Annahmen

Tom Harris: Grundlegende Annahmen zum Klimawandel müssen überprüft werden

Wissenschaftler, egal welcher Fachrichtung, fürchten sich nicht vor “Untergrabungen” der Wissenschaft, sondern vor einem Stillstand der Diskussion. Um den Stillstand zu verhindern, befürworten politisch unabhängige Institutionen wie International Climate Science Coalition (ICSC), Kanada, die von der Trump-Regierung vorgeschlagene öffentliche Debatte durch zwei Teams: “Rotes Team / Blaues Team”. In einer öffentlichen Diskussion sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Klimawandel dargelegt werden. Dieser Vorschlag stößt bei arrivierten Klimaforschern auf massive Ablehnung. Für sie sind das “gefährliche Versuche, den Status der Minderheitenmeinungen zu erhöhen und die Legitimität, Objektivität und Transparenz der bestehenden Klimaforschung zu untergraben.”

 

In der Wissenschaft gibt es keine “bekannte Tatsache”

In einem Artikel in Citizens Journal geht Tom Harris, Executive Director der International Climate Science Coalition (ICSC), davon aus, dass grundsätzlich nichts in der Wissenschaft “eine bekannte Tatsache” sei, vor allem nicht in einer Disziplin, die so unreif sei und sich so schnell entwickelt habe wie die Klimaforschung. Es handle sich lediglich um die Meinungen von Experten, die auf ihren Interpretationen der Beobachtungen und ihrem Verständnis der heutigen Theorie basieren, sagt Harris. Und verschiedene Experten hätten unterschiedliche Meinungen, auch über Fragen, die viele Wissenschaftler als gesichert annehmen. Er begrüßt die Gründung eines “Red Team / Blue Team”. Sie sollten jede Vermutung zum Thema Klimawandel sorgfältig untersuchen, sagt er.

Nach Ansicht des ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore gehen die Wissenschaftler “in einem hohen Maß an Sicherheit” davon aus, dass unsere Emissionen von Treibhausgasen einen gefährlichen Klimawandel verursachen, sagt Harris. Die Lösung sehe Al Gore in einer drastischen Reduzierung des Einsatzes fossiler Brennstoffe, die Quelle von 86% der weltweiten Energieversorgung. Al Gore erwarte,  dass wir glauben, dass die Klimawandel-Wissenschaft gefestigt sei.

 

Fragen an “Rotes Team / Blaues Team”

Wissenschaftler, die an der Debatte “Rotes Team / Blaues Team” teilnehmen, werden zweifellos untersuchen, inwieweit der jüngste Klimawandel gegenüber dem von Menschen verursachten Klimawandel natürlichen Ursprungs ist, sagt Tom Harris. Außerdem würden die Wirksamkeit der Computermodellierung für die Prognose des zukünftigen Klimas und die Trends bei extremen Witterungen und andere Themen der aktuellen Debatte untersucht.

Worüber wahrscheinlich nicht diskutiert werde, aber werden sollte, seien die grundlegenden Bedenken zum Klimawandel. Die Experten sollten zum Beispiel aufgefordert werden, genau zu untersuchen, ob sich die Erde im vergangenen Jahrhundert wirklich erwärmt hat. Sie sollten den CO2-Rekord genauer betrachten und darlegen, ob die Levels seit den 1800er Jahren wirklich gestiegen sind und ob die menschlichen Aktivitäten als Hauptursache für den angenommenen CO2-Anstieg bewiesen sind.

 

Tim Ball: Grundfragen sind nicht geklärt

Im Gegensatz zu den Behauptungen von Gore seien diese Art von Grundfragen nicht gelöst, sagt Tom Harris. Professor Dr. Tim Ball, ehemaliger Klimatologe an der Universität von Winnipeg, sei ein Beispiel für einen gut qualifizierten Fachmann, der die Grundlagen der Klimadebatte in Frage stellt.

Ball widerspreche zum Beispiel der Behauptung, dass es einen 0.7 Grad Celsius Temperaturanstieg im vergangenen Jahrhundert gab. Es sei nicht wirklich möglich, dies zu wissen.

“Die besten Wetterstationen in der Welt, in Bezug auf die Dichte des Netzwerks, die Qualität der Instrumente und die Überwachung der Standorte, stehen in den Vereinigten Staaten”, sagte Ball. “Aber auch dort, wie eine Studie des Meteorologen Anthony Watts zeige, erreichen nur 7,9% der bestehenden Stationen Genauigkeiten, die besser sind als +/- 1 Grad Celsius. Also, wie kann man behaupten, dass ein 0.7-Grad-Anstieg über 100 Jahre irgendeinen Sinn hat?”

Während viele Menschen davon ausgehen, dass die CO2 -Konzentrationen in den letzten Jahrzehnten gestiegen sind, bestreiten einige Wissenschaftler dies. Ball sagt: “Der CO2 -Gehalt aus vorindustriellen Zeiten wurde vollständig manipuliert, um einen stetigen Anstieg von 270 Teilen pro Million [ppm] auf die aktuellen 400 ppm zu zeigen. Wissenschaftlich gültige chemische Messungen über CO2-Werte, die über denen von heute liegen, wurden einfach ignoriert.“

Der Anstieg des CO2-Niveaus könne einfach nur ein Resultat des Ausgasens von den Ozeanen sein, die durch Veränderungen der Sonne erwärmt wurden. Ball weise darauf hin, dass der geschätzte Gesamtbeitrag zur atmosphärischen CO2-Konzentration geringer ist als die Ungewissheit der Schätzung des CO2 aus den Ozeanen, so dass die Ermittlung des menschlichen Beitrags derzeit nicht möglich ist.

Es gibt Wissenschaftler, die natürlich nicht mit Ball einverstanden sind, sagt Harris. Aber sie können nicht rational begründen, dass ihre Position zu 100% sicher sei. Die “Rotes Team / Blaues Team”-Teilnehmer müssen bei der Klimawandel-Debatte jeden Stein umdrehen und die grundlegendsten Annahmen der Klimawandel-Debatte Wahrscheinlichkeiten zuordnen. (“The red team-blue team participants must leave no stone unturned and assign probabilities to even these, the most basic assumptions of the climate change debate.”)

 

Quelle:

Gore’s basic climate assumptions must be challenged


Ruhrkultour Leseempfehlung:

Thüne

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Debatten

“Und sie erwärmt sich doch” – Klimawissenschaftler in den USA lehnen öffentliche Debatten über den Klimawandel ab

Klimawissenschaftler in den USA lehnen öffentliche Debatten über den Klimawandel ab. Sie begründen ihre Ablehnung damit, dass der Status von Minderheitenmeinungen nicht erhöht und die Legitimität der bestehenden Klimaforschung nicht untergraben werden soll. Schließlich gehörten sie keinem Stamm (tribe) an, dem es daran gelegen sei, gegen die “andere Seite” zu gewinnen, sagen sie in einer Stellungnahme in der Washington Post. Ihre Hauptmotivation sei, die natürliche Welt zu verstehen und dieses Wissen und Verständnis zu nutzen, um über wichtige Fragen für vernünftige Entscheidungen der öffentlichen Ordnung zu informieren. Ob es ihnen gelinge sei das, wonach sie letztlich beurteilt würden.

 

Leugner diskutieren nicht, sie leugnen

Die Klimawissenschaftler Benjamin Santer, Kerry Emanuel und Naomi Oreskes lehnten kürzlich in einer Stellungnahme in der Washington Post Vorschläge von Steven Koonin und Scott Pruitt, eine öffentliche Diskussion über den Klimawandel zu führen, ab.  Steven Koonin ist Professor an der New York University und Scott Pruitt ist  der Leiter der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA,

Steven Koonin hat die Gründung eines “Red Team / Blue Team” vorgeschlagen, die eine öffentliche Debatte über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel führen sollen. Scott Pruitt hat ebenfalls eine Diskussion über CO2 angeregt. Er schlug in einem Interview mit Breitbart News “eine echte, legitime, Peer-Review, objektive, transparente Diskussion über CO2” vor.

Solche Forderungen nach speziellen Teams von Ermittlern dienten nicht einer ehrlichen wissenschaftlichen Debatte, widersprachen die Klimawissenschaftler Santer, Emanuel und Oreskes. Sie seien “gefährliche Versuche, den Status der Minderheitenmeinungen zu erhöhen und die Legitimität, Objektivität und Transparenz der bestehenden Klimaforschung zu untergraben.” (“Such calls for special teams of investigators are not about honest scientific debate. They are dangerous attempts to elevate the status of minority opinions, and to undercut the legitimacy, objectivity and transparency of existing climate science.”)

Die Grundannahme dieser “Red Team / Blue Team” – Forderungen ist nach ihrer Ansicht, dass die Klimawissenschaft zerbrochen ist und der Bruch behoben werden müsse. Die implizite Botschaft der Vorschläge sei, dass die Wissenschaftler die wichtigsten Erkenntnisse der Klimaforschung – wie das Vorhandensein einer durch Menschen verursachten Erderwärmung – nicht ausreichend überprüft worden seien, sagen die drei Wissenschaftler. Die Vorschläge von Koonin und Pruitt betrachten sie als unangemessen. Schließlich seien alle Aspekte zum Klimawandel ausreichend analysiert, dokumentiert und überprüft worden, behaupten sie.

Die Idee, zwei Teams, “Rotes Team” und “Blaues Team” zu bilden, sei keine Möglichkeit, eine Diskussion über die Klimawissenschaft zu führen, sagen Santer, Emanuel und Oreskes, denn das Ergebnis aller Überprüfungen steht für sie fest. “Es gibt es einen starken wissenschaftlichen Konsens darüber, dass die Erderwärmung jetzt eindeutig ist und dass menschliche Aktivitäten der dominierende Beitrag zu dieser Erwärmung sind.” (“there is strong scientific consensus that planetary-scale warming is now unambiguous, and that human activities are the dominant contribution to this warming.”)

 

Peer-Review

Ein Peer-Review ist ein kollegialer Dialog auf Augenhöhe, Begutachtung durch Ebenbürtige, bei Ärzten als Kreuzgutachten bekannt. Das Verfahren dient im Wissenschaftsbetrieb zur Beurteilung der Qualität wissenschaftlicher Arbeiten und Publikationen. Zu einem Peer-Review werden unabhängige Gutachter (engl. peer für Ebenbürtiger, Gleichrangige oder auch referee für Schiedsrichter) aus dem gleichen Fachgebiet wie die Autoren herangezogen. In der Regel sind Wissenschaftler stolz, wenn ihre Arbeit ein Peer-Review überstanden hat. Je härter die Prüfer und je mehr Peer-Reviews, desto besser für den wissenschaftlichen Ruf. Wie begründen Santer, Emanuel und Oreskes ihre ablehnende Haltung zu einer öffentlichen Debatte und weiteren Peer-Reviews?

Koonins Behauptung, dass wichtige Unsicherheiten vernachlässigt werden, sei “offensichtlich falsch”, sagen die drei Forscher. Die Wissenschaftler hätten die wichtigsten Unsicherheiten identifiziert und quantifiziert und versucht, diese Unsicherheiten zu reduzieren. Auch seien die wissenschaftlichen Arbeiten Peer-Reviews unterzogen worden. Kritische Untersuchung von Modellen, Daten und Theorie seien ja keine Randaktivitäten.

Die drei Klimawissenschaftler räumen zwar ein, dass das von Koonin und Pruitt kritisierte Peer-Review-System unvollkommen sei, aber es sei “das beste System, das wir haben, und es habe der Wissenschaft schon seit Jahrhunderten gedient.”

Kritik an dem Klima-Konsens werde seit Jahrzehnten angeboten. Aber der Hinweis auf “natürliche Ursachen” passe nicht zu den “überwältigenden Beweisen für den vom Menschen verursachten Klimawandel.”

Diese Ansicht halten die drei Wissenschaftler für unvereinbar mit der Realität. Wobei sie Realität mit Meinung verwechseln, als könne jemals über die Realität per Meinung abgestimmt werden. (“Science has substantially improved our understanding of the physical climate system, the reality of human-caused warming, and the likely climatic outcomes if we do nothing to reduce emissions of greenhouse gases.”)

 

“Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären” (Schiller)

Die Wissenschaft habe das Verständnis für das physikalische Klimasystem, die Realität der menschlich verursachten Erwärmung und die wahrscheinlichen klimatischen Ergebnisse wesentlich verbessert. Wenn wir nichts tun, um die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren, sagen die Klimawissenschaftler, wäre dies ein echter “Beratungsmissbrauch” und würde wirkungsvolle Maßnahmen zur Bewältigung des vom Menschen verursachten Klimawandels verzögern. (“Rejecting this tried and tested understanding would constitute real “advisory malpractice,” and would delay effective action to address human-caused climate change.”)

Können die Wissenschaftler die Möglichkeit eines Beratungsmissbrauchs ausschließen, weil sie selbst von sich und iohren Kollegen überzeugt sind, in guter Absicht zu handeln? Das wäre unwissenschaftlich. Unterlassene Beratung ist nicht dasselbe wie unterlassene Hilfeleistung. Wenn ein Beratungsmissbrauch stattgefunden hat, werden aus Wissenschaftlern Menschen, die, um nicht ihr Gesicht und ihren Job zu verlieren, an der Lehre, die zu einem Beratungsmissbrauch geführt hat, festhalten.

Aus diesem Grund erscheint die negative Reaktion auf die Vorschläge, zwei Teams im Sinne einer echten, legitimen, objektiven, transparenten und peer reviewed Diskussion über CO2 zu bilden, plausibel. Eine öffentliche Debatte über den Klimawandel und den Einfluss von CO2 könnte den Teufelskreis durchbrechen, in den Wissenschaftler geraten können, die als Berater durch Lobby-Organisationen oder staatlich finanzierte Institutionen bezahlt werden. Eine Schutzmaßnahme für Wissenschaftler.

Aber die Vorschläge von Koonin und Pruitt werden kurzum abgelehnt. Die Klimawissenschaft sei nicht zerbrochen. Sie brauche keine Fixierung. “Im Falle der Klimaforschung entscheiden wir uns, uns in Peer-Review und in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu vertrauen – nicht in Teams, die von Koonin oder Pruitt bestellt wurden. (“In short, climate science is not broken. It does not need fixing. We hear similar “broken” arguments about the media, the courts and our democracy itself. We are told that only one team or person can fix the problem; that if we place our trust in that one team, that one person, everything will be fine. In the case of climate science, we choose to place our trust in peer review and in the scientific community — not in teams appointed by Koonin or Pruitt.”)

 

Die wahre Lehre vom Klimawandel

Im Unterschied zum Umweltamt der USA beharrt das Umweltbundesamt in Deutschland (UBA) weiterhin auf die “wahre Lehre” vom menschengemachten Klimawandel.

2013 brachte das UBA eine Broschüre mit dem Titel „Und sie erwärmt sich doch“ heraus. Darin wurde erklärt, dass es bedauerlicherweise Wissenschaftler und Journalisten gebe, die Unwahrheiten über den Klimawandel verbreiten. Die Journalisten, Michael Miersch und Dirk Maxeiner, wurden vom UBA namentlich in der Broschüre genannt und gerügt. Sie fühlten sich durch die Bundesbehörde an den Pranger gestellt und verklagten das UBA. Die meisten Medien vertraten in der Klimadebatte die Auffassung, es stehe einer Behörde nicht zu, Journalisten zu denunzieren. Das Verwaltungsgerichts Halle stützte jedoch die Auffassung des UBA. Der Vorsitzende Richter Volker Albrecht erklärte die Klage der Journalisten als unbegründet. Ein Präzedenzfall, der Spuren in der öffentlichen Meinungsbildung hinterlassen hat.

Dem UBA ging es nicht allein um die beiden Journalisten. Die Speerspitze zielte gegen alle, die Zweifel an der Lehre vom menschengemachten Klimawandel hegen. In der Broschüre des UBA heißt es: “Schon lange warnt die Klimaforschung vor einer drohenden Klimaerwärmung, die für die – an die heutigen klimatischen Verhältnisse angepasste – menschliche Gesellschaft große Gefahren birgt. Im Gegensatz dazu gibt es einen Personenkreis, der die Erkenntnisse der Klimawissenschaft nicht anerkennt, die sogenannten „Klimawandelskeptiker“ oder kurz „Klimaskeptiker“. Dabei ist sich die wissenschaftliche Gemeinschaft über die Ursachen der Klimaerwärmung weitgehend einig.”

 

Fazit

Durch den Wechsel der Präsidenten in den USA ist Bewegung in eine festgefahrene Debatte gekommen. Seit dem 17. Februar 2017 ist Scott Pruitt Leiter der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA im Kabinett Trump. Wikipedia stellt ihn als “Lobbyist” und “Klimawandelleugner” vor. “Ein Triumph für Donald Trump, eine Gefahr fürs globale Klima”, urteilt der Spiegel über ihn. Die Mehrzahl der Medien in Deutschland vertritt die Position der Bundesregierung zum Klimawandel.

Wenn die Wissenschaftler einer Wissenschaftsdisziplin sich selbst genug sind, so dass sie konträre Auffassungen als Leugnung der Realität begreifen, ist, völlig unabhängig von Mehrheiten, die Wissenschaft wertlos. Sie muss dem Druck von Skeptikern standhalten können. Skepsis ist ein Wesenszug der Wissenschaft, nicht die Beratung. Skeptiker dienen der Wissenschaft, Berater ihren Auftraggebern. Und die Medien hätten die Pflicht, nicht Partei für Berater zu ergreifen, sondern darauf zu achten, dass es eine objektive, transparente Diskussion über CO2 und den Klimawandel gibt.

 

Quellen:

  • https://www.washingtonpost.com/news/capital-weather-gang/wp/2017/06/21/attention-scott-pruitt-red-teams-and-blue-teams-are-no-way-to-conduct-climate-science/?utm_term=.5ec82e327b5c
  • http://ruhrkultour.de/michael-miersch-gegen-das-umweltbundesamt-uba-prozessbeginn-18-november-2015/
  • https://www.welt.de/politik/deutschland/article149010802/Umweltbehoerde-darf-Journalisten-namentlich-ruegen.html
  • http://www.spiegel.de/politik/ausland/scott-pruitt-und-donald-trump-wer-ist-der-neue-chef-der-epa-a-1135234.html
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Abkühlungstrend

Langfristiger Abkühlungstrend in Nord-Europa nachgewiesen

Der langfristige Abkühlungstrend in Nord-Europa über die letzten Jahrtausende sei unterschätzt worden, sagen Forscher eines internationalen Teams unter Beteiligung der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Wissenschaftler haben eine 2.000-jährige Klimarekonstruktion für Nord-Europa anhand von Baumjahrringen vorgestellt. Demnach waren Römerzeit und Mittelalter wärmer als bisher angenommen.

 

Abkühlungstrend von -0.3°C pro Jahrtausend

In einer Pressemitteilung der Justus-Liebig-Universität Gießen gab Prof. Jürg Luterbacher PhD,
Institut für Geographie, bekannt, dass “dieser Trend, der durch langsame Veränderungen des Sonnenstandes, aber auch der Distanz der Erde zur Sonne verursacht wurde, ein Abkühlung von -0.3°C pro Jahrtausend” ausmacht.

„Im Prinzip erscheint diese Zahl nicht sonderlich beeindruckend“, sagte Prof. Luterbacher, „allerdings ist sie im Vergleich zur globalen Erwärmung, die bis heute auch weniger als 1°C beträgt, nicht zu vernachlässigen. Wir konnten nun zeigen, dass die großräumigen Klimarekonstruktionen, die auch vom internationalen Klimarat ‚IPCC‘ verwendet werden, den langfristigen Abkühlungstrend über die letzten Jahrtausende unterschätzen.“

Die Studie erschien am Sonntag, 8. Juli 2012, in der Zeitschrift „Nature Climate Change“.

Download the PDF file .

Quellen:

Bild: Abbildung der Temperatur-Abkühlung der letzten 2.000 Jahre. Universität Mainz.

 

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Kinder

Schwedische Forscher: Weniger Kinder machen schont den Planeten

Wie man den Planeten rettet:

Verzichten Sie auf Ferien, ernähren Sie sich vegetarisch, verkaufen Sie das Auto und haben Sie weniger Kinder, empfehlen schwedische Wissenschaftler.

Keine Kinder machen schont das Klima! Zu diesem Ergebnis kamen schwedische Forscher von der Universität Lund, Schweden, und der University of British Columbia, Kanada. Sie empfehlen in ihrer Studie, die in den Environmental Research Letters veröffentlicht wurde, insgesamt vier Maßnahmen, die den persönlichen Kohlendioxidausstoß entscheidend verringern könnten: vegetarische Ernährung, Verzicht auf Flugreisen, Auto und Kinder.

Zahlreiche Medien haben über das Forschungsergebnis der schwedischen Wissenschaftler berichtet. Auch der WDR 5, der für seine kompromisslose Position in Fragen der Erneuerbaren Energien bekannt ist, widmete dieser neuen Forschung einen Beitrag – frei von Ironie. (WDR 5 Leonardo, 12.07.2017 | 06:33 Min.)

 

Recycling  und Energiesparmaßnahmen sind nicht entscheidend für die Senkung der Treibhausgasemissionen

Ein einziger Sommerurlaub sei für die globale Erwärmung so schlecht, dass er die Vorteile von 20 Jahren Recycling tilge, kommentiert die britische Zeitung The Telegraph. Die Hausbesitzer würden ermutigt, ihren Müll zu sortieren, aber durch die neuen Forschungsergebnisse sei nachgewiesen worden, dass die Mülltrennung weit weniger Einfluss auf den Klimaschutz habe als der Verzicht auf Flüge und die Umstellung auf eine vegetarische Ernährung.

Die Forscher analysierten 39 Peer-Review-Papiere, Schulbücher und Regierungsberichte aus Europa, Kanada, den USA und Australien. Die Studienergebnisse stehen im Widerspruch zur grünen Strategie des Department for Environment, Food and Rural Affairs (Defra). Laut Studie sind Recycling  und Energiesparmaßnahmen nicht entscheidend für die Senkung der Treibhausgasemissionen. Selbst das Wäschetrocknen im Freien, anstatt einen Wäschetrockner zu verwenden, erspare der Umwelt nur 200 kg, die Umstellung auf Energiesparlampen nur 100 kg CO2. Die Vermeidung eines transatlantischen Fluges könnte rund 1,6 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen sparen. The Telegraph erklärt, dass der Verzicht auf eine Rundreise nach Australien 4 Tonnen verhindern würde, das sei eine 20-fache Einsparung gegenüber einem Jahr Recycling. Der Verzicht auf das Auto spart laut Studie 2,4 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, vegetarische Ernährung 0,8 Tonnen.

Anstatt Menschen zum Recycling von Abfällen zu ermutigen oder auf energiesparende Glühbirnen zu wechseln, sollte die Öffentlichkeit darauf hingewiesen werden, dass sie Flugreisen vermeiden, nicht mit dem Auto fahren, sich pflanzlich ernähren – und kleinere Familien haben sollten, sagen die schwedischen Forscher.

 

Kinder haben die größten negativen Auswirkungen auf das Klima

idiocracy

Bild anklicken – DVD bestellen

Jedes Kind erzeugt fast 60 Tonnen C02 pro Jahr, haben die schwedischen Forscher ermittelt. Sie betonen, dass ihre Forderung, die Ernährung umzustellen und weniger Kinder in die Welt zu setzen, vielleicht umstritten sei. “Aber es ist entscheidend für die Zukunft des Planeten.” Der Co-Autor der Studie Kimberly Nicholas von der Lund University sagt: “Wir erkennen, dass dies tief gehende persönliche Entscheidungen sind. Aber wir können die Klimawirkung, die unser Lebensstil tatsächlich hat, nicht ignorieren.” Es sei besonders wichtig für junge Menschen, die lebenslange Verhaltensmuster aufbauen, zu wissen, welche Entscheidungen den größten Einfluss haben.

 

Die Welt des Jahres 2505

Wie die Welt des Jahres 2505 beschaffen sein könnte, wenn nachdenkliche Menschen auf Kinder verzichten, beschäftigte den amerikanischen Regisseur Mike Judge. Seine Science-Fiction-Komödie aus dem Jahr 2006 zeigt eine geistig degenerierte Gesellschaft, die vor ihrem Ende steht.

Als DVD-Video mit Untertiteln in Deutsch, Englisch, Türkisch ist “Idiocracy” für 9,99 Euro hier erhältlich.

 

Förderung individueller Lebensstile oder Staatsziel Klimaschutz

Den schwedischen Forschern ging es darum, das Potenzial für individuelle Lebensstilentscheidungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu ermitteln. Die Forschung zielte darauf ab, “Menschen zu helfen, mehr informierte Entscheidungen zu treffen”. Ein umfassendes Recycling verhindere zwar, dass Plastik im Ozean endet, so die Forscher, das sei aber viermal weniger und das Auswechseln der Haushaltsglühlampen sogar achtmal weniger wirksam als eine pflanzliche Ernährung.

Die Studie fordert Regierungen und Schulen auf, dass sie den Menschen für individuelle Lebensstile die effektivsten Möglichkeiten zur Reduzierung ihrer CO2-Bilanz vermitteln müsse, anstatt sich auf Praktiken zu konzentrieren, die wenig Einfluss haben.

Politische Aktivisten begnügen sich nicht damit, den Einzelnen die Entscheidung über ihren Lebenstil zu überlassen. Aus ihrer Sicht ist es die Angelegenheit großer Unternehmen und Regierungen, den Klimawandel anzugehen. Friends of the Earth-Aktivist Simon Bullock sagte laut The Telegraph: “Die größte Verantwortung für die Herausforderung des Klimawandels liegt bei Konzernen und Regierungen.” Er fügte hinzu: “Persönliche Änderungen des Lebensstils zählen – aber die wirklich bedeutenden Änderungen, die erforderlich sind, um die Temperaturen in Grenzen zu halten, sollten von Regierungen und Industrie kommen.”

In Fragen des Klimawandels gehen politische Aktivisten und zahlreiche Regierungen konform. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen WBGU, Berlin, hat einen “Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation” im Hauptgutachten 2011 definiert, in dem der Klimaschutz als übergeordnetes Staatsziel festgelegt wird.

Die westlichen Industrienationen versprechen sich von der Kooperation im Sinne des Pariser Klimaschutzabkommens 2015 Vorteile für den Export, und die Entwicklungsländer erhoffen sich finanzielle Unterstützung durch den Westen. Ob das Geld durch eine so titulierte “Klimagerechtigkeit” bei den Menschen in den nicht oder wenig industrialisierten Ländern ankommen, den Aufbau einer eigenständigen Industrie ermöglichen und nicht neue Abhängigkeiten schaffen wird, ist eine ganz andere Frage.

 

Faina Faruz

 

Quellen:

Titelfoto: TheVirtualDenise, pixabay

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Aliens

Greenpeace: “Die Aliens wollen unsere Erde zerstören, allen voran US-Präsident Trump”

Für eine Neue Weltordnung.

Professionelle Propaganda für eine neue Weltordnung können sich nur wohlhabende Lobbyisten einer Industrie leisten, die das Volkseinkommen zu ihren Gunsten umverteilt hat oder umverteilen will. Die Lobbyisten verstehen bestens, zugunsten ihrer Geschäfte Emotionen auszukosten und zu schüren und mittels primitiver Freund-Feind-Bilder Menschen auf ihre Seite zu ziehen.

„Planet First“ lautet der neue Slogan von Greenpeace International. Der Werbefilm von Greenpeace International ist ein anschauliches Beispiel für die Demagogie einer sozialen Bevölkerungsschicht, die ihre egoistischen Interessen als moralisch unanfechtbar verkauft. Greenpeace hat sich aus einer einstmals wichtigen Umweltschutzorganisation zu einer politischen Organisation entwickelt, die sich als die wahre und einzige Lösung zur Rettung des Planeten stilisiert. Dazu nutzt Greenpeace alle Mittel der modernen Propaganda. Als Grundlage dafür dienen seit je her Gefühle, Instinkte und Vorurteile der Menschen.

Unter dem Deckmantel des Umweltschutzes verbreitet Greenpeace die Illusion, der Verein stehe auf der Seite des Guten gegen das Böse und sei in der Lage, sie zu differenzieren und die Zerstörung des Planeten abzuwenden. Das sei möglich, denn die Menschen „haben genug erneuerbare Energien, um den Planeten zu retten“ verkündet das Video. Und sie haben laut Videobotschaft etwas, das sie Glück nennen. Etwa 90 Prozent der Menschen wollen die Erde retten, heißt es weiter. Aber es gibt einen Feind, der dem Glück im Wege steht, eine reale Person, nämlich Donald Trump.

 

Greenwar

Der Hassbotschaft des Videos folgt kein Aufruf zur Beseitigung des Feindes. Das muss es auch nicht, denn jeder kann seine Schlussfolgerung, wie man sich eines Feindes entledigt, selbst ziehen. Die Botschaft impliziert nach Auffassung kritischer Beobachter jedoch einen Aufruf zum Tyrannenmord.

Es muss niemanden verwundern, dass der gewählte Präsident der USA, die gleichgeschalteten Kampagnen von Greenpeace und anderen politischen und Umweltorganisationen gegen ihn als “Hexenjagd” bezeichnet:

 

Die neue Ideologie wird Früchte tragen, denn die Medien arbeiten kongenial seit Monaten und Jahren an einer Transformation der Gesellschaft, die tendenziell Vertretern einer neuen, besonders aggressiven Industrie zur Macht verhilft – im Namen des Klimaschutzes. Greenpeace ist schon längst Greenwar, aber kaum jemand hat es bemerkt.

 

“Die Aliens wollen unsere Erde zerstören, allen voran US-Präsident Trump”

Das Video wurde von Greenpeace Deutschland am 05.06.2017 veröffentlicht. Im Text zum Video heißt es:

“Die Aliens wollen unsere Erde zerstören, allen voran US-Präsident Trump. Jeder einzelne von uns kann dagegen etwas tun. Ab auf die Straße und für unseren schönen Planeten einstehen. Wir haben nur den einen! #PlanetEarthFirst Greenpeace erwartet von den 19 verbliebenen Regierungschefs der G20, dass sie ein klares Signal für eine schnelle Umsetzung des Pariser Klimaabkommens geben – auch ohne US-Präsident Donald Trump. Umso wichtiger ist es, dass sich die übrigen G20-Staaten nicht von den USA und ihrem „America First“ bremsen lassen. Der Ausstieg aus den fossilen Energien kann gelingen, mit oder ohne den mächtigsten Mann der Welt.
Wenn ihr selbst ein Zeichen setzen wollt, kommt am 2. Juli zur Protestwelle am Hamburger Rathausmarkt.”

Greenpeace rät: Die Menschen können die Erde retten, wenn sie nur noch „gute Produkte“ kaufen und sich hinter die „guten Firmen“ stellen.

 

G20-Gipfel in Hamburg

Das Zeichen, das Greenpeace drei Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg setzte, bestand aus einer emotionalen Show. Laut Hamburger Abendblatt projizierten in der Nacht zu Freitag Aktivisten eine herzförmige Erde mit der Forderung “Planet Earth First” auf das Hamburger Konzerthaus. Dieses “leuchtende Zeichen für den Klimaschutz” war als “Antwort auf die “America First”-Politik von US-Präsident Donald Trump” gedacht. Untermalt wurde die Botschaft durch den Pianisten Michael Abramovich. Er spielte auf der Elbe an einem schwimmenden Konzertflügel Frédéric Chopins Nocturne op. 9, Nr. 2 in Es-Dur.

An dem Wochenende des G20-Gipfels informieren nach Angaben der Umweltorganisation Hunderte Greenpeace-Ehrenamtliche in 44 Städten darüber, warum der G20-Gipfel wichtig für den Klimaschutz sei, berichtet unter anderem das Hamburger Abendblatt. Gemeinsam mit anderen Bürgerrechts- und Umweltaktivisten laden sie ein, Protestbanner und Schilder für die G20 Protestwelle am 2. Juli in Hamburg zu gestalten. Das Klimaherz werde als zentrales Motiv für den Klimaschutz auf Banner und Protestschilder gemalt.

 

Titelfoto: Greenpeace

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Brexit, Dürre und Diabetes – der Klimawandel war’s!

Al Gore führt die Brexit-Abstimmung in Großbritannien im vergangenen Sommer auf die “politische Instabilität” im Nahen Osten zurück. Er meint, dass sie durch den “Stress” und das Chaos, das der Klimawandel im Nahen Osten verursacht habe, entstanden sei. Wenige Tage zuvor hatte das British Medical Journal einen Artikel veröffentlicht, in dem der Klimawandel mit Diabetes in Zusammenhang gebracht wurde. Brexit, Dürre und Diabetes – der Klimawandel war’s!

 

Al Gore: Der Klimawandel ist für den Brexit verantwortlich

Der ehemalige Vizepräsident der USA, Al Gore, befindet sich auf Werbetour für seinen neuen Film An Inconvenient Sequel: Truth To Power. In einem Gespräch mit dem Filmmagazin Empire erklärte er, dass der Klimawandel die Ursache der Brexit-Abstimmung in Großbritannien im vergangenen Sommer gewesen sei. Er hält die Abstimmung für das Ergebnis der “politischen Instabilität”, für die letztlich der Klimawandel und das durch ihn verursachte Chaos im Nahen Osten verantwortlich sei.

Die wichtigste Ursache für den Bürgerkrieg in Syrien seien 1,5 Millionen Klimaflüchtlinge, die wegen anhaltender Dürre in die Städte Syriens getrieben wurden, wo sie mit Flüchtlingen aus dem Irak-Krieg kollidierten, sagt Al Gore. Der Politiker (Demokratische Partei) und Unternehmer skizzierte erneut seine komplexe Klima-Verschwörungstheorie aus Klimawandel, Syrien und Wikileaks, berichtet die US-amerikanische Nachrichten- und Meinungswebsite. Dass sie von Anhängern Al Gores einhellig politisch als rechtspopulistisch bis rechtsaußen verortet wird, ist dem Zeitgeist, nicht der Wahrheitsfindung geschuldet.

Wikileaks habe interne Gespräche in der syrischen Regierung enthüllt, sagt Al Gore, in denen man sich gegenseitig “eine soziale Explosion” bestätigt habe. Diese durch den Klimawandel ausgelöste Konfrontation führt nach Ansicht Al Gores zu einem unglaublichen Flüchtlingsfluss nach Europa und habe eine politische Instabilität geschaffen. In gewisser Weise habe dies dazu beigetragen, dass manche in Großbritannien auf Abstand zu Flüchtlingen gegangen seien.

Das sei fast sicher das erste Mal, dass der Klimawandel für den Brexit verantwortlich gemacht wurde, sagt James Delingpole.

 

British Medical Journal: Der Klimawandel ist für Diabetes verantwortlich

Wenige Tage vor der Erklärung Al Gores zum Klimawandel veröffentlichte das British Medical Journal einen Artikel, der den Klimawandel in einem ursächlichen Zusammenhang mit Diabetes sieht. Im British Medical Journal heißt es:

“Zusammenfassend: Die Diabetes-Inzidenzrate in den USA und die Prävalenz der Glukoseintoleranz steigt weltweit mit einer höheren Außentemperatur an. Auf der Grundlage unserer Ergebnisse würde ein 1 ° C-Anstieg der Umwelttemperatur in den USA allein über 100.000 neuen Diabetesfällen pro Jahr auftreten lassen, bei einer Bevölkerungszahl von fast 322 Millionen Menschen im Jahr 2015.38 Diese Erkenntnisse betonen die Bedeutung der zukünftigen Erforschung der Auswirkungen der Umgebungstemperatur auf den Glukosestoffwechsel und den Beginn der Diabetes, vor allem im Hinblick auf den weltweiten Anstieg der Temperaturen mit einem neuen Rekord für den wärmsten Winter in den USA im vergangenen Jahr.39.”

“In conclusion, diabetes incidence rate in the USA and prevalence of glucose intolerance worldwide increase with higher outdoor temperature. On the basis of our results, a 1°C rise in environmental temperature would account for over 100 000 new diabetes cases per year in the USA alone, given a population of nearly 322 million people in 2015.38 These findings emphasize the importance of future research into the effects of environmental temperature on glucose metabolism and the onset of diabetes, especially in view of the global rise in temperatures with a new record set for the warmest winter in the USA last year.39.”

 

Lasst uns Störche zählen

Die Hypothese vom menschengemachten Klimawandel ist aus einem wissenschaftlichen Labor entwichen. Sie wird nicht mehr diskutiert, wie Jörg Rehmann dies in seinem Artikel Kafkaeske im Fake-Staat am Beispiel eines Gerichtsurteils zu Gunsten der Umweltbehörde gegen den Journalisten Michael Miersch aufgezeigt hat. Einmal von Politikern wie Barack Obama wider besseren Wissens in die Welt gesetzt, wandelt sich die Klimawandel-Hypothese in eine absolute Wahrheit und wird zum Maßstab der Politik, der Gerichte und der wissenschaftlichen Forschung.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wissenschaft ist beachtlich. Der Klimawandel schafft ungeahnte Möglichkeiten für die Akquisition von Forschungs- und Fördergeldern. Es würde niemanden wundern, wenn lange nach dem Zeitalter der Aufklärung moderne Wissenschaftler Forschungsgelder dafür erhalten, dass sie – länderübergreifend – herausfinden sollen, ob die Anzahl der Störche mit der Geburtenrate korreliert. Daten können dies bestätigen, wenn man etwas von Datenkosmetik versteht. Dennoch dürfte jeder wissen, dass die Korrelation zwischen dem Verschwinden der Störche und der sinkenden Geburtenrate eine Scheinkorrelation ist.

Vielleicht wird ja bald eine Studie mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, die den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Windkraftanlagen, die den Klimawandel aufhalten sollen, der Anzahl geschredderter Störche und der Verringerung der Geburtenrate untersucht.

Quellen:

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Bundesumweltbroschüre

Kafkaeske im Fake-State

Halbwahrheitsministerien und Halbwahrheits-Opium fürs Volk

Eine „Bundesumweltbroschüre“ auf dem Röntgentisch

Jörg Rehmann

„Durch Energieerzeugung, Industrie, Landwirtschaft und Verkehr gelangen Treibhausgase wie Kohlendioxid, Methan oder Lachgas in die Luft und reichern sich dort an. Die rapide Zunahme von Treibhausgasen in der Atmosphäre führt zur Erwärmung des Klimas. Wenn es nicht gelingt, diese Emissionen entscheidend zu mindern, wird sich das Klima innerhalb kurzer Zeit stark ändern.“

Jedem halbwegs vernünftigen Menschen dürfte einleuchten, dass diese Darstellung zumindest weitestgehend glaubwürdig ist. Den meisten Menschen weltweit dürfte inzwischen auch klar sein, dass sich um die Klimadebatte ein Konflikt entwickelt hat. Und wie immer bei Konflikten gibt es meist eine „Kernzone“ von Fakten, die unstreitig sind. Doch die Gefahr liegt in der Mischung unstreitiger Fakten, die jeder überprüfen kann, – und im Zusatz unsicherer Behauptungen. Agenten und V-Leute lernen diese Methode vor allem, wenn es darum geht, eine glaubwürdige Legende für einen verdeckten Ermittler aufzubauen. Die Praxis mit „halben Wahrheiten“ ist gängiger Bestandteil bei der Einführung verdeckter Ermittler in Zielgruppen. Wenn die Zielperson, auf die ein Agent angesetzt ist, einige objektiv überprüfbare Fakten über dessen Glaubwürdigkeit erkennt, schenkt sie anderen Aspekten weniger Beachtung – und fällt auf den „falschen“ Ermittler rein. So ist es auch beim Konflikt um die Klimatheorie.

 

Ausgerechnet ein „linker“ Filmemacher enttarnt die Klima-Halbwahrheit

Der Filmemacher Marijn Poels hat auf der Berlinale 2017 einen bemerkenswerten Film vorgestellt. In „The Uncertainity has settled“ hat Poels die führenden Wissenschaftler unter anderem zum Thema Klimatheorie befragt. Sehr deutlich beschreibt darin unter anderem der deutsche Klimaforscher Prof. Hans von Storch das Dilemma. Es gibt einen Kern von Erkenntnissen, die wirklich weithin als gesichert gelten und weder von Befürwortern noch Kritikern der Klimatheorie angegriffen werden. Sie sind unstreitig. Danach gibt es tatsächlich eine signifikante Klimaerwärmung seit Beginn der Aufzeichnungen vor etwa 150 Jahren. Doch schon bei der Frage, wie groß der Anteil des Menschen an diesem Phänomen ist, fällt die Reihe der Fachmeinungen deutlich auseinander. Allein die Zeitspanne der menschlichen Aufzeichnungen von 150 Jahren ist für die sichere Einschätzung globaler Phänomene viel zu kurz. Doch Hans von Storch macht ganz klar, dass es nicht um die Frage „Verleugnung oder Zustimmung“ gehen kann, denn die Folgen der Erwärmung sind ebenso unstreitig mess- und feststellbar. Es bestünde also Handlungsbedarf, denn die menschliche Spezies verbrauche ganz eindeutig mehr Ressourcen, als der Planet durch Regeneration wiederherstellen könne. Eine Zwischenbilanz dieses Szenarios wäre also: der Kern der Klimatheorie ist sicher, und außen herum gibt es noch Unsicherheiten, divergierende Meinungen, Forschungs- und Diskussionsbedarf. – So what?

 

Wie Demokratieabbau mit Klima funktioniert

Seit Jahrhunderten betreiben Menschen Forschung, und der Umgang mit Hypothese, These, Gegenthese, Beweis und Gegenbeweis ist weltweit beste wissenschaftliche Praxis. Warum also verläuft die Auseinandersetzung um die Klimatheorie so vehement? Nicht erst der Filmemacher Marijn Poels hat herausgefunden, dass vor allem wirtschaftliche Interessen dafür verantwortlich sind, dass mit gelenkten Informationen Märkte manipuliert werden. Der Kampf um wirtschaftliche Ressourcen und Absatzmärkte wird auch mit der Waffe der Deutungshoheit betrieben. Eine Methode ist die Umwandlung eines Fachdiskurses in ein ideologisches Postulat durch die Politik und ihre lobbyistischen Hintermänner. Die erste Stufe dieser manipulativen Metamorphose ist die Umdefinition der Klimatheorie, so wie sie einige Fachorganisationen für sich reklamieren, in eine bindende Wahrheit. Das Dogma ist geschaffen, es ist die zweite Stufe. Wer es hinterfragt, wird als Häretiker verfolgt. Damit ist auch die erste Voraussetzung geschaffen, um den so ideologisch „gestylten“ Umgang mit der Klimatheorie in eine neue Form pseudoreligiöser Staatslehre zu überführen. Was wäre aber eine Staatsreligion ohne disziplinarische Mittel, um sie auch durchzusetzen?

 

Längst beschlossen: die Klima-Inquisition

Damit ist das Vorgehen in der dritten Stufe angekommen: die Inquisition. Wer nicht der Staatslehre folgt, wird marginalisiert, denunziert, wie ein Aussätziger vor die Tore der Stadt gejagt und am Ende existenziell bestraft. Unwahr? Keineswegs!

Im Jahr 2013 hat das Bundesumweltamt eine Broschüre über den Klimawandel initiiert. Darin stellt das Amt seine Sicht der Klimadebatte dar. Wer diese Debatte verfolgt hat, der erkennt schnell, dass diese Sicht genau den „Hardlinern“ der wirtschaftlich polarisierten Lobbyisten nahekommt. Das allein wäre noch zu verkraften, wenn nicht bereits die Praxis der Inquisition auf dem Fuße folgt. In Kapitel 11 verkündet das Amt den offiziellen Weg, wie seiner Meinung nach mit „Klimaskeptikern“ umzugehen ist. Im Folgenden werden dann wissenschaftliche Fachorganisationen und teils renommierte Fachautoren namentlich genannt und unter vernichtender Kritik als „Klimaskeptiker“ diffamiert. Allein schon die Tatsache, dass Kritiker hier zu „Skeptikern“ umdefiniert werden, stellt einen unseriösen und beleidigenden Akt dar. Da werden beispielsweise ein „Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE)“ sowie Prof. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender des Deutschen Wildtierstiftung, als Skeptiker tituliert. Die Autoren des Bestsellers „Die kalte Sonne. Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet“, Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning,  wagen es, „grundlegende Erkenntnisse der Klimaforschung“ infrage zu stellen. Das alles seien „Thesen, die dem wissenschaftlichen Konsens widersprechen“ – Ein „Konsens“, der den Diskurs kategorisch ausschließt.  Indem aber die Verallgemeinerung in der pauschalen Zuweisung „Klimaskeptiker“ gipfelt, ist ein Stigma geschaffen. Ihm werden alle suspekten Personen und Widersacher zugeordnet. Die Zwangs-Staatsreligion ist damit perfekt.

Seit Menschengedenken müssen sich Lehren mit Gegenlehren, Thesen mit Gegenthesen und muss sich Willen mit Widerwillen auseinandersetzen. Na und? Spätestens hier muss doch auffallen, dass das staatliche Bundesumweltamt auf dem Wege ist, eine elementare wissenschaftlich-fachliche Praxis der kultivierten Divergenz zu kriminalisieren. Mit Potsdam-Institut und diversen Stiftungen hat sich die politische „Elite“ längst ihre willfährigen Ratgeber gezogen.  Gefüttert mit üppigen Etats eifern sie bis hin zum Papst, der folgerichtig pariert und das „Papamobil“ klimafreundlich elektrifiziert. Dafür werfen ihm die Kardinäle nun Distanzlosigkeit vor. Wie ärgerlich für die Klimapropheten, war die Eroberung des Papstes doch ein gelungener Coup. Dass aber Wissenschaft und fachlicher Diskurs auch vielfach frei und legitim durch Wirtschaft und Bürger gefördert werden, missfällt den so genannten Eliten. Deren Bestreben ist eindeutig: mit dem pauschalen Verweis auf „grundlegende Erkenntnisse der Klimaforschung“, womit natürlich nur die politisch gewollten Erkenntnisgeber gemeint sind, sollen alle anderen Meinungen geblockt werden. Mehr noch: allein schon eine kritische Frage scheint nach der Lektüre des ministeriellen Pamphlets verboten zu sein.

 

Als Journalist Opfer ministerieller Denunziation

Eine noch härtere Qualität nimmt der Broschürenautor mit folgendem Satz an: „Auch in Zeitungen und Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen tauchen mitunter Beiträge auf, die nicht mit dem Kenntnisstand der Klimawissenschaft übereinstimmen. Bekannt für derartige Beiträge sind die Journalisten und Publizisten Dirk Maxeiner und Michael Miersch.“ Hier wird nicht nur darauf hingewiesen, dass selbst Rundfunk und Fernsehen Fehler bei der vorgegebenen Auslegung der Klimalehre passieren können. Vielmehr werden die Journalisten und Publizisten Dirk Maxeiner und Michael Miersch persönlich als „bekannt für derartige Beiträge“, also sinngemäß und pauschal als bekannt für Falschheiten dargestellt.

Damit hat das Bundesumweltamt zwei freie Journalisten und Autoren öffentlich verfemt, nur weil sie fachliche Auffassungen zur Klimatheorie anders interpretieren, als dies regierungsamtlich gewünscht ist.
In seiner abschließenden Bewertung resümiert das Amt,

  • dass „… ein Konsens über die anthropogene Klimaerwärmung besteht“;
  • dass „die Argumente der „Klimawandelskeptiker“ nicht mit diesem Konsens übereinstimmen“ und „nicht haltbar“ seien;
  • dass „häufig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fremder Disziplinen und ohne Fachwissen“ mit „klimaskeptischen“ Thesen in der Öffentlichkeit auftreten.

Die Botschaft ist klar: wer kritisiert, ist fachfremd, unwissenschaftlich und als Person unhaltbar.

 

Die verfemte Demokratie

An dieser Stelle sei festgestellt, dass es dem Autor dieses Textes primär nicht um die Klimatheorie und die Schlüssigkeit der widerstreitenden Gruppen zu diesem Thema geht. Es geht um die Art, wie eine staatliche Stelle in einer beispiellosen, autoritären und im Übrigen einfach anmaßenden Diktion festlegt, was offizielle Denkrichtung zu sein hat und was „Journalisten und Publizisten“ zu erwarten haben, wenn sie es wagen, andere Meinungen zu vertreten oder auch nur über alternative Interpretationen des wissenschaftlichen Diskurses öffentlich nachzudenken. Das genau ist es, was das Bundesumweltamt will: das Nachdenken soll verhindert werden, weil es ja dazu führen könnte, die vorher festgelegte Wahrheit anzuzweifeln.

An dieser Stelle zeigt sich, in welchem Ausmaß dieses Bundesumweltamt die Basis unserer demokratischen Verfassung schon verlassen hat: denn ein solches Amt ist Ausführungsorgan politischen Willens, und der ist nicht zuletzt geprägt von parteipolitischen Interessen. Diese aber unterliegen gerade bei dem Milliardengeschäft „Energiewende“ starken Einflüssen von Lobbyisten. Ohne dies kriminalisieren zu wollen, muss doch darauf verwiesen werden, dass Nachdenken und geistig-inhaltliche Auseinandersetzung über die Ausflüsse politischen Willens erlaubt sein muss – ohne hinterher durch ein Ministerium diffamiert zu werden! Beispiellos auch die Borniertheit, mit der das Amt pauschal die „wachsende Zahl von Natur-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaftlern, Ingenieuren, Publizisten und Politiker“ diffamiert und kriminalisiert, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und Interpretation wissenschaftlicher Themen wahrnehmen. Und – auch das muss einmal gesagt werden: jeder Mensch hat auch das Recht, für letztlich absurde Überzeugungen einzutreten und zu irren, ohne deswegen vom Staat existenziell geschädigt zu werden. Die Autoren Maxeiner und Miersch sind jedoch weit entfernt davon.

 

Verbissenheit als Folge politischen Scheiterns

Nun gilt ein gewisses Recht auf Meinungsäußerung ja auch für das Bundesumweltamt höchstselbst. Da aber macht auch der Ton die Musik. Warum hat man nicht zu anderen Formulierungen gefunden? Warum kann man nicht mit bescheidenen Worten klären, dass die Bundesregierung nach reiflicher Prüfung zu einer Überzeugung gekommen ist und ein bestimmtes Vorgehen favorisiert? Warum hat man nicht erklärt, weshalb man sich für die einseitige Zusammenarbeit mit einer ganz bestimmten Gruppe Fachleute rund um das Potsdaminstitut für Klimafolgenforschung festgelegt hat? Warum geht man nicht gelassen damit um, dass es in jeder Disziplin auch andere, durchaus seriöse Fachinstitute gibt, die eben zu teilweise anderen Erkenntnissen kommen? Ja, warum lässt man nicht zu, dass in der Vielfalt von Meinungen, die unsere Demokratie bereichern sollten, Gewinn und Chance liegen?

An dieser Stelle wird deutlich, dass das diskussions- und ehrabschneidende Vorgehen der Bundesregierung in Sachen Klimadiskussion gewollt ist und insofern System hat. Schon längst krähen die Spatzen die Folgen einer völlig verfehlten Klima- und Energiewendepolitik von allen deutschen Dächern. Schon längst sind auch im Wust vieler überzogener Energiewende-Kritiken jene Wahrheiten unübersehbar, die das Scheitern und die kopflose, rein ideologische Steuerung der Energiewende demaskieren.

Die unübersehbare Zahl fundierter Pressepublikationen hat längst offenkundig gemacht, dass die Energiewende ein Desaster wurde. Sie ist das größte Betrugsprojekt deutscher Weltverbesserungspolitik nach dem 2. Weltkrieg. Schon längst hat die Mehrheit der Bürger kapiert, dass die Kritik des Sachverständigenrates der Bundesregierung und des Bundesrechnungshofes an der deutschen Energiewende- und Klimapolitik keine Peanuts mehr sind. Und man muss auch nicht Fritz Vahrenholt, Dirk Maxeiner oder Michael Miersch heißen, um deutlich zu sehen und gültig hinzuweisen, dass mit dem Pamphlet des Bundesumweltamtes eine gescheiterte Bundesregierung mit heruntergelassener Hose ihre eigene, offenkundige Schweinerei zu beschönigen und mit Diffamierungen einzudämmen sucht.

 

Systemkritik bewirkt Existenzbedrohung

Die Autoren Dirk Maxeiner und Michael Miersch haben gegen die öffentliche Verfemung ihrer Arbeit und ihrer Personen geklagt. Dirk Maxeiner musste auf halbem Weg aufgeben, weil zum verursachten Imageschaden noch der Rechtsstreit seine wirtschaftliche Existenz bedrohte. Michael Miersch hat Berufung eingelegt und – verloren. Das Oberverwaltungsgericht Magdeburg hat für Recht erkannt, dass das Bundesumweltamt durchaus missliebige Journalisten öffentlich bloßstellen dürfe. Was für ein fragwürdiger Erfolg für die Demokratie?! Er zeigt, dass das Krebsgeschwür einer binnen weniger Jahre weithin durch die Politik ideologisierten und indoktrinierten Gesellschaft der Verteilungskämpfe mittlerweile bis in die Justiz gewuchert ist. Von den zahllosen Versuchen der Parteien, bestimmte Personen in Richterstellen zu lancieren, brauchen wir erst gar nicht reden.

 

Die Wahrheit der Profiteure

In dem Programmpapier „Vielfalt statt Gleichwertigkeit“ des Berlininstituts für Bevölkerung und Entwicklung wird die Enteignung und Aufgabe ländlicher Gebiete zu Gunsten der Erneuerbare-Energien-Profiteure als Beitrag zu mehr Vielfalt schöngeredet. Dort heißt es: „Wenn akzeptiert würde, dass nicht alle Regionen Deutschlands unter den gleichen Standards leben können, bedeutete das nicht weniger, sondern mehr Vielfalt – also auch mehr wohl verstandenen Reichtum.“ Hier wird also einer Energiewende das Wort geredet, welche die Landbevölkerung unterwirft, subtil enteignet und verdrängt. Das alles geschieht unter dem Beifall des Bundesumweltamtes im Namen des Klimaschutzes, verbunden mit der Erwartung von „mehr Reichtum“. Für wen eigentlich? Auch müsste die dort geforderte Aufhebung des grundgesetzlichen Gleichheitsgebotes stutzig machen: sie wird als „Hinwendung zu mehr Vielfalt und Reichtum“ zurechtgebogen. Ein „Reichtum“, der im Namen von Klimalehre und Energiewende die Enteignung der Landbevölkerung, die Ausbeutung heimischer Naturlandschaften für Energieüberfluss und die industrielle Tötung geschützter Tierarten durch Unmassen von Windrädern propagiert?

Der Umgang des Bundesumweltamtes mit kritischen Journalisten und Wissenschaftlern demaskiert diese neue Art „Reichtum“ als Ausfluss einer „Energiewende“, welche die schändliche Umverteilung kleiner Einkommen nach oben sowie den Ausverkauf heimischer Landschaft gegen Kritiker mit Verfemung bewehrt.
Immer wieder wird, nicht ohne pointierte Kritik, von regierungsamtlicher Seite auf das Medienverhalten der Bürger angespielt. Ein Anlass, einen Blick auf die Geisteswelt des Bundesumweltamtes und anderer Ministerien in den sozialen Netzwerken zu richten.

So fragt UBA-Amtsleiter Jochen Flasbarth am 16. Februar, ob denn eine umweltfreundliche Landwirtschaft möglich wäre (die unsägliche Kampagne des Bundesumweltministerium mit den diffamierenden „Neuen Bauernweisheiten“ liegt erst kurz zurück!). Hier wird noch einmal verallgemeinernd auf die Landwirte draufgehauen, um dann süffisant von „Dialog Landwirtschaft“ zu sprechen.

Jochen Flasbarth, Twitter, 16. Februar

Am 14. Februar „sorgt“ man sich demonstrativ um „tieffrequentem Lärm“, – die Klagen der Tausenden Bürger gegen 24-stündige Dauerbeschallung durch Windräder tut man als Lappalie ab.

UBA, Twitter, 14. Februar

Am 8. Februar sorgt sich UBA-Präsidentin Krautzberger über die „gute Trinkwasserqualität“. Währenddessen wurde das Flora-Fauna-Habitat Greinereck gegen jeden Naturschutz-Standard zum Industriegebiet umgewandelt und es flossen – ganz nebenbei – angeblich 4000 bis 5000 Liter Ölgemisch ins Naturschutzterrain. Die Verwaltung mauert. Kein Wort dazu vom UBA.

UBA, Twitter, 8. Februar

Am 8. Februar erkennt das UBA, dass Tempo 30 in Wohngebieten wirklich der Umwelt dient. Die Forschung des physikalischen Instituts der Universität Heidelberg (Dubbers et al.), derzufolge Temporeduzierung auf Autobahnen mehr fürs Klima bringt als alle Windräder zusammen, will das UBA postfaktisch nicht zur Kenntnis nehmen.

UBA, Twitter, 8. Februar


Am 18. Januar fordert das UBA, dass Agrar-Subventionen für Landwirte „sozialer“ werden sollen. Von der extrem ungerechten, sozialen Verwendung der Energiewende-Subventionen sowie der Erhebung der EEG-Umlage spricht das UBA nicht.

UBA, Twitter, 18. Januar


Am 13. Januar fordert das UBA mehr Gewässerschutz ein. Die Auswirkungen von Vermaisung und Biogasanlagen für heimische Vorfluter und Gewässer werden negiert, entsprechende Publikationen als „Panikmache“ kleingeredet.

UBA, Twitter, 13. Januar


Am 5. Januar erkennt das UBA, dass „57 Milliarden umweltschädliche Subventionen“ in Verkehr dem Klimaschuz zuwider laufen. Dass mehr als 500 Milliarden Euro Deutschland dem erklärten Klimaziel keinen Millimeter weiterbrachten, wird verschwiegen.

UBA, Twitter, 5. Januar


Am 28. Februar will Bundesumweltministerin Barbara Hendricks baurechtliche Normen abschaffen, – dass schlechte wirtschaftliche Rahmenbedingungen eine der Hauptursachen für mangelnden Wohnungsbau sind, bleibt unbeachtet.

UBA, Twitter, 28. Februar


Am 26. Februar lobt das Bundesumweltministerium die Umwandlung ehemaliger militärischer Sperrgebiete in Biotope. Dass immer mehr Biotope, FFH-Gebiete, Biosphärenreservate und heimische Naturlandschaften zu „Sperrgebieten“ wegen Windrädern und Rotoren-Eiswurf werden, bleibt unerwähnt.

UBA, Twitter, 26. Februar


Am 24. Februar rümpfen „kritische Bürger“ die Nase über ein angebliches Ernährungsdiktat in der Kantine des Bundesumweltministeriums. Zweifellos erfolgte der Dialog im gesellschaftlichen Kontext steter Forderungen von Bündnis90/Grünen nach Erziehungsmaßnahmen für die Essgewohnheiten der Deutschen. Doch ohne Zögern wird die Bürgerkritik mit flapsigen Kommentaren plattgebügelt.

UBA, Twitter, 24. Februar


Am 22. Februar retweetet das Bundesumweltministerium ein Posting des Bundesamtes für Naturschutz. Darin ist von der Sorge um die in Bedrängnis geratenen Seevögel die Rede. Doch ungeachtet dessen wird die flächendeckende Windkraft-Verspargelung an den Nord- und Ostküsten direkt in den Jagd- und Rückzugsgebieten der Seevögel hingenommen. Keine Frage: die ist ja für den „guten Zweck“ der regierungsamtlich abgesegneten „Energiewende“, auch wenn sie wissenschaftlich erwiesen gar nichts wendet.

UBA, Twitter, 22. Februar


Am 19. Februar wiederum freut sich Bundes-Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth über einen „eindrucksvollen Film über unser Nationales Naturerbe“. Für den flächendeckenden Niedergang deutscher Naturlandschaften im Namen einer insuffizienten Energiewende-Klimapolitik findet er kein Wort. Vielmehr muss man in dem Rückzug auf ausgewiesene „Naturschätze“ die Strategie vermuten, das deutsche Naturerleben auf wenige „Naturmuseen“ zu reduzieren, um die Fläche ländlicher Regionen hemmungslos zu Energie-Sonderzonen umzuwandeln.

UBA, Twitter, 19. Februar


Am 19. Februar beklagt sich gar eine Susanne Günther, dass der @Bauerholti vom Lesen der ministeriellen Twitter-Absonderungen des BMUB abgeschnitten wurde. Doch da zeigt das Ministerium Gnade, nicht ohne oberlehrerhafte Zurechtweisung.

UBA, Twitter, 19. Februar]


Am 21. Februar mokiert sich das vielfach politisch gemobbte (weil angeblich konservative) Internetportal „Achse des Guten“ über irritierende Schriftzeichen des Bundesfamilienministeriums. Die höchstselbst regierungsamtliche Antwort verweist auf „Menschen mit Lernschwierigkeiten und Leseschwächen…“.

UBA, Twitter, 21. Februar


Dieser Exkurs ließe sich beliebig fortsetzen und irgendwann keimt auch in dem wohlmeinendsten Leser die Frage auf, ob bürgerliche FakeNews vielleicht nicht Ursache, sondern Auswirkung regierungsamtlicher Desinformation sind. Außerdem nähren diese Administrationen die Frage, auf welcher Seite des Regierungstisches da wirklich „Menschen mit Lernschwierigkeiten und Leseschwächen“ sitzen.

Das Resümee ist bei alledem schlicht. Die Regierung und ihre Administrationen haben erkannt, dass es einen Hauptfeind gibt, den es in Schach zu halten gilt: den Bürger, vor allem den mündigen. Mit dem Urteil gegen den Journalisten und Autor Michael Miersch ist jetzt Tür und Tor geöffnet, um missliebige Geister durch amtliche Pamphlets zu diffamieren und zu schädigen. In der politischen Riege sind es teilweise dieselben, die #FreeDeniz zur Befreiung des WELT-Korrespondenten Deniz Yükcel fordern, und gleichzeitig die Niederschlagung jeglicher Manöverkritik an der ideologischen Klima- und Energiewendepolitik. Das Magdeburger Urteil ist ein Pyrrhussieg für die politischen Administratoren. Die Wehrhaftigkeit gegen jegliche politisch gesteuerte Indoktrination wird sich durchsetzen.

© Jörg Rehmann – All rights reserved

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Ruhrkultour Leseempfehlung:

etscheit_

Die Energiewende soll unser Klima retten – doch sie zerstört die Natur und die letzten halbwegs unberührten Landschaften. Flächendeckend wird das Land mit Windrädern vollgestellt, Vögel und Fledermäuse verenden elendiglich in den Rotoren der riesigen Windkraftwerke. Mais und Raps, großflächig als Energiepflanzen angebaut, laugen die Böden aus und zerstören die Brutstätten ohnehin gefährdeter Vogelarten.

Und der Ertrag all dieser Verwüstungen? Es brauchte die gesamte Fläche des Saarlandes, um gerade einmal 20 % unseres Stroms durch Windkraft zu erzeugen. Dabei gäbe es einfachere Mittel, eine Energiewende zu verwirklichen: Allein die Reduktion des Kraftstoffverbrauchs im Verkehr um 8 % könnte alle derzeit aktiven Windräder überflüssig machen. Ein überfälliges Debattenbuch!

Autoren sind u.a. Georg Etscheit, Martin Flade, Erich Gassner, Gottfried Knapp, Hans Kratzer, Johannes Müller-Franken, Enoch zu Guttenberg, Harry Neumann, Werner Nohl, Niko Paech, Jörg Rehmann, Kunibert Wachten, Hubert Weinzierl, Nikolai Ziegler.

Georg Etscheit ist Beirat im VLAB. http://www.landschaft-artenschutz.de/

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Texas: Stehende Ovationen für Trudeaus Bekenntnis zur Ölindustrie

Der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau erhielt einen ungewöhnlich herzlichen Applaus für seine Keynote-Rede bei einer Energie-Industrie-Konferenz in Texas. Er sagte, dass kein Land 173 Milliarden Barrel Öl, die es im Boden findet, einfach dort liegen lassen würde. Er sprach über die umfangreichen Ölsandreserven in Alberta. Die mehr als 1.200 Führungskräfte aus der Öl- und Gasindustrie der CERAWeek-Konferenz in Houston spendeten ihm für seine Rede stehend Ovation, berichtet das Magazin Business Insider. Dies sei eine ungewöhnliche Reaktion auf einen Keynote-Sprecher, wie ein Konferenzteilnehmer bemerkte. Der Ministerpräsident erhielt eine Auszeichnung für seine Bemühungen, den Umweltschutz und die Energieproduktion auszugleichen.

Trudeau will die Nutzung fossiler Brennstoffe mit der Bekämpfung des Klimawandels vereinen

“Die Ressource wird entwickelt. Unsere Aufgabe ist es sicherzustellen, dass dies verantwortungsvoll, sicher und nachhaltig geschieht”, sagte Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau. “Nichts ist wichtiger für die US-Wirtschaft als der Zugang zu einer sicheren, zuverlässigen Energiequelle. Kanada ist die Quelle”, zitiert ihn das Magazin Business Insider.

Trudeau war im Januar in die Kritik geraten, nachdem er einem Publikum in Ontario erzählt hatte, dass der Ölsand auslaufen sollte. Später hatte er dem Globus und der Post erklärt, dass dies ein Versprecher (“misspoke”) gewesen sei.

Trudeau erklärte auf der Konferenz auch seine Unterstützung für die Keystone XL Pipeline. Er sprach ebenfalls über den Balanceakt zwischen dem Kampf gegen den Klimawandel und der Stärkung der kanadischen Öl- und Gasindustrie. Trudeau sei seit langem davon ausgegangen, dass die Entwicklung von fossilen Brennstoffen mit der Bekämpfung des Klimawandels “Hand in Hand” gehen könne, meint Business Insider. Im Dezember habe Trudeau gegenüber dem Guardian geäußert, dass der Klimawandel eine ungeheure Geschäftsmöglichkeit beinhalte. Er sehe darin eine der grundlegenden Verantwortlichkeiten seines Amtes, Ressourcen auf nachhaltige Weise zu vermarkten, während er auch daran arbeite, die kanadische Mittelschicht zu stärken. Man könne sich nicht länger nur für eine Sicht der Dinge entscheiden.

Quelle:

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EPA: “Kohlendioxid ist nicht die Hauptursache des Klimawandels”

Scott Pruitt, Chef der United States Environmental Protection Agency (EPA*)  sagte in einem Interview mit CNN, er glaube nicht, dass Kohlendioxid ein primärer Beitrag zur globalen Erwärmung ist. Er fügte hinzu: “Wir müssen die Debatte, die Überprüfung und die Analyse fortsetzen.”

Als Generalstaatsanwalts war Pruitt zu Zeiten des ehemaligen Präsidenten Obama eine der treibenden Kräfte gegen die Klimaschutzpolitik der demokratischen Partei. Seinen Kommentar haben erwartungsgemäß Demokraten und Umweltgruppen auch prompt verurteilt. Der Senator Brian Schatz, Hawaii, nannte Pruitt einen “Klimawandelleugner” und bezeichnete ihn als unqualifiziert, um die EPA zu führen.

“Klimaapologeten” kontra “Klimawandelleugner”

“Wenn es irgendwelche Zweifel daran gab, dass Scott Pruitt ein Klimaleugner ist, dann ist es hiermit geklärt. Jeder, der den Wert einer über ein Jahrhundert etablierten Wissenschaft und grundlegende Tatsachen leugnet, ist unqualifiziert, um der Verwalter der EPA zu sein”, sagte Schatz, der Co-Vorsitzende der Senat Climate Action Task Force. Die Task Force gründeten 2014 rund ein Dutzend Senatoren, um den Kongress von der Notwendigkeit zu überzeugen, den Klimawandel zu bewältigen. “Mehr denn je muss der Senat gegen Scott Pruitt und seine gefährlichen Ansichten aufstehen”, fügte Schatz hinzu.
Michael Brune, der Geschäftsführer der führenden Umweltorganisation Sierra Club*, twitterte, dass Pruitt für seine Auffassung gefeuert werden sollte.

Pruitt habe sich bisher geweigert, Fragen zu beantworten, ob er die Klimawandelforschung “erlauben” werde, berichtet CNN. Er habe geantwortet, dass es viele Prioritäten in der Agentur gebe und man sich auf die Verbesserung der Luftqualität konzentrieren werde.

  • Die EPA (United States Environmental Protection Agency) ist eine unabhängige Behörde der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika zum Umweltschutz und zum Schutz der menschlichen Gesundheit. Die EPA wurde unter Präsident Richard Nixon eingerichtet.
  • Der Sierra Club ist die älteste und größte Umweltbewegung in den USA. Nach eigenen Angaben hat der Club ca. 2,4 Millionen Mitglieder in den USA.

Quelle:

http://edition.cnn.com/2017/03/09/politics/scott-pruitt-global-warming-human/index.html

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Wie ein Bauer aus Peru hilft, die globalen Finanzströme umzulenken

Ein Bauer aus Peru klagt gegen der Energiekonzern RWE und beschuldigt ihn, ein großer Verursacher des Klimawandels zu sein. Diese Nachricht machte nicht nur in Deutschland Schlagzeilen. Worum geht es in diesem außergewöhnlichen Fall? Geht es wirklich um David (gut) gegen Goliath (böse), wie einige Medien das gerne sehen möchten? Armer Bauer gegen reichen Energiekonzern? Das zu glauben, wäre naiv.

Verblüffend ist das Schweigen des Energiekonzerns. Er ist allerdings nicht der einzige, dessen Führungskräfte auf eine grüne Tauchstation gegangen zu sein scheinen. Es gibt eine Besonderheit: 25% der RWE-Aktien gehören verschiedenen Kommunen in Nordrhein-Westfalen, das heißt, bei einem wirtschaftlichen Niedergang des Energiekonzerns wären die Bürger direkt betroffen, und RWE kämpft bereits um sein Überleben.

Es ist unwahrscheinlich, dass ein Bauer aus Peru den Energiekonzern RWE zum Schweigen gebracht hat. Wer ist es dann?

 

Richtlinien für die Offenlegung von Klimarisiken

Die G20-Staaten hatten 2015 eine Arbeitsgruppe beauftragt, Richtlinien für die Offenlegung von Klimarisiken auszuarbeiten. Sie fürchten, dass Klimawandel und Klimaschutz eine Finanzkrise auslösen könnten. Klimaretter berichtet darüber in einem ausführlichen Artikel.

In Zukunft sollen Unternehmen erklären, wie sie sich den “Weg zu einer Null-Emissions-Wirtschaft” vorstellen. Autohersteller müssten sich in Zukunft überlegen, so Klimaretter, ob ihre Investitionen in Verbrennungsmotoren noch etwas wert sind. Nestlé und Co würden angehalten, ihre Lieferketten auf die Auswirkungen von Dürren oder schweren Stürmen zu überprüfen. Und Banken, Versicherer und institutionelle Anleger sollten offenlegen, wie viel CO2 in ihren Anlage-Portfolios steckt und was diese noch wert sind, wenn Regierungen einen angemessenen CO2-Preis festlegen.

Denn: “Ohne die richtigen Informationen könnten Investoren Anlagen falsch bewerten, was zu einer Fehlallokation von Kapital führt”, wie der in dieser Woche vorgelegte Abschlussbericht der Arbeitsgruppe warnt. Dafür sei nicht zuletzt die Finanzkrise 2008 ein “wichtiger Weckruf” gewesen.

Das politisch festgelegte 2-Grad-Ziel hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Wirtschaft und wird als Allzweckwaffe zur Durchsetzung politischer Ziele genutzt. Unter anderem hat sich das “Klima Manifest Heiligenroth” mit dem 2-Grad-Ziel auseinandergesetzt.

 

Umlenkung der globalen Finanzströme

Die Unternehmen werden nach und nach am Klimaschutzziel globaler Finanzinteressen ausgerichtet. Ziel sei letztlich eine Umlenkung der globalen Finanzströme, sagt Klimaretter, allerdings nicht in erkennbarer kritischer Absicht.

“Um die nötigen Investitionen in Klimaschutz zu mobilisieren, muss die Datenlage zu Klimarisiken und Klimastrategien verbessert werden”, zitiert Klimaretter etwa die Schweizer Großbank UBS.

Der Klimaschutz ist ein Steuerungsinstrument, zunächst für Großunternehmen, mit dessen Hilfe Ratings vorgenommen und der Werteverfall von Unternehmen eingeleitet werden können. Der erste Schritt dazu ist: “Ich freue mich besonders, dass die Klimadiskussionen nun in die Geschäftsleitungen und Finanzabteilungen gehoben wurden”, zitiert Klimaretter Koushik Chatterjee vom indischen Stahlhersteller Tata.

 

Die Autoren der neuen Richtlinien für die Offenlegung von Klimarisiken

Die Autoren der neuen Richtlinien sind Mark Carney, der Chef der britischen Nationalbank, der die Schirmherrschaft übernommen hat, und Michael Bloomberg, der ehemalige Bürgermeister von New York und Gründer des Finanznachrichtendienstes Bloomberg, der die Arbeitsgruppe geleitet hat. Der Chef des britischen Versicherers Aviva, Mark Wilson, ist einer von vielen, dem die vorerst freiwilligen Richtlinien nicht weit genug gehen. Seine Forderung: “Wir sollten diesen Offenlegungs-Regeln echten Biss verleihen, indem wir sie verbindlich machen”, markiert aber deren wahrscheinlichen zukünftigen Werdegang.

Es gibt einen wachsenden Druck auf Investoren, der aus der Sicht von Klimaretter dazu führen werde, dass sie mittelfristig kaum um die neuen Richtlinien herum kommen werden: “Um ihrer “treuhänderischen Pflicht” zu genügen, müssen sie alle infrage kommenden Risiken berücksichtigen. Tun sie dies nicht, werden sie für Verluste haftbar.”

Die Androhung der Haftbarkeit dürfte einer der Gründe für das kollektive Schweigen der Wirtschaftsführer sein. Der Weg für die totale Beherrschung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozesse durch das internationale Finanzkapital ist durch die Richtlinien geebnet. Ihnen spielen die Aktivitäten der Nicht-Regierungsorganisationen wie zum Beispiel der gemeinnützige Verein Germanwatch in die Hände.

 

Ein Bauer aus Peru gegen RWE

“Klimawandel” und “Klimagerechtigkeit” sind globale Finanz- und Wirtschafts-Steuerungselemente, die inzwischen von den meisten Regierungen zumindest verbal und von nahezu sämtlichen Nicht-Regierungsorganisationen unterstützt werden.

Als ein Vorbote für diese Entwicklung kann die Zivilklage des peruanischen Bauern Saúl Luciano Lliuya gegen RWE, die von Germanwatch unterstützt wird, verstanden werden. Er macht den Energiekonzern für den globalen CO₂-Anstieg verantwortlich. Durch das Abschmelzen des Gletschers könnten riesige Eismassen plötzlich in den Palcacocha See stürzen und eine riesige Flutwelle ins Tal den Tod von 30.000 Menschen verursachen. Luciano Lliuyas Haus liegt in der am massivsten bedrohten Risikozone. Lliuya will erreichen, dass der Energiekonzern teilweise Schutzmaßnahmen oberhalb der Andenstadt Huaraz vor Klimawandelfolgen in seiner Heimat bezahlt. „Die großen Verursacher des Klimawandels wie RWE müssen endlich Verantwortung für die Folgen ihrer Emissionen übernehmen. Wir in Peru haben kaum etwas zum Klimawandel beigetragen, leben aber mit den schlimmsten Konsequenzen”, sagte Saúl Luciano Lliuya laut Germanwatch.

Die Klage hat eine grundsätzliche Bedeutung. Sie ist die erste Klage einer Einzelperson gegen einen angeblich Verantwortlichen des angeblichen Klimawandels und könnte weltweit weitere Klagen gegen “Mitverursacher des Klimawandels” nach sich ziehen, hofft Germanwatch. Die Rechtsanwältin Dr. Roda Verheyen (Hamburg) sagt: “Um den rechtlichen Anspruch zu belegen, müssen wir dem Gericht im Detail beweisen, dass RWE sehr wohl eine Mitverantwortung trägt für die Gefährdung des Eigentums meines Mandanten – und das werden wir auch tun. Zum ersten Mal habe ein Richter erklärt, dass solche Verfahren im Prinzip möglich sind und der Fall verhandelt werden kann, heißt es auf einem Aktivistenblog.

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch unterstützt Saúl Luciano Lliuyas Anliegen und berät ihn. Für die Anwalts- und Gerichtskosten des Klägers in diesem Musterverfahren tritt die Stiftung Zukunftsfähigkeit ein und ruft zu Spenden auf. Das Landgericht Essen hat am 15. Dezember 2016 die Zivilklage des peruanischen Bauern Saúl Luciano Lliuya gegen RWE abgewiesen, aber die Kläger prüfen derzeit eine Berufung.

Noah Walker-Crawford erklärt in einem Interview die Gründe der Klimaklage und skizziert, wie es jetzt weiter geht, wobei die Kampagne mit der Herstellung von “Klimagerechtigkeit” begründet wird. “Klimaklagen” könnten zu einen neuen, zentralen Instrument im Streit für “Klimagerechtigkeit” werden.

Im Video mit Noah Walker-Crawford wird zu folgenden Fragen Stellung genommen:

Wird Saúl Luciano Lliuya Widerspruch einlegen?
Warum verklagt ein Bergführer aus Peru einen nordrhein-westfälischen Energiekonzern?
Werden Klimaklagen zu einem neuen, zentralen Instrument im Streit für Klimagerechtigkeit?
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Das Video wurde am 15.12.2016 veröffentlicht.

Wer ist Germanwatch?

Germanwatch ist federführend bei dieser Klimawandel-Kampagne mit dabei. Deren Leitspruch lautet: “Wir setzen uns für globale Gerechtigkeit und den Erhalt der Lebensgrundlagen ein.” Ein Loblied auf die Organisation singt Gesine Schwan, die die „Humboldt-Viadrina Governance-Platform“ leitet. Die Plattform kümmere sich um “nachhaltige Politik durch bessere Governance” sagt die ehemalige Präsidentschaftskandidatin. Die Liste von Politikern, die sich freundlich über Germanwatch äußern, ist recht lang, international, kirchlich und rot-grün. Germanwatch hält mehr als 40 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Lohn und Brot und bietet für Praktikanten “und junge Menschen” ein Freiwilliges Ökologisches Jahr.

Die Einnahmen von Germanwatch betrugen im Jahr 2015 rund 3.179.920 Euro. Die Mitgliedsbeiträge beliefen sich auf rund 75.075 Euro, die Spendeneinnahmen lagen bei rund 148.257 Euro. Der größte Anteil der Einnahmen stammte 2015 aus “ideellen Zuschüssen” für Germanwatch (2.031.705,47 Euro) und ein erheblicher Betrag resultiert aus einem “steuerpflichtigen wirtschaftlichen Zweckbetrieb” (500.769,12 Euro). Die Reisekosten betrugen 146.971,61 Euro, die Kosten der Öffentlichkeitsarbeit 135.467, 74 Euro

Wieviele der “mehr als 40 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen” fest und in welchem Stundenumfang eingestellt sind, geht aus dem Rechenschaftsbericht nicht hervor. Die Kosten für Gehälter und Honorare betrugen 1.842.974,60 Euro – davon wurden 439.566,99 Euro für Fremdhonorare ausgegeben.

Zuwendungen an Germanwatch. Einblick in den Rechschaftsbericht 2015.

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Die Energieagentur NRW, ein privates Unternehmen, das im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen zu allen Fragen aus dem Themenkreis Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Klimaschutz arbeitet, hat Germanwatch mit über 63.000 Euro unterstützt.

Germanwatch ist Teil eines auf gegenseitige Unterstützung basierenden gigantischen, kaum durchdringbaren Geflechts aus Kirchen, Parteien und Organisationen, die wiederum ihre jeweils eigenen, sich untereinander überschneidenden Netzwerke haben, mit zum Teil in Personalunion besetzten Vorständen, heißt es bei Journalisten, die versucht haben, die Verbindungen aufzudecken. Ein nicht demokratisch legitimiertes Monster, das Einfluss auf die gewählten Vertreter nimmt. Eine der möglichen Ursachen dafür, dass Regierung und Bevölkerung sich immer weiter voneinander entfernt haben.

Eine “starke Lobby für eine nachhaltige Entwicklung”, beansprucht Germanwatch zu sein, eine “unabhängige Entwicklungs- und Umweltorganisation, die sich für eine zukunftsfähige globale Entwicklung einsetzt”, sagt die Organisation. Zukunftsfähig heiße für sie “sozial gerecht, ökologisch verträglich und ökonomisch tragfähig.” Sie sei für faire Handelsbeziehungen, einen verantwortlich agierenden Finanzmarkt, die Einhaltung der Menschenrechte und die Vermeidung eines “gefährlichen Klimawandels”.

Kritiker, wie zum Beispiel der Seniorenblog “ad-infinitum”, sagen, Germanwatch sei “eine Formation, die überall mit einspringe, wenn es ums Abkassieren unter dem Vorwand Klima und Gerechtigkeit gehe. “Hohlfloskeln wie Nachhaltigkeit, fair und globale Klimagerechtigkeit strömen den Germanwatch-Jüngern nur so über die Lippen. Schon ziemlich viel von diesem Vokabular des Schönen und Guten ist in der Forderung »Bildung für nachhaltige Entwicklung« enthalten, und unter »globaler Gerechtigkeit« und den »Erhalt der Lebensgrundlagen« tut diese Kirche es nicht.”

Perubauer vs RWE

Germanwatch bestimmt anmaßend den “Welthandel und Ernährung, Klimaschutz und Anpassung, Unternehmensverantwortung, Nachhaltigkeit im Finanzsektor sowie Entwicklungsfinanzierung ” als ihre Themen. Die Organisation legt damit eine umfassende Auflistung von Eckpunkten einer Neuen Weltordnung (NWO) vor, die sie alleine mit nur rund 40 Mitarbeitern niemals bewältigen könnte. Ein wichtiger, grundlegender Teil des nirgendwo schriftlich manifestierten NWO-Programms wurde soeben durch die Richtlinien für Unternehmen beigetragen, sodass die NWO allmählich deutlichere Konturen annimmt.

Mit Formeln hat sich Germanwatch einen Platz in der ersten Reihe auf dem Weg in eine scheinbar moralisch einwandfreie Zukunft gesichert – gleichzeitig auch dafür, “Gelder in die eigenen Kassen umzuleiten” (ad-infinitum): “Immer das Wichtigste: Spenden Sie hier! Denn es ist die »letzte Chance«, Klima und Menschheit zu retten.” Um sich die Einkünfte unabhängig von Spenden dauerhaft sichern und das Netzwerk verstärken zu können, war der Bauer aus Peru, jedenfalls bisher, eine wichtige Hilfe.

 

Quellen:

  • http://www.klimaretter.info/wirtschaft/hintergrund/22415-klima-kommt-in-den-geschaeftsbericht
  • https://germanwatch.org/de
  • http://www.achgut.com/artikel/die_deutschen_medien_und_ein_bauer_aus_peru_im_dienst_eines_versicherungsko
  • http://donnerunddoria.welt.de/2016/11/24/jetzt-soll-ein-landgericht-ueber-den-klimawandel-richten/

 

Foto: idealclima, “Netzwerk”, © www.piqs.de
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