Osteuropäische

Unterlaufen Osteuropäische EU-Staaten das Pariser Klima-Abkommen?

Osteuropäische Staaten gehen auf Distanz

Der US-Präsident Donald Trump geht nicht alleine auf Distanz zum Pariser Klimaschutz-Abkommen. Der Journalist und Autor Arthur Neslen, Climate Home, berichtet, dass osteuropäische EU-Staaten hinter den Kulissen eine Revolte gegen das Pariser Abkommen vorbereiten. Sie blockieren Schlüsselmaßnahmen, die erforderlich sind, um das Versprechen einzulösen, das sie vor 18 Monaten unterzeichnet habe, sagt Neslen.

 

Klima-Abkommen

Auf der Pariser Klimaschutzkonferenz (COP21) im Dezember 2015 haben sich 195 Länder auf ein allgemeines, rechtsverbindliches weltweites Klimaschutzübereinkommen geeinigt. Das Übereinkommen umfasst einen globalen Aktionsplan, der die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C begrenzen soll, um einem “gefährlichen Klimawandel” entgegenzuwirken.

 

Verzögerungstaktik

Der Journalist und Autor Arthur Neslen berichtet über Dokumente, die belegen, dass die Visegrád-Länder* versuchen, mittels eines Nachhut-Manövers alle Bemühungen zur Einhaltung des Klimaschutz-Abkommens auszuhöhlen, zu blockieren oder zu verwässern. Er sehe darin Parallelen zum Rückzug von Präsident Donald Trump aus der Klimapolitik in Washington, sagt Arthur Neslen.

Die Energieeffizienz soll bis zum Jahr 2030 rund die Hälfte der Emissionsreduktionen in Europa ausmachen. Ein tschechischer Vorschlag könnte jedoch die Energiesparverpflichtungen um 1,5% pro Jahr auf tatsächlich nur 0,35% reduzieren.

Unterhalb des Radars habe Polen ein Manöver gestartet, das das Winterpaket der EU in seiner Gesamtheit – insbesondere eine geplante Begrenzung der Emissionen von Kraftwerken – blockieren könnte. Dazu müsste es von einem Drittel der EU-Parlamente oder 10-13 Staaten unterschrieben werden.

Die verschiedenen Flügel der EU werden nach Meinung von Arthur Neslen schließlich einen Kompromiss ausdiskutieren. Er werde zwischen dem ursprünglichen Vorschlag der Kommission, der zur Erfüllung des Pariser Versprechens vorgesehen war, und den Gegenvorschlägen, die dazu bestimmt sind, diesen zu schwächen, liegen.

Die Auswirkung, die dies auf die Gesamtemissionen der EU haben könnte, habe in Brüssel bei denjenigen Bedenken hervorgerufen, die die Marktführerschaft der EU in Klimafragen behalten wollen.

Quellen:

Sinngemäße Übersetzung von Martin Schade

*Visegrád-Länder, Visegrád-Gruppe oder auch als V4 bekannt, ist eine lose Kooperation der vier mitteleuropäischen Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn. Sie sind sich einig in ihrer Ablehnung der Flüchtlingspolitik Merkels. 

Foto: geralt, pixabay

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Klimawissenschaft und Klimapolitik stehen sich diametral gegenüber

“Ist der Klimawandel menschengemacht? Ganz klar nein, sagt Prof. Dr. Werner Kirstein. Als Klimageograph kennt er die Daten der Klimaaufzeichnungen sehr genau. Und so weiß er auch, dass der Gehalt von CO2 in unserer Atmosphäre nicht nur einen historischen Tiefstand aufweist, welcher nahezu kritische Auswirkungen auf die Flora haben, sondern die Temperatur keinesfalls beeinträchtigt. Viel mehr ergeben die Daten, dass der Prozess genau umgekehrt ist. Der CO2-Gehalt passt sich an die Temperatur an. In seinem Vortrag zeigt Prof. Dr. Werner Kirstein auf, weshalb die Debatte um das Senken von CO2 ausschließlich politischen Zielen dient und keinesfalls der Umwelt, dem Weltklima oder den Menschen. Der Vortrag zeigt, dass Klimawissenschaft und Klimapolitik nichts miteinander zu tun haben. 

Der Vortrag von Prof. Dr. Werner Kirstein, Professor für Geographie mit den Schwerpunkten Geoinformatik und Fernerkundung an der Universität Leipzig, wurde am 11.04.2016 von NuoViso.TV veröffentlicht.

Einstimmig hat der Bundestag am 22. September 2016 beschlossen, dem UN-Klimavertrag von Paris beizutreten. “Über alle Parteigrenzen hinweg gab es nicht einen Abgeordneten, der das Gesetz über den Beitritt Deutschlands zum UN-Klimavertrag von Paris abgelehnt hätte. Ein solcher Mangel an Opposition kommt selten vor. Nicht einmal der überhastete Atomausstieg des Jahres 2011 übte eine derartige Gleichschaltungskraft aus”, sagt Peter Heller.
Der Bundestagsbeschluss war der krönende Abschluss eines Treffens von mehr als 50.000 Menschen im Dezember 2015 in Paris, um an dem Weltklima-Gipfel teilzunehmen. Welche Verbindlichkeiten sich aus dem Beitritt zum Pariser Weltklimavertrag ergeben, wurde nicht geklärt. Man ist einfach nur stolz auf sich selbst.

Nach dem Beschluss gehöre auch Deutschland zum “Ensemble des großen Weltklimatheaters”, sagt Heller. Es sei nur noch nicht ganz klar, unter welchem Titel das Stück in die Geschichte eingehen werde. „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ wäre ebenso passend wie „Viel Lärm um nichts“. Wenn es schlimm kommt, könnte es am Ende auch heißen „Die durch die Hölle gehen“. Denn sollten unsere Parlamentarier und unsere Regierung das Abkommen wirklich ernst nehmen, stünde Deutschland ein Sturz in den Abgrund bevor.” Im Schnellverfahren stimmte auch die EU am 4. Oktober dem Vertrag zu.

Der Sturz Deutschlands, der EU und der USA in den Abgrund ist aus verschiedenen Gründen denkbar. Nach den Planungen sollen die Industriestaaten ärmeren Ländern ab dem Jahr 2020 jährlich hundert Milliarden Dollar für Klimaschutz und Anpassung an Klimafolgen zur Verfügung stellen, bis 2025 soll ein neuer, höherer Betrag vereinbart werden, berichtet die ZEIT. Die Zuwendungen sichern in erster Linie dem öko-industriellen Komplex weltweit zunächst Einnahmen, die mit Hilfe von Subventionen realisiert werden, zwingt aber gleichzeitig die ärmeren Länder in politische Abhängigkeiten von den USA und der EU. Den Weg für diese Art der Kriegsführung mittels “Klimawandel” und Diplomatie hat der Präsident der USA, Barak Obama, vorgezeichnet. Obama hatte am 28.05.14 in einer viel beachteten Abschlussrede vor Kadetten in West Point eine neue außenpolitische Doktrin angekündigt, die auf einer globalen Führung mit weniger Rückgriff auf militärische Macht beruhen soll: Soft Power Diplomatie und internationale Partnerschaften. Obama beabsichtige, eine Vorreiterrolle in einem globalen Netzwerk zur Rettung des Planeten einzunehmen. (Obamas Anspruch auf Vorherrschaft und der Klimawandel)

Entweder werden viele Entwicklungsländer, die bereits Zahlungen der Industriestaaten als Entschädigung für angeblich bereits eingetretene Klimaschäden fordern, diese wahrscheinlich auch erhalten, um der Öko-Industrie weiterhin ihre Tätigkeiten zu ermöglichen, oder sie entwickeln ihre eigenen Industrien. Mit Windkraft- und Solaranlagen wird dies nicht möglich sein, sondern nur mit Kohle oder Kernenergie. Dauerkonflikte zwischen extrem unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Interessen der Länder sind programmiert.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich China, Russland, Indien und zahlreiche andere aufstrebenden Industrienationen mit Hilfe des Vertrags unterwerfen lassen, ist gering. Sie entwickeln ihre Industrien bereits mit Hilfe der Kernenergie und können einen Ablasshandel mit der Öko-Industrie wahrscheinlich verkraften. Deutschland allerdings, das sich im Unterschied zu den meisten Ländern der Welt auf den Ausstieg aus Kohle- und Kernkraft versteift hat, wird, wenn es dem Abkommen nach Buchstaben und Zahlen folgt, den Weg “durch die Hölle” gehen.

 

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Am deutschen Wesen soll das Klima genesen, Teil 2

Fußkranke Energiewende-Elefantin im globalen Porzellanladen
Bereits vor einigen Wochen hatte man Gelegenheit, die besserwisserische Art zu bewundern, mit der deutsche Spitzenpolitiker – allen voran Steinmeier und Merkel – die staunende bis amüsierte Mitmenschheit unbedingt dazu bringen wollen, dem deutschen Selbstmordangriff auf die eigene industrielle Infrastruktur, vornehm als Energiewende bezeichnet, doch bitte schnellstmöglich nachzueifern [EIKE]. Schon bei ihrem kürzlichen Besuch in Japan hatte sich die Bundekanzlerin diesbezüglich durch einen gewissen Mangel an diplomatischem Feingefühl hervorgetan. So riet sie den Japanern, die angesichts ausufernder Kosten für die fossile Energieerzeugung möglichst bald auch wieder ihre Kernkraftwerke in Betrieb nehmen wollen, dringendst dazu, sowohl der Kohle als auch der Kernenergie zu entsagen und stattdessen lieber auf Wind und Sonne zu setzen.

Foto: Digitoxin

Bei Merkels Energiewendepolitik scheint inzwischen Feuer unter dem Dach zu sein.

Japan ist in Nöten…

Als typische Asiaten nahmen die Japaner die deutsche Anmaßung mit freundlich-nichtssagendem Lächeln zur Kenntnis und waren zudem so höflich, zunächst einmal einige Wochen verstreichen zu lassen, bevor sie diesen Belehrungsversuchen eine klare Absage erteilten. So konnte man einer Bloomberg-Meldung vom 9. April [JAP1] entnehmen, dass Japan aktuell insgesamt 43 Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von immerhin 21.200 Megawatt entweder bereits baut oder zumindest plant. Prompt beklagten japanische „Klimaschützer“, dass diese Kraftwerke jährlich insgesamt 127 Mio. Tonnen CO2 emittieren werden. Man vergleiche dies mit den aktuellen Kurzfristzielen der Bundesregierung, die darauf abzielen, von den 951 Mio. Tonnen, die im Jahre 2013 emittiert wurden, bis 2020 auf nur noch 750 Mio. Tonnen zu kommen [BUND]. Allein schon die Kraftwerkspläne in Japan machen schon fast 64 % des deutschen „Klimaschutz“-Ziels zunichte!
Hintergrund sind die exorbitanten Kosten vor allem für Flüssigerdgas (LNG), welche die japanische Handelsbilanz schwer belasten. Eine kürzliche Analyse eines US-Think Tanks kommt zu dem Schluss, dass Japan diesbezüglich in der Klemme steckt und kaum eine andere Chance hat, als auf Kohle zu setzen. Angesichts seiner niedrigen Wachstumsrate müsse Japan hochpreisige Energiequellen meiden, wenn man die immerhin drittgrösste Volkswirtschaft der Welt wieder auf Kurs bringen will.

Wenn Windenergieanlagen in Brand geraten, kann die Feuerwehr nicht löschen.

… und der indische Riese erst recht

Die wirklich schlechten Nachrichten für die deutsche „Klimarettungskanzlerin“ kommen jedoch aus anderen asiatischen Ecken. Die Eröffnung der Hannover Messe, an der Indien als Gastland teilnimmt, nahm Fr. Merkel zum Anlass, dem indischen Premier Modi gegenüber die deutsche Energiewende als Zukunftsprojekt zu loben. Zugleich verweis sie auf den Pariser „Klimagipfel“ im Dezember, auf dem, so ihre Erwartung, man sehen werde, dass 130 bis 140 Länder die Produktion erneuerbarer Energien fördern und Schritt für Schritt von der fossilen Energieerzeugung auf erneuerbare Energien umsteigen [MERK]. Allerdings fällt bei den Formulierungen eines auf: Für den Eifer, mit dem sich Merkel sonst in Sachen Klimaschutz international zielsicher von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen bewegt, waren es diesmal geradezu erstaunlich leise Töne. Dennoch bleibt es ein peinlicher Belehrungsversuch gegenüber einem Gast, den sich andere Politiker wohlweislich verkniffen hätten.
Da man auch in Indien die Regeln asiatischer Höflichkeit kennt, verzichtete Modi darauf, die Kanzlerin darauf hinzuweisen, dass Indien sich bezüglich seiner Stromversorgung in einer fast schon verzweifelten Situation befindet.

Nur wenige Tage vor der Hannover Messe hat das Land deshalb einen ambitionierten Plan verkündet, wonach seine Kohleproduktion bis 2020 auf dann 1,5 Mrd. Tonnen Kohle pro Jahr verdoppelt werden soll [INDI]. Allein bis 2017 sollen zusätzliche Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von fast 76.000 Megawatt in Betrieb gehen. Für die indische Wirtschaft ist dies überlebenswichtig, damit endlich die ständigen Stromausfälle überwunden werden können, die vor allem für Hightech-Industrien einen regelrechten Alptraum darstellen.
CO2-Emissionen im vollen Galopp
Schon allein mit diesen beiden Ankündigungen von zwei der weltgrößten Volkswirtschaften kann die Kanzlerin ihre gesamten Klimaschutzambitionen sowie die Planungen für den Pariser Gipfel begraben. Umgerechnet in CO2 werden allein diese beiden Riesen ihren Ausstoß in den nächsten Jahren um zusammen 2,9 Mrd. Tonnen steigern. Gemessen an der Situation im Jahre 2014 entspricht dies einem Anstieg um fast 10 %. Hinzu kommt China, das sich auch von Obama nicht bekehren ließ und schon 2006 Kohlekraftwerke im 2-Tage-Rhythmus in Betrieb nahm [BFT]. Daneben spielen die 200 Mio. Tonnen, die Deutschland einsparen will, überhaupt keine Rolle. Auch in Paris wird sich keine dieser Nationen von irgendwelchen Schalmeienklängen aus Deutschland oder den USA von ihrem Kurs abbringen lassen.

Merkels Klimapolitik am Abgrund

Für Merkels vergleichsweise leise Töne gegenüber Indien gibt es jedoch auch einen gewichtigen innenpolitischen Grund: Die tönernen Füße ihrer Klima- und Energiepolitik beginnen sicht- und hörbar zu bröckeln. Erstmals seit Jahren beginnen Verbände, die bisher brav alles geschluckt haben, was Schröder und Trittin, Merkel, Gabriel sowie die auf diesem Gebiet besonders aktive Fr. Hendricks ihnen vorgesetzt haben, ernsthaft aufzumucken. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), in dem vor allem die rotgrün dominierten Stadtwerke das Sagen haben, hat just zur Eröffnung der Hannover Messe eine Pressemitteilung herausgegeben, die vor einem dramatischen Einbruch bei Kraftwerksneubauten warnt. Hildegard Müller, als enge Vertraute der „Klimakanzlerin“ vor einigen Jahren an die Spitze der Organisation berufen, geht inzwischen auf Distanz zu ihrer Mentorin und sieht die Zukunft der Stromversorgung in Gefahr. Das sind ganz neue und für Merkel bedrohliche Töne aus einer Ecke, in der bisher grüne und rote Funktionäre der Stadtverwaltungen alles beklatschten, was Kernkraft und Kohlekraft verteufelte.

Eine klares Zeichen dafür, wie dramatisch die Situation aufgrund der in sinnlosen Wind- und Fotovoltaikprojekten versenkten Abermilliarden für die Stadtwerke und kommunalen Energieerzeuger inzwischen geworden ist. Ein ebenso deutliches Warnsignal für die Kanzlerin dürfte schon allein die Tatsache sein, dass der deutsche Mittelstand sich inzwischen traut, in seiner Verbandszeitschrift solche Kritik offen aufzugreifen. Merkel, deren verblüffende Kurventauglichkeit bei sich drehendem politischem Wind ja bestens bekannt ist, dürfte sich inzwischen bereits mit der Frage beschäftigen, wie sie auch diesmal rechtzeitig eine 180 °- oder noch besser sogar eine 540 °-Wende hinbekommt. Vermutlich wird dabei der eine oder andere ihrer Mitstreiter, der heute noch groß ins „Klimaschutz“-Horn tutet, plötzlich über Bord gehen und sich unerwartet im kalten Wasser wiederfinden. Der Verlauf des „Klimagipfels“ im Dezember in Paris könnte dabei möglicherweise als Wendemarke dienen. Es dürfte noch spannend werden…

Fred F. Mueller

Quellen:
[BDEW] http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2015/04/72049/
[BFT] http://www.buerger-fuer-technik.de/body_china_s_kohlekraftwerke.html
[BUND] Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 Eckpunkte des BMUB www.bmub.bund.de
[EIKE] http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/konferenz-berlin-energy-transition-dialogue-in-berlin-am-deutschen-wesen-soll-das-klima-genesen/
[INDI] http://asia.nikkei.com/Politics-Economy/Policy-Politics/Modi-looks-to-double-coal-production-by-2020
[JAP1] http://about.bnef.com/bnef-news/japan-s-new-coal-plants-threaten-emission-cuts-group-says/
[JAP2] https://foreignpolicy.com/2015/04/08/japan-bets-on-nuclear-and-coal-for-future-power/
[MERK] http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2015/04/2015-04-13-bk-hannovermesse.html

► Am deutschen Wesen soll das Klima genesen, Teil 1

Lesetipp:
schroeder

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Am deutschen Wesen soll das Klima genesen, Teil 1

Einer aktuellen Focus-Meldung zufolge [FOCU] will der deutsche Außenminister Walter Steinmeier verstärkt andere Nationen zur Förderung der sogenannten „erneuerbaren“ Energien anhalten. windradInversDiese Absicht bekundete er auf einer zweitägigen Konferenz „Berlin Energy Transition Dialogue“ im Auswärtigen Amt, an der viele Außen- und Energieminister sowie hochrangige Experten aus über 60 Staaten teilnehmen sollten, darunter der US-„Starökonom“ Jeremy Rifkin, der von Faina Faruz wie folgt charakterisiert wird: „Rifkin, ein grüner Prophet, den das Handelsblatt als „Rosamunde Pilcher unter den Ökonomen“ und als „der Gute-Laune-Bär unter den Top-Beratern von Politikern und wichtigen Vorstandschefs“, die taz als „das grüne Gewissen des Planeten“ bezeichnet, zählt zu den Beratern der Bundeskanzlerin Angela Merkel und ist bei großen Konzernen häufiger Gast“.

Deutschland möchte führen…

„Wir zeigen, dass Klimaschutz, Energieversorgungssicherheit und wirtschaftliches Wachstum zusammen passen und einander nicht ausschließen“, so Steinmeier laut der Focus-Meldung. Die hochrangige Besetzung des Auditoriums hängt der Meldung zufolge auch damit zusammen, dass Deutschland derzeit den G7-Vorsitz der wichtigsten westlichen Industrieländer hat und der Weltklimaschutzkonferenz im Dezember in Paris zum Erfolg verhelfen will. „Gemeinsam mit unseren Partnern aus aller Welt wollen wir Wege zu einer nachhaltigen, sicheren und kostengünstigen Energieversorgung entwickeln“, wird Steinmeier zitiert.

In diese Kerbe schlug der gleichen Meldung zufolge auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), der ausführte, dass Deutschland dank der Energiewende künftig nicht nur weniger Öl und Gas im Ausland kaufen müsse: Die Entwicklung neuer, energiesparender Technologien werde auch deutschen Firmen auf den Weltmärkten helfen. „Damit unser Weg gelingt, brauchen wir für eine erfolgreiche Energiewende eine enge Abstimmung mit unseren europäischen und internationalen Partnern“, so der Vizekanzler .

beim Kreuzzug gegen das CO2

Diese Konferenz reiht sich ein in eine ganze Serie ähnlich gelagerter Initiativen, mit denen Deutschland seit Monaten auf europäischer wie auch auf internationaler Ebene versucht, bei der „Rettung des Weltklimas“ die Vorreiterrolle zu übernehmen. Ziel ist es, der Klimakonferenz in Paris im Dezember zum Erfolg zu verhelfen, indem scharfe und bindende Ziele zur Verringerung des weltweiten CO2-Ausstosses gefasst werden. Dazu wurden sowohl in Deutschland als auch – auf deutschen Druck hin – auf europäischer Ebene äußerst ehrgeizige (soll heißen unrealistische) Ziele zur CO2-Reduktion verabschiedet.

Großmeisterin Merkel…

Entscheidende Kraft hinter diesen Initiativen, die auch von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks mit vorangetrieben werden, ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Pfarrerstochter treibt den „Klimaschutz durch Exkommunikation des CO2“ ebenso wie den von ihr verantworteten Atomausstieg mit geradezu pastoralem Eifer voran. Dazu nutzt sie auch ihre internationalen Kontakte auf höchster Ebene, u.a. zu Obama und dem Papst. Dieser hat in letzter Zeit Signale ausgesandt, dass die katholische Kirche der Glaubensgemeinschaft der Klimabewegten Unterstützung leisten könnte.

auf glattem internationalem Parkett

Selbst bei ihrem kürzlichen Besuch in Japan [FAZ] versuchte Merkel mit großem Einsatz, die inzwischen längst nicht mehr so atomkritischen Japaner vom deutschen Weg – Kampf gegen Kohle und Kernkraft zugleich – zu überzeugen. Besonderes Feingefühl für die Kultur des Gastlandes ließ sie allerdings nicht erkennen, als sie versuchte, einem Roboter aus Japan, einem Land, in dem man sich voreinander ohne Körperkontakt verbeugt, die Hand zu schütteln. Die Gastgeber nahmen diesen Gesichtsverlust ebenso wie die Belehrungsversuche höflich mit einem gelassenen Lächeln zur Kenntnis und werden sicherlich ihre Programmierer angewiesen haben, ihre Systeme schleunigst so „fool-proof“ im eigentlichsten Sinne des Wortes zu machen, dass selbst dem tumbesten ausländischen Besucher in Zukunft solche vermeidbaren Peinlichkeiten erspart bleiben.
Wobei diese Sache gleichzeitig ein grelles Schlaglicht auf die Qualität der Personalpolitik höchster deutscher Regierungskreise wirft. Entscheidendes Kriterium der Auswahl ist vermutlich die stromlinienförmige Anpassung an die Vorstellungen und Wünsche der Führungsfigur. Sachkunde zum Beispiel bezüglich der Kenntnis fremder Mentalitäten und Kulturen scheint dagegen in den Stellenbeschreibungen zu fehlen.

Deutschland: Vom Möchtegern-Vorbild zur Lachnummer?

Einer der wenigen im Kabinett, von dem man ab und zu den Eindruck erhält, dass er sich noch die Fähigkeit zu unabhängigem Denken bewahrt hat, scheint Minister Gabriel sein, der im Zusammenhang mit der Energiewende schon vor knapp einem Jahr folgende bemerkenswerten Aussagen tätigte:
„Die Wahrheit ist, dass die Energiewende kurz vor dem Scheitern steht.“
„Die Wahrheit ist, dass wir auf allen Feldern die Komplexität der Energiewende unterschätzt haben.“
„Für die meisten anderen Länder in Europa sind wir sowieso Bekloppte.“
Natürlich ist und bleibt S. Gabriel einer der Hauptverantwortlichen der aktuellen Energiewendepolitik, und er wird sicherlich nicht seine Karriere mit Alleingängen riskieren. Aber in dem Haufen sonstiger Jasager im Kabinett scheint er fast der einzige zu sein, der intelligent genug ist, um zu verstehen, was man da mit Deutschland zurzeit anrichtet.

Fred F. Mueller

Quellen:

[FOCU] http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/unternehmen-deutschland-will-oeko-energien-weltweit-zum-durchbruch-verhelfen_id_4570969.html
[RUHR] http://ruhrkultour.de/energie-4-0/
[FAZ] http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/angela-merkel-wirbt-fuer-atomausstieg-bei-japan-besuch-13471829.html

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