Chicago

Die absurde Freude über eine “Trump-freie Zone” in Chicago

Der Bürgermeister von Chicago, Rahm Israel Emanuel (Demokratische Partei), verkündet, Chicago sei eine “Trump-freie Zone”. Er stellt sich gegen die Pläne des US-Präsidenten, Kinder von illegalen Einwanderern abzuschieben. Eine menschliche Geste?

 

Chicago – ein sicherer Hort für Kinder?

Was für ein Leben würde die Kinder in Chicago erwarten? Wären Kinder in der “Trump-freien Zone” Chicagos in Sicherheit?
Einwohner von Chicago denken, dass es genauso wahrscheinlich ist, dass Kinder, die dort aufwachsen, Opfer eines Gewaltverbrechens wie ein Hochschulabsolvent werden. (“Chicago residents think kids growing up there are as likely to be violent-crime victims as college graduates.

Der Chicagoer Bürgermeister steht unter massiver Kritik. Im Unterschied zum damaligen New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani (Republikanische Partei) ist es ihm bisher nicht gelungen, das Verbrechen in Chicago erfolgreich zu bekämpfen. In New York ging die Zahl der Morde und Überfälle drastisch zurück, nachdem Giuliani selbst kleinste Verbrechen mit aller Härte bestrafen ließ („Null-Toleranz-Politik“). Am Ende seiner Amtszeit hatte sich die Zahl mit 556.000 Gesetzesverstößen fast halbiert. Und auch die Zahl der Morde ging von mehr als 2000 auf 960 zurück.

Die Sicherheitsbehörden in Chicago bezeichneten dagegen den Kampf gegen die Gewalt in Chicago als verloren. Morde und Schießereien sind in keiner anderen Stadt der USA so häufig wie in Chicago. Im Vergleich zu 2015 stieg die Zahl der Morde 2016 um 60 Prozent auf insgesamt 763. Chicago, mit 2,7 Millionen Einwohnern die drittgrößte Metropole der USA, hat damit mehr Mordopfer als die beiden größten Städte der USA, New York und Los Angeles, zusammen.

Die Behörden machen für diese seit Jahren steigenden Verbrechensraten vor allem die zunehmende Zahl von Waffen und Banden verantwortlich. Die Bandenkriminalität in Chicago wird ethnisch grob in Latinogangs und in Schwarzengangs eingeteilt. Obwohl das Waffengesetz eines der härtesten der USA sei, werde es nicht angewendet, lautet die Kritik.

 

Trump will Blutvergießen in Chicago beenden

Der US-Präsident Donald Trump hatte bereits Anfang des Jahres 2017 Hilfe bei der Verbrechensbekämpfung in Chicago angeboten. Am 30. Juni 2017 äußerte er sich via Twitter:

“Die Trump-Verwaltung lässt das Blutvergießen nicht weiter zu; wir können diese Ausmaße der Gewalt nicht akzeptieren”, sagte der Generalstaatsanwalt Jeff Sessions in einer Erklärung. “Aus diesem Grund haben wir unter der starken Führung von Präsident Trump die Chicago Gun Strike Force geschaffen und 20 weitere permanente ATF-Agenten nach Chicago geschickt, die Bundesstaatsanwaltschaften neu vergeben, der Strafverfolgung zur Verringerung der Waffengewalt Priorität eingeräumt, um mit unseren Strafverfolgungspartnern zusammen die Gesetzlosigkeit zu beenden.” (“The Trump Administration will not let the bloodshed go on; we cannot accept these levels of violence,” Attorney General Jeff Sessions said in a statement. “That’s why, under President Trump’s strong leadership, we have created the Chicago Gun Strike Force and are sending 20 more permanent ATF agents to Chicago, reallocating federal prosecutors and prioritizing prosecutions to reduce gun violence, and working with our law enforcement partners to stop the lawlessness.”)

 

Die Resonanz im öffentlich rechtlichen Rundfunk, ARD und ZDF

“Trump-freie Zone” ist ein Stichwort für deutsche Medien, um ihre negative Einstellung zur Regierung Trump zu bestätigen. Sie heben die Bemerkung des Bürgermeisters Rahm Emanuel optisch hervor.

Die Tagesschau zeigt auf Facebook einen Videoausschnitt der Erklärung des Chicagoer Bürgermeisters, und das ZDF honoriert sein Statement mit einem Bild-Zitat.

Chicago sei eine "Trump-freie Zone", verkündet Bürgermeister Emanuel. Er stellt sich damit gegen die Pläne des US-Präsidenten, Kinder von illegalen Einwanderern abzuschieben.

Posted by tagesschau on Donnerstag, 7. September 2017

 

Kommentar von ZDFheute zum Bild-Zitat Rahm Emanuels, Facebook, 7. September 2017: “US-Präsident Donald Trump hat das “Dreamer”-Programm außer Kraft gesetzt, das Hunderttausende Kinder illegaler Einwanderer vor Abschiebung schützte. Kritik kommt aus Chicago.”

Kritik erwartet man jedoch von den Medien an dem Versprechen des Demokraten Emanuel, der behauptet: “Ihr müsst euch keine Sorgen machen”.  Hat sich der Bürgermeister an die Gewalt in Chicago gewöhnt? Die Einwohner von Chicago beurteilen die Sicherheit in ihrer Stadt offenbar anders als ihr Bürgermeister.

Titelfoto: tmannis, pixabay

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Rente

Fünf Mythen des Deutschen Rentensystems auf einer Seite erklärt

Deutsche Politiker behaupten die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) sei extrem kompliziert um die Rentnerwähler mit kleinen “Rentengeschenken” stimmenwirksam zu steuern. Unser Umlagesystem der Altersrente – an der sich andere Rentenarten orientieren – ist dennoch simpel. Der Beitrag erklärt das System auf einer Seite, nennt die fünf häufigsten Systemmythen und macht einige Reformvorschläge.

 

Deutsche Rentner wohlhabend dank dem vorbildlichen Rentensystem (Mythos 1)

Die Rentenhöhe ist in Deutschland mit 50% des letzten Verdienstes in der Aktivenzeit deutlich niedriger als in vielen EU-Ländern (OECD-Durchschnitt 63%). Wenn es den 21 Mio. Senioren bei 849 € effektiver Monatsrente heute relativ “gut” geht, so dank der eignen Immobilie, der Betriebsrente und dem massiven Abbau der Ersparnisse. Eine Anhebung um 10% würde bei 246 Mrd. € (2016) Rentenauszahlung (ohne versicherungsfremde Leistungen) nur 25 Mrd. € kosten. [1]

Der Generationenvertrag gewährleistet die gerechte Verteilung zwischen jung und alt (Mythos 2)

Dieser “Vertrag” (junge Berufsaktive zahlen Beiträge für die Renten der Alten) ist kein Gesetz, sondern eine ungeschriebene Regel, die von der Politik oft “reformiert” wurde. Selbst wenn er ein Gesetz wäre, könnte man es ändern. Da er es aber nicht ist, müssen Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) nicht unbedingt gleich sein.

 

Die Rentenformel bestimmt die objektive Rentenhöhe (Mythos 3)

Die Grundformel für die Altersrente lautet: persönliche Rentenhöhe = Anzahl Beitragsjahre (Z) x Beiträge nach Durchschnittsverdienst (D) x Rentenwert (R). Sie wird zum Teil von der Regierung bestimmt, die jährlich den R-Wert mitbestimmt – aktuell 29,69€ . Er enthält Parameter wie zum Beispiel den Nachhaltigkeitsfaktor. Wer 30 Jahre durchschnittlich verdient hat (D = 1), bekommt 891 € Rente. Wie R berechnet wird, wird nicht veröffentlicht.

 

Das Demografieproblem erzwingt Rentenkürzungen oder/und Beitragserhöhungen (Mythos 4)

Rente

2013 haben laut Bevölkerungspyramide 2,9 Aktive im Alter 20-64 Jahre für einen Rentner gezahlt (Tabelle rechts), 2025 werden es nur noch 2,4 sein. Die hierdurch entstehende Lücke in der Rentenkasse beträgt 20% oder jährlich 1,5%. In absoluten Zahlen sind es knapp 3,7 Mrd. €. Die Lücke lässt sich nur durch Betragssatzerhöhung und/oder eine Rentenkürzung schließen – so die Regierung.

Warum kann der reiche deutsche Staat diese Lücke nicht füllen? Diese und andere Mythen unseres Rentensystems müssen endlich enttabuisiert werden.

 

Der Staat hat kein Geld für die Rentner, die Hoffnung liegt allein in den Flüchtlingen (Mythos 5)

Deutschland gibt per anno gut 30 Mrd. € für Migranten aus. Für die Bundeswehr, Strassen und Schulen soll es trotz sprudelnden Steuereinnahmen wenig Geld geben. Migranten sind für die GRV keine Abhilfe. Im Gegenteil belasten sie die Sozialkassen – dieses belegt die Empirie. Es genügt nicht, dass die Migranten jung sind aber keine Arbeit finden oder arbeitsunwillig sind. Die Wirtschaft hat kaum Migranten eingestellt.

Herr Scheuble, es ist eine Farce, dass sich keine 29 Mrd. € für unsere Rentner finden!

Um die Gesamtlücke von rd. 29 Mrd. € zu schließen, sollte zuerst der Staat einspringen. Deutschland hat mit 44% eine niedrige Staatsquote. (EU-Durchschnitt 48%).

Im Worst-Case sind – wenn der Staatshaushalt es nicht anders zulässt – neue Schulden zu machen. Erst danach sollten andere Reform-Ideen, wie die Erweiterung der Beitragszahlerbasis, Reform der Beamtenpensionen, Mindestrenten, Mütterrente usw. folgen.

Dr. Viktor Heese – Dozent und Fachbuchautor – www.börsenwissen-für-anfänger.de

 

Quellen:

[1] http://www.deutsche-rentenversicherung.de

[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/6769/umfrage/staatsquoten-der-eu-laender/

 

Foto: Alexas_Foto, pixabay

 


Ruhrkultour Leseempfehlung:

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Versand kostenfrei. Auch als eBook erhältlich.

Das neueste Buch von Viktor Heese “Was kosten Deutschland die Migranten? Eine Auswahl publizierter Kostenschätzungen” (August 2016) ist über epubli erhältlich.

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Fehler

Wie sehen Journalisten ihren Arbeitsalltag und ihre Fehler?

Wie sehen Journalisten ihren Arbeitsalltag und ihre Fehler, die sie selbst und andere aus der Branche machen? WDR5 stellte diese Frage dem Mainzer Medienwissenschaftler Hans Mathias Kepplinger. Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen den Einstellungen von Journalisten und der Rechtfertigung fragwürdiger Praktiken, sagt Kepplinger. Das sei in zwei Fällen besonders auffällig, etwa bei der Darstellung und Skandalisierung der Kernenergie.

Kepplinger

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Dies treffe zum Beispiel auf die Berichterstattung über Fukushima zu. In Deutschland habe man die ersten drei Tage die Kernenergie in den Mittelpunkt der Berichterstattung gerückt, der nur drei oder fünf Menschen zum Opfer gefallen seien, in Großbritannien und Frankreich dagegen die Opfer des Tsunami.

Es lasse sich nachweisen, sagt der Medienwissenschaftler, dass die Meinung der Bevölkerung der Meinung von Journalisten in einem Abstand von ein bis zwei Jahren folge. In Bezug auf die Kernenergie seien die Journalisten die Wegbereiter der zunehmend ablehnenden Bevölkerungsmeinung.

Ein zweites Verhaltensmuster sei ein Problem, sagt Kepplinger. Fehler würden von vielen Journalisten und Kollegen nachträglich mit Argumenten verteidigt. Die Fehler, die er zur Diskussion gestellt habe, seien trotz zahlreicher Hinweise in den Medien alle nicht aufgedeckt worden. Das sei das Problem: Die enorme Geschlossenheit des Berufsstandes, wenn es um so kontroverse Themen geht wie unter anderem die Kernenergie.

Der Lügenpresse-Vorwurf verkenne das Problem. Journalisten seien in der Regel keine Lügner. “Der Fehler liegt darin, dass Journalisten zu unkritisch ihrer eigenen Meinung trauen und glauben, ihre Meinung sei eine realitätsgerechte Darstellung von Realität, und das trifft in vielen Fällen nachweislich nicht zu.”

WDR 5 Töne, Texte, Bilder | 29.07.2017, Moderator Frank Wörner, Auszug:

 

Profil: Prof. em. Dr. Hans Mathias Kepplinger

Prof. em. Dr. Hans Mathias Kepplinger war von 1982 bis 2011 Professor für Empirische Kommunikationsforschung an der Universität Mainz, Leiter des Instituts für Publizistik, Dekan und Mitglied des Senats.
Seine Forschungsschwerpunkte sind das Verhältnis von erkennbarer Realität, medialer Realitätsdarstellung und Realitätswahrnehmung der Bevölkerung; das Selbstverständnis und die Arbeitsweise von Journalisten; die Kommunikation in Konflikten, Krisen und Skandalen sowie die Wirkung von Medienberichten auf die Protagonisten der Berichterstattung (“Reziproke Effekte”).
Kepplinger war Gastwissenschaftler an der UC Berkeley, der Harvard University, der University of Illinois sowie den Universitäten in Tunis, Lugano, Luzern und Zürich. Er ist Autor von mehr als 300 wissenschaftlichen Aufsätzen und 30 Büchern und wurde 2011 mit dem “Theory Award” des Media Tenor sowie 2012 mit dem “Helen Dinerman Award” der World Association of Public Opinion Research ausgezeichnet. 2015 wurde er zum “Fellow” der International Communication Association ernannt.

 

Foto: andymeyer67, pixabay   

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Altersarmut breiter Schichten ist gesichert – Deutschland schaut Fußball

Glosse

Rainer Kahni und Gottfried Böhmer

Auf allen Fernsehsendern werden fast täglich Graphiken gezeigt, die beweisen, dass das Rentenniveau der Arbeiter und Angestellten weiter auf 42 % des letzten Einkommens absinkt. Die Altersarmut breiter Schichten ist damit vorprogrammiert. Die 42 % werden auch nur bezahlt, wenn der Rentner 45 Jahre ununterbrochen in die Rentenkasse einbezahlt hat. Nicht gezeigt werden in den bunten Graphiken, dass die Beamten über 70 % des letzen Einkommens als Rente ausbezahlt bekommen, obwohl sie noch nie einen Cent in die Soziasysteme einbezahlt haben.

Das liegt daran, dass der Bundestag voller Beamter ist. Das deutsche Parlament ist mal voller und mal leerer aber immer voller Lehrer. Die Deutschen lassen sich alles gefallen, solange der Fussball rollt.

Mich regt es auf, dass sich niemand darüber aufregt

Die Rentner in die Trostlosigkeit entlassen

Die Sozialdemokraten in enger Zusammenarbeit mit den Grünen haben es fertiggebracht, die Rentner in die Trostlosigkeit zu entlassen. Während sie selbst Renten kassieren, für die sie niemals eingezahlt haben und für die ein Arbeiter rund 300 Jahre gearbeitet haben müsste. Um die gescheiterte Riesterrente wurde herumgeeiert, als ob eine Krankenschwester noch das Einkommen hätte, in die Riesterrente einzubezahlen. Die EZB hat mit ihrer Null-Zinspolitik die Sparer kalt enteignet.

So sieht also die Solidarität bei den Alten, Kranken, Rentnern und sozial Schwachen in derBundesrepublik Deutschland aus. Auf die nächstliegende Idee, alle Erwerbstätigen, auch Beamte und Selbständige, gesetzlich zu verpflichten, in die Rentenkassen einzubezahlen, kam niemand.

SPD feiert den Mindestlohn

Eine Wissenschaftler rechnete jüngst bei Anne Will vor, dass bei einem Mindestlohn von 13 Euro ein Arbeiter/in 45 Jahre knechten muss, um eine Rente von 840 Euro zu erhalten. Davon könnte er niemals leben. Darauf können sie sich ein Ei schlagen, und den Politikern in die Fresse. Die SPD lässt sich heute noch für einen Mindestlohn von 8,50 Euro feiern, einen der niedrigsten in ganz Europa.

Dazu haben wir geschrieben:

Foto: Alexander Seydel

Foto: Alexander Seydel

In Deutschland will man die Rente ab 70, nein noch lieber erst mit 75 zahlen. Und was macht der Deutsche Michel? NICHTS. Die “WELT” titelt am 27. Mai, “Deutsche müssen sich mit Rente auf 73 einstellen. Wer heute jünger als 40 ist, würde demnach fast bis ans Lebensende arbeiten.”

Es geht um Kopf und Kragen

Die heutigen 45 jährigen können sich schon ihrer Rente nicht mehr sicher sein, von der jüngeren Generation ganz zu schweigen. Rainer Kahni und ich sind alte Säcke, aber wir wollen nicht tatenlos zuschauen wie Deutschland weiter verarmt. Wehrt EUCH.

Der Pessimist sagt: “Arbeiten bis 73? Entsetzlich.” Der Optimist entgegnet: “Toll, dass man auch in Zukunft noch vor dem Tod in den Ruhestand treten darf!” Der BDI-Chef Grillo hält sogar die Rente mit 85 für denkbar, sagte er der “Wirtschaftswoche”.

Deutschland ist ein sehr ungerechtes Land

Aber nicht nur die Rentner sind betrogen. Die Deutschen zahlen einen Spitzenwert an Steuern und Abgaben, und so bleibt kaum etwas übrig, um sich gegen die Altersarmut zu schützen. Das ist den Herren in den feinen Anzügen aber auch egal. Arbeitnehmer müssen in Deutschland deutlich mehr Steuern und Abgaben zahlen, als in den meisten anderen Ländern der ganzen Welt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die am 12. April 2016 veröffentlicht wurde. Nur Belgier und Österreicher müssen mehr Steuern und Abgaben abführen.

Der Generalsekretär der OECD Angel Gurría sagte am Dienstag, 13. Mai 2014 in Berlin: Gute Löhne. Ein faires Steuersystem. Gleiche Chancen. Ausreichende Bildungsinvestitionen. Nichts von dem sieht die OECD in Deutschland mehr gewährleistet.

Jakob Augstein schrieb am 15. Mai 2014, “Ob die Sozialdemokraten in der Regierung saßen oder nicht – die soziale Schere hat sich in Deutschland immer weiter geöffnet. 1970 verfügte das oberste Zehntel der Gesellschaft über 44 Prozent des gesamten Nettogeldvermögens. 2011 waren es 66 Prozent. (2016 sind es vielleicht schon über 80 Prozent.)

Kein Wunder. Unser Steuersystem begünstigt die Unternehmen und die Reichen. Achtzig Prozent des Steueraufkommens stammen aus Lohn- und Verbrauchssteuern. Nur zwölf Prozent aus Unternehmens- und Gewinnsteuern. Die Arbeitnehmer wurden im Stich gelassen. Am schlimmsten haben die Gewerkschaften versagt.

Um es gleich noch mal zu sagen, das hier ist keine Neiddebatte. Hier geht es um Gerechtigkeit und das was in Deutschland passiert, immerhin haben wir mittlerweile eine Staatsquote von 81 Prozent, und das hat mit Gerechtigkeit nichts mehr zu tun. Das ist Ausbeutung.

4 Jahre im Bundestag bringen mehr als ein Leben lang arbeiten

Nach nur einer Legislaturperiode bekommt ein Bundestagsabgeordneter im Ruhestand mehr Bezüge als ein Geringverdiener durch seine gesamte Lebensleistung erwirtschaften kann. Das bedeutet, das ein Abgeordneter innerhalb einer einzigen Legislaturperiode bereits Anspruch auf 932 Euro Ruhegeld erwirtschaftet, wie Focus Online berichtet. Die aktuellen Diäten der 630 Bundestagsabgeordneten steigen dann ab Juli 2016 von 9082 auf 9327 Euro brutto im Monat.

Fast schon süffisant hat Augstein angemerkt, dass der Bürger sich darauf verlassen hat, dass die Parteien, die Gewerkschaften und die Medien sich der Sache der Gerechtigkeit annehmen würden. Alle drei haben nach unserer Meinung die Bürger, den Steuerzahler regelrecht in die Pfanne gehauen.

Augstein schrieb: Die Medien und Gewerkschaften haben den Weg in die Ungleichheit freundlich begleitet. Ich gehe da noch weiter: Politiker, Gewerkschaften und die Leitmedien haben in gemeinsamer Zusammenarbeit dafür gesorgt, dass es ihnen sehr prächtig geht. Und man war sich einig, dass der Reichtum der “ihren” nur zu steigern ist, wenn die anderen (das Volk, der gemeine Bürger) arm werden und auch bleiben. GESCHAFFT.

Einkommens-Armut in Deutschland

In Deutschland leben Millionen Menschen mittlerweile in Einkommens-Armut. Der Großteil ihres Einkommens dient der Absicherung elementarer Lebensbedürfnisse, aber zu mehr reicht es auch nicht. Fast 40 Prozent der Deutschen verfügen trotz harter Arbeit über kein Vermögen, also nicht mal ein paar Spargroschen. Dank an die Bundesregierung und ihrer Vorgänger.

Das ist mal eine gute Nachricht gewesen –
Deutsche haben die Nase voll von Angela Merkel –
Umfrage Mai 2016

Der Rückhalt der Bundeskanzlerin in der Bevölkerung nimmt ab. 64 Prozent der Deutschen sprechen sich gegen eine weitere Amtszeit der Kanzlerin aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Insa im Auftrag der Zeitschrift „Cicero“.

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit – und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print – Radio – und TV – Medien aus Krisengebieten.

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK. GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

RainerKahni

Rainer Kahni – Monsieur Rainer


Leseempfehlungen von Ruhrkultour: ► Bücher von Rainer Kahni

 

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Besorgniserregende Armutsentwicklung im Ruhrgebiet

Der Paritätische Gesamtverband weist in seinem Bericht für 2011 das Ruhrgebiet als Problemregion aus.
Die relative Armut habe in der Stadt Dortmund seit 2005 um 24 Prozent zugenommen – von 18,6 auf 23 Prozent – eine Quote, die noch über der von Mecklenburg-Vorpommern liege. (Der Paritätische Gesamtverband, Armutsbericht 2011)

Auch in anderen Ruhrgebietsstätten zeige sich eine “dramatische Entwicklung”. Im Juli 2011 waren in Dortmund und Duisburg 17,8 Prozent der Einwohner bis 65 Jahren auf Hartz IV angewiesen, in Essen waren es 18,2 Prozent und in Gelsenkirchen sogar 21,6 Prozent.
Nicht ein einziger Ruhrgebietskreis liege unter dem Bundesdurchschnitt von 9,8 Prozent.
Besonders besorgniserregend dabei sei, dass diese Quoten in den einzelnen Städten und Landkreisen entweder auf sehr hohem Niveau verharren oder sogar im Trend nach oben zeigen.
Quelle: Der Paritätische Gesamtverband, Armutsbericht 2011

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