Energiepolitik 2050

Volksabstimmung zur Energiestrategie 2050: Ein teurer Pyrrhussieg

Mit langem Atem gegen die Energiestrategie 2050

Die Schweiz hat am Sonntag in einer Volksabstimmung über ihre künftige “Energiepolitik 2050” entschieden. Nach jahrelanger Intensivberieselung der Bevölkerung mit Angstparolen – Angst vor „dem Atom“, Angst vor der „Klimakatastrophe“ – hat es eine Koalition aus Politik, profitorientierten Verbänden, „Umwelt“-verbänden sowie den ihnen hörigen Medien geschafft, das Volk zu einem sehr eindeutigen „Ja“ zu überreden. Doch Grund zum Jubeln haben weder das Volk noch die Verantwortlichen, denn letztere sind jetzt in der Pflicht, Dinge zu liefern, über deren Machbarkeit und Kosten sie sich eigentlich ebensowenig im Klaren sind wie die Bürger. Die Konsequenzen werden sich in den nächsten Jahren herausstellen und für die verantwortlichen Parteien schon bald als Fluch erweisen.

 

Windenergie in Schweizer Wäldern…

Was beschlossen wurde, ist nämlich nur Stückwerk ohne klare Ziele. Man hat sich in der für „grüne“ Politik typischen Art zur Vernichtung bestehender Lösungen entschieden, ohne eine zuverlässige, verfügbare und bezahlbare Technologie in der Hand zu haben, mit der man das Vorhandene ersetzen kann. Ab sofort gleicht die Schweiz bezüglich ihrer Energiepolitik einer Swissair-Maschine, die abgehoben hat, ohne zu wissen, ob es am Ziel überhaupt einen Flughafen geben wird. So hat man den Bau neuer Kernkraftwerke verboten, ohne klare Ziele zu haben, wie man die bestehenden KKW nach ihrem technischen Aus ersetzen könnte. Immerhin haben diese bisher knapp 40 % des Schweizer Stroms geliefert, während fast 60 % auf die Wasserkraft entfielen.

Allerdings sind die Wasserkraftpotenziale der Schweiz damit auch schon weitgehend ausgereizt. Wesentliche Steigerungen ließen sich nur durch Raubbau an der Natur erzielen. Da die Wasserkraft zudem im Winter wegen des Einfrierens der Zuflüsse im Gebirge Kapazitätseinbußen hinnehmen muss, zeichnen sich vor allem für die Wintermonate Engpässe ab. Wie man diese überbrücken soll, ohne die CO2-Bilanz durch fossil befeuerte Kraftwerk zu verschlechtern, ist unklar.

 

Aus für die Kernkraft

Der Volksentscheid bedeutet das definitive Aus für die Schweizer Kernkraft. Der Bau neuer KKW wird verboten. Zwar sollen die aktuell noch fünf vorhandenen KKW zeitlich unbegrenzt weiterlaufen dürfen, solange ihr Betrieb als sicher eingestuft wird, doch ist bereits jetzt eines davon zur Stilllegung im Jahr 2019 vorgesehen. Da ihr Strom zudem nach dem Willen des Nationalrats zugunsten von Strom aus Wasserkraft von der Grundversorgung ausgeschlossen werden soll, könnte der Kernkraft schon verfrüht das wirtschaftliche Aus drohen. Wie man die Leistung dieser zuverlässig verfügbaren Stromproduzenten mit unzuverlässigem Strom aus Wind und Sonne ersetzen will, ist nicht geklärt.

Die als Alternative angepriesen Solar- und Windkraftwerke werden die landschaftliche Attraktivität der Schweiz unweigerlich zerstören. Es darf bezweifelt werden, ob sich dies positiv auf den bereits seit Jahren schwächelnden Tourismus auswirken wird. Der zur Förderung „erneuerbarer Energien“ erhobene Zuschlag auf jede Kilowattstunde wird zudem von 1,5 auf 2,3 Rappen pro kWh erhöht, was etwa 11-12 % entspricht.

 

Kosten?

Bezüglich der Kosten wurden die Argumente der Gegner der Energiestrategie (Kosten von CHF 200,- Mrd.) mit Hohn und Spott übergossen. Die Befürworter sprachen stattdessen von CHF 40,- pro Familie und Jahr. So etwas kennt man beispielsweise aus Deutschland, wo der Grüne Minister Trittin behauptete, das dortige EEG werde die Bevölkerung nicht mehr kosten als eine Kugel Eis im Monat. Heute zahlt der deutsche Michel bekanntlich dafür im Jahr 27 Mrd. €, und die Tendenz geht immer weiter nach oben.

Verschwiegen wird von den Befürwortern, dass der Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen bereits vor rund 6 Jahren die Kosten für eine Schweizer „Energiewende“ mit bis zu CHF 150 Mrd. bezifferte. Die heute von den Gegnern genannten CHF 200 Mrd. sind demnach realistisch. Allerdings ist es der Politik gelungen, den Verband mit Versprechungen und politischem Druck zu spalten, so dass er sich inzwischen zum Befürworter gewandelt hat. An der Korrektheit der damals von seinen Fachleuten ermittelten Zahlen ändert dies jedoch nichts. Rechnet man die 200 Mrd. auf 8,5 Mio. Einwohner um, so wird jeder Schweizer Bürger mit CHF 23.000,- zur Kasse gebeten, was pro Jahr CHF 713,- ergibt. Für eine vierköpfige Familie summiert sich dies auf total CHF 94.000,- bzw. auf jährlich CHF 2.852,- gut das 71fache der „amtlichen“ CHF 40,-.

 

Energieeinsparung?

Eine weitere Sollbruchstelle der Energiestrategie 2050 sind die Erwartungen bezüglich Minderung des Stromverbrauchs. Nur mit dieser angenommenen Verringerung lässt sich die Abschaffung der Kernkraft überhaupt rechtfertigen. Als Richtwerte gelten derzeit ein gegenüber dem Jahr 2000 um 16 % verringerter Energiebedarf bis zum Jahr 2020, bis 2035 sollen 43 % erreicht werden. Beim Strom liegen diese Zahlen bei -3 % resp. -13 %. Wie dies mit dem gegenläufigen Trend in anderen Industrienationen sowie mit der erwarteten Erhöhung des Anteils an stromfressender Elektromobilität im Verkehr zur Deckung zu bringen sein wird, dürfte sich noch als spannend erweisen. Vermutlich werden – ähnlich wie auch im grossen Vorbild Deutschland – die energieintensivsten Industrien in andere Länder abwandern. Man mag bezweifeln, dass sich dies positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken wird.

 

Naturschutz ade

Ein gerade in der Schweiz sensibler Punkt der Energiestrategie 2050 ist die Aufweichung des Naturschutzes zugunsten der „erneuerbaren Energien“. Deren Gewinnung ist künftig ein nationales Interesse, was die Errichtung in Naturschutzgebieten erleichtern wird. Zudem werden Klagemöglichkeiten dagegen deutlich eingeschränkt. Es wird ebenfalls spannend sein zu sehen, mit welchen Spagatübungen die angeblichen „Naturschützer“ und zugleich Befürworter der Energiestrategie 2050 wie WWF oder Greenpeace zu diesem Punkt demnächst aufwarten werden.

 

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Auch wenn diese Wahlrunde für die Gegner der Energiestrategie 2050 mit einer krachenden Niederlage ausgegangen ist, sollte man den Mut nicht sinken lassen. Das war angesichts der seit Jahren betriebenen Desinformationskampagne – z.B. durch die COOP-Zeitung an alle Haushalte, in der Schülern erklärt wurde, CO2 sei „giftig“ – kaum zu vermeiden. Doch jetzt müssen die Befürworter dieser Politik beginnen zu liefern, sie haben keine Ausreden mehr. Und 2020 ist nicht mehr gar so weit entfernt.

Jetzt ist es an der Zeit, alles zu dokumentieren, was dem Volk so erzählt wurde, jeden Namen und jeden Spruch aufzuzeichnen und diese Leute und Organisationen in den nächsten Jahren damit ständig zu konfrontieren, wenn es mal wieder darum geht, dem Bürger wegen angeblich „unvorhersehbarer“ Kostensteigerungen in den Geldsäckel zu greifen. Es ist zu hoffen, dass sich dies in einigen Jahren nicht mehr besonders positiv auf politische Karrieren auswirken wird. Dafür gibt es ein historisches Vorbild: Schon in der Antike musste der Feldherr Pyrrhus die Erfahrung machen, dass manche Siege so teuer kommen, dass sie den Auftakt für künftige Niederlagen bilden.

Fred F. Mueller

 

Foto: Mikko-Pekka Purho 

 

Ruhrkultour Leseempfehlung:

Versand kostenfrei. Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfachen, auch für Laien leicht verständliche Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.

Versand kostenfrei

Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfacher, auch für Laien leicht verständlicher Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.

    ________________ WERBUNG ________________    
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Block Island

Windkraft für Block Island – 150.000 Dollar pro Haushalt

Hierro (Spanien) und Pellworm (Deutschland) sind zwei Inseln in Europa, die unter Beweis stellen sollten, dass unter optimalen Bedingungen eine Vollversorgung mit Strom aus Erneuerbaren Energien möglich ist. Die Versuche schlugen fehl, weil Erneuerbare Energien ohne Kohle- und/oder Kernkraftwerke den Strom nicht zuverlässig liefern können. Auf Pellworm floss rein rechnerisch an jedem Tag für 43 Minuten kein Strom, die Lichter gingen aus, und die Melkmaschinen standen still. Block Island ist das US-amerikanische Pendant zu Hierro und Pellworm. Die Projektierer täuschen eine Autarkie bei der Stromversorgung durch Windenergie vor.

Block Island schreibt Geschichte – zugunsten der Windindustrie

Die Insel Block Island liegt rund 16 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates Rhode Island. Sie ist 11 km lang und 5 km breit. Laut Wikipedia hat die Insel 1051 Einwohner (Pellworm 1.200). In den Sommermonaten vervielfacht sich die Einwohnerzahl Block Islands durch die zahlreichen Ferien- und Tagesgäste. Andrew Follett, der über den Windpark berichtet, geht von 2.000 Haushalten aus, die mit dem Strom des Windparks versorgt werden.

“Der erste Offshore-Windpark der USA versorgt nun auch die Bewohner der Atlantikinsel Block Island mit Strom. Die Dieselgeneratoren, die dort bislang für Elektrizität gesorgt haben, wurden abgeschaltet”, berichtete das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) am 3. Mai 2017. Das IWR beruft sich auf Jeffrey Grybowski, CEO des Offshore-Projektierers Deepwater Wind, der erklärte, dass “Block Island Geschichte schreibe als erste Stadt in den USA, die mit Offshore-Windstrom versorgt wird.”

Welch sonderbare Geschichte! Trotz der immensen Baukosten ist Block Island immer noch auf Fremd-Strom angewiesen. Von Strom-Autarkie kann bei Block Island keine Rede sein, denn die Insel wird nur zu etwa 90 % mit Strom der Windkraftanlagen versorgt. Pellworm hat immerhin 97 % seines Strombedarfs durch Windkraft decken können. Selbst die dreifache Strom-Überproduktion Pellworms reichte nicht aus, um die Insel 24 Stunden täglich mit Strom zu versorgen. Es ist davon auszugehen, dass auf Block Island auch weiterhin Dieselgeneratoren im Betrieb sind.

Windpark Block Island

Der Windpark Block Island befindet sich etwa sechs Kilometer vor der Küste von Block Island. Er besteht aus fünf Windkraftanlagen vom Typ GE Wind Energy Haliade 150-6 MW, von General Electric. Die Anlagen haben eine installierte Leistung von 30 Megawatt. Sie versorgen die Insel über ein Seekabel mit Strom. Der Hinweis auf die installierte Leistung (Nennleistung) ist allerdings nicht aussagekräftig, denn sie ist nicht identisch mit der tatsächlichen Leistung.

Die Angaben über die installierte Leistung sind zum Teil absichtlich irreführend. Dies gilt auch für Angaben über die Anzahl der Haushalte, die mit Strom aus Erneuerbaren Energien versorgt werden können. Die Zahlen geben die maximale elektrische Leistung an, die unter optimalen Bedingungen erreicht werden kann, nicht die Menge der tatsächlich nutzbaren Energie.

Zwischen der Nennleistung und der tatsächlichen Leistung bestehen bei den Energieformen gravierende Unterschiede, wie die Tabelle der www.eia.gov zeigt:

Die Kapazität der Offshore-Windkraftanlagen (38 %) liegt etwas höher als die der Onshore-Windkraftanlagen (36 %). Beide sind abhängig von den Launen des Wetters. Die installierte oder Nenn-Leistung des Windparks von Block Island beträgt 30 Megawatt, tatsächlich erreicht die Kapazität nur rund 10 Megawatt. Das heißt: Die Kapazität entspricht der tatsächlichen Auslastung, dem Verhältnis von Volllaststunden zur Anzahl der Stunden im Jahr (365Tage * 24 Stunden = 8.760 h/a).

Nur durch Angabe der Kapazität sind die unterschiedlichen Energieformen vergleichbar. Die Kapazität von Windkraftanlagen beträgt nur rund ein Drittel der Kapazität von Kernkraftwerken, die mit 90 Prozent unter allen Energieformen den höchsten Wert erreichen.

Baukosten der Windräder: $ 150.000 pro Haushalt

Der Bau der fünf Windräder kostete 300 Millionen Dollar. Umgerechnet auf 2000 Haushalte sind das, nur um die Turbinen zu bauen, nicht um sie zu betreiben, etwa $ 150.000 pro Haushalt.

Um die Relationen deutlich zu machen vergleicht Follett sie mit dem US-amerikanischen Atomreaktor Watts Bar Unit 2. Der Kernreaktor kostete 4,7 Milliarden US- Dollar und versorgt wetterunabhängig 4,5 Millionen Haushalte mit Strom. Auf jeden Haushalt entfallen den Daily Caller News Foundation Berechnungen nach etwa $ 1.044 Kosten. Das bedeutet, die Kosten, um einen Haushalt mit dem Strom des Block Island Windparks zu versorgen, liegen fast 144 mal höher als die Versorgung eines Haushalts mit dem Strom aus dem neuesten US-Atomreaktor.

“Es ist der Präzedenzfall, der zählt”

Der Jubel über Rekorde gehört zum Handwerk der Lobby für Erneuerbare Energien, wie auch das Herausrechnen der Baukosten für Block Island aus der Kostenübersicht. Über die extrem hohen Kosten für den Strom aus Offshore-Windkraftanlagen machen sich Lobbyisten keine Gedanken, “das ist der Präzedenzfall, der zählt”, sagte Salon.com über das Projekt. Der Windpark solle schließlich genug Energie erzeugen, um 17.000 Haushalte zu versorgen. Ein Präzedenzfall, der die Kosten von 150.000 Dollar je Haushalt rechtfertigt, obwohl schon vorher jeder weiß, dass der Wind nicht gleichmäßig weht?

Das IWR behauptet: “Durch die Umstellung konnten die Stromkosten von 16,82 auf 12,44 US-Cent je Kilowattstunde sinken.” Ohne Berechnung der 300 Millionen Dollar für die Installation der Offshore-Windkraftanlagen. Die Kosten für den Unterhalt der Anlagen dürften in der Kalkulation ebenfalls fehlen.

Offshore-Windenergie ist teuer, weil die Installation und Wartung jeder Art von Infrastruktur unter Wasser extrem schwierig ist. Das Salzwasser des Ozeans ist sehr korrosiv und macht den Betrieb schwierig und teuer, sagt Andrew Follett.

Offshore-Wind ist nicht notwendig

Trotz der extrem hohen Kosten, die bei größeren Offshore-Windparks in New York niedriger sind und 25.000 bis 15.625 Dollar für jeden  Haushalt betragen, sollen in den USA bis zum Jahr 2050 insgesamt 23 Millionen Haushalte mit Offshore-Windstrom versorgt werden. Der Nutzen ist fraglich. Denn die Elektrizität ist in den meisten Teilen der USA vergleichsweise so billig, dass Offshore-Wind im Allgemeinen nicht notwendig ist, sagt Follett.

 

Quellen:

Offshore wind farm costs $150,000 per home currently powered

Quellen:

Foto: i_ivonne, pixabay


Ruhrkultour Leseempfehlung:

Michel Limburg/Fred F. Mueller/Arnold Vaatz

Versand kostenfrei. Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfachen, auch für Laien leicht verständliche Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.

Versand kostenfrei.
Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfacher, auch für Laien leicht verständlicher Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Blackouts in Südaustralien

Energiekrise in Südaustralien

Blackouts in Südaustralien wegen zu hohen Stromanteils der Erneuerbaren Energien

Die unabhängige französische Nichtregierungsorganisation Global Electrification hat am 27. März 2017 eine Studie veröffentlicht, die sämtliche Träume von einer vollständigen Energieversorgung durch Sonne und Wind beenden dürfte. Die Europäische Physikalische Gesellschaft weist darauf hin, dass die Integration von intermittierenden Quellen (Sonne und Wind) bei einem Stromanteil von mehr als 30% bis 40% schwierig werden wird. Die aktuelle Krise in South Australia bietet eine experimentelle Bestätigung für diese Annahme.

Die Strompreise steigen in Südaustralien und gleichzeitig wird die Stromversorgung schlechter. Dies hängt der Studie zufolge mit einem zu hohen Anteil der Erneuerbaren Energien zusammen. Dieses Missverhältnis sorgt dafür, dass die zornigen Einwohner Südaustraliens das Problem zu einem politischen Thema machen. Der Notfallplan, den die Regierung jetzt aufgestellt hat, prognostiziert für Süd-Australien in den nächsten zwei Jahren Stromausfälle an 125 Tagen und bereitet die Bevölkerung darauf vor, dass im nächsten Sommer mit einer “sehr hohen Wahrscheinlichkeit” Stromkürzungen erfolgen werden.

 

Halbherziger Rückzug

In Süd-Australien hat der Strom aus Erneuerbaren Energien einen Anteil von fast 50 Prozent am Strommix erreicht. Einen Blackout am 28. Februar 2016 konnte Süd-Australien damals noch durch ein Kohlekraftwerk abfangen. Im Mai 2016 wurden die letzten beiden Kohlekraftwerke jedoch still gelegt, sodass der nächste Blackout, der sich wenige Monate später im September 2016 ereignete, folgenschwere Konsequenzen hatte.

Der Notfallplan der Landesregierung sieht jetzt den schnellen Bau von Gaskraftwerken vor. An Stelle des funktionierenden Kohlekraftwerks baut Süd-Australien jetzt für umgerechnet 13,6 Milliarden Euro Gaskraftwerke. Es bleiben sechs Monate Zeit bis zum nächsten heißen Sommer. Der Bevölkerung
ist laut Studie die Zerbrechlichkeit ihres Energiesystems bewusst geworden. Die Presse beschäftigt sich mit den Sorgen der Bürger und den empfindlichen finanziellen Verlusten zum Beispiel der Supermärkte. Die Zerstörung von fünfzig menschlichen Embryonen im September 2016, die hätten transplantiert werden sollen, wird voraussichtlich ein gerichtliches Nachspiel haben.

 

Die wichtigsten Erfahrungen

Die Erfahrungen in Süd-Australien seien von unschätzbarem Wert, heißt es in der Studie. In der Zusammenfassung werden folgende Tatsachen zusammengefasst:

  • Der Übergang auf 35 bis 50% intermittierende Quellen wurde von zahlreiche Stromausfällen begleitet, die Unternehmen ebenso wie private Stromverbraucher stark behindert haben. Hinzu kommen physische Risiken wie beispielsweise die Zerstörung von Embryonen beim Blackout im September 2016.
  • Die AEMO (Australien Energy Market Organisation) kündigt innerhalb der nächsten zwei Jahre an 125 Tagen Stromknappheit an. In der Erklärung heißt es: „In Wirklichkeit ist es nicht möglich ist, jeden Standort zu verwalten, an dem die Temperatur den ganzen Tag über 40° C beträgt.”
  • Die Strompreise waren vor der Stromkrise in Süd-Australien doppelt so hoch wie in Frankreich und die höchsten in Australien.
  • Die Regierung favorisiert weiterhin die Entwicklung von Solar- und Windenergie und präsentiert einen teuren Notfallplan. Der Bau von Gaskraftwerken genießt Priorität, aber sie emittieren Treibhausgase, auch wenn sie weniger schädlich für den Kampf gegen die globale Erwärmung sind. Verglichen mit Frankreich würden die Gaskraftwerke einer Notfall Kapazität von fünf EPR-Reaktoren entprechen. Die Abkürzung EPR steht für den größten Kernreaktor-Typ des französischen Nuklearkonzerns Areva.
  • Die Regierung will die Verbraucher zwingen, einen Anteil von mindestens 36% an nicht-intermittierendem Strom zu akzeptieren.
  • Der Batteriespeicher könnte als ergänzende Maßnahme in Erscheinung treten. Diese Lösung hält die Regierung offenbar noch nicht reif zu sein. Und sehr teuer.
  • Die Gesamtkosten für Strom Staat South Australia werden explodieren, einerseits durch die Kosten für ein Kohlekraftwerk in einem Nachbarstaat, vor allem aber durch den Preis, wenn in wenigen Monaten der Plan umgesetzt werden wird. Umgerechnet auf Frankreich lägen die Mehrkosten in der Größenordnung von 13,6 Milliarden Euro.

 

Download the PDF file .

 


Foto: Peter Dargatz, pixabay

 

elsberg_tabu

elsberg_ebook

elsberg_mp3

Versand kostenfrei

Spanische Ausgabe

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Raketenabwehrsystem

Proteste in Südkorea gegen das THAAD-Raketenabwehrsystem

Das US-Militär hat in Übereinstimmung mit der Übergangsregierung Südkoreas mit der Installation des THAAD-Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen. Die USA haben die wenigen Tage, die ihnen bis zur Wahl eines neuen Präsidenten in Südkorea am 9. Mai verbleiben, genutzt, um die neue Regierung vor vollendete Tatsachen zu stellen. In einer Nacht- und Nebelaktion wurden Bauteile des Systems THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) auf ein Gelände in der Provinz Gyeongsang gebracht, berichtet die Washington Post. Hunderte Bürger protestieren in Südkorea gegen das THAAD-Raketenabwehrsystem.

 

Was ist THAAD?

Das THAAD-System (Terminal High Altitude Area Defense) wurde von der Lockheed Martin Space Systems Company (LMSS) und Raytheon als ein Raketenabwehrsystem der US-Armee gegen ballistische Raketen entwickelt, damit feindliche ballistische Raketen und Flugkörper, auch gepanzerte, abgeschossen werden können. Sobald der Bodenradar des Systems eine anfliegende Rakete erkennt, feuert dieses seinerseits eine Rakete ab. Die Reichweite der THAAD-Raketen liegt bei 200 Kilometern und die Flughöhe bei 150 Kilometern.

Das Radarsystem reicht allerdings weiter, bis zu 3.000 km, und erfasst militärische Bewegungen in China und im Nordchinesischen Meer, bis nach Japan.

Grafik: Lockheed

Grafik: Lockheed

Seine eigentliche Bedeutung liegt aber in der Fähigkeit, mit der Luftwaffe, Marine und Bodentruppen der USA kommunizieren zu können, sodass das THAAD-Raketenabwehrsystem als ein vorgeschobenes Spionagesystem und Frühwarnsystem fungiert.

Durch das THAAD-System wird Südkorea zu einem ausgelagerten Kampffeld der USA. Es dient dem Schutz der USA und verschafft dem Land einen enormen strategischen Vorteil gegenüber China und Russland – auf Kosten Südkoreas.

Jede THAAD Batterie enthält mindestens sechs LKW-gestaltete Trägersysteme, die bis zu acht Raketen tragen. Nach lokalen Berichten wurden sechs Trailer mit dem X-Band Radar, mobile Trägerraketen und andere Teile des Systems bei dem mitternächtlichen Transport gesichtet. Eine einzige THAAD-Batterie, die aus acht Raketen besteht, kostet 827,6 Millionen US-Dollar.

 

Eine Milliarde Dollar soll Südkorea den USA für das amerikanische Raketenabwehrsystem zahlen, verlangt Donald Trump. Südkorea weist die Forderung zurück. Zeitgleich fordert Trump neue Verhandlungen zu einem bilateralen Freihandelsabkommen zwischen den USA und Südkorea.

USA

Donald Trump fordert von Südkorea nicht nur die Kostenübernahme für das THAAD-Raketenabwehrsystem. Darüber hinaus verlangt er neue Verhandlungen zu einem bilateralen Freihandelsabkommen zwischen den USA und Südkorea. The Korea Herald

Ich habe Südkorea informiert, dass es angemessen wäre, wenn sie zahlen würden. Es ist ein System für Milliarden von Dollar. (…) Es ist phänomenal und schießt Raketen direkt vom Himmel.

Die USA hatten die Stationierung des THAAD-Systems in Südkorea bereits 2016 angekündigt. Die damalige Regierung Südkoreas unter Präsidentin Park Geun-hye hatte dem Einsatz des Systems bereits im Juli 2016 zugestimmt. Nach Korruptionsskandalen wurde Park Geun-hye gezwungen, ihr Amt aufzugeben.

Die ersten Elemente des THAAD-Raketenabwehrsystems wurden bereits im März geliefert, trotz massiver  Proteste aus China. Doch die plötzliche Eile kam für Beobachter überraschend. Die Nacht- und Nebelaktion sei notwendig gewesen, um in Südkorea schnell eine zusätzliche Verteidigung” gegen die wachsende nordkoreanische Raketen-Bedrohung” zu schaffen, sagte Elise Van Pool, eine Sprecherin des US-Militärkommandos in Seoul. Das Timing führte sie auf die öffentlichen Sicherheitsinteressen zurück. Die Amerikaner pochen auf die Dringlichkeit der Lieferung, da das System den Süden vor einem möglicherweise unmittelbar bevorstehenden Raketenangriff beschützen soll.

In diesem Sinne unterstützte Südkoreas Verteidigungsministerium die us-amerikanischen Pläne und sagte, dass die beiden Länder “arbeiten”, um die rasche operative Fähigkeit des THAAD-Systems gegen Nordkoreas Atom- und Raketen-Bedrohung zu sichern.

 

China lehnt den Einsatz von THAAD in Südkorea ab

Peking sieht durch THAAD seine Sicherheitsinteressen bedroht und hat vehement gegen die Bereitstellung protestiert. “Der Einsatz von THAAD in Südkorea wird das strategische Gleichgewicht in der Region zerstören und eine weitere Erhöhung der Spannungen bewirken”, sagte Geng Shuang, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Reportern am Mittwoch in Peking. “Die chinesische Seite fordert die USA und Südkorea dringend auf, den Einsatz abzubrechen und die Ausrüstung zurückzuziehen.”

Peking befürchtet, dass das System mächtige Radare gegen China richten könnte.

China reagierte zunächst mit Wirtschaftsboykotten gegen südkoreanische Unternehmen. Der Großkonzern Lotte bekam die Repressalien Chinas als erster zu spüren, berichtet RT. Lotte hatte für die Aufstellung des Raketenschutzschildes einen seiner Golfplätze mittels eines Landtauschabkommens mit der südkoreanischen Regierung zur Verfügung gestellt. Es folgten Razzien bei Lotte in China, der Konzern musste einen Großteil seiner Standorte in der Volksrepublik schließen, ein millionenschweres Bauvorhaben Lottes in China fand ein unfreiwilliges, vorzeitiges Ende und darüber hinaus kamen Pauschalreisen kaufkräftiger Chinesen in den Süden Koreas zum Erliegen.

 

Die Bevölkerung Südkoreas protestiert gegen THAAD

In Südkorea wehren sich Einwohner im Seongju-Gebiet, wo das THAAD-Raketenabwehrsystem eingesetzt wird, entschieden gegen die Aufstellung. Sie befürchten, dass das Raketenabwehrsystem und damit auch sie selbst Ziel für Nordkoreas Raketen sein könnten.

Die Einwohner winkten mit Plakaten mit dem Titel “No THAAD, No War” und “Hey, US! Bist du Freund oder Besatzer?” Sie versuchten, den Transport daran zu hindern, die Ausrüstung auf die Baustelle zu bringen. Tausende Polizisten versuchten die THAAD-Gegner im Zaum zu halten. Bei Protesten von Hunderten von Anwohnern und Mitgliedern von Bürgergruppen gegen den unangekündigten THAAD-Transport habe es Zusammenstöße mit der Polizei gegeben, berichteten südkoreanische Sender. Nach Angaben der Gruppen gab es etwa zehn Verletzte.

Die Yonhap News Agency von Seongju im Südosten Südkoreas berichtete, Kang Hyun-wook, ein religiöser Führer, habe gesagt: “Die THAAD-Bereitstellung ist illegal und sollte aufgehoben werden.”

Die Stimmung im Lande kippte nicht zuletzt, nachdem US-Präsident Trump bewiesen hatte, wie lückenhaft sein Wissen in Bezug auf die Geschichte und Gegenwart der Region ist. Historiker protestierten in Seoul, man fühle sich wie ein kolonialisiertes Land unter der Herrschaft eines ignoranten und unkalkulierbaren amerikanischen Präsidenten.

In Seoul besteht der Eindruck, dass der THAAD-Einsatz eher mit Südkoreas Präsidentschaftswahl als mit Nordkoreas Drohungen zusammenhängt, zitiert die Washington Post John Delury, Professor für internationale Beziehungen an der Yonsei Universität in Seoul. Dadurch werde der Spielraum des nächsten südkoreanischen Führers begrenzt, sagte Delury. Aber es bestehe die Gefahr eines Rückschlags des südkoreanischen öffentlichen Gefühls, ein Gegenzug im Spiel von “America First”.

 

Moon Jae-in

In Umfragen zu den Präsidentschaftswahlen in Südkorea, die am 9. Mai stattfinden werden, führt der Mitte-Links-Kandidat Moon Jae-in mit großem Vorsprung vor seinem Konkurrenten. Politikwissenschaftler erwarten, dass er Südkoreas nächster Präsident sein wird. Moon Jae-in forderte mehrfach, die Entscheidung über die Stationierung der nächsten Regierung zu überlassen.

Der liberale Demokrat will eine Kehrtwende weg von der Doktrin Washingtons erreichen. Er spricht sich für die Wiederaufnahme der Diplomatie mit Nordkorea aus und versprach, die Entscheidung der vorherigen Regierung zu überprüfen.

Park Kwang-on, ein Sprecher der liberalen Partei, sagte, Moon Jae-in vertrete in Bezug auf den THAAD-Einsatz konsequent die Auffassung, dass die Entscheidung darüber von der nächsten Regierung nach einer öffentlichen Diskussion und nach nationalem Konsens entschieden werden muss. Jeder Einsatz, der diesen Ablauf ignoriere, müsse sofort ausgesetzt werden. Die endgültige Entscheidung sollte nach Rücksprache zwischen Südkorea und den USA erfolgen, sagte er.

 

Quellen:

Titelbild: The Indian Express

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
Paul Craig Roberts

Paul Craig Roberts: 9/11 Destroyed America

Paul Craig Roberts: Die Ereignisse am 11. September 2001 veränderten die Welt

Die Ereignisse am 11. September 2001 waren die Entschuldigung für die US-Regierung, militärische Angriffe auf sieben Länder des Nahen Ostens zu starten, Millionen ziviler Opfer zu verursachen und Wellen muslimischer Flüchtlinge in die westliche Welt auszulösen, sagt Dr. Paul Craig Roberts. Er ist ein us-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, der einst als Staatssekretär für Wirtschaftspolitik im US-Finanzministerium unter Präsident Ronald Reagan diente. Für Roberts bewegt sich die Welt mit atemberaubender Geschwindigkeit auf einen atomaren Schlagabtausch zwischen den USA einerseits und Russland andererseits zu. Und die Hauptverantwortung für diese extrem gefährliche Weltlage sieht er in Washington – und nicht, wie heute allerorten in den Mainstream-Medien zu lesen, zu hören und zu sehen ist, in Russland.

“Die US-Regierung verschwendete Milliarden von Dollar, die Länder zerstörten und Frauen und Kinder ermordeten, während sich die öffentliche Infrastruktur in den USA verschlechterte. Amerikaner verloren ihre Häuser, und die Gesundheitsbedürfnisse der Amerikaner wurden vernachlässigt. 9/11 war auch die Entschuldigung für die Zerstörung des Schutzes, den die US-Verfassung zur Gewährleistung der Freiheit des amerikanischen Staatsbürgers zusicherte. Heute hat kein Amerikaner den Schutz der bürgerlichen Freiheit, den die Verfassung garantiert.”

Hier ist der vollständige Text von Paul Craig Roberts, veröffentlicht auf seiner Homepage http://www.paulcraigroberts.org

Download the PDF file .


Siehe auch:
Paul Craig Roberts: Washingtons Krieg um die Welthegemonie zerstört die Welt


Versand kostenfrei
Versand kostenfrei

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
neue Wirtschaftsziele

Chinas neue Wirtschaftsziele

China orientiert seine Wirtschaft um und legt neue Wirtschaftsziele fest. Das Land wandelt seine exportorientierte Wirtschaft in eine Wirtschaft um, die sich auf heimische Produkte und Dienstleistungen konzentriert.

Die chinesischen Behörden wollen Wirtschaftsreformen beschleunigen, berichtet The Brics Post. Sie verlagern den Focus von einer auf Produktion und Industrie basierenden Wirtschaft zu verbraucherorientierten Dienstleistungen.

Derzeit prüfen die Behörden Wege, um das Standardisierungsgesetz von 1989 zu ändern. Das Gesetz steuert in China alle Aspekte der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung. Es war der Hauptantrieb für die industrielle, technische und Bauleistung; es wurde seither nicht geändert.

Die chinesischen Gesetzgeber wollen nun auch andere Bereiche in das Gesetz von 1989 aufnehmen, um das Wachstum in deren Sektoren zu fördern. Die Änderungsanträge mehrerer Artikel des Gesetzes von 1989 umfassen die Anwendung von Standards für Dienstleistungen und soziale Verwaltungen.

“Wie sich die Wirtschaft des Landes und die sozialen Bedingungen entwickelt haben, sind einige der bestehenden Klauseln des Gesetzes veraltet”, sagte Tian Shihong, Leiter der Standardisierungsverwaltung von China, der lokalen Nachrichtenagentur Xinhua. Andere Sektoren, die unter das Normungsgesetz fallen, gehören zur Landwirtschaft und zur Umweltproduktion. Umweltfragen sind für die chinesische Regierung ein wichtiges Anliegen. Sie hatte im vergangenen Jahr das Pariser Abkommen über den Klimawandel ratifiziert, um ihr Engagement für die Eindämmung schädlicher Emissionen zu bekräftigen.

Seitdem zielt die Regierung laut The Brics Post darauf ab, ein “ökologisches Zivilisations-Rahmenprogramm” zu entwickeln, da das Land weiterhin mit toxischen Luftverschmutzungen zu kämpfen habe.

“Regierungen auf allen Ebenen sollten sich daran erinnern, dass klares Wasser und grüne Berge unschätzbare Vermögenswerte sind”, sagte der chinesische Präsident Xi Jinping.

In den vergangenen Wochen hat die chinesische Regierung Task Forces, schnelle Reaktions-Teams und Hotlines eingerichtet. Sie hat begonnen, die Öffentlichkeit zu ermutigen, an Kampagnen gegen Gesetzesübertreter teilzunehmen. Sie hat die Anzahl der Umweltinspektionen erhöht und die Verfolgung von Verursachern verstärkt.

Die Änderungen des Normungsgesetzes sollen auch verbindliche Normen für die nationale und ökologische Sicherheit sowie Gesundheit und Sicherheit enthalten.

 

Foto: sasint, pixabay

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Michigan

Wind-Industrie-Titan verklagt zwei kleine Gemeinden in Michigan

Der Wind-Industrie-Titan NextEra Energy verklagt zwei kleine Gemeinden in Michigan, um die staatlichen Gesetze für seinen finanziellen Vorteil zu nutzen. NextEra Energy ist ein Unternehmen der Erneuerbaren Energien. Die Schätzungen des Wertes von NextEra belaufen sich auf rund 60 Milliarden Dollar. Das Unternehmen hat in den letzten sieben Jahren keine Einkommenssteuern bezahlt, gehört aber zu den größten Empfängern von Bundeszuschüssen. 

NextEra Energy, mit Sitz in Florida, hat in Michigan Klagen gegen Ellington Township und Almer Township, im Tuscola County in Michigan, eingereicht, um die Gemeinden zu zwingen, Windkraftanlagen zu bauen, berichtet Capcon. Das Unternehmen verfügt über Windparkprojekte in 19 Staaten und vier kanadischen Provinzen und hat in insgesamt 110 Windparkanlagen mehr als 8.700 Windenergieanlagen gebaut.

 

Machtvorteile für Erneuerbare Energien per Gesetz

Der Anstoß für den Bau zusätzlicher Windparks ist vor allem auf ein Michigan Gesetz aus dem vergangen letzten Dezember zurückzuführen. Das Gesetz von 2016 schrieb einen erhöhten Anteil an Elektrizität aus Erneuerbaren Energien und einen Ansteig von 10 Prozent auf 14 Prozent vor. Für Unternehmen wie NextEra bedeutet dies ein Mandat und indirekte Zuschüsse, zusätzlich zu den direkten staatlichen Subventionen, die sie genießen.

NextEra Energy hatte von 2008 bis 2015 Unternehmensgewinne von 21,5 Milliarden Dollar. Das Unternehmen zahlte keine föderalen Einkommenssteuern auf diesen Betrag, sondern erhielt einen Netto-Kredit von $ 313 Millionen aufgrund staatlicher Subventionen.

Almer Township hatte im Vergleich dazu im Jahr 2016 ein allgemeines Budget von 600.000 Dollar.

 

Das große Geschäft eines Wind-Industrie-Giganten: Keine Einkommensteuern bezahlen, Subventionen kassieren und Gemeinden drangsalieren

Die Analyse der Unternehmensgewinne und Steuern von NextEra Energy erfolgte durch das Institute on Taxation and Economic Policy, eine gemeinnützige Mitte-Links Organisation. Sie wurde in einem Bericht vom März 2017 veröffentlicht. Darin heißt es: “Aufgeschobene Steueransprüche erklären die meisten steuerlichen Vorteile des Unternehmens.”

NextEra errhielt seit 2000 einen Betrag von 1,9 Milliarden Dollar an Bundeszuschüssen und Steuergutschriften, so ein Bericht von GoodJobsFirst.org vom März 2015. Die Organisation verfolgt Bundeszuschüsse. Die Windindustrie erhielt im Jahr 2013 insgesamt 5,9 Milliarden US-Dollar an Bundeszuschüssen. 2015 ist das letzte Jahr, für das Daten von der Energy Information Administration zur Verfügung stehen.

“NextEra kann Windenergie produzieren, aber sein echtes Geschäft ist Subventionsbergbau”, sagte Robert Bryce, ein älterer Mitarbeiter am Manhattan Institute und ein Experte für den Energiesektor. “Erneuerbare Energien brauchen Subventionen, weil sie im freien Markt nicht wirtschaftlich sind. Die Subventionierung von erneuerbaren Energien verzerrt die Großhandelsmärkte im ganzen Land immer mehr. Das Ergebnis dieser Verzerrungen ist, dass andere Stromerzeuger – und vor allem die Kernenergieerzeuger – nun ihre eigenen Subventionen suchen. ”

Quelle:

http://www.michigancapitolconfidential.com/wind-industry-titan-soaks-up-billions-in-tax-subsidies

 

Foto: https://www.nexteraenergyresources.com/where/index.shtml


Ruhrkultour Leseempfehlung:

Versand kostenfrei. Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfachen, auch für Laien leicht verständliche Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.

Versand kostenfrei

Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfacher, auch für Laien leicht verständlicher Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Aggressionen

Kreml-Berater: Nur Unabhängigkeit vom Dollar kann US-Aggressionen stoppen

Der einzige Weg, um die US-Aggressionen zu stoppen ist, den Dollar loszuwerden

Der einzige Weg, um die Aggressionen der Vereinigten Staaten zu stoppen, sei, die Abhängigkeit vom Dollar loszuwerden, sagte der Kreml-Berater Sergey Glazyev am Freitag in einem Interview mit den TASS Nachrichten.

Je aggressiver die Amerikaner seien, desto schneller werde sich der endgültige Zusammenbruch des Dollars als der einzige Weg für die Opfer der amerikanischen Aggression zeigen, um diese Aggression zu stoppen und den Dollar loszuwerden. “Sobald wir und China mit dem Dollar fertig sind, wird es das Ende der militärischen Macht der Vereinigten Staaten sein “, sagte Sergey Glazyev in dem Interview mit TASS.

 

Donald Trump macht, was die herrschende Elite von ihm erwartet

Die Politik des neuen US-Präsidenten kommentierte Glazyev mit der Feststellung, dass Donald Trump das tue, was die herrschende Elite von ihm erwarte. Er habe keine Illusionen über ihn, dass er die Politik ändern werde. “Zuerst ist die Aggressivität Amerikas in der Welt ist in der Bestrebung verwurzelt, die Hegemonie Amerikas in einer Situation zu bewahren, in der sie bereits die Führung in der Wirtschaft an China abgetreten haben”, sagte er.

“Die Vereinigten Staaten haben keine anderen Werkzeuge als den Knüppel, um allen anderen den Dollar aufzuzwingen. Deshalb schwelgen sie in einem hybriden Krieg mit der ganzen Welt, um die Belastung ihrer Schulden auf andere Länder zu verlagern, um alle auf den Dollar zu beschränken Territorien zu schwächen, die sie nicht kontrollieren können.”

 

Anti-russische Hysterie und wachsende Russophobie

In diesem Zusammenhang könne die anti-russische Hysterie und die wachsende Russophobie als ein langfristiger Faktor betrachtet werden, der mit den spezifischen Interessen der herrschenden Elite der Vereinigten Staaten zusammenhängt, sagte Putins Berater.

“Objektiv gesprochen, führen sie einen globalen Hybridkrieg und in subjektiven Worten ist dieser Krieg gegen uns gerichtet.” Es gehe um die Kontrolle über die Rimland Nationen und Trump drücke diese Interessen aus. (Der us-amerikanische Geopolitiker Nicholas John Spykman war 1943 zu der These gelangt, die besagte “Wer das Rimland kontrolliert, beherrscht Eurasien, und wer Eurasien beherrscht, der kontrolliert das Schicksal der Welt. Mit “Rimland” bezeichnete Spykman die dicht bevölkerten und strategisch bedeutsamen Küstenregionen Eurasiens, zu denen insbesondere auch Westeuropa und Japan zählen …”)

 

Exporte der Gazprom nach China in chinesischer Landeswährung Yuan

Einen ersten wichtigen Schritt zur Zusammenarbeit haben nun die Energieunternehmen Russlands und China bereits 2015 gesetzt. Seit dem 9.6.2015 wickelt Russland seinen Öl-Export nach China in Yuan ab. Sowohl die Exporte der Gazprom aus der Östlichen Sibirisch–Pazifischen Pipeline nach China als auch das Öl-Geschäft aus der Arktis werden in Zukunft in der Landeswährung Yuan getätigt, berichtete 2015 RT. Der Wert des Abkommens beträgt umgerechnet 400 Milliarden US-Dollar. Für die USA könnte sich die Abkehr vom Dollar wegen der Auslandsschulden und ihres Leistungsbilanzdefizit als nachteilig erweisen.

Die Sanktionen gegen Russland haben die Zusammenarbeit zwischen der Russischen Föderation und China beschleunigt. Dies bestätigte der Premierminister der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew, am 11.6.2017 auf dem 17. Weltkongress der russischen Presse. Sie seien in wirtschaftlicher Hinsicht ein Ansporn gewesen, mit Asien aktiver zusammenzuarbeiten.

 

Foro: geralt, pixabay

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Preisobergrenzen für Strom

Preisobergrenze für Strom in Großbritannien?

Eine Preisobergrenze für Strom in Großbritannien in Sicht

Die britische Regierung steht politisch unter Druck, eine Preisobergrenzen für Strom einzuführen. Regierungsquellen deuten darauf hin, dass Preisobergrenzen innerhalb von vierzehn Tagen und vor den Kommunalwahlen am 4. Mai eingeführt werden, so dass die Regierung politische Vorteile daraus gewinnen kann, berichtet die Daily Mail.

Dem Plan des Torymitglieds MP John Penrose sieht eine “relative Preisobergrenze” vor. Danach soll ein Tarif festgesetzt werden, der nie mehr als einen bestimmten Prozentsatz über dem günstigsten Angebot eines Stromlieferanten liegt. Der Vorschlag wird von Industrie- und Regierungsquellen gleichermaßen als das wahrscheinliche Modell für Preisobergrenzen angesehen .

In einer Vorlage zu einer Regierungsberatung zu diesem Thema, das die The Mail on Sunday einsehen konnte, schlägt Penrose vor, dass die Einführung einer relativen Preisobergrenze von einer “Sonnenklausel” begleitet werden sollte, die darauf abzielt, die Preisobergrenze dauerhaft zu verhindern.

Ministerpräsident Theresa May habe wiederholt den Energiemarkt kritisiert und im vergangenen Monat erklärt, dass die Energiepreise innerhalb von 15 Jahren um 158 Prozent gestiegen seien, wobei die ärmsten Familien von den höchsten Tarifen getroffen wurden.

 

18 Prozent höhere Stromkosten für britische Stromkunden allein in diesem Jahr

Der Energieversorger EDF Energie hat laut Daily Mail  letzte Woche erneut für Empörung gesorgt, als das Unternehmen die Strompreise zum zweiten Mal in vier Monaten anhob. Ab dem 21. Juni sollen die Strompreise um 9 Prozent und die Gaspreise um 5,5 Prozent steigen. Das bedeutet, dass 1,5 Millionen EDF-Kunden 18 Prozent mehr für Strom in diesem Jahr zahlen werden, nahezu £ 100 mehr als bisher. EDF ist eines der Big Six Energieunternehmen, die die Energieversorgung mit etwa 90 Prozent Marktanteil beherrschen.

“Preiskappen sehen unvermeidlich aus und ich kann es bis zu einem Punkt verstehen”, sagte Peter Atherton von Cornwall Energy. “Wir sind in einer Periode, in der die Preise sehr stark ansteigen werden, auch wenn sich die Großhandelspreise aufgrund der Kosten der Regierungspolitik stabilisieren.” Es sei aber noch schwer zu sehen, ob die Preiskappen eine gute Idee sind, wendet er ein. Jeder Preismechanismus sei offen für Manipulation und sogar eine relative Preiskappe würde Unternehmen den Weg öffnen, um ihre Tarife in einer Weise zu manipulieren, die billige Angebote umgehen könnten.

Quelle:

http://www.dailymail.co.uk/money/news/article-4414598/Calls-sunset-clause-caps-energy-bills-loom.html

Foto: geralt, pixabay

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Mutter aller Bomben

“Mutter aller Bomben” gegen Terrormilizen in Afghanistan

“Mutter aller Bomben” – nicht länger nur zur Abschreckung

Der Verteidigungsminister Afghanistans teilte heute mit, dass bis zu 36 vermutliche Angehörige des Islamischen Staates durch den Bombenabwurf der GBU-43 / B (“Mutter aller Bomben”) am 13.04.2017 getötet wurden. Die Bombe mit dem Spitznamen MOAB (Massive Ordnance Air Blast) wurde für die Zerstörung von unterirdischen Zielen entworfen. Am Donnerstag setzten die USA diese Waffe zum ersten Mal überhaupt ein, sie bombardierten einen Tunnelkomplex der Terrormiliz Islamischer Staat im Osten Afghanistans.

MOAB

Die geführte Bombeneinheit-43 / B Massive Ordnance Air Blast Bombenprototyp (MOAB) im Momente vor dem Aufprall bei einem Test. Die Detonation schuf eine Pilzwolke, die 20 Meilen entfernt zu sehen war.

 

GBU-43 / B – “Mutter aller Bomben”

Im Inneren der Bombe, die in Afghanistan abgeworfen wurde, befinden sich fast 8,5 Tonnen einer Spezialmischung aus den Sprengstoffen RDX, TNT sowie Aluminiumpulver. Die Explosionskraft entspricht mehr als 11 Tonnen TNT. Beim Abwurf wurde die Bombe zunächst per Fallschirm aus dem Laderaum einer Lockheed Martin MC-130, die zum U.S. Air Force Special Operations gehört, gezogen und dann abgeworfen.

Die GBU-43 / B detoniert vor dem Erreichen des Bodens, was zu einem enormen Auswirkungsradius führt. Sie ist keine durchdringende Waffe, sondern für den Einsatz gegen weichere Ziele in engen Räumen wie Höhlen oder Schluchten gedacht. Mit anderen Worten – sie gilt als perfekt für den Einsatz “gegen Konzentrationen von Aufständischen in Afghanistan”. Mit gut neun Metern Länge, einem Meter Durchmesser und über zehn Tonnen Gewicht ist die GBU-43 die stärkste nichtnukleare Bombe der US-Streitkräfte.

Die GBU-43 / B ist allerdings nicht, wie berichtet wird, die größte konventionelle Bombe, die jemals gebaut wurde. Die U.S. Air Force verfügt über die größere GBU-57A / B Massive Ordnance Penetrator (MOP), eine massive, mit Präzision geführte Waffe zur Zerschlagung von Bunkern. Die GBU-57A / B enthält eine geringere Menge Explosionsstoff – das Gewicht der Waffe resultiert aus dem gehärteten Gehäuse. Russland baute 2007 die mit 44 t TNT-Äquivalent weltweit bisher größte Bombe ihrer Art. Ihr wurde die Bezeichnung “Vater aller Bomben” verliehen.

MOAB

Die MOAB arbeitet in ähnlicher Weise wie die ungelenkten, 15.000-Pfund-Daisy Cutter Bomben. Diese Bomben hatten die USA eingesetzt, um die bewaldeten Gebiete während des Vietnamkriegs zu vernichten. Sie sind darauf ausgelegt, ein Ziel zu durchdringen, aber in der Luft zu explodieren. Dies führt zu einer  Druckwelle, die weiche Ziele wie Personal zerdrückt, bringt aber auch unterirdische Tunnel über eine große Fläche zum Kollabieren. Der MOAB-Radius beträgt eine Meile, was bedeutet, dass die Bombe einen Bereich über zwei Meilen verwüstet.

 

Trump: “Was ich tue ist, dass ich mein Militär autorisiere”

Auf die Frage, ob er die Bombardierung genehmigt habe, sagte Donald Trump: “Jeder weiß genau, was passiert ist. Was ich tue ist, dass ich mein Militär autorisiere. Wir haben das größte Militär in der Welt und es hat einen Job wie gewohnt gemacht. Wir haben ihnen die Vollmacht gegeben und das ist es, was sie tun, und, ehrlich gesagt, deshalb sind sie in letzter Zeit so erfolgreich gewesen.” (“Everybody knows exactly what happened. What I do is I authorize my military. We have the greatest military in the world and they’ve done a job as usual. We have given them total authorization and that’s what they’re doing and frankly that’s why they’ve been so successful lately.”)
Die psychologische Wirkung auf Überlebende oder Beobachter wird als eine zusätzliche Wirkung der Waffe betrachtet.

 

36 IS-Kämpfer starben durch die “Mutter aller Bomben”

Karte: The Guardian

Nach jüngsten Schätzungen des US Militärs gibt es in Afghanistan 600 bis 800 IS-Kämpfer, wovon die meisten sich im Bereich Achin aufhalten. Die Bombe detonierte nach Angaben des US Militärs um 19:32 Uhr Ortszeit, wenige Stunden vor Karfreitag, am 13.04.2017, im Bezirk Achin, in der östlichen Provinz Nangarhar. Bis zu 36 vermutliche Angehörige des Islamischen Staates wurde durch den Bombenabwurf der GBU-43 / B getötet.

Dawlat Waziri, ein Sprecher des Afghanischen Ministeriums, sagte, kein Zivilist sei verletzt worden, und nur die Basis, von der aus Daesh andere Teile der Provinz angegriffen hätten, sei zerstört worden. Die Angabe ist zweifelhaft, denn ein Parlamentarier aus Nangarhar, Esmatullah Shinwari, berichtet, dass Einheimische ihm erzählt hätten, ein Lehrer und sein junger Sohn seien durch den Angriff getötet worden.

 

Der Erfolg

Zum Vergleich: Im Jahr 2017 (Stand: 08. März) waren in Deutschland durch das Bundeskriminalamt (BMI) 602 islamistische Gefährder identifiziert, davon hielten sich ca. 200 auf freiem Fuß auf.

Statistik: Anzahl der in Deutschland bekannten sowie der sich in Deutschland aufhaltenden islamistischen Gefährder im Jahr 2017 (Stand: 08. März) | Statista

Wie hoch mag die Anzahl der Gefährder unter den mehr als 100.000 Personen sein, die nicht identfiziert wurden, weil sie in Deutschland ohne (gültigen) Ausweis einreisen durften?

Die Anzahl der identifizierten islamistischen Gefährder ist in Deutschland etwa so hoch wie in Afghanistan. Der Kriegsschauplatz ließe sich also leicht über die offenen Grenzen nach Deutschland verschieben. Dies führt zu der durchaus berechtigten Frage, wann und womit Deutschland freigebombt werden wird?

Die Kosten für eine Bombe des Typs GBU-43 / B betragen 14,6 Millionen US-Dollar. Darau ergibt sich eine leichte Rechenaufgabe für Grundschüler: Wieviele GBU-43 / B müssten über Deutschland abgeworfen werden, um die Gefährder zu vernichten? Ist der Gedanke empörend, dass US-Bomben Deutschland eines Tages auf Deutschland abgeworfen könnten, um den Terror auszulöschen? Was unterscheidet Deutschland von Afghanistan? So sah es in Afghanistan in den 1960ern aus:

Die erhoffte psychologische Wirkung der MOAB auf Überlebende oder Beobachter des Bombenabwurfs dürfte angesichts der Eskalation der Kriege, auch durch den Einsatz in Afghanistan, keine Wirkung mehr haben. Der Kampf lässt sich immer weniger auf lokale Schauplätze begrenzen.

 

 “Mutter aller Bomben” – Mehr als nur zur Abschreckung

MOAB wurde erstmals am 11. März 2003 in Florida getestet, weniger als zwei Wochen vor Beginn des Irak Krieges. Sie kam während des Krieges gegen den Irak nicht zum Einsatz, soll aber dennoch ihren Job gemacht haben. Analysten zu der Zeit hätten auf die psychologische Wirkung verwiesen. Dies sei der Grund für den Bau und die Gestaltung dieser Bombe gewesen, die sowohl psychologisch wie auch funktional war.

Mit dem Einsatz des GBU-43 / B MOAB am Donnerstag sei jedoch klar, sagt inverse.com, dass die USA daran interessiert sind, die Bombe mehr als nur zur Abschreckung zu nutzen.

MOAB – Test, 11. März 2003, in Florida

Quellen:

Titelfoto: Flickr / Dawlad Ast

Foto: Expert Infantry

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
image_pdfimage_print