Ärztehaus

Im ehemaligen Rathaus soll außerhalb des Zentrums ein Ärztezentrum entstehen. Verwaltung und Politik sind sich darin einig und die Bürger erwarten eine bessere ärztliche Versorgung, da weitere Fachärzte nach Herbede kommen sollen. Also – alles in Ordnung?
Vielleicht nicht ganz. Vorhandene Gesundheitsdienstleister wie Fachärzte (z.B. HNO), Magnetbetriebe, eine Apotheke oder weitere Anbieter, wie Pflegeeinrichtungen oder Physiotherapiepraxen, die z.Z. in erheblichem Maß zur Funktionsvielfalt des Zentrums beitragen, sollen in das Ärztehaus integriert werden. Durch Ansiedlung eines Ärzte-/Gesundheitszentrums im ehemaligen Rathaus Herbedes ist aber zu befürchten, dass nicht unerhebliche Angebote der Gesundheits- und medizinischen Versorgung an dem bisherigen Zentrumsstandort in oder um die Meesmannstraße aufgeben werden, mit entsprechenden Folgewirkungen für die unterschiedlichen Lauflagen. Durch das Ärztehaus könnten mit einem Schlag mehrere Ladenlokale in Herbede leer stehen. Fachleute rechnen mit erheblichen negativen Folgen durch das Ärztehaus für ergänzende Anbieter, wie Reformhäuser und weitere Facheinzelhandelsbetriebe in der Meesmannstraße. Veränderte Laufwege und eine sinkende Kundenfrequenz, womit insbesondere im unteren Teil der Meesmannstraße gerechnet werden muss, würde zu weiteren Leerständen führen, die sich erheblich auf die Werte der Immobilien und die zu erzielenden Mieten auswirken würden.
Politik, Verwaltung, die Betreiber des Ärztehauses und die Investoren sehen diese Gefahr nicht, sie stellen sich blind.
Mit der Aufgabe weiterer kleiner, inhabergeführter Einzelhandelsbetriebe droht als nächstes ein großflächiger Einzelhandelsbetrieb außerhalb des gewachsenen Zentrums (gegenüber dem Ärztezentrum!). Für den Stadtteil bedeutete dies den Verlust seiner Individualität, für deren Erhalt sich insbesondere der Bürgerkreis seit vielen Jahre engagiert.
Um die Uniformität städtischer Entwicklungen zu verhindern, wurde 2007 in NRW ein Gesetz verabschiedet, das örtlichen Anliegern und Akteuren Möglichkeiten einräumt, Lösungsansätze für erfolgreiche Stadtentwicklung zu erarbeiten (BID oder ISG – Immobilien- und Standortgemeinschaft).
Hierzu zählen u. a. Ladenleerstandsmanagement, Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und -gestaltung, Quartiersmarketing, Sicherheit und Sauberkeit und nicht zuletzt die Werterhaltung bzw. –Steigerung der Immobilien.
Der Bürgerkreis, der Heimatverein und die Werbegemeinschaft haben in einem gemeinsamen Schreiben an die Bürgermeisterin, Verwaltung und Politik auf die Risiken hingewiesen und gefordert, dass vor einer Entscheidung dieses Projektes die Betroffenen im Versorgungszentrum über das Vorhaben und dessen Konsequenzen informiert werden. Sie haben davor gewarnt, dass eine bürgerferne Entscheidung auch die derzeitigen Bemühungen zur Einrichtung einer „Immobilien- und Standortgemeinschaft Herbede“ behindern werde.
Die Verwaltung hat es nicht einmal für notwendig gehalten, auf dieses Schreiben zu antworten …

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