Indien

Merkel: “Deutsche Kompetenzen passen gut zu meiner Vision für Indiens Transformation.” 

Die Befürworter der Erneuerbaren Energien fühlen sich seit dem Pariser Abkommen 2015 vollauf bestätigt. Sie glauben, dass sie in Indien ihre Vision von einer Transformation der Welt zu Gunsten einer weltweit vorwärts strebenden Industrie für Erneuerbare Energien realisieren zu können. Indien ist das größte Land in Südasien und nach China das bevölkerungsmäßig zweitgrößte Land (1,2 Milliarden Menschen) der Welt. Aber weder in Deutschland noch in Indien sind die Interessen der Regierungen und Banken dieselben wie die der Naturschützer. Prerna Singh Bindra gilt als eine für Umwelt und Reisen führende Journalistin in Indien. Sie ist auch international bekannt. Unter anderem erhielt sie den Carl Zeiss Wildlife Conservation Award in 2007. Es sei ironisch, dass die Symbole der sauberen Energie Mittel der ökologischen Zerstörung sind, sagt sie. In The Hindu, der drittgrößten englischsprachigen Tageszeitung Indiens, schrieb sie in dem Artikel “The bustard and the windmill” (“Die Trappe und das Windrad”) über die Vernichtung bedrohter Tierarten durch Windkraftanlagen.

 

“Wüsten beherbergen einige spektakuläre Wildtiere. Aber jetzt sind sie durch riesige Solar- und Windparks bedroht.”

Am Nachmittag des 17. Juli stürzte ein großer gelbbraun-weisser, einem Strauß ähnlicher Vogel in eine 33-KV-Übertragungsleitung, die an Windkraftanlagen in Naliya angeschlossen war, am Rande des Lala-Bustard-Schongebietes in Kutch, Gujarat. “Das war kein gewöhnliches Vogeltod”, sagt die Naturschützerin und Journalistin Prerna Singh Bindra.

Getötet wurde eine der Großen Indischen Trappen, von denen es weltweit heute schätzungsweise nur 150 gibt. Den Tod des jungen weiblichen Vogels bezeichnet Prerna Bindra als “eine ökologische Katastrophe”. Er bedeute, dass es jetzt ein Individuum einer äußerst bedrohten Spezies – der Großen Indischen Trappe – weniger gebe. Dieser besondere Vogel wurde von Satelliten überwacht. Informationen, die von GPS-Sendern erbracht wurden, hätten gezeigt, dass er sich regelmäßig zwischen Naliya und der 30 km entfernten Küste von Dadamapar Dorf bewegte.

Aber der Tod war wohl unvermeidlich, sagt die Naturschützerin, denn der Abstand zwischen den beiden Lebensräumen sei dicht mit Windenergieanlagen zugestellt worden. Der seltene Vogel sei von einer scheinbar gutartigen Aktivität bedroht, durch Wind- und Solarenergieprojekte. Stromleitungsnetze – viele davon für Projekte mit Erneuerbaren Energien – hätten in den letzten zehn Jahren mindestens sieben Trappen in Indien getötet. Trappen gehören zu den größten fliegenden Vögeln der Welt. Sie seien weltweit wegen der relativ niedrigen Flugwege und des geringen Sehvermögens leicht Opfer von Stromleitungen, erklärt ein Vogelkundler.

Einer US-Studie zufolge töten Windenergieanlagen jährlich weltweit zwischen 140.000 und 328.000 Vögel, sagt Prerna Bindra. Aber eine größere Sorge als dieses direkte Gemetzel sei der Verlust des notwendigen Lebensraumes – die größte Ursache der Artenauslöschung. Ein paar Meilen nördlich von Kutch befindet sich einer der größten Nationalparks Indiens. Das letzte Mal, als sie vor vier Jahren ein Weideland in Salkhan außerhalb des Parks besuchte, verfolgte sie die winzigen Spuren einer Wüstenkatze, entdeckte einen indischen Fuchs, sah eine Schar von Geiern über einer Beute, während ein Falke kreiste, aber sie sah nicht die berühmtesten Wiesenbewohner, die große indische Trappe. Der damalige Parkdirektor G.S. Bhardwaj habe ihr gesagt, dass er im Sommer 2013 noch 24 Trappen gezählt hatte. In den folgenden zwei Jahren sei die Landschaft durch unendliche Hektar Windparks umgestaltet worden. Bhardwaj habe deshalb im Jahr 2015 an den Bezirk geschrieben: “Wenn diese Art von großflächiger Installation von Windrädern und zugehörigen Stromübertragungsleitungen (plus Eingriff in die Landschaft) weiter betrieben wird, verliert der Vogel seinen Lebensraum, und folglich wird er vollständig aus dem (Salkhan) Gebiet verschwinden.”

 

Windräder auf Bergrücken und Plateaus zerstören Lebensräume für Tiere

Eine andere durch die Windenergie bedrohte Trappenart sei die Barttrappe, ein markanter Vogel, der für sein aufwändiges Ritual bekannt ist. Die Naturschützerin hatte ihn während eines unvergesslichen Monsuns beobachtet – der männliche Vogel, mit langen, bandartigen Federn an den Seiten seines Kopfes, sprang mindestens zwei Meter in die Luft, stieg ab und sprang dann wieder auf, bevor er zu Boden schwebte. Die Barttrappe ist dafür bekannt, dass der Vogel unermüdlich die yo-yo-Routine 500 mal am Tag wiederholt, um eine Partnerin zu umwerben. Die Zahl dieser Vögel, die auf dem Subkontinent heimisch sind, sei rasch rückläufig.

Rieseneichhörnchen

Indisches Rieseneichhörnchen

Ihr Besuch in Ratlam und Dhar Bezirken in Madhya Pradesh, früher eine Hochburg des Vogels, sei ein Schock für sie gewesen, sagt Prerna Bindra. In der Region lebten kaum noch Barttrappen, wurde ihr gesagt. Und auch hier, unter einer Reihe von Gefahren, gebe es Erneuerbare Energie. Die von dem Vogel bevorzugten Wiesen seien in Reviere für Windkraftanlagen verwandelt worden.

Wüsten, oft wohlüberlegtes Ödland, sind Schmezltiegel der spektakulären Wildtiere, sagt Prerna Bindra, aber sie seien von Indiens ehrgeizigen Erneuerbaren Energieerzeugungsziel, von 175 GW bis 2022, bedroht. Der ökologische Fußabdruck einer einzelnen Windkraftanlage oder Solarpanele könnte vernachlässigbar sein, aber große Wind- oder Solarparks beanspruchen riesige Landstriche. Straßen werden gebaut, um Turbinen heranzuschleppen. Und bei Erdarbeiten werden Wälder oder Wiesen zerfetzt, wodurch die Landschaft dauerhaft verändert werde.

Auch in den westlichen Ghats, einem globalen Biodiversitäts-Hotspot, drohen Windräder die Bergrücken und Plateaus zu kolonisieren. So seien zum Beispiel 300.000 Bäume für den Bau einer Straße für einen Windpark entlang der Hügel in der Nähe des Bhimashankar-Heiligtums in Maharashtra gefällt worden. Hier sei ein Lebensraum für Leoparden, Schuppentiere und dem indischen Riesen-Eichhörnchen.

 

Symbole der sauberen Energie sind Mittel der ökologischen Zerstörung

Es sei in der Tat ironisch, dass diese Symbole der sauberen Energie auch Mittel der ökologischen Zerstörung sind. Nach der U.S. Geological Survey benötige ein Megawatt Windkraft im Durchschnitt etwa 100 Tonnen Stahl, 400 Tonnen Beton, 6,8 Tonnen Glasfaser, neben Kupfer und Gusseisen, sagt Prerna Bindra. Der Bergbau für Eisenerz und Sand sei energieintensiv und zerstöre Urwälder und Wildtierlebensräume.

Vanishing

Prerna Singh Bindra: The Vanishing India’s Wildlife Crisis.  ⇒Hier erhältlich.

Es sei eine Umweltlästerung, erneuerbare Energien in Frage zu stellen, doch ihre ökologischen Kosten könnten nicht ignoriert werden, sagt die Naturschützerin. Sie stellt die Frage: “Ist eine “saubere” Energiequelle wirklich “grün”, wenn sie Ökosysteme und Wildtiere zerstört?”

Der Anteil der erneuerbaren Energien in unserem Energiemix müsse signifikant sein, aber mit der notwendigen Umweltprüfung und der Beachtung von Vorschriften. Dieser Sektor bekomme derzeit einen Freifahrtschein und sei von Umweltverträglichkeitsprüfungen und öffentlicher Anhörung befreit. Prerna Bindra hält die dezentralisierte Erneuerbaren Energien für einen Weg nach vorne. Bestimmte kritische Bereiche müssten “no-go” Zonen sein. Zunächst einmal die Heimat der großen indischen Trappe.

Das Buch “The Vanishing: India’s Wildlife Crisis” wurde im Juni 2017 veröffentlicht.

 

Die indische Euphorie für Erneuerbare Energien

“Indien war lange Zeit Nachzügler, wenn es um erneuerbare Energien ging. Inzwischen hat es eines der ambitioniertesten Ausbauprogramme der Welt. Auch deutsche Expertise ist dabei gefragt”, war Anfang 2017 in den Medien zu lesen. Großkonzerne und Banken hatten das indische Potenzial für Erneuerbare Energien aber schon längst entdeckt. Nach den Bloomberg-Daten sei der Spitzenwert bei den indischen Investitionen in Erneuerbare schon 2011 mit jährlich mehr als 13 Milliarden US-Dollar erreicht worden.

Seit 2011 treffen sich Deutschland und Indien alle zwei Jahre zu Regierungkonsultationen, berichtet klimaretter.info am 29. Mai 2017. Nur zu wenigen Ländern pflege Deutschland derart intensive Beziehungen. Als Merkel 2015 nach Indien reiste, sei eine Solarpartnerschaft geschlossen worden.

Knapp eine Milliarde Euro habe Deutschland für den Klimaschutz zugesagt. Zugleich sollen laut klimaretter die Erneuerbaren-Kapazitäten massiv ausgebaut werden. Bis 2022 strebe Indien eine Kapazität von 175.000 Megawatt Erneuerbaren an, darunter 100.000 Megawatt Photovoltaik. 2030 sollen Erneuerbare 40 Prozent des Stroms liefern. Und es müsse auch künftig weiter kräftig in Erneuerbare investiert werden.

Die Entwicklungsbank KfW hat Kredite von gut einer Milliarde Euro für “Green Energy Corridors” vergeben, die den Ökostrom vom Erzeuger dorthin transportieren sollen, wo er gebraucht wird. Mindestens eine weitere Milliarde fließt im Rahmen der deutsch-indischen Solarpartnerschaft, die zum Beispiel den Ausbau von Solarzellen auf indischen Dächern fördern soll.

 

Angela Merkel: “Deutsche Kompetenzen passen gut zu meiner Vision für Indiens Transformation.” 

 

Grenzen des Wachstums für die ökologische Industrie

Die indische Euphorie für Erneuerbare Energien könnte dennoch gebremst werden. Zu den Bremsfaktoren zählen mangelnde Speicherkapazitäten, zu wenig Hochspannungsleitungen, Finanzierungsengpässe und zu wenig Fachpersonal.

Aber es geht nicht nur um fehlende Speicherkapazitäten, sondern auch um die Kosten für Speichersysteme. Die sind teuer, höchstwahrscheinlich unbezahlbar.

Noch kann Indien Schwankungen in der Energieversorgung durch seine hohe Produktion an Kohleenergie ausgleichen. Doch je höher der Anteil von Wind- und Solarstrom wird, “desto mehr muss das Land sich über Möglichkeiten Gedanken machen, die Versorgung auch durch Speichersysteme zu stabilisieren – und die sind teuer. Auch bei der Finanzierung seiner Kraftwerke ist das Land auf Kapital aus dem Ausland angewiesen. Sollten die Zinsen deutlich ansteigen oder das Vertrauen der internationalen Investoren wieder schwinden, lauern auch hier Gefahren für die Ausbaupläne.”

 

Vielleicht wäre dies eine Gefahr für die Ausbaupläne der Lobby für Erneuerbare Energien, aber ein Glücksfall für Indien und den Naturschutz.

 

Quellen:

Titelfoto: The Hindu
Foto Rieseneichhörnchen: ewi

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Kernenergie – Indiens Hoffnung für die Armen

Kudankulam 1 and 2 (Image: Rosatom)

Kudankulam 1 and 2 (Image: Rosatom)

Energie ist von entscheidender Bedeutung für die Bekämpfung der Armut in Indien. Für Indien bedeutet Kernkraft mehr als nur eine Stromquelle. Sie spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Industrie, da sie für die vielen armen Menschen den Zugang zu einer sicheren, erschwinglichen und zuverlässigen Energie ermöglicht. In Deutschland wurde die Erinnerung, dass Kernkraftwerke den wirtschaftlichen Aufschwung nach 1945 ermöglicht haben und kein Windrad ohne Strom aus Kernkraftwerken hätte gebaut werden können, nahezu aus dem Gedächtnis gestrichen. Die riesige Bevölkerung Indiens braucht zuverlässige, stetige Quellen, wenn das Land nach vorne kommen soll, und wird sich deshalb seine Energiepolitik nicht vorschreiben lassen.

Im Gegensatz zu den reicheren Ländern kann Indien sich nicht den Luxus leisten, seine Ressourcen und seine Zeit für unzuverlässige Energiequellen wie Sonnen-und Windenergie zu vergeuden. Indiens Zukunft ist Nuklear. Indien wird ein Beispiel für andere arme Länder sein, die sehr genau darauf achten, wie die Nutzung der Kernenergie imstande ist, ein Land aus der Armut zu befreien.

Die Menschen in Indien registrieren sehr aufmerksam, dass ihnen nicht die Vereinigten Staaten oder Europa helfen, aus bitterer Armut zu entkommen, sondern Russland. Anfang August eröffnete Wladimir Putin die erste Reaktoreinheit das Kudankulam Kernkraftwerks (KKNPP) im Rahmen einer Videokonferenz von Moskau aus. Das KKNPP ist Teil eines Vertrags, der bereits 1998 zwischen Indien und Russland unterzeichnet wurde. Gebaut wird es von der russischen Rosatom State Atomic Energy Corp.

India’s Nuclear Transformation — Why the Poor in India Have Hope

 

 

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Kernkraftwerk Kudankulam – Indo-Russisches Projekt für grünes Wachstum

Der indische Premierminister Narendra Modi und der russische Präsident Wladimir Putin haben am 10. August 2016 die Einheit 1 des 1.000-MW-Kernkraftwerks Kudankulam eingeweiht. Die Einweihung fand im Rahmen einer Videokonferenz zusammen mit J. Jayalalithaa, Ministerpräsident des indischen Bundeslandes Tamil Nadu, Standort des Kernkraftwerks, statt. 

Gemeinschaftsprojekt zwischen Indien und Russland zur friedlichen Nutzung der Kernenergie

Das Kernkraftwerk Kudankulam soll insgesamt fünf Energieblöcke mit je 1000 Megawatt Leistung bekommen. Die Kernkraftanlage wird dann die Bundesstaaten Tamilnadu, Kerala, Karnataka und Andhra Pradesh sowie das Unionsterritorium Puducherry mit Strom versorgen.

Mit der Vollinbetriebnahme des ersten und später auch des zweiten Reaktorblocks des Atomkraftwerkes werde die Energieversorgung Indiens deutlich verbessert und die wirtschaftliche Position des Landes gestärkt, sagte Putin. Er gehe davon aus, dass sich die sozial-ökonomische Aufgaben in einem so mächtigen Land wie Indien nicht ohne Atomenergie lösen lassen, berichtet Sputnik News. Der Präsident habe auch darauf verwiesen, dass das Projekt mit von Russland bereitgestellten Geldmitteln finanziert werde, wobei der Staat 85 Prozent der Baukosten übernehme.

Premierminister Modi habe darauf hingewiesen, berichtet World Nuclear NEWS (WNN), dass Indien und Russland planten, eine Reihe von Kernkraftwerken zu bauen. Putin erklärte, dass die Einheit mit der neuesten russischen Kernkrafttechnik gebaut worden sei. Es sei bekannt, habe er hinzugefügt, dass Russland eines der weltweit führenden Unternehmen in der Kerntechnik sei und Russland sich freue, die russische Technologie mit den indischen Kollegen zu teilen. Die Inbetriebnahme des ersten Energieblocks bedeutet laut Putin eine umfassende Arbeit zur Schaffung einer neuen hochtechnologischen Kernenergiebranche in Indien und sehe unter anderem die Ausbildung von Fachkräften vor.

Zusammenarbeit zwischen Indien und Russland beim Bau von Kernkraftwerken seit 1988

Die Zusammenarbeit zwischen Indien und Russland beim Bau von Kernkraftwerken hat ihren Ursprung in einer zwischenstaatlichen Vereinbarung, die vom damaligen indischen Premierminister Rajiv Gandhi und dem Präsidenten der Sowjetunion Michail Gorbatschow im Jahr 1988 unterzeichnet wurde. Die Reaktoren sollten ursprünglich im Dezember 2007 und Dezember 2008 mit dem kommerziellen Betrieb beginnen. Die Einheit 1 war im März 2011 betriebsbereit, aber seine Inbetriebnahme wurde durch Proteste und rechtliche Schritte nach dem Unfall der Anlage im japanischen Fukushima Daiichi im selben Monat verzögert.

Die Einheit 2 – Indiens 22. Kernreaktor – hat die erste Kritikalität im letzten Monat erreicht, sie soll Ende dieses Monats fertig sein. Beide Einheiten sind nach russischer Bauart WWER-1000-Druckwasserreaktoren. Der russische Präsident Wladimir Putin rechnet damit, dass noch in diesem Jahr ein russisch-indisches Abkommen über den Bau des dritten Reaktorblocks für das Kraftwerk Kudankulam in Südindien unterzeichnet wird.

Modi bekräftigte in der Videokonferenz am 10. August 2016 die Freundschaft zwischen Indien und Russland und bezeichnete das Indo-Russische Projekt als eine wichtige Ergänzung zu den Bemühungen, saubere Energie in Indien zu produzieren. Modi sagte laut The Indian Express, dass das Kudankulam Kernkraftwerk (KNPP) auch das gemeinsame Engagement von Indien und Russland signalisiere, “Wege der Partnerschaft für grünes Wachstum zu bauen.”

Die Indische Nachrichtenagentur IANS teilte gestern mit, dass Russlands neueste WWER-1200 – Reaktor -Technologie wahrscheinlich für zukünftige Anlagen verwendet werde, wobei Novovoronezh 6 von großem Interesse für Indien sei.

Während Modis Besuch in Moskau im Dezember letzten Jahres sagten Modi und Putin in einer gemeinsamen Erklärung, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung der Kernenergie ein “Eckpfeiler” ihrer strategischen Partnerschaft sei. Modi sagte, Indien plane insgesamt 12 russische Atomreaktoren an zwei Standorten, davon acht im Bereich von Kudankulam, wie Rosatom erklärte. Die Verträge sollen in diesem Herbst unterzeichnet werden.

Der indische Kabinett hatte im Januar mitgeteilt, dass die kommerziellen Verhandlungen zwischen NPCIL und US-Westinghouse über den Bau von sechs AP1000-Einheiten voraussichtlich in diesem Jahr abgeschlossen sein werden.

Nach der gestrigen Aussage Rosatoms, werden sich Putin und Modi als nächstes auf dem BRICS-Gipfel in Goa im Oktober 2016 treffen. BRICS ist ein Zusammenschluss von großen Schwellenländer, die Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika umfasst.

Quellen:

© Foto: Rosatom Flot, Kernkraftwerk Kudankulam in Indien

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Indien steigt aus dem Pariser Klimaschutzabkommen (COP21) aus

Indien zieht offiziell seine Selbstverpflichtung zum Pariser Klimaschutzabkommen zurück. townhall.com berichtet über die Gründe der Indischen Entscheidung.

Indiens Vorbehalte gegenüber dem Pariser Klimaschutzabkommen

woman-671927_640Im Dezember 2015 unterzeichneten 195 Länder das Pariser Klimaschutzabkommen. Von den Unterzeichnerstaaten wurde erwartet, dass sie die Kohlendioxidemissionen beschränkten, um die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau senkten.

Eine rechtliche Bindung der Vertragsstaaten gab es nicht. Indiens Absichtserklärung (Intended Nationally Determined Contributions – INDC) ist hinsichtlich seiner Bedenken in Bezug auf die Auswirkungen der Dekarbonisierung auf die Wirtschaft sehr aufschlussreich. Indien plädierte für “Klimagerechtigkeit”. Den Entwicklungsländern sollten monetäre Vorteile gewährt werden, um die Pläne zur Bekämpfung des Klimawandels erfüllen zu können und nicht gezwungen werden, seine Entwicklungsziele zu gefährden.

In seiner INDC hatte Indien klar gestellt, dass das Land den größten Bevölkerungsanteil dieser Welt beherbergt. 363 Millionen Menschen (30 Prozent der Bevölkerung) leben in Armut, rund 304 Millionen ohne Zugang zu Elektrizität, etwa 30 Prozent der Bevölkerung sind auf feste Biomasse zum Kochen angewiesen und 92 Millionen Menschen sind ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Das Land müsse seine am meisten erschwingliche, saubere und reichlich vorhandene Energie-Ressource nutzen, und das sei nun mal Kohle, die Quelle von 70 Prozent des indischen Stroms, sagt Vijay Jayaraj  Deshalb behindere jede Verpflichtung zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen die Erreichung der Entwicklungsziele, die sich an der Bewältigung dieser dringenden Bedürfnisse der  Entwicklung armer Länder wie Indien ausrichten.

Klimaschutz ist für Entwicklungsländer unbezahlbar

Der großen Herausforderung der Pariser Vereinbarung kann Indien ohne angemessene monetäre Hilfe von der internationalen Gemeinschaft nicht gerecht werden. Zwischen 2015 und 2030 würden sich die Anpassungskosten zur Durchführung der Pläne zur Bekämpfung des Klimawandels auf 206.000.000.000 US-Dollar (bei Preisen von 2014-15) belaufen. Für geeignete Maßnahmen würden bis 2030 weitere 834.000.000.000 US-Dollar erforderlich sein. Insgesamt würden bis 2030 allein für Indien mindestens 2.500.000.000.000 US-Dollar (bei Preisen von 2014-15) benötigt. Die entwickelten Nationen haben jedoch nur 100.000.000.000 US-Dollar pro Jahr für alle Entwicklungsländer insgesamt bewilligt, die diesen Betrag unter sich teilen müssten.

All diese Faktoren (und andere) haben Indien bewogen, offiziell in einer rechtlich verbindlichen Weise seine Nichterfüllung der Vereinbarung von Paris zu erklären. Während des jüngsten Besuchs von Premierminister Modi in den Vereinigten Staaten hat Indien angezeigt, dass es das Pariser Abkommen im Jahr 2016 nicht ratifizieren werde. Einer der Unterhändler kommentierte:

“Präsident Obama drängt hart darauf, das Pariser Abkommen als sein Vermächtnis auf den Weg zu bringen. Aber er kann nur der Vereinbarung beitreten. Er kann sie nicht ratifizieren. Was geschieht, wenn die Entwicklungsländer das Abkommen ratifizieren, es bis Ende 2016 in Kraft tritt, aber der nächste US-Präsident mit einer einfachen Ausführungsbestimmung das Abkommen verlässt? Wir müssen diese Möglichkeiten in Betracht ziehen. ”

Vorhersagen über zukünftige globale Temperaturen sind unzuverlässig

Indien, wie viele andere Länder, erkennt die Ineffizienz der Klimamodelle des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zur Vorhersage zukünftiger globaler Temperaturen. Die Modelle haben die Pause in der globalen Erwärmung in den letzten 18 Jahren nicht vorausgesehen. Auf den Prognosen basieren aber die politischen Entscheidungen, die den UN – Mitgliedsstaaten werden empfohlen werden. Es ist durch die genauen Satellitenmessungen offensichtlich, dass die globalen Temperaturniveaus nicht gefährlich sind oder katastrophale Ausmaße erreicht haben. So sehr, dass der führende Unterhändler der Pariser Übereinkunft – die Vereinigten Staaten selbst – sich nicht verpflichtet hat, die Vereinbarung im Jahr 2016 zu ratifizieren.

Wie Indien im INDC erwähnt: Indien hat viel zu tun, um für seine Bevölkerung für ein Leben in Würde zu sorgen und ihre berechtigten Erwartungen zu erfüllen. Denn jetzt können die 1,2 Milliarden Menschen des Landes ihre Reise in Richtung wirtschaftlicher Befreiung fortsetzen und die vielen Armen können die Grundrechte auf Nahrung, sauberes Trinkwasser, Wohnen und Beschäftigung erleben. Durch die Nicht-Ratifizierung des Pariser Abkommens hat Indien die richtige Entscheidung für die Menschen getroffen und die Inkompetenz des Aufrufs der Pariser Vereinbarung zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft aufgedeckt.

Dies ist eine nicht vollständige Übersetzung des Artikels “India’s U-turn on Paris Climate Change Agreement and Why It Is Right“, Townhall.com, 16.6.2016. Originaltext s.u.

vijayVijay Jayaraj (M.Sc, Environmental Science, University of East Anglia, England), wissenschaftlicher Mitarbeiter für Entwicklungsländer für die Cornwall Allianz zur Bewahrung der Schöpfung, lebt in Udumalpet, Indien.

Download the PDF file .

http://townhall.com/columnists/vijayjayaraj/2016/06/16/indias-uturn-on-paris-climate-change-agreement-and-why-it-is-right-n2178949

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Greenpeace in Indien unerwünscht – Entzug der Zulassung

Die indische Regierung will das Wahlversprechen von Ministerpräsident Narendra Modi einlösen, dass bis zum Jahr 2019 alle 1,2 Milliarden Inder eine ununterbrochene Stromversorgung erhalten sollen. Jeder dritte Inder hat heute noch keinen Strom. Ohne Kohle und Kernkraft ist dieses Ziel nicht zu erreichen.

Greenpeace hat sich jedoch stets unter anderem gegen den verstärkten Abbau und Einsatz von Kohle gewendet und gegen Kohleminen in Wäldern und gegen Kernenergie geworben. Sie haben sich damit bewusst gegen die Interessen Indiens gestellt. Weil Greenpeace Auskünfte über Finanz-Transaktionen verweigerte, wurden bereits im Frühjahr 2015 mehrere ihrer Bankkonten gesperrt. Die Regierung erklärte, sie sei überzeugt, dass die Annahme ausländischer Spenden die Interessen der Öffentlichkeit beeinträchtige und den wirtschaftlichen Interessen des Staates Schaden zugefügt habe.

Greenpeace wurde im Mai 2015 für sechs Monate der Vereinsstatus entzogen. In dieser Woche wurde die Lizenz für Greenpeace International mit dem Hinweis auf Finanzbetrug gelöscht. Der seit 14 Jahren in Indien, in Tamil Nadu, ansässigen Gruppe, die zuletzt noch aus rund 150 Mitarbeitern bestand, wurde eine Frist von 30 Tagen eingeräumt, um ihre Einrichtung zu schließen.

In den letzten Monaten hat die indische Bundesregierung Regeln für Wohltätigkeitsorganisationen verschärft und die Registrierung von fast 9.000 Gruppen wegen Nichtumsetzung der Einzelheiten Übersee Spenden erklären gelöscht, die keinen detaillierten Nachweis über ausländische Spenden erbringen konnten.

Indien baut zurzeit ein Kernkraftwerk und will die Förderung von Kohle in den nächsten zehn Jahren verdoppeln.

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Indiens Klimakurs

Indiens Premierminister Narendra Modi habe zur Bestürzung der Klimaaktivisten angedeutet, dass er sich nicht dem Druck des Westens zur Senkung des CO2-Ausstoßes beugen werde, berichtet das konservative Online-Magazin breitbart.com.

Modis regierende Bharatiya Janata Partei (BJP) verfolge eine Entwicklungsagenda, die im Widerspruch zu westlichen Anstrengungen stehe.

Die BJP forciert den staatlichen Kohlebergbau, um die Binnennachfrage zu befriedigen. Umweltgruppen haben es zurzeit schwer. Indien stuft Greenpeace zum Beispiel als feindselig gegenüber wirtschaftliche Erfolge des Landes ein; der Umweltorganisation wurden die Konten gesperrt.

Es ist möglich, dass Indien Chinas Vorbild folgen und einem Konflikt mit dem Westen dadurch zu umgehen versucht, dass es verspricht, die “Kohlenstoffintensität” und nicht allgemein die CO2-Emissionen zu senken. Dies bedeutet eine Verringerung der Emissionen pro Kopf (pro Person) und keine Festlegung der Gesamtemissionen. Mit diesem Vorgehen habe China Erfolg und die Klima-Unterhändler besänftigen können.

Indien ist der drittgrößte CO2-Emittent nach China und den USA und somit für Verhandlungen beim Klimagipfel in Paris, Ende 2015, von großer Bedeutung.

Letztlich aber hebe nach Ansicht Breitbarts Modis Position “die anhaltende Heuchelei der westlichen Regierungen” hervor, “die solche Beschränkungen ohne Rücksicht auf die indischen oder chinesischen Bestrebungen, für ihre Bürger einen westlichen Lebensstandard zu erreichen, fordern.”

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Indien sperrt Konten von Greenpeace

Foto: Linh Do

Nach einer Prüfung der indischen Bankkonten von Greenpeace stellte das indische Innenministerium eine Verletzung der Regeln für Auslandsfinanzierungen fest. Weil Greenpeace Informationen über Transaktionen verweigerte, wurden mehrere ihrer Bankkonten gesperrt. Der Organisation wurde für sechs Monate der Vereinsstatus entzogen. Die Regierung sei überzeugt, dass die Annahme ausländischer Spenden die Interessen der Öffentlichkeit beeinträchtigt und den wirtschaftlichen Interessen des Staates Schaden zugefügt habe.

Quellen:

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