Afrika

Afrika geht es viel besser, als wir glauben

Zwei Afrika-Kenner,  der ehemalige, seit 20 Jahren in Afrika lebende Botschafter für die Schweiz in Somalia, Äthiopien und der Elfenbeinküste, Dominik Langenbacher, und der ehemalige Botschafter für Deutschland in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea, Volker Seitz, kommen zu einem übereinstimmenden Ergebnis: Die Verantwortung für Afrika und seine nationalen  Machteliten trägt Afrika. Dominik Langenbacher: “Afrika geht es viel besser, als wir glauben.”

 

Falsche Hoffnungen

Deutschland steht vor einer Zerreißprobe. Das Geld ist nicht im Überfluss vorhanden, wie man an maroden Schulen, Straßen und Brücken unschwer erkennen kann. Hinzu kommt, dass Deutschland gegenüber der Europäischen Zentralbank (EZB) Verbindlichkeit in Höhe von 878,888 Milliarden Euro hat. Dieser Betrag ist fast dreimal so hoch wie der Bundeshaushalt 2017 (329,1 Milliarden Euro). Die Verbindlichkeiten sind im Zuge der Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen über das Zahlungsverkehrssystem TARGET2 entstanden und könnten jederzeit abgerufen werden. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Target2 Saldo um +26,377 Milliarden Euro, und zum Vorjahresmonat +163,150 Mrd. Euro an.

Zahlungen für Migranten gelten in Deutschland als Tabu. Die Flüchtlingskosten werden auf viele Etats verteilt. Wer bei der Berliner Regierung nach der Gesamtsumme frage, werde “in ein Labyrinth von Statistiken und Zuständigkeiten geschickt”, erfuhr die Neue Zürcher Zeitung (NZZ): “Nur die eine entscheidende Zahl gibt es nicht: die aller Aufwendungen für einen klar definierten Personenkreis. Für ein Land, das sonst jede Schraube zählt, ist das nur mit der Angst vor dem Bürger zu erklären.”

Der CSU-Politiker rechnet der NZZ vor: «Für eine Million Flüchtlinge geben Bund, Länder und Gemeinden 30 Milliarden Euro im Jahr aus. Das Geld wäre in den Herkunftsländern besser angelegt.» Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) komme auf den Betrag von 50 Milliarden, den auch der Sachverständigenrat für 2017 errechnet hat. Das Kieler Institut für Wirtschaftsforschung kalkuliert mit bis zu 55 Milliarden Euro pro Jahr.

Zum Vergleich: Dem Bundesministerien für Bildung und Forschung stehen 17,65 Milliarden Euro zur Verfügung.

Hans-Werner Sinn, der ehemalige Ifo-Chef, warnte laut Focus 2016 vor der Hoffnung, dass der Flüchtlingszustrom Deutschland wirtschaftlich helfen könne. Vor allem wegen ihrer geringen Qualifikationen würden die Zuwanderer den Staat vielmehr gigantische Summen kosten, sagte er bei einer Rede in München. Die Berechnung des Freiburger Finanzwissenschaftlers Bernd Raffelhüschen, der pro Flüchtling Kosten von 450.000 Euro errechnet hatte, hielt Sinn noch für optimistisch, berichtete der Focus. Denn Raffelhüschens Zahlen würden nur dann gelten, wenn die Asylbewerber so schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden können wie frühere Einwanderer.

Tatsächlich sind bis jetzt nur 13 Prozent der Flüchtlinge erwerbstätig, und auch das meist nur als Praktikant oder Hilfskraft. Denn 59 Prozent von ihnen verfügen über keinen Schulabschluss. Viele sind Analphabeten.

Einige Politiker weigern sich, das Problem zu sehen. Bündnis 90/Die Grünen bestehen sogar darauf, dass auch “Klimaflüchtlingen” Asyl gewährt wird. Es ist daher nicht verwunderlich, dass nahezu täglich neue Zahlen darüber kursieren, wie viele Asylbewerber und Flüchtlinge bereits nach Deutschland gekommen sind oder noch kommen werden. Bayerns Vize-Ministerpräsidentin Ilse Aigner erwartet “bis zu sieben Millionen Menschen, sobald anerkannte Flüchtlinge ihre Familien nachgeholt haben. Worüber wir reden, übersteigt also – erneut – alle Vorstellungen“, berichtet die Augsburger Allgemeine.
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig nenne keine Zahlen, erwarte aber einen starken Familiennachzug. «Wir rechnen damit, dass sehr viele Frauen und Kinder nachkommen», sagte die SPD-Politikerin. Das 2005 in Kraft getretene Aufenthaltsgesetz erlaubt den Zuzug von Ehepartnern und Kindern, wenn Asylbewerber als solche anerkannt sind.

 

Ein großer Teil der Migranten kommt aus Afrika

Die Medien berichten, dass der Schwarze Kontinent in Bewegung ist: Millionen Menschen sind auf dem Weg nach Europa. In den meisten Fällen offenbar sie aus kl ökonomischen Kalkül. Der schweizer Afrika- und Migrationsexperte Dominik Langenbacher sprach in einem Interview mit der Zeitung Blick deutliche Worte: Den Afrikanern geht es besser, als wir meinen, sagt er. Vielen in der Schweiz müsste der Flüchtlingsstatus aberkannt werden. Sie kommen nach Europa, weil es etwas umsonst gibt, wofür sie nicht arbeiten müssen. Eine Grundeinstellung sei: “Wenn das Umfeld so lieb ist und etwas gibt, kann man es doch nehmen.”

Dominik Langenbacher arbeitete für die Uno als Koordinator für Somalia, dann war er schweizerischer Geschäftsträger in Madagaskar, wo der Dokumentarfilm «Der Diplomat. Dominik Langenbacher in Madagaskar» entstand. Im Justizdepartement war er für die Migration zuständig. Zuletzt war er Botschafter für die Schweiz in Somalia, Äthiopien und der Elfenbeinküste. Von diesen Orten aus war er jeweils für mehrere afrikanische Länder zuständig. Langenbacher ist seit 1990 mit der Kenianerin Bilha  verheiratet und lebt seit 20 Jahren in der kenianischen Hauptstadt Nairobi und in Ferenberg bei Bern.
Er ist pensioniert und wirkt heute als Berater bei Fragen über Afrika.

Der Ex-Botschafter Dominik Langenbacher erklärt frei heraus: «Afrika geht es viel besser, als wir glauben».
In einem Interview mit Guido Felder widersprach er der einseitigen Darstellung vom Elend in Afrika. “Wir hören meistens nur von Hungersnot, Armut und Konflikten. Aber in Afrika ist viel in Bewegung, es gibt grossen Fortschritt in Wirtschaft und Politik. Die meisten Staaten haben in den vergangenen zehn Jahren vom Wachstum profitiert. Die Armutsgrenze ist von einem auf zwei Dollar angestiegen.”

(Mit einem Klick auf das Bild zum Artikel)

Als positive Beispiele nennt er Fortschritte in Botswana,  Ghana und Somalia. Nach seiner Ansicht könnte man die neu Ankommenden heute zurückschicken. Man habe in Europa versäumt, neben der Freizügigkeit mit der EU eine Immigrationspolitik für den Rest der Welt zu entwickeln und sich zu lange nur auf die humanitäre Asylschiene festgelegt. Nach seiner Erfahrung kämen die meisten nicht, um zu arbeiten. Sie seien vielmehr darüber informiert, dass sie hier Sozialleistungen erhalten, “und die Somalier und Eritreer wissen, dass sie nicht zurückgeschickt werden. Wir schätzen die Afrikaner oft falsch ein, sie haben eine Überlebensstrategie und sind sehr kreativ”, sagt Dominik Langenbacher. Es wäre allerdings falsch, sie als Schmarotzer  zu bezeichnen. Denn: “Für Afrikaner ist es weder profitieren noch schmarotzen. Aber wenn das Umfeld so lieb ist und etwas gibt, kann man es doch nehmen.”

Die Hoffnung, dass man mit dem Ausbau der Entwicklungshilfe die Leute in Afrika zurückhalten könne, macht Dominik Langenbacher zunichte. “Das ist ein Irrglaube. Nichts hält die Menschen zurück. Die Leute laufen los, weil sie bei uns bessere Bedingungen finden. Sie kommen, auch wenn wir Mauern und Auffanglager bauen. Der Mensch findet immer einen Weg, er ist da fast flexibler als Wasser.”

Die wachsende Migration sei nur mit Repression im Zaum zu halten, indem man den Migranten zeige: “Du kannst kommen, aber du musst arbeiten.” Dazu könnte ein Arbeitsvisum dienen, dass nach Zahlung einer Gebühr und ohne Anspruch auf Sozialleistungen sechs Monate gültig ist. In dieser Zeit muss er Arbeit nachweisen können. Die Entwicklungshilfe sieht er skeptisch. Sie habe sich zu einer Industrie mit einem “riesigen Reibungsverlust” entwickelt: “Viel Geld bleibt kleben: bei Konferenzen, bei den Experten, bei den Regierungen, bei den Hilfsorganisationen.”

Abgesehen von den wirklichen Krisengebieten seien Hungersnöte oft hausgemacht. Allein das Jubbatal in Somalia könnte das ganze Horn von Afrika ernähren, sagt Dominik Langenbacher. “Man müsste es nur richtig bewirtschaften. Die Bauern wüssten wie. Sie haben Apps, auf denen sie sehen, wann für den Anbau der Regen kommt und auf welchem Markt sie für ihre Ernte den besten Preis erzielen können.

In Entwicklungsländern versuchen die Regierungen oft, sich auch an den Bauern zu bereichern. So besteht für die Landwirte kein Anreiz, über die Selbstversorgung hinaus zu produzieren. Das führt in schlechten Zeiten zu Not. Auf die Frage, ob in Afrika genug Nahrung vorhanden sei, antwortet Dominik Langenbacher mit einem klaren “Ja”.

 

Die Armut in Afrika ist menschengemacht. Von Afrikanern.

Der ehemalige Präsident Nigerias, Olusegun Obasanjo, sagt im „New African“ von August / September 2017: „People talk about poverty in Africa. God did not make Africa poor. The poverty in Africa is nod God-created, it is human-made. We made Africa poor with our policies and how we execute them and how we deal with the market, the processing, and the storage of food.“ Volker Seitz zitiert Olusegun Obasanjo in einem Beitrag in der Achse des Guten. Er sagt: “Die Armut in Afrika ist menschengemacht.” Die Frage ist offen: Von welchen Menschen?

Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert“, das im Herbst 2014 in erweiterter siebter Auflage bei dtv erschienen ist. Volker Seitz publiziert regelmäßig zum Thema Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika und hält Vorträge.

Ernährungssicherung werde von den meisten Regierungen in Afrika immer noch sträflich vernachlässigt, sagt Volker Seitz. Der Kontinent sei enorm fruchtbar und wasserreich und dennoch der einzige Kontinent der Welt, der sich nicht selbst ernähren könne. Das sei nicht immer so gewesen: “Als sie unabhängig wurden, konnten die meisten Staaten ihren Nahrungsmittelbedarf selbst decken. Inzwischen sind die meisten Staaten schlecht regiert und können ihre wachsende Bevölkerung nicht mehr selbst ernähren.”

Der Kontinent verfüge über mehr als ein Viertel der weltweit landwirtschaftlich nutzbaren Fläche, nutze derzeit aber nur 20 Prozent. “Von seinen natürlichen Voraussetzungen her könnte Afrika problemlos autark in seiner Nahrungs- und Energieversorgung werden.” Es hapere am Willen der Regierungen. Günstige, wassersparende Bewässerungssysteme werden nicht durchgesetzt, Lebensmittel würden zum Teil unsachgemäß gelagert, sodass bis zu vierzig Prozent der Ernte verloren gingen. Eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Ausbildung, die helfen könnte, das Problem zu verringern, werde nicht in Angriff genommen. Die Dörfer würden nicht mit Strom versorgt, und es würden keine Straßen gebaut.

Diese Problematik werden nach Ansicht des Ex-Botschafters von Verantwortlichen, den zahllosen Hilfsorganisationen und den Medien kaum je aufgegriffen. Zwar hätten 38 afrikanische Länder ein Ernährungssicherungs-Programm, aber nur Ruanda, Malawi, Ghana, Senegal und Benin hätten begonnen, es in die Tat umzusetzen. Die Bevölkerung sei, von wenigen Elitenzirkeln abgesehen, verarmt.

Die hohen Geburtenraten seien neben der Dürre die Ursachen von Katastrophen, sagt Volker Seitz. “Noch ist in den Köpfen vieler in ländlichen Gebieten lebender Afrikaner eine hohe Kinderzahl gleichbedeutend mit Reichtum. Das hat für einige Länder prekäre Folgen. 7,4 Kinder gebiert eine Nigrerin durchschnittlich in ihrem Leben. Die Bevölkerung Nigers steigt bis 2030 jährlich um etwa eine Million. Dann werden es in dem Land, das zu zwei Dritteln aus Wüste besteht, 34 Millionen sein. Da 80 Prozentder Männer und Frauen über 15 Jahre weder lesen noch schreiben können, haben sie kaum Chancen auf ein geregeltes Einkommen. Sie verdingen sich als Tagelöhner, treiben mit irgendetwas Handel, bewachen etwas oder versuchen ihr Glück in Europa.”

Es sind afrikanische Staaten selbst, die vor allem den Golfstaaten, Saudi Arabien, Bahrain, Oman, Katar, Südkorea und Indien aus Gewinnsucht Anbauflächen verkaufen. Diese Länder können damit die Nahrungsmittelversorgung ihrer Bevölkerung sichern, während die Bevölkerung der afrikanischen Staaten auf den Import von Nahrungsmitteln angewiesen ist. Volker Seitz bezeichnet dies als eine “große Dummheit”.

Zu den Dummheiten, die die Hungersnöte auf dem Kontinent verursachen, gehört auch, dass Länder wie z.B. Äthiopien, Kenia, Südsudan und Simbabwe weit mehr Geld für Waffen ausgeben als für die Ernährungssicherung der eigenen Bevölkerung. Aber von diesen Ländern kämen die lautesten Rufe nach Hilfe. Auf dieser Grundlage sei das Märchen von versperrten Märkten in den Industrieländern entstanden.

 

Die Katastrophen sind sind in der Regel menschengemacht

Afrika habe noch vor 50 Jahren Nahrungsmittel exportiert, erinnert Volker Seitz. Inzwischen sei es bei der Grundversorgung abhängig von Importen und internationalen Hilfen. 300.000 Tonnen Lebensmittel müssten Jahr für Jahr eingeführt werden. Die Schuld tragen nach Ansicht von Afrikanern und (“seltsamerweise”) deutschen Entwicklungspolitikern die Versperrung der Märkte für afrikanische Produkte. Es gebe angeblich ­keinen fairen Zugang zu den Märkten der ­Industrieländern. Die afrikanischen  Bauen würden benachteiligt und für die Regierungen würde es sich nicht lohnen, in die Landwirtschaft zu investieren.

Dieser Auffassung widerspricht Volker Seitz heftig: „Everything but Arms“ ­(„Alles außer Waffen“) heiße ein Programm der EU, das im Jahr 2001 zur Unterstützung der am wenigsten entwickelten Länder eingeführt wurde – 34 von ihnen liegen in Afrika. Das ­Programm garantiert diesen Ländern den ­zollfreien ­Zugang zu den EU-Märkten für alle ­Güter – außer Waffen.

Auf internationalen Konferenzen stellten Afrikaner Forderungen nach Hilfe aus Europa oder Amerika, anstatt selbst Verantwortung zu übernehmen, sagt Volker Seitz. So sei zum Beispiel das “herrschende Personal” in Angola mehr interessiert an Billigimporten (z.B. Hühnerfleisch, Tomatenmark oder Milchpulver) zur Versorgung der politisch einflussreichen Städter, als an Förderung der politisch wenig interessanten Bauern. “Nationale Machteliten neigen dazu, die Wünsche ihrer eignen ethnischen Gemeinschaft und ihrer Wählerschaft in den Städten zu erfüllen. Das hat Vorrang vor objektiven wirtschaftlichen Entwicklungszielen.”

Bei schwachen demokratischen Strukturen sei es schwer, Politik zur Ernährungssicherung und damit zur Armutsreduzierung voranzutreiben, sagt Volker Seitz.

 

Hans-Werner Sinn: “Zuwanderung in die Sozialsysteme verhindern!”

Junge Afrikaner, die in Deutschland studieren, haben in der Regel ein Interesse daran, nach Beendigung des Studiums nach Afrika zurückzugehen und ihrem Land zu helfen. Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention, die aus einem bestimmten Grund nicht ein afrikanisches Land, sondern Europa bevorzugen, werden in der Regel wieder in ihr Land zurückkehren, wenn es den Fluchtgrund nicht mehr gibt. Oder sie stellen ein Einwanderungsgesuch und können bleiben, wenn sie erwünscht sind. Migranten, die gerne zeitweilig oder dauerhaft in einem anderen Land leben und arbeiten wollen, wird es immer geben. Sie alle sind willkommen. Nicht willkommen sind bei der Mehrheit der Deutschen dagegen Menschen, deren Absicht es ist, die Sozialsysteme auszunutzen.

Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des ifo Instituts in München, schlug dringend die Änderung von EU-Verträgen und vier zentrale Reformen vor, um die Union zu stabilisieren, darunter
“Erstens: Zuwanderung in die Sozialsysteme verhindern! Freizügigkeit, Sozialstaatlichkeit und Inklusion von Migranten in den Sozialstaat bilden ein unauflösbares Trilemma. Der Sozialstaat entwickelt eine Magnetwirkung, die ihn zugrunde richtet, wenn die Politik nicht Freizügigkeit oder Inklusion beschränkt. Letzteres ist dabei das kleinere Übel. Sinnvoll wäre, zwischen erworbenen Sozialleistungen, die von den Gastländern zu erbringen sind, und ererbten Sozialleistungen zu trennen, für die die jeweiligen EU-Heimatländer zuständig sind. Zu den erworbenen Leistungen würden etwa die Arbeitslosen- und Rentenversicherung gehören. Steuerfinanzierte Sozialleistungen wie Wohngeld, Sozialhilfe oder Kindergeld wären hingegen ererbte Ansprüche. Diese Trennung würde den Run von Zuwanderern auf besser entwickelte Sozialstaaten verhindern, die Versorgung der Bedürftigen grundsätzlich sichern und die Freizügigkeit erhalten.”

 

Quellen:

Foto: silviadegio, pixabay

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Chicago

Die absurde Freude über eine “Trump-freie Zone” in Chicago

Der Bürgermeister von Chicago, Rahm Israel Emanuel (Demokratische Partei), verkündet, Chicago sei eine “Trump-freie Zone”. Er stellt sich gegen die Pläne des US-Präsidenten, Kinder von illegalen Einwanderern abzuschieben. Eine menschliche Geste?

 

Chicago – ein sicherer Hort für Kinder?

Was für ein Leben würde die Kinder in Chicago erwarten? Wären Kinder in der “Trump-freien Zone” Chicagos in Sicherheit?
Einwohner von Chicago denken, dass es genauso wahrscheinlich ist, dass Kinder, die dort aufwachsen, Opfer eines Gewaltverbrechens wie ein Hochschulabsolvent werden. (“Chicago residents think kids growing up there are as likely to be violent-crime victims as college graduates.

Der Chicagoer Bürgermeister steht unter massiver Kritik. Im Unterschied zum damaligen New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani (Republikanische Partei) ist es ihm bisher nicht gelungen, das Verbrechen in Chicago erfolgreich zu bekämpfen. In New York ging die Zahl der Morde und Überfälle drastisch zurück, nachdem Giuliani selbst kleinste Verbrechen mit aller Härte bestrafen ließ („Null-Toleranz-Politik“). Am Ende seiner Amtszeit hatte sich die Zahl mit 556.000 Gesetzesverstößen fast halbiert. Und auch die Zahl der Morde ging von mehr als 2000 auf 960 zurück.

Die Sicherheitsbehörden in Chicago bezeichneten dagegen den Kampf gegen die Gewalt in Chicago als verloren. Morde und Schießereien sind in keiner anderen Stadt der USA so häufig wie in Chicago. Im Vergleich zu 2015 stieg die Zahl der Morde 2016 um 60 Prozent auf insgesamt 763. Chicago, mit 2,7 Millionen Einwohnern die drittgrößte Metropole der USA, hat damit mehr Mordopfer als die beiden größten Städte der USA, New York und Los Angeles, zusammen.

Die Behörden machen für diese seit Jahren steigenden Verbrechensraten vor allem die zunehmende Zahl von Waffen und Banden verantwortlich. Die Bandenkriminalität in Chicago wird ethnisch grob in Latinogangs und in Schwarzengangs eingeteilt. Obwohl das Waffengesetz eines der härtesten der USA sei, werde es nicht angewendet, lautet die Kritik.

 

Trump will Blutvergießen in Chicago beenden

Der US-Präsident Donald Trump hatte bereits Anfang des Jahres 2017 Hilfe bei der Verbrechensbekämpfung in Chicago angeboten. Am 30. Juni 2017 äußerte er sich via Twitter:

“Die Trump-Verwaltung lässt das Blutvergießen nicht weiter zu; wir können diese Ausmaße der Gewalt nicht akzeptieren”, sagte der Generalstaatsanwalt Jeff Sessions in einer Erklärung. “Aus diesem Grund haben wir unter der starken Führung von Präsident Trump die Chicago Gun Strike Force geschaffen und 20 weitere permanente ATF-Agenten nach Chicago geschickt, die Bundesstaatsanwaltschaften neu vergeben, der Strafverfolgung zur Verringerung der Waffengewalt Priorität eingeräumt, um mit unseren Strafverfolgungspartnern zusammen die Gesetzlosigkeit zu beenden.” (“The Trump Administration will not let the bloodshed go on; we cannot accept these levels of violence,” Attorney General Jeff Sessions said in a statement. “That’s why, under President Trump’s strong leadership, we have created the Chicago Gun Strike Force and are sending 20 more permanent ATF agents to Chicago, reallocating federal prosecutors and prioritizing prosecutions to reduce gun violence, and working with our law enforcement partners to stop the lawlessness.”)

 

Die Resonanz im öffentlich rechtlichen Rundfunk, ARD und ZDF

“Trump-freie Zone” ist ein Stichwort für deutsche Medien, um ihre negative Einstellung zur Regierung Trump zu bestätigen. Sie heben die Bemerkung des Bürgermeisters Rahm Emanuel optisch hervor.

Die Tagesschau zeigt auf Facebook einen Videoausschnitt der Erklärung des Chicagoer Bürgermeisters, und das ZDF honoriert sein Statement mit einem Bild-Zitat.

Chicago sei eine "Trump-freie Zone", verkündet Bürgermeister Emanuel. Er stellt sich damit gegen die Pläne des US-Präsidenten, Kinder von illegalen Einwanderern abzuschieben.

Posted by tagesschau on Donnerstag, 7. September 2017

 

Kommentar von ZDFheute zum Bild-Zitat Rahm Emanuels, Facebook, 7. September 2017: “US-Präsident Donald Trump hat das “Dreamer”-Programm außer Kraft gesetzt, das Hunderttausende Kinder illegaler Einwanderer vor Abschiebung schützte. Kritik kommt aus Chicago.”

Kritik erwartet man jedoch von den Medien an dem Versprechen des Demokraten Emanuel, der behauptet: “Ihr müsst euch keine Sorgen machen”.  Hat sich der Bürgermeister an die Gewalt in Chicago gewöhnt? Die Einwohner von Chicago beurteilen die Sicherheit in ihrer Stadt offenbar anders als ihr Bürgermeister.

Titelfoto: tmannis, pixabay

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Zur Freiheit gehört, die Einwanderungspolitik zu kritisieren

http://www.imad-karim.de/

Imad Karim – deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Fernsehjournalist und Filmautor. Seine Filme wurden in den Fernsehanstalten WDR, hr, BR, MDR, ORB, SR, SWR, NDR, 3Sat, Phoenix und im ersten ARD-Programm ausgestrahlt und mehrmals wiederholt. Somit erreichten die Themen seiner Dokumentationen Millionen Zuschauer. Imad Karim gehörte jahrelang verschiedenen Filmjuries an und ist selber Träger verschiedener Fernsehpreisen. Seit 2001 leitet er die von ihm gegründete Filmproduktionsfirma Strong Shadow Media.

Am 21. Dezember um 18:01 Uhr veröfffentlichte Imad Karim einen Beitrag auf seiner Facebook-Seite, der innerhalb weniger Tage mehr als 24.000 Mal geliked und mehr als 31.000 Mal geteilt wurde. Ruhrkultour veröffentlicht den Text mit Genehmigung von Imad Karim.

Kritiker werfen Imad Karim vor, seine Stellungnahme sei ein Versuch, “ganz subtil und hinterhältig eine Botschaft des Hasses zu verbreiten”. Sie vergessen, dass Imad Karim im Unterschied zu den meisten Islamverteidigern beide Kulturen kennt und arabisch spricht. Er wurde in Beirut geboren, wuchs in einem muslimischen Umfeld in einer weltoffenen, agnostischen Familie auf, war Moslem und kam als gern gesehener Student 1975 nach Deutschland. Imad Karim finanzierte sein Studium und seinen Lebensunterhalt selbst und lebt seit 1977 in Südwestdeutschland.

1993 begann Imad Karim als TV-Autor, Regisseur und Produzent im Auftrag des WDR-Fernsehens eine Reihe von großen Dokumentationen, Reportagen und Filmessays im Inland und Ausland (Libanon, Syrien, Ägypten, Marokko, Tunesien, Irak, Türkei, Ghana, Schweiz, Italien, Spanien, Portugal, Philippinen und Hong Kong) zu produzieren.  Er hat unter anderem Filme für den WDR über Flüchtlinge realisiert, über Menschen, die wegen ihrer politischen, religiösen oder sexuellen Orientierung verfolgt wurden und flüchten mussten.

Wer könnte zwischen Migranten, Asylanten und Flüchtlingen besser unterscheiden, als Imad Karim, dessen Beobachtungsgabe für die Ausübung seines Berufs unentbehrlich ist und dessen Lebenserfahrung ihm einen geschärften Blick auf den Islam und die Einwanderungspolitik ermöglichen? Ihm bei diesem biographischen Hintergrund Rassismus zu unterstellen, ist absurd. Negative Reaktionen sind deshalb hauptsächlich von denjenigen zu erwarten, die Rührseligkeit und Mitleid mit Migranten zu geschäftlichen Zwecken nutzen, sei es zum eigenen finanziellen oder politischen Vorteil oder zur Eigentherapie.

Imad Karim WDR-Filmtrailer, Strong Shadow Media

Die Möglichkeit, Imad Karim genau zuzuhören, sollte man sich jedenfalls nicht entgehen lassen.  

 

„Jedes Unrecht beginnt mit einer Lüge!“

Imad Karim

Jeden Tag höre ich von Flüchtlingen, muslimischen Flüchtlingen, die traumatisiert oder halb traumatisiert sind, von fleißigen Findern von Großen Geldbeträgen, hochqualifizierten Arbeitskräften, die aber ein wenig sexuell frustriert sind, von Vorzeige-Flüchtlingen, denen von deren deutschen Gastfamilien das Flötenspielen innerhalb einer Woche beigebracht wird.

Tagein, tagaus Flüchtlingsintegrationsprogramme, die alle mehr oder weniger den Beigeschmack von Zirkusvorlagen haben, von infantil anmutenden, inszenierten Vorführungen. Eine Epidemie der grenzenlose Liebe scheint ausgebrochen zu sein, nach dem Motto: „Schaut mal, was mein Flüchtling alles kann!“ Flüchtlinge erscheinen mir als Volkstherapie zu fungieren oder, besser gesagt, als die Erfüllung einer göttlichen Mission. Flüchtlingshelfer steigen in dieser göttlichen Hierarchie empor zu Heiligen, zu Schutzpatronen.

Ich habe früher selbst Filme für den WDR über Flüchtlinge realisiert. Es ging um Menschen, die wegen ihrer politischen, religiösen oder sexuellen Orientierung verfolgt wurden und flüchten mussten. Dafür bekam ich internationale Filmpreise. Ich habe auch Filme gegen Rassismus und Krieg realisiert und ebenfalls Filmpreise gewonnen. Ich bin sogar ein zweifacher Träger des ARD-CIVIS-Preises für Integration.

Heute verstehe ich nicht, was sich hier vor meinen Augen abspielt. Ich verstehe den Sinn dieser offenen Grenze nicht.

 

Anwerbung von Flüchtlingen statt Hilfe

Warum ermutigt man Menschen, dass sie aus ihren Heimatländern fliehen und somit entwurzelt in Deutschland ankommen? Warum hilft man den Menschen vor Ort nicht oder hat ihnen nicht geholfen?

Nehmen wir das Beispiel Syrien. Die Menschen sind entweder innerhalb Syriens oder in die Anrainerstaaten geflüchtet. Sie waren stets im Blickkontakt mit ihrer Heimat. Wo waren die Humanisten unter uns, als das UN-Welternährungsprogramm das Geld für die syrischen Flüchtlinge in den bereits existierenden Flüchtlingsunterkünften kürzte? Ein Bruchteil des Geldes, das heute für die Angekommenen ausgegeben wird, hätte gereicht.

Warum erstellte das Bundesamt für Integration bereits im Jahre 2014 einen Anwerbefilm, damit die Flüchtlinge ermutigt werden, nach Deutschland zu kommen? Und warum glaubt die Mehrheit der Gesellschaft, dass sie in der Lage ist, diese Millionen Menschen, deren Sozialisierung bereits abgeschlossen ist, hier resozialisieren zu können? Das ist eine neue Form des Kulturkolonialismus – arrogant, ignorant, fahrlässig und keinesfalls human.

Menschen aus Marokko, Nigeria, dem Irak oder Syrien laufen auf langen, beschwerlichen, gefährlichen und regelmäßig tödlich endenden Wegen nun um die Wette. 80% davon starke Männer im wehrfähigen Alter, die den Mythos Einwanderer und Eroberer mit sich tragen, starten eine gefährliche Reise. Wer es schafft, der bekommt Geld und Unterkunft von den Deutschen. Wer unterwegs umgefallen oder im Mittelmeer ertrunken ist, hat halt Pech gehabt. Das versuchen uns die Medien als Humanität zu verkaufen.

 

Plünderung der Sozialsysteme

Mir ist wirklich rätselhaft, warum wir unsere gesunden Sozialsysteme mutwillig destabilisieren. Damit tun wir weder der aufnehmenden Gesellschaft noch den Neuankömmlingen (mittel- bis langfristig) einen Gefallen.

Menschen kommen nach Deutschland und werden als „Flüchtlinge“ deklariert. Wir wissen nichts über sie. Das einzige, was bei Ihnen registriert werden kann, ist die Nummer ihrer IPhones, sonst nichts, weder Name, Alter oder andere Identitätsnachweise. Auch die nachgereichten Zeugnisse, Geburtsurkunden, Führerscheine bis hin zu Uni Abschlüssen sind zum größten Teil gefälscht.

Was ist daran human, einer siebenköpfigen afghanischen Familie, die bisher in ihrer Heimat mit 40 € pro Monat über die Runde kam, hier in Deutschland Monat für Monat mit 1.700 Euro netto zu versorgen (Wohnung, Krankenversorgung, Schulbildung werden extra bezahlt), anstatt solche Summen, mit denen im Herkunftsland 40 Familien unterstützt werden könnten, direkt vor Ort zu zahlen? Es sind über 60 Millionen Flüchtlinge weltweit unterwegs. Wollen Sie alle nach Europa bringen? Wieso veranstalten wir diesen Marathonlauf des Elendes?

 

Waffenexporte und Kriege – Zweifel an den humanitären Idealen

Warum schickt der Westen Soldaten in diese Kriegsgebieten? Was haben die deutschen Soldaten in Afghanistan bis jetzt erreicht? Wozu starben über 107 deutsche Soldaten bei Auslandseinsätzen? Haben sie den Einsatzländern Frieden gebracht, oder haben sie den Hass auf den Westen noch mehr geschürt?

Warum schweigen unsere „Humanisten“, wenn es darum geht, dass die westlichen Regierungen gigantische Waffengeschäfte mit Regimen wie Saudi-Arabien machen, die Länder wie zum Beispiel Syrien destabilisieren? Und warum höre ich immer „Aleppo brennt“ aber nicht Sanaa oder Aden im Jemen brennen? Vielleicht, weil Saudi-Arabien die Islamisten in Syrien gegen den Machthaber Assad unterstützt und selbst einen Vernichtungskrieg gegen Jemen, eines der ärmsten Länder der Welt, führt?

 

Wer kommt zu uns?

Es kommen eigentlich kaum Menschen aus den Kriegsgebieten zu uns, denn die können sich die Schlepper nicht leisten. Es kommen Menschen hierher, die sich seit Jahren in den Anrainerstaaten, Libanon, Jordanien und der Türkei eine Existenz aufgebaut haben. Sie verkaufen alles und machen sich auf den Weg nach Deutschland. Das trifft auch auf viele syrische, libanesische und andere Gastarbeiter aus arabischen sowie aus asiatischen Ländern, wie Pakistan oder Afghanistan, zu, die mit ihren Familien seit Jahren in den Golfstaaten leben. Auch sie verkaufen alles und kommen nach Deutschland. Es lohnt sich für sie, in Deutschland zu leben.

Seinen Standpunkt verdeutlichte Imad Karim im Verlauf der Debatte bei Facebook

Echte Flüchtlinge müssen nicht illegal einwandern, sagt Imad Karim. Die richtigen Flüchtlinge hätten nicht einmal das Geld, um mit dem Taxi von einer syrischen Stadt in die andere zu fliehen. Imad Karim spricht von einer großen Zahl von Menschen, die in Deutschland als Asylsuchende betrachtet werden, aber keine Flüchtlinge sind. Er sagt: “Sie sind nicht mal der Armut entflohen. Fast alle haben im Libanon, Jordanien und in der Türkei vier Jahre und länger gelebt. Viele haben ihr Geschäft verkauft und sich auf den Weg nach Deutschland gemacht. Syrische, libanesische, sonstige arabische Familien und andere asiatische (pakistanische, afghanische und bengalische) Familien, die in Dubai, Abu Dhabi, Kuwait, Saudi Arabien und anderen Golfstaaten seit 20 Jahren leben und dort als Gastarbeiter arbeiten, die jederzeit vom willkürlichen Ausweisen bedroht sind, weil der lokale Arbeitgeber keine Gehälter zahlen will oder weil sie dort mit dem Gehalt nicht auskommen, machen sich auf dem Weg nach Deutschland. 14.000 Familien sind allein aus diesen Ländern gekommen. Ihr Weg führte und führt noch von Abu Dhabi nach Montenegro. Mit dieser osteuropäischen Republik wurde vereinbart, dass alle Ausländer, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) eine Aufenthaltserlaubnis haben, nach Montenegro ohne Visum einreisen können. Sie verstecken ihre Pässe oder sie schicken sie ihren Verwandten in Deutschland per Post und reisen von hier aus als “Kriegsflüchtlinge” nach Deutschland. Die deutschen Behörden wissen Bescheid, alle wissen Bescheid und alle wissen, dass die richtigen Flüchtlingen nicht einmal das Geld haben, um mit dem Taxi von einer syrischen Stadt in die andere zu fliehen.”

Unzählige Klein-und Groß-Kriminelle aus den Slums der nordafrikanischen Metropolen bezahlen die Schlepper und kommen als Flüchtlinge hierher. Wenn sie erst einmal hier sind, werden sie von ihren Heimatländern nicht mehr wieder zurückgenommen.

Über die Qualifikation der Flüchtlinge herrscht Unklarheit: Sind sie hochqualifiziert, dann ist es ein Verbrechen, dass wir sie ihren Herkunftsländern entziehen. Sind sie Analphabeten, dann verwandeln wir Deutschland in ein Heim für Erwachsenenbildung und zum Teil für schwererziehbare Jugendliche, deren Sprache wir nicht mal kennen. Wollen wir das wirklich?

 

Eine Gesinnungsethik würde zur Katastrophe führen

Uns werden Begriffe und Idiome verordnet. Weigern wir uns sie zu benutzen, fallen wir in Ungnade. Sind wir deshalb populistisch? Ich habe “political correctness” immer so verstanden, dass wir allen Gesellschaftsgruppen mehr Teilhaberechte und mehr Zugangschancen zum öffentlichen Diskurs gewähren. Aber wenn daraus eine ideologisierte Scheinwelt entsteht, der wir uns unterordnen müssen und der wir nicht mit den Mitteln der Empirie entgegnen können und dürfen, dann sprechen wir hier von einer Gesinnungsethik, die zur Katastrophe führen würde. Heute dürfen wir die Dinge nicht beim Namen nennen.

Wenn wir in unserer freiheitlichen Grundordnung kriminelle Migranten nicht als kriminell bezeichnen dürfen, weil sie Migranten sind, dann hat das mit Toleranz nichts zu tun, sondern mit einer neuen Art von Rassismus, Privilegien-Rassismus. Ich rufe alle dazu auf: Nennen Sie die Kriminellen beim Namen, und viele Türken, Araber und Kulturmuslime wären Ihnen dankbar. Trauen Sie sich mehr, die Wahrheit zu sagen, und haben Sie keine Angst vor den Paar Ewiggestrigen, die das missbrauchen könnten. Unsere freiheitliche Gesellschaft ist viel stabiler als Einige uns einreden wollen. Uns wird suggeriert, Hitler stehe kurz vor der Auferstehung. Das ist mehr als absurd. Unsere Eliten warnen uns vor den Rechtsradikalen, die sie anscheinend in 70 Jahren nicht integrieren konnten, aber sie sind überzeugt, Millionen Menschen, die aus dem Islam mit seinen mittelalterlichen Vorstellungen kommen, integrieren zu können.

Wir werden belogen. Dazu sage ich: „Unrecht beginnt mit eine Lüge”

Imad Karim
Ex-Moslem

 

Ein Interview, das die öffentlich-rechtlichen Sender nicht senden

Das folgende Interview, das Imad Karim mit Jörg Meuthen (AFD) im Mai 2016 führte, wollten die öffentlich-rechtlichen Sender nicht senden. “Ich musste ihn an RT Deutschland abgeben, damit ich ein Teil der Kosten zurückbekommen konnte”, sagt Imad Karim. Er unterstütze die AfD, weil Deutschland eine gesunde Mitte fehle, das was die CDU/CSU einmal gewesen sei. Scheitere die AFD oder werde sie von “irgendwelchen Ewiggestrigen” geentert, “dann möge Gott oder Jupiter diesem Land beistehen.”

 

Imad Karims Verteidigung der Meinungsfreiheit gefällt nicht jedem

AfD und RT gelten für eine bestimmte Gesinnung jeder für sich bereits als gefährlich für die Demokratie. Was einige Teilnehmer der Diskussion, die das Anliegen Imad Karims nicht begreifen, zu Beschimpfungen verleitet, er sei rassistisch und “verbreite ganz subtil und hinterhältig eine Botschaft des Hasses”, meint Joanna K.

Imad Karim kämpft nicht gegen Menschen, die Asyl suchen, sondern gegen den Zustand der illegalen Einwanderung, “denn ich möchte nicht, wenn ich sterbe, dass meine Kinder und Enkelkinder in einem verfluchten islamischen, mittelalterlichen Deutschland leben. Die Menschen hier werden nicht gefragt, ob sie ausgetauscht werden wollen”, sagt er. “Ich bin nicht gegen die Vielfalt aber ich bin liebe dieses Land und sein deutsches Volk und ich will nicht, dass die Vielfalt bedeuten soll, dass dieses Volk, mit dem ich seit 40 Jahren den wunderbaren, freien und großartigen Alltag teile, verschwindet. Verstehen Sie meine Position nicht? Sie lieben vielleicht Ihren Idianerstamm und ich liebe die Deutschen. Sie wollen nicht, dass Ihr Indianerstamm ausstirbt und ich will nicht dass meine Deutschen aussterben. Haben Sie Probleme damit?”

Imad Karim richtet die Frage an Liliane B. Die aber hat aber offenbar eine Bestätigung dafür gefunden, was schon vor der Debatte für sie feststand. Ausnahmslos alle Kommentatoren (mehr als 800 Kommentare) würden schreiben, dass alle Muslime radikal und böse seien. Das ist zwar falsch, wird aber Liliane B. nicht kümmern, denn sie verabschiedete sich mit der Feststellung, in dem Thread habe sie genug Material für ein Buch gesammelt. Sie sei seit 25 Jahren selbständig tätig, betreue internationale Konzernkunden, unterrichte und schreibe. Sie fügte noch hinzu: “Ich habe solche Albträume nicht, gehe angstfrei aus dem Haus und befürchte nicht an jeder Ecke einen potentiellen Vergewaltiger oder Terroristen. Vielen Dank, dass sie mir die Augen öffneten wie ehemalige „Asylanten“ über die anderen Flüchtlinge denken und werde sie in meinem Buch gerne erwähnen.”

Klaus J. bedankt sich bei Imad Karim, dass er eine Diskussionskultur wieder aufleben ließ, “die beinahe tot schien. Es bleibt zu hoffen, dass wir wieder bereit sein werden, miteinander zu reden, als Statements abzusondern und uns dann hinter unserem Bildschirm zu verstecken.” Das war kein Schlusswort zur Debatte, aber ein gutes Schlusswort für unseren Bericht.

 

Es ist Zeit, die Meinungsfreiheit zu verteidigen

Hamed Abdel-Samad, ägyptisch-deutscher Publizist und Politikwissenschaftler, müssen wir in diesem Zusammenhang noch erwähnen. Der aufgeklärte islamkritische Muslim, der ein Buch über den Islam-Propheten veröffentlicht: „Mohamed. Eine Abrechnung“ (München 2015), wird als Volksverhetzer denunziert. Ein Schriftsteller wie Hamed A. Samad muss in Deutschland dauerhaft unter Polizeischutz sein, weil er in Europa Bücher über den Islam veröffentlicht und sich kritisch über diese Religion äußert. Derselbe Personenkreis, der wegen “Charlie Hebdo” empört aufschrie und auch für harte Mohammed-Karikaturen Meinungsfreiheit verlangte, fällt denjenigen in den Rücken, die sie vor dem Verlust ihrer Freiheit und Zukunft bewahren wollen.

Assyria TV, Interview mit Hamed A. Samad ,,Hass kommt aus dem Herzen des Islams”


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Foto (Titel): Nicola Romagna, “Immigration”, © www.piqs.de
Foto (Imad Karim): Imad Karim


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