Biogasanlage in Witten

Am 09.06.2011 berichtete die WAZ: “Jetzt ist es so gut wie sicher: Witten soll den Zuschlag für eine der ersten großen Biogasanlagen im Ruhrgebiet bekommen.” Das habe die Kreisverwaltung in einer Vorlage für den am kommenden Mittwoch tagenden Kreisumweltausschuss empfohlen, die Zustimmung gelte als wahrscheinlich.
AVU und Wittener Stadtwerke werden sich voraussichtlich an der neuen Biogasanlage beteiligen.
Die Biogasanlage in Witten
Vor einem Jahr, am 16.06.2010, hatte der Umweltausschuss des EN-Kreises auf seiner Sitzung in Schwelm einer Änderung des Abfallkonzeptes zu Gunsten einer Vergärungsanlage mit anschließender Energieerzeugung zugestimmt. Vorgesehen war „zeitnah eine technikbeschränkte Ausschreibung der zu verwertenden Bioabfallmengen aus den kommunalen Haushalten zur Verwertung in einer Vergärungsanlage an den Markt zu bringen.“
Aus den Abfällen der Biotonne wird durch Vergärung Biogas produziert. Die Anlage ist auf dem Gelände der Müll-Umladestation am Bebbelsdorf in Stockum geplant. Sie soll 40 Mio Kilowattstunden für rund 2000 Haushalte im Jahr erzeugen. Dafür wird laut Ausschreibung eine 18 000 Quadratmeter große Halle gebaut, in der Lkw den Bioabfall abkippen. Gerüche sollen nicht nach außen dringen können, da “Schnelllauftore” und Luftdüsen dafür sorgen sollen, dies zu verhindern. Die Abluft werde über einen 13 Meter hohen Kamin nach außen geleitet und durch ein Biofilter gereinigt. Der anschließende Verrottungsprozess im „Fermenter“, dem geschlossenen Hallenbaukörper aus Beton, dauere 14 Tage. Die entstehenden Methan- oder Biogase werden über Rohre in ein Blockheizkraftwerk geleitet, das den Strom erzeugt.

AHE
Das Entsorgungsunternehmen AHE stammt aus Wetter. Es gehört je zur Hälfte der AVU und Remondis. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren und sichert AHE jährlich 2,066 Mio Euro zu. Dieser Betrag wird AHE vom Kreis für „Transport und Behandlung der Bioabfälle und des Grünguts“ bezahlt.

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4 Gedanken zu „Biogasanlage in Witten

  1. Um die Anlage in betrieb zu halten, werden jährlich 60.000 Tonnen „Input“ benötigt. Am 15.06.11 will der Kreistag die Verwaltung dazu ermächtigen, mit der AHE GmbH aus Wetter einen Vertrag mit der Laufzeit von 15 Jahren für die Übernahme den Transport und die Behandlung der kommunalen Bioabfälle und Grüngut aus dem Kreisgebiet zum Preise von 2,066 Mio. EUR/a. abzuschließen.
    “In dieser Angebotssumme sind die angebotenen Bonusregelungen für eine größere Abfallmenge
    und die Kooperation bei der Kompostvermarktung nicht berücksichtigt”, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Es ist nicht angegeben, für welche Menge die vereinbarte Grundvergütung von 2,066 Mio. EUR/a gilt und ab wann die Boni gezahlt werden. Das heißt möglicherweise: Viel Spielraum nach oben für Preissteigerungen.
    http://www.enkreis.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/sitzungen/2011/Vorlagen/49__Biogasanlage.pdf

  2. Bisher betrug der Preis für eine Tonne Biomüll 66 Euro, so weit ich informiert bin. Der Zeitung habe ich entnommen, dass die zukünftigen Kosten zunächst auf 76 Euro je Tonne geschätzt wurden, das wäre eine Steigerung um 15 Prozent gewesen. Aber wegen der hohen Immissionsauflagen soll die Tonne Biomüll den Kreis wesentlich mehr kosten, nämlich 86,20 Euro – das ist eine Steigerung gegenüber dem bisherigen Preis um 31 Prozent! Auch wenn der Verbraucher im Moment nur 1,37 Euro mehr bezahlen soll, das Ende nach oben ist offen.

  3. Von den etwa 23.000 Tonnen Bioabfall, die pro Jahr anfallen, stammen nur rund ein Drittel aus Witten. Woher kommt der Rest? Und was ist alles drin? Stehen Biogasanlagen nicht mehr im Verdacht, möglicherweise Brutkammern des Ehec-Bakteriums gewesen zu sein? Gibt es dazu Stellungnahmen des Kreises und der Stadt bzw. der Fraktionen?

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