Kasachstan: Ein großer Schritt für die friedliche Nutzung der Kernenergie

“Die Zahl der Kernkraftwerke, ob im Bau befindlich oder geplant, steigt weltweit rasant an. Uran wird daher immer mehr benötigt”, schreibt Stockworld. Der Grund dafür ist der steigende Energiebedarf der Weltbevölkerung. Viele Länder, außer Deutschland, setzen auf Atomstrom. Die Vermutung, dass es in naher Zukunft  zu einer Verknappung des Urans kommen wird, gibt den Uranunternehmen enormen Auftrieb. Der Welturanpreis stieg von 2003 bis Mitte 2007 um das dreizehnfache. Dies hat auf der ganzen Welt zu einer hektischen Aktivität an neuen Explorationstätigkeiten geführt und auch zu neuen Entwicklungen im Bereich der Kernenergie.

Kasachstan baut ein Brennstofflager für internationale Kernkraftwerke

Kasachstan verfügt über die Möglichkeit, hoch angereichertes Uran zu niedrig angereichertem zu verarbeiten. Die Regierung von Kasachstan hat jetzt eine Vereinbarung mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), um ein Brennstofflager von niedrig angereichertem Uran in Kasachstan zu etablieren, unterzeichnet, berichtet Tengrinews.

Es wird erwartet, dass das Ulba Metallurgical Kraftwerk als Standort für das Brennstofflager gewählt werden wird. Das Kraftwerk liegt im Osten des Landes und ist zuständig für die Ausfuhr von Kernmaterial und seltene NE-Metallen. Auf dem Gelände sollen bis zu 90 Tonnen niedrig angereichertes Uran gelagert werden, das von Ländern mit Atomkraftwerken zu ausschließlich friedlichen Zwecken bestellt werden kann.

Friedliche Nutzung der Kernenergie

Kasachstan will mit dem Brennstofflager seinen Beitrag zur Entwicklung der friedlichen Atomenergiewirtschaft leisten. Dass hier auch ein zukunftsträchtiges Geschäft zu erwarten ist, zeigt das Engagement von Warren Buffett. Von den Kosten von 150 Millionen Dollar (132 Millionen Euro) werde der US-Investor und Milliardär ein Drittel übernehmen, heißt es.  Diese Beteiligung wertet den Uransektor stark auf

Kasachstan hatte seine Kandidatur für die Rolle der internationalen Depotbank von niedrig angereichertem Uran im Jahr 2010 von sich aus angeboten. Es kam dafür in Frage, weil es nicht über Atomwaffen verfügte. Das Land hatte seine Atomwaffen kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1992 abgegeben. Zu dieser Zeit besaß Kasachstan das viertgrößte Atomwaffenarsenal der Welt.

Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew hatte bei der Eröffnung des „Eurasischen Mediaforums” in Alma-Ata am 27.4.2010 vorgeschlagen, unter der UNO-Schirmherrschaft einen Vertrag über das vollständige und allgemeine Verbot von Kernwaffen zu schließen. Kasachstan hält es für notwendig, internationale Rechtsnormen für kernwaffenfreie Zonen zu verabschieden, trat für die Schaffung von neuen kernwaffenfreien Zonen, darunter auch im Nahen Osten, ein und initiierte die Ausarbeitung eines regionalen Aktionsplans zur Festigung der nuklearen Sicherheit, zur Verhinderung der Verbreitung von Kernmaterial und zum Kampf gegen den atomaren Terrorismus in Zentralasien.

Kasachstan – ein erfolgreicher Transformationsstaat

Kasachstan liegt bei der Uranproduktion weltweit an erster Stelle, bei Uranreserven an zweiter. Das Land besitzt als eines der rohstoffreichsten Länder der Welt außer Uran vor  allem Eisen, Chrom, Kupfer, Blei, Zink, Vanadium, Erdöl und Erdgas, sowie Steinkohle und andere Rohstoffe.

Auf die Fläche bezogen ist Kasachstan der neuntgrößte Staat der Erde, mit etwa 17 Millionen Einwohnern. Kasachstan ist für Deutschland der mit Abstand wichtigste Handelspartner in Zentralasien. Das bilaterale Handelsvolumen lag im Jahr 2014 bei 6,2 Mrd. Euro.

Kasachstan wird zur Gruppe der erfolgreichen “Transformationsstaaten” gerechnet. Die von Präsident Nasarbajew verkündete Strategie „Kasachstan 2050“ formuliere die langfristigen Vorgaben für die Entwicklung des Landes, deren Ziel der Aufstieg in die Gruppe der 30 am meisten entwickelten Staaten sei, schreibt das Auswärtige Amt.

Uran

Ein typisches Uranpellet wiegt etwa 7 Gramm. Es kann soviel Energie herstellen, wie 3,5 Barrel Öl, etwa 481 m³ natürliches Gas oder etwa 807,4 kg Kohle.

Uran ist in seiner typischen Form ein silbrigweißes Metall, das fast überall in der Erde, in Steinen, Flüssen und Ozeanen vorkommt. Spuren von Uran können sogar in Nahrungsmitteln und menschlichem Gewebe gefunden werden. Es ist eines der am häufigsten vorkommenden Elemente, die in der Erdkruste gefunden werden.

 

Quellen:

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