Lithium

Was kümmert die Klimaschützer die Erde der anderen? Lithium aus Bolivien

Während die “Fossil-Free-Bewegung” unter dem Banner des “Klimaschutzes” ein riesiges Spektakel um die Förderung der Braunkohle und Tagebaue macht, schweigen ihre Anhänger, wenn es um die Umwelt- und Naturzerstörung für Erneuerbare Energien und Elektromobile geht.

 

Elektromobile brauchen große Mengen an Lithium

Damit 90 Prozent der Autos weltweit elektrisch fahren können, sind einer Studie des Bundesumweltministeriums zufolge 450 000 Tonnen Lithium pro Jahr nötig. Aber um Material für einen Tesla-Akku zu gewinnen, müssten die Produzenten mehrere Millionen Liter Wasser verdunsten lassen.

Bolivien verfügt über die größten Lithiumreserven der Welt. Ohne Lithium keine globale Elektro-Auto-Offensive, man braucht den Rohstoff für die Batterien. Indigene Gemeinden fürchten irreparable Umweltzerstörungen. Das kümmert weder die friedlichen Teilnehmer an Klimaschutzdemonstrationen, noch die “Klimaschutzaktivisten”, die freiwilligen Sturmabteilungen der Großkonzerne, deren Geschäftskonzept “Umweltschutz” lautet. Für die freiwilligen Söldner, deren strategisch geplante und durchorganisierte Auftritte man in der Lausitz und in Hamburg beobachten konnte, gibt es noch keine passende Bezeichnung.

Foto: rodrigojicarvalho, Salar de Uyuni, pixabay

„Lithium ist für unsere Entwicklung das strategische Element – und für die Welt“, zitiert die Saarbrücker Zeitung den politischen Direktor des Lithiumprogramms, Juan Carlos Montenegro. Er habe in Heidelberg Mineralogie studiert, erwähnt die Zeitung.

Die Lithium-Anlage in Bolivien wird vom Thüringer Unternehmen K-Utec geplant. “Wer Zugriff auf den Bau und eine Beteiligung beim Betrieb bekommt, hat in einem der Zukunftsmärkte einen Fuß in der Tür”, meint die Saarbrücker Zeitung. Kritiker warnen, dass der Wunsch Boliviens, das Land könne durch eine riesige Batteriefabrik für die Autokonzerne, die gebaut werden sollen, reich werden, nicht in Erfüllung gehen könnte.

 

Lithium

Der extrem hohe Wasserverbrauch für die Herstellung von Lithium führt in den umliegenden Gemeinden zu Wasserknappheit, Bodenkontaminierung und einer Verseuchung des Trinkwassers, da das Abwasser aus dem Abbauprozess oft ungeklärt abgeleitet wird. „Es gibt zwei große Probleme: Den Wasserverbrauch und den Energieverbrauch“, sagte Michael Alvarez Kalverkamp, Pressesprecher für Internationale Zusammenarbeit der Heinrich-Böll-Stiftung laut arte. Durch den Abbau seltener Metalle erhöhe sich der Energiebedarf in den Herkunftsländern, weshalb in preiswerte Energie wie Kohlekraft investiert werde, was zu neuen Umweltproblemen führe.

Umweltprobleme werden durch politisch motivierte Aktivisten jedoch zur Seite gewischt. Für sie steht fest, dass die Nutzung fossiler Energiequellen die Hauptursache für den menschengemachten Klimawandel und daher der schlimmste aller Feinde ist. Sie verdammen den Braunkohletagebau, schließen sich der “Fossil-Free”-Bewegung an und denken nicht darüber nach, welchen grausamen Beitrag sie selbst zur Zerstörung des Planeten Erde leisten. Sie könnten wissen, welche Umweltschäden durch die Goldgräberstimmung im Bereich der Erneuerbaren Energien entstehen – wenn sie es wissen wollten.

“Windkraft ist nicht so umweltfreundlich wie man denkt” – eine sehenswerte Sendung von Panorama (2011):

Titelfoto: jerzykwpodrozy, pixabay – Salar de Uyuni

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Bolivien: Kenntnisse über die Kernenergie sind Kenntnisse über das ABC der Natur

Bolivien wird 2015 mit dem Bau seines ersten Kernkraftwerkes beginnen. Bis 2025 soll es fertig gestellt sein. Außerdem werde Bolivien in den kommenden Jahren 2 Milliarden Dollar in ein Programm für die friedliche Nutzung der Kernenergie, verbunden mit medizinischen und landwirtschaftlichen Zielen, investieren, kündigte Boliviens Präsident, Evo Morales, am 2.10.2914 an. (1)

Die Kenntnisse über das Atom sind eine Frage der Selbstachtung eines Landes

Boliviens Vizepräsident Alvaro Garcia Linera hatte bereits am 21. August in seiner Rede zum Abschluss des VII. Internationalen Kongresses Öl und Gas in Santa Cruz, erklärt, dass sich sein Land den Herausforderungen der Nuklearphysik stellen werde, um ein Fundament für die technischen Entwicklungen der nächsten Jahrhunderte zu legen. Die Frage sei, “ob wir die Fähigkeit als Gesellschaft haben, diese Kraft zu entdecken, sie zu respektieren und wissen werden, wie wir sie gemeinschaftlich und human zum Nutzen aller einsetzen können”.
Die Kenntnisse über das Atom bezeichnet Linera als eine Frage der Selbstachtung eines Landes, das nicht am Rande der Entwicklung stehen bleiben möchte. Linera: “Eine Gesellschaft die heutzutage geachtet wird – und wir halten unsere Selbstachtung hoch – kann nicht am Rande stehen. Und wir werden nicht am Rand bleiben.” Er fuhr fort: “Kernenergie existiert unabhängig von uns. Diese Prozesse finden in der Natur statt, im menschlichen Körper, in physikalischen und chemischen Vorgängen. Die Frage ist, ob wir die Fähigkeit als Gesellschaft haben, diese Kraft zu entdecken, sie zu respektieren und wissen werden, wie wir sie gemeinschaftlich und human zum Nutzen aller einsetzen können… Es macht keinen Unterschied wie lange es dauert. Wir werden es machen, weil wir davon überzeugt sind, dass wir damit die Bedingungen für die technologische Entwicklung der Bolivianer für die nächsten 400-500 Jahre festigen können.“ (2)

Unabhängigkeit von Entwicklungsmodellen

Die Kernenergie habe eine Schlüsselfunktion für die Wirtschaft, sie ermögliche Bolivien die Unabhängigkeit von Entwicklungsmodellen, erklärte die Ministerin für Entwicklungsplanung Elba Viviana Caro Hinojosa in einem Interview: “Die Kernenergie ist für uns grundlegender Bestandteil für Technologieentwicklung. Bolivien muss einen bedeutenden Technologiesprung machen. Zumal wir über die natürlichen Ressourcen verfügen, die diesen Sprung ermöglichen. Es ist unsere Pflicht, die technologische Kluft des Landes zu überwinden, die Bolivien den Zugang zu anderen Wirtschaftssektoren und Märkten verhindert. Für uns bedeutet Kernenergie also das Schließen vieler dieser Lücken. So wird dem Land eine starke produktive Struktur möglich, sowie die Entwicklung mit der Kernenergie zusammenhängender Technologien, die sonst nicht ins Land kommen.”

Bolivien verfolge ein nachhaltiges Entwicklungsmodell. Die harmonische Nutzung unserer natürlichen Ressourcen sei sehr wichtig, besonders die Umweltverträglichkeit. Ihr Entwicklungsmodell entstehe von Innen heraus: “Wir folgen keinen bestehenden Entwicklungsmodellen, sondern bestreiten einen eigenen Prozess des Nachdenkens. Also “Grassroot Development”, das ist Entwicklung von Unten”, erklärte die Ministerin in einem Interview. (3)

In Lateinamerika nutzen bislang Argentinien, Mexiko und Brasilien Atomkraft.

Den Unabhängigkeitsaspekt hob auch Leonardo Sobehart, Leiter der Abteilung Neuaufträge für Nuklearprojekte des argentinischen Hochtechnologiekonzerns INVAP, hervor. Er wies in einem Interview mit dem bolivianischen Magazin Reporte Energie darauf hin, dass der wirtschaftliche Nutzen der Kernkraft die Grundlage für die wahre Unabhängigkeit eines Landes lege.
Sobehart betonte, die Nuklearenergie und die Wissenschaft seien ein Instrument der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit.

Auf die Frage, was Argentinien aus dem Prozeß der Entwicklung der Kernkraft gelernt habe, antwortete Sobehart: „Die Kernkraft hat in Argentinien nicht nur dazu beigetragen, den grundlegenden Bedarf der Bevölkerung im Bereich von Energie, Gesundheitsdiensten, Industrie, Landwirtschaft, Bergbau und Sicherheit zu decken, sie schafft auch Synergieeffekte bei der Entwicklung der erzieherischen, wissenschaftlichen, technologischen und industriellen Infrastruktur. Nach mehr als sechs Jahrzehnten ständiger Bemühungen sind die nuklearen Aktivitäten zu einer der tragenden Säulen der Fähigkeit des Landes geworden, hochwertige Güter und Dienstleistungen zu exportieren, die auch andere Wissensbereiche, wie z.B. die Luft- und Raumfahrt unterstützt und ihnen als Vorbild gedient hat.

Argentinien habe ausreichende Kapazitäten, um sämtliche Einrichtungen des nuklearen Brennstoffkreislaufs zu entwerfen, zu bauen und zu betreiben: “Unsere vielleicht größte Herausforderung heute ist, den Bau des von uns selbst entwickelten Kernkraftwerks fertigzustellen und dies endlich in unser Produktangebot aufzunehmen. Das ist eine Herausforderung, die wir uns vor 20 Jahren gestellt haben, aber heute stehen wir kurz davor, sie zu erreichen.“ (4)

 

Foto: Pedro Szekely, "Father Obermaier Church, Oruro, Bolivia",  http://piqs.de/fotos/146232.html

Foto: Pedro Szekely, “Father Obermaier Church, Oruro, Bolivia”, http://piqs.de/fotos/146232.html

Studien- und Rundreisen Bolivien ► Storchmann Reisen

 

Quellen:

(1) http://lainfo.es/de/2014/10/02/bolivien-entwickeln-erzeugung-von-kernenergie-strategie/
(2) https://www.bueso.de/node/7631
(3) http://www.blickpunkt-lateinamerika.de/news-details/article/wir-wollen-mehr-gleichheit/3446.html?no_cache=1&cHash=5542dc1741cfc356664f540dd4f99441
(4) https://www.bueso.de/node/7638

 

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