Hundert gute Antworten auf Fragen zur Kernenergie

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht“, heißt ein bekanntes Sprichwort. Aber 115 mal die Menschen über Jahrzehnte belügen, ohne dass sie sich empören?
Einige kritische Menschen haben sich empört und die Initiative  Kritikalität  gebildet, nachdem sie 115 Unwahrheiten in einer Sammlung von Argumenten zur Kernenergie festgestellt hatten. Gesammelt und 2009 veröffentlicht wurden die Argumente unter dem Titel „Hundert gute Gründe gegen Atomkraft” von Michael und Ursula Sladek, die Hauptverantwortlichen der „Elektrizitätswerke Schönau”.  Sie behaupteten, „…das ist alles sehr sorgfältig von einem Journalisten recherchiert worden, das heisst, jeder dieser hundert Gründe hält auch einer genauen exakten Prüfung stand – das war uns sehr wichtig.”

115 Gründe – zu viel zum Überprüfen? Der Verein Kritikalität hatte ursprünglich damit angefangen, die „Hundert guten Gründe” in Stichproben abzuklopfen, um eventuelle Fehler richtig zu stellen. Am Ende zeigte sich, dass sich kein einziger der „Hundert guten Gründe” als korrekt herausstellte. “Oft reichten sogar die von Michael und Ursula Sladek selbst angeführten Belege aus, um deren eigene Behauptungen zu widerlegen, manchmal musste man schon etwas tiefer in die Materie eindringen, um der Unwahrheit auf den Grund zu gehen.” Die Antworten zu den Gründen #1-#100 sind freigegeben und können diskutiert werden. Die „Bonusgründe” (#102-#116) werden voraussichtlich am 26. Juli freigegeben. — Kritikalität, 19.7.2013

Das Team Kritikalität tauchte, wie es sagt, in eine “Kriminalgeschichte der Vernebelungen, Täuschungen, Falschzitate und Pseudowissenschaften” ein. Es dokumentiert, wie die Kernenergie, “die ergiebigste, nachhaltigste und sicherste Form der Energieerzeugung”, hierzulande in Verruf gebracht wurde. Das Team regt dazu an, sich die Zeit zu nehmen, den Belegen nachzugehen und sich ein eigenes Urteil zu bilden. Das Lesen wird dadurch erleichtert, dass jedem der „Hundert guten Gründe” auf der Homepage von Kritikalität optisch getrennt “Hundert gute Antworten”  gegenüber gestellt sind.  Fragen werden dort im Forum öffentlich diskutiert.

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1 Kommentar auf “Hundert gute Antworten auf Fragen zur Kernenergie

  1. Wer dazu in der Lage ist, überprüft die Fakten. Wenn Lügen sich in unser Alltagsbewusstsein eingenistet haben, wir sie nicht mehr als Lügen detektieren können, dann werden sogar Lügen zu einem Navigator für die Auswahl unserer Informationsquellen und für unsere Entscheidungen. Dies geschieht, solange wir die Lügen nicht erkennen, manchmal auch länger. Manche Lügen halten sogar eine Konfrontation mit der Realität aus. Das heißt: Wir sind belügbar. Mit Vorwürfen und Beschimpfungen ist verinnerlichten Lügen nicht beizukommen, besonders dann nicht, wenn sie Eingang in unser Wertesystem gefunden haben und sie wie ein Autopilot die Richtung unseres Denkens und Handelns bestimmen. Dies ist aus meiner Sicht eines der markantestesten Merkmale der Anti-Atomkraft Bewegung, für die der Reaktorunfall in Fukushima Anlass für eine totale Ablehnung der Kerntechnik war. Die Reaktion wurde oft als hysterisch bezeichnet, vielleicht im Sinne von unbegreiflich, aber sie hat eine lange Vorgeschichte, die eben diesen Autopiloten erzeugt hat. Ob die Reaktionen hysterisch oder unbegreiflich sind, wer überzeugen will, muss sich die Mühe machen, Widersprüche in der Argumentation aufzudecken, überprüfbare Quellen einzufordern und zu benennen.
    Ich empfehle ebenfalls, “Hundert gute Antworten” zu lesen.

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