die Industrie des Westens?

 

Interventionen

hbieser / Pixabay

Welche Möglichkeiten hat der Westen, diesen Wunsch nach dem Aufbau eigener Industrien zu verwehren?  Anstelle von Kriegen drängte Barack Obama auf eine “Soft Power Diplomatie”, wie der ehemalige Präsident der USA, Barack Obama, seine neue außenpolitische Doktrin nannte. Sie sollte auf einer globalen Führung mit weniger Rückgriff auf militärische Macht beruhen. Eine wesentliche Bedeutung sollten danach die Erneuerbaren Energien haben, mit deren Hilfe der neu entstehende öko-industrielle Komplex zufrieden gestellt werden konnte.  Immerhin ließen sich auf diese Weise auch einige der Bedürfnisse von Menschen in den ärmeren Ländern befriedigen. Aber ein Ersatz für eine eigene Industrie sind sie nicht.

Mit Windrädern und Solaranlagen, anstelle von Kohle- und Kernkraftwerken, lassen sich weder die Industrialisierung der Schwellenländer ausbremsen noch die Anzahl der Geburten reduzieren, sondern lediglich Milliardengewinne zugunsten des öko-industriellen Komplexes einstreichen, der sich mit Hilfe der Erneuerbaren Energien eine globale Kontrolle der Entwicklung von ärmeren, aber rohstoffreichen Staaten sichert. Durch die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten im vergangenen Jahr wurde dieser politische Kurs der “Soft Power Diplomatie” zum Verdruss der Profiteure jäh beendet.

Das Ende der Goldgräberstimmung ist abzusehen, auch unabhängig von Donald Trump, denn die Umstellung auf 80 oder gar 100 Prozent Erneuerbare Energien ist eine Fiktion. Dies haben Experimente auf El Hierro, Pellworm und Block Island bewiesen.

 

Ein Geständnis wird erwartet

Es ist damit zu rechnen, dass Politiker und die von ihnen abhängig beschäftigten Institutionen in wenigen Jahren öffentlich einräumen werden, dass die Erneuerbaren Energien die CO2-Emissionen weltweit nicht seken konnten.

Aber sie werden dennoch an der Behauptung, Menschen hätten einen wesentlichen Anteil an der  Erderwärmung, festhalten. Selbst der Beginn einer möglichen neuen Eiszeit würde sie nicht umstimmen können. Denn das Problem des Bevökerungswachstums wäre noch immer nicht gelöst. Lewis Page hatte anhand von Zahlenangaben des IPCC zum Energiebedarf nachgerechnet, dass zum Beispiel die Absicht, 80 Prozent des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien abzudecken, zur Folge haben werde, dass die große Mehrheit der Menschen innerhalb einer Generation von der Erde verschwindet oder bettelarm dahin vegetiert. Diese Entwicklung hätte Massenmigrationen, Aufstände und Kriege zur Folge. Dafür wird man zunehmend den Klimawandel und nicht die verfehlte Wirtschafts- und Sozialpolitik verantwortlich machen – und noch mehr Windräder und Solaranlagen bauen.

Gleichzeitig gibt es für Politiker verschiedene Optionen, gegen die wachsenden sozialen Spannungen und Überbevölkerung vorzugehen. Eine von den Industrienationen festgelegte Definition einer neuen  Weltordnung leistet als weltumspannende Ideologie eine entscheidende Hilfe, da sie von der  Mehrheit der Weltbevölkerung akzeptiert wird. Diesen Zweck erfüllt die Ideologie des Klamawandels, der durch Menschen verursachten Erderwärmung. Mit ihr ist der Weg zu einer neuen Dimension der Gestaltung der Welt durch Eliten möglich: Geo-Engineering. Damit werden Hightech-Strategien bezeichnet, die das Weltklima künstlich beeinflussen sollen. An dieser Lösung wird geforscht: ⇒ Die unterschätzte Gefahr: Geo-Engineering ist auf dem Vormarsch.

 

GEOSTORM

Welche Intentionen mit dem Film GEOSTORM verbunden sind, wird sich zeigen. Wie wird er von den Zuschauern und Medien aufgenommen werden? Als Motivierung für eine stärkere Unterstützung des Ausbaus Erneuerbarer Energien, daran glaubend, dass durch sie Wettermanipulationen überflüssig sind? Wie auch immer, das Spiel mit Lügen, Angst und Zuweisung von Schuld funktioniert nach uralten Mustern.

Vielleicht lohnt es sich zu erwähnen, dass der Kalte Krieg nach dem Zweiten Weltkrieg unweigerlich in einen Dritten Welt gemündet wäre, wenn der militärisch-industrielle Komplex der USA nicht den Widerstand der eigenen Bevölkerung gefürchtet hätte. Es gibt den Widerstand in der Bevölkerung. Er wird allerdings von den Medien vertuscht und von nahezu allen Parteien verschwiegen. Aber er exisitiert. Ein Hoffnungsschimmer?

 

Bernd Fischer

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
Glashaus

Die Lückenmedien im Glashaus (6)

Diesel-Verteufelung: Krieg gegen das eigene Volk

Deutschlands politische und mediale Eliten blasen zum Krieg gegen das angeblich klima- und gesundheitsgefährdende Automobil. Da man damit nahezu das ganze Volk trifft, von den knapp 1 Mio. Beschäftigten der Branche über zahllose Mitarbeiter bei Zulieferern und Werkstätten bis zu den rund 45 Mio. Autobesitzern, greift man zur Salamitaktik. Deshalb wird zurzeit der Diesel-PKW als angeblich gesundheitsschädlicher Schmutzfink in die Ecke gestellt. Er soll die Luft in den Städten verpesten und jedes Jahr zigtausende Tote verursachen. ARD und ZDF verhalten sich wie Staatsmedien und nehmen kritische Stimmen mit einem sogenannten „Faktenfinder“ aufs Korn [FAKT]. Ganz vorne dabei: Andrej Reisin vom NDR und Wolfgang Wichmann von tagesschau.de. Doch wie gut hält deren „Faktenfinder“ einem Faktencheck stand?

Bild 1. Grünes Zukunftskonzept – ein Mercedes mit öko-biodynamischem Holzvergaser, CO2-Fußabdruck Null, garantiert feinstaubfrei (nur Grobstaub!) und maximiertem Ausstoß an Karzinogenen

In den bisherigen Teilen dieses Aufsatzes wurde nachgewiesen, dass die NO2-Belastung der Luft in ganz Deutschland und auch an den sogenannten „Hotspots“ in den Städten auf im Prinzip unbedeutende Werte zurückgegangen ist. Wichtiger Grund hierfür ist die stetige Ablösung älterer durch jüngere Fahrzeuge mit besseren Abgasbehandlungssystemen. Dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Auch wurde aufgedeckt, wie fragwürdig die Messmethoden sind und welche Tricks und Manipulationen zum Einsatz kommen.

Im dritten Teil wurden die teils grotesk übertriebenen Behauptungen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Stickstoffdioxid sowie die offensichtliche Parteilichkeit sowohl der öffentlich-rechtlichen Medien als auch industriefeindlicher Behörden behandelt. Im vierten Teil wurde festgestellt, dass das Auto auch in der Stadt der Zukunft unverzichtbar bleibt und Elektromobilität zurzeit nicht realisierbar ist. Außerdem wurden Widersprüche in den Aussagen des Umweltbundesamtes beleuchtet und anrüchige Querverbindungen zwischen der Deutschen Umwelthilfe sowie Ministerien und Behörden aufgedeckt. Im fünften Teil wurde gezeigt, dass an der angeblichen Gesundheitsgefährdung selbst durch geringste NO2-Konzentrationen nichts dran ist und die Horror-Stories über zigtausende Tote durch Dieselabgase nicht wissenschaftlich fundiert sind. Zahlreiche Studien basieren sogar auf gefälschten Zahlenwerten. Die jetzt folgenden Teile untersuchen grobe Mängel bei den Studien, mit denen behauptete Gesundheitsgefahren von Stickoxiden „belegt“ werden sollen.

 

Auch unter Gleichen sind nicht alle gleich

Um Manipulationen mit Zahlen über angebliche „Todesfälle durch Stickstoffdioxid“ entgegentreten zu können, muss man sich zunächst ein wenig mit der Ermittlung von Lebenserwartungen beschäftigen. Die Bevölkerung ist kein einheitlicher Block identischer Individuen, die allesamt ein gesundes Leben bis zum Todestag führen und dann friedlich und ohne Leid entschlafen. Jeder Mensch ist unterschiedlich, zudem besteht die Gesellschaft aus unterschiedlichen Gruppen, die sich bezüglich Lebenserwartung, Gesundheitszustand, Lebensstil, Wohnort, Einkommen etc. wiederum von anderen Gruppen unterscheiden. Gesicherte Aussagen sind daher nur möglich, wenn man möglichst große und zugleich in sich einheitliche Gruppen selektiert und versucht, diese mithilfe statistischer Verfahren zu charakterisieren. Am bekanntesten ist sicherlich die Tatsache, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich fast fünf Jahre älter werden als Männer. Es gibt jedoch noch viele weitere Einflussfaktoren. So scheint vordergründig der Wohnort erheblichen Einfluss auf die Lebenserwartung der jeweiligen Einwohner zu haben, Bild 2.

Bild 2. Unterschiede in der Lebenserwartung von neugeborenen Jungen und Mädchen in den verschiedenen Regionen Deutschlands (Grafik: [BBSR])

Die Unterschiede sind wesentlich größer als man als Laie erwarten würde: So haben neu geborene Jungen in Pirmasens (73,6 Jahre), Emden (74,1 Jahre) und Eisenach (74,3 Jahre) die geringste Lebenserwartung. Mit einem besonders langen Leben können dagegen Mädchen im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald (85,0 Jahre), Dresden (84,9 Jahre) und München (84,8 Jahre) rechnen. Ein in Pirmasens geborener Junge stirbt demnach im Mittel mehr als elf Jahre vor einem zum gleichen Zeitpunkt im Breisgau zur Welt gekommenen Mädchen. Anders ausgedrückt liegt dessen Lebenserwartung um mehr als 15 % über der des Jungen.
Natürlich interessiert angesichts dieser doch recht erheblichen Unterschiede die Frage nach den Ursachen für diese regionalen Variationen. Der Blick auf Bild 2 zeigt sofort, dass Luftverschmutzung als Ursache ausscheidet, denn die kürzesten Lebenserwartungen findet man häufig in ländlichen Regionen mit wenig Industrie, mit einem deutlichen Schwerpunkt in den neuen Bundesländern. Umgekehrt leben die Menschen dort am längsten, wo die Luft, wenn man den Panikmachern der „Umwelt“-Verbände und ihren Verbündeten in Parteien, Ministerien und Medien Glauben schenken darf, am schmutzigsten und giftigsten ist, nämlich in Großstädten wie Stuttgart, München oder Frankfurt, Bild 3.

Bild 3. Entwicklung der Lebenserwartung von Einwohnern verschiedener deutscher Großstädte sowie für Deutschland insgesamt für die Geburtsjahrgänge 1995 und 2010 (Daten: [LEBE], Statista)

Der Blick auf Bild 3 offenbart zweierlei: Zum einen gibt es mit höherer Schadstoffbelastung der Luft kein Absinken, sondern sogar einen erheblichen Anstieg der Lebenserwartung. Diese hat gerade in den Ballungszentren in den letzten Jahrzehnten sogar stetig weiter zugenommen, obwohl uns die Presse und Herr Resch von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) mitsamt seinen grünen Gesinnungsgenossen pausenlos einzureden versuchen, dass wir uns und unsere Kinder einem frühen Tod ausliefern, wenn wir nicht schnellstens unsere Autoindustrie vor die Wand fahren. Zum zweiten kann man daraus lernen, dass bei der Aufstellung von Statistiken Sorgfalt die erste Wissenschaftlerpflicht sein sollte. Rein mathematisch könnte man beispielsweise aus der Statistik herauslesen, dass gute Landluft schlecht für die Gesundheit ist und Abgase dagegen das Nonplusultra. Dass dies Unsinn ist, kann man den Zahlen selbst nicht entnehmen: Dazu muss man den gesunden Menschenverstand hinzuziehen, und hieran scheint es dem einen oder anderen Professor aus dem Lager der Epidemiologen etwas zu mangeln.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Abgase fördern sicherlich nicht die Gesundheit, und ihre Reduzierung ist eine Aufgabe, die den Schweiß des Edlen wert ist. Hier sollte man den Hut vor dem ziehen, was die Entwickler der Automobilbranche in den letzten Jahren vollbracht haben, statt sie als Scharlatane und Betrüger darzustellen. Der Gegensatz von Bild 2 und Bild 3 beweist jedoch eindeutig, dass die Verhältnisse wesentlich komplizierter sind, als dies von den Medien dargestellt wird. Bei Studien über die Auswirkungen von Abgasen muss man daher sehr sorgfältig aufpassen, um nicht Äpfel und Birnen miteinander zu vergleichen und zu Pseudo-Zusammenhängen zu kommen.

 

Wer arm ist, stirbt früher…

Die Ursache für die unterschiedlichen Lebenserwartungen, die Bild 2 zeigt, ist schon sehr lange bekannt: Es ist die soziale Stellung der Betreffenden, charakterisiert durch z.B. Einkommen, Beschäftigungssituation, Lebensstil und Gesundheitsvorsorge. Der zusammenfassende Begriff hierfür lautet „sozioökonomische Faktoren“. Diese sind die mit Abstand wichtigsten Einflussgrößen auf die Lebenserwartung.

Wirtschaftliches Wohlergehen und soziale Stellung sind eng miteinander verknüpft. Das trifft nicht nur auf Individuen zu, sondern auch auf der Ebene größerer Bevölkerungsgruppen. Eine schlechte wirtschaftliche Lage wirkt sich stark nachteilig auf Gesundheit und Lebensdauer aus. Dies ist beispielsweise in Pirmasens der Fall, das in seiner wirtschaftlichen Entwicklung deutlich hinterherhinkt. Gleiches gilt auch für das Ruhrgebiet sowie für viele Regionen in den neuen Bundesländern. Kurz gesagt: Wer arm ist, stirbt früher.

Fachleute in zuständigen Stellen wie Sozial- und Gesundheitsämtern, Krankenkassen usw. wissen darum. So schreibt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: „Analysen des BBSR zeigen jedoch, dass sich die Lebenserwartung regional ähnlich verteilt wie die Bildungschancen, die qualifizierte Beschäftigung sowie ökonomische Belastungen und soziale Benachteiligung. Die Lebenserwartung ist in den Regionen höher, in denen der Anteil sozial und ökonomisch schwacher Bevölkerungsgruppen gering und der Arbeitsmarkt günstig und attraktiv für hoch qualifizierte und kreative Arbeitnehmer ist. Dieser Zusammenhang ist bei Männern deutlicher ausgeprägt als bei Frauen [BBSR]“. Warnend wird allerdings hinzugefügt, dass sich diese Zusammenhänge kleinräumig – auf Stadt- oder Kreisebene – nicht leicht ermitteln lassen: Dafür seien die Einflüsse auf die Lebenserwartung zu komplex und die regionalstatistischen Daten zu begrenzt. Im weiteren Verlauf dieses Beitrags wird noch deutlich werden, dass viele Verfasser epidemiologischer Studien diesbezügliche Hinweise entweder nicht verstanden oder nicht ernst genug genommen haben.
Die Wirkung dieser sozioökonomischen Faktoren im Zusammenhang mit der Arbeitsplatzsituation ist vielfach belegt, Bild 4, Bild 5 und Tabelle 1.

Bild 4. Gesundheitszustand von Männern in Abhängigkeit vom Beschäftigungsverhältnis (Grafik: [ARB])

Bild 5. Besonders erschreckend ist die starke Zunahme der Sterblichkeit bei langdauernder Arbeitslosigkeit (Grafik: [ARB])

Tabelle 1. Lebenserwartung in Abhängigkeit vom Einkommen (Daten: [GBE])

Die Grafiken sowie die Tabelle zeigen anschaulich, dass vor allem Männer mit geringem Einkommen oder prekärer bis gar keiner Beschäftigung einen deutlich schlechteren Gesundheitszustand haben und bis zu mehr als 10 Jahre früher sterben als ihre Geschlechtsgenossen mit einem höheren sozioökonomischen Status. Würde man dies mit den Methoden quantifizieren, die bei manchen epidemiologischen Studien zur Beurteilung von Abgasen angewandt werden, so käme man voraussichtlich zu dem Schluss, dass Armut in Deutschland jährlich Millionen Tote verursacht. Das traut sich natürlich niemand zu sagen. Zunächst stellt sich jedoch die Frage, wie es denn überhaupt zu diesen drastischen Unterschieden bei Gesundheit und Lebenserwartung kommt.

 

…lebt ungesünder…

Auch dieser Frage wurde natürlich schon seit langem sehr akribisch nachgegangen. Die Antworten sind eindeutig: Menschen mit schlechterem sozioökonomischem Status leben ungesünder, treiben weniger Sport und gehen seltener und später (d.h. wenn eine Erkrankung schon weit fortgeschritten ist) zum Arzt als diejenigen, die einen höheren Status haben. Auch hierzu gibt es zahlreiche statistische Unterlagen, Bild 6 und Tabelle 2.

 

Bild 6. Bei langzeitarbeitslosen Männern über 45 ist die Raucherquote mehr als doppelt so hoch wie bei Gleichaltrigen mit sicherer Beschäftigung (Grafik: [GESU])

Tabelle 2. Menschen mit niedrigerem sozialem Status verhalten sich deutlich weniger gesundheitsbewusst (Adipositas = Fettleibigkeit) (Daten: [GESU])

Die Gründe liegen einerseits in teils deutlich ungesünderer Lebensführung wie Rauchen, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung oder Alkoholkonsum sowie geringerer Bereitschaft, bei Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen. Zudem informieren sich diese Personengruppen weniger über Gesundheitsgefahren und werden auch vom eigenen Umfeld wie Familie und Bekanntenkreis weniger zu gesundheitsförderlichem Verhalten angeregt.

 

…und ist entsprechend kränker

Erwartungsgemäß wirkt sich diese Lebensweise entsprechend nachteilig auf die Gesundheit aus, wobei bestimmte Krankheitsbilder mit besonderer Häufigkeit auftreten. So berichtet z.B. die „Welt“, dass Mecklenburg-Vorpommern – eines der ärmsten Bundesländer – mit 9,6 % die zweithöchste Arbeitslosigkeit aufweist. Zugleich belegt das Land bei gleich fünf Krankheiten, darunter Diabetes, Asthma und Leberschäden, den schlechtesten Platz in der Statistik [WELT]. Eine qualitative Übersicht über die gerade bei Menschen aus unteren sozialen Schichten besonders häufig auftretenden Krankheitsbilder zeigt Tabelle 3.

Tabelle 3. Bei Menschen mit niedrigem Einkommen ist das Risiko für bestimmte Erkrankungen teils deutlich höher (Quelle: [GBE])

Betrachtet man mit diesem Wissen jetzt noch einmal die Karte (Bild 2) mit den regionalen Unterschieden der Lebenserwartungen, so versteht man, warum es nicht die Luftqualität ist, welche zu krassen Unterschieden der Lebenserwartung führt, sondern in erster Linie der Unterschied in der Prosperität und damit im sozialen Status erheblicher Teile der Bevölkerung. Der ungesündere Lebensstil der sozial schwächeren Schichten hat eine markante Häufung ganz bestimmter Krankheitsbilder zur Folge, welche zu einem früheren Tod führen. Dazu gehören auf den deutlich höheren Tabakkonsum zurückzuführende Krebsarten wie Lungen- und Darmkrebs, aber auch Diabetes und Tuberkulose sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen [RAUCH]. Hinzu kommen noch chronische Bronchitis, chronische Lebererkrankungen sowie Bluthochdruck mit allen damit verknüpften Risiken wie Schlaganfällen und Herzinfarkt.

Bild 7. Entlang stark befahrener Straßen bilden sich schmale Linienghettos (Foto: Pixabay)

Linienghettos entlang der Hauptverkehrswege
Bereits in früheren Folgen dieser Untersuchung wurde darauf hingewiesen, dass sich in großen Städten entlang der stark befahrenen Hauptverkehrsstraßen ein deutliches soziales Gefälle ausbildet. Dies betrifft insbesondere Wohnbebauungen, wo Häuser in mehrstöckiger geschlossener Front ohne Vorgärten direkt an der Straße stehen, so dass eine mehr oder weniger ausgeprägte „Straßenschlucht“ vorliegt. Hier ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass sich mehr oder weniger ausgeprägte „Linienghettos“ speziell entlang der am stärksten befahrenen Straßen ausbilden, in denen sich bevorzugt Menschen aus unteren sozialen Schichten ansiedeln. Grund hierfür ist die starke Beeinträchtigung des Wohnumfelds u.a. durch Verkehrslärm, Gerüche und die geringe Attraktivität von Ausblick und Umgebung. In Abhängigkeit von der Nähe des Wohnorts zur Hauptverkehrsader wird man dann markante Zunahmen insbesondere der Krankheiten finden, die in der obigen Aufzählung enthalten sind.
Stellt man dem jetzt die Liste der Erkrankungen gegenüber, die von Epidemiologen dem NO2 zugeschrieben werden, so entdeckt man wesentliche Übereinstimmungen, Tabelle 4.

Tabelle 4. Auslösende Faktoren von typischerweise häufiger auftretenden Erkrankungen bei sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen im Vergleich zu den von Epidemiologen behaupteten Folgen selbst geringer Gehalte von NO2 in der Atemluft (Angaben: [GBE], [HOSHO])

Um besser verstehen zu können, warum die in Tabelle 4 aufgeführten Angaben der Epidemiologen Mißtrauen erwecken sollten, muss man zunächst wissen, dass sich mögliche nachteilige Wirkungen von NO2 ausschließlich auf die Lunge beschränken. Bei der Absorption in der Lunge wird das NO2 über Zwischenstufen in Nitrat umgewandelt und mit dem Blut abtransportiert. Die dabei gebildete Nitratmenge ist zwar nachweisbar, fällt jedoch gegenüber derjenigen, die mit der Nahrung aufgenommen wird, kaum ins Gewicht [STICK]. Es gibt deshalb keinerlei Wirkzusammenhang, der eine Schädigung solcher Organe wie Herz, Adern, Leber oder Bauchspeicheldrüse (Diabetes) etc. durch NO2 erklären könnte. Auch Lungenkrebs kann nach bisherigem Kenntnisstand der Toxikologie nicht auf eine Belastung mit NO2 zurückgeführt werden. Deshalb ist NO2 in der offiziellen Liste krebserregender Substanzen gar nicht erst aufgeführt [TRGS]. Epidemiologische Untersuchungen, die NO2 mit Lungenkrebs in Verbindung bringen, sind daher eher unglaubwürdig.

 

NO2 wird zum Universal-Sündenbock gemacht

Eine Erklärung dafür, wieso bei so vielen epidemiologischen Studien Effekte „gefunden“ werden, die toxikologisch nicht erklärbar sind, liefert ein Beitrag aus dem Tropen- und Public-Health-Institut der Schweiz. Dieses Institut arbeitet eng mit der WHO zusammen und berät sowohl die Schweizer Regierung als auch die EU. In diesem Zusammenhang tritt es auch als Sprachrohr der automobil-und dieselfeindlichen Kräfte in Deutschland auf [SMCE].

In einer von diesem Institut erstellten Studie findet sich eine äußerst aufschlussreiche Passage: „Wichtige Erkenntnisse zur Beurteilung gesundheitlicher Wirkungen von Schadstoffen auf die Bevölkerung stammen aus epidemiologischen Studien[….]Dabei muss beachtet werden, dass die statistischen Zusammenhänge, welche zwischen Gesundheitsgrössen und Schadstoffbelastungen gefunden werden, isoliert kaum Aussagen über ursächliche Beziehungen zulassen[…..] Gefundene Zusammenhänge mit einem Schadstoff können daher ein Hinweis sein auf direkte (kausale) Wirkungen oder sie stehen stellvertretend für Schadstoffe, welche die gleiche Quelle haben und mit ihm korrelieren. Oftmals sind NO oder NO2 Indikatoren für das verkehrsbedingte Schadstoffgemisch. In diesem Sinne ist NO2 auch als Leitschadstoff in der Luftreinhalteverordnung reguliert“ [LUDOK].

Auf gut Deutsch gesagt: Wenn man die Wirkung von z.B. karzinogenen Luftschadstoffen aus älteren Benzinern statistisch nicht von derjenigen des NO2 aus Dieseln unterscheiden kann, schiebt man alle Wirkungen der anderen Schadstoffe dem NO2 in die Schuhe. In der EPA-„Bibel“ [EPA2] ist immer wieder der Satz „Effect of NO2 independent from traffic-related copollutants is uncertain….“ zu finden. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Als Begründung für eine Kampagne, die darauf abzielt, eine deutsche Spitzenbranche zu vernichten, ist das eigentlich recht dünn.

 

Die Zweifelhaftigkeit vieler epidemiologischer Studien…

Zählt man Zwei und Zwei zusammen, so ergibt sich ein sehr begründeter Verdacht: Bei epidemiologischen Studien zum NO2, welche als Hauptkriterium die räumliche Entfernung zu stark frequentierten Straßen verwendet haben, ist die eigentlich unbedingt erforderliche Trennschärfe zwischen den unterschiedlichen Belastungsfaktoren nicht gegeben. Vielfach hat man es weder geschafft, die wichtigen sozioökonomischen Faktoren aus der Statistik herauszufiltern, noch die Wirkung der unterschiedlichen Schadstoffe sauber voneinander zu trennen. Vermutlich liegt dies daran, dass man diese Aspekte schon bei der Auswahl der jeweils untersuchten Gruppe sowie bei der Art der vorgenommenen Messungen nicht ausreichend beachtet hat. In diesem Fall ist es unwahrscheinlich, dass diese Studien selbst bei Neubearbeitung überhaupt belastbare Ergebnisse liefern können.

Zweifelhaft sind generell alle Untersuchungen, die angeblich Auswirkungen von NO2 auf innere Organe festgestellt haben. Diese sollte man grundsätzlich mit einem Fragezeichen versehen und einer eingehenden und kritischen Nachprüfung bezüglich Methodik und Sauberkeit der Selektionskriterien der Probanden unterziehen.

Auch bei den dann noch übrig bleibenden Arbeiten ist eine genaue Überprüfung empfehlenswert, was die Erfassung und korrekte Berücksichtigung sozioökonomischer Hintergrundinformationen der untersuchten Personengruppen angeht.

Und last but not least sind geographische Aspekte zu beachten. Untersuchungen in der Luftschadstoff-Hölle vieler Millionenmetropolen der 2. und 3. Welt voller Abgasschwaden von zweitaktgetriebenen Tuk-Tuks wie in Indien oder mit Kraftwerkssmogverhältnissen wie in Beijing lassen sich nicht zwanglos auf mitteleuropäische Verhältnisse übertragen. Auch in Europa oder den USA durchgeführte Analysen älteren Datums können vermutlich nur in begrenztem Umfang herangezogen werden, da die Zusammensetzung der Abgase heutzutage nicht mehr die gleiche ist wie vor 10 oder gar 20 Jahren.

 

…betrifft auch die daraus zusammengestellten „Bibeln“ von WHO und EPA

Aus den gleichen Gründen ist sicherlich auch ein Großteil der diversen Metaanalysen zum Thema nur bedingt vertrauenswürdig. In der Regel beziehen sich die Verfechter von Dieselverboten auf zwei Kompendien, in denen der „Stand der Wissenschaft“ bezüglich der Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch NO2 zusammengeführt sein soll: Die Studien der WHO sowie der US-amerikanischen EPA [WHO2], [EPA2].

Beide Werke stützen sich jedoch bei ihren Schlussfolgerungen auf zahlreiche Arbeiten, die im Lichte der hier dargelegten Erkenntnisse nur als bedingt tauglich eingestuft werden können. So findet sich in der WHO-Studie beispielsweise eine Untersuchung mit 1,26 Mio. Teilnehmern in Rom (Cesaroni et al., 2013), bei der nicht einmal das Rauchverhalten der Probanden systematisch erfasst, sondern geschätzt wurde. Die 1148 Seiten dicke EPA-Studie führt gerade einmal 13 Untersuchungen mit einigermaßen realistischen Zielsetzungen auf, bei denen sozioökonomische Faktoren einbezogen wurden. Auch dürften nach aktuellem Stand der Erkenntnisse sogar direkt gefälschte Daten eingeflossen sein [DUKE]. Von daher sind auch bezüglich der Fundiertheit der in beiden Dokumenten getroffenen Schlussfolgerungen Zweifel geboten. Als nicht mehr verhandelbare „settled Science“ sind sie nicht glaubwürdig.

In den nächsten Folgen werden noch andere methodische Fehler thematisiert, welche die Glaubwürdigkeit zahlreicher weiterer epidemiologischer Studien erschüttern dürften.

 

Fakten und „Faktenfinder“

Die bisherige Analyse der von den „Faktenfindern“ von NDR und Tagesschau präsentierten Aussagen lässt erkennen, dass man sich dort alles andere als kritisch-investigativ mit dem Thema NO2-Immissionen der Stadtluft beschäftigt hat. Stattdessen übernimmt man einfach die Positionen von Hendricks und dem UBA, als seien deren Ansichten der Weisheit letzter Schluss.

Eine eigenständige kritische Wertung von Daten und Hintergründen ist nicht einmal in Ansätzen erkennbar. Dies bestätigt die bereits bisher gemachte Erfahrung, dass die Mehrzahl der Medien – allen voran die Fernsehanstalten ARD, ZDF und ihre Landesdependancen – beim sogenannten „Diesel-Skandal“ einseitig, parteiisch und irreführend berichtet. Statt um Ausgewogenheit und Sorgfalt bemüht man sich offenkundig eher darum, das Thema so darzustellen, wie bestimmte Bundesbehörden sowie die etablierten Parteien es gerne haben möchten. Abweichende Meinungen von Medien, Journalisten oder Bloggern werden als unglaubwürdig hingestellt.

So leistet man dem ideologischen Ziel der Deindustrialisierung Deutschlands durch „Dekarbonisierung der Volkswirtschaft“ Vorschub. Der Diesel ist dabei nur das erste Opfer. Die Vernichtung der deutschen Automobilindustrie wird anschließend auch beim Benziner weitergehen, und zwar alternativlos.

Fred F. Mueller

Demnächst folgt Teil 7

Quellen:

[ARB] Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 13 Arbeitslosigkeit und Gesundheit. Robert Koch Institut
[BBSR] http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Home/Topthemen/lebenserwartung.html
[DUKE] http://dailycaller.com/2017/07/03/epa-funded-research-lab-accused-of-fabricating-data-on-respiratory-illnesses/
[EPA2] U.S. EPA (2016): Integrated Science Assessment for Oxides of Nitrogen –Health Criteria. Final Report.
https://cfpub.epa.gov/ncea/isa/recordisplay.cfm?deid=310879
[FAKT] http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/stickstoffdioxid-111.html
[GBE] GBE Kompakt 5/2010, Zahlen und Trends aus der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Robert Koch Institut
[GESU] https://www.lzg.nrw.de/ges_foerd/ges_chanc_gl/arbeitslosigkeit_gesundheit/gesundheitsverhalten/index.html
[HOSHO] https://www.uni-duesseldorf.de/home/fileadmin/redaktion/Oeffentliche_Medien/Presse/Pressemeldungen/Dokumente/Kurzstellungnahme_Experten_Umweltepidemiologie.pdf
[LEBE] http://www.lebenserwartung.info/index-Dateien/ledeu.htm
[LUDOK] Kutlar Joss M, Dyntar D, Rapp R: Gesundheitliche Wirkungen der NO2-Belastung auf den Menschen: Synthese der neueren Literatur auf Grundlage des WHO-REVIHAAP Berichts. Basel
[RAUCH] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/rauchen-zahlen-und-fakten.html
[SMCE] https://www.sciencemediacenter.de/alle-angebote/rapid-reaction/details/news/diesel-skandal-wissenschaftler-widersprechen-schlussfolgerungen-der-abgeordneten-zu-gesundheitlich/
[STICK] Bundesgesundheitsblatt 1/98, S. 9-12.
[TRGS] Technische Regeln für Gefahrstoffe, Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, TRGS 905.
[WELT] https://www.welt.de/gesundheit/article144337205/So-krank-ist-Deutschland.html
[WHO2] WHO (2013): Review of evidence on health aspects of air pollution – REVIHAAP Project, Technical Report

Foto: StockSnap, pixabay

Diesel: Die Lückenmedien im Glashaus (1)
Diesel: Die Lückenmedien im Glashaus (2)
Diesel: Die Lückenmedien im Glashaus (3)
Diesel: Die Lückenmedien im Glashaus (4)
Diesel: Die Lückenmedien im Glashaus (5)

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
Hierro

El Hierro, eine Umweltberaterin und “Sex zwischen Himmel und Erde”

Die Ureinwohner nannten ihre Insel Esero oder Ero, was so viel wie stark, fest oder hart bedeutet, womit der riesige Felsblock im Meer, El Hierro, nach Ansicht von Wikipedia anschaulich beschrieben wäre. Die Perle der Kanaren, wie sie oft genannt wird, wird von rund 10.000 Menschen bewohnt. Für den pauschalen Massentourismus ist El Hierro unattraktiv, wodurch die Insel für Individualurlauber “mit ihren vielen verschiedenen Landschaftsbildern” besonders reizvoll ist.

Den Inselbewohnern wurde versprochen, dass sie ihren Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien erhalten könnten. Auf dem Gipfel eines erloschenen Vulkans wurde eine Gruppe von fünf Windenergieanlagen installiert, die mit Hilfe der hier ziemlich kräftig und stetig wehenden Atlantikwinde kostenlosen Strom erzeugen sollten.

 

“El Hierro- Alles Öko, oder Riesenbetrug?”

“El Hierro- Alles Öko, oder Riesenbetrug?” – fragt Hermann Dirr. Anhand einer aktuellen Grafik vom 13.10.2017 zeigt er auf seiner Facebookseite, dass sich die überschwänglichen Ankündigungen, El Hierro werde sich ausschließlich mit Erneuerbaren Energien selbst versorgen können, nicht bewahrheiten. “Am 13. Oktober 2017, um 7:20 Uhr, wurde die Stromversorgung zu 100 % durch ein Mineralölkraftwerk erledigt.”

 

Eingeständnis der Fehleinschätzung? Fehlanzeige!

Ein Eingeständnis der Fehleinschätzung ist von keinem der Verfechter der Erneuerbaren Energien, die sich auf den Klimaschutz berufen, und Lobbyisten zu erwarten. Das unterscheidet sie, ihre Politiker und Medien maßgeblich von seriösen Klimawissenschaftlern. Woher beziehen Anhänger der Erneuerbaren Energien eigentlich ihre Informationen?

Eine Spur führt zum Beispiel zu Esther Weinz, die 2014 in “Sonnenenergie, Zeitschrift für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz” einen Beitrag über die kanarische Insel El Hierro veröffentlichte. Die Sonnenenergie ist seit 1976 das offizielle Fachorgan der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e. V. (DGS). Esther Weinz wird von der DGS als “Umweltberaterin, DGS/Kassel” tituliert. Sie schrieb: “Die fünf Windräder sollen künftig 11,5 MW produzieren. Das ist deutlich mehr als der momentane Spitzenverbrauch von 7 MW. Es gibt hier also noch Luft nach oben, auch zum Betreiben vielfältigster Elektromobilität. Die finanziellen Ressourcen durch die Einsparung von Dieseltreibstoff können in neue Ökoprojekte und in die Infrastruktur investiert werden.”

Herrmann Dirr kommentiert: “Die fünf Windräder sollen also in Zukunft 11,5 MW produzieren. Na, ja, von installierter Windkraftleistung hat sie anscheinend keine Ahnung. Warum schreiben solche Menschen nicht einfach über die Bibel oder so etwas?” Er liegt mit seinem Vorschlag gar nicht so falsch.

 

Ein Link

Als Kontaktadresse für Esther Weinz wird in dem Artikel info@AccaKassel.de angegeben. Folgt man dem Link, trifft man auf die Homepage einer “Paar- und Sexualtherapeutin” und reibt sich verwundert die Augen. Auf dieses Thema habe sie sich fokussiert, sagt Esther Weinz, weil ein großer Bedarf bestehe. Sie empfiehlt dort ihr Buch „Sex zwischen Himmel und Erde, Band 1“.

Dass Himmel und Erde etwas mit Umwelt zu tun haben, sofern man das Umweltthema nicht allzu wörtlich nimmt, mag der Grund sein, dass die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e. V. die Sexualtherapeutin Esther Weinz als “Umweltberaterin” bezeichnet. Welcher enst zu nehmende Geograph, Geologe, Meteorologe, Klimaforscher oder Physiker hat gegenüber so viel Sexualkompetenz noch etwas zu melden?

Die DGS-Sektion Kassel befindet sich im Umwelthaus in der Wilhelmsstraße 2 – zusammen mit
– Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
– Frauen nach Tschernobyl
– Greenpeace
– Robin Wood
– Verkehrsclub Deutschland (VCD)
– Weltladen

Für das umfassende körperliche und Seelenheil der Mitglieder im Netzwerk ist jedenfalls bestens gesorgt.

 

Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.

Das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenenergie (DGS) sitzt in Berlin. Der Verein ist nach eigenen Angaben der älteste Fachverband für Erneuerbare Energien (gegründet 1975) und die  mitgliederstärkste, technisch-wissenschaftliche Fachorganisation. Die DGS ist die deutsche Sektion der International Solar Energy Society (ISES). Sie finanziert sich durch Zuwendungen.
Außerdem ist die DGS ein als gemeinnützig anerkannter Verbraucherschutzverband nach § 22 AGBG (jetzt § 3 UKlaG). Dass der Verein auf seiner Homepage auch für die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirbt (rotierende Werbung), überrascht nicht.

Die DGS unterstützt laut Wikipedia außerdem die Fachmesse Intersolar des gemeinnützigen Vereins Eurosolar, der 1988 auf Initiative des SPD-Politikers Hermann Scheer gegründet wurde. Eurosolar wirkt auf internationaler Ebene mit 13 Sektionen, hat ca. 2800 Mitglieder, ca. 180 Fördermitglieder und ca. 400 juristische Mitglieder (Vereine, Institutionen, Bundesländer, Landkreise, Kommunen, Städte und Firmen). Der Verein betreibt intensive Lobbyarbeit in den nationalen Parlamenten Europas sowie auf EU-Ebene, initiierte 2001 die Gründung des Weltrats für Erneuerbare Energien (World Council for Renewable Energy – WCRE) als weltweite Dachorganisation und stand gemeinsam mit dem WCRE Pate bei Initiierung und Gründung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), der inzwischen 136 Staaten beigetreten sind (Stand Juni 2009).

Die Frage, woher die Medien ihre Informationen über El Hierro beziehen, ist mit dem Hinweis auf die Lobbyverbände der Erneuerbaren Energien natürlich nicht beantwortet. Der Dschungel der Verflechtungen und des Wissenstransfers ist undurchschaubar. Eine Parallelgesellschaft lässt sich aufgrund übereinstimmender Informationen nur vermuten.

Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit” nannten Peter Berger und Thomas Luckmann ihr Buch. Sie gehen der Frage nach, durch welche Prozesse sich für die Mitglieder von Gesellschaften eine zwischen den Subjekten geteilte, gemeinsame Wirklichkeit herausbildet. Sie wird von den Subjekten vorgefunden und gestaltet. Die gesellschaftliche Ordnung in der Menschen leben, “ist keine notwendige, objektiv entstandene Geschichte”, erläutert Susanne Weiß, sondern vielmehr ein “von Menschen selbst hergestellter Prozess. Daran wird erkennbar, wie sowohl das kommunikative Gedächtnis als auch das kulturelle Gedächtnis, als Sediment der Geschichte, durch Sprache und Schrift vermögen, in wechselseitiger Beeinflussung zur Verzerrung bzw. Manipulation der Tradierung kultureller Wissensbestände beizutragen.”

Wer hätte ahnen können, dass die Verzerrung bzw. Manipulation der Tradierung kultureller Wissensbestände durch Lobbyverbände so weit reichen würde, dass trotz vielfältiger Informationsmöglichkeiten, guter Bildung und sozialer Kompetenz Grundkenntnisse in der Physik über den Haufen geworfen und aus dem Wissensfundus ausgeblendet werden?

Foto: lapalma1.net

 

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Weimann

Ist die Energiewende “öffentliches Interesse”?

Der Journalist und Autor Jörg Rehmann führte ein Gespräch mit Prof. Dr. Joachim Weimann, Ökonom an der Universität Magdeburg.

In dem Interview kommt mit Joachim Weimann einer der führenden deutschen Wirtschaftswissenschaftler zu Wort. Es wird erschreckend deutlich, dass die Bundesregierung gegenüber der Kritik von Fachleuten unempfindlich ist. Das Gespräch wurde im August 2017 aufgezeichnet.

Nahezu alle hochkarätigen Fachkommissionen des Bundes kritisieren – zuletzt in schärfster Form – die Energiepolitik der Bundesregierung, sagt Jörg Rehmann im Kommentar zu dem Youtube-Video.

  • Warum folgt die Politik einem Programm, das nicht funktioniert?
  • Warum lässt sie ökonomische, soziale und politische Schäden wider besseres Wissen eskalieren?
  • Warum gibt es eine sofort einsatzfähige, vorhandene Alternative zum Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) und warum wird deren Wirksamkeit verhindert?
  • Welche Schäden verursacht die Landschaftszerstörung durch Industrialisierung der einzigen deutschen Naturlandschaften?
  • Warum vertrauen viele Bürger einer Energiewende, die nichts wendet?
  • Warum wird die Volkswirtschaft pro Tonne CO2-Vermeidung mit 400 Euro belastet, wenn derselbe Effekt für 8 Euro / t möglich ist?

 

Jörg Rehmann

Seit 15 Jahren beschäftigt sich der Journalist Jörg Rehmann mit der deutschen Energiewende. In dem Band “Geopferte Landschaften – Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört” (Herausgeber Georg Etscheit, Heyne Verlag 2016) analysiert Rehmann die gescheiterte Energiewendepolitik im Rheinland-pfälzischen Hunsrück.

Seine dokumentarischen Fotos von der Industrialisierung deutscher Landschaften sind weltweit bekannt geworden.

 

 

 

Joachim Weimann

Joachim Weimann ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Er erhielt nach der Habilitation an der Universität Dortmund 1992 einen Ruf an die Ruhr-Universität Bochum und wechselte 1994 nach Magdeburg auf den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik. Im Ökonomenranking der FAZ wird Weimann 2014 unter den 50 einflussreichsten Ökonomen Deutschlands aufgeführt.

Joachim Weimann ist überzeugt, dass wir Klimapolitik brauchen. Es sei lediglich eine Frage, “wie wir sie verantwortungsvoll und rational gestalten.” Zwei zentrale Aspekte müssen aus seiner Sicht mitbeachtet werden: “die Begrenztheit unserer wirtschaftlichen Ressourcen und unsere Versorgungssicherheit.” Im  Handel mit Emissionsrechten sieht Weimann eine der Grundlagen einer rationalen Klimapolitik.

In seinem Buch Die Klimapolitik-Katastrophe, das 2010 erschien, weist Weimann auf fundamentale Irrtümer der Klimapolitik hin. Er erläutert, warum man mit erneuerbaren Energien im Zeitalter des Emissionshandels kein CO2 einsparen kann. Weimann kritisiert die traditionelle Klimapolitik mit staatlichen Vorschriften und Subventionen.

 

Anmerkung

Der Emissionshandel könnte dazu beitragen, die Luftverschmutzung zu reduzieren, wenn in den aufstrebenden Industrienationen die Kernenergie gefördert wird und billiger ist als Kohle. Mit Erneuerbaren Energien ist die Entwicklung einer Industrie nicht möglich. Bei Unterstützung der Kernenergie und der Kernforschung bzw. der Kalten Fusion ist der Emissionshandel Augenwischerei und daher überflüssig. Er kann die Nutzung der Kohle als Brennstoff nicht verhindern. Nicht nur in Afrika wird es trotz Emsissionshandel heißen: “Sorry, Mr. Obama, Afrika braucht Kohle.” Die Grundlagenforschung ist  in Deutschland zu Gunsten kurzsichtiger Gewinnerzielungsabsichten weitgehend zum Erliegen gekommen. Sie müsste gefördert werden, nicht die Industrie der Erneuerbaren Energien und deren Profiteure.

 

Foto: Printscreen Video

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (2 votes cast)
Afrika

Afrika geht es viel besser, als wir glauben

Zwei Afrika-Kenner,  der ehemalige, seit 20 Jahren in Afrika lebende Botschafter für die Schweiz in Somalia, Äthiopien und der Elfenbeinküste, Dominik Langenbacher, und der ehemalige Botschafter für Deutschland in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea, Volker Seitz, kommen zu einem übereinstimmenden Ergebnis: Die Verantwortung für Afrika und seine nationalen  Machteliten trägt Afrika. Dominik Langenbacher: “Afrika geht es viel besser, als wir glauben.”

 

Falsche Hoffnungen

Deutschland steht vor einer Zerreißprobe. Das Geld ist nicht im Überfluss vorhanden, wie man an maroden Schulen, Straßen und Brücken unschwer erkennen kann. Hinzu kommt, dass Deutschland gegenüber der Europäischen Zentralbank (EZB) Verbindlichkeit in Höhe von 878,888 Milliarden Euro hat. Dieser Betrag ist fast dreimal so hoch wie der Bundeshaushalt 2017 (329,1 Milliarden Euro). Die Verbindlichkeiten sind im Zuge der Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen über das Zahlungsverkehrssystem TARGET2 entstanden und könnten jederzeit abgerufen werden. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Target2 Saldo um +26,377 Milliarden Euro, und zum Vorjahresmonat +163,150 Mrd. Euro an.

Zahlungen für Migranten gelten in Deutschland als Tabu. Die Flüchtlingskosten werden auf viele Etats verteilt. Wer bei der Berliner Regierung nach der Gesamtsumme frage, werde “in ein Labyrinth von Statistiken und Zuständigkeiten geschickt”, erfuhr die Neue Zürcher Zeitung (NZZ): “Nur die eine entscheidende Zahl gibt es nicht: die aller Aufwendungen für einen klar definierten Personenkreis. Für ein Land, das sonst jede Schraube zählt, ist das nur mit der Angst vor dem Bürger zu erklären.”

Der CSU-Politiker rechnet der NZZ vor: «Für eine Million Flüchtlinge geben Bund, Länder und Gemeinden 30 Milliarden Euro im Jahr aus. Das Geld wäre in den Herkunftsländern besser angelegt.» Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) komme auf den Betrag von 50 Milliarden, den auch der Sachverständigenrat für 2017 errechnet hat. Das Kieler Institut für Wirtschaftsforschung kalkuliert mit bis zu 55 Milliarden Euro pro Jahr.

Zum Vergleich: Dem Bundesministerien für Bildung und Forschung stehen 17,65 Milliarden Euro zur Verfügung.

Hans-Werner Sinn, der ehemalige Ifo-Chef, warnte laut Focus 2016 vor der Hoffnung, dass der Flüchtlingszustrom Deutschland wirtschaftlich helfen könne. Vor allem wegen ihrer geringen Qualifikationen würden die Zuwanderer den Staat vielmehr gigantische Summen kosten, sagte er bei einer Rede in München. Die Berechnung des Freiburger Finanzwissenschaftlers Bernd Raffelhüschen, der pro Flüchtling Kosten von 450.000 Euro errechnet hatte, hielt Sinn noch für optimistisch, berichtete der Focus. Denn Raffelhüschens Zahlen würden nur dann gelten, wenn die Asylbewerber so schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden können wie frühere Einwanderer.

Tatsächlich sind bis jetzt nur 13 Prozent der Flüchtlinge erwerbstätig, und auch das meist nur als Praktikant oder Hilfskraft. Denn 59 Prozent von ihnen verfügen über keinen Schulabschluss. Viele sind Analphabeten.

Einige Politiker weigern sich, das Problem zu sehen. Bündnis 90/Die Grünen bestehen sogar darauf, dass auch “Klimaflüchtlingen” Asyl gewährt wird. Es ist daher nicht verwunderlich, dass nahezu täglich neue Zahlen darüber kursieren, wie viele Asylbewerber und Flüchtlinge bereits nach Deutschland gekommen sind oder noch kommen werden. Bayerns Vize-Ministerpräsidentin Ilse Aigner erwartet “bis zu sieben Millionen Menschen, sobald anerkannte Flüchtlinge ihre Familien nachgeholt haben. Worüber wir reden, übersteigt also – erneut – alle Vorstellungen“, berichtet die Augsburger Allgemeine.
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig nenne keine Zahlen, erwarte aber einen starken Familiennachzug. «Wir rechnen damit, dass sehr viele Frauen und Kinder nachkommen», sagte die SPD-Politikerin. Das 2005 in Kraft getretene Aufenthaltsgesetz erlaubt den Zuzug von Ehepartnern und Kindern, wenn Asylbewerber als solche anerkannt sind.

 

Ein großer Teil der Migranten kommt aus Afrika

Die Medien berichten, dass der Schwarze Kontinent in Bewegung ist: Millionen Menschen sind auf dem Weg nach Europa. In den meisten Fällen offenbar sie aus kl ökonomischen Kalkül. Der schweizer Afrika- und Migrationsexperte Dominik Langenbacher sprach in einem Interview mit der Zeitung Blick deutliche Worte: Den Afrikanern geht es besser, als wir meinen, sagt er. Vielen in der Schweiz müsste der Flüchtlingsstatus aberkannt werden. Sie kommen nach Europa, weil es etwas umsonst gibt, wofür sie nicht arbeiten müssen. Eine Grundeinstellung sei: “Wenn das Umfeld so lieb ist und etwas gibt, kann man es doch nehmen.”

Dominik Langenbacher arbeitete für die Uno als Koordinator für Somalia, dann war er schweizerischer Geschäftsträger in Madagaskar, wo der Dokumentarfilm «Der Diplomat. Dominik Langenbacher in Madagaskar» entstand. Im Justizdepartement war er für die Migration zuständig. Zuletzt war er Botschafter für die Schweiz in Somalia, Äthiopien und der Elfenbeinküste. Von diesen Orten aus war er jeweils für mehrere afrikanische Länder zuständig. Langenbacher ist seit 1990 mit der Kenianerin Bilha  verheiratet und lebt seit 20 Jahren in der kenianischen Hauptstadt Nairobi und in Ferenberg bei Bern.
Er ist pensioniert und wirkt heute als Berater bei Fragen über Afrika.

Der Ex-Botschafter Dominik Langenbacher erklärt frei heraus: «Afrika geht es viel besser, als wir glauben».
In einem Interview mit Guido Felder widersprach er der einseitigen Darstellung vom Elend in Afrika. “Wir hören meistens nur von Hungersnot, Armut und Konflikten. Aber in Afrika ist viel in Bewegung, es gibt grossen Fortschritt in Wirtschaft und Politik. Die meisten Staaten haben in den vergangenen zehn Jahren vom Wachstum profitiert. Die Armutsgrenze ist von einem auf zwei Dollar angestiegen.”

(Mit einem Klick auf das Bild zum Artikel)

Als positive Beispiele nennt er Fortschritte in Botswana Ghana Somalia. Nach seiner Ansicht könnte man die neu Ankommenden heute zurückschicken. Man habe in Europa versäumt, neben der Freizügigkeit mit der EU eine Immigrationspolitik für den Rest der Welt zu entwickeln und sich zu lange nur auf die humanitäre Asylschiene festgelegt. Nach seiner Erfahrung kämen die meisten nicht, um zu arbeiten. Sie seien vielmehr darüber informiert, dass sie hier Sozialleistungen erhalten, “und die Somalier und Eritreer wissen, dass sie nicht zurückgeschickt werden. Wir schätzen die Afrikaner oft falsch ein, sie haben eine Überlebensstrategie und sind sehr kreativ”, sagt Dominik Langenbacher. Es wäre allerdings falsch, sie als Schmarotzer  zu bezeichnen. Denn: “Für Afrikaner ist es weder profitieren noch schmarotzen. Aber wenn das Umfeld so lieb ist und etwas gibt, kann man es doch nehmen.”

Die Hoffnung, dass man mit dem Ausbau der Entwicklungshilfe die Leute in Afrika zurückhalten könne, macht Dominik Langenbacher zunichte. “Das ist ein Irrglaube. Nichts hält die Menschen zurück. Die Leute laufen los, weil sie bei uns bessere Bedingungen finden. Sie kommen, auch wenn wir Mauern und Auffanglager bauen. Der Mensch findet immer einen Weg, er ist da fast flexibler als Wasser.”

Die wachsende Migration sei nur mit Repression im Zaum zu halten, indem man den Migranten zeige: “Du kannst kommen, aber du musst arbeiten.” Dazu könnte ein Arbeitsvisum dienen, dass nach Zahlung einer Gebühr und ohne Anspruch auf Sozialleistungen sechs Monate gültig ist. In dieser Zeit muss er Arbeit nachweisen können. Die Entwicklungshilfe sieht er skeptisch. Sie habe sich zu einer Industrie mit einem “riesigen Reibungsverlust” entwickelt: “Viel Geld bleibt kleben: bei Konferenzen, bei den Experten, bei den Regierungen, bei den Hilfsorganisationen.”

Abgesehen von den wirklichen Krisengebieten seien Hungersnöte oft hausgemacht. Allein das Jubbatal in Somalia könnte das ganze Horn von Afrika ernähren, sagt Dominik Langenbacher. “Man müsste es nur richtig bewirtschaften. Die Bauern wüssten wie. Sie haben Apps, auf denen sie sehen, wann für den Anbau der Regen kommt und auf welchem Markt sie für ihre Ernte den besten Preis erzielen können.

In Entwicklungsländern versuchen die Regierungen oft, sich auch an den Bauern zu bereichern. So besteht für die Landwirte kein Anreiz, über die Selbstversorgung hinaus zu produzieren. Das führt in schlechten Zeiten zu Not. Auf die Frage, ob in Afrika genug Nahrung vorhanden sei, antwortet Dominik Langenbacher mit einem klaren “Ja”.

 

Die Armut in Afrika ist menschengemacht. Von Afrikanern.

Der ehemalige Präsident Nigerias, Olusegun Obasanjo, sagt im „New African“ von August / September 2017: „People talk about poverty in Africa. God did not make Africa poor. The poverty in Africa is nod God-created, it is human-made. We made Africa poor with our policies and how we execute them and how we deal with the market, the processing, and the storage of food.“ Volker Seitz zitiert Olusegun Obasanjo in einem Beitrag in der Achse des Guten. Er sagt: “Die Armut in Afrika ist menschengemacht.” Die Frage ist offen: Von welchen Menschen?

Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert“, das im Herbst 2014 in erweiterter siebter Auflage bei dtv erschienen ist. Volker Seitz publiziert regelmäßig zum Thema Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika und hält Vorträge.

Ernährungssicherung werde von den meisten Regierungen in Afrika immer noch sträflich vernachlässigt, sagt Volker Seitz. Der Kontinent sei enorm fruchtbar und wasserreich und dennoch der einzige Kontinent der Welt, der sich nicht selbst ernähren könne. Das sei nicht immer so gewesen: “Als sie unabhängig wurden, konnten die meisten Staaten ihren Nahrungsmittelbedarf selbst decken. Inzwischen sind die meisten Staaten schlecht regiert und können ihre wachsende Bevölkerung nicht mehr selbst ernähren.”

Der Kontinent verfüge über mehr als ein Viertel der weltweit landwirtschaftlich nutzbaren Fläche, nutze derzeit aber nur 20 Prozent. “Von seinen natürlichen Voraussetzungen her könnte Afrika problemlos autark in seiner Nahrungs- und Energieversorgung werden.” Es hapere am Willen der Regierungen. Günstige, wassersparende Bewässerungssysteme werden nicht durchgesetzt, Lebensmittel würden zum Teil unsachgemäß gelagert, sodass bis zu vierzig Prozent der Ernte verloren gingen. Eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Ausbildung, die helfen könnte, das Problem zu verringern, werde nicht in Angriff genommen. Die Dörfer würden nicht mit Strom versorgt, und es würden keine Straßen gebaut.

Diese Problematik werden nach Ansicht des Ex-Botschafters von Verantwortlichen, den zahllosen Hilfsorganisationen und den Medien kaum je aufgegriffen. Zwar hätten 38 afrikanische Länder ein Ernährungssicherungs-Programm, aber nur Ruanda, Malawi, Ghana, Senegal und Benin hätten begonnen, es in die Tat umzusetzen. Die Bevölkerung sei, von wenigen Elitenzirkeln abgesehen, verarmt.

Die hohen Geburtenraten seien neben der Dürre die Ursachen von Katastrophen, sagt Volker Seitz. “Noch ist in den Köpfen vieler in ländlichen Gebieten lebender Afrikaner eine hohe Kinderzahl gleichbedeutend mit Reichtum. Das hat für einige Länder prekäre Folgen. 7,4 Kinder gebiert eine Nigrerin durchschnittlich in ihrem Leben. Die Bevölkerung Nigers steigt bis 2030 jährlich um etwa eine Million. Dann werden es in dem Land, das zu zwei Dritteln aus Wüste besteht, 34 Millionen sein. Da 80 Prozentder Männer und Frauen über 15 Jahre weder lesen noch schreiben können, haben sie kaum Chancen auf ein geregeltes Einkommen. Sie verdingen sich als Tagelöhner, treiben mit irgendetwas Handel, bewachen etwas oder versuchen ihr Glück in Europa.”

Es sind afrikanische Staaten selbst, die vor allem den Golfstaaten, Saudi Arabien, Bahrain, Oman, Katar, Südkorea und Indien aus Gewinnsucht Anbauflächen verkaufen. Diese Länder können damit die Nahrungsmittelversorgung ihrer Bevölkerung sichern, während die Bevölkerung der afrikanischen Staaten auf den Import von Nahrungsmitteln angewiesen ist. Volker Seitz bezeichnet dies als eine “große Dummheit”.

Zu den Dummheiten, die die Hungersnöte auf dem Kontinent verursachen, gehört auch, dass Länder wie z.B. Äthiopien, Kenia, Südsudan und Simbabwe weit mehr Geld für Waffen ausgeben als für die Ernährungssicherung der eigenen Bevölkerung. Aber von diesen Ländern kämen die lautesten Rufe nach Hilfe. Auf dieser Grundlage sei das Märchen von versperrten Märkten in den Industrieländern entstanden.

 

Die Katastrophen sind sind in der Regel menschengemacht

Afrika habe noch vor 50 Jahren Nahrungsmittel exportiert, erinnert Volker Seitz. Inzwischen sei es bei der Grundversorgung abhängig von Importen und internationalen Hilfen. 300.000 Tonnen Lebensmittel müssten Jahr für Jahr eingeführt werden. Die Schuld tragen nach Ansicht von Afrikanern und (“seltsamerweise”) deutschen Entwicklungspolitikern die Versperrung der Märkte für afrikanische Produkte. Es gebe angeblich ­keinen fairen Zugang zu den Märkten der ­Industrieländern. Die afrikanischen  Bauen würden benachteiligt und für die Regierungen würde es sich nicht lohnen, in die Landwirtschaft zu investieren.

Dieser Auffassung widerspricht Volker Seitz heftig: „Everything but Arms“ ­(„Alles außer Waffen“) heiße ein Programm der EU, das im Jahr 2001 zur Unterstützung der am wenigsten entwickelten Länder eingeführt wurde – 34 von ihnen liegen in Afrika. Das ­Programm garantiert diesen Ländern den ­zollfreien ­Zugang zu den EU-Märkten für alle ­Güter – außer Waffen.

Auf internationalen Konferenzen stellten Afrikaner Forderungen nach Hilfe aus Europa oder Amerika, anstatt selbst Verantwortung zu übernehmen, sagt Volker Seitz. So sei zum Beispiel das “herrschende Personal” in Angola mehr interessiert an Billigimporten (z.B. Hühnerfleisch, Tomatenmark oder Milchpulver) zur Versorgung der politisch einflussreichen Städter, als an Förderung der politisch wenig interessanten Bauern. “Nationale Machteliten neigen dazu, die Wünsche ihrer eignen ethnischen Gemeinschaft und ihrer Wählerschaft in den Städten zu erfüllen. Das hat Vorrang vor objektiven wirtschaftlichen Entwicklungszielen.”

Bei schwachen demokratischen Strukturen sei es schwer, Politik zur Ernährungssicherung und damit zur Armutsreduzierung voranzutreiben, sagt Volker Seitz.

 

Hans-Werner Sinn: “Zuwanderung in die Sozialsysteme verhindern!”

Junge Afrikaner, die in Deutschland studieren, haben in der Regel ein Interesse daran, nach Beendigung des Studiums nach Afrika zurückzugehen und ihrem Land zu helfen. Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention, die aus einem bestimmten Grund nicht ein afrikanisches Land, sondern Europa bevorzugen, werden in der Regel wieder in ihr Land zurückkehren, wenn es den Fluchtgrund nicht mehr gibt. Oder sie stellen ein Einwanderungsgesuch und können bleiben, wenn sie erwünscht sind. Migranten, die gerne zeitweilig oder dauerhaft in einem anderen Land leben und arbeiten wollen, wird es immer geben. Sie alle sind willkommen. Nicht willkommen sind bei der Mehrheit der Deutschen dagegen Menschen, deren Absicht es ist, die Sozialsysteme auszunutzen.

Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des ifo Instituts in München, schlug dringend die Änderung von EU-Verträgen und vier zentrale Reformen vor, um die Union zu stabilisieren, darunter
“Erstens: Zuwanderung in die Sozialsysteme verhindern! Freizügigkeit, Sozialstaatlichkeit und Inklusion von Migranten in den Sozialstaat bilden ein unauflösbares Trilemma. Der Sozialstaat entwickelt eine Magnetwirkung, die ihn zugrunde richtet, wenn die Politik nicht Freizügigkeit oder Inklusion beschränkt. Letzteres ist dabei das kleinere Übel. Sinnvoll wäre, zwischen erworbenen Sozialleistungen, die von den Gastländern zu erbringen sind, und ererbten Sozialleistungen zu trennen, für die die jeweiligen EU-Heimatländer zuständig sind. Zu den erworbenen Leistungen würden etwa die Arbeitslosen- und Rentenversicherung gehören. Steuerfinanzierte Sozialleistungen wie Wohngeld, Sozialhilfe oder Kindergeld wären hingegen ererbte Ansprüche. Diese Trennung würde den Run von Zuwanderern auf besser entwickelte Sozialstaaten verhindern, die Versorgung der Bedürftigen grundsätzlich sichern und die Freizügigkeit erhalten.”

 

Quellen:

Foto: silviadegio, pixabay

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (3 votes cast)