US-Anwälte prüfen Milliardenklage gegen Bosch – sie träfe die gesamte Smartphone-Branche

VW-Dieselgate zieht Vorbereitungen auf eine weitere Milliarden-Klage nach sich. US-Anwälte prüfen eine Schadensersatz-Klage gegen Bosch – sie träfe die gesamte Smartphone-Branche.

Manipuliert wurden die Autos des VW-Konzerns mit Hilfe einer Software zur Motorsteuerung, die überwiegend von Bosch geliefert wurde. US-Kläger sehen darin eine Mittäterschaft und prüfen eine Schadensersatzklage, deren Höhe auf 20 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, berichtet die “Welt”.

Bosch stellt fast alle Sensoren der heutigen Smartphones her. Eine Milliarden-Klage sei existenzgefährdend für Bosch und könnte das Ende für alle Smartphones nach sich ziehen, befürchtet CHIP, denn alle wichtigen Sensoren in jedem zweiten Smartphone stammten von Bosch.

“Ohne Sensoren könnte das Smartphone keine Sprache aufnehmen und wir nicht telefonieren.” “Auch alle anderen modernen Elektronikgeräte wie Tablets, Smartwatches, Fitness-Armbänder, Notebooks, ja sogar Game-Controller mit Bewegungssteuerung sind mit Bosch-Sensoren ausgestattet. Virtual Reality wäre ohne die Sensoren nicht möglich.”

Beweise, dass Bosch in den Abgasbetrug verwickelt ist oder Kenntnis von den Manipulationen bei Volkswagen hatte, haben die Kläger bisher nicht vorgelegt, aber Bosch nimmt die Angelegenheit sehr ernst und habe vorsorglich Rückstellungen in Höhe von 650 Millionen Euro gebildet.

 

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Smart Meter, eine intelligente Lösung für wen?

Abb. 1

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Es gibt keine technische Lösung für fehlende Stromspeicher. Rekordmeldungen über Strom aus Erneuerbaren Energien gaukeln Erfolge vor, die keine sind. Der Ausbau von Windkraftindustrieanlagen wächst und damit die Nennleistung, mit der die Windkraftindustrie prahlt, aber ihr Nutzen für die Bevölkerung wächst nicht. Im Gegenteil. Steigende Preise für Strom, folglich auch für Waren und Dienstleistungen sind eine traurige Realität. Aber nicht nur das: Die Unsicherheit, nicht zum richtigen Zeitpunkt den benötigten Strom zu bekommen, wird mit jedem Tag des Zubaus von Windkraft- und Solaranlagen und des Abbaus von Kern- und Kohlekraftwerken wahrscheinlicher.

Planbarkeit der Netzauslastung oder Stromzuteilung?

Die von Wind und Sonne abhängige Stromversorgung ist nicht planbar. Das Wetter lässt sich nicht planen, auch nicht mit “intelligenten” Messgeräten. Seit 2010 sind “Smart Meter” für Neubauten jedoch vorgeschrieben. Und ab 2017 (mehr als 10.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr) beziehungsweise 2020 (mehr als 6000 Kilowattstunden) soll das Messsystem Pflicht werden. Die Bundesregierung meint es durchaus ernst mit der Energiewende. Die Digitalisierung soll die Netzauslastung planbarer machen.

Für eine Planung der Netzauslastung würden keine “Smart Meter” in jedem Haushalt gebraucht, auch die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nennt den Anschluss von Millionen Kunden an smarte Stromzähler unnötig. Darüber berichtete das Abendblatt am 5.11.2015. Für die Energiewende bringe das keinen Nutzen, habe die vzbv-Energieexpertin Marion Jungbluth gesagt. Auch das “Büro für Technikfolgenabschätzung” beim Deutschen Bundestag schrieb in einem Bericht über “moderne Stromnetze”: Es sei nicht “erforderlich, die Verbrauchsdaten jedes einzelnen Haushalts zu jeder Zeit zu kennen. Die aggregierten Daten eines Straßenzugs oder Quartiers würden völlig ausreichen”. Diese Daten könnten Ortsnetztransformatoren liefern.

Wenn “Smart Meter” in jedem Haushalt für die Planbarkeit der Netzauslastung keine Rolle spielen, wozu werden sie dann gebraucht? Vielleicht, um den Strom zu regulieren? Kunde A ist ein wichtiges Industrieunternehmen, er bekommt uneingeschränkt Zugang zum Stromnetz. Kunde B hat eine teure Flatrate, wird also behandelt wie Kunde A. Kunde C kann sich die hohen Gebühren nicht leisten und daher seine Wäsche nur nachts zu bestimmten Zeiten waschen. Eine Untergliederung dieser Kundengruppe und eine weitere Tarifstaffelung nach Uhrzeit ist denkbar. Die Versicherung verlangt, dass die Waschmaschine nicht unbeaufsichtigt ist, deshalb muss Kunde C nachts Wache schieben. Die Kundengruppe D bekommt per SMS kurzfristig mitgeteilt, wann im Verlauf von 24 Stunden Kapazitäten zur Verfügung stehen, und muss sich stets in der Nähe der Waschmaschine aufhalten, um sie, selbstverständlich unter Aufsicht, starten zu können. ALG II – Empfänger und Rentner sind die idealen Kunden der Guppe D.

Somit ist allen gedient, den Glaubenden, die das Land mit Erneuerbaren Energien in die Zukunft führen wollen, den großen Energieversorgern, denen die Aufgabe des Energiemanagements zufallen soll, den Smartphone-Herstellern, weil ohne Smartphone im Leben nichts mehr geht, und den Arbeitslosen, denen eine sinnentleerte, aber neue Aufgabe winkt.

Wer bezahlt?

Wer die Musik bestellt, bezahlt sie? Das ist ein Irrtum. Unsere Geldbörse steht denen offen, die sich mit den Erneuerbaren Energien ihren Traum vom Reichtum verwirklichen wollen. Die erzwungenen Gebühren für Installation und Messbetrieb reichen je nach Verbrauch von etwa 20 bis 100 Euro pro Jahr.

Wer kassiert?

Jeder Haushalt ist nach derzeit geltendem Gesetz ab 2020 zur Umstellung verpflichtet, sofern er mehr als 6000 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht. Ein vierköpfiger Haushalt verbraucht laut einer Rechnung der Energieagentur NRW im Schnitt 4500 Kilowattstunden Strom im Jahr.  Wenn das Wasser mit Strom erhitzt wird, steigt der Verbrauch auf 6200 Kilowattstunden jährlich. Betreiber von Solarstromanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als sieben Kilowatt müssen ebenfalls “Smart Meter” einbauen lassen. Die Umstellung der Zähler übernehmen die Netzbetreiber, häufig die örtlichen Stadtwerke.

Wie werden Kunden gelockt?

Den Stromkunden wird ein besserer Überblick über ihren Verbrauch versprochen. Sie könnten sich zum Beispiel tagesaktuelle oder monatliche Verbrauchsprofile erstellen lassen. Damit könnten sie gezielt auf Verbrauchsgewohnheiten Einfluss nehmen, günstige tageszeitabhängige Tarife wählen und somit Energie und Geld sparen.

Und was geschieht, wenn Sie sich weigern, “Smart Meter” einbauen zu lassen?

Wer den Einbau von “Smart Metern” verweigert, muss mit erheblichen Konsequenzen rechnen. In Europa gibt es Widerstand gegen die “intelligenten” Zähler. In den Niederlanden wurde die Einführung gestoppt, weil sie gegen Datenschutzrichtlinien verstoßen. In Deutschland gibt es bislang nur Pilotprojekte.

Protest gegen “Smart Meter” in der Dominikanischen Republik:

 

Was sagen eigentlich Wissenschaftler zum “Smart Meter”?

Um Wissenschaftler, die nicht mit der politischen Energiewende konform gehen, ist es in den letzten Jahren still geworden. Eine Ausnahme sind Wissenschaftler des Instituts für Theoretische Physik der Universität Bremen. Sie haben die Konkurrenzsituation der Konsumenten im Computer simuliert und kommen zu dem Ergebnis, der massenhafte Einsatz der neuen Intelligenten Stromzähler sei „ein Schnellschuss, der nicht sorgfältig bis zum Ende durchdacht ist.” Am Strommarkt könne es „chaotisch, wild und zappelig“ zugehen, ähnlich wie an einer Finanzbörse. „Dann wird ein kollektiver Lawinen-Mechanismus ausgelöst, der die Stromnetze extrem belastet – Blackouts wegen unerwarteter Überlastung nicht ausgeschlossen“, so der Bremer Physiker.

 


Unser Lesetipp:

Marc Elsberg: “BLACKOUT – Morgen ist es zu spät”

An einem kalten Februartag brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Der totale Blackout. Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht, die Behörden zu warnen – erfolglos. Als Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, tauchen in Manzanos Computer dubiose Emails auf, die den Verdacht auf ihn selbst lenken. Er ist ins Visier eines Gegners geraten, der ebenso raffiniert wie gnadenlos ist. Unterdessen liegt ganz Europa im Dunkeln, und der Kampf ums Überleben beginnt …
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Windpark Koßdorf – ausgelaufenes Öl und zersplittertes Glasfasermaterial

Die Ursache der verunglückten Windkraftanlage in Koßdorf scheint gefunden zu sein: “Rost ist Schuld am Absturz”, berichtet die Sächsische Zeitung.

Beim Fall des oberen Teils des Turmes seien alle 80 Schrauben abgeschert worden. Die Folgen der umgestürzten Windkraftanlage sind gravierend: Ausgelaufenes Öl, das vermutlich einen Bodenaustausch erforderlich macht, der Boden ist weiterhin mit witterungsbeständigem Glasfasermaterial aus den Rotorblättern belastet, unzählige kleine Splitter sind über 150 Meter im Umkreis der Anlage verteilt und beim Zerschneiden der Blätter entsteht ebenfalls Feinstaub. Die Risiken sind bekannt, werden aber nicht offen diskutiert.

In einem Kommentar zu unserem Beitrag “Unfallrisiko Windrad” vom 16.12.2014 schreibt “herrmerkel”:

“Im Video sieht man neben den Korrosionsspuren (Rostfärbung) am Verschraubungsflansch, dass im Zwischenboden Verbindungsbolzen mit Mutter und Unterlegscheiben liegen. Auffällig ist hier, dass die Muttern einzeln vorkommen. Keine der abgebildeten Muttern hat ein Schraubenreststück im Inneren. Es scheint, als seien die Gewindeenden der Schrauben durch die Mutter hindurch gezogen worden. Auffällig ist auch, dass die Korrosion nur in Hauptlastrichtung aufgetreten ist. Dies spräche für ein Auslegungsproblem der Verbindungsstelle.
Man kann nicht genau erkennen, ob auf der Mutternseite der Verbindung auch Unterlegscheiben verwendet worden sind. Was man aber sagen kann, dass es im Korrosionbereich der Mastverbindung zur Spaltkorrosion an der Verschraubung gekommen ist. Ebenfalls liegt die Vermutung nahe, das die Schrauben- und Mutternfestigkeitsklasse falsch gewählt worden sind und das Versagen der Schraubverbindung ursächlich für das Systemversagen anzusehen ist.”

Der Bereichsagronom bei der Agrargenossenschaft Mühlberg Jörg Fabian (45), zugleich Ortsbürgermeister von Altenau, fordert „Wir wollen auf jeden Fall Antworten. Die Ursache muss gewissenhaft analysiert werden. Es geht schließlich um unsere Sicherheit“. Die Agrargenossenschaft Mühlberg eG. bewirtschaftet im Umfeld 6 000 Hektar Landwirtschaftsfläche.

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Windrad oder Windkraftindustrieanlage – was ist richtig?

Wie heißen die Giganten der Landschaft wirklich? Welche Bezeichnung ist richtig: Windenergieanlage (WEA), Windkraftwerk, Windkraftkonverter (WKK), Windrad, Windmühle oder Windkraftindustrieanlage?

Auf einer Pro-Windkraft-Facebookseite wurde gefragt, warum in den Prospekten und auf den Internetseiten der Tourismusanbieter die Windkraftindustrieanlagen nicht zu sehen seien – und der Fragende wurde zurechtgewiesen, es sei einfach eine “sprach-manipulative Suggestion”, immer wieder von “Windkraftindustrieanlagen” zu sprechen. Im Duden könne man sich darüber informieren, was “Industrieanlagen” seien, nämlich die Gesamtheit von Gebäuden und Einrichtungen samt dem Gelände eines Industriebetriebs. “Industrie” sei laut Duden ein Wirtschaftszweig, der die Gesamtheit aller mit der Massenherstellung von Konsum- und Produktionsgütern beschäftigten Fabrikationsbetriebe eines Gebietes umfasse.

Für diesen Fall sollte man vielleicht doch lieber den Windenergieerlass NRW zu Rate ziehen, der von der grünen Landtagsabgeordneten und Sprecherin für Energiepolitik und Klimaschutz, seit Mai 2012, Dipl. Ing. Wibke Brems, Ob-Frau im Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk und ordentliches Mitglied im Unterausschuss Bergbausicherheit, wie folgt kommentiert wird:

Der Bezug auf die TA Lärm und das Bundesimmissionsschutzgesetz bewirken, dass Windenergieanlagen nun genauso behandelt werden wie andere industrielle Anlagen.  

“Der alte Windkrafterlass der schwarz-gelben Landesregierung sah eine pauschale Abstandsregelung von 1500m zur Wohnbebauung vor. Diese pauschale Regelung ist zu Gunsten einer fallorientierten Regelung entfallen. Im Windenergieerlass wird nun Bezug genommen auf das Bundesimmissionsschutzgesetz, die TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) und die aktuelle Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts in Münster. Dort wurde eine Art Faustformel formuliert, die sich auf die so genannte optische Bedrängnis bezieht. Diese  besagt: „Ist der Abstand zwischen einem Wohnhaus und einer Windenergieanlage geringer als das Zweifache der Gesamthöhe der Anlage, dürfte die Einzelfallprüfung überwiegend zu einer dominanten und optisch bedrängenden Wirkung der Anlage gelangen. Beträgt der Abstand das Zwei- bis Dreifache der Gesamthöhe der Anlage, bedarf es regelmäßig einer besonders intensiven Prüfung des Einzelfalls.“ Wibke Brems: Der Bezug auf die TA Lärm und das Bundesimmissionsschutzgesetz bewirken, dass Windenergieanlagen nun genauso behandelt werden wie andere industrielle Anlagen.  

Mehr ist mit der Bezeichnung Windkraftindustrieanlage auch gar nicht gesagt. Nur eines dürfte allen klar sein, mit den nützlichen, idyllischen Windmühlen der Vergangenheit haben die neuen Windkraftindustrieanlagen so wenig zu tun wie der Flugapparat der Gebrüder Wright mit einer A-380.

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Offshore-Windpark Bard 1: Viel Geld für wenig Strom

Per Knopfdruck hat Bundeswirtschaftsminister Rösler im August den Windpark Offshore Bard 1 eröffnet, den größten deutschen Offshore-Windpark, der rund 60 Quadratkilometer umfasst, etwa 100 Kilometer nördlich von Borkum. Zu diesem Zeitpunkt war bereits bekannt, dass Bard Offshore 1 kein Auftakt für weitere Projekte auf See sein würde. Das Pilotprojekt hatte unter anderem mit technischen Schwierigkeiten und schlechten Wetterverhältnissen zu kämpfen und war daher wesentlich teurer geworden als geplant.

Was leistet der Offshore-Windpark?

Das Projekt Offshore Bard 1 besteht aus 80 Windkraftanlagen. Deren Leistung von 400 Megawatt entspricht rechnerisch dem Jahresstrombedarf von mehr als 400 000 Haushalten.

Zum Vergleich: Die beiden Kernkraftwerke in Baden Württemberg, Neckarwestheim und Philippsburg, verfügen insgesamt über eine installierte elektrische Leistung von 2.868 Megawatt und haben im Jahr 2012 knapp 22 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Das entspricht rund einem Drittel des gesamten Stromverbrauchs in Baden-Württemberg und deckt rechnerisch mehr als den gesamten Strombedarf der rund 5 Millionen baden-württembergischen Privathaushalte. (EnBW)

Jede der 80 Offshore-Anlagen hat mehr als 25 Millionen Euro gekostet. Um die gleiche Leistung wie die beiden Kernkraftwerke in Baden-Württemberg zu erbringen, müssten 1.000 Anlagen gebaut werden. Die Kosten für den Bau der Offshore-Windanlagen betrügen 25 Milliarden Euro, wenn man die Angaben für Bard 1 auf 2 Milliarden Euro und nicht höher ansetzt. Und dann bleibt unabhängig von den Kosten dieser “kleine” Unterschied: Die Kernkraftwerke produzieren den Strom 24 Stunden täglich, unabhängig davon, ob und wie stark der Wind weht.

Teure Offshore Windparks

Generell sind Offshore-Anlagen wesentlich teurer als Anlagen an Land. Anlagen an Land, die mit 15 bis 20 Millionen geplant werden, kosten im Meer bis zu einer halbe Milliarde Euro, sagt Jörg Kuhbier, Vorstandsvorsitzender der industrienahen Stiftung Offshore Windenergie gegenüber dem NRD.  Von Deutscher Seite werden die im Vergleich zu den Offshore-Windanlagen der europäischen Nachbarn höheren Kosten mit den aufwändigeren Konzeptionen, der größeren Entfernung zur Küste begründet. Dies bedeutet für die deutschen Windräder natürlich nicht nur einen höheren Aufwand beim Bau, sondern auch bei der Wartung.

Wie fatal ist die Lage bei Offshore-Windparks auch für die Kosten, die auf die Verbraucher zukommen, aber wirklich, wenn selbst Großbritannien nicht mehr alles auf die Karte Offshore-Windkraft setzt und den Bau neuer Kernkraftwerke beschlossen hat?

Die noch vor kurzem bejubelten Offshore Windparks erweisen sich immer mehr als spekulative Großabenteuer.

Ein gefundenes Fressen für Investoren

Nicht nur Bard 1, die Offshore-Branche steckt insgesamt in der Krise. Viele Investoren zögern oder ziehen sich sogar ganz von Windpark-Projekten zurück. Der deutsche Windkraft-Branchenriese Enercon aus Aurich beispielsweise hat längst beschlossen, keinen Cent in Offshore zu stecken, berichtet der NDR. Das ganze Unterfangen dieser jungen Technik berge viel zu viel Risiken – und sei an etlichen Stellen schlicht zu teuer, heiße es bei Enercon.

Von bundesweit 18.000 Stellen, die in dieser Branche künstlich geschaffen wurden, sei mehr als jede vierte in Gefahr, so eine frühere Einschätzung der Arbeitsagentur

Nach Expertenansicht könnten Windräder auf hoher See mit der neuen Vergütung jedoch Renditen von rund zehn Prozent erzielen, berichtet der NDR. “Damit werden die deutschen Windparks auch für Finanzinvestoren interessant.” Bard war 2003 vom russisch-deutschen Ingenieur und Millionär Arngolt Bekker gegründet worden. Übernommen werden die Anlagen nun von der Gesellschaft Offshore Wind Solutions (OWS) in Emden, teilte Bard mit. OWS ist eine Neugründung. Die Gesellschaft soll Betrieb und Servicevon Bard 1 und zudem auch Dienstleistungen im Bereich Wartung, Service und Reparaturen von Windanlagen für Dritte übernehmen. 

Anstatt Abschied von einer verfehlten Energiepolitik zu nehmen, sieht die neueste EEG-Novelle für die Anlagen auf See eine Anfangsvergütung bis 2015 von 15 Cent pro Kilowattstunde vor, die in den Folgejahren stufenweise abgesenkt wird. Zum Vergleich: An Land gibt es laut der zum 1. Januar 2009 in Kraft getretenen Novelle “nur” eine Anfangsvergütung von 9,2 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten für Vergütungen, Wartung, Service und Reparaturen von Windanlagen werden in den nächsten Jahren die Strompreise weiter massiv nach oben treiben, es sei denn, man folgt rechtzeitig dem britischen Beispiel.

Zum Nachlesen:

Foto: Bard
“At the end of July 2013, the installation phase of the BARD Offshore 1 wind farm is finalised: 80 wind turbines, each with a nominal capacity of 5 megawatts, were completed one month ahead of the planned target date.”

Ergänzung: 21.11.2013, 18:11 Uhr
Soeben in den Nachrichten: ” In ihren Koalitionsverhandlungen haben sich Union und SPD darauf verständigt, die hohe finanzielle Starthilfe für Windparks in Nord- und Ostsee zu verlängern – wenn die Große Koalition tatsächlich zustande kommt. Man werde das entsprechende Modell der Finanzierung bis Ende 2019 verlängern, sagte der geschäftsführende Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag. Damit sieht er die Investitionssicherheit gegeben…  Für Strom von Meer-Windparks, die bis Ende 2019 angeschlossen sind, gibt es 19 Cent pro Kilowattstunde – und zwar für einen Zeitraum von acht Jahren. Bisher sollte das nur für bis 2017 angeschlossene Anlagen gelten. Die Möglichkeit einer höheren Anfangsvergütung soll die Finanzierung durch Banken erleichtern.” 
http://www.ndr.de/regional/offshore433.html

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Windenergie stellt Kommunen vor neue Herausforderungen

Der Umgang mit dem Thema Windenergie hat die Kommunalpolitik vor ganz neue Herausforderungen an die Wahrung des sozialen Friedens gestellt, stellt die Bürgerinitiative Natur Statt Windpark Stephanshausen auf ihrer Facebook-Seite fest.

“Wir erleben, dass viele Kommunalpolitiker ihr Handeln nicht richtig reflektieren”, heißt es dort. “Zwei Verpächter, die die WKA nicht sehen, dafür aber das Geld bekommen. Die umliegenden Nachbarn haben dagegen alle Nachteile – es herrscht Krieg. Die grün-rote Landesregierung ist sich offensichtlich nicht bewusst, wie viel Zwietracht sie gesät hat damit, die Entscheidung auf die Ebene der Kommunen zu verlegen”.

Ein Blick  in den kommunalen Haushalt zeigte der Initiative, dass die Erträge aus der Verpachtung der Waldflächen zur Nutzung der Windenergie bereits eingestellt worden waren, bevor der potenzielle Investor überhaupt einen Bauantrag eingereicht hatte. Es ging um Einnahmen in Höhe von 400.000,00 Euro jährlich.

Zur Vorbereitung auf einen Dialog mit den Stadtverordneten über die Abwägung von finanziellen Bedürfnissen der Gemeinde und den sinnvollen Einsatz von erneuerbaren Energien weist die Initiative auf die 72-seitige Studie  Grundregeln des kommunalen Haushaltsrechts der Friedrich-Ebert-Stiftung. Dort heißt es:

§ 1 Absatz 1 Satz 1 GO NRW formuliert beispielsweise: „Die Gemeinden sind die Grundlage des demokratischen Staatsaufbaus.“ Im Rahmen der Selbstverwaltungsaufgaben, die die Gemeinden im Rahmen der geltenden Gesetze wahrnehmen, sind neben den freiwilligen Aufgaben die Pfl ichtaufgaben zu nennen.

Der Erhalt des Eigenkapitals ist seit der Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements der Leitgedanke kommunaler Haushaltswirtschaft. Das übergeordnete Ziel der Nachhaltigkeit verbietet eine Haushaltswirtschaft zu Lasten künftiger Generationen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von intergenerativer Gerechtigkeit. § 1 Absatz 1 Satz 3 GO NRW lautet: „Sie handeln zugleich in Verantwortung für zukünftige Generationen.“

Friedrich_Ebert_Stiftung

Quelle: Friedrich Ebert Stiftung,Grundwissen Kommunalpolitik

Quellen:

Zum Nachlesen:

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GreenTec Awards – Die Gala, u.a. mit Rea Garvey

Das weltweit innovativste, spektakulärste Projekt zum Thema Umweltschutz war der Jury der GreenTec Awards für den “bedeutendsten Umweltpreis Europas” nicht gut genug: Es hatte aus der Sicht der Jury der GreenTec Awards wegen der Verwendung von Kerntechnik keinen Umweltpreis verdient. Das Projekt wurde entgegen den eigenen Regeln der Veranstalter vor einigen Wochen denominiert, das Team des Instituts für Festkörper-Kernphysik dennoch zu dem Galaabend am 30.08.2013 in Berlin eingeladen, wenn auch mit großen Sorgen.

  • Der “Dual Fluid Reaktor (DFR)” war immerhin ein Konferenzbeitrag der IAEA (englisch). Vom 4.-7. März 2013 organisierte die Internationale Atomenergie-Organisation eine Konferenz zum Thema “Fast Reactors and related Fuel Cycles” in Paris. Das IFK hat den DFR dort auf einem Poster und einem Video vorgestellt (ein Vortrag war wegen der späten Anmeldung nicht mehr möglich). Der Konferenzbeitrag ist wissenschaftlich begutachtet und kann heruntergeladen werden. Kommentare der Gutachter: “This paper gives well-organized explanations of the DFR and deals with impressive subjects.” “The paper comrephensively addresses the titled topics.”
  • Es gibt eine Patentschrift beim Deutschen Patent- und Markenamt, die dort oder von der Homepage des DFR heruntergeladen werden kann.

Mit Humor zur Gala

Das IFK wurde bei der Einladung belehrt, dass es weder ein Aussteller noch ein Nominierter sei und sich dementsprechend als Gast bei der Gala angemessen zu verhalten habe. Sollte das Team andere Vorstellungen haben und die Veranstaltung stören wollen, werde die ausgesprochene Einladung sofort zurückgezogen. Das DFR-Team verfügt aber nicht nur über außerordentliche hohes Fachwissen, sondern auch über Humor, wie seine Stellungnahme zur Einladung zeigt. Darin heißt es unter anderem:

“Wir können Greentec versichern, dass wir uns absolut friedlich verhalten werden. Mehr noch, wir wüssten nicht einmal, wie wir eine “Störung” umsetzen sollten, denn wir sind in solchen Dingen hoffnungslos unerfahren. In unseren Kreisen ist es eher üblich, sich durch begutachtete Veröffentlichungen auszutauschen, nicht durch faule Eier.”

Wenn es etwas Interessantes über den Galaabend zu berichten gibt, holen wir dies gerne nach.

Zum Stand der gerichtlichen Auseinandersetzung

GreenTec Awards erwartet offenbar, dass die noch ausstehende Entscheidung des Berliner Kammergerichts (nachdem durch einen Beschluss des Langerichts kurz vor der Preisverleihung die einstweilige Verfügung des Kammergerichts aufgehoben war) zur erneuten Nominierung des DFR führen wird.

Über den DFR kann man sich hier informieren: http://dual-fluid-reaktor.de/

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