Die Kernspaltung dient der Gesundheit

Bei einem Verdacht, dass Knochen von Metastasen befallen sind oder die Nierenfunktion gestört ist, wird Ihr Arzt sie zu einem Spezialisten schicken, der mit Hilfe einer Spezialkamera erkennen kann, ob der Verdacht begründet ist oder nicht. Würden Sie sich weigern, diesen Spezialisten aufzusuchen, weil der Spezialist Sie nur mit Hilfe radioaktiver Substanzen zuverlässig untersuchen kann? Ginge es nach den Grünen, könnten lebensrettende Untersuchungen zumindest in Deutschland bald der Vergangenheit angehören. Aber die Bemühungen zur Sicherstellung der Versorgung mit Mo-99 und Tc-99m, Radionukleide, die für eine zuverlässige Diagnose und Therapie gebraucht werden, werden trotz grüner Störmanöver fortgeführt.

Jedes Jahr werden in Deutschland 3 Millionen, weltweit über 30 Millionen Untersuchungen der Schilddrüsen, der Lunge, der Leber, des Herzens oder des Skeletts durchgeführt, die ohne radioaktiven Substanzen nicht möglich wären. Für die Diagnose wird das Radionukleid Technetium-99 (Tc-99) eingesetzt, das heißt, den Patienten wird Tc-99m injiziert.

Technetium-99 wird aus Molybdän-99 gewonnen

Tc-99m ist das Ergebnis eines radioaktiven Zerfallsprozess, das Tochterisotop von Molybdän-99 (Mo-99).

Die effizienteste und meist genutzte Methode zur Produktion von Mo-99/Tc-99m ist diejenige mittels Kernspaltung. Dazu wird Uran, ein chemisches Element, das natürlich in Mineralen auftritt, benötigt.

Uran besteht zu etwa 99,3 % aus dem Isotop 238U und zu 0,7 % aus 235U.  Es kommt nicht als reines chemisches Element (wie zum Beispiel Gold, Silber oder Kupfer), sondern in rund 230 sauerstoffhaltigen Mineralen vor. Die US-amerikanische Agency for Toxic Substances and Disease Registry (ATSDR) schätzt, dass sich in den obersten 33 cm Erdboden einer Fläche von einer Quadratmeile Land im Mittel ca. 4 Tonnen Uran befinden, also etwa 1,5 Tonnen pro Quadratkilometer. Natürliche Urankonzentration gibt es im Meerwasser, in den Flüssen, in Mooren, im unbeeinflussten Grundwasser, ist auch in Spuren in Stein- und Braunkohle enthalten. Die weltweit jährlich für die Stromerzeugung verwendete Kohle enthält unter anderem etwa 10.000 t Uran und 25.000 t Thorium, die entweder in die Umwelt gelangen oder sich in Kraftwerksasche und Filterstäuben anreichern. Die größten Uranerzreserven liegen nach Angaben der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) in den USA, Niger, Australien, Kasachstan, Namibia, Südafrika, Kanada, Brasilien, Russland, Ukraine und Usbekistan. (Wikipedia: “Uran”)

Das Uranisotop 235U ist durch thermische Neutronen spaltbar und führt durch die Spaltung zum Spaltprodukt Mo-99, das mit einer Halbwertszeit (die Zeit, in der die Hälfte eines radioaktiven Stoffes zerfallen ist) von 66 Stunden zu Tc-99m zerfällt. Tc-99m wiederum zerfällt mit einer Halbwertszeit von 6 Stunden unter Aussendung niederenergetischer Gammastrahlung zu dem meta-stabilen Tc-99.

Die geringen Halbwertzeiten (Mo-99 mit 66 Stunden, Tc-99m mit 6 Stunden) erklären, dass das in der Medizin meist genutzte Radioisotop Tc-99m nicht gelagert werden kann. Die Lieferwege müssen daher kurz und die Schritte in der gesamten Produktionskette zügig und gut aufeinander abgestimmt sein, damit die Krankenhäuser rechtzeitig mit der notwendigen Menge an Tc-99m beliefert werden können.  (FRM II)

Wie wird Molybdän-99 gewonnen?

Das Molybdän-99 (Mo-99) wird in einem Hochflussreaktor, einem Bestrahlungsreaktor mit hohem Neutronenfluss erzeugt. Es entsteht dadurch, dass hochangereichertes Uran (HEU) in Reaktoren durch den Beschuss mit Neutronen gespaltet wird. Solche Reaktoren werden beispielsweise in Kanada, den Niederlanden, Belgien und Frankreich zumeist mit HEU-Targets betrieben und benötigen als Kernbrennstoff angereichertes Uran. Das Spaltprodukt erhalten die Kliniken.

Wozu dient Tc-99m/Tc-99?

Die medizinische Anwendung von radioaktiven Spaltprodukten dient zur Diagnose und zur Therapie. Die Nuklearmedizin macht sich dabei den Zerfallsprozess von Tc-99m zunutze. Tc-99m zerfällt innerhalb von 6 Stunden zu Tc-99 und sendet dabei Gammastrahlung aus, die ortsabhängig vermessen werden kann. Für die Vermessung kann das Tc-99m an ein geeignetes, „intelligentes“ Trägermolekül gekoppelt werden, das im Patienten entsprechende Strukturen, z.B. Tumorzellen, erkennt und dort andockt. Dem Patienten wird Tc-99m mit oder ohne pharmazeutische Markierung injiziert. Die Strahlenbelastung der Patienten ist wegen der kurzen Lebensdauer des Diagnose- oder Therapieisotops Tc-99m von 6 Stunden und der geringen Energie der Gammastrahlung relativ gering.

Sicherung der weltweiten Versorgung mit Mo-99/Tc-99m

Lebensrettende Untersuchungen könnten zumindest in Deutschland bald der Vergangenheit angehören, wenn es nach dem Willen der Grünen ginge. Ihr Ziel scheine klar darauf hinaus zu laufen, alle kerntechnischen Einrichtungen in Deutschland und danach vermutlich in der EU zu schließen, stellte der Diplom-Physiker Jan-Christian Lewitz nach seiner Teilnahme an einem sogenannten “Fachgespräch Forschungsreaktoren in Deutschland – Probleme und Herausforderungen”, das am 11. Juli 2016 auf Einladung der Grünen Bundestagsfraktion im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages stattfand, fest.

Beflügelt werden die Grünen aus den USA, wo sich die Stimmen häufen, wegen möglicher Proliferation den Export von HEU nach Europa einzustellen.

Das Problem ist, dass es weltweit nur sieben Anlagen zur Produktion von Mo-99 gibt. Die geplante Abschaltung eines Forschungsreaktors in Kanada könnte in absehbarer Zeit zu Engpässen bei der Belieferung mit Mo-99/Tc-99m führen. Dies würde besonders Deutschland treffen, denn kein anderes Land habe einen so hohen Bedarf an Tc-99 wie Deutschland, berichtet die WELT.

Ungeachtet des grünen Lamentos werden die Bemühungen zur Sicherstellung der Versorgung mit Mo-99 und Tc-99m fortgeführt. Weltweit arbeiten laut FRM II die derzeitigen und zukünftigen Betreiber von Bestrahlungsanlagen zur Produktion von Mo-99 sowie Vertreter aller in der Versorgungskette beteiligten Industriepartner in einer von der OECD/NEA gegründeten Arbeitsgruppe, in der sogenannten HLG-MR (High-level Group on the Security of Supply of Medical Radioisotopes), zusammen, um die nachhaltige Versorgung mit dem Radioisotop Mo-99/Tc-99m auch in künftigen Jahren sicherzustellen.

Der Forschungsreaktor FRM II in Garching soll voraussichtlich in zwei Jahren in Betrieb gehen und wird dann rund 50 Prozent des europäischen Bedarfs an Mo-99 decken können.

 

Quellen:

 


Ruhrkultour Leseempfehlung:

marth

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Infraschall Schwingungsmessdaten – Prüfpegel für betroffene Menschen

InfraschallRolf Günther, Versuchsingenieur mit vielen Berufsjahren Erfahrung in der Schwingungstechnik, geht davon aus, dass der Mensch Infraschall nicht nur bis 16 Hz, wie angenommen wird, oder bis 8 Hz noch hört, sondern noch weiter herunter. Neue Richtlinien für Windenergieanlagen erfordern die Erhebung von Schwingungsmessdaten, die den Infraschallanteil und den Schalldruckpegel von Windenergieanlagen zeigen. Diese Daten können ein Prüfpegel für die betroffenen Menschen ein.

Ich gehe davon aus, dass – wie immer – zur Feststellung der Hörschwelle sinusförmige Frequenzen, also ohne Oberwellen verwendet wurden. Windkraftanlagen erzeugen aber von Natur aus Oberwellen, die z.B. bei 4 Hz pulsieren.
Bisher fehlen noch immer Aussagen über den Infraschallanteil und den Schalldruckpegel, den Windkraftanlagen erzeugen. In der Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall (Herausgeber, Umwelt Bundesamt 40/2014) werden diese Dinge angesprochen.

Hier ein Zitat aus der Machbarkeitsstudie (Seite 25):

Auch wenn zunächst hilfsweise die Hörschwelle als Maßstab herangezogen wird, bleiben noch Fragen offen.
Die den Standards zugrunde gelegte Hörschwelle beruht auf Messungen bei Normalhörenden mit einzelnen Sinustönen. Es kann aber gezeigt werden, dass komplexe Geräusche auch schon dann wahrnehmbar sind, wenn die einzelnen Komponenten unterhalb der Hörschwelle liegen.
Eine weitere Diskrepanz besteht darin, dass die tieffrequenten Geräusche häufig in der Amplitude stark schwanken (soz. Pulsieren) und damit Adaptionsvorgänge im Gehör auslösen, die ebenfalls zu einer erhöhten Wahrnehmung führen. Über dies hinaus scheinen die tieffrequenten Schalle und der Infraschall bei längerer Exposition bei den Betroffenen zu einer erhöhten Wahrnehmung zu führen.
Weiteres zum dem Thema “komplexe Geräusche”. Machbarkeitsstudie: Seiten 14, 15, 26, 44, 45, 63, 75, 111, 116, 117, 118

Einige Male wird in dem Dokument die Psychoakustik zwar erwähnt, findet aber ansonsten keine Beachtung und Anwendung. Auch die durch WEA`s erzeugten Erschütterungen werden nicht berücksichtigt.

Desweiteren erzeugen Windenergieanlagen mechanische Schwingungen. Das bedeutet, dass neben dem emittierten Luftschall auch Körperschall über das Erdreich übertragen wird, und sich als Immissionen in Gebäuden bemerkbar macht. Der Körperschall breitet sich im Erdreich wellenförmig über große Entfernungen aus und kann sich von dort über das Fundament in Gebäude übertragen. In den Gebäuden selbst können durch die Wellen des Luft- und Körperschalls Schwingungen auftreten, die Wände und Decken in ihren Resonanzen anregen. Diese “Vibration” kann der Mensch über den Hör- und Tastsinn wahrnehmen. Werden durch die Schwingungen der Decken und Wände hörbare Schallwellen erzeugt, spricht man von sogenanntem “sekundären Luftschall”. Diese Immission erzeugt letztendlich in geschlossenen Räumen stehende Wellen, wodurch der Schalleindruck noch verstärkt wird. Dieser tieffrequente Luftschall und der Körperschall (Dauererschütterungen) können also als Störschall auch in großen Entfernungen vom Emissionsort – gerade nachts – innerhalb von Gebäuden – hör- und oder fühlbar werden. Es gibt genügend Beispiele die das belegen.

Von Körperschall ist allerdings in der PTB – Untersuchung keine Rede.

Zum Schluss möchte ich noch auf folgendes aufmerksam machen:
Windenergieanlagen, kurz WEA`s genannt, sind Maschinen mit riesigen Ausmaßen und müssten auch schwingungstechnisch als ganze Einheit behandelt werden (ganz neu: Richtlinie VDI 3834 Beurteilungsmaßstäbe für mechanische Schwingungen von WEA`s).
Der Grund dieser neuen Richtlinie besteht darin, die Lebensdauer und Ausfallwahrscheinlichkeit von WEA`s zu verbessern. Und dazu sind detaillierte Schwingungsmessdaten erforderlich, die wiederum Infraschallanteil und den Schalldruckpegel von WEA`s zeigen. Hat man diese Daten, so kann man sie als Prüfpegel für die betroffenen Menschen verwenden.

Rolf Günther

 

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Bahnbrechende australische Studie über die Infraschall-Wirkung von Windrädern

Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Infraschall von Windkraftanlagen und Beschwerden von Anwohnen über “unerträgliche Empfindungen”. In einer bahnbrechenden Studie über den Pacific Hydro Cape Bridgewater Windpark im Bundesstaat Victoria konnte Australiens führender Akustiker Steven Cooper nachweisen, dass ein einzigartiges Infraschall-Muster, das er als “Wind Turbine Signature” in früheren Studien bezeichnet hatte, (durch eine “Trendlinie”) mit dem Auftreten und der Schwere der Symptome von Einwohnern, die sich wegen unerträglicher Empfindungen” beschwert hatten, korreliert.

Dazu zählen Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herzrasen, Druck im Kopf, Ohren oder Brust, etc., wie sie von den Bewohnern beschrieben wurden (die Symptome sind in der Regel als Wind Turbine Syndrom (WTS) oder unter dem Euphemismus “Lärmbelästigung” bekannt, der Verf.). [1]

Mark Duchamp, Chairman des World Council for Nature (WCFN), fasst die Ergebnisse der Studie zusammen, die wir im folgenden in deutscher Übersetzung wiedergeben.

Ergebnisse der Infraschall-Studie

Der Akustiker Mark Duchamp identifiziert “diskrete niederfrequente amplitudenmodulierte Signale”, die von Windkraftanlagen emittiert werden. Er fand heraus, dass die Windpark-Opfer darauf reagierten.

Die “Wind Turbine Signature” ist mit herkömmlichen Messindizes nicht zu erfassen, wie dB (A) oder dB (C) und 1/3 Oktavband, lautet die Schlussfolgerung der Studie. Statt dessen müsse eine Schmalband-Analyse verwendet werden, wobei die Ergebnisse in dB (WTS) ausgedrückt werden.

Er schlägt medizinische Studien vor, die Infraschall in dB (WTS) messen, um die Schwelle festzulegen, die im Hinblick auf die Schalldruckpegel inakzeptabel ist.

Die Ergebnisse stehen im Einklang mit den offiziellen Kelley Studien, die vor mehr als 30 Jahren in den USA veröffentlicht wurden, und die zeigten, dass die frühen Abwindkraftanlagen Schlafstörungen und andere WTS Symptome verursachten [2]. Diese Studien wurden auf Eis gelegt, Aufwindkraftanlagen wurden entwickelt, und die Regulierungsbehörden vertrauten der Windindustrie, die versicherte, dass die neuen Modelle keinen gefährlichen Infraschall emittierten. Die Cooper-Studie belegt jetzt, dass sie unrecht hatten.

Bisherige Messmethoden sind unzureichend

Die dänische Methode zur Messung niederfrequenter “Lärmbelästigung” in der Nähe von Windkraftanlagen reichen nach Ansicht von Mark Duchamp nicht aus. Sie wenden die Windkraft-Lärmschutznormen für Windparks in Victoria, Australien und Neuseeland, bekannt als Neuseeland Norm 6808, an. Ebenso unzureichend sind aus seiner Sicht alle anderen Standards, die die “Belästigung” in der Nähe von Windparks auf der ganzen Welt regeln. Sie haben einfach nicht den Infraschall berücksichtigt.

Die Resultate der Benchmark-Studie bestätigen die Ergebnisse anderer Ärzte und Forscher aus der ganzen Welt, darunter die Waubra Stiftung, Dr. Sarah Laurie, Dr. Nina Pierpont, Dr. Robert McMurtry, Frau Carmen Krogh, Dr. Michael Nissenbaum, Dr. Chris Hanning, Dr. Jay Tibbetts, Dr. Sandy Reider, Dr. David Iser, Dr. Amanda Harry. Sie sind ebenfalls eine Bestätigung für die Bewohner, die persönlich über WTS Symptome berichten. Viele von ihnen mussten ihre Häuser in regelmäßigen Abständen oder endgültig aufgeben.

Weitere Studien sind erforderlich

Im Hinblick auf die Zukunft empfiehlt Steven Cooper, dass weitere Studien durchgeführt werden müssen, um einen “Schwellenwert zum Schutz gegen nachteilige Auswirkungen” festzulegen. [1]

Er schreibt außerdem: “Die von einigen Bewohnern während des Stillstands als Störung beschrieben Vibrationsstöße könnten Windböen zugeschrieben werden, die zu Resonanzen der Rotorblätter/Türme führen und weiterer Untersuchungen bedürfen.” [1]

Dies ist ein Wendepunkt. Die Windindustrie kann nicht mehr behaupten, dass ihre Maschinen nicht genug Infraschall aussenden, um die Bewohner zu beeinflussen, noch dass Angehörige der Gesundheitsberufe, die die Probleme veröffentlichen und weitere Untersuchungen fordern, die Leiden verursachen, noch dass die Windparks Opfer ihre eigenen Leiden veursachen (das oft gebrauchte Argument, dass “alles im Kopf” existiere – das ist die “Nocebo-Effekt”). Doch die Wind-Industrie und ihre Helfershelfer klammern sich trotz der zahlreichen Berichte über negative Auswirkungen auf Tiere an diesen Strohhalm. (3)

[1] http://www.principia-scientific.org/peer-reviewed-study-shatters-claims-that-wind-turbines-are-safe.html
[2] Neil D. Kelley study, (1985): http://waubrafoundation.org.au/wp-content/uploads/2013/07/Acoustic-Noise-Associated-with-the-MOD-1-Wind-Turbine.pdf
[3] 1600 miscarriages at mink farm: http://wcfn.org/2014/06/07/windfarms-1600-miscarriages/

Cooper study (released Jan 21 2015): http://www.pacifichydro.com.au/english/our-communities/communities/cape-bridgewater-acoustic-study-report/?language=en

 

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Neues Kooperationszentrum mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) für Diagnostik, Tests und Messtechnik in Indonesien

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Foto: IAEA

In Jakarta, Indonesien, werden in Zusammenarbeit mit der IAEA (International Atomic Energy Agency) neue Radioisotopen für industrielle Anwendungen entwickelt. Dies könnte die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft des Landes verbessern. IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano hat heute in Jakarta offiziell Indonesiens National Nuclear Energy Agency (BATAN) als IAEA-Kooperationszentrum für zerstörungsfreie Diagnostik, Tests und Messtechnik in Jakarta benannt.

Das Zentrum wird zu verschiedenen Tätigkeiten der IAEA in der Region beitragen, einschließlich der Ausbildung von Wissenschaftlern und der Ausarbeitung der Leitlinien und Protokolle für verschiedene Techniken wie Computertomographie und digitale Radiographie. Dadurch werde sich die Produktion von Radiotracern erhöhen, die in der Forschung in Chemie, Biologie und Biochemie Anwendung Anwendung finden und in einer Vielzahl von Branchen verwendet werden, wie zum Beispiel beim Stahl und in der Petrochemie zur Optimierung industrieller Prozesse, sagte Amano. Diese Effizienzsteigerung werde zu geringeren Produktionskosten führen, bei gleichzeitiger Reduzierung von Abfall und Verschmutzung.

Die Regierung erwägt die mögliche Einführung der Kernenergie. Als Teil des Prozesses zur Bewertung der Nutzung der Kernenergie plant Indonesien, einen kleinen Versuchsreaktor zu bauen.

Die Nuklearmedizin braucht Molybdän-99

In der medizinischen Diagnostik werden für die unterschiedlichsten Untersuchungen radioaktiv markierte körpereigene oder körperfremde Substanzen eingesetzt. Für die Markierung von Stoffen, die sich bevorzugt in dem zu untersuchenden Gewebe anreichern, wird das Radionukleid Technetium-99 benötigt. Dieses Radionukleid ist ein Zerfallsprodukt des Mutterisotops Molybdän-99, das in Reaktoren mit hohem Neutronenfluss produziert wird. Molybdän-99 entsteht dadurch, dass hochangereichertes Uran in Reaktoren durch den Beschuss mit Neutronen gespaltet wird. Dieses Spaltprodukt, das die Kliniken erhalten, hat eine Halbwertszeit von 66 Stunden. Weil sich die Menge alle drei Tage halbiert, sind die Kliniken auf wöchentliche Lieferungen angewiesen.

Mit dem Ausstiegsbeschluss wird Deutschland wesentliche Kompetenzen in der Diagnostik und Messtechnik verlieren. Die Zukunft verschiebt sich immer mehr in Richtung Asien.

Quelle:

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Ärzte für Immissionsschutz (AEFIS) zu Folgen der Erneuerbaren Energien

logoAEFISÄrzte für Immissionsschutz (AEFIS) machen auf unzureichend medizinisch erforschte Zusammenhänge, die mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien zusammenhängen, aufmerksam. AEFIS ist ein Arbeitskreis von Ärzten unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen, die ein umweltmedizinisches Interesse verbindet. Die Ärzte sind bestrebt, unabhängig von ihrer Spezialisierung, potentielle Gefahren und abwendbar gefährliche Verläufe für die Menschen rechtzeitig aufzuzeigen, um zukünftigen Schaden abzuwenden.

Positionspapier

In einem 16-seitigen Positionspapier nehmen sie zu einzelnen Punkten der Windenergie und Gesundheit Stellung.
Sie führen auch die Exposition mit CFK-Partikeln bei Bränden auf, die bisher kaum Beachtung gefunden hat: “Beim Bau von Windkraftanlagen werden für die Herstellung der Rotoren kohlefaserverstärkte Kunststoffe (CFK) eingesetzt. Laut Windkraft-Journal rechnen Experten mit einem Bedarf an Carbonfasern für die Windindustrie von rund 22.700 Tonnen in 2015 und 54.2270 Tonnen in 2020.
Im Fall eines Brandes verändern sich Carbonfasern bei Temperaturen von mehr als 650°C und erreichen eine kritische Größe, die in die Lunge eindringen kann. Damit steht das Material nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO im Verdacht, Krebs zu erregen.
Prof. Sebastian Eibl vom Wehrwissenschaftlichen Institut für Werk- und Betriebsstoffe in Erding führt seit Jahren Forschungen zu diesem Thema durch. Im August 2014 sind Experten der Bundeswehr mit ihren Warnungen an die Öffentlichkeit gegangen. Nach einer Studie des Imperial College in Großbritannien geraten im Durchschnitt weltweit im Monat 10 Windturbinen in Brand. Eine im oberen (Rotor-)Bereich brennende Windturbine kann man nicht löschen und man hat, anders als bei einem Brand am Boden, keine Möglichkeit, die entstehenden Partikel mit Spezialschaum oder – lack zu binden. Sie werden ungehindert in die Umgebung abgegeben.”

Das Fazit von AEFIS: “Es gibt bereits jetzt ausreichende wissenschaftliche Hinweise, die belegen, dass die derzeitige Praxis der Windkraftanlagenplanung nicht den wissenschaftlichen Erkenntnissen genügt, um eine medizinische Unbedenklichkeit zu formulieren. Vor einem weiteren Ausbau der Windenergie sollte zum Schutz vor Immissionen dringend die Forschung auf diesem Gebiet intensiviert werden, um belastbare Informationen zu den erforderlichen Rahmenbedingungen zu erhalten.”

Ärzte für Immissionsschutz (AEFIS), Positionspapier zu Gesundheitsrisiken beim Ausbau der
Erneuerbaren Energien, 28.11.2014

Weitere Informationen über gesundheitliche Risiken von Windkraftanlagen:

EIKE
Vernunftkraft

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AVAAZ-Bürgerpetition: 3000m Mindestabstand vom Wohngebiet für Windräder!

Die Initiatoren der AVAAZ Bürgerpetition “3000m Mindestabstand vom Wohngebiet für Windräder!” beziehen sich auf eine Stellungnahme der Ärztekammer Wien zum Tag des Lärms: “Ärztekammer warnt vor groß dimensionierten Windkraftanlagen”: “Für die sehr großen Megawatt-Windkraftanlagen mit Gesamthöhen über 180 m müssten also Standorte gesucht werden, in deren Umkreis von etwa 10 km keine Dörfer und Städte liegen.”

Der Aktionstag gegen Lärm fand am 30. April 2014 zum 17. Mal statt. Die Ärztekammer Wien stellt fest, “dass Da sich bei Anrainern von Windkraftanlagen Beschwerden durch übermäßige und vor allem niederfrequente Schallentwicklung und Infraschall häuften”. Sie fordert “umfassende Untersuchungen hinsichtlich etwaiger gesundheitsschädlicher Auswirkungen.”
Die Hauptgefahr gehe von den permanenten Infraschall-Emissionen der großen Megawattanlagen aus, sowohl von Infraschall hoher Stärke (Auswirkungen bis etwa 1,5 km Entfernung) als auch von Infraschall niedriger Stärke (Auswirkungen bis etwa 10 -15 km Entfernung).

Ärztekammer warnt vor groß dimensionierten Windkraftanlagen

Wien (OTS) – Lärmphänomene, die durch den Betrieb von Windkraftanlagen verursacht werden, kommen zunehmend in den Fokus der Wissenschaft. Darauf wies die Ärztekammer heute, Mittwoch, anlässlich des “International Noise Awareness Day” hin. Sie fordert nun umfassende Studien zu den möglichen gesundheitsgefährdenden Auswirkungen von Windkraftanlagen sowie einen Mindestabstand in besiedelten Gebieten. ****

Windkraftanlagen sind, im Unterschied zu einzelnen Windkrafträdern, groß dimensioniert und in sogenannten Windparks zusammengefasst. Allein der Rotordurchmesser aktueller Windkrafträder beträgt bis zu 114 Meter, also fast die Länge eines Fußballfelds. Die Drehgeschwindigkeiten der Rotorblätter betragen zwischen 270 und 300 Stundekilometer, wodurch nicht überhörbare Geräusche und Lärmemissionen verursacht werden.

Genau hier setzt die Kritik der Ärztekammer an: “Unser Ziel muss es sein, Schlafstörungen, psychische Affektionen und irreversible Schädigungen des Gehörs durch Lärm, wie er auch bei Windkraftanlagen entsteht, zu verhindern”, so der Referent für Umweltmedizin der Ärztekammer für Wien, Piero Lercher.

Da sich bei Anrainern von Windkraftanlagen Beschwerden durch übermäßige und vor allem niederfrequente Schallentwicklung und Infraschall häuften, seien umfassende Untersuchungen hinsichtlich etwaiger gesundheitsschädlicher Auswirkungen “unabdingbar”.

Die aktuellen Phänomene, die sich im Zusammenhang mit dem Betrieb von groß dimensionierten Windkraftanlagen zeigen, berechtigten auch die Forderung nach einem adäquaten Mindestabstand – was sich auch mit den meisten Expertenmeinungen gemäß dem einzuhaltenden Vorsorgeprinzip decke. Lercher: “Befindlichkeitsstörungen von Anrainern müssen aus medizinischer Sicht ernst genommen werden, auch dann, wenn diese oftmals einem sogenannten ‘Nocebo’-Phänomen zugeordnet werden.”

Von den Herstellern von Windkraftturbinen fordert Lercher die Verwendung von umweltverträglichen Technologien und Substanzen. “Sogenannte permanenterregte Generatoren beispielsweise enthalten große Mengen von seltenen Erden, deren Gewinnung in den Abbaugebieten zu großflächigen giftigen und radioaktiven Kontaminationen führen”, warnt der Umweltmediziner. (hpp)

„Niederfrequente Schall-Emmessionen haben gravierende Auswirkungen auf den menschlichen Körper, denn wir können Infraschall nicht hören, den Körper ihm aber nicht entziehen.“ (vgl. H.Herzog, BI Fichtenwalde 246.2011)
Unter den gesundheitlichen Schäden und Problemen, die permanenter Infraschall verursachen kann und durch neuere Untersuchungen begründet wurden, sind vor allem zu nennen:
Kopfschmerzen,
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Schlaflosigkeit,
Ohrendruck,
Innere Unruhe
Schwindel
Tinnitus
Herz-Kreislauf-Probleme wie auch Erhöung des Blutdrucks,… usw….

Die Hauptgefahr geht von den permanenten Infraschall-Emissionen der großen Megawattanlagen aus, sowohl von Infraschall hoher Stärke (Auswirkungen bis etwa 1,5 km Entfernung) als auch von Infraschall niedriger Stärke (Auswirkungen bis etwa 10 -15 km Entfernung).
Solange und soweit die Gesundheitsgefahren nicht durch technische oder ähnliche Vorkehrungen abgewehrt werden können, können Errichtung und Betrieb der Anlagen nur zulässig sein, wenn diese außerhalb der Sichtweite zu Wohngebieten liegen. Von naturwissenschaftlicher Seite wird ein Mindestabstand von etwa 2,5 km gefordert.
Für die sehr großen Megawatt-Windkraftanlagen mit Gesamthöhen über 180 m müssten also Standorte gesucht werden, in deren Umkreis von etwa 10 km keine Dörfer und Städte liegen. (vgl. Dr.Manfred Neltig, Bad Arolsen 29.11.2010).

 

Im Jahr 2015 wird der „Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day“ am 29.04.2015 stattfinden. “18 Jahre Tag gegen Lärm – ein Anlass für Bilanz, Reflexion und neue Visionen.”

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Auswirkungen von Windrädern auf die Gesundheit, Machbarkeitsstudie des Umweltbundesamtes (UBA)

MayerMenschen, die wegen des Lärms und Infraschalls von Windkraftanlagen gesundheitliche Beschwerden haben, werden durch Schilderungen Betroffener und durch medizinische und wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt, dass von Windkraftanlagen ernst zu nehmende Gefahren weiterlesen

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Infraschall – von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Umweltproblem anerkannt

Die Weltgesundheitsorganisation nahm 1999 die besondere Bedeutung des Infraschalls (low frequency noise) als ein Umweltproblem zur Kenntnis. Ihre Veröffentlichung “Community Noise” (Berglund et al., 2000) führt eine Reihe von Wirkungen auf, darunter die folgenden:

  • “It should be noted that low frequency noise… can disturb rest and sleep even at low sound levels.
  • For noise with a large proportion of low frequency sounds a still lower guideline (than 30dBA) is recommended.
  • When prominent low frequency components are present, noise measures based on A‐weighting are inappropriate.
  • Since A‐weighting underestimates the sound pressure level of noise with low frequency components, a better assessment of health effects would be to use C‐weighting.
  • It should be noted that a large proportion of low frequency components in a noise may increase considerably the adverse effects on health.”

WHO also states: “The evidence on low frequency noise is sufficiently strong to warrant immediate concern.”

Guidelines for Community Noise: http://www.who.int/docstore/peh/noise/guidelines2.html,

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“Radioaktive Strahlung ist doch ‘was ganz Natürliches ..”

“Das alte Salzbergwerk Asse mit dem vielen radioaktiven Müll darin ist äußerst gefährlich, das weiß man doch. Oder nicht? Deshalb soll es doch jetzt ausgeräumt werden! Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat das jedenfalls vorgeschlagen”, weiterlesen

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Einspruch zum angestrebten Messverfahren für Infraschall

Teilnehmer der DIN-Präsidialsitzung am 29. November 2012Es ist eine Modifizierung der Industrienorm DIN 45680 geplant. Diese Norm hat maßgeblichen Einfluß auf alle Planungen von Windkraftanlagen (WKA) und andere Infra- und Tieffrequenzschall-Emittenten und die damit verbundenen Genehmigungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSCHG). Die Einspruchsfrist endet am 20.01.2014.

Sollte es gelingen, dass die Bedingungen für ILFN emittierende Industrieanlagen (ILFN=InfraLowFrequencyNoise = Infra- und niederfrequenter Schall) verschärft werden (z.B. zum Gesundheitsschutz größere Abstände zur Wohnbebauung erzwingen) und sollten die Messungen entsprechend angepasst werden müssen, könnte sich dies zum Nachteil der Windkraftanlagen-Lobby auswirken und manche Planung zunichte machen oder für vorhandene Anlagen auch das Aus bedeuten. Es ist daher davon auszugehen, dass die Lobbyisten dies längst erkannt haben und in der DIN-Kommission aktiv sind. Deshalb empfiehlt EPAW – European Platform Against Windfarms:

Einspruch zum angestrebten Messverfahren einlegen!

Windkraftgegner rufen dazu auf, die Lobby nicht gewähren zu lassen, sondern sich massenhaft zu Wort zu melden, “denn wir, die bereits betroffenen oder bedrohten Anwohner solcher Anlagen, müssen seit Jahrzehnten und mit jedem Zubau noch viele Jahrzehnte mehr mit unserer Gesundheit bitter für die “sauberen” Geräte, von der LW-Pumpe bis zur WKA, von EEG-Profiteuren zahlen. Melden Sie sich zu Wort, nutzen Sie die Anregungen unserer fachkundigen Mitstreiter und nehmen Sie Stellung!”

EPAW – European Platform Against Windfarms: EPAW-Hilfe gegen DIN

DIN_Haus_0103_web.jpgEs besteht die Möglichkeit, bei der DIN-Kommission seine Bedenken und Forderungen zum Thema Infraschall vorzutragen.
EPAW empfiehlt, nach Online-Registrierung (unter: https://secure.beuth.de/cmd?servicerefname=dino&contextid=neport&level=tpl-reg-email&languageid=de ) beim Deutschen Institut für Normung sofort schriftlichen Einspruch zu den dort angestrebten Messverfahren und Vorgaben einzureichen.

Im Einführungsbeitrag der Kommission heißt es unter anderem:In diesem Norm-Entwurf wird ein Verfahren zur Messung und Bewertung tieffrequenter Geräuschimmissionen für die Terzbänder von 8 Hz bis 125 Hz innerhalb von Gebäuden in schutzbedürftigen Räumen bei Luft- und/oder Körperschallübertragung beschrieben. Der Norm-Entwurf ergänzt die bestehenden Mess- und Beurteilungsverfahren für Geräusche und dient zur Bewertung tieffrequenter Geräuschimmissionen.”

Es heißt dort auch: ” Im Bereich unter 20 Hz (Infraschall) besteht keine ausgeprägte Hörempfindung mehr, weil die Tonhöhenempfindung fehlt. Jedoch ist Infraschall – im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung – nicht prinzipiell unhörbar. Die Wahrnehmungsschwelle wurde bis herab zu etwa 1 Hz untersucht. Überschwellige Immissionen werden überwiegend als Pulsationen und Körperresonanzen wahrgenommen. Die Betroffenen spüren einen Ohrendruck und klagen vielfach über Unsicherheits- und Angstgefühle. Als spezielle Wirkung ist bei Infraschall eine Herabsetzung der Atemfrequenz bekannt.”

EPAW: “Alleinig das im DIN-Entwurf angestrebte Vorhaben die Infraschall-Messung erst ab einer Frequenz von 8 Hz als notwendige untere Messgröße definieren zu wollen, ist als Hohn zu betrachten.”

Einführungsbeitrag

“In diesem Norm-Entwurf ist ein Verfahren zur Messung und Beurteilung tieffrequenter Geräuschimmissionen für die Terzbänder von 8 Hz bis 125 Hz in Wohngebäuden bei Luft- und/oder Körperschallübertragung festgelegt. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Wahrnehmung und Wirkung tieffrequenter Geräusche deutlich von der Wahrnehmung und Wirkung mittel- oder hochfrequenter, schmal- oder breitbandiger Geräusche abweichen. Im Bereich unter 20 Hz (Infraschall) besteht keine ausgeprägte Hörempfindung mehr, weil die Tonhöhenempfindung fehlt. Jedoch ist Infraschall – im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung – nicht prinzipiell unhörbar. Die Wahrnehmungsschwelle wurde bis herab zu etwa 1 Hz untersucht. Überschwellige Immissionen werden überwiegend als Pulsationen und Körperresonanzen wahrgenommen. Die Betroffenen spüren einen Ohrendruck und klagen vielfach über Unsicherheits- und Angstgefühle. Als spezielle Wirkung ist bei Infraschall eine Herabsetzung der Atemfrequenz bekannt. Sekundäreffekte (zum Beispiel Luftschall durch Rütteln von Fenstern und Türen oder Gläserklirren, spürbare Vibrationen von Gebäudeteilen und Gegenständen) sind häufige Ursachen zusätzlicher Belästigungen. Im Frequenzbereich von 20 Hz bis etwa 60 Hz sind die Geräusche bei entsprechenden Pegeln hörbar, jedoch ist die Tonhöhenempfindung nur sehr schwach ausgeprägt. Vielfach sind Fluktuationen (Schwebungen) wahrzunehmen. Die Betroffenen klagen oft über ein im Kopf auftretendes Dröhn-, Schwingungs- oder Druckgefühl, das nur bedingt von der Lautstärke abhängig ist und bei stationären Geräuschimmissionen zu starken Belästigungen führt. Wie im Infraschallbereich können Sekundäreffekte auftreten, die Belästigungen hervorrufen. Im Frequenzbereich ab 60 Hz findet der Übergang zur normalen Tonhöhen- und Geräuschempfindung statt. Sekundäreffekte sind eher unbedeutend. In den eingeführten Regelwerken sind Messungen außerhalb des betroffenen Gebäudes vorgeschrieben, wenn Geräusche zu beurteilen sind, die durch Luftschallübertragung aus der Umgebung dort einwirken. Durch diese Vorgehensweise erhält man Messwerte, die nicht durch die unterschiedlichen Schalldämmwerte von Außenbauteilen oder die Raumakustik beeinflusst werden. Die Einhaltung der zugehörigen Immissionsrichtwerte stellt in der Regel einen ausreichenden Schutz der Wohnnutzung sicher. Enthält das Geräusch jedoch ausgeprägte Anteile im Bereich tiefer Frequenzen, kann anhand von Außenmessungen nicht mehr verlässlich abgeschätzt werden, ob innerhalb von Gebäuden erhebliche Belästigungen auftreten. Einerseits liegen im Bereich unter 100 Hz nur wenige Daten über Schalldämmwerte von Außenbauteilen vor (bauakustische Anforderungen werden für Frequenzen unter 100 Hz nicht gestellt), andererseits können durch Resonanzphänomene Pegelerhöhungen in den Räumen auftreten. Daher sind bei Einwirkungen tieffrequenter Geräusche ergänzende Messungen innerhalb der Wohnungen notwendig. Der Norm-Entwurf ergänzt die bestehenden Mess- und Beurteilungsverfahren für Geräusche und dient zur Beurteilung tieffrequenter Geräuschimmissionen zum Schutz vor erheblichen Belästigungen. Für Immissionen, die aus seltenen kurzzeitigen Ereignissen bestehen (zum Beispiel Sprengungen), stellt dieser Norm-Entwurf keine geeigneten Beurteilungsmaßstäbe bereit. Für diesen Norm-Entwurf ist das Gremium NA 001-01-02-11 AK “Überarbeitung von DIN 45680″ im DIN zuständig.”
http://www.beuth.de/de/norm-entwurf/din-45680/143852075;jsessionid=KOAQCDBDLO3ZVTGORP34AYFY.4?

Quellen/links:

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