Stromversorgung

Erbitterte Debatte in den USA über die Zukunft der Stromversorgung

Wissenschaftler engagieren sich in einer zunehmend bitteren und persönlichen Fehde, wie viel Energie die Vereinigten Staaten aus erneuerbaren Quellen zukünftig beziehen können. Eine große Gruppe von Forschern widerspricht der Behauptung, die USA könnten sich in dreißig Jahren vollständig auf Erneuerbare Energien umstellen. Sie geht davon aus, dass auch über 2055 hinaus fossile Brennstoffe genutzt werden. Eine entscheidende Rolle spielt in der Debatte das Stromnetz. Über die Auseinandersetzung, die in einer populären Zeitschrift veröffentlicht wurde, berichtet die Washington Post.

 

Wieviel Erneuerbare Energie ist möglich?

Im Jahr 2015 hatten laut Washington Post der Stanford-Professor Mark Jacobson und seine Kollegen argumentiert, dass zwischen 2050 und 2055 die Vereinigten Staaten völlig von “sauberen” Energiequellen versorgt werden und weder Erdgas, Biokraftstoffe, Kernenergie oder stationäre Speicher benötigt werden.

Im Jahr 2016 erhielten die Vereinigten Staaten nur 6,5 Prozent des Stroms aus Wasserkraft, 5,6 Prozent vom Wind und 0,9 Prozent von Solar. Dennoch begeisterte das Papier Befürworter der Erneuerbaren Energien und wurde von Senator Bernie Sanders, berühmten Unterstützern wie der Schauspieler Mark Ruffalo und viele Umwelt-Gruppen aufgenommen. Eine Umstellung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien wäre eine massive Verschiebung der aktuellen Energieversorgung.

Jacobsons Idee war laut Washington Post in den USA immer umstritten. Jetzt haben nicht weniger als 21 Forscher eine Studie in den einflussreichen Proceedings der Nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht (die auch die ursprüngliche Studie von Jacobson im Jahr 2015 veröffentlichte). Der Lead-Autor dieser Studie ist Christopher Clack vom National Oceanic und Atmospheric Administration Earth System Research Laboratory.

Die Forscher argumentieren, dass die Arbeit von Jacobson und seinen Kollegen ungültige Modellierungswerkzeuge verwende. Außerdem enthielte sie Modellierungsfehler und unplausible und unzureichend gestützte Annahmen.

 

Überschätzte Erneuerbare Energien

Christopher Clack sagte: “Wir dachten, wir müssten einen Peer-Review-Artikel schreiben, um einige der Fehler hervorzuheben und eine breitere Diskussion darüber zu entfachen, was wir wirklich brauchen, um den Klimawandel zu bekämpfen”. Als einzige Möglichkeit, es in einer fairen und unvoreingenommenen Weise zu tun, sei ein Peer-Review infrage gekommen. Dadurch sei gewährleistet, dass externe Schiedsrichter sicherstellen können, dass die Studie keine Unwahrheiten enthält.

Die Studie von Clack wird von einer Reihe bekannter Forscher, einschließlich des prominenten Klimaforschers Ken Caldeira der Carnegie Institution, des Energieforschers Dan Kammen von der University of California in Berkeley und des ehemaligen EPA Science Advisory Board Vorsitzenden Granger Morgan unterstützt.

In einem Brief, der gleichzeitig in der von der Washington Post erwähnten Zeitschrift erschien, feuern Jacobson und drei Stanford-Kollegen zurück, dass Clacks Kritik selbst “mit Fehlern durchsetzt” und “nachweislich falsch” sei. Jacobson unterstellte auch, dass seine Kritiker zugunsten der Kohlenstoff-basierten Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle sowie Kernenergie voreingenommen seien.

 

An den Stromnetzen scheiden sich derzeit die Geister

Kritiker haben der Washington Post zufolge stets behauptet, dass eine geringe Menge an Wind- und Solarenergie problemlos in das Stromnetz eingespeist werden könne, eine zu große Menge es destabilisieren könne. Das Stromnetz werde immer einige grundlastfähige (“baseload”) Energiequellen wie Kernkraft, Kohle oder Gas benötigen, die kontinuierlich Leistung erbringen, anstatt intermittierend von der Verfügbarkeit von Sonne oder Wind abhängig zu sein.

Die Washington Post führt die Auseinandersetzung zwischen den Forschern auf die Trump-Regierung zurück. Sie habe nach Ansicht der Washington Post signalisiert, dass sie nicht glaube, dass das nationale Stromnetz eine schnelle und gründliche Verschiebung hin zu Erneuerbaren Energien unterstützen kann, wie Jacobson vorschlägt. In der laufenden Woche soll die Freigabe einer Studie über den Einfluss der Erneuerbaren Energien über das Stromnetz durch den Energieminister Rick Perry erfolgen. Die Washingon Post vermutet, dass sie die Angst vor Erneuerbarer Energie schürt und das Stromnetz als Argument verwendet, um Wind und Solar zu kritisieren und darzustellen, wie sie das Stromnetz beeinträchtigen.

Die Debatte ist aus Sicht der Washington Post entscheidend. Denn während es großartig sei, über Wind und Solar in der Theorie zu sprechen, sei es die Realität, dass die Elektronen, die sie erzeugen, durch Drähte und Sendestationen gesendet werden müssen, um die Bedürfnisse an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten zu befriedigen. “Wir müssen uns mit einer Möglichkeit beschäftigen, Elektrizität in großem Maßstab zu speichern, ein zurzeit größtenteils ungelöstes Problem.”

Dieses Problem sehen Jacobson und seine Kollegen nicht. Sie halten den Befürchtungen laut Washington Post entgegen, dass die variablen oder “intermittierenden” Stromquellen nicht immer ihre Produktion danach ausrichten würden, wenn die Leute sie am meisten brauchen. (“The research, said Jacobson and his co-authors, should put to rest fears that adding large amounts of wind and solar to the grid would be destabilizing because these variable or “intermittent” sources of electricity would not always line up their production with the times when people need them most.”)

 

Keine 100%ige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien

Clack und sein Team halten die Studie von Jacobson als Richtschnur für die zukünftige Stromversorgung der USA für ungeeignet: “Die zahlreichen Unzulänglichkeiten und Fehler der Studie machen sie als Leitfaden für die wahrscheinlichen Kosten, die technische Zuverlässigkeit oder die Machbarkeit eines 100%igen Wind-, Solar- und Wasserkraftwerks” unsolide, schreiben sie. “Es ist eine Sache, den potenziellen Einsatz von Technologien in einer klar abgegrenzten hypothetischen Analyse zu erforschen; es ist eine ganz andere, zu behaupten, dass ein Modell, das diese Technologien in einer beispiellosen Größenordnung verwendet, schlüssig die Machbarkeit und Zuverlässigkeit des modellierten Energiesystems zeigt, das von der Mitte des Jahrhunderts an umgesetzt wird.”

Besonders bemerkenswert findet die Washington Post, dass in der Studie von Jacobson und seinen Kollegen die Kernenergie keine Berücksichtigung findet. Sie produziere keine Treibhausgase und laufe 24/7 ohne Unterbrechung. Auch Kohlenstoffabscheidungen und -speicherung werden nicht erwähnt. Sie können dazu beitragen, die Emissionen von Kohle- und Erdgasanlagen zu senken, meint Washington Post. Bioenergie, die oft als entscheidend für die Begrünung der Strom- und Verkehrssektoren gehalten würden, seien nicht genannt.

 

Ein bunter Mix aus technischen und sozialen Ideen

Jacobson habe eine Antwort auf die Kritik an seiner Studie in der Zeitschrift veröffentlicht und Zeile für Zeile der Studie von Clack widersprochen. Zusätzlich zu seinen Einwänden, die seine Arbeit geprägt haben, hat er der Washington Post zufolge darauf hingewiesen, dass die Autoren mehr darauf ausgerichtet seien, Kohlendioxid-Emissionen zu senken als sich für andere soziale Vorteile zu interessieren, an denen er, Jacobson, und seine Mitautoren interessiert seien. “Wir interessieren uns für Luftverschmutzung, Gesundheit, Energiesicherheit, Atomwaffenverbreitung, die Verringerung der Gefahr für die Gesellschaft”, sagte er. (“We’re interested in air pollution, health, energy security, nuclear weapons proliferation, reducing the risk to society of all the dangerous considerations,” he said.)

Es gibt zahlreiche komplexe Behauptungen und Gegenbehauptungen in der Debatte, sagt die Washington Post. Das sei ein Teil des Problems, meint David Victor, ein energiepolitischer Forscher an der Universität von Kalifornien in San Diego und ein Co-Autor der neuen Kritik. Die vorliegenden Studien scheinen technisch verankert zu sein und sehr komplex. Alle weisen darauf hin, dass das Problem mit einer Reihe von Optionen, die offenbar politisch sehr attraktiv sind, lösbar ist”, sagte er über Jacobsons Studien. Er hält dies für den Grund, warum die Forschung so einflussreich war.

“Unsere Analyse schlägt vor, dass wir an keiner dieser Analysen festhalten”, sagte David Victor. “Ich kann verstehen, dass die Emotionen hoch gehen, aber wir haben eine Pflicht als Wissenschaftler, die Tatsachen zu nennen, wie wir sie sehen.” (“Our analysis suggests … that none of that work holds up,” Victor said. “So I can totally understand that emotions are high, but we have a duty as scientists to call the facts as we see them.”)

 

Quellen:

Foto: scym, pixabay

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Energiebericht

Der Welt-Energiebericht der BP erinnert an die Unzuverlässigkeit des Wetters

Der sogenannte Welt-Energiebericht der BP hat vor wenigen Tagen seine jährliche “Statistische Überprüfung der Weltenergie” veröffentlicht. Der BP-Bericht liefert den Fachleuten in Politik und Wirtschaft seit über 60 Jahren wertvolle Informationen über die Energiemärkte. Der diesjährige Bericht hebt hervor, wie nachteilig die Auswirkungen des Wetters auf die Zuverlässigkeit von Erneuerbaren Energien sein können. (“This is a reminder of the variability that weather conditions can inject into renewable generation from year to year”). Er zeigt, dass die Aktionäre einen guten Grund haben, den europäischen Erneuerbaren Energien gegenüber skeptisch zu sein, rät Green Watch. 

 

Unkalkulierbar: Variabilität der Wetterbedingungen

Eine spürbare Schwachstelle für Erneuerbare Energien war im vergangenen Jahr die EU, heißt es in dem BP-Bericht. Die erneuerbaren Energien seien von einem ungewöhnlich hohen Niveau, das sie 2015 erreicht hatten, zurück gefallen. Dies sei eine Erinnerung an die Variabilität der Wetterbedingungen, die jedes Jahr unterschiedliche Auswirkungen auf die Erneuerbaren Energien haben. So betrug zum Beispiel der Rückgang der dänischen Windkraft im vergangenen Jahr fast 5% der gesamten Stromerzeugung.

 

Wachstumsraten der nicht-fossilen Energien

Quelle: BP-Energiebericht

Obwohl Wind weiterhin den Löwenanteil der Erneuerbaren Energien zur Verfügung stellte, holte der Zuwachs an Solar laut BP-Bericht schnell auf.

Das Diagramm rechts zeigt die Menge unterschiedlicher Energien, die in 67 Ländern von BP getrennt statistisch überprüft werden.

Es hat laut BP-Bericht etwa 20 Jahre gedauert, bis die Zuwachsrate der Erneuerbaren Energien in den Länder, die eine beträchtliche Menge an Windkraft erzeugen, von 15% auf 75% anstieg. Solar erreichte die gleiche Wachstumsrate in weniger als der Hälfte dieser Zeit. Die Wachstumsrate der Kernenergie bleibt seit rund 20 Jahren auf  gleichem Niveau.

Quelle: BP-Energiebericht

Diese unterschiedlichen Wachstumsraten spiegeln für BP die unterschiedlichen Eigenschaften der Technologien wider.

Die modulare Natur der Solarenergie habe es ermöglicht, dass sie sich schneller verbreitete. Darüber hinaus habe die Tatsache, dass die Wind- und Solartechnik nicht von belastenden Sicherheitsbeschränkungen abhängig sind, ihre rasche Verbreitung im Verhältnis zur Kernenergie ermöglicht.

In Bezug auf nicht fossile Brennstoffe ist China dem Bericht zufolge die wichtigste Quelle für das Weltwachstum sowohl für Hydro (2,8%, 120 TWh) als auch für Kernkraft (1,3%, 41 TWh). Das Wachstum der Wasserkraft Chinas habe sich in den letzten Jahren gegenüber den vorherigen schnellen Wachstumsraten in der ersten Hälfte der 2000er Jahre verlangsamt.

Statt dessen fange das chinesische Atomprogramm gerade an hochzufahren: Es brachte im vergangenen Jahr fünf neue Reaktoren mit sich – die größte jährliche Zunahme der nuklearen Geschichte Chinas – und beinhaltet mehr als 20 Reaktoren, die derzeit im Bau sind.

Obwohl der Anteil der erneuerbaren Energien einen Anstieg von mehr als 30% verzeichnen kann, beträgt sein Anteil an der Primärenergie nur knapp 3,2%.

 

Greenpeace lässt sich durch Fakten nicht erschüttern

Der BP-Bericht wird die Fans der Grünen Lobby jedoch nicht erschüttern, wie Green Watch vermutet. Grüne Lobbyisten argumentieren in Realitätsbezügen, die von einer politischen Mission, nicht von der Physik bestimmt sind. So twitterte Greenpeace Anfang dieses Jahres, im Jahr 2015 hätten 90% der “new Power” in Europa aus erneuerbaren Energien gestammt. Eine Erklärung, was unter “new Power” zu verstehen ist, bleibt der Verein schuldig. Die sinnlose, aber immerhin beeindruckende Zahl von 90% hat eine politische Funktion, ähnlich wie die Behauptung, 97% der Wissenschaftler hielten den Klimawandel für menschengemacht. Zahlen dienen als Argument, wie Green Watch sicher richtig vermutet, um Politiker für ihre offensichtliche mangelnde Begeisterung für Green Energy-Projekte zu kritisieren. Und, was noch wichtiger sein dürfte, sie sind für die Grüne Lobby eine Waffe, um Politiker und Medien vor sich herzutreiben.

Titelfoto: JohnsonGoh, pixabay

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Energie

Solar & Wind – nur 2,9% Anteil am weltweiten Energiebedarf bis 2040

Solarenergie und Windenergie werden nach Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) bis 2040 weniger als 3 Prozent des weltweiten Energiebedarfs decken.

Derzeit erzeugen Wind- und Solarenergie 0,45 und 0,12 Prozent der weltweiten Energie. Bis 2040 wird der Anteil nur auf 1,88 bzw. 1,03 Prozent ansteigen.

Prognosen bis 2040

Die IEA-Prognosen für 2040 gehen davon aus, dass jedes Land mit dem Pariser Klimaabkommen übereinstimmt. Die USA haben sich bereits aus der Vereinbarung zurückgezogen und bei einigen anderen Ländern ist es nach Ansicht des Daily Caller unwahrscheinlich, dass sie vollkommen einverstanden sind, so dass die IEA-Grafik fast sicher überschätzt werde.

Ein Bericht des Energieriesen Exxon Mobil, der im Januar veröffentlicht wurde, kam zu einer ähnlichen Schlussfolgerung. Er stellte fest, dass Wind, Solar und Biokraftstoffe im Jahr 2040 nur 4 Prozent der weltweiten Energie erzeugen werden.

Die am schnellsten wachsende Energiequelle wird bis 2040 laut Exxon-Bericht Erdgas sein. Danach wird Erdgas 25 Prozent der Nachfrage decken. Die größte Energiequelle wird mit etwa 32 Prozent der Gesamtnachfrage Öl sein.

Die Kernkraft wird etwa 7 Prozent aller Energie liefern. Nukleare und erneuerbare Energien werden sowohl in Prozent als auch relativ schnell ansteigen, kommen aber nicht näher an das Wachstumsvolumen oder die Erdgasquote heran. Die restlichen 12 Prozent der Nachfrage werden durch eine Kombination von Wasserkraft, Holzverbrennung, geothermischen und anderen vergleichsweise kleinen Stromquellen erfüllt werden.

 

Energiequellen 2016

Im Jahr 2016 erzeugten laut der Federal Energy Information Administration (UVP) die USA 0,9 Prozent aller Elektrizität mit Solarenergie und 5,6 Prozent mit Wind.

Derzeit wird weltweit durch Holzverbrennung fast dreimal so viel Energie produziert wie durch Solar- oder Windenergie.

Die Holzverbrennung liefert nach Angaben der Vereinten Nationen 9 Prozent der weltweiten Energie. Mehr als 2 Milliarden Menschen hängen von Holz als Energiequelle für Kochen und Heizung ab, vor allem in den Entwicklungsländern.

 

Quelle:
http://dailycaller.com/2017/06/13/solar-wind-will-only-provide-2-9-of-worlds-energy-by-2040-graph/

Foto: Unsplash, pixabay

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Odenwald

Windpark und Odenwald – Zwei, die nicht zusammengehören

Odenwald? Windpark? Worum geht es hier eigentlich?

Der Odenwald  erstreckt sich über 78 Kommunen in sieben Landkreisen und drei Bundesländern, Südhessen (Hessen), Unterfranken (Bayern) und nördliches Baden (Baden-Württemberg). Das  Mittelgebirge hat eine große Bedeutung für Urlauber und Erholungssuchende. Wälder, Naturschutzgebiete, Moore – nichts ist vor dem Bauwahn der Bundesregierung sicher. Bewohner des Odenwalds leben in einer weitgehend intakten Natur, sind seit Generationen stolz auf ihren Odenwald und ihn teilen ihn gerne mit Menschen aus den Städten, die ihn als Naherholungsgebiet genießen wollen. Der Kampf der Bürgerinitiativen gegen die Industrialisierung des Odenwaldes dient auch dem Schutz der Urlauber und Erholungssuchenden.

Bürgerinitiativen Siedelsbrunn und Ulfenbachtal gegen Windenergie im Odenwald

Die Bürgerinitiativen Siedelsbrunn und Ulfenbachtal informieren in ihrer Region und darüber hinaus über die Gründe für die Zerstörung des Waldes und die Lügen der Natur- und Landschaftszerstörer. Und dabei liegt die Wahrheit vor unseren Augen: “Um Wind ernten zu können, muss Wind wehen.” Strom gibt es im Odenwald und überall auf der Welt nur dann, wenn der Wind die Räder dreht. “Und weil man auch dann Strom braucht, wenn der Wind nicht weht, müssen weiter Atom-, Gas- oder Kohlekraftwerke den Strom liefern.” Um aber den Wind, wenn er zufällig weht, ernten zu können, “müssen Millionen investiert werden, die jeder Bürger mit seiner Stromrechnung bezahlt.”

Nahezu jede Werbung für Windkraftindustrieanlagen entpuppt sich als Lüge. Die Bürgerinitiativen Siedelsbrunn und Ulfenbachtal treffen sich regelmäßig zur

Donnerstags-Demo,

um gemeinsam gegen den Bau- und Ausbau von Wind-Industrie-Anlagen in der Naturlandschaft zu protestieren.

 

Natur- und Umweltschützer

Die Bewohner des Odenwaldes haben ihre Augen und Ohren nahe an der Natur. Sie fühlen sich als Teil von ihr und beanspruchen die Schönheit der Landschaft doch nicht nur für sich selbst. “Seit Generationen sind die Bewohner stolz auf ihren Odenwald, die Menschen aus den Städten froh um dieses Naherholungsgebiet, und viele Tiere froh um dieses Nahrungs- und Rückzugsgebiet”, sagen sie.

Um genau das zu bewahren, was zerstört werden könnte, durch Beziehungslosigkeit zur Natur, Unvernunft oder Gier – haben sich Umwelt- und Naturschutzorganisationen wie der BUND oder NABU gebildet. Beide großen Verbände haben bei der wichtigsten Aufgabe seit ihres Bestehens versagt, die Bürger im Stich gelassen und geholfen, der Windindustrie Tür und Tor für den Raubbau an der Natur zu öffnen.

An die Stelle der Umwelt- und Naturschutzverbände sind lokale Bürgerinitiativen getreten, insgesamt über 600 Gegenwind-Initiativen deutschlandweit.

 

Flyer der Bürgerinitiativen Siedelsbrunn und Ulfenbachtal

Den Flyer der Bürgerinitiativen Siedelsbrunn und Ulfenbachtal können Sie ausdrucken. Wenn Ihnen das Vorgehen im Odenwald nicht egal ist, können Sie bis zum 14. Juli 2017 Ihre Bedenken und Ihren Einwand gegenüber dem Regierungspräsidium Darmstadt äußern.
Und das in schriftlicher Form per Post, per Fax oder als e-Mail.
Anschriften finden Sie im Flyer. Beispiele für Formulierungen gibt es bei den Bürgerinitiativen.

 

Download the PDF file .

Der Odenwald

Der Odenwald verzeichnete 2014 insgesamt rund 25 Millionen Aufenthaltstage durch Touristen. Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den Odenwald: Er schafft 13.400 Arbeitsplätze und generiert 927 Millionen Euro Umsatz. Das sind zwei zentrale Ergebnisse der von der IHK gemeinsam mit der Odenwald Tourismus GmbH und dem DEHOGA Hessen beauftragten Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus Odenwald“.

Odenwald

Vertreter von Landkreisen, Tourismus- und Fachorganisationen sowie ausgewählten Unternehmen der Tourismuswirtschaft berieten sich im Oktober 2015 auf einem Workshop, wie sich die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus weiter steigern ließe und “welche Maßnahmen durch welche Instanz dafür umzusetzen sind.” Sie dachten darüber nach, wie sie die Anzahl der Aufenthaltstage durch Tages- und Übernachtungsgäste sowie die Höhe der Tagesausgaben beider Segmente erhöhen könnten. Das Ziel sind 1 Milliarde Euro Umsatz. Der Optimismus scheint begründet zu sein, denn die Übernachtungszahlen sind laut Studie in den vergangenen vier Jahren sukzessive gewachsen, von 2010 auf 2014 um 7 Prozent. Das Bettenangebot war hingegen seit 2008 rückläufig. Untersucht wurde der Rückgang der Bettenangebote nicht. Auch über mögliche negative Auswirkungen des Ausbaus von Windkraftindustrieanlagen wurde auf dem Workshop offenbar nicht gesprochen.

Quellen/Links:

Titelfoto: pixabay


Ruhrkultour Leseempfehlung:

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Die Energiewende soll unser Klima retten – doch sie zerstört die Natur und die letzten halbwegs unberührten Landschaften. Flächendeckend wird das Land mit Windrädern vollgestellt, Vögel und Fledermäuse verenden elendiglich in den Rotoren der riesigen Windkraftwerke. Mais und Raps, großflächig als Energiepflanzen angebaut, laugen die Böden aus und zerstören die Brutstätten ohnehin gefährdeter Vogelarten.

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Klimaschutzabkommen

Das Pariser Klimaschutzabkommen – Hebel zur Macht

Klimaschutzabkommen – Nicht verhandelbar.

In einer gemeinsamen Erklärung haben Deutschland, Frankreich und Italien ihren Beschluss mitgeteilt, dass das Pariser Klimaschutzabkommen unumkehrbar sei und nicht mehr neu verhandelt werden könne. „Wir betrachten die im Dezember 2015 in Paris erzeugte Dynamik als unumkehrbar und sind der festen Überzeugung, dass das Übereinkommen von Paris nicht neu verhandelt werden kann, da es ein lebenswichtiges Instrument für unseren Planeten, unsere Gesellschaften und unsere Volkswirtschaften darstellt“, heißt es in der Erklärung des Triumvirats.

 

Führungsanspruch

Das EU-Triumvirat, bestehend aus Deutschland, Frankreich und Italien, erhebt mit seiner gemeinsamen Erklärung einen Führungsanspruch innerhalb der EU, für Europa und für die Welt. Das Klimaschutzabkommen sei nicht verhandelbar, heißt es darin. Eine erstaunliche Formulierung. Denn nicht einmal eine Enzyklika gilt als unfehlbar. Und nur dann gilt die Aussage eines Papstes als unfehlbar, wenn er in seinem Amt als „Lehrer aller Christen“ eine Glaubens- oder Sittenfrage als endgültig entschieden verkündet. Auf dieser Ebene bewegen sich zurzeit die Bundeskanzlerin Angela Merkel und mit ihr Frankreich und Italien. Der Rest der EU wurde nicht gefragt.

Das Pariser Klimaschutzabkommen wird von der EU zum Codex einer neuen Weltordnung erklärt. Sie hat es geschafft, globale Klimapolitik als strategische Frage der Weltpolitik zu etablieren, die Finanz-, Wirtschafts- und Außenpolitik systematisch einschließt.

Eigentlich war den USA die Führungsrolle beim Aufbau einer neuen Weltordnung zugedacht. Die Wunschkandidatin der EU für Obamas Nachfolge war Hillary Clinton, die diese Politik im Sinne Obamas fortgesetzt hätte. Der US-Präsident Trump hat diese ihm zugedachte Rolle zum Ärger der EU jedoch aus verschiedenen Gründen zurückgewiesen. China, die zukünftige Weltmacht Nummer Eins, wurde als neuer starker Partner und als Ersatz für die USA auserkoren, die Interessen des Westens zu wahren.

China hat das Pariser Klimaschutzabkommen nur deshalb unterzeichnet, weil dem Land weitgehende Zugeständnisse in Bezug auf CO2-Emissionen gemacht wurden. Der Klimaschutz stand nicht mehr auf Platz Eins der Agenda. Die Umweltministerin Barbara Hendricks sagte, der US-Präsident Trump werde maximal acht Jahre Präsident sein. Dies würde das Weltklima überstehen.

Ohne China hätte ein Klimaschutzabkommen keinen Sinn ergeben. Ohne die USA allerdings auch nicht. Pro Kopf liegt der CO2-Ausstoß in den USA sogar wesentlich höher als in China. Während China längere Fristen für die Umstellung seiner Energieversorgung eingeräumt wurde, wird den USA, die mit großen inneren Wirtschafts- und sozialen Problemen zu kämpfen haben, eine längere Frist verweigert.

Klimaschutz – Die Grundlage für eine Neue Weltordnung

Das Klima ist keine reale, sondern eine von Computerprogrammen errechnete Größe, die im Verlauf der letzten Jahre mehrfach korrigiert wurde. Die einzige Aussage, die wir mit Gewissheit über das Klima treffen können ist, dass der Klimawandel zur Erdgeschichte gehört und der menschliche Einfluss auf die Veränderung des Klimas, wenn überhaupt, nur einen geringen Anteil an Klimaveränderungen hat.

Bei dem Pariser Abkommen geht es nicht primär um das Klima. Das Abkommen zielt darauf, die globale Klimapolitik als strategische Frage der Weltpolitik zu etablieren. Über das Thema Klimaschutz können Dank des Abkommens andere Politikbereiche wie die Finanz-, Wirtschafts- und Außenpolitik systematisch in eine weltweit geltende Politik einbezogen werden.

Ähnlich wie ein gezüchtetes Virus, ist „Klima“ aus dem Labor der Klimaforscher entwichen, hat sich als Idee verbreitet, als politische Forderung die Bezeichnung “Klimaschutz” und damit eine neue Funktion erhalten. Klimaschutz ist das Markenzeichen für den globalen Handel, ein Mittel zur Steuerung der Kapitalbewegungen und der Einflussnahme auf die Volkswirtschaften aller Länder, auch wenn sie das Abkommen nicht unterzeichnen. Die Bundesumweltministerin sagte zu BILD: „Ich bin sicher, dass der US-Präsident in Hamburg auf 19 Staaten trifft, die beim Klimaschutz zusammenstehen. Da wird er sich womöglich noch wundern!“

Das Pariser Abkommen erlaubt zwar keine rechtliche, aber eine moralische Verurteilung von Ländern, die geforderte Klimaschutzmaßnahmen nicht einhalten. Es ermöglicht Sanktionen unterhalb der Kriegsschwelle durch ein Kollektiv, für das die drei europäischen Staaten einen Führungsanspruch angemeldet haben.

 

Klimaschutz ist wie die Möhre, der der Esel folgt.

Man kann nicht behaupten, dass die 194 Länder, die das Klimaabkommen unterzeichnet haben, von einer kleinen, reichen, aggressiven Minderheit über den Tisch gezogen wurden. Alle Länder, die unterschrieben haben, haben sich von dem Abkommen eigene wirtschaftliche Vorteile versprochen. Das Pariser Abkommen verleiht rohstoffarmen westlichen Industrienationen ein menschenfreundliches Image bei der Ausplünderung der ärmeren Staaten. Es verschafft westlichen Ländern Exportmöglichkeiten und das Überleben ihrer Großkonzerne. Ärmeren Ländern gewährt es die Möglichkeit zur Einforderung von Schutzgeldern im Namen der “Klimagerechtigkeit”. Gleichzeitig bietet es den westlichen Ländern einen Hebel, um mit diplomatischen Mitteln aufstrebende Industrienationen durch teure Klimaschutz-Auflagen so lange wie möglich von der Entwicklung eigener Industrien fernzuhalten.

Für diese Sichtweise des Klimaschutzprogramms stand auch Barack Obama. Dass Klimaschutz einer Fortführung des Politik mit anderen Mitteln zu Gunsten der USA und nicht primär dem Schutz des Klimas dient, hatte Obama in einer viel beachteten Abschlussrede vor Kadetten in West Point am 28. Mai 2014 deutlich gemacht.

 

Der Rückzug der USA aus dem Pariser Abkommen ist kein Vertragsbruch

Donald Trump hat auf Fehler in dem Abkommen aufmerksam gemacht, die die USA benachteiligen, und deshalb um eine Überarbeitung des Vertrages gebeten. Diese Bitte lehnt die EU brüsk ab. Der US-Präsident sagte: “Als jemand, dem die Umwelt sehr am Herzen liegt“ könne er das Abkommen nicht tragen, weil es sehr viel koste und im Ergebnis einfach zu wenig bringe. Er sagte dies durchaus auch im Interesse anderer Länder. Der Wechsel europäischer Politik von der freundschaftlichen Grundhaltung zum aggressiven Anti-Amerikanismus ist atemberaubend. Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass dieser Wechsel der Person Donald Trump geschuldet ist.

Die Vereinigten Staaten haben mit ihrem Rückzug aus dem Pariser Abkommen keinen Vertrag gebrochen, wie es Politik und Medien fälschlicherweise darstellen. Die USA waren dem Abkommen nie wirklich beigetreten. Der US-Kongress, der den Vertrag hätte unterzeichnen müssen, damit er hätte gültig werden können, hat ihn nicht zur Ratifizierung vorgelegt bekommen. Er hätte ihm auch nicht zugestimmt. Weil Obama das wusste, hat er den Kongress umgangen und ist dem Abkommen durch einen Präsidentenerlass beigetreten. Welche rechtliche Verpflichtung sich für die USA daraus ergeben hat, wird derzeit geprüft.

Das Klimaschutzabkommen ist völkerrechtlich nicht bindend. Es wird insbesondere von Deutschland und der EU dennoch als unverhandelbar dargestellt. Das Klimaschutzabkommen ist mit Zustimmung der Vertragspartner selbstverständlich änderbar. In monströsen Konstrukten wie dem Pariser Klimaschutzabkommen wäre dies allerdings ein aufwändiges Unterfangen.

 

Warum lehnt Deutschland Klima-Verhandlungen mit den USA ab?

Ein triftiges Argument, Gespräche mit den USA über Theorien und Maßnahmen in Bezug auf Klimaveränderungen abzulehnen, gibt es nicht. Es muss andere, gewichtigere Gründe für die Zurückweisung des Angebots von Donald Trump, neu zu verhandeln, geben, die bedeutender sind, als der Aufwand für eine Neuverhandlung. Dabei dürften für die Bundesregierung das Budget und die Umverteilung von enormen Geldmengen auch zu Gunsten der eigenen Großindustrie eine wichtige Rolle spielen.

Das zentrale Finanzierungssystem der UN für Klimaschutz-Hilfen ist der Green Climate Fund (GCF). Der Klimafonds wurde mit dem Ziel gegründet, Geld für Klimaschutz-Projekte bereitzustellen. Er dient für multilaterale Finanztransfers von Industrieländern in Entwicklungsländer. Bis zum Jahr 2020 sollen für diesen Zweck jährlich 100 Milliarden US-Dollar bereitgestellt werden. Die Vergabe der Finanzmittel ist jedoch intransparent und zeigt, dass es bei der Bewertung klimaschonender Projekte keine Einigkeit gibt.

Wegen der Finanzierung von zwei Staudämmen mit Mitteln des GCF geriet der Grüne Klimafonds in die Kritik. Es seien Wasserkraftprojekte angenommen worden, ohne dafür klare Kriterien zu definieren und mit unklarem Klimanutzen. In diesen undurchsichtigen, offenbar unkontrollierbaren Fonds will Donald Trump kein Geld investieren, das nach Überzeugung des US-Präsidenten in den USA dringender für andere Zwecke gebraucht wird.

Wichtigster Grund dürfte sein, dass Deutschland schwere Zeiten bevorstehen. Target 2, Selbstüberschätzung bei der Einwanderungspolitik und das drohende Ende der deutschen Variante der Energiewende haben den Druck auf die Bundesregierung erhöht. Die Bundesregierung hat sich unter Angela Merkel dem Einfluss von Pressure-Groups gebeugt und auf den Ausstieg aus der Kernenergie eingelassen. Anstatt in Ruhe einen vernünftigen Plan mit Berechnungen der entstehenden Kosten und Folgeabschätzungen zu entwickeln, verkündete die Bundeskanzlerin im Juni 2011 das Aus der Kernenergie. Danach verfiel Deutschland in hektische Bautätigkeiten und ließ mit üppigen Subventionen massenweise Windräder und Solaranlagen bauen. Einen Plan, wie der überschüssige Strom zu speichern ist, ob die Infrastruktur geeignet ist und wie hoch die Gesamtkosten zu beziffern sind, gab es nicht. Die Kosten könnten bis 2030 durchaus die Grenze von einer Billion Euro überschreiten.

Angela Merkel bleibt nur die Wahl, ihre Fehlentscheidung zum Ausstieg aus der Kernenergie von 2011 einzugestehen oder die Fehler durch einen präsidialen Führungsstil zu kaschieren. Sie wählte den zweiten Weg.

Deutschland und die EU feiern das Pariser Abkommen als einen Erfolg. Sie glauben, dass sie die unterschiedlichen Interessen einzelner Länder auf ein gemeinsames Ziel hin bündeln konnten. Sie geben vor, die Menschheit vor dem Klimawandel erretten zu können. Die drei EU-Länder fühlen sich mit den Unterschriften unter das Klimaabkommen in einer starken Position, haben durch Trumps Rückzug ein vermeintliches Machtvakuum entdeckt und nutzen die Gelegenheit, um ihren Anspruch auf die Weltführerschaft anzumelden. In der gemeinsamen Erklärung gegenüber den USA haben sie diesen Anspruch unter Schmähungen Trumps manifestiert.

Dem Versuch der EU, unter dem Deckmantel des Klimaschutzes eine neue Weltordnung zu etablieren und die USA zur Kasse zu bitten, hat Trump eine Absage erteilt, nicht dem Schutz der Umwelt.

 

Der neue Partner an Merkels Seite

Angela Merkel braucht mehr als alle anderen Staaten der EU einen Ersatz für die USA und einen starken Verbündeten. Die Entscheidung zum gleichzeitigen Ausstieg aus Kohle und Kernenergie macht Deutschland verwundbar und daher vom Wohlwollen anderer Länder abhängig. China, auf dem Weg zur Wirtschaftsmacht Nummer Eins, bot sich als Retter an.

Chinas Premierminister Li Keqiang versicherte der Bundeskanzlerin, sein Land werde sich auch in Zukunft an das Pariser Klimaabkommen halten. Mit Blick auf den G20-Gipfel der großen Industrie und Schwellenländer Anfang Juli in Hamburg hat Li der Bundesregierung volle Unterstützung zugesichert. “Wir werden dafür sorgen, dass das ein Erfolg wird”, versprach der Premierminister. Der Gipfel solle ein Signal für Freihandel und Investitionserleichterungen sein.

Partner der Klimaschützerin Angela Merkel wurde also das Land, das mit den höchsten CO2-Emissionen noch mindestens 10 Jahre seine Industrie ohne Einschränkungen hinsichtlich der CO2-Emissionen unterstützen darf. Es ist mittlerweile der weltweit größte Hersteller von Windkraft- und Solaranlagen, eigentlich die Herzstücke der neuen deutschen Industrie. Wie soll das gutgehen? Dass diese Entwicklung nicht ohne Folgen für Arbeitsplätze in Deutschland bleiben wird, liegt auf der Hand. Qualifizierte Arbeitsplätze werden bereits ins Ausland exportiert. Deutschlands Dienstleistungsbereich bietet keinen adäquaten Ersatz für den Verlust wertschöpfender Arbeitsplätze.

 

Klimaschutz ist eine “Überreligion”

“Klimaschutz” ist der geniale Titel eines Wirtschafts- und Gesellschaftsprogramms, das als Pariser Klimaschutzabkommen den Menschen, unabhängig von Kontinenten, Wirtschaftsformen und Religionen, den Glauben an das Gute im Menschen und eine „Überreligion“ geschenkt hat. Der Klimaschutz ist für die Anhänger der Erneuerbaren Energien eine Aufgabe zur Rettung der Menschheit.

“Wir brauchen dieses Pariser Abkommen, um unsere Schöpfung zu bewahren. Nichts kann und wird uns dabei aufhalten”, sagte Angela Merkel trotzig und enttäuscht über den Ausstieg der USA aus dem Abkommen. Aber sie liegt falsch. Deutschland braucht das Pariser Abkommen, die Schöpfung braucht es nicht, auch nicht die Welt. Der missionarische Ehrgeiz Angela Merkels kennt jedoch nur Freunde oder Feinde, aber keine Grenzen. So sagte sie stellvertretend für 194 Staaten im Pluralis Majestatis: „Entschlossener denn je werden wir in Deutschland, in Europa und in der Welt alle Kräfte bündeln.“

 

“Mutter Erde” – Nichts kann uns aufhalten

“Nichts kann und wird uns dabei aufhalten” die Schöpfung zu bewahren, verkündete die Bundeskanzlerin. “Allen, denen die Zukunft unseres Planeten wichtig ist, sage ich: Lassen Sie uns gemeinsam den Weg weitergehen, damit wir erfolgreich sind für unsere Mutter Erde.”

Mit der Anspielung auf die “Mutter Erde” hat sich die Pfarrerstochter jetzt völlig vergriffen. Denn ausgerechnet der Erfinder der Gaia-Theorie, James Lovelock, hat mit Windkraftindustrieanlagen, dem Steckenpferd der deutschen Energiewende, abgerechnet:

“Ich bin ein Umweltschützer und Gründungsmitglied der Grünen, aber ich neige mein Haupt in Scham bei dem Gedanken, dass unsere ursprünglichen guten Absichten derart missverstanden werden. Wir haben niemals eine fundamentalistische grüne Bewegung beabsichtigt, die alle anderen Energiequellen als die der Erneuerbaren Energien ablehnt, noch haben wir erwartet, dass die Grünen unser ökologisches Erbe von unschätzbarem Wert wegwerfen, wegen ihres Versagens zu verstehen, dass die Bedürfnisse der Erde nicht von menschlichen Bedürfnissen zu trennen sind.”
James Lovelock fügt hinzu:
“Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die sich drehenden Windmühlen nicht wie die Statuen auf den Osterinseln werden – Denkmäler einer gescheiterten Zivilisation.”

Mutter Erde wird Angela Merkel aufhalten. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Deutschland den Kampf gegen die Physik und Unvernunft erschöpft aufgibt, die Führungsrolle China überlässt und Europa sich in seine Bestandteile zerlegt.

Silver Surfer

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Südwestfalen

Die IHK in Südwestfalen fordert: Energiemix beibehalten

In Südwestfalen funktioniert die Wirtschaft. Noch.

Der Wirtschaft in Südwestfalen bereitet die Energiewende Sorgen. Für das produzierende Gewerbe sei eine verlässliche Energieversorgung besonders wichtig, sagt die IHK Siegen. Spannungs- und Frequenzschwankungen könnten leicht zu Produktionsausfällen oder zu Schäden führen. Der steigende Anteil volatiler Energiequellen, wie der Windenergie, darf aus Sicht der IHK die Versorgungssicherheit nicht gefährden. Auf absehbare Zeit müsse deshalb am Energiemix festgehalten werden. 

Zum IHK Bezirk in Südwestfalen gehören die beiden Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe. Sie bilden die Arbeitsmarktregion Siegen. In diesem Wirtschaftsraum leben rund 421.000 Einwohner. Gemessen am Wachstum der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, mit einem hohen Fachkräfteanteil, gehört diese Region zu den wachstumsstarken Bereichen des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Besondere Unternehmensstruktur in Südwestfalen

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen weist auf die besondere Unternehmensstruktur in ihrem Bezirk hin. Vorherrschend sind klein- und mittelständische Unternehmen. Nur rund ein Dutzend der Unternehmen beschäftigen mehr als 1000 Mitarbeiter.

Die besondere Unternehmensstruktur hat Folgen für die Verbundenheit der Menschen mit der Region und den Unternehmen. Das Unternehmen wird in der Regel nicht durch ein anonymes Management, sondern durch Eigentümer-Unternehmer, die auch mit Eigenkapital für das unternehmerische Risiko haften, geführt. “Daraus resultiert eine starke Bindung der Unternehmer an die Region und an das eigene Unternehmen”, schlussfolgert die IHK. Die Typisierung gelte nicht nur für das verarbeitende Gewerbe, sondern auch für den Dienstleistungssektor.

Aus der Tatsache, dass der Schwerpunkt der Unternehmen im verarbeitenden, energieintensiven Gewerbe liegt, ergeben sich besondere Anforderungen an die Rahmenbedingungen, die von der Politik bestimmt werden.

 

Auswirkungen Energiewende in NRW

Die Wirtschaftsregion Siegen gilt in Nordrhein-Westfalen landesplanerisch als „gering verdichtet“ und gehört danach zu den „ländlich“ definierten Räumen. Gegenüber den verdichteten Regionen sind diese ländlichen Räume allerdings die Gewinner der Beschäftigtenentwicklung in den zurückliegenden Jahren. Gerade sie haben einen besonders hohen Anteil industrieller Arbeitsplätze. In der Region dominieren die Herstellung von Metallerzeugnissen, der Maschinenbau und die Sanitär- und Elektroindustrie. Diese Branchen sind naturgemäß energieintensiv.

Etwa 39 Prozent der Unternehmen im IHK-Bezirk sehen in den Energie- und Rohstoffpreisen ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens. Der  Präsident der Industrie- und Handelskammer Siegen, Felix G. Hensel, warnt, dass in einigen Bereichen die Energiekosten bei weit mehr als zehn Prozent des Umsatzes  liegen. Er hält diese Zahlen für alarmierend. Sie sind aus seiner Sicht “ein schlechtes Signal für die künftige Wirtschaftskraft vor Ort und im Land.“

Die IHK weist darauf hin, dass industrielle Stromabnehmer in Deutschland je KWh das Doppelte dessen zahlen, was Wettbewerber in Frankreich, den Niederlanden oder Skandinavien zahlen.

Eine Verbilligung der Industriestrompreise durch Umlage über die privaten Haushalte fordert die IHK Siegen nicht. Sie fordert, dass die Versorgungssicherheit nicht gefährdet und deshalb auf absehbare Zeit am Energiemix festgehalten werden muss.

 

Widerstand gegen den Landesentwicklungsplan NRW

Der Landesentwicklungsplan (LEP) NRW stößt in Südwestfalen bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen auf massiven Widerstand.

Der Landesesentwicklungsplan sieht in Südwestfalen 18.000 Hektar als Windvorranggebiete vor. Dies sei befremdlich, meint die IHK. In Südwestfalen werde einem Minimum an gewerblicher Flächeninanspruchnahme mit einem Maximum an Flächenausweisung für Windenergie begegnet.  IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener kritisiert den Plan mit den Worten: „Mit der Energiewende geht eine Dezentralisierung von Versorgungsstrukturen einher, die sich nicht mit zentral formulierten Vorgaben und Quoten verträgt.“

Die IHK fordert die heimischen Landtagsabgeordneten auf, sich für Verbesserungen einzusetzen.

 

Quellen:

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EnBW

Das nahende Ende der EnBW – und ein Bonus für den Abwickler?

Die Energiewende zerstört EnBW

Fünf Kernkraftwerke in Obrigheim, Philippsburg und Neckarwestheim, haben Baden-Württemberg Jahrzehnte zuverlässig und bezahlbar mit Strom versorgt und EnBW 50 Prozent ihres Konzerngewinns beschert. Die Energiewende und der Ausstiegsbeschluss zerstören die Existengrundlage des Energieversorgungsunternehmens. EnBW ist Energie in Bürgerhand: Das Unternehmen gehört dem Land Baden-Württemberg und einigen Landkreisen zu ca. 95 Prozent.

EnBW, 22.08.2016

Die Energiwende führte zu einem dramatischen Finanzeinbruch, den das Land und die Kommunen auffangen mussten. Innerhalb von zehn Jahren ist der Aktienkurs von 60 auf 20 in die Tiefe gerauscht und bei der kürzlichen Hauptversammlung blieb sogar die Dividendenzahlung aus, sagt Dr. Willy Marth, der den Sinkflug der EnBW genau beobachtet.

Willy Marth warnt: “Die ganz großen Atomkraftwerke KPP 2 (1.450 MW) und GKN II (1.400 MW) müssen gesetzesgemäß 2019 bzw. 2022 abgeschaltet werden. Das wird nochmals einen riesigen Gewinneinbruch verursachen.”

 

Wind- und Solarparks können Kernkraftwerke nicht kompensieren

Der Ausfall der Kernkraftwerke wird durch Wind- und Solarparks nicht im Entferntesten kompensiert, warnt Marth. Kohlekraftwerke seien deshalb immer noch der zentrale Baustein für die Versorgungssicherheit. Der Großteil der Kohle werde aus Kolumbien importiert. Er erinnert daran, dass die konventionellen Kraftwerke zu jeder Tages-und Nachtzeit zur Verfügung stehen müssen. Sie sind wegen der Vorrangeinspeisung Erneuerbarer Energien aber kaum wirtschaftlich zu betreiben.

Die Aktie des Strom-und Gasversorgers Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) sei kein Wertpapier mehr, das man Witwen und Waisen zur Anlage empfehlen könne, sagt Willy Marth.

 

Das grüne Jobwunder

Wegen der finanziellen Schieflage des Konzerns sollen alle Mitarbeiter für die nächsten vier Jahre auf ihre Erfolgsbeteiligung verzichten. Die variable Vergütung der leitenden Angestellten wurde dementsprechend gekürzt, sagt WillyMarth. Anderes widerfuhr der Aufsichtsrätin Gunda Röstel. Ihre Vergütung wurde im Berichtsjahr 2016 von 57.000 auf 74.427 Euro erhöht.

Grün regierte Unternehmen und Verwaltungen bringen immer wieder die erstaunlichsten Karrieren nach ähnlichem Muster hervor. Verantwortung übernehmen häufig Günstlinge, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung für die Tätigkeit, die sie ausüben sollen, nicht oder wenig qualifiziert sind.

Die Kurzvita von Gunda Röstel weist aus, dass sie nach einem

  • Studium der Sonderpädagogik in Rostock
  • von 1990 bis 1996 Schulleiterin an einer Sonderschule war.
  • Danach war sie vier Jahre Parteivorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
  • Gemeinsam mit Jürgen Trittin hat sie die Doppelspitze der Partei gebildet.
  • Anschließend verdiente Gunda Röstel ihren Lebensunterhalt als Prokuristin bei Gelsenwasser AG .

Weitere Daten. Gunda Röstel ist seit:

  • 2004 Geschäftsführerin Stadtentwässerung Dresden GmbH
  • 2010 Vorsitzende des Hochschulrats der TU Dresden
  • 2012 Mitglied des Aufsichtsrats der EnBW
  • 2013 Vorsitzende des Campus-Beirats Sachsen

Im Unterschied zu vielen anderen Karriere-Grünen hat Gunda Röstel ihr Studium wenigstens abgeschlossen. Vielleicht ist das die sonderliche Leistung, die sie im vergleich zu manchen anderen Grünen auszeichnet, und die eine satte Erhöhung ihrer Jahresvergütung um satte 30 Prozent rechtfertigt, nach der Willy Marth den Vorsitzenden des Aufsichtsrats fragt:

“Welche sonderlichen Leistungen, Herr Lutz Feldmann, hat Gunda, die gelernte Sonderschulpädagogin und ehemalige Chefin der Grünen Partei für die EnBW erbracht, dass die Erhöhung ihrer Jahresvergütung um satte 30 Prozent angemessen war?”

Vielleicht ist dies aber auch eine Bonus für Abwickler.

 

Wer ist Willy Marth?

Willy Marth wurde 1933 im Fichtelgebirge geboren. Er promovierte in Physik an der Technischen Hochschule in München. Er erhielt anschließend ein Diplom in Betriebswirtschaft der Universität München. Ein Post-Doc-Aufenthalt in den USA vervollständigte seine Ausbildung. Am “Atomei” FRM in Garching war er für den Aufbau der Bestrahlungseinrichtungen verantwortlich, am FR 2 in Karlsruhe für die Durchführung der Reaktorexperimente. Willy Marth wirkte als Projektleiter bei den beiden natriumgekühlten Kernkraftwerken KNK I und II, sowie bei der Entwicklung des Schnellen Brüter SNR 300 in Kalkar mit. Beim europäischen Brüter EFR war er als Executive Director zuständig für die gesamte Forschung an 12 Forschungszentren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Im Jahr 1994 wurde er als Finanzchef für verschiedene Stilllegungsprojekte berufen. Dabei handelte es sich um vier Reaktoren und Kernkraftwerke sowie um die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe, wo er für ein Jahresbudget von 300 Millionen Euro verantwortlich war.

Der Autor betreibt einen Blog im Internet unter der Adresse: www.rentnerblog.de

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Rettet den Schnee

“Rettet den Schnee” erhält Unterstützung vom NABU Dortmund

“Rettet den Schnee” – NABU unterstützt Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative “Rettet den Schnee” erwirkte bei der Stadt Dortmund die Erstellung eines Artenschutzgutachtens zum geplanten Bau von Windkraftindustrieanlagen im Süden Dortmunds. Das Gutachten wird sich vorrangig auf die Vogelvorkommen im Grenzbereich der Städte Dortmund, Witten und Herdecke beziehen. Wichtige Unterstützung erhält die Bürgerinitiative vom NABU Stadtverband Dortmund.

Auf dem Schnee

Die Bürgerinitiative Rettet den Schnee setzt sich für den Schutz der letzten Naturoasen des Dortmunder Südens ein. Der Name ist keine Anspielung auf die Klimaerwärmung, “Schnee”, auch „Auf dem Schnee“, heißen drei ineinander fließende Ortsteile, die jeweils zu Dortmund, Witten und Herdecke gehören.

Aus Dortmunder Sicht ist der Schnee der Dortmunder Ortsteil, der sich langgestreckt im äußersten Süden der Stadt Dortmund befindet. Er liegt weitgehend auf dem Rücken des Ardeygebirges. Der Name Schnee leitet sich von einem alten Wort für „Grenze“ ab.

Der Schnee und die angrenzenden Wälder, wie zum Beispiel der Löttringhauser Wald, sind Lebensraum für unzählige Tiere – vor allem für Vogelarten, die man anderswo in den drei Städten nirgends mehr findet. “Hier leben Uhus, Bussarde, Rotmilane, Rotkehlchen, Spatzen, … aber auch Bienen, Salamander… und unzählige weitere Tiearten, die im Großraum Dortmund teilweise als ausgestorben gelten,” warnt die Bürgerinitiative. “Wir von Rettet den Schnee setzen uns für den Erhalt dieses Lebensraumes ein.”

Besonderes betroffen ist das Landschaftsschutzgebiet Löttringhausen/Großholthauser Mark. Dort plant die Stadt Dortmund die Ausweisung neuer “Konzentrationsflächen für Windkraft”. Die Pläne sehen nach Informationen, die der Bürgerinitiative vorliegen, den Bau von zwei ca. 215 Meter hohen Windkraftanlagen vor, wie die Bürgerinitiative im Oktober 2016 erfuhr. Seitdem setzen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative vehement dafür ein, das Projekt zu verhindern.

 

NABU Stadtverband Dortmund gegen Windkraft auf dem Schnee

Keiner der großen Naturschutzverbände der Städte Dortmund, Witten und Herdecke, die zusammen rund 724.000 Einwohner auf die Waage bringen, fühlte sich zunächst angesprochen, die Pläne zum Bau von Windkraftindustrieanlagen im Landschaftsschutzgebiet zu durchkreuzen. Der NABU Dortmund gelangte nach Abwägen aller Argumente jetzt zu dem Ergebnis, dass die artenschutzrechtlichen Bedenken gegen den Bau der Windkraftindustrieanlagen “immer mehr” werden.

Am 17.05.2017 legte der NABU Stadtverband Dortmund in einer Pressemitteilung seine Auffassung zum Bau von Windkraftindustrieanlagen Auf dem Schnee dar. Die Summe aller vom NABU genannten Argumente des Naturschutzes spricht aus seiner Sicht gegen Windkraft auf dem Schnee und somit gegen die dafür erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes.

NABU Dortmund, 1100 Mitglieder, nennt als Argumente gegen den Bau der Anlagen die Vorkommen streng geschützter Vogelarten wie Uhu und Rotmilan in unmittelbarer Nachbarschaft zu geplanten Windrädern, essentielle Jagdbiotope für die geschützten Greifvogelarten Turmfalke und Mäusebussard, die regelmäßig dort beobachtet werden, rastende Kiebitze, Großvögel wie Kranich und Weißstorch, die den Ardey in diesem Bereich auf dem Zug relativ niedrig überqueren. “Auch für sie bestünde bei Realisierung von Windrädern auf dem Schnee ein Kollisionsrisiko.” Weiterhin hält der NABU Fledermausarten, die als windenergiesensibel eingestuft werden (Abendsegler, Rauhautfledermaus, Zwergfledermaus), durch den Bau der Windkraftanlagen für gefährdet.

Der NABU benennt außerdem “die Qualität der Großholthauser Mark als ein bedeutendes Naherholungsgebiet und empfindliches Ökosystem des Ardey-Bergrückens, der Bäche wie den Kruckeler Bach, Rüpingsbach, Schondelle und viele mehr als Zuflüsse der in Renaturierung befindlichen Emscher speist.” Auch auf die Gesetzeslage und mögliche rechtliche Konsequenzen weist der NABU Dortmund hin.

Petition Rettet den Schnee: Keine Windräder in Dortmund Schnee/Löttringhausen/Großholthauser Mark

Links:

Fotos: Rettet den Schnee


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Die Energiewende soll unser Klima retten – doch sie zerstört die Natur und die letzten halbwegs unberührten Landschaften. Flächendeckend wird das Land mit Windrädern vollgestellt, Vögel und Fledermäuse verenden elendiglich in den Rotoren der riesigen Windkraftwerke. Mais und Raps, großflächig als Energiepflanzen angebaut, laugen die Böden aus und zerstören die Brutstätten ohnehin gefährdeter Vogelarten.

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Energiepolitik 2050

Volksabstimmung zur Energiestrategie 2050: Ein teurer Pyrrhussieg

Mit langem Atem gegen die Energiestrategie 2050

Die Schweiz hat am Sonntag in einer Volksabstimmung über ihre künftige “Energiepolitik 2050” entschieden. Nach jahrelanger Intensivberieselung der Bevölkerung mit Angstparolen – Angst vor „dem Atom“, Angst vor der „Klimakatastrophe“ – hat es eine Koalition aus Politik, profitorientierten Verbänden, „Umwelt“-verbänden sowie den ihnen hörigen Medien geschafft, das Volk zu einem sehr eindeutigen „Ja“ zu überreden. Doch Grund zum Jubeln haben weder das Volk noch die Verantwortlichen, denn letztere sind jetzt in der Pflicht, Dinge zu liefern, über deren Machbarkeit und Kosten sie sich eigentlich ebensowenig im Klaren sind wie die Bürger. Die Konsequenzen werden sich in den nächsten Jahren herausstellen und für die verantwortlichen Parteien schon bald als Fluch erweisen.

 

Windenergie in Schweizer Wäldern…

Was beschlossen wurde, ist nämlich nur Stückwerk ohne klare Ziele. Man hat sich in der für „grüne“ Politik typischen Art zur Vernichtung bestehender Lösungen entschieden, ohne eine zuverlässige, verfügbare und bezahlbare Technologie in der Hand zu haben, mit der man das Vorhandene ersetzen kann. Ab sofort gleicht die Schweiz bezüglich ihrer Energiepolitik einer Swissair-Maschine, die abgehoben hat, ohne zu wissen, ob es am Ziel überhaupt einen Flughafen geben wird. So hat man den Bau neuer Kernkraftwerke verboten, ohne klare Ziele zu haben, wie man die bestehenden KKW nach ihrem technischen Aus ersetzen könnte. Immerhin haben diese bisher knapp 40 % des Schweizer Stroms geliefert, während fast 60 % auf die Wasserkraft entfielen.

Allerdings sind die Wasserkraftpotenziale der Schweiz damit auch schon weitgehend ausgereizt. Wesentliche Steigerungen ließen sich nur durch Raubbau an der Natur erzielen. Da die Wasserkraft zudem im Winter wegen des Einfrierens der Zuflüsse im Gebirge Kapazitätseinbußen hinnehmen muss, zeichnen sich vor allem für die Wintermonate Engpässe ab. Wie man diese überbrücken soll, ohne die CO2-Bilanz durch fossil befeuerte Kraftwerk zu verschlechtern, ist unklar.

 

Aus für die Kernkraft

Der Volksentscheid bedeutet das definitive Aus für die Schweizer Kernkraft. Der Bau neuer KKW wird verboten. Zwar sollen die aktuell noch fünf vorhandenen KKW zeitlich unbegrenzt weiterlaufen dürfen, solange ihr Betrieb als sicher eingestuft wird, doch ist bereits jetzt eines davon zur Stilllegung im Jahr 2019 vorgesehen. Da ihr Strom zudem nach dem Willen des Nationalrats zugunsten von Strom aus Wasserkraft von der Grundversorgung ausgeschlossen werden soll, könnte der Kernkraft schon verfrüht das wirtschaftliche Aus drohen. Wie man die Leistung dieser zuverlässig verfügbaren Stromproduzenten mit unzuverlässigem Strom aus Wind und Sonne ersetzen will, ist nicht geklärt.

Die als Alternative angepriesen Solar- und Windkraftwerke werden die landschaftliche Attraktivität der Schweiz unweigerlich zerstören. Es darf bezweifelt werden, ob sich dies positiv auf den bereits seit Jahren schwächelnden Tourismus auswirken wird. Der zur Förderung „erneuerbarer Energien“ erhobene Zuschlag auf jede Kilowattstunde wird zudem von 1,5 auf 2,3 Rappen pro kWh erhöht, was etwa 11-12 % entspricht.

 

Kosten?

Bezüglich der Kosten wurden die Argumente der Gegner der Energiestrategie (Kosten von CHF 200,- Mrd.) mit Hohn und Spott übergossen. Die Befürworter sprachen stattdessen von CHF 40,- pro Familie und Jahr. So etwas kennt man beispielsweise aus Deutschland, wo der Grüne Minister Trittin behauptete, das dortige EEG werde die Bevölkerung nicht mehr kosten als eine Kugel Eis im Monat. Heute zahlt der deutsche Michel bekanntlich dafür im Jahr 27 Mrd. €, und die Tendenz geht immer weiter nach oben.

Verschwiegen wird von den Befürwortern, dass der Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen bereits vor rund 6 Jahren die Kosten für eine Schweizer „Energiewende“ mit bis zu CHF 150 Mrd. bezifferte. Die heute von den Gegnern genannten CHF 200 Mrd. sind demnach realistisch. Allerdings ist es der Politik gelungen, den Verband mit Versprechungen und politischem Druck zu spalten, so dass er sich inzwischen zum Befürworter gewandelt hat. An der Korrektheit der damals von seinen Fachleuten ermittelten Zahlen ändert dies jedoch nichts. Rechnet man die 200 Mrd. auf 8,5 Mio. Einwohner um, so wird jeder Schweizer Bürger mit CHF 23.000,- zur Kasse gebeten, was pro Jahr CHF 713,- ergibt. Für eine vierköpfige Familie summiert sich dies auf total CHF 94.000,- bzw. auf jährlich CHF 2.852,- gut das 71fache der „amtlichen“ CHF 40,-.

 

Energieeinsparung?

Eine weitere Sollbruchstelle der Energiestrategie 2050 sind die Erwartungen bezüglich Minderung des Stromverbrauchs. Nur mit dieser angenommenen Verringerung lässt sich die Abschaffung der Kernkraft überhaupt rechtfertigen. Als Richtwerte gelten derzeit ein gegenüber dem Jahr 2000 um 16 % verringerter Energiebedarf bis zum Jahr 2020, bis 2035 sollen 43 % erreicht werden. Beim Strom liegen diese Zahlen bei -3 % resp. -13 %. Wie dies mit dem gegenläufigen Trend in anderen Industrienationen sowie mit der erwarteten Erhöhung des Anteils an stromfressender Elektromobilität im Verkehr zur Deckung zu bringen sein wird, dürfte sich noch als spannend erweisen. Vermutlich werden – ähnlich wie auch im grossen Vorbild Deutschland – die energieintensivsten Industrien in andere Länder abwandern. Man mag bezweifeln, dass sich dies positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken wird.

 

Naturschutz ade

Ein gerade in der Schweiz sensibler Punkt der Energiestrategie 2050 ist die Aufweichung des Naturschutzes zugunsten der „erneuerbaren Energien“. Deren Gewinnung ist künftig ein nationales Interesse, was die Errichtung in Naturschutzgebieten erleichtern wird. Zudem werden Klagemöglichkeiten dagegen deutlich eingeschränkt. Es wird ebenfalls spannend sein zu sehen, mit welchen Spagatübungen die angeblichen „Naturschützer“ und zugleich Befürworter der Energiestrategie 2050 wie WWF oder Greenpeace zu diesem Punkt demnächst aufwarten werden.

 

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Auch wenn diese Wahlrunde für die Gegner der Energiestrategie 2050 mit einer krachenden Niederlage ausgegangen ist, sollte man den Mut nicht sinken lassen. Das war angesichts der seit Jahren betriebenen Desinformationskampagne – z.B. durch die COOP-Zeitung an alle Haushalte, in der Schülern erklärt wurde, CO2 sei „giftig“ – kaum zu vermeiden. Doch jetzt müssen die Befürworter dieser Politik beginnen zu liefern, sie haben keine Ausreden mehr. Und 2020 ist nicht mehr gar so weit entfernt.

Jetzt ist es an der Zeit, alles zu dokumentieren, was dem Volk so erzählt wurde, jeden Namen und jeden Spruch aufzuzeichnen und diese Leute und Organisationen in den nächsten Jahren damit ständig zu konfrontieren, wenn es mal wieder darum geht, dem Bürger wegen angeblich „unvorhersehbarer“ Kostensteigerungen in den Geldsäckel zu greifen. Es ist zu hoffen, dass sich dies in einigen Jahren nicht mehr besonders positiv auf politische Karrieren auswirken wird. Dafür gibt es ein historisches Vorbild: Schon in der Antike musste der Feldherr Pyrrhus die Erfahrung machen, dass manche Siege so teuer kommen, dass sie den Auftakt für künftige Niederlagen bilden.

Fred F. Mueller

 

Foto: Mikko-Pekka Purho 

 

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Umbauprojekt

Die Energiewende ist ein industrielles und gesellschaftliches Umbauprojekt

Der Kernpunkt der Energiewende

Die Energiewende ist als “industrielles und gesellschaftliches Umbauprojekt” die Grundlage für eine neue Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Für die Macher der Energiewende scheint die Zeit jetzt reif zu sein, um auf den Kernpunkt der Energiewende, die Sicherung der Industrie, zu kommen. Darum kümmert sich ein Experten-Team, das auf Iniative der Denkfabrik Agora Energiewende und Roland Berger den Dialogprozess „Energiewende und Industriepolitik“ initiiert hat. Das Ergebnis mehrerer Treffen ist ein Diskussionsvorschlag.

“Die Energiewende ist ein groß angelegtes industrielles und gesellschaftliches Umbauprojekt”, heißt es in der Präambel der “Charta für eine EnergiewendeIndustriepolitik”. “Es geht um nichts weniger als darum, die Energiebasis der deutschen Wirtschaft innerhalb einer Generation, also in gut 30 Jahren, komplett umzustellen – weg von Kohle, Öl und Erdgas, hin zu Erneuerbaren Energien. Dies ist für den Industriestandort Deutschland Chance und Risiko zugleich.”

Damit die Idee zur Schaffung einer neuen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung funktioniert, darf Deutschland seine Industrie allerdings nicht verlieren. Ohne sie wäre eine Transformation nach grünen Ideen nicht möglich. Natürlich haben die grünen Planer beobachtet, dass die Investitionen in Deutschland fast zum Stillstand gekommen sind. Und daher scheint der richtige Zeitpunkt für sie jetzt gekommen zu sein, sich den Industrieunternehmen, die sie zunächst an den Rand der Existenz gedrängt hatten, als Retter anzubieten.

Die Präambel zum “Diskussionsvorschlag von Agora Energiewende und Roland Berger”

Das Dialogpapier enthält kein Vorwort, sondern eine Präambel. Im Unterschied zu einem Vorwort dient eine Präambel laut Gabler Wirtschaftslexikon der “Einleitung zu Gesetzen oder völkerrechtlichen Abmachungen, häufig auch in Verträgen, in der die Absicht des Gesetzgebers, der Ausgangspunkt der Vertragschließenden etc. dargelegt werden. Die Präambel hat grundsätzlich keine unmittelbare Rechtsverbindlichkeit, sie dient aber der Auslegung einer Verfassung, eines Gesetzes oder Vertrages.”

In diesem Sinne ist auch die Bezeichnung “Präambel” in dem Diskussionspapier von Agora Energiewende und Roland Berger zu verstehen. Es geht um die Einreihung der Industrieunternehmen in eine Wertschöpfungskette, deren Ziele von der Politik vorgegeben werden. Eine neue Form der Planwirtschaft.

Der Deal zwischen Staat und Industrie

Ab Ende 2017 soll zwischen Staat und Industrie ein Wirtschaftspakt vorbereitet werden, in dessen Mittelpunkt die beschlossenen Klimaziele, die Rahmenbedingungen für die Industrie und die zentralen Instrumente, stehen sollen. Der Deal zwischen Staat und Industrie besteht laut Dialogpapier aus folgender nicht verhandelbarer Vereinbarung:

  • Der “Zukunftspakt für eine Energiewende-Industriepolitik” sieht vor, dass die Industrie von der Politik die Garantie erhält, dass sie, “insbesondere die im internationalen Wettbewerb stehenden energieintensiven Branchen, auch während der Transformation verlässliche Investitionsbedingungen und wettbewerbsfähige Energiekosten vorfinden wird.”
  • Die Industrie verpflichtet sich ihrerseits für dieses Entgegenkommen des Staates, “dass sie sich mit dem Pariser Klimaschutzabkommen identifiziert und die Politik bei dessen Umsetzung in Deutschland durch die Klimaziele von Bundesregierung und Bundestag, insbesondere für die Zieljahre 2030, 2040 und 2050, unterstützt.”

Industrie im Verschmelzungsmodus mit der Politik

“Wie kommt die deutsche Wirtschaft mit den hohen Strompreisen zurecht? Gibt es keinen Widerstand aus der Industrie?” fragte Eifelon Professor Dr. Fritz Vahrenholt, den ehemaligen Umweltsenator in Hamburg, Begründer des Windradproduzenten REpower und Gründungsmitglied von RWE Innogy, dem erneuerbaren Ableger des Stromkonzerns RWE. Fritz Vahrenholt antwortete:

“Aus der energieintensiven Industrie kommt kein Widerstand, weil diese von der Umlagegebühr befreit ist – Stahl, Chemie, Kupfer, Aluminium profitieren sogar von den tiefen Großhandelspreisen. In Wirklichkeit ist das System aber insgesamt viel teurer. Die Privathaushalte und die übrige Industrie sowie das Gewerbe zahlen einfach die Zeche.”

Energiewende mit Rückfallposition

Die Energiewende-Planer gehen ein relativ geringes Risiko ein. Der Kampf für den “Klimaschutz” und gegen den “Klimawandel” dient als ideologischer Überbau für die Durchsetzung ihrer äußerst aggressiven Lobby. Sollte die Energiewende an der Physik scheitern, könnte Deutschland immer noch zum bewährten Strommix zurückkehren, verstärkt Gas, Kohle- und Atomstrom aus dem Ausland importieren und die Steuern und Abgaben erhöhen, um die Mehrkosten für die Industrie und einen immer weiter aufgeblähten Verwaltungsapparat zu finanzieren. Unbeschadet werden die Menschen in Deutschland aus diesem Großprojekt allerdings nicht heraus kommen. Auch die Ressourcen, die für Wind und Solar üppig verbraucht wurden, werden knapper und teurer, sodass der Aufbau einer neuen Energieversorgung schwierig werden könnte. Die neue Elite wird an der Förderung der Kernenergie wenig Interesse haben, weil sie für die Schaffung neuer, profitabler Wirtschaftskreisläufe zu ihren Gunsten höchst unkomfortabel ist.

Wie geht es weiter?

Der Transformations-Prozess soll dem Diskussionspapier zufolge 30 und mehr Jahre dauern, könnte auch misslingen, wie eingeräumt wird. Ein mögliches Scheitern beunruhigt die Energie-Strategen, die von Windkraftgegnern auch als Windkraft-Taliban oder als Wind-Mafia bezeichnet werden, jedoch nicht. Sie stützen sich auf die hohe Leidensfähigkeit der Bevölkerung und deren Neigung, sich auf ein Energie-Roulette einzulassen und für eine scheinbar gute Sache ihre Lebensqualität und ihre Zukunft zu opfern.

Die Acht-Punkte-Charta soll “die Interessen der Industrie und des Klimaschutzes zusammenzubringen”, heißt es in dem Dialogpapier. Dazu soll die Bundesregierung “ein institutionalisiertes Forum für einen ergebnisorientierten Dialog” schaffen. Nach den Bundestagswahlen im September 2017. Dann soll gemeinsam mit der Industrie und weiteren Betroffenen „eine grundlegende Überarbeitung des Klimaschutzplans 2050″ vorgenommen werden. Wenn nicht zum Wohle für die Industrie – wofür dann?

 

Quellen:

Die Energiewende – ein sich anbahnendes Desaster? Interview mit Professor Vahrenholt

Titelfoto: geralt, pixabay

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