Indien

Merkel: “Deutsche Kompetenzen passen gut zu meiner Vision für Indiens Transformation.” 

Die Befürworter der Erneuerbaren Energien fühlen sich seit dem Pariser Abkommen 2015 vollauf bestätigt. Sie glauben, dass sie in Indien ihre Vision von einer Transformation der Welt zu Gunsten einer weltweit vorwärts strebenden Industrie für Erneuerbare Energien realisieren zu können. Indien ist das größte Land in Südasien und nach China das bevölkerungsmäßig zweitgrößte Land (1,2 Milliarden Menschen) der Welt. Aber weder in Deutschland noch in Indien sind die Interessen der Regierungen und Banken dieselben wie die der Naturschützer. Prerna Singh Bindra gilt als eine für Umwelt und Reisen führende Journalistin in Indien. Sie ist auch international bekannt. Unter anderem erhielt sie den Carl Zeiss Wildlife Conservation Award in 2007. Es sei ironisch, dass die Symbole der sauberen Energie Mittel der ökologischen Zerstörung sind, sagt sie. In The Hindu, der drittgrößten englischsprachigen Tageszeitung Indiens, schrieb sie in dem Artikel “The bustard and the windmill” (“Die Trappe und das Windrad”) über die Vernichtung bedrohter Tierarten durch Windkraftanlagen.

 

“Wüsten beherbergen einige spektakuläre Wildtiere. Aber jetzt sind sie durch riesige Solar- und Windparks bedroht.”

Am Nachmittag des 17. Juli stürzte ein großer gelbbraun-weisser, einem Strauß ähnlicher Vogel in eine 33-KV-Übertragungsleitung, die an Windkraftanlagen in Naliya angeschlossen war, am Rande des Lala-Bustard-Schongebietes in Kutch, Gujarat. “Das war kein gewöhnliches Vogeltod”, sagt die Naturschützerin und Journalistin Prerna Singh Bindra.

Getötet wurde eine der Großen Indischen Trappen, von denen es weltweit heute schätzungsweise nur 150 gibt. Den Tod des jungen weiblichen Vogels bezeichnet Prerna Bindra als “eine ökologische Katastrophe”. Er bedeute, dass es jetzt ein Individuum einer äußerst bedrohten Spezies – der Großen Indischen Trappe – weniger gebe. Dieser besondere Vogel wurde von Satelliten überwacht. Informationen, die von GPS-Sendern erbracht wurden, hätten gezeigt, dass er sich regelmäßig zwischen Naliya und der 30 km entfernten Küste von Dadamapar Dorf bewegte.

Aber der Tod war wohl unvermeidlich, sagt die Naturschützerin, denn der Abstand zwischen den beiden Lebensräumen sei dicht mit Windenergieanlagen zugestellt worden. Der seltene Vogel sei von einer scheinbar gutartigen Aktivität bedroht, durch Wind- und Solarenergieprojekte. Stromleitungsnetze – viele davon für Projekte mit Erneuerbaren Energien – hätten in den letzten zehn Jahren mindestens sieben Trappen in Indien getötet. Trappen gehören zu den größten fliegenden Vögeln der Welt. Sie seien weltweit wegen der relativ niedrigen Flugwege und des geringen Sehvermögens leicht Opfer von Stromleitungen, erklärt ein Vogelkundler.

Einer US-Studie zufolge töten Windenergieanlagen jährlich weltweit zwischen 140.000 und 328.000 Vögel, sagt Prerna Bindra. Aber eine größere Sorge als dieses direkte Gemetzel sei der Verlust des notwendigen Lebensraumes – die größte Ursache der Artenauslöschung. Ein paar Meilen nördlich von Kutch befindet sich einer der größten Nationalparks Indiens. Das letzte Mal, als sie vor vier Jahren ein Weideland in Salkhan außerhalb des Parks besuchte, verfolgte sie die winzigen Spuren einer Wüstenkatze, entdeckte einen indischen Fuchs, sah eine Schar von Geiern über einer Beute, während ein Falke kreiste, aber sie sah nicht die berühmtesten Wiesenbewohner, die große indische Trappe. Der damalige Parkdirektor G.S. Bhardwaj habe ihr gesagt, dass er im Sommer 2013 noch 24 Trappen gezählt hatte. In den folgenden zwei Jahren sei die Landschaft durch unendliche Hektar Windparks umgestaltet worden. Bhardwaj habe deshalb im Jahr 2015 an den Bezirk geschrieben: “Wenn diese Art von großflächiger Installation von Windrädern und zugehörigen Stromübertragungsleitungen (plus Eingriff in die Landschaft) weiter betrieben wird, verliert der Vogel seinen Lebensraum, und folglich wird er vollständig aus dem (Salkhan) Gebiet verschwinden.”

 

Windräder auf Bergrücken und Plateaus zerstören Lebensräume für Tiere

Eine andere durch die Windenergie bedrohte Trappenart sei die Barttrappe, ein markanter Vogel, der für sein aufwändiges Ritual bekannt ist. Die Naturschützerin hatte ihn während eines unvergesslichen Monsuns beobachtet – der männliche Vogel, mit langen, bandartigen Federn an den Seiten seines Kopfes, sprang mindestens zwei Meter in die Luft, stieg ab und sprang dann wieder auf, bevor er zu Boden schwebte. Die Barttrappe ist dafür bekannt, dass der Vogel unermüdlich die yo-yo-Routine 500 mal am Tag wiederholt, um eine Partnerin zu umwerben. Die Zahl dieser Vögel, die auf dem Subkontinent heimisch sind, sei rasch rückläufig.

Rieseneichhörnchen

Indisches Rieseneichhörnchen

Ihr Besuch in Ratlam und Dhar Bezirken in Madhya Pradesh, früher eine Hochburg des Vogels, sei ein Schock für sie gewesen, sagt Prerna Bindra. In der Region lebten kaum noch Barttrappen, wurde ihr gesagt. Und auch hier, unter einer Reihe von Gefahren, gebe es Erneuerbare Energie. Die von dem Vogel bevorzugten Wiesen seien in Reviere für Windkraftanlagen verwandelt worden.

Wüsten, oft wohlüberlegtes Ödland, sind Schmezltiegel der spektakulären Wildtiere, sagt Prerna Bindra, aber sie seien von Indiens ehrgeizigen Erneuerbaren Energieerzeugungsziel, von 175 GW bis 2022, bedroht. Der ökologische Fußabdruck einer einzelnen Windkraftanlage oder Solarpanele könnte vernachlässigbar sein, aber große Wind- oder Solarparks beanspruchen riesige Landstriche. Straßen werden gebaut, um Turbinen heranzuschleppen. Und bei Erdarbeiten werden Wälder oder Wiesen zerfetzt, wodurch die Landschaft dauerhaft verändert werde.

Auch in den westlichen Ghats, einem globalen Biodiversitäts-Hotspot, drohen Windräder die Bergrücken und Plateaus zu kolonisieren. So seien zum Beispiel 300.000 Bäume für den Bau einer Straße für einen Windpark entlang der Hügel in der Nähe des Bhimashankar-Heiligtums in Maharashtra gefällt worden. Hier sei ein Lebensraum für Leoparden, Schuppentiere und dem indischen Riesen-Eichhörnchen.

 

Symbole der sauberen Energie sind Mittel der ökologischen Zerstörung

Es sei in der Tat ironisch, dass diese Symbole der sauberen Energie auch Mittel der ökologischen Zerstörung sind. Nach der U.S. Geological Survey benötige ein Megawatt Windkraft im Durchschnitt etwa 100 Tonnen Stahl, 400 Tonnen Beton, 6,8 Tonnen Glasfaser, neben Kupfer und Gusseisen, sagt Prerna Bindra. Der Bergbau für Eisenerz und Sand sei energieintensiv und zerstöre Urwälder und Wildtierlebensräume.

Vanishing

Prerna Singh Bindra: The Vanishing India’s Wildlife Crisis.  ⇒Hier erhältlich.

Es sei eine Umweltlästerung, erneuerbare Energien in Frage zu stellen, doch ihre ökologischen Kosten könnten nicht ignoriert werden, sagt die Naturschützerin. Sie stellt die Frage: “Ist eine “saubere” Energiequelle wirklich “grün”, wenn sie Ökosysteme und Wildtiere zerstört?”

Der Anteil der erneuerbaren Energien in unserem Energiemix müsse signifikant sein, aber mit der notwendigen Umweltprüfung und der Beachtung von Vorschriften. Dieser Sektor bekomme derzeit einen Freifahrtschein und sei von Umweltverträglichkeitsprüfungen und öffentlicher Anhörung befreit. Prerna Bindra hält die dezentralisierte Erneuerbaren Energien für einen Weg nach vorne. Bestimmte kritische Bereiche müssten “no-go” Zonen sein. Zunächst einmal die Heimat der großen indischen Trappe.

Das Buch “The Vanishing: India’s Wildlife Crisis” wurde im Juni 2017 veröffentlicht.

 

Die indische Euphorie für Erneuerbare Energien

“Indien war lange Zeit Nachzügler, wenn es um erneuerbare Energien ging. Inzwischen hat es eines der ambitioniertesten Ausbauprogramme der Welt. Auch deutsche Expertise ist dabei gefragt”, war Anfang 2017 in den Medien zu lesen. Großkonzerne und Banken hatten das indische Potenzial für Erneuerbare Energien aber schon längst entdeckt. Nach den Bloomberg-Daten sei der Spitzenwert bei den indischen Investitionen in Erneuerbare schon 2011 mit jährlich mehr als 13 Milliarden US-Dollar erreicht worden.

Seit 2011 treffen sich Deutschland und Indien alle zwei Jahre zu Regierungkonsultationen, berichtet klimaretter.info am 29. Mai 2017. Nur zu wenigen Ländern pflege Deutschland derart intensive Beziehungen. Als Merkel 2015 nach Indien reiste, sei eine Solarpartnerschaft geschlossen worden.

Knapp eine Milliarde Euro habe Deutschland für den Klimaschutz zugesagt. Zugleich sollen laut klimaretter die Erneuerbaren-Kapazitäten massiv ausgebaut werden. Bis 2022 strebe Indien eine Kapazität von 175.000 Megawatt Erneuerbaren an, darunter 100.000 Megawatt Photovoltaik. 2030 sollen Erneuerbare 40 Prozent des Stroms liefern. Und es müsse auch künftig weiter kräftig in Erneuerbare investiert werden.

Die Entwicklungsbank KfW hat Kredite von gut einer Milliarde Euro für “Green Energy Corridors” vergeben, die den Ökostrom vom Erzeuger dorthin transportieren sollen, wo er gebraucht wird. Mindestens eine weitere Milliarde fließt im Rahmen der deutsch-indischen Solarpartnerschaft, die zum Beispiel den Ausbau von Solarzellen auf indischen Dächern fördern soll.

 

Angela Merkel: “Deutsche Kompetenzen passen gut zu meiner Vision für Indiens Transformation.” 

 

Grenzen des Wachstums für die ökologische Industrie

Die indische Euphorie für Erneuerbare Energien könnte dennoch gebremst werden. Zu den Bremsfaktoren zählen mangelnde Speicherkapazitäten, zu wenig Hochspannungsleitungen, Finanzierungsengpässe und zu wenig Fachpersonal.

Aber es geht nicht nur um fehlende Speicherkapazitäten, sondern auch um die Kosten für Speichersysteme. Die sind teuer, höchstwahrscheinlich unbezahlbar.

Noch kann Indien Schwankungen in der Energieversorgung durch seine hohe Produktion an Kohleenergie ausgleichen. Doch je höher der Anteil von Wind- und Solarstrom wird, “desto mehr muss das Land sich über Möglichkeiten Gedanken machen, die Versorgung auch durch Speichersysteme zu stabilisieren – und die sind teuer. Auch bei der Finanzierung seiner Kraftwerke ist das Land auf Kapital aus dem Ausland angewiesen. Sollten die Zinsen deutlich ansteigen oder das Vertrauen der internationalen Investoren wieder schwinden, lauern auch hier Gefahren für die Ausbaupläne.”

 

Vielleicht wäre dies eine Gefahr für die Ausbaupläne der Lobby für Erneuerbare Energien, aber ein Glücksfall für Indien und den Naturschutz.

 

Quellen:

Titelfoto: The Hindu
Foto Rieseneichhörnchen: ewi

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Stromversorgung

Erbitterte Debatte in den USA über die Zukunft der Stromversorgung

Wissenschaftler engagieren sich in einer zunehmend bitteren und persönlichen Fehde, wie viel Energie die Vereinigten Staaten aus erneuerbaren Quellen zukünftig beziehen können. Eine große Gruppe von Forschern widerspricht der Behauptung, die USA könnten sich in dreißig Jahren vollständig auf Erneuerbare Energien umstellen. Sie geht davon aus, dass auch über 2055 hinaus fossile Brennstoffe genutzt werden. Eine entscheidende Rolle spielt in der Debatte das Stromnetz. Über die Auseinandersetzung, die in einer populären Zeitschrift veröffentlicht wurde, berichtet die Washington Post.

 

Wieviel Erneuerbare Energie ist möglich?

Im Jahr 2015 hatten laut Washington Post der Stanford-Professor Mark Jacobson und seine Kollegen argumentiert, dass zwischen 2050 und 2055 die Vereinigten Staaten völlig von “sauberen” Energiequellen versorgt werden und weder Erdgas, Biokraftstoffe, Kernenergie oder stationäre Speicher benötigt werden.

Im Jahr 2016 erhielten die Vereinigten Staaten nur 6,5 Prozent des Stroms aus Wasserkraft, 5,6 Prozent vom Wind und 0,9 Prozent von Solar. Dennoch begeisterte das Papier Befürworter der Erneuerbaren Energien und wurde von Senator Bernie Sanders, berühmten Unterstützern wie der Schauspieler Mark Ruffalo und viele Umwelt-Gruppen aufgenommen. Eine Umstellung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien wäre eine massive Verschiebung der aktuellen Energieversorgung.

Jacobsons Idee war laut Washington Post in den USA immer umstritten. Jetzt haben nicht weniger als 21 Forscher eine Studie in den einflussreichen Proceedings der Nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht (die auch die ursprüngliche Studie von Jacobson im Jahr 2015 veröffentlichte). Der Lead-Autor dieser Studie ist Christopher Clack vom National Oceanic und Atmospheric Administration Earth System Research Laboratory.

Die Forscher argumentieren, dass die Arbeit von Jacobson und seinen Kollegen ungültige Modellierungswerkzeuge verwende. Außerdem enthielte sie Modellierungsfehler und unplausible und unzureichend gestützte Annahmen.

 

Überschätzte Erneuerbare Energien

Christopher Clack sagte: “Wir dachten, wir müssten einen Peer-Review-Artikel schreiben, um einige der Fehler hervorzuheben und eine breitere Diskussion darüber zu entfachen, was wir wirklich brauchen, um den Klimawandel zu bekämpfen”. Als einzige Möglichkeit, es in einer fairen und unvoreingenommenen Weise zu tun, sei ein Peer-Review infrage gekommen. Dadurch sei gewährleistet, dass externe Schiedsrichter sicherstellen können, dass die Studie keine Unwahrheiten enthält.

Die Studie von Clack wird von einer Reihe bekannter Forscher, einschließlich des prominenten Klimaforschers Ken Caldeira der Carnegie Institution, des Energieforschers Dan Kammen von der University of California in Berkeley und des ehemaligen EPA Science Advisory Board Vorsitzenden Granger Morgan unterstützt.

In einem Brief, der gleichzeitig in der von der Washington Post erwähnten Zeitschrift erschien, feuern Jacobson und drei Stanford-Kollegen zurück, dass Clacks Kritik selbst “mit Fehlern durchsetzt” und “nachweislich falsch” sei. Jacobson unterstellte auch, dass seine Kritiker zugunsten der Kohlenstoff-basierten Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle sowie Kernenergie voreingenommen seien.

 

An den Stromnetzen scheiden sich derzeit die Geister

Kritiker haben der Washington Post zufolge stets behauptet, dass eine geringe Menge an Wind- und Solarenergie problemlos in das Stromnetz eingespeist werden könne, eine zu große Menge es destabilisieren könne. Das Stromnetz werde immer einige grundlastfähige (“baseload”) Energiequellen wie Kernkraft, Kohle oder Gas benötigen, die kontinuierlich Leistung erbringen, anstatt intermittierend von der Verfügbarkeit von Sonne oder Wind abhängig zu sein.

Die Washington Post führt die Auseinandersetzung zwischen den Forschern auf die Trump-Regierung zurück. Sie habe nach Ansicht der Washington Post signalisiert, dass sie nicht glaube, dass das nationale Stromnetz eine schnelle und gründliche Verschiebung hin zu Erneuerbaren Energien unterstützen kann, wie Jacobson vorschlägt. In der laufenden Woche soll die Freigabe einer Studie über den Einfluss der Erneuerbaren Energien über das Stromnetz durch den Energieminister Rick Perry erfolgen. Die Washingon Post vermutet, dass sie die Angst vor Erneuerbarer Energie schürt und das Stromnetz als Argument verwendet, um Wind und Solar zu kritisieren und darzustellen, wie sie das Stromnetz beeinträchtigen.

Die Debatte ist aus Sicht der Washington Post entscheidend. Denn während es großartig sei, über Wind und Solar in der Theorie zu sprechen, sei es die Realität, dass die Elektronen, die sie erzeugen, durch Drähte und Sendestationen gesendet werden müssen, um die Bedürfnisse an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten zu befriedigen. “Wir müssen uns mit einer Möglichkeit beschäftigen, Elektrizität in großem Maßstab zu speichern, ein zurzeit größtenteils ungelöstes Problem.”

Dieses Problem sehen Jacobson und seine Kollegen nicht. Sie halten den Befürchtungen laut Washington Post entgegen, dass die variablen oder “intermittierenden” Stromquellen nicht immer ihre Produktion danach ausrichten würden, wenn die Leute sie am meisten brauchen. (“The research, said Jacobson and his co-authors, should put to rest fears that adding large amounts of wind and solar to the grid would be destabilizing because these variable or “intermittent” sources of electricity would not always line up their production with the times when people need them most.”)

 

Keine 100%ige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien

Clack und sein Team halten die Studie von Jacobson als Richtschnur für die zukünftige Stromversorgung der USA für ungeeignet: “Die zahlreichen Unzulänglichkeiten und Fehler der Studie machen sie als Leitfaden für die wahrscheinlichen Kosten, die technische Zuverlässigkeit oder die Machbarkeit eines 100%igen Wind-, Solar- und Wasserkraftwerks” unsolide, schreiben sie. “Es ist eine Sache, den potenziellen Einsatz von Technologien in einer klar abgegrenzten hypothetischen Analyse zu erforschen; es ist eine ganz andere, zu behaupten, dass ein Modell, das diese Technologien in einer beispiellosen Größenordnung verwendet, schlüssig die Machbarkeit und Zuverlässigkeit des modellierten Energiesystems zeigt, das von der Mitte des Jahrhunderts an umgesetzt wird.”

Besonders bemerkenswert findet die Washington Post, dass in der Studie von Jacobson und seinen Kollegen die Kernenergie keine Berücksichtigung findet. Sie produziere keine Treibhausgase und laufe 24/7 ohne Unterbrechung. Auch Kohlenstoffabscheidungen und -speicherung werden nicht erwähnt. Sie können dazu beitragen, die Emissionen von Kohle- und Erdgasanlagen zu senken, meint Washington Post. Bioenergie, die oft als entscheidend für die Begrünung der Strom- und Verkehrssektoren gehalten würden, seien nicht genannt.

 

Ein bunter Mix aus technischen und sozialen Ideen

Jacobson habe eine Antwort auf die Kritik an seiner Studie in der Zeitschrift veröffentlicht und Zeile für Zeile der Studie von Clack widersprochen. Zusätzlich zu seinen Einwänden, die seine Arbeit geprägt haben, hat er der Washington Post zufolge darauf hingewiesen, dass die Autoren mehr darauf ausgerichtet seien, Kohlendioxid-Emissionen zu senken als sich für andere soziale Vorteile zu interessieren, an denen er, Jacobson, und seine Mitautoren interessiert seien. “Wir interessieren uns für Luftverschmutzung, Gesundheit, Energiesicherheit, Atomwaffenverbreitung, die Verringerung der Gefahr für die Gesellschaft”, sagte er. (“We’re interested in air pollution, health, energy security, nuclear weapons proliferation, reducing the risk to society of all the dangerous considerations,” he said.)

Es gibt zahlreiche komplexe Behauptungen und Gegenbehauptungen in der Debatte, sagt die Washington Post. Das sei ein Teil des Problems, meint David Victor, ein energiepolitischer Forscher an der Universität von Kalifornien in San Diego und ein Co-Autor der neuen Kritik. Die vorliegenden Studien scheinen technisch verankert zu sein und sehr komplex. Alle weisen darauf hin, dass das Problem mit einer Reihe von Optionen, die offenbar politisch sehr attraktiv sind, lösbar ist”, sagte er über Jacobsons Studien. Er hält dies für den Grund, warum die Forschung so einflussreich war.

“Unsere Analyse schlägt vor, dass wir an keiner dieser Analysen festhalten”, sagte David Victor. “Ich kann verstehen, dass die Emotionen hoch gehen, aber wir haben eine Pflicht als Wissenschaftler, die Tatsachen zu nennen, wie wir sie sehen.” (“Our analysis suggests … that none of that work holds up,” Victor said. “So I can totally understand that emotions are high, but we have a duty as scientists to call the facts as we see them.”)

 

Quellen:

Foto: scym, pixabay

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SH

Wie man mit Hilfe eines einzigen Verbs die Welt belügt

Der NRD berichtete am 11.05.2017 unter “Rückblick: 30 Jahre Windkraft in SH” im Schleswig-Holstein Magazin:

“Mittlerweile kann Schleswig-Holstein seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen.”

“Bezieht” ist ein normales Verb. “Kann” ist ein Modalverb. Es modifiziert die Bedeutung des anderen Verbs im Satz: “… kann … beziehen.”

Was heißt das in diesem Fall für den oben zitierten Satz des NDR? Er ist mehrdeutig:

  • SH bezieht seinen Strom tatsächlich zu 100 Prozent aus EE (Diese Behauptung wäre allerdings widerlegbar).
  • SH hat unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, seinen Strom zu 100 Prozent aus EE zu beziehen.
  • Vielleicht kommt es unter Umständen in Betracht, dass SH seinen Strom zu 100 Prozent aus EE bezieht.
  • Von Zeit zu Zeit ist SH in der Lage, seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

Die Mehrheit der Bevölkerung versteht den Satz falsch, weil sie ebenso wie die Mehrheit der Journalisten nicht zwischen Leistung (Nennleistung, installierte Leistung) und Arbeit (tatsächliche Leistung über der Zeit) unterscheiden. Ob sie es nicht können oder nicht wollen, sei dahingestellt.

Aus einem guten Grund vermeiden Politiker und Journalisten die Formulierung: “Mittlerweile bezieht Schleswig-Holstein seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.” Die Lüge wäre schnell nachzuweisen.

Richtig müsste der Satz lauten:

“Schleswig-Holstein kann seinen Strom nur in Abhängigkeit von den Windverhältnissen aus Erneuerbaren Energien beziehen.”

Im Norden weht der Wind häufiger und kräftiger als im Süden, aber dennoch kommen die gewaltigen Windkraftanlagen nach Angaben des Bundesverband Windenergie (BWE) in Schleswig-Holstein nur auf 2.605 Volllaststunden (30 Prozent) im Jahr. Windstandorte mit 1.600 äquivalenten Volllaststunden gelten bereits als gut. Der Wind weht jedoch unregelmäßig und nicht an 8.760 Stunden im Jahr. Aus diesem Grund sind sämtliche Angaben über die errechnete oder tatsächliche Jahresleistung für den Stromverbraucher unbedeutend, denn der von Windkraftanlagen nutzbare Wind kann sie nicht kontinuierlich und zuverlässig mit Strom versorgen. Er kann es nicht, denn es ist aus physikalischen Gründen unmöglich.

Die Wahrheit ist einfach: Obwohl SH zu bestimmten Stunden dreimal mehr Strom aus Erneuerbaren Energien produziert als es selbst verbraucht, kann Schleswig-Holstein niemals zu 100 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien beziehen, weil die Stromproduktion grundsätzlich davon abhängt, ob genügend Wind weht. Die gesicherte Leistung ist Null Prozent. Kein Wind, kein Strom.

 

Foto: fsHH, pixabay

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Strom

Der deutsche Strom war im Jahr 2016 fast zehnmal schmutziger als Frankreichs

Der deutsche Strom war nach einer neuen Analyse des Umweltprogresses (EP) fast zehnmal schmutziger als Frankreichs im Jahr 2016. Environmental Progress (EP) bezeichnet sich als eine Forschungs- und Politikorganisation. Sie ist eine kanadische Graswurzel-Bewegung, die nach eigenen Angaben “für saubere Energie- und Energiegerechtigkeit kämpft, um Natur und Wohlstand für alle zu erreichen”.

Schmutziger Strom in Deutschland, im Musterland der Erneuerbaren Energien

Environmental Progress stellt fest: “Im Jahr 2016 erzeugte Deutschland 545 Terawattstunden (TWh) Strom mit einem durchschnittlichen Anteil von ca. 560 Gramm Kohlendioxid pro kWh. Im Gegensatz dazu erzeugte Frankreich 530 TWh Strom mit einem durchschnittlichen Anteil von ca. 58 Gramm Kohlendioxid pro kWh. Bei den Kohlendioxidemissionen aus der Elektrizität bedeutet dies, dass Deutschland fast genau zehnmal so viel wie Frankreich – über 300 Millionen metrische Tonnen – ausstößt.”

Als Quelle der Analyse gibt EP die deutschen Stundensatzdaten des Fraunhofer ISE und der RTE-France am 6. Februar 2017 an. Deutschlands Gesamtemissionen seien im Jahr 2016 gestiegen, als das Land seine Kernkraftwerke geschlossen und durch Kohle und Erdgas ersetzt habe. Die Emissionen in Deutschland hätten sich verringert, wenn kein Kernkraftwerk abgeschaltet worden wäre.

Die neue Sonnen- und Windenergie habe die verlorene Kernenergie nicht ausgleichen können. EP weist darauf hin, dass darüber hinaus der Anteil des Solar- und Windstroms 2016 im Vergleich zu 2015 trotz neuer und umfangreicher Kapazitätserweiterungen gesunken sei.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD):
“Der globale Siegeszug der Erneuerbaren Energien ist unaufhaltsam”

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat eine eigene Sicht der Dinge. Die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) teilte am 25.1.2017 auf ihrer Facebookseite den Lesern mit: “Der globale Siegeszug der Erneuerbaren Energien ist unaufhaltsam – jetzt geht es vor allem darum, dass Deutschland seine Spitzenposition nicht aufs Spiel setzt, sondern den Umbau der Energieversorgung konsequent vorantreibt und gleichzeitig sozialverträglich gestaltet. Und genau das wollen wir mit dem Klimaschutzplan 2050 erreichen: Er zeigt die Grundzüge für einen wirtschaftlich erfolgreichen Übergang zu einer modernen und weitgehend treibhausgasneutralen Gesellschaft bis Mitte dieses Jahrhunderts auf!”
Ihre vollständige Rede auf der der Jahrestagung des Handelsblatt zur Energiewirtschaft kann nachgelesen werden: www.bmub.bund.de/N53940

Greenpeace verteidigt das Pariser Klimaabkommen

US-Präsident Donald Trump drohe, das Pariser Klimaabkommen zu kündigen. Greenpeace ist empört. “Was heißt das für den Kampf gegen die globale Klimaüberhitzung”?, fragt die Nichtregierungsorganisation. Deren Mitgründer Patrick Moore hat bereits vor vielen Jahren Greenpeace verlassen. Sein Hauptgrund war der Wandel der Organisation von einer wissenschaftlich-analytischen zu einem politischen Lobbyverband. Greenpeace verweigert den Blick auf die Realität. Er wäre sicher geschäftsschädigend für die Spendeneinnahmen und für Greenpeace Energy, unter dessen Namen in Deutschland acht Windparks betrieben  werden.

 

Quellen:

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Enttäuschendes Börsenjahr 2016 für die Anleger grüner Aktien

Für die Anleger grüner Aktien ist das Börsenjahr 2016 enttäuschend verlaufen, meldet das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (iwr). Zu den eindeutigen Branchen-Gewinnern im RENIXX zählen 2016 die Ökostrom-Versorger und Betreiber, die von stabilen und kalkulierbaren Erträgen profitieren.

Die Aktien der Windenergieanlagen-Hersteller haben mit Ausnahme von Gamesa aus Spanien (+19 Prozent) nachgegeben. Besonders schwach tendierte 2016 die Nordex-Aktie (-38 Prozent), die im Vorjahr noch größter RENIXX-Gewinner war. Abschläge verzeichneten auch Vestas (Dänemark, -8 Prozent) und Goldwind (China, -7 Prozent).

Eindeutiger Verlierer im Börsenjahr 2016 ist die Solarbranche, die global mit einem hohen Preisdruck zu kämpfen hat. Die höchsten prozentualen Kursverluste verzeichnen die Aktien von Sunpower aus den USA (-77 Prozent), Meyer Burger aus der Schweiz (-63 Prozent), Canadian Solar aus Kanada (-57 Prozent) und Solaredge aus Israel (-55 Prozent). Auch die Aktie des Herstellers von Solar-Wechselrichtern SMA verliert binnen Jahresfrist um mehr als die Hälfte an Wert (-52 Prozent).

Zu den eindeutigen Branchen-Gewinnern im RENIXX zählen 2016 die Ökostrom-Versorger. Fünf der insgesamt sechs im RENIXX gelisteten Versorger beendeten das Jahr mit Kursgewinnen. Besonders kräftig legten Innergex Renewable (Kanada, +30 Prozent), Verbund (Österreich, +27 Prozent) und Brookfield Renewable (Kanada, +18 Prozent) zu. Die Versorger und Betreiber profitieren von stabilen und kalkulierbaren Erträgen.

RENIXX ist der Aktienindex für erneuerbare Energien (engl. Renewable Energy Industrial Index). Er soll die Kursentwicklung von Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren bzw. regenerativen Energien wie Windenergie, Solarenergie, Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft und Brennstoffzellen abbilden. Die Aufnahme in den Index und die Gewichtung basieren auf der Free Float Marktkapitalisierung an den deutschen Börsen.


Ruhrkultour Leseempfehlung:

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Versand kostenfrei. Auch als eBook erhältlich.

 

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Die chaotische Windkraft ist die Ursache für Süd-Australiens Blackout

cohesion-1156942_640Die bisher bekannten großflächigen Stromausfälle (Blackouts) haben unterschiedliche Ursachen, wie zum Beispiel der Stromausfall 2003 in den USA, der durch einen Softwarefehler verursacht wurde, oder der Stromausfall in Europa im November 2006, der auf einer mangelhaften Planung einer zeitweiligen Abschaltung zweier Hochspannungsleitungen beruhte. Neu sind dagegen systembedingte Blackouts, die nicht auf einzelnen Fehlern beruhen, sondern ausschließlich mit der Einspeisung des Stroms aus Erneuerbaren Energien in die Stromnetze zusammenhängen.

Das Risiko flächendeckender Blackouts steigt, weil die Stromsysteme nicht mit schnellen oder großen Frequenzschwankungen der Erneuerbaren Energien fertig werden können.

Ein Untersuchungsbericht der Australischen Energiemarktkommission, über den “Stop These Things” * informiert, kommt zu dem Ergebnis, dass Frequenzschwankungen am 28. September letztlich zu einem “schwarzen System” (Blackout) in Süd-Australien geführt haben. Die Kommission war im Jahr 2005 von der australischen Regierung eingesetzt worden, um die wichtigsten Energiemärkte zu überwachen. Sie fand heraus, dass das Netz am sichersten sei, wenn Spannung und Frequenz durch einen sofortigen Ausgleich der Stromversorgung gegenüber der Nachfrage ausbalanciert werden. Große Abweichungen oder schnelle Frequenzänderungen könnten die Abschaltung der Stromquellen zur Folge haben, was möglicherweise zu kaskadierenden Stromausfällen und schließlich zu einem “schwarzen System” führe, warnt der Bericht.

In Südaustralien war am 28. September die Stromversorgung zusammengebrochen, nachdem Stürme die Übertragungsleitungen außer Funktion gesetzt hatten und das vom Wind abhängige Stromnetz des Staates nicht mit der plötzlichen, schnellen und großen Frequenzabweichung fertig werden konnte. Zugleich war die Verbindung mit Victoria unterbrochen, auf die Süd-Australien für eine stabile Grundlast hätte zurückgreifen können.

Der Kommissions-Bericht besagt, dass Spinngeneratoren, Motoren und andere Vorrichtungen, die mit der Frequenz des Elektrizitätssystems synchronisiert sind, in der Vergangenheit eine natürliche Trägheit geschaffen haben, die es dem System ermöglicht hat, unkontrollierte Frequenzänderungen zu bewältigen. Aber Technologien wie Wind oder Solar haben keine oder eine sehr niedrige Trägheit und daher nur eine begrenzte Fähigkeit, schnelle Frequenzänderungen zu dämpfen. “Die Suche nach neuen Wegen zur Trägheit und Reaktion auf Frequenzänderungen erfordere Arbeit”, sagte Kommissionspräsident John Pierce.

Der Energieminister Josh Frydenberg erklärte, die Regierung von Turnbull habe den Bericht begrüßt, da er die Angriffe auf die Verfolgung unrealistisch hoher Ziele in Bezug auf die Erneuerbare Energien stärke. “Sie haben nicht berücksichtigt, dass die zunehmende Menge an Solar- und Windenergie, die sie in das System einspeisen, die Energiesicherheit auf dem nationalen Strommarkt verringert”, sagte er. Die zunehmende Menge an Solar und Wind sei eine echte Herausforderung für die Sicherheit des nationalen Elektrizitätsmarktes, da es sich um nicht-synchrone Erzeugungstechnologien handle. Statt dessen habe man mit Blick auf die Vorteile von Wasserkraft, Gas und Kohle die Sicherheit des Stromnetzes für selbstverständlich gehalten. Da mehr intermittierender Strom ins Netz komme, müssten neue Märkte für Dinge wie Trägheit geschaffen werden, die für die Energiesicherheit wesentlich seien.

Der australische Energieminister Tom Koutsantonis sagte, es gebe eine dringende Notwendigkeit für eine nationale Politik, die Erneuerbaren Energien in den nationalen Energiemarkt zu integrieren. Der aktuelle Mangel an föderaler Führung zu diesem Thema sei, dass Kohlekraftwerke in einer ungeplanten Art und Weise vom Markt genommen werden, ohne Investitionen in die neuen Entwicklungen zu tätigen.

Kritiker warnen vor einem schnellen Ausstieg aus Kohle und Gas, weil dadurch die Gefahr von Blackouts wachse. “Stop These Things” bezeichnet es als blamabel, dass der australische Energiemarktbetreiber (AEMO), der für den Betrieb der größten Gas- und Elektrizitätsmärkte Australiens und der Energiesysteme verantwortlich ist, versucht, die Windparkbetreiber wegen angeblich fehlender Informationen zur Gefahr eines Blackouts zu beschuldigen, selbst aber nicht über das technologische Risiko eines flächendeckenden Blackouts informiert zu sein scheint. Es würde genügen, im Internet zu recherchieren, um das technologische Risiko zu begreifen, sagen die australischen Windkraftgegner und verweisen auf Siemens, eine Quelle, die auch deutschen Windkraftanlagenbetreibern und Verantwortlichen leicht zugänglich ist. Siemens wäscht seine Hände in Unschuld, denn das Unternehmen, eines der vier größten Windkraftanlagenbauer der Welt, weist auf seiner Internetseite (in englischer und deutscher Sprache) auf das Risiko hin:

“Die Natur stellt uns vor verschiedene Herausforderungen. Starker Wind kann extrem hohe mechanische Belastungen erzeugen, daher sind Windkraftanlagen normalerweise so programmiert, dass sie sich automatisch abschalten, wenn die Windgeschwindigkeit im 10-Minuten-Durchschnitt 25 m/s überschreitet. Dies kann eine erhebliche Herausforderung für das Netzsystem darstellen, z. B. wenn sich die Anlagen in großen Windparks gleichzeitig abschalten. Das „High Wind Ride Through“-System zur Verbesserung der Netzstabilität ersetzt das festgelegte Abschalten bei einer bestimmten Windgeschwindigkeit durch eine intelligente, lastabhängige Reduktion der Leistung bei hohen Windgeschwindigkeiten. Diese Lösung ermöglicht eine stabilere Netzeinspeisung durch Windkraftanlagen.”

Stabiler als was? “Stabilere” heißt: Nicht stabil. Sind die Netzbetreiber auf eine gleichzeitige Abschaltung großer Windparks bei Sturm oder Hackerangriffen vorbereitet? Südaustralien hatte sein letztes Kolekraftwerk erst im April 2016 abgeschaltet.

Noch sind Kohle- und Kernkraftwerke in Deutschland in Betrieb. Aber die Energieziele der Bundesregierung haben ein Eigenleben entwickelt und sich von den physikalisch-technischen Möglichkeiten losgelöst. Mit jeder neu hinzu kommenden  Windkraftindustrieanlage und der gesetzlichen Regelung, dass Erneuerbare Energien vorrangig ins Stromnetz eingespeist werden, wächst die Gefahr für einen längerfristigen Blackout. Der Stromausfall geht schnell, nicht aber die Synchronisation der Netze. Sie kann Tage, wenn nicht Wochen dauern.

“Windkraftanlagen tun was bei Stürmen? Nein, können Sie nicht hören?”

Quelle:

Chaotic Wind Power the Cause of South Australia’s Infamous Blackouts

*”Stop These Things” ist eine australische “Küchentisch Gruppe” (“kitchen table group”), die über Fehlentwicklungen der Windindustrie und Energiepolitik in Australien informiert. Die Gruppe besteht aus Bürgern, ist nach eigenen Angaben von keiner politischen Partei oder der Industrie abhängig und erhält auch keine Finanzierung von außenstehenden Gruppen oder Einzelpersonen. Sie informierte unter anderem über den Blackout im September 2016.

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Viele Windkraftanlagen auf kleiner Fläche nehmen sich gegenseitig den Wind

Der Stromerzeugung aus Wind sind physikalische Grenzen gesetzt, das heißt, dass es eine Obergrenze für die Anzahl von Windkraftanlagen geben muss. Jedenfalls aus Gründen der Rationalität und Effektivität. Insbesondere “Energiegenossenschaften” sind von der Insolvenz bedroht, wenn sie nicht korrekt beraten und ermuntert werden, sogar in windschwachen Gebieten “Windparks” zu bauen.

 

Natürliche Grenzen von Erneuerbaren Energien

Eine neue Studie von Wissen­schaft­lern des Max-Planck-Instituts (MPI) für Bio­geo­chemie in Jena senkt die Erwartung für die groß­flächige Energie­gewinnung mit Wind­parks erheb­lich. Das physikalische Phänomen, dass Windkraftanlagen, die im Verbund (Windparks) gebaut wurden, den Ertrag der nachfolgenden Anlagen erheblich mindern und einen negativen Einfluss sowohl auf den Stromertrag als auch auf die Lebensdauer der Anlagen (Turbulenzen, Wirbelschleppen) haben, ist für Projektierer nicht relevant; sie beziehen sich auf die Prospekte der Hersteller, in denen jedoch stets nur die Eigenschaften von Einzelanlagen aufgeführt werden. In der Praxis werden die Einzelanlagen jedoch so weit wie möglich zusammen gerückt, damit sie einen möglichst großen Ertrag bei minimierten Anlagenkosten bringen. Im Verbund bringen 10 Anlagen jedoch nicht den zehnfachen Ertrag.

Energieumwandlungen im Erdsystem sind von zentraler Bedeutung für eine Reihe von Themen, die von Grundsatzfragen über die Treiber von geochemischen Kreisläufen zur Rolle des Lebens und den Grenzen erneuerbarer Energien reichen.

Theorie und Modellierung der Biosphäre. Energieumwandlungen im Erdsystem sind von zentraler Bedeutung für eine Reihe von Themen, die von Grundsatzfragen über die Treiber von geochemischen Kreisläufen zur Rolle des Lebens und den Grenzen erneuerbarer Energien reichen. Max-Planck-Institut für Biogeochemie, Jena

Einer der wichtigsten Gründe, dass Erträge der nachfolgenden Anlagen erheblich vermindert sind, hängt mit einem physikalischen Gesetz zusammen:

Windkraftanlagen wandeln die kinetische Energie des Windes, also die Bewegungsenergie, in elektrische Energie um. Die Umwandlung erfolgt mit Hilfe von Rotoren, die durch den Wind in Drehung versetzt werden. Die entstehende Bewegungsenergie wird in einem angeschlossenen Generator zu elektrischem Strom umgewandelt. Jede Wind­kraft­anlage ent­zieht dem Wind Energie, so dass sich die Windgeschwindigkeit für die im Verbund weiter zurück stehenden Anlagen verringert und sie folglich weniger Strom produzieren. Der Slogan “Erneuerbare Energien” beruht auf einer tiefen Unkenntnis physikalischer Vorgänge: Wind ist nicht erneuerbar. Das ist physikalisch unmöglich (Energieerhaltungssatz).

Bei den vielfältigen Umwandlungen und Übertragungen von Energie, die in Natur, Technik und Alltag vor sich gehen, bleibt die Gesamtenergie immer gleich groß. Sie kann zwar in verschiedenen Formen auftreten, bleibt aber insgesamt immer erhalten, auch wenn sie sich räumlich anders verteilt. Für beliebige Vorgänge in Natur, Technik und Alltag gilt das Gesetz von der Erhaltung der Energie, kurz auch als Energieerhaltungssatz oder als allgemeiner Energieerhaltungssatz bezeichnet. Er lautet: In einem abgeschlossenen System ist die Summe aller Energien konstant. Die Gesamtenergie bleibt erhalten. www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/physik/artikel/energieerhaltungssatz

 

 

Bei vielen Anlagen ändern sich die Wind­ge­schwin­dig­keiten

Die groß­skaligen Klima­modelle und die Beob­achtungen lokaler Wind­geschwin­dig­keiten und kleiner Wind­parks stimmen nicht überein, sagen die Forscher aus Jena. Sie haben einen Verlangsamungseffekt  nachgewiesen, der sich durch detaillierte Klimamodellsimulationen und eine relativ einfache Methode erklären lasse, sagen die Wissenschaftler. Der Verlangsamungseffekt sei kritisch zu betrachten, da durch ihn jede Turbine weniger produktiv werde. Dies erkläre die starke Diskre­panz zwischen theore­tisch model­lierten und daten­basierten Abschät­zungen der Wind­energie. Die Forscher vom MPI für Bio­geo­chemie berech­neten, dass dadurch die Energie­erzeu­gung jeder einzelnen Anlage um bis zu achtzig Prozent redu­ziert sein kann.

Die Wissenschaftler berechneten mit einem Klimamodell in einer Reihe von Szena­rien, wieviel Wind­energie maxi­mal über allen Konti­nenten genutzt werden kann. Die Ergeb­nisse zeigen, dass auf nur drei bis vier Prozent der Land­ober­fläche mehr als 1 Watt Strom pro Quadrat­meter erzeugt werden kann, mit typi­schen Raten von 0,5 Watt oder weniger.

Zum Vergleich: Leichtwasserreaktoren erzeugen eine durchschnittliche Flächenleistung von 7,5 Watt pro Quadratmeter, der Schnelle Brüter (Integral Fast Reactor, IFR) sogar 1200 Watt pro Quadratmeter.

Axel Kleidon, Gruppenleiter am MPI für Biogeochemie, betont, dass es sich bei den Messungen um hypo­the­tische Szena­rien der Wind­energie­nutzung handelt. Aller­dings weist er darauf hin, dass die Ergeb­nisse hoch rele­vant für den zukünf­tigen Ausbau der Wind­energie seien: „Wir finden diese drama­tischen Effekte bei Ab­ständen zwischen ein­zel­nen Wind­kraft­anlagen, wie man sie heut­zu­tage häufig in Wind­parks auf Land an­trifft.“ Kleidon plant, seine Berech­nungen mit Mes­sungen heutiger Wind­parks abzu­gleichen, um zu testen, ob der Brems­effekt schon sicht­bar sei.

Für den weiteren Aus­bau der Wind­energie würde das be­deuten, dass man wahr­schein­lich auf deut­lich größere Abstände zwischen den Wind­kraft­anlagen setzen sollte, um die heutige Effi­zienz von Wind­energie­erzeu­gung auch in Zukunft zu erreichen.

 

Das Privileg der Bürgerenergiegesellschaften nach dem Erneuerbaren Energiengesetz 2017

Der Einwand gegen zu dicht nebeneinander gebaute Windkraftanlagen wird wie auch andere fundamentale Einwände gegen die Windenergie ungehört bleiben. Dazu gehören zum Beispiel die Landschaftszerstörung, der Infraschall, die Massentötung von Vögeln und Fledermäusen, die Grundwassergefährdung und, man mag es kaum glauben, fehlender Wind.

Schlechte, windschwache Bauplätze im Binnenland sollen im Sinne der Bundesregierung sogar mit einem Zuschlag belohnt werden, damit ihn nicht nur windstarke, küstennahe Standorte bekommen. Damit werden besonders jene Standorte stark gefördert, an denen wenig Wind weht. Dies ist kein geistiger Aussetzer der Erfinder der Energiewende, sondern dieses Bonbon gehört zu ihrer Philosophie. Dank einer skurrilen Begründung von Fairness und Gerechtigkeit bekämen Windanlagen an diesen schlechten Standorten also mehr Förderung, als es heute im Schnitt üblich ist. Je mehr Windkraftanlagen in Gebieten mit wenig Wind und je dichter sie nebeneinander stehen, desto fairer sind sie. Und natürlich effektiver – für die Grundstückseigentümer, Projektierer und Betreiber.

Das aktualisierte Erneuerbare Energiengesetz 2017 (EEG 2017) räumt lokalen Bürgerenergiegesellschaften bei der Windenergie an Land gezielte Erleichterungen innerhalb der Ausschreibung ein. Sie müssen nicht am vorgeschriebenen Ausschreibungsverfahren teilnehmen, für sie gelten weiterhin die gesetzlich festgelegten Vergütungen. Bürgerenergiegenossenschaften werden laut Gesetz bei den Ausschreibungen ganz bewusst bessergestellt als große Unternehmen. “Für sie gelten erleichterte Teilnahmebedingungen: Zum Beispiel können sie im Gegensatz zu größeren Akteuren vorzeitig ein Gebot für eine Windkraftanlage abgeben. Immissionsschutzrechtliche Genehmigungen dagegen müssen sie erst dann vorlegen, wenn sie bereits den Zuschlag für die Förderung erhalten haben. Dadurch sparen sie im Vorfeld der Ausschreibung hohe Kosten, die für sie im Gegensatz zu großen Unternehmen schwer zu stemmen sind.”

Generell für alle Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen gilt, dass sie für netzbedingte Produktionsausfälle eine Entschädigung bekommen. “Der Betreiber des Windparks erhält also trotz Abschaltung eine staatliche Förderung für die Menge an Strom, die er eigentlich hätte produzieren können.” Diese Entschädigung ist nach Ansicht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) insbesondere deshalb erforderlich, damit der Betreiber möglichst genau seine Einnahmenseite kalkulieren kann. Dass dieses Privileg der Sicherheit nur Beamten und außer Industrien aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien keinem anderen nicht staatlichen Wirtschaftsunternehmen gewährt wird, gehört zur Klientelpolitik der Bundesregierung.

Die Energiepolitik der Bundesregierung ist im Kern eine Klientelpolitik. Das BMWi räumt indirekt ein, dass die Förderung zurzeit keinen Sinn ergibt. Ab 2017 soll eine Rechtsverordnung Gebiete festlegen, in denen der Ausbau der Windenergie auf 58 Prozent des durchschnittlichen Ausbaus in den letzten drei Jahren begrenzt wird. Generell gestrichen wird die Zugabe nicht. Die Begrenzung soll auch nur solange gelten, bis die Netze ausreichend ausgebaut sind. Dazu sagt das BMWi: “Das muss sein, weil es ja keinen Sinn macht, Strom zu produzieren, der anschließend nicht zu den Kunden transportiert werden kann.” Dies Erkenntnis kommt spät, denn sie trifft bereits seit längerer Zeit auf einen großen Teil des Stroms aus Windkraftindustrieanlagen zu. Viele Anlagen stehen daher auch bei gutem Wind still.

Möglicherweise werden zahlreiche “Bürgerenergiegenossenschaften” in den nächsten Jahren Pleite gehen oder, im treuen Glauben an ihren sinnvollen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung, auch ihr letztes Hemd hergeben. Und dann kommen, wie wir es aus anderen Industrien kennen, die Großkonzerne, übernehmen die unrentablen Anlagen für einen symbolischen Euro, ohne selbst Verpflichtungen einzugehen, und legen sie still. Und wer übernimmt dann die Kosten für den teuren Rückbau?

verlassen

Quellen:

Beispiele:
Hegau-Bodensee: Die wissenschaftlichen Windmessungen des Forums Hegau-Bodensee in Hohenfels haben gezeigt, dass es keinen ausreichenden Wind im Hegau gibt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) und das Landesumweltamt weisen den Hegau als Schwachwindgebiet aus. Der Faktor “Wirtschaftlichkeit” zeigt, ob ein Windrad unter Berücksichtigung des eignen Stromverbrauchs (ein Windrad braucht rund 15.000 kwh Strom pro Jahr für die Technik, Drehungen und Flügelverstellungen) wirtschaftlich sei. “Auch das wurde in den Propaganda-Veranstaltungen der Windkraft-Lobbyisten wissentlich unterschlagen!”


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Untersuchungsergebnis: Süd-Australiens Blackout im September ist ein Problem der Windindustrie

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Es war eine automatische Abschaltung von Windrädern, die im September 2016 in Süd-Australien zu einem landesweiten Blackout führte. Damit bestätigt der australische Netzbetreiber AEMO (Australian Energy Market Operator) in einem vorläufigen Untersuchungsbericht erste Einschätzungen der ABC News, über die wir berichtet hatten. Von dem Blackout waren 1.677.000 Bewohner betroffen.

Ein Sturm hatte für einen plötzlichen Lastabwurf und für einen Dominoeffekt gesorgt, von dem sechs verschiedene Stellen innerhalb von wenigen Sekunden betroffen waren. Durch den plötzlichen Abfall der Stromleistung um 315 Megawatt, bei gleichzeitiger Überlastung des Interkonnektors mit Victoria, brach das gesamte Netz zusammen, sagt AEMO- Forschungsdirektor Brett Hogan.

Die Süd-Australische Regierung und die Industrie der Erneuerbaren Energien könne die Ursache nicht länger auf das Wetter schieben. Die Ursache sei eindeutig der unerwartete Ausfall der Windkraftanlagen. Ein Gaskraftwerk sei benötigt worden, um das Stromnetzwerk am späten Abend wieder zu starten, sagt Hogan. Wenn man sich auf das Wetter verlasse, um Strom zu erzeugen, und die Wetterverhältnisse ungünstig werden, solle man nicht überrascht sein, wenn das Stromsystem nicht passend darauf reagiert, fügte er hinzu. Hogan räumt den Erneuerbaren Energien zwar einen Platz im zukünftigen Stromversorgungssystem Australiens ein, aber er meint, dass ihr unkontrollierter Ausbau, der durch öffentliche Subventionen gefördert werde, beginne, Australien Schaden zuzufügen.

Zum Vergleich: Die Fläche Südaustraliens ist fast drei Mal so groß wie die Deutschlands (983.480 km²/ 357.375 km²). Die Bevölkerungsdichte Südaustraliens beträgt 1,72 Einwohner je km², in Deutschland 230 Einwohner pro km². 

Quellen:

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Blackout in Südaustralien! 1.677.000 Bewohner betroffen.

In Südaustralien fiel für 1.677.000 Bewohner wegen eines Sturms am heutigen Mittwoch der Strom aus, weil sich die Windräder automatisch abgeschaltet hatten, berichtet ABC News.

Der Premier Südaustraliens, Jay Weatherill, hat bestätigt, dass ein Sturm einen Teil der Infrastruktur zerstört und den Shutdown-Schutz aktiviert hat. Die Stromversorgung sei unterbrochen worden, weil die Generatoren zur Stromversorgung keinen Strom mehr erhielten.

Auch das Backup-System könne erst nach einem Reset des Systems wieder funktionieren. Zwar gebe es eine Reihe von Back-up-Generatoren, sagte Premier Weatherill, aber die Anzahl der Stunden, die nötig sei, um die Leistung wieder herzustellen, sei nicht bekannt.

Südaustraliens Strommix besteht aus Wind, Sonne und Gas. Im Mai wurde das Nordkraftwerk in Port Augusta Alinta geschlossen, Kohle wurde aus der Stromversorgung entfernt. Von dem Moment der Schließung des Kraftwerks an, sagte der Chef des Australian Energy Council, Matthew Warren, hätte der Staat weniger Back-up-Energie an den Tagen des Spitzenbedarfs zur Verfügung. Er habe auch gesagt, dass der Staat eine größere Abhängigkeit von erneuerbaren Energien und vom Grundlaststrom aus Victoria hätte. Im Mai habe er gesagt, die Realität für Südaustralien sei, “dass wir in unbekannten Gewässern sind.” Er hoffe es nicht, aber es gebe ein erhöhtes Risiko für mehr Stromausfälle.

Der Bundesenergieminister Josh Frydenberg wolle klären lassen, wie dieses extreme Wetterereignis die Gesamtheit der Stromversorgung eines großen Staates wie Südaustralien unterbrechen konnte. Der Premier Weatherill habe bestätigt, dass die Windkraftanlagen tatsächlich stoppen würden, wenn es zu windig sei. Auf die Frage von ABC, ob jemand das habe kommen sehen, habe er geantwortet, dass es in ganz verschiedenen Vororten in den letzten Jahren mehrere Stromausfälle gegeben habe, einschließlich für 10.000 Grundbesitzer, die Anfang des Monats wegen nassen Wetters keinen Strom erhielten. Davon seien auch Patienten, die auf lebenserhaltende Maschinen angewiesen seien, betroffen gewesen.

Senator Nick Xenophon habe das Ereignis als eine Schande beschrieben. “Wenn Köpfe rollen müssen, soll es so sein”, habe er gesagt. Bundesenergieminister Josh Frydenberg habe die riesigen Auswirkungen für so viele Menschen als unangemessen bezeichnet. Auf die Frage, wer für den Fall haften würde, sei der Premier wortkarg geblieben.

Die Probleme stehen nach Angaben von ABC “in den kommenden Wochen” in Australien zur Diskussion.

Quellen:


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Rainer Thiel, SPD: „Zeitgleicher Ausstieg aus der Atom- und Braunkohleenergie ist Irrsinn“

Die “Energiewende” ist in NRW ein Dauerthema. “Das verwundert nicht”, erklärt Rainer Thiel (SPD-Landtagsabgeordneter in NRW) auf seiner Homepage, „denn unsere Region ist mit seiner großen Energiewirtschaft sowie Metall- und Chemieindustrie unmittelbar von ihrer Entwicklung betroffen.” 

thielRainer Thiel ist Starkstromelektriker. Im Unterschied zu den meisten Politikern, die von den Erneuerbaren Energien die Lösung der Energiefrage erhoffen, weiß er, wovon er spricht, wenn es um die Stromversorgung und Stromnetze geht. Auf die Propaganda der Windkraft- und Solarindustrie fällt er deshalb nicht herein. Wind und Sonne liefern eben keinen Dauerstrom. Die Braunkohle werde für unsere Versorgungssicherheit gebraucht, sagt er. Auf seiner Homepage schreibt er:

“Zeitgleicher Ausstieg aus der Atom- und Braunkohleenergie ist Irrsinn.”

Ohne Braunkohle gehe es nicht, “damit unsere Wirtschaft in Deutschland nicht wegen Windflauten und zu vielen Wolken am Himmel stillsteht“, sagt auch Juso-Chef Daniel Kober, zugleich Jugendvertreter in den Kraftwerken Frimmersdorf/Neurath.

Speichertechnologien werden die Energiewende entscheiden, meint der Landtagsabgeordnete Thiel, nicht die Zahl der “Windspargel”. Aus seiner Sicht sei die Entwicklung und Umsetzung von Energiespeichertechnologien, die „über mehrere Tage und nicht nur wenige Stunden Großstädte und Ballungszentren wie unsere Region zwischen Düsseldorf und Köln versorgen können“, entscheidend für ein Gelingen der Energiewende, berichtet der Erft-Kurier. Abseits von großen Pumpspeicherkraftwerken, die viel Fläche verbrauchen, sehe Thiel derzeit keine technisch ausgereifte und auch bezahlbare Lösung für die erforderliche Großspeichertechnologie.

Rainer Thiel bezieht Stellung gegen den Regionalplan. Die rot-grüne Landesregierung hat sich das Ziel gesetzt, 50 Prozent des Strombedarfs aus Windkraft zu generieren – bis 2020 – und will, dass neue Flächen für Windräder ausgewiesen werden. Der Ausbau der Windkraftanlagen hat aber zur Folge, dass die Subventionen weiter steigen, ohne dass daraus ein Nutzen für die Verbraucher entsteht, denn “durch den Zuwachs an erneuerbaren Energien haben wir noch nicht eine Gramm CO² eingespart”, sagt Thiel.

Zu den negativen Auswirkungen des Ausbaus Erneuerbarer Energien ohne geeignete Speichertechnologien gehören aus der Sicht Rainer Thiels:

  • Steigende Stromkosten für die Bürger: “Der Bürger zahlt Unsummen für die erneuerbaren Energien – im Jahr 28 Milliarden, für einen Wert von 1,5 bis zwei Milliarden. Der Rest ist reine Subvention.” “Und wenn zu viel Strom da ist, sind wir technisch nicht in der Lage, diesen zu speichern. Deswegen gilt der Satz ,Die Sonne schickt keine Rechnung’ nicht. Der Ökostrom kostet uns 30 Cent pro Kilowattstunde extra”, so der SPD-Politiker.
  • Steigende Stromkosten für die Unternehmen, “für die die künstlich hoch gehaltenen Energiekosten ein echter Wettbewerbsnachteil im internationalen Vergleich” seien, und die daraus entstehenden Folgen, auf den Punkt gebracht:
  • “Wir vernichten Arbeitsplätze”.

Man könnte diese Punkte auch so zusammenfassen: Die Bürger vernichten durch die Subventionierung von Erneuerbaren Energien die Grundlage ihrer Existenz. Die Frage bleibt: Warum folgt die SPD-Landtagsfraktion nicht den Erkenntnissen ihrer Fachleute, sondern den irrationalen Wunschträumen von grünen Weltverbesserern?

Rainer Thiel ist Mitglied der SPD seit 1970. Seit März 2009 ist er Vorsitzender der SPD- Kreistagsfraktion. Seine Schwerpunkte sind Struktur- und Energiepolitik und Wirtschaftsförderung. Er vertritt den Kreis im Braunkohleausschuss beim Regierungspräsidenten Köln und im Regionalrat im Regierungsbezirk Düsseldorf. Dort ist er Sprecher der SPD im Planungsausschuss und im Strukturausschuss. Er ist Mitglied in der „Innovationsregion Rheinisches Revier“, einem Projekt der Rot-Grünen Landesregierung zur Förderung des Strukturwandels. Seit Jahren streitet er für soziale wirtschaftlich erfolgreiche Politik im Kreis und in der Region.
Rainer Thiel wurde 2012 als Direktkandidat im Wahlkreis Rhein-Kreis Neuss II (Dormagen, Rommerskirchen und Grevenbroich) in den nordrhein-westfälischen Landtag gewählt. Im Landtag NRW ist er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Im dazugehörigen Unterausschuss Klimaschutzplan ist er zudem Sprecher. Weiter ist er Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk und gehörte von 2013 bis 2015 der Enquetekommission zur Zukunft der chemischen Industrie in Nordrhein-Westfalen an. Aktuell wirkt er als Sprecher für die SPD-Fraktion in der Enquetekommission zur Zukunft von Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen mit.

Ruhrkultour fragt sich: In so vielen Funktionen tätig, und doch so wenig Einfluss auf die Energiepolitik seiner Partei – wie ist das möglich?


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