Wie groß ist der Flächenverbrauch für unterschiedliche Stromerzeugungsanlagen?

Foto: Jeanny

“Eigentlich wollte die nordrhein-westfälische Landesregierung den Flächenverbrauch auf 5 ha pro Tag reduzieren. Von diesem ehemals verbindlichen Ziel hat sich Düsseldorf aber jetzt verabschiedet – sehr zum Ärger der Landwirtschaft”, berichtete das Wochenblatt für die Landwirtschaft am 17. Juni 2015.
Ökologisch wertvolle Flächen werden in Bauland und Standorte oder Trassen für Infrastrukturen wie Kläranlagen, Flugplätze, Straßen oder Bahnlinien umgewidmet, beklagt auch das Umweltbundesamt (UBA) auf seiner Homepage. Negative Umweltfolgen sowie schädliche städtebauliche, ökonomische und soziale Auswirkungen seien unausweichlich, heißt es dort. Die Bundesregierung habe sich deshalb im Rahmen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlungen und Verkehr auf 30 Hektar pro Tag zu verringern. Im Durchschnitt der Jahre 1993 bis 2003 lag der Flächenverbrauch noch bei 120 Hektar pro Tag.

Die Wichtigkeit des Erhalts wertvoller Flächen ist unbestritten und genießt Proirität. Auf dem Papier. Denn tatsächlich schreitet der Missbrauch von Flächen zum Beispiel für die Stromerzeugung voran. Von einem Missbrauch kann man bei der Stromerzeugung sprechen, wenn Techniken der Stromerzeugung vorhanden sind, die weniger Flächen beanspruchen als andere. Es gibt zwar auch andere Entscheidungskriterien für die Wahl einer Energieform, aber der Flächenverbrauch ist aus ökologischer Sicht besonders bedeutend. Die Bevölkerungsdichte in Deutschland zwingt ebenfalls zu einem extrem behutsamen Umgang mit der wirtschaftlichen Nutzung von Flächen. In Deutschland leben etwa 230 Menschen auf einem Quadratkilometer (China: 138, USA: 27 Menschen) und gehört damit zu den am dichtesten besiedelten Ländern der Welt.

Techniken der Stromerzeugung brauchen außerordentlich unterschiedliche Flächen

Dr. Ing. Günter Keil, der unter anderem auch in die internationale Zusammenarbeit bei der Lösung von Umweltproblemen mit Forschungseinrichtungen in Lateinamerika und China eingebunden ist, vergleicht den Flächenbedarf von Kraftwerks-Arealen, Windparks, Photovoltaik- Dachanlagen Freilandanlagen und Biomasseanbau. Als objektiven Vergleichsmaßstab wählt er die Strommenge (in kWh, MWh etc. gemessen), die eine Flächeneinheit der betreffenden Technik (in m2 oder auch Hektar gemessen) in einem Jahr erzeugt. Auf diese Weise lassen sich, auf den Flächenverbrauch bezogen, aussagekräftige vergleichbare Ergebnisse erzielen.

Flächenbedarf von Stromerzeugungsanlagen
Art der Anlage Flächenbedarf in m² pro jährlich erzeugten GWh
(1 GWh = 1000 MWh = 1 Million kWh)
Kernkraftwerke (EPR) 25 m²
Steinkohlenkraftwerk (1000 MW) 47 m²
Braunkohlenkraftwerk (1000 MW) incl. Tagebaufläche von 10 km²
1.330 m²
Photovoltaik-Dachanlagen 11.400 m²
Photovoltaik-Freilandanlagen 22.900 m²
Windparks Land 64.000 m²
Biomasse-Verstromung (Silomais) 588.000 m²
Windparks Offshore 1.170.000 m²

 

Die Erneuerbaren Energien sind Flächenfresser

Im Vergleich zu einem Steinkohlekraftwerk liegt der Flächenverbrauch für eine Windkraftanlage an Land um das 1360-fache höher und kann im Unterschied zu einem Steinkohlekraftwerk wegen der Abhängigkeit von der Natur (Wind) die Stromkunden nicht zuverlässig mit Strom versorgen.

Für die Biomasse-Verstromung ist das Ergebnis noch drastischer: Für die riesigen Maisfelder, die für die Biogaserzeugung und die anschließende Verstromung des Biogases angelegt wurden, ergibt sich nach den Berechnungen von Günter Keil ein Flächenbedarf von rund 590.000 m²/GWh. “Das ist mehr als das 15.000-fache des Flächenbedarfs für Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke, die die gleiche Jahres-Strommenge erzeugen.”

Der Flächenfraß der Erneuerbaren Energien, die Rodungen der Wälder, die Befestigungen der Zufahrtswege, der Bau von zusätzlichen Trassen bewirken genau das Gegenteil von dem, was sie angeblich sollen. Sie schützen nicht das Klima, sondern treiben die Zerstörung ökologisch wichtiger Landschaftsflächen voran.

Quellen: 

 

 

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