Aggressionen

Kreml-Berater: Nur Unabhängigkeit vom Dollar kann US-Aggressionen stoppen

Der einzige Weg, um die US-Aggressionen zu stoppen ist, den Dollar loszuwerden

Der einzige Weg, um die Aggressionen der Vereinigten Staaten zu stoppen, sei, die Abhängigkeit vom Dollar loszuwerden, sagte der Kreml-Berater Sergey Glazyev am Freitag in einem Interview mit den TASS Nachrichten.

Je aggressiver die Amerikaner seien, desto schneller werde sich der endgültige Zusammenbruch des Dollars als der einzige Weg für die Opfer der amerikanischen Aggression zeigen, um diese Aggression zu stoppen und den Dollar loszuwerden. “Sobald wir und China mit dem Dollar fertig sind, wird es das Ende der militärischen Macht der Vereinigten Staaten sein “, sagte Sergey Glazyev in dem Interview mit TASS.

 

Donald Trump macht, was die herrschende Elite von ihm erwartet

Die Politik des neuen US-Präsidenten kommentierte Glazyev mit der Feststellung, dass Donald Trump das tue, was die herrschende Elite von ihm erwarte. Er habe keine Illusionen über ihn, dass er die Politik ändern werde. “Zuerst ist die Aggressivität Amerikas in der Welt ist in der Bestrebung verwurzelt, die Hegemonie Amerikas in einer Situation zu bewahren, in der sie bereits die Führung in der Wirtschaft an China abgetreten haben”, sagte er.

“Die Vereinigten Staaten haben keine anderen Werkzeuge als den Knüppel, um allen anderen den Dollar aufzuzwingen. Deshalb schwelgen sie in einem hybriden Krieg mit der ganzen Welt, um die Belastung ihrer Schulden auf andere Länder zu verlagern, um alle auf den Dollar zu beschränken Territorien zu schwächen, die sie nicht kontrollieren können.”

 

Anti-russische Hysterie und wachsende Russophobie

In diesem Zusammenhang könne die anti-russische Hysterie und die wachsende Russophobie als ein langfristiger Faktor betrachtet werden, der mit den spezifischen Interessen der herrschenden Elite der Vereinigten Staaten zusammenhängt, sagte Putins Berater.

“Objektiv gesprochen, führen sie einen globalen Hybridkrieg und in subjektiven Worten ist dieser Krieg gegen uns gerichtet.” Es gehe um die Kontrolle über die Rimland Nationen und Trump drücke diese Interessen aus. (Der us-amerikanische Geopolitiker Nicholas John Spykman war 1943 zu der These gelangt, die besagte “Wer das Rimland kontrolliert, beherrscht Eurasien, und wer Eurasien beherrscht, der kontrolliert das Schicksal der Welt. Mit “Rimland” bezeichnete Spykman die dicht bevölkerten und strategisch bedeutsamen Küstenregionen Eurasiens, zu denen insbesondere auch Westeuropa und Japan zählen …”)

 

Exporte der Gazprom nach China in chinesischer Landeswährung Yuan

Einen ersten wichtigen Schritt zur Zusammenarbeit haben nun die Energieunternehmen Russlands und China bereits 2015 gesetzt. Seit dem 9.6.2015 wickelt Russland seinen Öl-Export nach China in Yuan ab. Sowohl die Exporte der Gazprom aus der Östlichen Sibirisch–Pazifischen Pipeline nach China als auch das Öl-Geschäft aus der Arktis werden in Zukunft in der Landeswährung Yuan getätigt, berichtete 2015 RT. Der Wert des Abkommens beträgt umgerechnet 400 Milliarden US-Dollar. Für die USA könnte sich die Abkehr vom Dollar wegen der Auslandsschulden und ihres Leistungsbilanzdefizit als nachteilig erweisen.

Die Sanktionen gegen Russland haben die Zusammenarbeit zwischen der Russischen Föderation und China beschleunigt. Dies bestätigte der Premierminister der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew, am 11.6.2017 auf dem 17. Weltkongress der russischen Presse. Sie seien in wirtschaftlicher Hinsicht ein Ansporn gewesen, mit Asien aktiver zusammenzuarbeiten.

 

Foro: geralt, pixabay

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Nadija Sawtschenko, Kampfpilotin – Anfang und Ende einer politischen Inszenierung

Sie war für wenige Monate ein Popstar, berühmteste Ukrainerin auch im Westen, hielt patriotische Reden, lag noch im Sommer 2016 in den Umfragen vor dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, die Ukrainer wünschten sich Nadeschda Sawtschenko sogar als Präsidenten. Sie war Kampfpilotin, in Gefangenschaft, in russischer Haft und im Hungerstreik. Perfekt für eine Inszenierung. “Es kommen Tausende Kandidaten in die Gefängnisse – gezwungenermaßen. Und von Tausenden schaffen es einige, Popstars zu werden: der Oligarch Michail Chodorkowskij, die Pussy-Riot-Girls. Und jetzt: Nadija Sawtschenko”, schrieb Sputniknews.

Innerhalb von wenigen Monaten ist der Traum vom Popstar gerade eben zerplatzt.

 

Im Fahrstuhl nach oben

Als Sawtschenko nach ihrer Freilassung im Mai den ukrainischen Boden barfuß betrat, war die Show perfekt. Kameramänner jagten sie und Frauen verfolgten sie mit Mikrofonen, schrieb die FAZ. Politiker hatten sich über mehrere Jahre auf eine Inszenierung vorbereitet, egal wie das Urteil für Sawtschenko ausgehen würde. Die Grünen-Europapolitikerin Rebecca Harms hatte zum Beispiel 2014 per Twitter zu Spenden für die Anwälte Sawtschenkos aufgerufen. Nadeschda Sawtschenko war zur Nationalheldin und zum Popstar der westlichen Welt bestimmt, so wie vor ihr Julia Timoschenko, der Oligarch Michail Chodorkowskij oder die Pussy-Riot-Girls. Die überraschende Begnadigung Sawtschenkos durch Wladimir Putin lag zwar nicht im Sinne der Regie, aber auch sie ließ sich für die PR-Arbeit gegen Russland nutzen.

Noch während ihrer Haft in Russland und in Abwesenheit war die Kampfpilotin als Abgeordnete der Vaterlandspartei von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko in die Oberste Rada, das ukrainische Parlament, bestimmt und dann auch als Delegierte des Landes in die Parlamentarische Versammlung des Europarates entsandt worden.

Die Umgehung einer regulären Wahl und die unstatthafte Einsetzung Sawtschenkos in ein politisches Amt war die Belohnung für ihre anti-russischen Stellungnahmen. Sie forderte den Westen auf, mehr Druck auf Russland auszuüben und sagte zum Beispiel. “Ich denke, dass die Welt endlich verstehen muss: (Wladimir) Putins Hunger wird niemals enden”, sagte sie zu möglichen weiteren territorialen Ansprüchen des Nachbarn, der bereits die Krim annektiert hat und die Separatisten im Donbass aktiv unterstützt. “Er will nach und nach weitere Regionen und Länder erobern. Es braucht deshalb massiven wirtschaftlichen und politischen Druck.” Sawtschenko lieferte, was der Westen von ihr erwartete.

 

Im Fahrstuhl nach unten

Heute jedoch, nur wenige Monate später, fürchtet das Parlamentsmitglied Nadeschda Sawtschenko um ihr Leben. Aus ihrer Sicht trachten diejenigen danach, die sie noch vor wenigen Monaten als Nationalheldin der Ukraine gefeiert haben. In einem Interview mit dem ukrainischen Fernsehsender NewsOne behauptete sie, das Präsidialamt Petro Poroschenkos würde ein Mordattentat gegen sie planen. Nach ihren Worten sei sie auf ein solches Vorgehen der Machthaber gefasst und kenne die Daten und Tage, wann das passieren werde, berichtet der Sender.

Fest steht, dass mit Beschluss vom 23.12.2016 Nadeschda Sawtschenko nicht mehr an den Sitzungen des Parlamentarischen Ausschusses für nationale Sicherheit und Verteidigung teilnehmen wird. Sie sei aus dem Ausschuss ausgewiesen worden wegen des sensationellen letzten Politiktreffens mit den Leitern der “DNI/LC”. Darüber hinaus habe sie “anti-ukrainische Aussagen” gemacht, zitiert NewsOne ein Mitglied des Ausschusses.

Wie ist es möglich, dass die als Nationalheldin international gefeierte ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko, die 2014 als Mitglied des rechtsextremen Bataillons Aidar gegen die Volksmilizen im Donbass gekämpft, von einem russischen Gericht wegen Beihilfe zur Ermordung von zwei russischen Journalisten schuldig gesprochen, zu 22 Jahren Haft verurteilt, von Russlands Präsident Waldimir Putin am 25. Mai 2016 begnadigt und noch am selben Tag unter Begeisterungsstürmen auch der deutschen Medien nach Kiew zurückkehrte, jetzt auf einer “Abschussliste” steht?

Ihr Vergehen besteht darin, dass sie die Vertreter der selbsternannten Volksrepubliken Donezk (DNI) und Lugansk (LC), die von der ukrainischen Regierung, der Europäischen Union und den USA nicht anerkannt werden, nicht als Terroristen bezeichnet. Ihr werden zum Beispiel Äußerungen in einem Interview für den ukrainischen Sender Espresso TV vorgeworfen. Sie hatte im Interview gesagt:

„So wie wir auf dem Maidan der Janukowitsch-Regierung entgegentraten, so kämpfen auch die Jungs der Volksrepubliken Lugansk und Donezk gegen die Regierung von Poroschenko. Und sie sind keine Terroristen.“

Kurz zuvor hatte sich Nadeschda Sawtschenko mit den Chefs der ostukrainischen Separatisten, Alexander Sachartschenko und Igor Plotnizki, in Minsk in Weißrussland getroffen. Ziel der Gespräche sei die Freilassung ukrainischer Soldaten gewesen, berichten mehrere Medien. Die Fraktion der Vaterlandspartei, die von der Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko geführt wird, habe daraufhin ihre einstige Spitzenkandidatin aus ihren Reihen ausgeschlossen.

Nicht die Äußerungen Sawtschenkos im Parlament und in den Medien haben zu Spannungen mit den Machteliten geführt, höchstens das Ende der Inszenierung beschleunigt. Der Rauswurf aus der Europarats-Delegation und aus dem Verteidigungssauschuss kommt nicht überraschend, er gehört offenbar zu den Regeln einer Inszenierung, die der Chefredakteur der “Bild”, Kai Diekmann, anlässlich des Rücktritts des damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff mit folgenden Worten beschrieben hat: “Wer mit der Bild im Aufzug nach oben fährt, fährt mit ihr auch wieder nach unten.”

Ähnlich wie Wulff und vielen anderen ergeht es jetzt Nadeschda Sawtschenko. Dies wird durch die Vorsitzende des auswärtigen Ausschusses der Ukraine, Anna Gopko, deutlich. Die Zeitung „KP“ zitiert Gopko mit den Worten: „Als wir sie 2014 in die Delegation aufnahmen, wollten wir die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf ihren gesetzwidrigen Arrest in Russland hinweisen.“ Der Grund sei nach ihrer Rückkehr weggefallen. Für den fraktionsübergreifenden Beschluss hatten 237 Volksvertreter gestimmt.

Die Show ist jetzt beendet, den Popstar gibt es nicht mehr. Die nächste Castingshow wird nicht lange auf sich warten lassen.

 

Quellen:

  • http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/8613052/sawtschenko-kritisiert-debatte-ueber-lockerung-von-sanktionen.html
  • https://newsone.ua/ru/savchenko-otstranili-ot-otvetstvennosti-za-nacbezopasnost-i-oboronu/
  • https://de.sputniknews.com/politik/20161216313794242-keine-terroristen-im-donbass-laut-sawtschenko/
  • https://de.sputniknews.com/politik/20161219313830452-sawtschenko-poroschenko-toeten/
  • http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kampfpilotin-nadija-sawtschenko-will-praesidentin-der-ukraine-werden-14406721.html 29.08.2016
  • http://www.handelsblatt.com/politik/international/ukrainische-kampfpilotin-nationalheldin-im-parlament-isoliert/19175130.html
  • http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/pussy-riot-lady-suppenhuhn-11867761.html
  • http://derstandard.at/2000049779386/Kiews-Parlament-schliesst-Sawtschenko-aus-Europarats-Delegation-aus

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EiszeitGabriele Krone-Schmalz: Eiszeit. Wie Russland dämonisiert wird und warum das so gefährlich ist
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In ihrem neuen Buch warnt Gabriele Krone-Schmalz vor einem Rückfall in die einfachen Denkmuster und klaren Feindbilder des Kalten Krieges. Wladimir Putins Ziele seien expansiv, wird behauptet, er bedrohe Polen und das Baltikum. (mehr …)

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Kernkraftwerk Kudankulam – Indo-Russisches Projekt für grünes Wachstum

Der indische Premierminister Narendra Modi und der russische Präsident Wladimir Putin haben am 10. August 2016 die Einheit 1 des 1.000-MW-Kernkraftwerks Kudankulam eingeweiht. Die Einweihung fand im Rahmen einer Videokonferenz zusammen mit J. Jayalalithaa, Ministerpräsident des indischen Bundeslandes Tamil Nadu, Standort des Kernkraftwerks, statt. 

Gemeinschaftsprojekt zwischen Indien und Russland zur friedlichen Nutzung der Kernenergie

Das Kernkraftwerk Kudankulam soll insgesamt fünf Energieblöcke mit je 1000 Megawatt Leistung bekommen. Die Kernkraftanlage wird dann die Bundesstaaten Tamilnadu, Kerala, Karnataka und Andhra Pradesh sowie das Unionsterritorium Puducherry mit Strom versorgen.

Mit der Vollinbetriebnahme des ersten und später auch des zweiten Reaktorblocks des Atomkraftwerkes werde die Energieversorgung Indiens deutlich verbessert und die wirtschaftliche Position des Landes gestärkt, sagte Putin. Er gehe davon aus, dass sich die sozial-ökonomische Aufgaben in einem so mächtigen Land wie Indien nicht ohne Atomenergie lösen lassen, berichtet Sputnik News. Der Präsident habe auch darauf verwiesen, dass das Projekt mit von Russland bereitgestellten Geldmitteln finanziert werde, wobei der Staat 85 Prozent der Baukosten übernehme.

Premierminister Modi habe darauf hingewiesen, berichtet World Nuclear NEWS (WNN), dass Indien und Russland planten, eine Reihe von Kernkraftwerken zu bauen. Putin erklärte, dass die Einheit mit der neuesten russischen Kernkrafttechnik gebaut worden sei. Es sei bekannt, habe er hinzugefügt, dass Russland eines der weltweit führenden Unternehmen in der Kerntechnik sei und Russland sich freue, die russische Technologie mit den indischen Kollegen zu teilen. Die Inbetriebnahme des ersten Energieblocks bedeutet laut Putin eine umfassende Arbeit zur Schaffung einer neuen hochtechnologischen Kernenergiebranche in Indien und sehe unter anderem die Ausbildung von Fachkräften vor.

Zusammenarbeit zwischen Indien und Russland beim Bau von Kernkraftwerken seit 1988

Die Zusammenarbeit zwischen Indien und Russland beim Bau von Kernkraftwerken hat ihren Ursprung in einer zwischenstaatlichen Vereinbarung, die vom damaligen indischen Premierminister Rajiv Gandhi und dem Präsidenten der Sowjetunion Michail Gorbatschow im Jahr 1988 unterzeichnet wurde. Die Reaktoren sollten ursprünglich im Dezember 2007 und Dezember 2008 mit dem kommerziellen Betrieb beginnen. Die Einheit 1 war im März 2011 betriebsbereit, aber seine Inbetriebnahme wurde durch Proteste und rechtliche Schritte nach dem Unfall der Anlage im japanischen Fukushima Daiichi im selben Monat verzögert.

Die Einheit 2 – Indiens 22. Kernreaktor – hat die erste Kritikalität im letzten Monat erreicht, sie soll Ende dieses Monats fertig sein. Beide Einheiten sind nach russischer Bauart WWER-1000-Druckwasserreaktoren. Der russische Präsident Wladimir Putin rechnet damit, dass noch in diesem Jahr ein russisch-indisches Abkommen über den Bau des dritten Reaktorblocks für das Kraftwerk Kudankulam in Südindien unterzeichnet wird.

Modi bekräftigte in der Videokonferenz am 10. August 2016 die Freundschaft zwischen Indien und Russland und bezeichnete das Indo-Russische Projekt als eine wichtige Ergänzung zu den Bemühungen, saubere Energie in Indien zu produzieren. Modi sagte laut The Indian Express, dass das Kudankulam Kernkraftwerk (KNPP) auch das gemeinsame Engagement von Indien und Russland signalisiere, “Wege der Partnerschaft für grünes Wachstum zu bauen.”

Die Indische Nachrichtenagentur IANS teilte gestern mit, dass Russlands neueste WWER-1200 – Reaktor -Technologie wahrscheinlich für zukünftige Anlagen verwendet werde, wobei Novovoronezh 6 von großem Interesse für Indien sei.

Während Modis Besuch in Moskau im Dezember letzten Jahres sagten Modi und Putin in einer gemeinsamen Erklärung, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung der Kernenergie ein “Eckpfeiler” ihrer strategischen Partnerschaft sei. Modi sagte, Indien plane insgesamt 12 russische Atomreaktoren an zwei Standorten, davon acht im Bereich von Kudankulam, wie Rosatom erklärte. Die Verträge sollen in diesem Herbst unterzeichnet werden.

Der indische Kabinett hatte im Januar mitgeteilt, dass die kommerziellen Verhandlungen zwischen NPCIL und US-Westinghouse über den Bau von sechs AP1000-Einheiten voraussichtlich in diesem Jahr abgeschlossen sein werden.

Nach der gestrigen Aussage Rosatoms, werden sich Putin und Modi als nächstes auf dem BRICS-Gipfel in Goa im Oktober 2016 treffen. BRICS ist ein Zusammenschluss von großen Schwellenländer, die Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika umfasst.

Quellen:

© Foto: Rosatom Flot, Kernkraftwerk Kudankulam in Indien

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Der Osten Europas setzt auf Kernkraft

Kernenergie-Technologie: Russland hängt den Westen ab

Deutschland ist mit einer Regierung gesegnet, die dem dubiosen Ziel einer „Rettung des Klimas“ weit höheren Wert beimisst als dem Wohlergehen der eigenen Bevölkerung. Dies manifestiert sich in EEG und „Klimaschutzplan 2050“, in der begonnenen Vernichtung der Automobilindustrie und der Vertreibung energieintensiver Industrien außer Landes. Dem Ziel der „Dekarbonisierung“ der Gesellschaft wird alles andere untergeordnet. Gleichzeitig wird die Kernkraft als einzige zuverlässig funktionierende CO2-arme Stromerzeugungstechnologie nicht nur in Deutschland selbst, sondern auch in europäischen Nachbarländern mit aller Macht bekämpft. Die Situation und den dadurch angerichteten Schaden analysiert die Historikerin Dr. Anna Veronika Wendland vom Herder-Institut in Marburg in einem hervorragend geschriebenen Beitrag in der FAZ vom 7. Juli [FAZ].

Abb. 01

Kernkraftwerks der Generation 3+ in Nowoworonesch*

In ihrem unter dem Titel „Atomenergie in Osteuropa Nicht ohne mein Kernkraftwerk“ erschienenen Artikel beweist die Historikerin umfassende technische Kenntnisse beim Vergleich des Standes der Kernkrafttechnologie in Russland und im Westen. Mit der im Mai erfolgten Inbetriebnahme des VVER-1200/392M im russischen Kernkraftwerk Nowoworonesch II sei erstmals in Europa ein Druckwasserreaktor der sogenannten Generation III+ in Betrieb genommen worden, dessen Sicherheitscharakteristika die der Anlagen im westlichen Teil des Kontinents übertreffen – auch die der deutschen. Merkmal dieser Reaktorgeneration der russischen Familie „AES-2006“ seien neben ihrer höheren Wirtschaftlichkeit vor allem die Sicherheitssysteme, die den neuesten EU-Anforderungen für Neuanlagen entsprechen müssen.

Diese sind so ausgelegt, dass sie auch im „Fukushima-Fall“ – dem Totalausfall jeglicher internen wie externen Stromversorgung – eine sichere Abfuhr der Nachzerfallswärme aus einem Kernreaktor gewährleisten sollen. Hierbei kommen passive Systeme zum Einsatz, die ohne elektrisch betriebene Komponenten arbeiten. Dazu wird der im Dampferzeuger entstehende Dampf nicht im üblichen Wasser-Dampf-Kreislauf kondensiert und mittels Kondensat- und Speisewasserpumpen wieder in den Dampferzeuger zurückbefördert, sondern über ein außenluftgekühltes System kondensiert, und das Kondensat wird per Naturumlauf, ohne „aktive“ Pumpen, wieder dem Dampferzeuger zugeführt.

Damit entspricht die Sicherheitsstufe des russischen Systems dem des französisch-deutschen EPR-Reaktors und ist den aktuell in Deutschland laufenden Vorkonvoi- und Konvoi-Anlagen von Siemens-KWU weit voraus. Allerdings ist der europäische EPR noch längst nicht in Betrieb, weil die EPR-Projekte in Frankreich, Finnland und China unter großen Anlaufschwierigkeiten durch Kostenexplosionen, Skandale, Rechtsstreitigkeiten und Bauverzögerungen leiden, während der russische Reaktor bereits läuft [ROSA]. Dr. Wendland hebt insbesondere die Effizienz in der Umsetzung hervor: Die russischen Reaktorbauer wickelten ihre nuklearen Großprojekte wesentlich kostengünstiger und zügiger ab als die Europäer, aber auch als Amerikaner und Japaner.

In Russland, China, Indien und demnächst auch in Finnland errichteten sie ihre Anlagen mit stoischer Routine und hoher Professionalität, scheinbar ohne durch die „klassischen“ russischen Probleme – Korruption, darniederliegende Infrastruktur, Bildungsmisere, fehlende Rechtssicherheit – beeinträchtigt zu werden.
Ihr Geheimnis sei nicht nur die Erfahrung, sondern auch die besondere Organisationsform ihrer Staats-Kerntechnik, die Lösungen aus einer Hand anbiete und keine komplexen Subunternehmensgeflechte an den Baustellen kenne. Gerade Auftraggeber aus Schwellenländern, die auf das Preis-Leistungs-Verhältnis schauen, bevorzugten daher russische Anlagen.

Historischer Wechsel der Technologieführerschaft

Deutschland, so Dr. Wendland, habe mit der Aufgabe seiner früheren Spitzenposition im kerntechnischen Anlagenbau einen großen Fehler insbesondere mit Blick auf Osteuropa begangen. Dort staune man über die deutsche Selbstdemontage, habe man deutsche Kernkraftwerke dort doch lange als Goldstandard für kerntechnische Sicherheit angesehen. Vor drei Jahrzehnten, als die damals noch sowjetische zivile Kerntechnik in Tschernobyl in Trümmern lag, hätte niemand die Vorhersage gewagt, dass sich Osteuropäer einmal an die Spitze der Entwicklung setzen würden. Doch während Tschernobyl und Fukushima in Deutschland einen Stimmungsumschwung gegen Kernkraft bewirkten, habe man in Russland, der Ukraine und den Länder Ostmitteleuropas die Atomangst überwunden und die Krise als Chance genutzt. Weder in der Ukraine noch in Russland, weder in Tschechien, Polen, der Slowakei oder Ungarn gebe es starke Anti-Atom-Bewegungen. Dabei habe man in den nichtrussischen Ländern Osteuropas aufgrund der sich verschärfenden politischen Differenzen teilweise Lösungen gefunden, die sowohl auf russischer als auch auf westlicher Technologie beruhten.

Die Bundesregierung „fordert in harschem Ton Gefolgschaft“

Wenig Gegenliebe findet die deutsche Energiepolitik nach Erkenntnissen von Dr. Wendland auch wegen ihrer Intoleranz und dem damit gepaarten Machtanspruch. Trotz unterschiedlicher Motive und politischer Präferenzen – Polen und die Ukraine setzten auf westliche Partner, Tschechen und Ungarn auf russische – seien sich die östlichen Nachbarn in ihrem Unmut über den deutschen Energiewende-Alleingang einig. In Windspitzenzeiten destabilisiere nicht gebrauchter deutscher Strom die Netze in Polen und Tschechien.

Die Ostmitteleuropäer unterstützten EU-Initiativen zu innovativer Kernforschung, während Berlin dieselben als „rückwärtsgewandt“ abkanzele und in Brüssel sogar Druck mache, um sie zu stoppen. Deutschland fordere in harschem Ton Gefolgschaft, zuletzt mit einem Einmischungsversuch in Belange der belgischen Atomaufsicht. Die östlichen Nachbarn reagierten darauf zunehmend verärgert und stellten die Frage, warum Berlin europäische Solidarität für seine stockende Energiewende einfordere, wenn es sich bei der entsprechenden Beschlussfassung nicht mit seinen Nachbarn beraten habe? Auch missfalle den Osteuropäern der „moralische Imperialismus“ in den deutschen Aussagen. So handele man ohne Konsultation Polens eine für die Sicherheit Europas sensible russisch-deutsche Gastrasse aus, weil dies dem Frieden und der Entwicklungspartnerschaft diene. Man tadele die Polen, Tschechen und Ungarn für ihre Kernenergiepläne und behaupte, diese Kritik erfolge im Interesse des Überlebens der Menschheit. So ertönt in ganz Europa das Berliner Gerassel, und ungern hört man dies.

Hoffnung für Deutschland

Das Bemerkenswerte an diesem Beitrag von Dr. Wendland ist, dass er Hoffnung macht. Noch scheint es in Deutschland unabhängige und ernstzunehmende Wissenschaftler zu geben, die sowohl Sachkunde als auch den Mut mitbringen, dem grünen Mainstream nicht nach dem Mund zu reden. Wenn der „Dekarbonisierungs“-Alptraum irgendwann hoffentlich vorbei ist, sollte man sich an solche Namen erinnern und dafür sorgen, dass das ganze speichelleckende Völkchen, das eine tonangebende Predigertochter als „Berater“ der deutschen Regierung in Sachen Energie- und Klimapolitik in den verschiedensten Gremien wie Ethikkommission, Sachverständigenrat für Umweltfragen etc. pp. installiert hat, in die Wüste geschickt und durch wirklich kompetente Leute ersetzt wird. Womit man gleichzeitig auch noch einen Beitrag dazu leisten könnte, das Verhältnis zu unserem größten Nachbarn im Osten zu entkrampfen.

Russland hat jedenfalls durch die erfolgreiche Inbetriebnahme in Nowoworonesch seine Bedeutung als weltweit ernstzunehmende Techniknation bestätigt, auf die bereits Mitte Mai in einem Artikel bei EIKE hingewiesen wurde [MUEL]. Immerhin sind weltweit über 570 Kernkraftwerke entweder im Bau, in der Planungsphase oder zumindest in der Diskussion, und mit diesem Erfolg hat es seine Chancen, an diesem Riesenmarkt zu partizipieren, deutlich verbessert.

Fred F. Mueller

 

*Grafische Darstellung des modernen russischen Kernkraftwerks der Generation 3+ in Nowoworonesch
(http://www.rosenergoatom.ru/media/files/magazine/REA0_0108.pdf (Seite 32/33)) Original uploader was TZV at de.wikipedia)

Quellen:

[FAZ] http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/atomenergie-in-osteuropa-nicht-ohne-mein-kernkraftwerk-14311657.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
[MUEL] http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/fakten-die-man-nicht-ignorieren-sollte-russland-ein-kommender-globaler-energieriese/
[ROSA] http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/europa_cee/4981378/AtomExport_Rosatom-sieht-sich-technologisch-an-der-Weltspitze

 


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stromMichel Limburg, Fred F. Mueller, Arnold Vaatz:
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“Krim – der Weg in die Heimat” Ein russisches Filmwerk, erstmals in deutscher Sprache

“Krim – der Weg in die Heimat”, ein russisches Filmwerk nun erstmals in deutscher Sprache. “Lassen Sie sich die Möglichkeit nicht entgehen einen Blick in das Herz der Krim-Bevölkerung zu werfen und erfahren Sie durch eindrückliche Originalaufnahmen und Augenzeugenberichte, warum die ‪#‎Krim‬ sich ‪#‎Russland‬ anschloss.” Präsentiert von Kla.TV, mit der Bitte an die Zuschauer, “diesen in Deutsch übersetzten Film von Rossija 1 nicht als russische Propaganda zu verstehen. Vielmehr soll er den Menschen im Westen ermöglichen, sich in die Situation der Bewohner der Krim hineinzuversetzen.”

Sendungstext in geschriebener Form

Krim – der Weg in die Heimat 27.03.2016
Vor rund zwei Jahren, am 16. März 2014, wurde auf der damals ukrainischen Halbinsel Krim ein Referendum über den Status der Krim durchgeführt. Laut dem amtlichen Endergebnis sprachen sich 96,77 % der Abstimmenden für einen Anschluss an Russland aus. Dies bei einer Wahlbeteiligung von 83.1 %. Dieses Referendum war eine Gegenreaktion auf den äußerst blutigen Putsch gegen die legitim gewählte Regierung Kiews von Februar 2014. Er wird oftmals verharmlosend Euro-Maidan genannt. Auf die brutalen Ausschreitungen auf dem Maidan folgten nämlich gewaltsame Repressionen gegen die russisch sprechende Bevölkerung der Krim. Dadurch wurde klar, dass sich auf der ukrainischen Halbinsel ein ebenso blutiger Putsch ereignen wird, falls die Bevölkerung die neue, nicht legitim gewählte Regierung nicht akzeptieren würde. Diese aber konnte sich unter die neuen Weisungen, wie z.B. kein russisch, sondern nur ukrainisch zu sprechen, nicht beugen. Die Menschen wollten aber mit allen Mitteln vermeiden, sich gewaltsam zu wehren. So planten sie stattdessen – gemäß dem im Völkerrecht verankerten Selbstbestimmungsrecht – eine offizielle Abstimmung über die weitere Zugehörigkeit der Krim. Im nachfolgenden Film berichten der russische Präsident Vladimir Putin und verschiedenste Verantwortliche der Krim darüber, wie es möglich war – trotz gewaltiger Bedrohung durch mörderische Maidan-Anhänger und der neuen Putschregierung der Ukraine – dieses Referendum durchzuführen und die Krim gemäß dem Wunsch der Bevölkerung wieder in die Russische Föderation zu integrieren. Klagemauer.TV bittet die Zuschauer darum, diesen in Deutsch übersetzten Film von Rossija 1 nicht als russische Propaganda zu verstehen. Vielmehr soll er den Menschen im Westen ermöglichen, sich in die Situation der Bewohner der Krim hineinzuversetzen.
von bb.
Quellen/Links > http://www.kla.tv/7980

Anmerkung der Redaktion:

Wir können den historischen Wahrheitsgehalt des Dokumentarfilms nicht überprüfen. In den Medien wird ohne Unterlass von “russischer Annexion” gesprochen, obwohl renommierte Staatsrechtler dieser Darstellung widersprechen. Aus diesen beiden Gründen haben wir unkommentiert den Text von  Klagemauer.TV übernommen.
Siehe auch “Prof. Dr. jur. Reinhard Merkel: “Hat Russland die Krim annektiert?” “Nein.”

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Russland: Ein kommender globaler Energieriese?

Fakten, die man nicht ignorieren sollte

Russland: Ein kommender globaler Energieriese?

Europäische und insbesondere deutsche Medien beschränken sich in ihrer Berichterstattung über Russland und die dortigen Verhältnisse zumeist auf mehr oder weniger herabsetzende Charakterisierungen. Man vermittelt den Eindruck eines rückständigen, diktatorisch regierten Entwicklungslandes, das nur dank seiner Atomwaffen und seines Rohstoffreichtums lebensfähig sei. Abweichende Stimmen werden als „Putinversteher“ abqualifiziert. Wie wirksam diese flächendeckende Meinungsmache ist, kann man an den Kommentarspalten wichtiger Online-Medien erkennen, wo oft kübelweise Hohn und Spott in Richtung Osten abgelassen werden. Die Frage, ob man möglicherweise irgendwann gezwungen sein könnte, aus genau dem Brunnen zu trinken, den man zurzeit nach Kräften verunreinigt, scheint sich niemand zu stellen.

In diesem Chor ablehnender und abwertender Stimmen sind selten nachdenkliche Töne zu vernehmen. Eine Rolle spielt hier sicherlich die von einer höheren Pfarrerstochter maßgeblich bestimmte deutsche Politik. So war erst vor wenigen Tagen aus dem Kanzleramt zu hören, dass die G8 tot seien [SPIE]. Als Begründung wird angeführt, dass Moskau keine Anzeichen dafür zeige, die „Bedingungen für eine Rückkehr“ zu erfüllen. Und zudem seien die Amerikaner strikt gegen eine Wiederaufnahme. Begriffe wie „Interessenlage Deutschlands“ oder „Realpolitik“ finden sich in solchen Meldungen kaum. Der maßgeblich von Deutschland initiierte europäische Konsens beinhaltet eine einfache Kernbotschaft: Der ungezogene Rüpel hat so lange weiter in der Ecke zu stehen, bis der Schulmeister seine Meinung ändert. Konsequenzen für sich selbst scheint man in Berlin oder Brüssel nicht zu befürchten.
Auch die Medien schlagen nahezu flächendeckend in diese Kerbe. Die deutschen „Think Tanks“ scheinen statt nüchterner Analysen vornehmlich ideologische Begründungen für die Politik zu liefern. Vermutlich die einzige Möglichkeit, auch weiterhin Aufträge zu erhalten. Anscheinend muss man bis in die USA gehen, um Analytiker zu finden, die diesbezüglich öffentlich eine differenziertere Meinung vertreten. Einer von diesen ist Scott L. Montgomery von der Jackson School of International Studies der University of Washington, der in einem kürzlich in der „Huffington Post“ veröffentlichten Beitrag Fakten darlegte, mit denen man sich vielleicht näher beschäftigen sollte [HUPO]. Statt einer wörtlichen Übersetzung wurde für die folgende Darstellung die Form einer teils recht freien, eher sinngemäßen Interpretation gewählt. Diese Bereiche sind durch kursive Schrift kenntlich gemacht. Für Passagen, welche die persönliche Einschätzung des Autors wiedergeben, wurde dagegen normale Schrift gewählt. Auch Zwischenüberschriften stammen vom Autor.

Was hat denn Russland überhaupt zu bieten?

Bohrturm für eine Gasexploration

Bohrturm für eine Gasexploration

Zunächst warnt S. Montgomery davor, Russland als ein Land einzustufen, das seine Macht lediglich seinem Reichtum an Kohlenwasserstoffen – sprich Erdöl und Erdgas – verdanke. Eine solche Charakterisierung als „Petrostaat“ sei zu einseitig. In Wirklichkeit baue sich das Land nämlich als eine völlig neue Art von Energielieferant auf und gewinne dadurch mehr globalen Einfluss als selbst die Opec. Grund für den Unterschied sei Russlands Bedeutung auf einer Vielzahl entscheidender Energiesektoren, allen voran Öl, Gas, Kohle und Kernkraft. Diese breitgefächerte Energiestrategie, die auf fossile Brennstoffe ebenso setzt wie auf ein wiedererstarktes Nuklearprogramm, habe geopolitische ebenso wie wirtschaftliche Auswirkungen nicht nur für Russlands europäische Nachbarn, sondern auch für sich entwickelnde Nationen in der ganzen Welt.

Exportweltmeister bei Öl und bei Gas

In der Diskussion über das Verhältnis zu Russland werde oft übersehen, mit was für einem Riesen auf dem Öl- und Gassektor man es hier zu tun hat. Vielfach wird gar nicht zur Kenntnis genommen, dass dieses Land nach Saudi-Arabien der weltweit zweitgrößte Erdölexporteur ist. Noch bedeutender als beim Erdöl ist seine Rolle auf dem besonders zukunftsträchtigen Erdgassektor, wo es aktuell der mit Abstand dominierende Exporteur ist. Trotz zahlreicher Warnungen, dass die jetzigen hohen Pumpraten auf Dauer nicht durchzuhalten seien, gebe es keine Anzeichen für eine Änderung. Ein Grund hierfür sei sicherlich die kombinierte Wirkung des aktuellen Verfalls der Ölpreise sowie der im Zusammenhang mit der Ukraine verhängten Sanktionen. Dadurch wurden sowohl der Staat als auch die Wirtschaft schwer getroffen. Vorerst scheine dem Land nichts anderes übrigzubleiben, als weiterhin sein hohes Förderniveau beizubehalten.

Mittelfristige Stabilisierung

Rohre für eine Bohrlochauskleidung

Rohre für eine Bohrlochauskleidung

Trotz dieser Probleme hat das Land eine Gegenstrategie gefunden, die es ihm erlauben dürfte, die Auswirkungen abzufedern und sich langfristig sogar in eine bessere Ausgangsposition zu bringen. So hat Russland fortschrittliche neue Methoden zur Verbesserung der Ausbeute bei älteren Feldern eingesetzt und konnte dadurch den Rückgang ihrer Produktion kompensieren. Ergänzt wurde dies durch neu erschlossene Vorkommen im ostsibirischen Becken sowie auf der Sachalin-Insel. Diese Kombination hat es Russland ermöglicht, seine Produktion langsam, aber stetig zu steigern.

Raffination auf Rekordniveau

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen Russland und vielen anderen ölexportierenden Ländern betrifft die Tatsache, dass die Russen nicht nur die reinen Rohstoffe Öl und Gas liefern, sondern auch raffinierte Produkte wie Benzin oder Treibstoff für Flugzeuge, die sowohl nach Europa als auch nach Asien exportiert werden. Interessant ist hieran schon allein der Umfang: Russland ist auf diesen Schlüsselsektoren bereits seit mehr als einer Dekade der weltgrößte Exporteur und liefert mehr als die gesamte OPEC zusammengenommen. Nur die USA haben aufgrund ihres Booms im Schiefergasbereich ähnliche Zahlen vorzuweisen. Dank dieser zusätzlichen Prozessschritte in der Wertschöpfungskette ergeben sich weitere Verdienstmöglichkeiten, so dass ein höherer Anteil der erzielten Verkaufserlöse im eigenen Land verbleibt.

Niemand kennt die wahren Reserven

Die entscheidende Frage im Zusammenhang mit Russland ist die nach der tatsächlichen Höhe der vorhandenen Reserven. Hierzu scheint es im Ausland keine wirklich verlässlichen Zahlen zu geben. Diverse Anzeichen sprechen allerdings dafür, dass sie bedeutend sein könnten. Und sie werden in der jetzigen Situation unattraktiver Preise geschont. So hat Russland beispielsweise die Inangriffnahme zahlreicher neue Öl- bzw. Gasprojekte schlicht verschoben und eher darauf gesetzt, den Förderstrom aus den vorhandenen Bohrlöchern mithilfe moderner Fördertechnologien zeitlich zu verlängern. Für neue Märkte in Asien hat man gleich auf neue Vorkommen in Ostsibirien und auf der Insel Sachalin zurückgegriffen. Das Problem für den Westen ist die Tatsache, dass man dort nicht weiß, über welche Reserven an Kohlenwasserstoffen Russland wirklich verfügt. Unter der Arktis dürften noch riesige unerschlossene Vorkommen schlummern, und auch unter dem Kaspischen Meer, dem Nordkaukasus sowie Teilen von Ostsibirien sowie Sachalin werden noch große Ressourcen vermutet. Hinzu kommt noch enormes Potenzial für Schieferöl und -gas in Westsibirien.

Im Visier der Saudis?

Viele Beobachter haben Mühe, die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Manöver der Außen- und Wirtschaftspolitik Saudi-Arabiens einzuordnen. Die aggressive Förderpolitik schadet sowohl Freund (USA, übrige OPEC-Staaten) als auch Feind (Iran und Russland). Militärisch hat man sich im Jemen in eine kriegerische Auseinandersetzung verwickeln lassen, die nicht so glorreich zu verlaufen scheint, wie man sich das vermutlich erhofft hatte. Die Erfolge des von den Saudis unterstützten und finanzierten Aufstands in Syrien wurden durch das Eingreifen russischer Truppen in vergleichsweise kurzer Zeit weitgehend zunichte gemacht. Und das früher enge Verhältnis zu den USA ist mittlerweile deutlich komplizierter geworden. Insgesamt ist eine sehr unübersichtliche Gemengelage verschiedenster Machtfaktoren und geopolitischer Interessen entstanden, die nur schwer zu interpretieren ist. Einigen Aspekten sollte man jedoch Aufmerksamkeit schenken.
Saudi-Arabien hat seine Preis- und Förderschlacht losgetreten, als Russland durch die Ukrainekrise und westliche Boykotte bereits geschwächt und isoliert wirkte. Dennoch scheint Moskau bisher imstande zu sein, der von Saudi-Arabien entfesselten Mengen- und Preisschlacht standzuhalten. Tatsache ist, dass Russlands Wirtschaft zwar angeschlagen, aber noch längst nicht K.O. zu sein scheint und die Devisenreserven weitgehend stabil sind, während die Goldbestände sogar zunehmen. Das berechtigt zu Spekulationen über die tatsächliche Größe der russischen Reserven.
Auf der anderen Seite scheint nämlich auch Saudi-Arabien nicht ohne Blessuren davonzukommen. So gibt es Meldungen über wirtschaftliche Probleme, und die kürzliche Ankündigung, sich vom Öl abwenden zu wollen, wirft eine Menge Fragezeichen auf. Hinzu kommen Rückschläge auch auf außenpolitischem Gebiet. Es ist den Saudis nicht gelungen, die Aufhebung der Isolation Teherans zu verhindern, und im Jemen hat man sich in eine Lage manövriert, aus der man so schnell nicht herauszukommen scheint. Die schnelle und erfolgreiche Militärkampagne der Russen in Syrien ist auch ein Signal an Riad. Zudem sollte zu denken geben, dass Russland im gleichen Zusammenhang bereit war, finanzielle Verluste in zweistelliger Milliardenhöhe in Kauf zu nehmen, als die Türkei sich in die Auseinandersetzung in Syrien einmischte. Die Schnelligkeit und Härte der russischen Reaktion gegenüber Ankara zeugt nicht unbedingt von Schwäche, weder was Finanzen noch was politische oder militärische Macht angeht. Bei aller gebotenen Vorsicht könnte man in all dem Anzeichen dafür sehen, dass das Wüstenkönigreich mit Moskau an einen Gegner geraten ist, der ihm auf seinem ureigensten Gebiet – dem Erdöl – auf Augenhöhe zu begegnen scheint.

Erdgas als Trumpf

Ein ganz entscheidender Trumpf in der Hand Moskaus ist in diesem Zusammenhang das Erdgas. Unter den Kohlenwasserstoffen ist dies die höherwertige Energiequelle. Ergiebige Erdgasvorkommen sind wesentlich rarer gesät als solche des Erdöls. Hier ist Russland nicht nur der mit Abstand größte Exporteur, sondern verfügt auch über rund 25 % der weltweit bekannten Reserven. In einer Welt, die nach COP21 versuchen will, aus Klimaschutzgründen ihren Primärenergiebedarf eher aus Erdgas statt aus Kohle oder Erdöl zu decken, wird deshalb in Zukunft wohl kein Weg an Russland vorbeiführen.
Europa ist bezüglich seines Bedarfs an Kohlenwasserstoffen – insbesondere bezüglich Erdgas – zu 30 % von Russland abhängig. Bei fast der Hälfte der europäischen Länder einschließlich Deutschlands liegt die Abhängigkeit mit Werten zwischen 40 und 100 % noch deutlich höher. Offizielle Verlautbarungen, dass diese Abhängigkeiten abgebaut würden, haben sich bisher wohl als hohle Phrasen erwiesen. Die Realität spricht in Form erhöhter Importe eine andere Sprache. Die wirtschaftliche Schwäche Europas hat es gezwungen, lieber preiswertes Pipeline-Erdgas aus Russland zu beziehen als das teurere Flüssiggas aus Übersee.
Ostasien befindet sich diesbezüglich in einem früheren, aber bereits jetzt wesentlichen Stadium eines ähnlichen Abhängigkeitsverhältnisses. So bezieht Japan, der weltweit größte Flüssiggasimporteur, inzwischen rund 10 % seiner Lieferungen aus Russland, versucht aber dessen ungeachtet, weitere Verträge abzuschließen.
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Lieferungen von russischem Öl und Gas für die Mehrzahl der fortgeschrittensten Volkswirtschaften der Welt unverzichtbar geworden sind. Sollten die Vorhersagen der International Energy Agency (IEA) und vergleichbarer Organisationen zutreffen, so wird die Nachfrage nach Erdgas in den nächsten Jahrzehnten zunehmen.

Abkehr von Europa bei Öl, Gas…

Mit Blick auf die internationale Ausrichtung russischer Energieexporte sind Anzeichen einer für Europa nachteiligen Entwicklung nicht zu übersehen. Während russisches Öl und Gas aus vorhandenen Quellen zurzeit weiterhin nach Europa fließen, findet nach und nach eine Verschiebung nach Asien statt. Schwerpunkte sind hierbei China, Japan und Südkorea. Neue Vorkommen und neue Pipelines werden vor allem mit Blick auf Asien erschlossen bzw. gebaut.
Bisherige russische Versuche einer Verbesserung der Liefersituation für Europa scheinen dagegen vorerst weitgehend auf Eis zu liegen. Die South Stream-Pipeline wurde auf Betreiben der EU gestoppt, als das Rohrmaterial schon bestellt war. Das erratische Verhalten eines aufstrebenden Despoten am Bosporus, an den sich Europa auf Betreiben einer gewissen Dame mit Betonkopf und Blondfrisur gegen jede Vernunft binden möchte, hat zudem dafür gesorgt, dass auch die Planungen für eine Ausweichroute nachhaltig gestört sind. Hierzulande scheint man nicht zu begreifen, dass Pipelines extrem teure und deshalb entsprechend langfristig ausgelegte Infrastrukturprojekte darstellen. Hat man einen potenziellen Investor einmal „überzeugt“, dass er sein Geld und seine Ressourcen besser woanders einsetzen sollte, so wird man ihn später in der Regel nur mit größter Mühe dazu bringen können, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken. Hier haben unsere Politiker recht gewichtige Hypotheken aufgenommen.

…und auch bei der Kohle

Schreitschilde stützen die „Decke“ im Untertage-Kohlebergbau und schützen so die Kumpel

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Diese Verschiebung der russischen Interessenschwerpunkte lassen sich auch beim Export von Steinkohle feststellen, einem weiteren Energiesektor, auf dem das Land eine weltweit führende Rolle spielt. Die in Russland vorhandenen Reserven sind die weltweit zweitgrößten und werden nur noch von denjenigen der USA übertroffen. Auch wenn die USA ihre Kohleindustrie derzeit vor die Wand fahren und Europa aus Klimaschutzgründen aus der Kohleverstromung aussteigen möchte, gibt es weltweit genügend Abnehmer.
Seit dem Jahr 2000 hat sich das Exportvolumen von 45 Mio. t/a auf über 150 Mio. t/a mehr als verdreifacht. Damit liegt Moskau hinter Indonesien und Australien weltweit auf dem dritten Platz. Ähnlich wie bei den Kohlenwasserstoffen gehen diese Exporte sowohl nach Westen wie auch nach Asien, doch liegt der Anteil von China, Japan und Südkorea bereits bei mehr als 40 % und nimmt weiter zu. Wachsende Nachfrage gibt es auch aus Indien und Südkorea sowie einer Reihe von Ländern in Südostasien. Russland profitiert hierbei von seiner geographischen Lage, die es ihm erlaubt, seine Exportmärkte sowohl im Westen als auch im Osten zu suchen.

König Kernkraft?

Einen massiven Ausbau betreibt Russland darüber hinaus im Bereich der Kernenergie. Die staatliche Nuklearfirma Rosatom hat seit 2010 Verträge und Kooperationsabkommen mit mehr als zwei Dutzend Ländern abgeschlossen. Diese betreffen die erstmalige Errichtung von Kernkraftwerken im jeweiligen Land. Darüber hinaus übernimmt Russland auch den Betrieb und die Versorgung mit Kernbrennstoff.
Zu den Vertragspartnern gehören nicht etwa die reichsten Länder, da diese meistens bereits über Nuklearenergie verfügen. Stattdessen finden sich darunter Länder wie Vietnam, Myanmar, Bangladesh, Armenien, die Türkei, Jordanien, Saudi-Arabien sowie Ägypten. Keines dieser Länder ist bisher Mitglied im „Nuclear Power“-club.
Es gibt eine Reihe wichtiger Gründe, weshalb diese sich entwickelnden Länder Interesse an Kernkraft haben: Steigender Bedarf an elektrischer Energie, der Wunsch nach CO2-freier Stromerzeugung und Sorgen um die künftige Sicherheit der Energieversorgung. Damit ist, klar, dass ungeachtet einer Stagnation oder sogar eines Rückgangs der Kernkraftnutzung in westlichen Ländern ihr Einsatz in diesen sich entwickelnden Ländern stark zunehmen wird.
Im März dieses Jahres vermeldete die World Nuclear Association, dass aktuell 65 Reaktoren im Bau sind und weitere 173 in den Auftragsbüchern standen oder geplant waren. Die meisten waren für China, Indien oder Russland selbst vorgesehen. Aber über diese Zahlen hinaus, die allein für sich mehr als ausreichen, um alle Kernreaktoren zu ersetzen, die in die nächsten Dekaden möglicherweise stillgelegt werden könnten, gibt es 337 weitere Reaktoren, die zurzeit in der Diskussion stehen. Ihre Standorte liegen in 50 Nationen, von denen 31 bereits Kernkraftprogramme haben. Hierzu gehören die meisten oben bereits genannten Länder, die bereits Verträge oder Vereinbarungen mit Russland haben. Darüber hinaus gibt es aber weitere Interessenten in Afrika, Südostasien und Südamerika, die durchaus zu einem späteren Zeitpunkt in die Kernenergie einsteigen dürften.

Grafische Darstellung des modernen russischen Kernkraftwerks der Generation 3+ in Novoworonesch (http://www.rosenergoatom.ru/media/files/magazine/REA0_0108.pdf (Seite 32/33)) Original uploader was TZV at de.wikipedia)

Grafische Darstellung des modernen russischen Kernkraftwerks der Generation 3+ in Novoworonesch, Rosenergoatom (pdf, Seite 32/33)) Original uploader was TZV at de.wikipedia)

Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, dass Russland bereits bewiesen hat, dass es imstande ist, am Wettbewerb für einen großen Anteil an diesem neuen, rasch wachsenden globalen Markt teilzunehmen [ROSA]. Die Globalisierung der Nukleartechnologie hat Russland die Möglichkeit eröffnet, erfolgreich gegen Anbieter aus Japan, Südkorea, Frankreich, den USA und demnächst auch China und Großbritannien anzutreten.
Allerdings hat Russlands keine Garantien für Erfolg auf diesem Gebiet. So plant beispielsweise Saudi-Arabien die Errichtung von 16 Kernreaktoren bis 2035 und hat eine ganze Reihe von Angeboten sowohl für kleinere als auch für größere Anlagen von Russland, Japan und Südkorea eingeholt. Dennoch zeigt sich, dass die Bedeutung Russlands als Lieferant sowohl von Nukleartechnologie als auch von entsprechenden Brennstoffen in Zukunft auf jeden Fall zunehmen dürfte. Das Resultat könnte eine Machtposition Moskaus in vielen Teilen der sich entwickelnden Welt sein, welche die Sowjetunion niemals erreichen konnte.

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine kürzliche Analyse der südafrikanischen IOL, die sich mit der russischen Nuklearpolitik in Afrika beschäftigt [SUED]. Mit Ausnahme des bereits gut industrialisierten Südafrikas verfügen die südlich der Sahara gelegenen Länder Afrikas nur über rund 28 GW an Kraftwerkskapazität, gerade einmal soviel wie Argentinien. Nur ein Viertel der Bevölkerung hat Zugang zu elektrischem Strom, und die Versorgung ist sehr unzuverlässig. Diesem Mangel wollen Afrikas Länder durch Bau von Kernreaktoren begegnen.
Algerien plant demnach den Bau von 2 KKW mit 2.400 MW, in Ägypten geht es um 4 KKW mit 4.800 MW, Ghana 1 KKW mit 1.000 MW, Kenya 4 KKW mit 4.000 MW, Marokko 1 KKW, Nigeria 4 KKW mit 4.000 MW und Südafrika will 6-8 Reaktoren mit insgesamt 9.600 MW errichten.
Russland ist dieser Quelle zufolge der weltweit größte Exporteur von Nukleartechnologie mit einem Anteil von 25 % aller derzeit gebauten Kernkraftwerke. Darüber hinaus hat Moskau zweistellige Prozentanteile an der Konvertierung und Anreicherung von Uran, an der Lieferung von Kernbrennstoffen und an der Wiederaufbereitung abgebrannter Brennstäbe. Die Exporterlöse von Rosatom lagen im vergangenen Jahr bei 6,4 Mrd US-$, während das Gesamtvolumen der bis 2030 vorliegenden Auslandsaufträge 110 Mrd US-$ erreichte.

Eine ernstzunehmende Energiegroßmacht

Viele, vermutlich sogar die meisten der hier besprochenen Beziehungen, die sich auf Energielieferungen gründen, sind zweifellos primär kommerzieller Natur. Noch ist nicht abzuschätzen, wie sich viele derjenigen, die sich auf Öl und Gas beziehen, auf Dauer entwickeln werden, vor allem dann, wenn sich die aktuelle Preisschwäche zu einem Dauerzustand entwickeln sollte.
Aus Russland entwickelt sich augenscheinlich – und das vermutlich für zumindest die kommende Dekade – eine Energiegroßmacht, deren Einflussmöglichkeiten weit über rein kommerzielle Aspekte hinausreichen. Zwar scheinen die langfristigen Auswirkungen dieser Entwicklung noch nicht klar zu sein, doch zeichnet sich hier ein Machtfaktor ab, den man tunlichst nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern nüchtern und mit kühlen Kopf analysieren sollte.
Denn unabhängig von der Frage, in welcher Form sich im Osten ein neues „Energieimperium“ herauskristallisieren sollte: Über Hebel für mehr Macht und Einfluss werden die Herrscher in Moskau auf jeden Fall verfügen. Als Nation, die dabei ist, sich selbst energiepolitisch bis herauf zum Bauchnabel zu kastrieren, wäre Deutschland gut beraten, mit diesem künftigen Kraftzentrum der Weltpolitik vorsichtig umzugehen. Die jetzige weitgehende Unterwerfung Deutschlands unter die geopolitischen Interessen und Machtspiele eines außereuropäischen Landes, dessen Interesse sich nach eigenem Bekunden verstärkt weg von Europa und mehr auf den pazifischen Raum richtet, erscheint in diesem Umfeld riskant. Denn egal was wir uns wünschen mögen: Russland wird in jedem Fall unser naher Nachbar bleiben. Im Guten ebenso wie im Schlechten.
 
Fred F. Mueller
 
Quellen:

[HUPO] http://www.huffingtonpost.com/the-conversation-us/russia-a-global-energy-po_b_9693032.html
[ROSA] http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/europa_cee/4981378/AtomExport_Rosatom-sieht-sich-technologisch-an-der-Weltspitze
[SPIE] http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-wird-nicht-wieder-in-g8-gruppe-aufgenommen-a-1090030.html
[SUED] http://www.iol.co.za/business/news/africas-big-nuclear-ambitions-lure-russia-2019026
 
Titelfoto: BN-800, Rosenergoatom

 


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Prof. Dr. jur. Reinhard Merkel: “Hat Russland die Krim annektiert?” “Nein.”

Hat Russland die Krim annektiert? Nein. Waren das Referendum auf der Krim und deren Abspaltung von der Ukraine völkerrechtswidrig? Nein. Waren sie also rechtens? Nein; sie verstießen gegen die ukrainische Verfassung (aber das ist keine Frage des Völkerrechts).
Diese unbequeme Meinung vertritt Prof. Dr. jur. Reinhard Merkel. Er ist Ordinarius für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg.

Weitere Informationen: 

Reinhard Merkel
Prof. Dr. jur. Reinhard Merkel ist Ordinarius für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg und seit April 2012 auf Vorschlag der Bundesregierung Mitglied im “Deutschen Ethikrat“. Er forscht in den Bereichen Strafrecht, rechtsphilosophische Grundlagenforschung und Recht und Ethik in der Medizin. Zahlreiche Veröffentlichungen, für die er unter anderem mit dem Jean-Amery-Preis für Essayistik ausgezeichnet wurde.

merkel

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Russland baut neue Kernkraftwerke, auch zum Abbau von Atommüll

Die russische Regierung hat den Bau von 21 neuen Kernreaktorblöcken bis zum Jahr 2030 beschlossen. “Russland setzt damit auf eine Technik, die anders als Sonne und Wind stabil, planbar, kostengünstig und bedarfsgerecht Strom liefert. Im Unterschied zu Kohle und Gas ist Kernenergie praktisch emissionsfrei.

Die neue Reaktoren sollen zum Teil Altmeiler ablösen, die in den nächsten Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Russland baut aber auch neue Kernkraftkapazitäten auf.” In der Planung ist auch der Bau von drei BN-1200-Reaktoren. Der BN-1200 ist ein sogenannter Schneller Reaktor der Generation IV. Er zeichnet sich aus durch höhere Betriebssicherheit, höhere Brennstoffnutzung und Atommüllabbau.

Quellen und zum Nachlesen:

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