Blackout ist eine reale Gefahr

Die Befürworter der Umstellung unserer Energieversorgung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien verschließen die Augen vor der Gefahr eines Blackouts durch die unkontrolierte Einspeisung des Stroms aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen in das Netzsystem. Weil sie es nicht verstehen, oder weil sich Lobbyinteressen zu Gunsten eines neuen Wirtschaftskomplexes an den Spitzen der großen Parteien durchsetzen konnten? 

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE) ist zu einem Credo geworden. “Yes we can” – “Wir können das”, “Man muss es nur wollen”, heißt es in der Politik – ein irrrationaler Muntermacher, wie wir ihn eigentlich nur von Gläubigen oder Cheerleadern kennen. Dies ist allerdings keine Überraschung, denn die Energiewende beruht nicht auf sorgfältigen Analysen und Konzepten, sondern auf Bekenntnissen und Willensbekundeungen. “Ist machbar” heißt genau betrachtet, wir wissen nicht, wie es geht, aber wir wollen, dass es geht, deshalb haben wir beschlossen, dass ihr, Ingenieure, Physiker, Techniker, Forschungsinstute, das macht, was wir wollen. Der Dominanzanspruch grüner Ideen macht nicht einmal vor der Physik halt.

Es fand sich eine bekannte Institution, das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), Berlin, das sich beauftragen ließ, zu demonstrieren, was bewiesen werden sollte, nämlich “dass Erneuerbare Energien eine stabile Frequenz und Spannung im Netz gewährleisten können”. So formulierte es der Projektleiter Kurt Rohrig vom IWES. “Blackouts seien somit auch dann nicht zu befürchten, wenn nur noch grüner Strom durch die Leitungen fließt“, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Es war zwar nur ein kleiner Test, der sich kaum auf das gesamte Netz in Deutschland übertragen lässt und der, wie auch die Kommentare zu dem Artikel zu bedenken geben, mehr Fragen als Antworten aufwirft, aber das Institut hat seine Aufgabe erfüllt und die Worte grüner Politiker bis hinein in die SPD und CDU untermauert.

Der große Irrtum

Der Bericht über das Testergebnis des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik erschien am 31.10.2013 in der Süddeutschen Zeitung und bestätigte vollauf, was einen Tag zuvor die Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen Simone Peter bekannt gegeben hatte: Der drohende Stromausfall habe den Atomausstieg von Anfang an begleitet. Tatsächlich sei das Gegenteil eingetreten.

Fachleute warnen jedoch mit physikalisch fundierten Argumenten vor einem Blackout, nicht nur die Energiekonzerne, in denen übrigens Fachleute arbeiten. “Das alte Lied vom drohenden Stromausfall hat den Atomausstieg von Anfang an begleitet. Tatsächlich ist das Gegenteil eingetreten: Heute gibt es erhebliche Überkapazitäten auf dem Strommarkt. Der Stromexport eilt von Rekord zu Rekord”, sagt Simone Peter. “Die jüngsten Warnungen vor Stromausfällen sind interessengeleitete Panikmache. Mit der kaum verhohlenen Drohung, durch Kraftwerksabschaltungen einen Blackout zu provozieren, wollen RWE & Co. der Politik neue Milliardensubventionen für unrentable Altkraftwerke abtrotzen.”

Simone Peter ist langjährige Lobbyistin der EE-Industrie. Sie war, ausgebildet als Mikrobiologin, von 2001 bis 2004 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Chefredakteurin der Zeitschrift „Solarzeitalter – Politik, Kultur und Ökonomie Erneuerbarer Energien“ bei Eurosolar. Nach 2004 hat sie die Agentur für Erneuerbare Energien in Berlin mit aufgebaut und war bis 2006 deren Leiterin, danach arbeitete sie bis 2009 als Projektmanagerin der Agentur. Seit 1999 ist sie als Energiefachfrau für die Grünen im Saarland aktiv, von 2009 bis 2012 als Landesministerin für Umwelt, Energie und Verkehr. Simone Peter ist seit Oktober 2013 Vorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen, Mitglied bei Eurosolar und zugleich auch bei BUND und NABU.

Der Zweck von Eurosolar besteht darin, atomare und fossile Energie vollständig durch erneuerbare Energie zu ersetzen. Wirtschaftsprogramm und politischer Auftrag bilden eine Einheit. Lobbyisten müssen nicht mehr an den Türen von Politikern anklopfen, sie sind mittendrin.

Eurosolar

Eurosolar dient der Verbreitung von Solar- und Bioenergie, der Weiterentwicklung der entsprechenden Technologien und der politischen Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien. Mitglieder bei Eurosolar sind ca. 2500 Einzelpersonen und auch 400 juristische Personen (zum Beispiel politische Institutionen, Unternehmen, Vereine, Verbände). Daneben betreibt Eurosolar intensive Lobbyarbeit in den nationalen Parlamenten Europas sowie auf EU-Ebene. 2001 initiierte Eurosolar die Gründung des Weltrats für Erneuerbare Energien (World Council for Renewable Energy – WCRE) als weltweite Dachorganisation. Gemeinsam mit dem WCRE stand Eurosolar Pate bei Initiierung und Gründung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), der inzwischen 136 Staaten beigetreten sind (Stand Juni 2009). (Wikipedia)

Der fatale Irrtum

Die Grünen und viele der von ihr beeinflussten Organisationen und Blogs sehen in der Überkapazität des Stroms aus Erneuerbaren Energien einen Beweis dafür, dass es keinen Blackout geben kann. Unter- oder Überkapazität kann physikalisch jedoch zu einem Blackout (Domino-Effekt) führen. Das Risiko vergrößert sich, wenn eine für das Stromsystem bestimmte Grenze der Abhängigkeit von der Einspeisung oder Nichtspeisung aus Wind- und Soalrenergie über- oder unterschritten wird.  Dies führt zu einer Instabilität des Stromnetzes und nahezu zwangsläufig, mit wachsender Abhängigkeit von den Erneuerbaren Energien und deren Vorrechten, zu einem Blackout.

Diesen Zusammenhang hat Fred F. Müller in seinem Beitrag “Netze am Limit – das Risiko wächst” sehr gut auch für Laien verständlich beschrieben:

“Im Verbundnetz muss dies stets von allen einspeisenden Generatoren synchron nachvollzogen werden, um das dynamische Gleichgewicht von Erzeugung, Verbrauch und Netzfrequenz innerhalb der für den stabilen Netzbetrieb erforderlichen Sicherheitsmargen zu halten. Voraussetzung hierfür ist die Fähigkeit der einspeisenden Kraftwerke, ihre Energieerzeugung bedarfsgerecht entweder zu steigern oder zu drosseln. Solar- und Windenergieanlagen können solche gezielten Leistungsanpassungen prinzipbedingt nicht in nutzbarem Umfang erbringen und sind daher außerstande, das Netz zu stabilisieren. Im Gegenteil, ihre nur von den Zufällen von Wind und Wetter abhängige Einspeisung, die von den Netzbetreibern aufgrund gesetzlicher Vorgaben zwangsläufig abgenommen werden muss, erschwert den restlichen Kraftwerken die sowieso schon anspruchsvolle Aufgabe, das Netz auch im Falle unvorhersehbarer Störungen ständig im Gleichgewicht zu halten. …
Diese extrem schnelle und in Sekunden verfügbare Stabilisierung kann nur von dampfbetriebenen Fossil- und Kernkraftwerken mit massiven, schnell rotierenden Generatoren gewährleistet werden. Einen gewissen Beitrag können auch Wasserkraftwerke leisten. Solar- und Windenergie sind hierzu dagegen außerstande. Vor diesem Hintergrund lassen Behauptungen, eine 100prozentige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien ohne konventionelle Kraftwerke sei möglich, doch erhebliche Zweifel daran aufkommen, ob die Betreffenden überhaupt wissen, wovon sie reden.”

Fachleute stimmen seiner Aussage zu: “Schon eine einzige Stunde Blackout in Deutschland kann Schäden von bis zu 600 Mio. € verursachen. Hält man sich diese Tatsachen vor Augen, so weiß man angesichts von Berichten wie dem des Spiegel-Journalisten Stefan Schultz, der behauptet, die Stromversorgung lasse sich auf absehbare Zeit auch mit den bestehenden Mitteln ohne die Gefahr von Blackouts sichern, wirklich nicht mehr, ob man nun lachen oder weinen soll.” (Fred F. Müller, “Netze am Limit – das Risiko wächst”, 3.11.2013)

 

 

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