Arbeitsplatzkiller Elektroauto

Aufhalten lässt sich der Wandel hin zur Elektromobilität nach Einschätzung von Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG, nicht mehr.

Im September 2016 arbeiteten in der Automobilzulieferindustrie insgesamt 305.000 Menschen, laut Zahlen des Verbandes der Automobilindustrie. Viele dieser Arbeitsplätze stehen zur Disposition. Bei ElringKlinger, einer der größten Autozulieferer und Weltmarktführer im Segment Zylinderkopfdichtungen, hingen 95 Prozent der Arbeitsplätze vom Verbrennungsmotor ab, das seien 8.000 von 8.500 Mitarbeitern, sagt Wolf.

Aber das Unternehmen stellt sich wie die meisten anderen auf die politischen Vorgaben ein. „Die Hersteller haben nun einen ziemlich geordneten Blick, nachdem anfangs eine hohe Dynamik vorhanden war“, zitiert das Handelsblatt Stefan Wolf. „Sie haben nun klare Strategien in Bezug auf Elektrofahrzeuge, wann welche in den Markt kommen sollen.“ Eine klare Strategie in Bezug auf Elektrofahrzeuge die Deutschland zugute kommen wird? Das ist allerdings schwer vorstellbar.

Die Hersteller müssten stattdessen ein Batteriemodul entwerfen, das sich absetzt – zum Beispiel, indem es eine Reichweite von 700 Kilometern habe. „Sie differenzieren sich derzeit auch über den Motor“, so Wolf. „Wenn sie dieses Merkmal verlieren, ist das Auto schnell beliebig.“

Der Verlust der Arbeitsplätze wird nicht durch andere Industriearbeitsplätze kompensiert werden können, die Energiewende treibt die Deindrustrialisierung voran. Die Strompreise, die zweithöchsten in Europa, werden weiter steigen, und eine Wunderbatterie zu erschwinglichen Preisen ist nicht in Sicht. Und selbst wenn der große Wurf gelingen sollte, dann wird der aus Wind- und Solarkraft gewonnene Strom nur für eine geringe Anzahl an Elektrofahrzeugen ausreichen, wenn überhaupt. Fred F. Mueller hat Illusionen über Elektromobilität unter der ironischen Überschrift “Das deutsche Energiewende-Wunder: Elektromobilität ganz ohne Strom” entmystifiziert. Der Strom aus Erneuerbaren Energien reicht nicht für alle.

ElringKlinger hat die Konkurrenz aus Asien natürlich im Blick. Das Dettinger Unternehmen ist bereits seit 1993 in China aktiv. Am 06.06.2016 weihte der Automobilzulieferer ein neues Werk in Suzhou ein. Während man in den ersten Jahren in China ausschließlich Zylinderkopf- und Spezialdichtungen produzierte, wird heute das komplette Produktprogramm hergestellt. Am 18.11.2016 weihte der Automobilzulieferer ein neues Werk in der Türkei ein.

Das Ziel der Grünen, den Verbrennungsmotor ab 2030 zu verbieten, hält der Firmenchef für unrealistisch, sagte er dem Handelsblatt. Die Frage ist nur, ob auch die Grünen, die gemeinsam mit der SPD und der Linken zurzeit ein mögliches Bündnis ausloten, das ebenfalls wissen.

 


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