Südwestfalen

Die IHK in Südwestfalen fordert: Energiemix beibehalten

In Südwestfalen funktioniert die Wirtschaft. Noch.

Der Wirtschaft in Südwestfalen bereitet die Energiewende Sorgen. Für das produzierende Gewerbe sei eine verlässliche Energieversorgung besonders wichtig, sagt die IHK Siegen. Spannungs- und Frequenzschwankungen könnten leicht zu Produktionsausfällen oder zu Schäden führen. Der steigende Anteil volatiler Energiequellen, wie der Windenergie, darf aus Sicht der IHK die Versorgungssicherheit nicht gefährden. Auf absehbare Zeit müsse deshalb am Energiemix festgehalten werden. 

Zum IHK Bezirk in Südwestfalen gehören die beiden Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe. Sie bilden die Arbeitsmarktregion Siegen. In diesem Wirtschaftsraum leben rund 421.000 Einwohner. Gemessen am Wachstum der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, mit einem hohen Fachkräfteanteil, gehört diese Region zu den wachstumsstarken Bereichen des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Besondere Unternehmensstruktur in Südwestfalen

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen weist auf die besondere Unternehmensstruktur in ihrem Bezirk hin. Vorherrschend sind klein- und mittelständische Unternehmen. Nur rund ein Dutzend der Unternehmen beschäftigen mehr als 1000 Mitarbeiter.

Die besondere Unternehmensstruktur hat Folgen für die Verbundenheit der Menschen mit der Region und den Unternehmen. Das Unternehmen wird in der Regel nicht durch ein anonymes Management, sondern durch Eigentümer-Unternehmer, die auch mit Eigenkapital für das unternehmerische Risiko haften, geführt. “Daraus resultiert eine starke Bindung der Unternehmer an die Region und an das eigene Unternehmen”, schlussfolgert die IHK. Die Typisierung gelte nicht nur für das verarbeitende Gewerbe, sondern auch für den Dienstleistungssektor.

Aus der Tatsache, dass der Schwerpunkt der Unternehmen im verarbeitenden, energieintensiven Gewerbe liegt, ergeben sich besondere Anforderungen an die Rahmenbedingungen, die von der Politik bestimmt werden.

 

Auswirkungen Energiewende in NRW

Die Wirtschaftsregion Siegen gilt in Nordrhein-Westfalen landesplanerisch als „gering verdichtet“ und gehört danach zu den „ländlich“ definierten Räumen. Gegenüber den verdichteten Regionen sind diese ländlichen Räume allerdings die Gewinner der Beschäftigtenentwicklung in den zurückliegenden Jahren. Gerade sie haben einen besonders hohen Anteil industrieller Arbeitsplätze. In der Region dominieren die Herstellung von Metallerzeugnissen, der Maschinenbau und die Sanitär- und Elektroindustrie. Diese Branchen sind naturgemäß energieintensiv.

Etwa 39 Prozent der Unternehmen im IHK-Bezirk sehen in den Energie- und Rohstoffpreisen ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens. Der  Präsident der Industrie- und Handelskammer Siegen, Felix G. Hensel, warnt, dass in einigen Bereichen die Energiekosten bei weit mehr als zehn Prozent des Umsatzes  liegen. Er hält diese Zahlen für alarmierend. Sie sind aus seiner Sicht “ein schlechtes Signal für die künftige Wirtschaftskraft vor Ort und im Land.“

Die IHK weist darauf hin, dass industrielle Stromabnehmer in Deutschland je KWh das Doppelte dessen zahlen, was Wettbewerber in Frankreich, den Niederlanden oder Skandinavien zahlen.

Eine Verbilligung der Industriestrompreise durch Umlage über die privaten Haushalte fordert die IHK Siegen nicht. Sie fordert, dass die Versorgungssicherheit nicht gefährdet und deshalb auf absehbare Zeit am Energiemix festgehalten werden muss.

 

Widerstand gegen den Landesentwicklungsplan NRW

Der Landesentwicklungsplan (LEP) NRW stößt in Südwestfalen bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen auf massiven Widerstand.

Der Landesesentwicklungsplan sieht in Südwestfalen 18.000 Hektar als Windvorranggebiete vor. Dies sei befremdlich, meint die IHK. In Südwestfalen werde einem Minimum an gewerblicher Flächeninanspruchnahme mit einem Maximum an Flächenausweisung für Windenergie begegnet.  IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener kritisiert den Plan mit den Worten: „Mit der Energiewende geht eine Dezentralisierung von Versorgungsstrukturen einher, die sich nicht mit zentral formulierten Vorgaben und Quoten verträgt.“

Die IHK fordert die heimischen Landtagsabgeordneten auf, sich für Verbesserungen einzusetzen.

 

Quellen:

Foto: grafic-vision, pixabay

 

 

 

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Umbauprojekt

Die Energiewende ist ein industrielles und gesellschaftliches Umbauprojekt

Der Kernpunkt der Energiewende

Die Energiewende ist als “industrielles und gesellschaftliches Umbauprojekt” die Grundlage für eine neue Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Für die Macher der Energiewende scheint die Zeit jetzt reif zu sein, um auf den Kernpunkt der Energiewende, die Sicherung der Industrie, zu kommen. Darum kümmert sich ein Experten-Team, das auf Iniative der Denkfabrik Agora Energiewende und Roland Berger den Dialogprozess „Energiewende und Industriepolitik“ initiiert hat. Das Ergebnis mehrerer Treffen ist ein Diskussionsvorschlag.

“Die Energiewende ist ein groß angelegtes industrielles und gesellschaftliches Umbauprojekt”, heißt es in der Präambel der “Charta für eine EnergiewendeIndustriepolitik”. “Es geht um nichts weniger als darum, die Energiebasis der deutschen Wirtschaft innerhalb einer Generation, also in gut 30 Jahren, komplett umzustellen – weg von Kohle, Öl und Erdgas, hin zu Erneuerbaren Energien. Dies ist für den Industriestandort Deutschland Chance und Risiko zugleich.”

Damit die Idee zur Schaffung einer neuen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung funktioniert, darf Deutschland seine Industrie allerdings nicht verlieren. Ohne sie wäre eine Transformation nach grünen Ideen nicht möglich. Natürlich haben die grünen Planer beobachtet, dass die Investitionen in Deutschland fast zum Stillstand gekommen sind. Und daher scheint der richtige Zeitpunkt für sie jetzt gekommen zu sein, sich den Industrieunternehmen, die sie zunächst an den Rand der Existenz gedrängt hatten, als Retter anzubieten.

Die Präambel zum “Diskussionsvorschlag von Agora Energiewende und Roland Berger”

Das Dialogpapier enthält kein Vorwort, sondern eine Präambel. Im Unterschied zu einem Vorwort dient eine Präambel laut Gabler Wirtschaftslexikon der “Einleitung zu Gesetzen oder völkerrechtlichen Abmachungen, häufig auch in Verträgen, in der die Absicht des Gesetzgebers, der Ausgangspunkt der Vertragschließenden etc. dargelegt werden. Die Präambel hat grundsätzlich keine unmittelbare Rechtsverbindlichkeit, sie dient aber der Auslegung einer Verfassung, eines Gesetzes oder Vertrages.”

In diesem Sinne ist auch die Bezeichnung “Präambel” in dem Diskussionspapier von Agora Energiewende und Roland Berger zu verstehen. Es geht um die Einreihung der Industrieunternehmen in eine Wertschöpfungskette, deren Ziele von der Politik vorgegeben werden. Eine neue Form der Planwirtschaft.

Der Deal zwischen Staat und Industrie

Ab Ende 2017 soll zwischen Staat und Industrie ein Wirtschaftspakt vorbereitet werden, in dessen Mittelpunkt die beschlossenen Klimaziele, die Rahmenbedingungen für die Industrie und die zentralen Instrumente, stehen sollen. Der Deal zwischen Staat und Industrie besteht laut Dialogpapier aus folgender nicht verhandelbarer Vereinbarung:

  • Der “Zukunftspakt für eine Energiewende-Industriepolitik” sieht vor, dass die Industrie von der Politik die Garantie erhält, dass sie, “insbesondere die im internationalen Wettbewerb stehenden energieintensiven Branchen, auch während der Transformation verlässliche Investitionsbedingungen und wettbewerbsfähige Energiekosten vorfinden wird.”
  • Die Industrie verpflichtet sich ihrerseits für dieses Entgegenkommen des Staates, “dass sie sich mit dem Pariser Klimaschutzabkommen identifiziert und die Politik bei dessen Umsetzung in Deutschland durch die Klimaziele von Bundesregierung und Bundestag, insbesondere für die Zieljahre 2030, 2040 und 2050, unterstützt.”

Industrie im Verschmelzungsmodus mit der Politik

“Wie kommt die deutsche Wirtschaft mit den hohen Strompreisen zurecht? Gibt es keinen Widerstand aus der Industrie?” fragte Eifelon Professor Dr. Fritz Vahrenholt, den ehemaligen Umweltsenator in Hamburg, Begründer des Windradproduzenten REpower und Gründungsmitglied von RWE Innogy, dem erneuerbaren Ableger des Stromkonzerns RWE. Fritz Vahrenholt antwortete:

“Aus der energieintensiven Industrie kommt kein Widerstand, weil diese von der Umlagegebühr befreit ist – Stahl, Chemie, Kupfer, Aluminium profitieren sogar von den tiefen Großhandelspreisen. In Wirklichkeit ist das System aber insgesamt viel teurer. Die Privathaushalte und die übrige Industrie sowie das Gewerbe zahlen einfach die Zeche.”

Energiewende mit Rückfallposition

Die Energiewende-Planer gehen ein relativ geringes Risiko ein. Der Kampf für den “Klimaschutz” und gegen den “Klimawandel” dient als ideologischer Überbau für die Durchsetzung ihrer äußerst aggressiven Lobby. Sollte die Energiewende an der Physik scheitern, könnte Deutschland immer noch zum bewährten Strommix zurückkehren, verstärkt Gas, Kohle- und Atomstrom aus dem Ausland importieren und die Steuern und Abgaben erhöhen, um die Mehrkosten für die Industrie und einen immer weiter aufgeblähten Verwaltungsapparat zu finanzieren. Unbeschadet werden die Menschen in Deutschland aus diesem Großprojekt allerdings nicht heraus kommen. Auch die Ressourcen, die für Wind und Solar üppig verbraucht wurden, werden knapper und teurer, sodass der Aufbau einer neuen Energieversorgung schwierig werden könnte. Die neue Elite wird an der Förderung der Kernenergie wenig Interesse haben, weil sie für die Schaffung neuer, profitabler Wirtschaftskreisläufe zu ihren Gunsten höchst unkomfortabel ist.

Wie geht es weiter?

Der Transformations-Prozess soll dem Diskussionspapier zufolge 30 und mehr Jahre dauern, könnte auch misslingen, wie eingeräumt wird. Ein mögliches Scheitern beunruhigt die Energie-Strategen, die von Windkraftgegnern auch als Windkraft-Taliban oder als Wind-Mafia bezeichnet werden, jedoch nicht. Sie stützen sich auf die hohe Leidensfähigkeit der Bevölkerung und deren Neigung, sich auf ein Energie-Roulette einzulassen und für eine scheinbar gute Sache ihre Lebensqualität und ihre Zukunft zu opfern.

Die Acht-Punkte-Charta soll “die Interessen der Industrie und des Klimaschutzes zusammenzubringen”, heißt es in dem Dialogpapier. Dazu soll die Bundesregierung “ein institutionalisiertes Forum für einen ergebnisorientierten Dialog” schaffen. Nach den Bundestagswahlen im September 2017. Dann soll gemeinsam mit der Industrie und weiteren Betroffenen „eine grundlegende Überarbeitung des Klimaschutzplans 2050″ vorgenommen werden. Wenn nicht zum Wohle für die Industrie – wofür dann?

 

Quellen:

Die Energiewende – ein sich anbahnendes Desaster? Interview mit Professor Vahrenholt

Titelfoto: geralt, pixabay

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Arbeitsplatzkiller Elektroauto

Aufhalten lässt sich der Wandel hin zur Elektromobilität nach Einschätzung von Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG, nicht mehr.

Im September 2016 arbeiteten in der Automobilzulieferindustrie insgesamt 305.000 Menschen, laut Zahlen des Verbandes der Automobilindustrie. Viele dieser Arbeitsplätze stehen zur Disposition. Bei ElringKlinger, einer der größten Autozulieferer und Weltmarktführer im Segment Zylinderkopfdichtungen, hingen 95 Prozent der Arbeitsplätze vom Verbrennungsmotor ab, das seien 8.000 von 8.500 Mitarbeitern, sagt Wolf.

Aber das Unternehmen stellt sich wie die meisten anderen auf die politischen Vorgaben ein. „Die Hersteller haben nun einen ziemlich geordneten Blick, nachdem anfangs eine hohe Dynamik vorhanden war“, zitiert das Handelsblatt Stefan Wolf. „Sie haben nun klare Strategien in Bezug auf Elektrofahrzeuge, wann welche in den Markt kommen sollen.“ Eine klare Strategie in Bezug auf Elektrofahrzeuge die Deutschland zugute kommen wird? Das ist allerdings schwer vorstellbar.

Die Hersteller müssten stattdessen ein Batteriemodul entwerfen, das sich absetzt – zum Beispiel, indem es eine Reichweite von 700 Kilometern habe. „Sie differenzieren sich derzeit auch über den Motor“, so Wolf. „Wenn sie dieses Merkmal verlieren, ist das Auto schnell beliebig.“

Der Verlust der Arbeitsplätze wird nicht durch andere Industriearbeitsplätze kompensiert werden können, die Energiewende treibt die Deindrustrialisierung voran. Die Strompreise, die zweithöchsten in Europa, werden weiter steigen, und eine Wunderbatterie zu erschwinglichen Preisen ist nicht in Sicht. Und selbst wenn der große Wurf gelingen sollte, dann wird der aus Wind- und Solarkraft gewonnene Strom nur für eine geringe Anzahl an Elektrofahrzeugen ausreichen, wenn überhaupt. Fred F. Mueller hat Illusionen über Elektromobilität unter der ironischen Überschrift “Das deutsche Energiewende-Wunder: Elektromobilität ganz ohne Strom” entmystifiziert. Der Strom aus Erneuerbaren Energien reicht nicht für alle.

ElringKlinger hat die Konkurrenz aus Asien natürlich im Blick. Das Dettinger Unternehmen ist bereits seit 1993 in China aktiv. Am 06.06.2016 weihte der Automobilzulieferer ein neues Werk in Suzhou ein. Während man in den ersten Jahren in China ausschließlich Zylinderkopf- und Spezialdichtungen produzierte, wird heute das komplette Produktprogramm hergestellt. Am 18.11.2016 weihte der Automobilzulieferer ein neues Werk in der Türkei ein.

Das Ziel der Grünen, den Verbrennungsmotor ab 2030 zu verbieten, hält der Firmenchef für unrealistisch, sagte er dem Handelsblatt. Die Frage ist nur, ob auch die Grünen, die gemeinsam mit der SPD und der Linken zurzeit ein mögliches Bündnis ausloten, das ebenfalls wissen.

 


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Küchenphysik vom WDR oder: Wie man die Angst bei Laune hält

Angst verfliegt durch Aufklärung, Phobien sind hartnäckig, sie verschwinden manchmal nur mit Hilfe von Therapien. Nichts wäre schlimmer für Gegner der Kernenergie als der Verlust der Angst vor radioaktiver Gefahr. Das brächte Weltbilder zum Schmelzen. In gewissen Abständen wird deshalb immer wieder die Gefahr eines atomaren GAUs beschworen. Mal ist es ein Nagel in der Betonwand eines Reaktors, wo er nicht hingehört, mal sind es Risse, oder es sind die Notkühlwasser. Dass vielen Menschen durch die Nuklearmedizin das Leben gerettet wurde, dass jede Industrie Gefahren birgt, zum Teil größere, als das Risiko durch einen GAU zu sterben oder durch radioaktive Strahlen an Krebs zu erkranken, dass bis zu 40.000 Menschen jährlich durch Krankenhauskeime ihr Leben verlieren, ist für fundamentale Kernenergiegegner im Vergleich zu den Risiken von Kernkraftwerken ohne Bedeutung, obwohl kein Industriebauwerk besser bewacht, besser kontrolliert und transparenter sein dürfte. Die Relationen sind längst verloren gegangen, wie auch jetzt wieder beim Thema Vorheizen des Notkühlwassers.

ghost-156969_640In seiner jüngsten Kritik an Kernkraftwerken vermutet der für WDR und ARD tätige Journalist Jürgen Döschner, dass in zahlreichen Atomkraftwerken in Europa übermäßige Alterung und Materialfehler die Stabilität der Reaktordruckbehälter beeinträchtigen. Nach Recherchen von WDR und “Süddeutscher Zeitung” (SZ) sei in mindestens 18 aktiven Atomreaktoren in Tschechien, Belgien, Frankreich, Finnland und der Slowakei das Notkühlwasser auf bis zu 60 Grad Celsius vorgeheizt worden. Dadurch solle offenbar das Risiko verringert werden, dass der stählerne Reaktordruckbehälter reißt, wenn er bei einem Störfall mit zu kaltem Wasser gekühlt wird. Die Folge eines solchen Bruchs könnte eine Kernschmelze sein, sagt Döschner.

 

Dr. Anna Veronika Wendland erläutert, was dran ist am neuesten nuklearen Aufreger.

Die Historikerin Dr. Anna Veronika Wendland, Herder-Institut in Marburg, forscht zur Geschichte von Atomstädten und kerntechnischen Sicherheitskulturen. Ab und zu arbeitet sie dafür auch in Kernkraftwerken. Diesen Artikel hat sie zwischen zwei Spätschichten im KKW Grohnde im schönen Weserbergland geschrieben.

Breaking News: Wenn ich eine heiße Auflaufform aus dem Ofen nehme und sie kalt abschrecke, kann sie springen. Daher benutze ich warmes Wasser. WDR und Süddeutsche Zeitung haben diesen Effekt gerade entdeckt und Experten befragt, welche den sofortigen Produktionsstopp von Auflaufformen aus Glas fordern: zu gefährlich. Die Leute könnten ja fahrlässig doch kaltes Wasser wählen.

So ähnlich liest sich die angebliche Enthüllung des oben genannten Recherchenetzwerks über »marode Kernkraftwerke«, die man daran erkenne, dass ihr Notkühlwasser »offensichtlich« vorgeheizt werden müsse. Andernfalls könnten Risse im Reaktordruckbehälter entstehen. Aber wie soll man denn dann noch kühlen, wenn selbst das Notkühlwasser warm ist?

 

Physikkenntnisse? Nein danke!

Die Lösung liegt da, wo der WDR nicht gerne seine Nase hineinsteckt: in der Fachliteratur zur Kern- und Verfahrenstechnik. Bei 310 Grad Celsius mittlerer Kühlmitteltemperatur im Primärkreislauf eines Druckwasserreaktors sind auch 50 – 60 Grad Not»kühl«wasser zwar zu heiß für die Badewanne, aber nicht zu warm für einen Kernreaktor nach seiner Abschaltung. Dieses Wasser nimmt im Notkühlfall – wenn also ein Leck überspeist werden muss oder aus anderem Grunde die übliche Wärmeabfuhr über die Dampferzeuger nicht genutzt werden kann – immer noch genügend Wärme zur Abfuhr der Nachwärme aus dem Reaktorkern auf. Sie wird vom Notkühlsystem über Zwischen- und Nebenkühlsysteme weiter abgeführt.

Ich warte darauf, dass der WDR Anstoß an der Bezeichnung »Kühlmittel« für das Primärkreislaufwasser im Normalbetrieb nimmt, da eine Temperatur von mehr als 300 Grad doch nicht mehr als kühl zu bezeichnen seien. Und genau hier treffen wir auf ein Grundproblem unserer Berichterstattung: Menschen ohne solide physikalisch-technische Wissensbasis holen sich Experten, die ihnen nach dem, wie sie finden, kritischen Munde reden, und bringen das Ergebnis dann als alltagssprachliche Küchenlogik unters Volk. Denn gegen Kernkraftwerke zu sein entspricht in dieser Logik ja auch, auf der guten Seite zu sein, auf der Seite der kritisch-nachfragenden Neinsager nämlich.

Jedoch sind es eigentlich Jasager, mit denen wir es zu tun haben: Jasager im Mainstream des Antiatom-Diskurses. Denn bis heute gehört der nukleare Alarmismus und das Schwarz-Weiß-Denken der 1980er zum guten Berichtston, obwohl die Kerntechnik längst über den Stand dieser Zeit hinaus ist – und der Lieblingsfeind, die deutsche Atomlobby, längst das Zeitliche gesegnet hat. Unsere Atom-Alarmisten hängen zudem der Doktrin an, derzufolge nur eine hundertprozentig risikofreie Technologie akzeptabel sei. Gibt es ein Risiko? Dann wäre diese Technologie besser nie in die Welt gekommen.

In unseren Redaktionen, deren kerntechnische Grundkenntnis sich in der Regel auf die Schullektüre von Gudrun Pausewangs Nuke-Porns für den bundesdeutschen Opferdiskurs beschränkt, reicht daher die Nachricht vom Notkühlwasser, das gar nicht kalt ist, für die Auslösung des nuklearen Notstands.

 

Worum es wirklich geht

Kernquerschnitt eines VVER-440-Reaktors mit Dummie-Brennelementen (grau) an den Außenpositionen nahe der Druckbehälterwand

Kernquerschnitt eines VVER-440-Reaktors mit Dummie-Brennelementen (grau) an den Außenpositionen nahe der Druckbehälterwand

Worum es dabei wirklich geht: Bei erhöhter Versprödung des Stahls infolge Neutronenbeschusses ist die Vorwärmung des Notkühlwassers in vielen Anlagen eine normale Vorkehrung, so im östlichen Europa, wo die Kernkraftwerke mit VVER-Druckwasserreaktoren sowjetischer Bauart ausgerüstet sind. Aufgrund eines (im Vergleich zu den heute bei uns laufenden Konvoi- und Vorkonvoi-Anlagen) schmäleren Wasserspalts zwischen Reaktorkern und Druckbehälterwand ist insbesondere in den VVER-440-Anlagen die Neutronenfluenz und damit auch die Versprödungsgeschwindigkeit höher. Wer sich zur materialwissenschaftlichen Seite dieser Problematik detaillierter informieren möchte, dem sei der Beitrag der Nuklearia zum Fall der belgischen Anlagen Tihange und Doel (»Belgische Rissreaktoren«) empfohlen.
Es gibt in solchen Fällen höher versprödeter Komponenten mehrere Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen: materialschonende Fahrweisen der Anlage, eine spezifische Beschickung des Reaktorkerns mit Brennelementen, und Maßnahmen zur Regenerierung des Reaktordruckbehälters. In Osteuropa werden alle drei Ansätze verfolgt: Man beheizt die Flutbehälter für das Notkühlsystem, man stellt auf die Außenpositionen im Reaktorkern Brennelement-Dummies aus Stahl, die die Strömungseigenschaften des Kerns erhalten, aber den Neutronenbeschuss des Druckbehälterstahls verringern, und man regeneriert den Reaktorstahl.

Wie regeneriert man einen Reaktordruckbehälter? Das ist eine wichtige Frage, denn der Reaktordruckbehälter (RDB) ist eine der wenigen Komponenten eines Kernkraftwerks, die nicht redundant, das heißt, in mehrfacher Ausführung vorhanden sind. Seine Integrität ist folglich das K.O.-Kriterium für die Laufzeit der Anlage. Daher werden in älteren osteuropäischen Anlagen die Reaktordruckbehälter einer sogenannten Wiederholungsglühung unterzogen. Der Reaktor wird entladen, und an das leere Druckgefäß wird ein Aggregat montiert, das den Behälterstahl für rund 150 Stunden auf eine Temperatur von ca. 475 Grad Celsius bringt. Diese Wärmebehandlung erneuert die kristallinen Binnenstrukturen des Werkstoffs, welche durch den Neutronenbeschuss verändert wurden, was zur Versprödung und damit höherer Empfindlichkeit für Temperaturschocks geführt hatte. Die Wiederholungsglühung beseitigt diesen Effekt und stellt das ursprüngliche Elastizitätsverhalten wieder her.

Osteuropa hat also eigentlich eine gute Strategie zur Erhöhung der Komponentensicherheit gefunden – was natürlich gar nicht zu den von deutschen Journalisten in solchen Zusammenhängen gerne produzierten Klischees von instabilen Staaten, autoritärer Herrschaft und maroden Industrieanlagen passt.

Eigentlich ist das Gegenteil der Fall: Während sich westliche Betreiber mit den anlagenschonenden Ansätzen begnügen – so z.B. im Falle des inzwischen stillgelegten schwäbischen KKW Obrigheim – geht Osteuropa unter russischer Technologieführerschaft seit Jahren neue Lösungswege, und – auch nicht unwichtig – setzt zudem in Neubauten sicherheitstechnisch fortgeschrittene Reaktorkonzepte in die Tat um.

Anlagenschonende Ansätze wiederum sind kein Ausweis für die Instabilität eines Systems. Es gibt sie überall in der Verfahrenstechnik. Man wärmt Systeme vor oder schaltet sie auf eine bestimmte Weise, um beispielsweise Kondensationsschläge in Rohrleitungen oder Materialschäden durch zu steile Temperaturgradienten zu verhindern. Niemand würde auf die Idee kommen, solche Anlagen in der Chemieindustrie oder auch in Kohle- und Gaskraftwerken nicht mehr zu betreiben, weil es ohne schonende bzw. vorgeschriebene Fahrweise zu Problemen kommen könnte.

Die Experten, die vom WDR befragt wurden, sehen das anders – denn sie können gar nicht anders. Sie sind auf jener Linie, dass nur ein nie gebautes KKW ein sicheres sei, und haben als Gutachter von Ökoinstituten und als Ministeriale unter Rot-Grün diese Politik in Berichte und Rechtstexte umgesetzt. Da kann man auch die AfD als alleinige Experten für Migrationspolitik anhören – aber diese Reportage muss erst noch geschrieben werden.

 

Die wahre Enthüllung wartet noch

All den Alarm-Experten sei jedoch versichert: Die wirkliche Enthüllung wartet noch auf einen aufmerksamen Rechercheur – jene über die akut drohenden Versorgungs- und Umweltrisiken im Zuge einer fehlgeplanten Energiewende, an der die Öko-Experten gut mitverdienen.

Die 25 Milliarden Euro pro Jahr, welche dieses Experiment am offenen Energieherzen unserer Industriegesellschaft kostet, wären anderweitig besser investiert. Denn man kann Europas alternden Reaktorpark entweder durch Kohlekraft und Chaos ersetzen, wie es Deutschland macht, oder durch bessere Kernkraftwerke.

Dr. Anna Veronika Wendland

 

Dr. Anna Veronika Wendland ist Osteuropa-Historikerin und Forschungskoordinatorin am Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg. Sie forscht zur Geschichte von Atomstädten und nuklearen Sicherheitskulturen in Ost- und Westeuropa, unter anderem auch im Zusammenhang des transregionalen Sonderforschungsbereiches SFB-TRR 138 »Dynamiken der Sicherheit« der Universitäten Marburg und Gießen sowie des Herder-Instituts, in dem es um Versicherheitlichungsprozesse von der Antike bis zur Jetztzeit geht. Sie ist Vorstandsmitglied des Nuklearia e. V.

 

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Manager, Unternehmerverbände und die Grünen

Führende Manager und Arbeitgeberverbände übertrumpfen sich gegenwärtig bei ihren Anbiederungsversuchen an Parteien und NROs (Nicht-Regierungsorganisationen). EnBW und RWE überschlagen sich in ihrer Gefälligkeit gegenüber grünen Forderungen, RWE blockiert und löscht nach unseren Informationen auf seiner Facebookseite alles, was die Klimawandel-Ideologie und die Erneuerbaren Energien in Frage stellt. Aber nicht nur die Energiekonzerne geben sich devot, die Automobilindustrie und die Industrie- und Handelskammern kämpfen um die besten Plätze am gedeckten grünen Tisch.

 

Manager biedern sich an

Der Daimler-Chef Dieter Zetsche machte durch seinen Auftritt auf dem Parteitag der Grünen in Münster am 13. November auf seine Berufsgruppe aufmerksam. Wallstreet online schrieb: “Wie bei deutschen Managern leider üblich, biederte er sich auf dem Parteitag bei den Grünen an. Sogar in der Kleiderordnung wollte er “grün” erscheinen, ohne Krawatte, in Jeans und Sneakers. Und natürlich betonte er, so wie wir es von deutschen Managern kennen, anbiedernd, er teile ja die Ziele der Grünen… Haben Sie das auch schon einmal verfolgt: In jeder Talkshow das gleiche Spiel: Wenn schon einmal ein Unternehmer oder Manager eingeladen wird (was selten genug passiert) biedert der sich bei allen anwesenden Linken und Grünen an und beteuert beflissen, “dass wir gar nicht so weit auseinander sind”. Umgekehrt wird man das nicht erleben.”

fischer

Sonderausgabe zum IHK-Außenwirtschaftstag NRW, 2016 (pdf)

Zum 9. Außenwirtschaftstag der 16 Industrie- und Handelskammern aus Nordrhein-Westfalen am 29. September 2016 in der Stadthalle in Bielefeld war als “Key-Note-Speaker” Joschka Fischer, der Grüne und ehemalige Bundesaußenminister, eingeladen. Das Motto lautete “Unternehmen in bewegten Zeiten”. Die Rekordbeteiligung von insgesamt 1.000 Teilnehmern bestätigte den Organisatoren, was sie bestätigt wissen wollten: Die Veranstaltung habe deutlich gemacht, dass sich die Welt zweifellos im Umbruch befinde, sagen sie. Richtung Grün, versteht sich.

Ein “Key-Note-Speaker” und ein Referent sind nicht dasselbe. Der feine Unterschied spielt eine große Rolle. Die nach eigenen Angaben größte Redneragentur Deutschlands, Speakers Excellence, die sich darauf spezialisiert hat, die passende Persönlichkeit für jeden Anlass zu finden, bezeichnet den “Key-Note-Speaker” als den Hauptreferenten, dem die wichtige Rolle zukomme, das Publikum zu begeistern und für die folgenden Inputs zu öffnen und einzustimmen. Er müsse seine Inhalte auf dieses Publikum und das Ziel der Veranstaltung zuschneiden. Es sei schließlich seine Aufgabe, “die Essenz des Meetings zu erfassen und zu vermitteln – mit seinen Inhalten und Mitteln der Unterhaltung.”

Joschka Fischer ist solch ein Show-Talent, ein Stimmungsmacher, ein Aperitif, ein Richtungsweiser. In einer Sonderausgabe zum IHK-Außenwirtschaftstag NRW kokettiert die IHK mit der Turnschuhvergangenheit des 68-jährigen Fischers. Warum? Weil sie beweisen will, dass sie jetzt grün, jung und modern ist? Joschka Fischer hat aber nicht nur Turnschuhe getragen, sondern auch Steine gegen das Establishment geworfen. Und ihm gelingt das Unglaubliche: Die in der Regel nüchtern denkenden und rational handelnden Kaufleute lassen sich von dem empor gekommenen, neokonservativen Straßenkämpfer widerstandslos dessen grüne Geschäftsphilosophie aufdrängen: “Die Instabilität ist die neue Stabilität.”

Ein Key-Note-Speaker muss über keine Branchenkenntnisse verfügen. Es genüge, sagt die Agentur, dass er sich Branchenkenntnisse, Kenntnisse zum Publikum und zum Ziel der Veranstaltung aneignet und seine Präsentation entsprechend anpasst. Dafür erhält er nach ihren Angaben zwischen 3.000 Euro und 10.000 Euro Honorar, bekannte Persönlichkeiten auch darüber. Für einen derartigen Vortrag erhielt beispielsweise der damalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück 2012 von den Stadtwerken Bochum 25.000 Euro. Für den Grünen Fischer, der vor Beendigung der 10. Klasse das Gymnasium ohne Abschluss verließ und sich durch verschiedene Gelegenheitsarbeiten über Wasser hielt, bevor er sich seinen Weg durch die grüne Politik bahnte, eine beachtliche Anerkennung eines Berufsversagers durch die Industrie- und Handelskammern, den Verbänden aus Unternehmern und Wirtschaftsunternehmen.

Die Grünen sind angekommen. Daniel Cohn-Bendit, der einstige Straßenkämpfer und Mitbegründer der Grünen, der an der Seite von Joseph Fischer nach der Gründung der Grünen für den Realo-Kurs gekämpft hat, wurde von der Stadtverwaltung in Frankfurt zum 3. Oktober dieses Jahres, dem Tag der deutschen Einheit, als Festredner eingeladen. Dass die Grünen im Jahr 2013 wegen der Bejahung der Pädophilie in den 1970-er und 1980-er-Jahren in die Schlagzeilen geraten waren, auch Cohn-Bendit, interessierte den SPD-Bürgermeister nicht. Wer vielleicht dachte, die Grünen hätten das Image der Schmuddelkinder abgestreift, ist überrascht, es scheinen neue Schmuddelkinder im politisch und wirtschaftlich schmuddeligen Establishment hinzu gekommen zu sein.

 

Der Deutsche Arbeitgeberverband e.V. auf eigenem Wirtschaftskurs

Durch die Gesellschaft, Unternehmen und Familien, geht ein Riss, der sich nachhaltig auf die Entwicklung der Zivilisation auswirken wird. Die Vertreter des politischen und wirtschaftlichen Establishments, Kirchen und NGOs teilen die Ideologie vom menschengemachten Klimawandel. Bei genauer Betrachtung ist sie nichts anderes, als ein Wirtschaftsankurbelungsprogramm, von dem die sehr gut vernetzten Initiatoren der Energiewende gemeinsam profitieren.

Der Deutsche Arbeitgeberverband folgt diesem Mainstream nicht. Die deutsche Energiewende habe keines der ursprünglich gesteckten Ziele erreicht. Insbesondere seien die Emissionen an Kohlendioxid seit 2010 nicht mehr abgesenkt worden. Die Stromkosten für Haushalte und Industrie hätten sich stark erhöht und zu einem Arbeitsplätzeabbau in energieintensiven Branchen geführt. Die Energiewende stecke daher in der Sackgasse: Obwohl sie von Jahr zu Jahr teurer werde, führe sie beim Ausstieg aus fossilen Energieträgern nicht weiter. Stromspeicher können nicht in dem Maße gebaut werden, wie sie für den jahreszeitlichen Ausgleich von Solar- und Windenergie notwendig wären, sagt der Verband. Solche Stromspeicher müssten mehrere Tausend Mal größer sein als alle heute existierenden Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland.

Der Deutsche Arbeitgeberverband wirbt für neue Wege in der Energiepolitik. Es geht ihm insbesondere um einen kosteneffizienten Umbau aller Energiesysteme – nicht nur des Stromsektors sondern auch der Mobilitäts- und Wärmemärkte – mit dem Ziel, glaubwürdige Alternativen zu fossilen Energieträgern, die es heute noch nicht gibt, zu entwickeln und einzuführen. Hierbei sollten in Zukunft naturwissenschaftliche, technische, volkswirtschaftliche und politische Gesetze und Rahmenbedingungen stärker beachtet werden.

Keine leichte Aufgabe in einem Land wie Deutschland, das sich im Energiewenderausch rationalen Argumenten zur zukünftigen Energieversorgung verweigert.

Quellen:


Ruhrkultour Leseempfehlungen:

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Die Industrie verlässt Deutschland, und die deutsche Ingenieurskunst geht mit

Die Deindustrialisierung Deutschlands nimmt ihren Lauffactory-1354674_640

ThyssenKrupp überprüft zurzeit sein Industriegeschäft und Möglichkeiten einer Restrukturierung. Dies könnte sowohl Stellenstreichungen als auch die Verlagerung von Standorten zur Folge haben.

Im Mittelpunkt der internen Prüfung bei ThyssenKrupp steht neben Indien, Thailand und Mexiko auch Russland. “Wir wollen in regionalen Märkten stärker präsent sein und dort ein lokales Geschäft aufbauen”, sagt Jens Michael Wegmann, der neue Vorstandschef der ThyssenKrupp Sparte Industrial Solutions.

Zu Industrial Solutions gehört neben dem Anlagenbau auch der Marineschiffbau. Weltweit sind dort rund 19.000 Mitarbeiter, davon etwa 11.000 in Deutschland, beschäftigt. Der Bereich Großanlagenbau mit Hauptsitz in Dortmund (Uhde) umfasste 2011 bundesweit noch 4.900, heute immerhin noch 2.300 Mitarbeiter. Weitere Stellenstreichungen in der Sparte Großanlagenbau sind geplant.

Sanktionen gegen Russland und der Maschinen- und Anlagenbau

Selten sei der Andrang europäischer Unternehmen und Politiker auf dem St. Petersburger Wirtschaftsforum so groß gewesen wie im Juni dieses Jahres, berichtet das Fachblatt für Chemietechnik. Der russische Industrieminister Denis Manturow und Wirtschaftsminister Aleksei Ulukajew hatten in den letzten Monaten mehrfach Deutschland besucht und für den Standort Russland geworben. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) warnt vor einer Verlängerung der Russland-Sanktionen. Je länger die Sanktionen aufrechterhalten würden, desto größer sei die Gefahr eines dauerhaften Auseinanderdriftens Russlands und Europas.

Im Geschäftsjahr 2014/2015 hat ThyssenKrupp im Anlagenbau rund 22 Prozent der Erlöse in Europa und den GUS-Staaten (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten – eine regionale internationale Organisation, in der sich verschiedene Nachfolgestaaten der Sowjetunion zusammengeschlossen haben) erwirtschaftet. Durch die mögliche Abwanderung zum Kunden verlöre Deutschland im Großanlagenbau als Markt an Bedeutung, wie die vergangene Branchenbilanz des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zeige. Danach sind die Zahl der bestellten Großanlagen auf den niedrigsten Stand seit mehr als 30 Jahren gefallen.

Der Maschinen- und Anlagenbau gehört zu den Kernkompetenzen der deutschen Wirtschaft. Eine Abwanderung von ThyssenKrupp aus Deutschland würde für das Land einen Verlust von Kernkompetenzen bedeuten. Von der Abwanderung wäre insbesondere das Ruhrgebiet betroffen, denn der Schwerpunkt von Uhde liegt in Dortmund.

Der Prozess der Deindustrialisierung ist eine Folge der Energiewende

Die Energiewende hat eine nachhaltige Bedeutung für den wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands.   “Der Markt für den Neubau fossiler Kraftwerke etwa ist zusammengebrochen”, heißt es dazu beim VDMA. Nicht viel anders sehe es in der Prozess- und Grundstoffindustrie aus, dort würden derzeit aufgrund von Überkapazitäten, hohen Energiepreisen und strengen Regulierungsvorschriften kaum noch Großprojekte realisiert.

Den Prozess der Deindustrialisierung kann und will das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz nicht aufhalten, aber offenbar beschleunigen. Am 2. Juli 2016 teilte es mit, dass die Landesregierung die erste Nachhaltigkeitsstrategie für NRW beschlossen habe. In der Pressemitteilung wird der Industriestandort NRW nur in einem Nebensatz erwähnt, allerdings mit dem Etikett “nachhaltig”. Die Landesregierung setze sich “für gute Arbeit, für ambitionierte Umweltstandards und für einen nachhaltigen Industriestandort ein”, sagte “Klimaminister” Johannes Remmel.

Quelle: http://gegenwind-starnberg.de/tag/stromverbrauch/

Rudolf Staudigl, Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie über die größte Investition in der Firmengeschichte. Quelle: Münchner Merkur vom 27.04.2016, Gegenwind Starnberg

Das Ruhrgebiet wird es nach grünem Willen als Industriestandort nicht mehr geben, an seine Stelle soll die Umweltwirtschaft treten, ein sich selbst verwaltendes grünes System. Die Folge wird sein, dass zukünftig im Ausland produziert werden wird, und verwalten können sich die meisten Länder auch sehr gut selbst. Bis 2025 soll die Zahl der Erwerbstätigen in der Umweltwirtschaft in NRW auf mindestens 420.000 steigen, sodass ein parasitärer, weil von staatlichen Mitteln abhängiger, grüner Arbeitsmarkt zu entstehen droht.

Wieviele produktive Arbeitsplätze durch die Energiewende vernichtet wurden und werden, wird in keiner grünen Statistik auftauchen.

Dass die Energiewende ein wesentlicher Grund für die Abwanderung der Industrie ist, wird von den Unternehmensführern selten laut geäußert. Für Unternehmen, die sehr viel Strom benötigen, wie zum Beispiel Wacker Chemie, sind die Stromkosten trotz einer erheblichen Reduzierung der EEG-Umlage noch zu hoch, um mit hochwertigen Produkten gegenüber der Billigkonkurrenz bestehen zu können. Darauf wies Peter-Alexander Wacker, Aufsichtsratsvorsitzender Wacker AG, Ende 2013 in einem Interview hin. 

Interview mit Peter-Alexander Wacker, Aufsichtsratsvorsitzender Wacker AG


Wacker Chemie hat im April 2016 nach mehrjähriger Vorplanung und einer Investition in Höhe von 2,2 Milliarden Euro eine Fabrik in Charleston/US-Bundesstaat Tennessee für die Herstellung von Polysilizium für die Solar- und Halbleiterindustrie offiziell eröffnet. Ein Ausbau der Anlagen ist geplant. Die Straße in Charleston, an der das neue Werk der Wacker Chemie liegt, wurde zu Ehren des Münchner Chemikonzerns, dem größten Arbeitgeber am Ort, in Wacker Boulevard umbenannt. “Vorbild für Charleston ist Burghausen, wo Wacker über die vergangenen Jahrzehnte einen Standort aufgebaut hat, der einer Stadt gleicht… Und bereits Ende des Jahres werden am Wacker Boulevard genauso viele Menschen arbeiten wie in Charleston leben.” In Burghausen arbeiten fast 10.000 Mitarbeiter.

Die Produktion wandert Dank der Energiewende aus Deutschland ab, mit ihr leider auch die deutsche Ingenieurskunst. Die Zukunft und soziale Sicherheit Hunderttausender Menschen in Deutschland liegt dort, wo vor der Industrialisierung alles begann – wenn die Bevölkerung nicht dafür sorgt, dass der grüne Albtraum verschwindet.

 

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“Nachhaltigkeitsstrategie” – Ein neuer Treibsatz für die Deindustrialisierung Nordrhein-Westfalens

Die rot-grüne NRW-Landesregierung hat eine Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen, durch die sich NRW (als erstes deutsches Bundesland) verpflichtet, “die globalen Nachhaltigkeitsziele des New Yorker UN-Gipfels vom vergangenen September umzusetzen.” Das erklärte Landesumweltminister Johannes Remmel am Samstag (02.07.2016) in Düsseldorf.

Nordrhein-Westfalen – “Vorreiter der ökologisch-industriellen Revolution”

“Wir wollen Nordrhein-Westfalen zum Vorreiter der ökologisch-industriellen Revolution machen”, sagte die Ministerpräsidentin NRW, Hannelore Kraft, in ihrer Regierungserklärung 2010. Die Regierungserklärung sei allerdings nicht mehr auf der Seite der SPD NRW zu finden, meint die Süddeutsche Zeitung (SZ). Das könne ein Zufall sein”, sagt sie, vermutet aber einen “praktischen Zufall, weil dann niemand mehr darauf stößt, was die Ministerpräsidentin in ihrer Erklärung 2010 gesagt hat.” Das ist nicht ganz richtig, denn ein Link verweist auf die Seite der Landesregierung, und nach vier Klicks findet man die Regierungserklärung dort.

Was ist aus dem “Vorreiter der ökologisch-industriellen Revolution” geworden?

NRW ist abgerutscht

Die Wirtschaft in NRW hat sich 2015 wie schon in den Jahren zuvor weiter schlecht entwickelt, so schlecht wie in keinem anderen Bundesland. Nordrhein-Westfalen ist beim Wirtschaftswachstum auf den letzten Platz aller Länder abgerutscht. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kommen beide zu einem ähnlichen Ergebnis: Es herrsche totale Stagnation, die Wirtschaft habe 2015 bei 0,0 Prozent stagniert, NRW sei bundesweit Schlusslicht. Auch bei Investitionen in Sachkapital und Arbeitskräfte falle das Land deutlich hinter andere Bundesländer zurück. Alles in allem ergebe sich “ein wenig hoffnungsvolles Bild für Nordrhein-Westfalen.”

Was sagt die SPD NRW 2016?

Für die SPD NRW ist Nordrhein-Westfalen ungebrochen die attraktivste Wirtschafts- und Investitionsregion Europas, “der Investitionsstandort Nummer Eins”. Jeder dritte Euro des Haushalts gehe in Kinder, Bildung und Familien. Aus der Sicht der SPD ist demnach alles bestens bestellt in NRW. Hannelore Kraft und die SPD seien die “Stabilitätsanker der Politik in Nordrhein-Westfalen”, meint die SPD und erklärt: “Wir sind auf dem richtigen Weg. Das zeigen auch die Zahlen und Fakten.”

Die Zahlen und Fakten zeigen etwas ganz anderes. Danach weist NRW “einen merklichen Rückstand bei der Kapitalbildung und beim technischen Fortschritt auf”, stellt das RWI fest. In Bayern etwa sei der Beitrag dieser beiden Wachstumstreiber doppelt so hoch.

Was zeigen die Zahlen und Fakten?

Der IW-Ökonom Klaus-Heiner Röhl hält “die industriepolitische Idee von Rot-Grün, mit grünen Techniken schwarze Zahlen zu schreiben” für einen falschen Schwerpunkt, sie könne in einem Schwerindustrie-Land allenfalls eine Nebenrolle spielen, sagte er RP-Online. Röhl: “NRW schafft es unter der rot-grünen Landesregierung einfach nicht, sich als wirtschaftsfreundlicher Standort zu positionieren.”

industry-1365011_640Eine ähnlich Auffassung vertreten laut RP-Online auch die Wissenschaftler des RWI. Sie betonen, dass die Industrie auch in Zeiten der anhaltenden Dienstleistungsorientierung ein Rückgrat der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes bleibe. Dies gelte insbesondere für NRW, wo mit knapp zwei Millionen Arbeitnehmern fast ein Viertel der Beschäftigten im Produzierenden Gewerbe ihr Geld verdienten. Insgesamt sehe das RWI in der NRW-Wirtschaft derzeit wenig Licht. Weder bei der Wertschöpfung, bei der Beschäftigung, bei Produktivität noch bei Löhnen in der Industrie stehe NRW in den vergangenen Jahren gut da. “Im Vergleich mit anderen westdeutschen Flächenländern bildet NRW meist das Schlusslicht oder belegt einen der hinteren Plätze”, heißt es in der bei RP-Online zitierten Studie. Das RWI bilanziere einen “systematischen Rückstand in fast allen Kennzahlen”.

Klimaschutz – Die falsche Gewichtung

Trotz der offen liegenden Fakten von RWI und IW sieht die SPD NRW Nordrhein-Westfalen keinen Grund für einen Positionswechsel. Sie propagiert unverdrossen NRW als das Energie- und Klimaschutzland Nummer 1. Damit richtet sich die SPD auf die nächsten Landtagswahlen aus, aber das Bundesland NRW zugrunde – sollte rot/grün wiedergewählt werden. Die Leitlinien der Landespolitik sind ideologisch durch die grüne Klimaschutz-Ideologie vorgegeben, die in fast allen Parteien Einzug gefunden hat, eine Erfahrung, die offenbar auch Garrelt Duin (SPD), seit 2012 Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, macht.

Der grüne Landesminister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Johannes Remmel, Minister seit 2010, vom Landesumweltministerium als  “Klimaschutzminister” bezeichnet, bestimmt über die Klima-Ideologie offensichtlich auch die Leitlinien der Wirtschaftspolitik des bevölkerungsreichsten Bundeslandes. Hinter dem Etikett ist der ideologische Führungsanspruch manifestiert, denn Klimaschutz ist für SPD und Grüne mehr als nur die Umwelt, nämlich eine heilige Kuh. Alles, was im Namen des Klimaschutzes gemacht wird, wird nicht geschlachtet, alles, was der Klima-Ideologie im Wege steht, wird vernichtet. Die Zerstörung der Natur durch Windkraftanlagen und die flächendeckende Industrialisierung der Landschaft sind der offensichtliche Beweis. Proteste von Naturschützern stoßen bei Rot-Grün auf Empörung, selbst Studien renommierter Wirtschaftswissenschaftler, die eine weitere Deindustrialisierung Nordrhein-Westfalens befürchten und die Industrie stärken wollen, verhallen ohne nennenswerte Wirkung. Sie stoßen auf taube Ohren bei

Johannes Remmel, der eine für grüne Spitzenpolitiker eher typische Karriere vorweisen kann: Bevor Remmel Politiker wurde, hat er ein Lehramtsstudium in den Fächern Geschichte, katholische Theologie und Sport an der Gesamthochschule Siegen (seit 2003: Universität Siegen) abgebrochen. Er war ein Jahr Vorsitzender des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) und hat drei Jahre Unterrichtserfahrung in „Deutsch als Fremdsprache“ vorzuweisen. 

Nachhaltigkeitsstrategie – Ein neuer Treibsatz für die Deindustrialisierung Nordrhein-Westfalens

Weitere Pflöcke für den wirtschaftlichen Niedergang des bevölkerungsreichsten Bundeslandes wurden gestern eingeschlagen: Die rot-grüne NRW-Landesregierung hat eine Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen, durch die sich NRW (als erstes deutsches Bundesland) verpflichtet, “die globalen Nachhaltigkeitsziele des New Yorker UN-Gipfels vom vergangenen September umzusetzen.” Das erklärte Landesumweltminister Johannes Remmel am Samstag (02.07.2016) in Düsseldorf.

Zu den Nachhaltigkeitszielen gehören unter anderem die Reduzierung der Treibhausgase um 80 Prozent bis 2030 und die Erhöhung der Erwerbstätigenzahl in der Umweltwirtschaft. Die tatsächlich gemessenen Treibhausgasemissionen sei Indikator für das Ziel, die Treibhausgase zu reduzieren. Messbare Indikatoren für Nachhaltigkeit sollen desweiteren die Erwerbstätigenquote älterer Menschen und Frauen sein.

Die Priorität der Klima-Ideologie, die den Menschen vorgaukelt, die globalen Temperaturen durch Windkraft- und Solarananlagen nach Bedarf steuern zu können, ist die entscheidende Grundlage für den Zerfall der Wirtschaftsregion NRW. Die ökologisch-industrielle Revolution, von der Hannelore Kraft 2010 träumte und vielleicht noch immer träumt, wird eine Vielzahl parasitärer Arbeitsplätze schaffen, die nicht durch Arbeit, sondern durch Fördermaßnahmen und Subventionen entstehen und unterhalten werden – so lange sie von der arbeitenden Bevölkerung bezahlt werden können.

 

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Windkraftanlagen gefährden Industrie in NRW

Das als “Bester Arbeitgeber 2016” ausgezeichnete Großunternehmen „Viega“ (3.800 Beschäftigte), lehnt die geplanten Windkraftanlagen im Kreis Olpe (NRW) ab. Windkraftanlagen behinderten die Bemühungen, „hervorragendes Personal anzuwerben“, sagt Walter Viegener, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens “Viega”, und mit ihm weitere Unternehmer im Kreis Olpe. Sie sehen durch die in Südwestfalen geplanten Windkraftanlagen Standortfaktoren in der Region beeinträchtigt und sogar die Existenz von Industriebetrieben aufs Spiel gesetzt.

Mitarbeiter wollen eine Landschaft mit vielen Freizeitmöglichkeiten, keine Windkraftanlagen

Viega wurde erst vor wenigen Tagen als „Bester Arbeitgeber 2016“ in der Kategorie „Herstellung und Verarbeitung von Werk- und Baustoffen, Metallen und Papier“ ausgezeichnet. Das Unternehmen belegte den ersten Platz, im Gesamt-Ranking schaffte es Viega sogar unter die Top 50 von 1000 Firmen.

Der Protest gegen die geplanten Windkraftanlagen verdient besondere Aufmerksamkeit, weil die Auszeichnung Viegas die Akzeptanz der Mitarbeiter widerspiegelt. kununu: „Mitarbeiter achten immer stärker darauf, ob ein Arbeitgeber zu ihnen und ihren Wünschen passt. Das Feedback der aktuellen Mitarbeiter in Form von Arbeitgeberbewertungen, Rankings und Auszeichnungen spielt dabei eine wichtige Rolle, da es einen authentischen Blick hinter die Unternehmensfassade erlaubt.“ (kununu ist das größte Arbeitgeberbewertungsportal im deutschsprachigen Raum)

Hier zeigt sich eine der fundamentalen “Erbkrankheiten” der Energiewende: Die unterschiedlichen Interessen verschiedener Industriezweige wurden politisch zu Gunsten der Windindustrie entschieden. Deren politische Bevorzugung gefährdet nicht nur einzelne Betriebe, sondern offenbar auch ganze Regionen.

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IKZ | 04.02.2016 | Seite 1
Unternehmer machen gegen Windkraft mobil
„Anlagen gefährden Personalanwerbung“
Gunnar Steinbacholpe
Attendorn. “Vier große Unternehmen im Kreis Olpe mit zusammen mehreren Tausend Mitarbeitern sehen durch die in Südwestfalen geplanten Windkraftanlagen Standortfaktoren in der Region beeinträchtigt und sogar die Existenz von Industriebetrieben aufs Spiel gesetzt. Walter Viegener (Viega), Thomas Muhr (Muhr und Bender), Arndt G. Kirchhoff (Kirchhoff Holding) und Helmut Hinkel (Gedia) fordern in einem Brief an Bundes- und Lokalpolitiker, nichts zu unternehmen, was zu einer Schwächung der Industrie führe.
Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und dem Trend zur Urbanisierung seien eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung und der Wegzug in Großstädte zu befürchten. Die Windkraftanlagen behinderten die Bemühungen, „hervorragendes Personal anzuwerben“, so die Unternehmer. Ein Werbeargument für die Region sei die Landschaft mit vielen Freizeitmöglichkeiten. Windenergie würde diesen Standortfaktoren schaden.”

Es ist nicht anzunehmen, dass der Unternehmer-Brief an Bundes- und Lokalpolitiker eine ähnliche Aufmerksamkeit erzeugen wird, wie die Verleihung der Auszeichnung Viegas als “Bester Arbeitgeber 2016”.
Deshalb vielen Dank an VernunftWende Bündnis NRW, ohne deren Veröffentlichung bei Facebook diese Warnung möglicherweise den Kreis Olpe nicht verlassen hätte.

Quellen/Medienberichte:

 

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Der sinnlose Angriff von Ökostrom-Missionaren auf die Energiekonzerne

blackout“Ideologische Ökostrom-Missionare” haben einen Grund zum Jubeln: Die Energieriesen liegen fast am Boden. Sie sollen in die Haftung genommen werden, ohne Rücksicht darauf, dass dies der Anfang vom wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands sein wird. Allein die Eon-Aktie verlor am Donnerstag 7,6 Prozent ihres Werts. Der Politik dämmert, dass die Energiewende in die ökonomische, ökologische und soziale Katastrophe führt, aber sie ist handlungsunfähig, weil sie sich selbst nicht früher als nötig zum Gespött der Welt machen und eingestehen will, dass Wind und Sonne unbeherrschbare Zufallsstromerzeuger sind. Großspeicher, die ökologisch und ökonomisch realisierbar wären, gibt es nur im Traum. Die Welt sieht sich die Selbstzerstörung Deutschlands an – und lernt daraus.

“Gabriel schwingt mit seinen wiederholten Attacken auf Eon und RWE die politische Abrissbirne tief hinein ins…

Posted by Ruhrkultour on Montag, 14. September 2015

Langeheine

Tucker

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NewPark Recklinghausen – ein “Tollhaus”?

Die Ruhrbarone machten am 25.08.2015 darauf aufmerksam, dass bei dem letzten großen Industrieprojekt in NRW, NewPark Recklinghausen, offenbar mit verdeckten Karten gespielt wird. Der grüne Umweltminister Johannes Remmel brachte nach vorliegenden Informationen ein Vorkaufsrecht der Bauern ins Spiel. Die Fläche gilt jedoch als ungeeignet für die Landwirtschaft.
Und nun habe sich, so berichten die Ruhrbarone, ein Interessent gefunden, welcher laut der Recklinghäuser Lokalzeitung (der Artikel kann nur von Abonnenten der Zeitung abgerufen werden) gleich für 100 Hektar der begehrten Flächen mitgezeichnet haben soll: der BUND-Funktionär Thomas Krämerkämper.

Thomas Krämerkämper ist Vorstandsmitglied des Bundes für Umwelt und Naturschutz in NRW (BUND). Er habe das Grundstück als “Nebenerwerbslandwirt” zusammen mit einem Bauern erwerben wollen. Diese Information über das Vorhaben des bekannten BUND-Aktivisten erhielten die Ruhrbarone von Lokalpolitikern aus der Region. Ruhrbarone: “Da der Castrop-Rauxeler Krämerkämper allerdings im Hauptberuf bekanntlich Geschäftsführer einer IT-Firma in Dortmund (Getit GmbH) ist, hätte ein solches geplantes Vorgehen dann allerdings tatsächlich und ganz objektiv betrachtet wohl zumindest ein kräftiges ‚Geschmäckle‘.”

Worum geht es in Recklinghausen wirklich? Warum mischt sich ein BUND-Funktionär ein? Ist das ein “Tollhaus”, wie die Ruhrbarone meinen, oder steckt dahinter ein knallhartes Kalkül? Krämerkämper sei vor allem im nördlichen Ruhrgebiet präsent: “Ob es gegen das Eon-Kraftwerk Datteln IV, das Gewerbegebiet Newpark oder eine Umgehungsstraße geht – immer wenn es gilt Industrievorhaben zu kritisieren, ist Krämerkämper mit dabei.” Aber zu seinen Kunden gehören laut Referenzen auch RWE (VoRWEgehen) und Evonik. Getit “betreut für diverse Gesellschaften des RWE Konzerns verschiedene Online-Projekte und alle E-Commerce-Aktivitäten”, heißt es dort. Evonik ist ein börsennotiertes Unternehmen der Spezialchemie.

Wie passen der rigorose Kampf gegen Industrieansiedlungen, Tätigkeiten für die Großindustrie und die Vorstandstätigkeit für den BUND zusammen? Kein “Tollhaus”, sondern eine denkbare Konstellation und Grundlage für Verhaltensmuster, wenn es um Einkünfte aus Erneuerbaren Energien, beispielsweise um den Bau von Windkraftindustrieanlagen geht?

Den Verdacht, dass die Grünen die Deindustrialisierung Deutschlands vorantreiben wollen, hat der grüne Umweltminister…

Posted by Ruhrkultour on Donnerstag, 20. August 2015

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