Der Energiekonzern EnBW verlässt sich auf den Wind

Der Stromversorger EnBW bietet mit seinen Kernkraftwerken alles, was sich Umweltschützer wünschen: Energie in Bürgerhand und sauberen Strom. Mehr als 90 Prozent des EnBW-Kapitals sind in öffentlicher Hand: Jeweils 46,75 Prozent liegen bei einer Beteiligungsgesellschaft des Landes Baden-Württemberg und beim Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke, einem Zusammenschluss von neun Landkreisen. Lediglich 0,39 Prozent der Aktien befinden sich in Streubesitz.

Foto: EnBW

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Durch den Betrieb eines einzigen Kraftwerks (Block 2, s. Foto) werden jährlich über 9 Millionen Tonnen des klimaschädlichen CO2 vermieden, besser kann Klimaschutz kaum gelingen.

Aber diese Erfolgsgeschichte im rot-grün regierten Bundesland Baden-Württemberg wird durch die Energiewende zunichte gemacht: Der Energiekonzern EnBW erwartet in diesem Jahr wieder einen Gewinnrückgang, berichtet SWR. Der Vorstandsvorsitzende Frank Mastiaux warb dennoch vor den Aktionären mit einer gegenüber 2014 unveränderten Dividende für NIMBY-Windkraftanlagen – weit weg von Baden-Württemberg in der Ostsee. Die Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz kann sich darüber freuen, denn die Windkraft-Ambitionen sind durch staatliche Förderungen abgesichert.

Block 2 ging erst 1984 ans Netz. Die Anlage hat eine elektrische Leistung von 1.468 Megawatt. Im Jahr 2014 erzeugte Block 2 über 10 Milliarden Kilowattstunden Strom, berichtet das Unternehmen auf seiner Homepage. Unabhängig vom Wetter und von der Tageszeit deckte sie rechnerisch mehr als die Hälfte des Strombedarfs aller privaten Haushalte und etwa ein Sechstel des gesamten Stromverbrauchs in Baden-Württemberg ab.

Im Atomgesetz ist vorgesehen, dass mit Block 2, der erst 1984 ans Netz ging, noch maximal bis Ende 2019 Strom produziert werden darf. Spätestens dann geht die Anlage vom Netz.

Das Kernkraftwerk Philippsburg (KKP) liegt rund 30 Kilometer nördlich von Karlsruhe auf einer Insel im Rhein. Dort wird Strom mit einem Druckwasserreaktor (Block 2) produziert. Der Siedewasserreaktor (Block 1) ging 1979 in Betrieb und beendete wegen einer Änderung des Atomgesetzes im Jahr 2011 die Stromproduktion. Block 1 befindet sich im Nachbetrieb.

Kritiker bezweifeln, dass ein Energieversorgungsunternehmen, das sich auf den Wind verlässt, rational handelt.

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