Grüne Pro-Atom-Umweltschützer

Grüne Pro-Atom-Umweltschützer in Finnland

Grüne Pro-Atom-Umweltschützer gewinnen in Finnland Wahlen

Mehr als hundert Kandidaten hatten zu den anstehenden Kommunalwahlen in Finnland eine Erklärung unterzeichnet, in der die finnischen Städte aufgefordert wurden, die Möglichkeiten zur Nutzung kleiner Kernreaktoren für Fernwärme zu erkunden. Unter den Unterzeichnern habe es eine bedeutende Anzahl von Kandidaten der Grünen gegeben, schreibt J. M. Korhonen. Wenn Finnland das erste Land mit einer grünen Partei sei, die die Kernkraft unterstützt, würde dies Schockwellen durch die Politik der grünen Parteien rund um den Globus senden, meint ein Leser. Das Wahlergebnis vom 9. April 2017 liegt jetzt vor: Die Grünen haben große Gewinne und mit einem Stimmenanteil von 12,4 % das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte erzielt. Und ein Erfolg für Grüne Pro-Atom-Umweltschützer.

 

Pro-Atom ist wählbar

In Finnland haben die Gemeinden eine beträchtliche Befugnis. Sie können zum Beispiel Umweltbemühungen Entscheidungen über Energiequellen, die von kommunalen Energieunternehmen genutzt werden, unterstützen oder verhindern. Insofern hat das Wahlergebnis eine hohe Bedeutung für Finnland.

Die Hauptthemen, die die Menschen in Finnland motiviert haben, Grün zu wählen, sind wahrscheinlich Bildung, starke städtische Politik und die Opposition gegen die rechtspopulistische Finnen-Partei. Darüber macht sich J. M. Korhonen auf seinem Blog sicher keine Illusionen. Aber er registriert eine wesentliche Änderung in der Einstellung zur Kernenergie. Die politische Linie der Grünen sei zwar immer noch anti-nuklear, aber die Wahlergebnisse halten Umweltschützer für ermutigend. Der grüne Sieg sollte zumindest einige Neubewertungen in anderen Parteien verursachen und dazu beitragen, dass Umweltfragen in der Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Die Grünen sind nach den Wahlen die stärkste Partei in Jyväskylä, eine mittelgroße Universitätsstadt. In Helsinki und Turku nahe an zweiter Stelle und an dritter Stelle in Tampere.  Bemerkenswert sei auch, sagt J. M. Korhonen, dass die Grünen in der Lage waren, Sitze und in einigen Fällen sogar Mehrheiten in den Gemeinderäten vieler kleinerer Ortschaften zu gewinnen. Damit sei es den Grünen, die bisher meist auf Städte konzentriert waren, gelungen, nun wahrheitsgemäß behaupten zu können, eine bundesweite politische Bewegung zu sein.

 

Ablehnung der Kernenergie ist Luxus

J. M. Korhonen hatte bereits im März über zwei interessante Entwicklungen in der finnischen Politik geschrieben. Zuerst hätten vier städtische Wahlkandidaten aus der traditionell stark anti-nuklearen Partei der Grünen eine Erklärung veröffentlicht. Sie legten dar, dass die Menschheit nicht mehr den Luxus habe, die Kernenergie abzulehnen. Zweitens hätten weit über hundert Wahlkandidaten aus allen großen Parteien, auch Kandidaten der Grünen, eine Petition unterzeichnet. Sie verlangten Machbarkeitsstudien für die nukleare Fernwärme, um finnische Städte mit Wärme zu versorgen.

Die Anzahl der pro-nuklearen Umweltschützer wachse, für sie seien die Ergebnisse besonders interessant, sagt J. M. Korhonen. Anscheinend hätten selbst stark pro-nukleare Positionen die Wahl nicht verhindern können, und in einigen Fällen könnte die pro-nukleare Einstellung dem Kandidaten sogar tatsächlich zum Wahlsieg verholfen haben. Elf Unterzeichner des Atom-Fernwärmevorschlags wurden als Vollmitglieder ihrer jeweiligen Stadt- oder Gemeinderäte gewählt, die vier ausdrücklich pro-nuklearen Grünen erhielten genug Stimmen für die Wahl als Vize-Räte.

 

Zwei Wahlsieger

Unter den gewählten Ratsmitgliedern ist das Mitglied der Piratenpartei, Nuklear-Physiker und Doktor der Philosophie, Petrus Pennanen. Er war der Initiator des Vorschlags, Kernkraftwerke für Heizungen zu nutzen, um Kohle und Biomasse in Helsinki zu ersetzen. Zwar seien auch andere Faktoren bei der Wahl im Spiel gewesen, aber man könne sagen, die stark pro-nukleare Politik und die Einstellung zu Gunsten strenger Klimaschutzregeln haben seinen Wahlerfolg nicht behindert, sagt J. M. Korhonen.

Ein weiterer sehr interessanter Fall sei die sehr gute Vorstellung des Parteimitglieds der Grünen, Atte Harjanne, ein 32-jähriger Doktorand am finnischen Meteorologischen Institut, gewesen. Atte habe sich als ein starker Befürworter aller Alternativen zur Minderung der Emissionen bekannt gemacht. Er hatte offiziell vorgeschlagen, die Atom-Opposition der Grünen zu beenden. Noch kurz vor den Wahlen hatte er eine Erklärung zu Gunsten des umstrittenen Fennovoima-Atomkraftwerksprojekts veröffentlicht. Trotz solcher Haltungen, die immer noch ein Anathema für viele traditionelle Grüne seien, und trotz seines relativ geringen Bekanntheitsgrades, habe Atte als Erstkandidat mehr als genug Stimmen für einen Sitz im Stadtrat von Helsinki erhalten.

 

Die Bedeutung und das Potenzial der Kernenergie in Finnlands Kampf um das Klima

Die Gemeindewahlen und ihre Ergebnisse seien ein ermutigendes Zeichen. Die Bedeutung und das Potenzial der Kernenergie im Kampf um das Klima fange an, sich sogar in den traditionellen Bastionen der Anti-Atom-Bewegung zu verbreiten. Und es sei möglich, als pro-nuklearer Grüner in den Rat der Hauptstadt Finnlands gewählt zu werden. Die starke Präsentation der Grünen Partei zeige zumindest, dass anspruchsvolle, starke Klimapolitik einen Erfolg bei den Wahlen nicht verhindert. Sie könne sogar helfen, als Politiker gewählt zu werden.

J. M. Korhonen ist Doktorand an der Aalto School of Economics in Helsinki, Finnland.
https://jmkorhonen.net/

 

Zukunftsaussichten für die Grünen in Deutschland

Auf die Schockwelle für die Grünen müssen wir in Deutschland nicht warten. Sie haben sich in ihrer Besessenheit gegen die Kernkraft von Greenpeace und anderen Kräften ins Abseits drängen lassen, sich zum Sterben hingelegt und werden nach ihrem Selbstmord noch aus dem Grab heraus rufen: Atomkraft ist viel zu gefährlich!

 

Titel-Foto: tpsdave, “Oulu, Finnland”, pixabay

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Kernenergie

100 und mehr gute Gründe für Kernenergie

“Jahrzehntelange Verbreitung von Halbwahrheiten bis handfesten Lügen haben die Kernenergie, die ergiebigste, nachhaltigste und sicherste Form der Energieerzeugung, hierzulande in Verruf gebracht”, sagt der Verein Kritikalität. Er hat 2013 das Projekt „Hundert gute Antworten” ins Leben gerufen, um die Behauptungen der Kernenergiegegner Punkt für Punkt zu entkräften. Es wurde 2017 aktualisiert, sodass es wissbegierigen Menschen jetzt wieder zur Verfügung steht. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Festkörper-Kernphysik gGmbH.

Eine Auseinandersetzung über die Kernenergie mit „Hundert gute Gründe gegen Atomkraft” von Michael und Ursula Sladek.

Über mehr als 20 Jahre hat es keine offene Diskussion über die Kernenergie gegeben. Dies hat verschiedene Gründe. Das traurige Ergebnis ist aber, dass es zu keinem “Selbstreinigungsprozess” innerhalb der Kernphysik gekommen ist. Erst diese Nachlässigkeit hat es ermöglicht, dass das Thema parteipolitisch motiviert vereinnahmt werden konnte, sagt der Verein Kritikalität. Die Argumente der Kernkraftgegner  konnten daher nahezu widerstandslos zu einem zentralen Baustein im Wettbewerb um Stimmenmehrheiten benutzt werden. Die wissenschaftlichen Inhalte sind, so der Verein, nachweislich dem Machtkalkül geopfert worden. An dieser Feststellung hat sich seit 2013, als wir das erste Mal über die 100 Antworten berichteten, bis Heute nichts geändert.

Es ist schwierig, nach den schrecklichen Erfahrungen von Tschernobyl und Fukushima, einen Einstieg zu finden. Diese Erfahrung macht jeder, der auf einer beliebigen Kommunikationsplattform oder in den Social Media versucht, auf die Entwicklungen im Bereich der modernen Kernenergie hinzuweisen. Das Team Kritikalität wählte eine sachliche Auseinandersetzung mit „Hundert gute Gründe gegen Atomkraft” von Michael und Ursula Sladek, den Hauptverantwortlichen der „Elektrizitätswerke Schönau”.  Das Projektteam hat den denkbar anspruchvollsten Weg gewählt: es setzt bei den Behauptungen Sladeks an. Punkt für Punkt weist ihnen das Team sachliche und logische Widersprüche in der Argumentationskette nach. Damit sind zugleich auch die falschen Behauptungen nahezu aller Kernkraftgegner angesprochen. Denn sie berufen sich mehr oder weniger auf die Zusammenstellung der Argumente von Michael und Ursula Sladek .

 

  • Die Originalwebseite Kritikalität ist das richtige Forum für die an fachlicher Klärung und Diskussion interessierten Leser.

 

Foto: geralt, Kernenergie, pixabay

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Das Argonne National Laboratory erklärt das Recycling von Atommüll in 4 Minuten

Foto: Oleg.

Derzeit werden bei der Verwendung von Kernenergie nur etwa fünf Prozent des Urans in einem Brennstab für die Energiegewinnung genutzt; danach werden die Stäbe aus dem Reaktor entnommen und gelagert. Es gibt jedoch einen Weg, das gesamte Uran eines Brennstabs zu nutzen. Durch Recycling könnte der Kernbrennstoff hunderte von Jahren Energie aus dem Uran, das bereits abgebaut wurde, erzeugen, und zwar kohlenstofffrei. Probleme mit älterer Technologie stoppte die Wiederverwertung von Brennelementn in den Vereinigten Staaten, aber neue Technologien, die von Wissenschaftlern am Argonne National Laboratory entwickelt wurden, befassen sich mit diesen Problemen.

Das Argonne National Laboratory ist eines der ältesten und größten Forschungsinstitute des Energieministeriums der Vereinigten Staaten.
Für mehr Informationen besuchen Sie bitte: http://www.anl.gov/energy/nuclear-energy.

Anmerkung: Die Bezeichnung “Atommüll” ist demnach nicht nur überholt, sondern auch falsch: Wiederverwertbares Uran ist kein Müll, sondern hochwertiger Rohstoff.

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Bolivien: Kenntnisse über die Kernenergie sind Kenntnisse über das ABC der Natur

Bolivien wird 2015 mit dem Bau seines ersten Kernkraftwerkes beginnen. Bis 2025 soll es fertig gestellt sein. Außerdem werde Bolivien in den kommenden Jahren 2 Milliarden Dollar in ein Programm für die friedliche Nutzung der Kernenergie, verbunden mit medizinischen und landwirtschaftlichen Zielen, investieren, kündigte Boliviens Präsident, Evo Morales, am 2.10.2914 an. (1)

Die Kenntnisse über das Atom sind eine Frage der Selbstachtung eines Landes

Boliviens Vizepräsident Alvaro Garcia Linera hatte bereits am 21. August in seiner Rede zum Abschluss des VII. Internationalen Kongresses Öl und Gas in Santa Cruz, erklärt, dass sich sein Land den Herausforderungen der Nuklearphysik stellen werde, um ein Fundament für die technischen Entwicklungen der nächsten Jahrhunderte zu legen. Die Frage sei, “ob wir die Fähigkeit als Gesellschaft haben, diese Kraft zu entdecken, sie zu respektieren und wissen werden, wie wir sie gemeinschaftlich und human zum Nutzen aller einsetzen können”.
Die Kenntnisse über das Atom bezeichnet Linera als eine Frage der Selbstachtung eines Landes, das nicht am Rande der Entwicklung stehen bleiben möchte. Linera: “Eine Gesellschaft die heutzutage geachtet wird – und wir halten unsere Selbstachtung hoch – kann nicht am Rande stehen. Und wir werden nicht am Rand bleiben.” Er fuhr fort: “Kernenergie existiert unabhängig von uns. Diese Prozesse finden in der Natur statt, im menschlichen Körper, in physikalischen und chemischen Vorgängen. Die Frage ist, ob wir die Fähigkeit als Gesellschaft haben, diese Kraft zu entdecken, sie zu respektieren und wissen werden, wie wir sie gemeinschaftlich und human zum Nutzen aller einsetzen können… Es macht keinen Unterschied wie lange es dauert. Wir werden es machen, weil wir davon überzeugt sind, dass wir damit die Bedingungen für die technologische Entwicklung der Bolivianer für die nächsten 400-500 Jahre festigen können.“ (2)

Unabhängigkeit von Entwicklungsmodellen

Die Kernenergie habe eine Schlüsselfunktion für die Wirtschaft, sie ermögliche Bolivien die Unabhängigkeit von Entwicklungsmodellen, erklärte die Ministerin für Entwicklungsplanung Elba Viviana Caro Hinojosa in einem Interview: “Die Kernenergie ist für uns grundlegender Bestandteil für Technologieentwicklung. Bolivien muss einen bedeutenden Technologiesprung machen. Zumal wir über die natürlichen Ressourcen verfügen, die diesen Sprung ermöglichen. Es ist unsere Pflicht, die technologische Kluft des Landes zu überwinden, die Bolivien den Zugang zu anderen Wirtschaftssektoren und Märkten verhindert. Für uns bedeutet Kernenergie also das Schließen vieler dieser Lücken. So wird dem Land eine starke produktive Struktur möglich, sowie die Entwicklung mit der Kernenergie zusammenhängender Technologien, die sonst nicht ins Land kommen.”

Bolivien verfolge ein nachhaltiges Entwicklungsmodell. Die harmonische Nutzung unserer natürlichen Ressourcen sei sehr wichtig, besonders die Umweltverträglichkeit. Ihr Entwicklungsmodell entstehe von Innen heraus: “Wir folgen keinen bestehenden Entwicklungsmodellen, sondern bestreiten einen eigenen Prozess des Nachdenkens. Also “Grassroot Development”, das ist Entwicklung von Unten”, erklärte die Ministerin in einem Interview. (3)

In Lateinamerika nutzen bislang Argentinien, Mexiko und Brasilien Atomkraft.

Den Unabhängigkeitsaspekt hob auch Leonardo Sobehart, Leiter der Abteilung Neuaufträge für Nuklearprojekte des argentinischen Hochtechnologiekonzerns INVAP, hervor. Er wies in einem Interview mit dem bolivianischen Magazin Reporte Energie darauf hin, dass der wirtschaftliche Nutzen der Kernkraft die Grundlage für die wahre Unabhängigkeit eines Landes lege.
Sobehart betonte, die Nuklearenergie und die Wissenschaft seien ein Instrument der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit.

Auf die Frage, was Argentinien aus dem Prozeß der Entwicklung der Kernkraft gelernt habe, antwortete Sobehart: „Die Kernkraft hat in Argentinien nicht nur dazu beigetragen, den grundlegenden Bedarf der Bevölkerung im Bereich von Energie, Gesundheitsdiensten, Industrie, Landwirtschaft, Bergbau und Sicherheit zu decken, sie schafft auch Synergieeffekte bei der Entwicklung der erzieherischen, wissenschaftlichen, technologischen und industriellen Infrastruktur. Nach mehr als sechs Jahrzehnten ständiger Bemühungen sind die nuklearen Aktivitäten zu einer der tragenden Säulen der Fähigkeit des Landes geworden, hochwertige Güter und Dienstleistungen zu exportieren, die auch andere Wissensbereiche, wie z.B. die Luft- und Raumfahrt unterstützt und ihnen als Vorbild gedient hat.

Argentinien habe ausreichende Kapazitäten, um sämtliche Einrichtungen des nuklearen Brennstoffkreislaufs zu entwerfen, zu bauen und zu betreiben: “Unsere vielleicht größte Herausforderung heute ist, den Bau des von uns selbst entwickelten Kernkraftwerks fertigzustellen und dies endlich in unser Produktangebot aufzunehmen. Das ist eine Herausforderung, die wir uns vor 20 Jahren gestellt haben, aber heute stehen wir kurz davor, sie zu erreichen.“ (4)

 

Foto: Pedro Szekely, "Father Obermaier Church, Oruro, Bolivia",  http://piqs.de/fotos/146232.html

Foto: Pedro Szekely, “Father Obermaier Church, Oruro, Bolivia”, http://piqs.de/fotos/146232.html

Studien- und Rundreisen Bolivien ► Storchmann Reisen

 

Quellen:

(1) http://lainfo.es/de/2014/10/02/bolivien-entwickeln-erzeugung-von-kernenergie-strategie/
(2) https://www.bueso.de/node/7631
(3) http://www.blickpunkt-lateinamerika.de/news-details/article/wir-wollen-mehr-gleichheit/3446.html?no_cache=1&cHash=5542dc1741cfc356664f540dd4f99441
(4) https://www.bueso.de/node/7638

 

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Unter die Lupe genommen: “20 Fakten über Atomkraft” – Bündnis 90/Die Grünen

Die Energieversorgung ist die Grundlage unserer Wirtschaft und unserer Zivilisation. Die Entscheidung, komplett aus der Kernenergie auszusteigen, ist eine deutsche Marotte; sie wird nur von wenigen Ländern mit getragen. Dies wurde zuletzt auf der Konferenz „Atomare Energiewirtschaft im 21. Jahrhundert“ deutlich, die von den deutschen Medien allerdings kaum beachtetet wurde.

Die 500 Teilnehmer aus 89 Staaten – darunter 30 Minister – haben sich gegenseitig versichert, dass die Bedeutung der Kernenergie weltweit wachsen wird. In der abschließenden Erklärung der Teilnehmer heißt es: ”Die Elektroenergie, die in Atomkraftwerken gewonnen wird, bleibt die billigste und ungeachtet von allem die ungefährlichste Art der Energie. Sie trägt zur Steigerung der Energiesicherheit bei und hilft, gegen Klimawandlungen auf dem Planeten zu kämpfen.”

Auf ihrer Homepage behaupten Bündnis90/Die Grünen, sie hätten 20 Fakten gesammelt, die belegen können, dass Atomkraft weder effizient noch nachhaltig oder gar sicher sei. Mit der Sammlung verbindet die Partei eine politische Aufforderung: “20 Fakten zum Weiterverbreiten”. Quellen, auf die sich die “Fakten” stützen, werden von Bündnis 90/Die Grünen nicht genannt.
Den interessierten Lesern entgeht allerdings nicht, dass die zwanzig “Fakten” die Kernthesen einer Sammlung von insgesamt 115 Argumenten sind, die von Michael und Ursula Sladek, den Hauptverantwortlichen der „Elektrizitätswerke Schönau” (EWS), gesammelt und als „Hundert gute Gründe gegen Atomkraft” veröffentlicht wurden. Mit den Argumenten der EWS hat sich der Verein Kritikalität auseinandergesetzt und sie im Internet unter “Hundert gute Antworten” veröffentlicht.

Wir haben die “Hundert gute Antworten” der Vereins Kritikalität zusammengefasst, so dass sie den “2o Fakten” von Bündnis 90/ Die Grünen gegenübergestellt werden konnten.

Wir wollen prüfen, was von den “20 Fakten zum Weiterverbreiten” zum guten Schluss an Fakten übrig bleibt, die eine Weiterverbreitung auch wirklich lohnen.

» 20 Fakten über Atomkraft

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Bündnis 90/Die Grünen: Glaubenssätze in der Kritik

Fotograf: Laurent

Am 16.03.2011 veröffentlichte die Bundespartei Bündnis 90/Die Grünen “zwanzig Fakten zum Weitervebreiten“, mit denen die Menschheit überzeugt werden soll, dass Atomkraft weder effizient noch nachhaltig oder gar sicher ist. Die Argumentation war mir bekannt, aufschlussreicher waren dagegen die Leserbriefe zu dem Thema. Es müssen etwa 640 Leserkommentare sein, die bis heute geschrieben wurden. Die größte Überraschung für mich war, dass der Antiatomkurs der Grünen von sehr vielen Lesern nicht unterstützt wird! Damit hatte ich nicht gerechnet.

Beispielhaft für viele andere Kommentare zur Atomkraft sei der letzte Eintrag von “Ocin1”, vom 10-02-13 18:27, zitiert (Hervorhebungen stammen von mir):

“Erst mal Hut ab, für diese aufwendige Zusammenstellung. Und, man kann nie genug über Technik wissen, welche neben den fossilen Energien die Basis unserer Gesellschaft bildet. Denn eines ist ganz klar, ohne technisch nutzbare Energie z.B. als elektr. Strom oder als Raumwärme führt zu Dezimierung unserer Bevölkerung, wie es zuvor noch kein Weltkrieg geschafft hätte. Es ist also ein sehr wichtiges Thema.

Zu den Gründen hier kann ich leider nur sagen, dass hier nur die wissenschaftlich ungeprüften Nachteile stehen und nicht die Vorteile, wie z.B. der ungeschlagen hohen Energiedichte (4,3 TJ pro kg klassische Kernenergie im Vergleich zu 40 MJ pro kg fossile Verbrennungsenergie). Weiter sind einige der Gründe auch Sachlich und technisch einfach falsch.

“3. Atomkraftwerke sind nicht gegen Flugzeugabstürze geschützt. ” das trifft auch aud jeden Staudamm zu. Bsp. 17. Mai 1943 starben 1.200 bis 1600 umgehend beim Bruch der Möhne-Staumauer und etwa 800 Tote durch Bruch der Edersee-Talsperre. Beides ausgelöst durch einen Bombenangriff.

“6. Kinder haben ein erhöhtes Krebsrisiko, wenn in ihrer Nähe ein Atomkraftwerk steht.” Man schaue mal auf Seite 7 dieser Studie, da ließt man folgendes: [http://doris.bfs.de/jspui/bitstream/urn:nbn:de:0221-20100317939/4/BfS_2007_KiKK-Studie.pdf] Seite ix “..Die jährliche natürliche Strahlenexposition in Deutschland beträgt etwa 1,4 mSv, dir jährliche durchschnittliche Exposition durch medizinische Untersuchungen etwa 1,8 mSv . Demgegenüber ist die Exposition mit ionisierender Strahlung in der Nähe deutscher Kernkraftwerke um den Faktor 1000 bis 100.000 niedriger. Vor diesem Hintergrund ist nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand das Ergebnis unserer Studie nicht strahlenbiologisch erklärbar”

Weiter wird zur Hochrechnung von potentiellen Krebskranken von KKW-Unfällen wie Tschernobyl oder auch vom KKW Unfall Fukushima das LNT-Modell verwendet. Dieses Modell ist im kleinen Dosisbereich nicht mit der Realität verträglich. Wie auch bei der UV-Strahlung, durch welche z.B. Vitamin D gebildet wird, oder wie bei anderen Giften, ist die Giftwirkung immer von der Dosis abhängig und kann im kleinen Dosisbereich sogar lebensnotwendig sein (siehe Vitamin D aus UV).

Bei genauem Nachforschen sieht es leider auch mit den anderen Gründen der Grünen-Seite so aus.

Diese Sammlung ist überspitzt und nicht verträglich mit der technischen Realität. Man möge sich z.B. mal mit Staudamm-Katastrophen und deren Toten beschäftigen. Hier haben sich wohl übereifrige Politik-Studenten eine politische Daseinsberechtigung zusammengepredigt :-). Sie trotzdem sehr nett aus und das viele Grün wirkt beruhigend :-).”    (Ocin1, 10-02-13, in: http://www.gruene.de/themen/atomausstieg-energiewende/20-fakten-ueber-atomkraft.html#commentslist)

Gehen Meinungen wie diese wirklich spurlos an den Grünen vorbei? Machen die menschenfreundlichen und gutgläubigen Wähler von Bündnis 90/Die Grünen vielleicht etwas falsch? Für mich steht fest: Wer Leserbriefe wie diesen nicht ernst nimmt, und weiter Glaubensbekenntnisse statt Wissen verbreitet, sollte von seinen Wählern zur Rechenschaft gezogen werden statt Bündnis 90/Die Grünen Regierungsverantwortung zu übertragen!

Die Veröffentlichung “100 gute Antworten” (29.03.2013) des Teams KRITIKALITÄT kann vielleicht die überfällige fachliche Auseinandersetzung über die Bedeutung der Kernenergie für die Zukunft unserer Industrie und Gesellschaft in Gang bringen. Hoffentlich.

Georg Materna

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Pandora’s Promise – gegen den Umweltschutz-Mainstream

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen die Atomenergie, folgt man den Umfrageergebnissen. Die Liste der Organisationen, die sich gegen die Kernkraft aussprechen, ist lang und beeindruckend: BUND, Greenpeace, Naturfreundejugend Deutschlands, Campact, Attac, Robin Wood, Katholische Arbeitnehmerbewegung, usw.

Eine wachsende Zahl ehemals führender Antiatom-Aktivisten und Wissenschaftspioniere zeigt jedoch, dass es an der Zeit ist, die Auseinandersetzung darüber zu führen, wie wir die moderne Zivilisation zukünftig mit Energie ausstatten wollen, ohne sie zu zerstören. Dies ist jedenfalls der Anspruch des Regisseurs Robert Stone, der die Argumente für eine neue Art von Kernenergie in dem Film Pandora’s Promise zusammengestellt hat.

Der Film feierte auf Robert Redfords Sundance-Filmfestival im Januar 2013 Premiere. (Aus rechtlichen Gründen musste der Film bei Youtube leider wieder gelöscht werden)

Regisseur Robert Stone erläutert auf seiner Website http://pandoraspromise.com,  die Dokumentation lasse ehemalige Antiatom-Wissenschaftler und -Aktivisten zu Wort kommen, die die Kernenergie mittlerweile für den Schlüssel zu einer CO2-armen Energiegewinnung halten, die die globale Erwärmung bremsen kann. Sie scheuen sich nicht, den gegenwärtigen Umweltschutz-Mainstream in Frage zu stellen und das “Antiatom-Dogma”, dessen wesentliche Grundlage, zu bestreiten.

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Wohin mit dem Atommüll?

“Kerntechnik” ist für viele Deutsche eine Hoch-Risikotechnik. Allein schon die Frage nach dem “Warum?” löst Unbehagen aus. Warum?
“Das ist eine Folge von Demagogie“, sagt Lutz Niemann, und „Glauben fängt da an, wo das Wissen aufhört“.

Vier Wochen nach Fukushima bestand eine Aufgeregtheit in Deutschland, die im Vergleich zu anderen Ländern besonders groß war. Ist dem hoch entwickelten technologischen Verstand der Deutschen die Erkenntnis zu verdanken, Atomkraft sei eine Risikotechnologie und gehöre deshalb abgeschafft? Wohl kaum. Wenn dieses Wissen über die Kernenergie aber nicht vorhanden ist, was ja an Hand von Forumsbeiträgen und Zeitungskommentaren gegen die Kernenergie ebenso wie in politischen Schriftstücken leicht nachgeprüft werden kann, was ist es dann, was unsere Landsleute derart in Rage gebracht hat? weiterlesen

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Die Folgen der Reaktorkatastrophe in Fukushima

Vor ungefähr einem Jahr erschütterte Fukushima die Welt.

 

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