Mit offenen Augen weiter in den Untergang?

Nach heutigem Kenntnisstand könne man davon ausgehen, dass die gesicherte Leistung bis zum Abschalten der letzten Kernkraftwerke 2022 um 16,7 Gigawatt zurückgehen werde, sagte Hildegard Müller*.
17,6 Gigawatt sind 23% des Energieverbrauchs 2013.

Wir sollen Strom sparen, meinen die Grünen in allen Parteien. Wie viel müssten wir privat sparen, damit sich dies auf den Gesamtverbrauch auswirkt? Der Anteil der privaten Haushalte am gesamten Endenergieverbrauch beträgt laut Umweltbundesamt nämlich nur 28%.

Die privaten Haushalte benötigten nach vorläufigen Angaben des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2012 etwa 69 % der Energie für das Heizen, 15 % für das Warmwasser, 6 % für das Kochen, 4 % für Kühl-und Kälteanwendungen, 4 % für Information- und Kommunikationstechnologien, 2 % für die Beleuchtung sowie weniger als 1 % für sonstige Elektrogeräte. Der Stromspareffekt beim Austausch von Staubsaugern gegen Energiesparmodelle wird nicht messbar sein, es sei denn, alle Staubsauger werden intelligent und schicken ihre Messdaten an eine Datensammelstelle (die bei hohen Abweichungen ihre Stromkontrolleure zum Überprüfen der Geräte und der Verbraucher aussendet). Dass die Verpackung von Häusern in Kunsstoff weder dem Klima, der Gesundheit noch dem eigenen Geldbeutel nutzt, ist inzwischen bekannt.

Es kann noch schlimmer kommen:

Neben den Projekten, die laut BDEW-Kraftwerksliste unsicher sind, wirken sich die bei der Bundesnetzagentur beantragten Kraftwerksstilllegungen negativ auf die gesicherte Leistung aus. Außerdem würden durch den Ausstieg aus der Kernenergie weitere Kapazitäten vom Netz gehen. Erschwerend komme hinzu, dass der Anteil der Kraftwerke, die rund um die Uhr Strom erzeugen können, in den nächsten Jahren stark sinken werde. Müller: “Zudem ist es aus heutiger Sicht wahrscheinlich, dass aufgrund der Marktentwicklungen, der zunehmenden Unwirtschaftlichkeit konventioneller Kraftwerke und verschärfter Emissionsgrenzwerte noch weitere Stilllegungen folgen werden.”

Welcher Teufel reitet den Energieminister Sigmar Gabriel, der unter diesen Bedingungen den CO2-Ausstoß von älteren Kohlekraftwerken bei Überschreitung einer Emissionsgrenze mit Strafzahlungen belegen will? Die CDU und die Gewerkschaften sind dagegen: Verdi und die IG BCE wollen mit einer Großdemonstration den Erhalt von Arbeitsplätzen einfordern. Es geht jedoch nicht nur um Arbeitsplätze und Kohle, sondern um unsere Zukunft insgesamt, mit der unsere Politiker zurzeit Roulette spielen.

*Hildegard Müller Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), bei der Pressekonferenz des Branchenverbandes im Rahmen der Hannover Messe.

Quellen:

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