Stellungnahme des VLAB zur Novelle des Bundesnaturschutzgesetztes, 21.12.2016

Das Bundesnaturschutzgesetz soll in wichtigen Teilen geändert werden. Die Verbände wurden am 2. Dezember 2016 angeschrieben und aufgefordert, eine Stellungnahme bis 16. Dezember 2016 abzugeben. Der VLAB erhielt erst am 12.12. Gelegenheit, sich daran zu beteiligen. Nach Protest wurde dem VLAB eine Fristverlängerung bis 23. Dezember erteilt.

Stellungnahme zur Novelle des
Bundesnaturschutzgesetztes

Sehr geehrter Herr Dr. Lüdtkes, sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank, dass Sie unserem staatlich anerkannten Umwelt- und Naturschutzverband VLAB die Möglichkeit geben, zu der geplanten Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) Stellung zu nehmen und den Abgabetermin auf Freitag, 23.12.16 verlängerten.

Nach Sichtung und Analyse der uns zur Verfügung stehenden Unterlagen teilen wir Ihnen mit, dass der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) die Änderung des § 44 Bundesnaturschutzgesetz zugunsten einer industriellen Gewinnung von Windstrom und zu Lasten gefährdeter Vogelarten und anderer Tierarten, entschieden ablehnt.

Ihre Hypothese, der Bau von Windrädern sei im „öffentlichen Interesse“ ist absurd und in keiner Weise rechtlich belastbar. Der Entwurf ihres Ministeriums konterkariert jegliche Ar-tenschutzbemühungen in der Bundesrepublik Deutschland. Er verstößt gegen geltendes Europäisches Naturschutzrecht und forciert den Rückgang vieler bereits gefährdeter Greifvogel-, Eulen-, Fledermaus- und weiterer Tierarten.

Die folgende Begründung der Ablehnung bitte hier nachlesen:

Stellungnahme zur Novelle des Bundesnaturschutzgesetztes

Der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V. (VLAB) ist staatlich anerkannt. Er hat seinen Sitz in Erbendorf. Mit seinem Blog möchte er den Umwelt-und Naturschutz nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland kritisch hinterfragen. Insbesondere über die Zerstörung unserer Landschaften durch den gegenwärtigen zügellosen Ausbau der Windkraft möchte er objektiv und ohne Beeinflussung durch Lobbyverbände berichten.


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Landschaftsschutz gehört zum “öffentlichen Interesse” – Urteil des VG Koblenz vom 14.07.016

Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz zum Landschaftsschutz vom 14. Juli 2016 könnte ein Meilenstein zum Erhalt von Natur- und Kulturlandschaften sein. Dies sei der Tatsache zu verdanken, dass ein Gericht den Mut gehabt habe, dem Dammbruch einen Riegel vorzuschieben, indem es die Baugenehmigung für zwei Windenergieanlagen durch die Genehmigungsbehörde in einem Landschaftsschutzgebiet nahe der Mosel bei Cochem verweigert hat. Darüber berichtet die Internetseite www.windwahn.de

Das VG Koblenz hat die Genehmigung für zwei Windenergieanlagen in Kail wegen Beeinträchtigung der Reichsburg Cochem und der Burg Coraidelstein in Klotten versagt.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts sind die Windkraftanlagen nicht genehmigungsfähig, da planungsrechtliche Vorschriften entgegenstehen. Sie stehen nicht im Einklang mit den Zielen der Raumordnung, die festgelegt habe, “dominierende landschaftsprägende Gesamtanlagen mit erheblicher Fernwirkung vor optischen Beeinträchtigungen zu bewahren.” Mit der Aufstellung der beiden Windräder entstünden “neue Dominanzpunkte in der Landschaft”.

In der Pressemitteilung des VG Koblenz v. 29.07.2016 heißt es: “Von bedeutsamen Blickpunkten aus seien die Rotoren der beiden Windenergieanlagen über der Hangkante zu sehen und wirkten in den Hangbereich hinein. Dies bedeute eine für die Landschaft in ihrem bisherigen Bestand neue und fremdartige technische Überformung, die gleichsam von oben nach unten in den Hang hineinwirke und die Sichtbeziehung auf die Burgen und deren Umgebung störe. Die in exponierter Solitärlage errichteten Burgen seien nur noch gemeinsam mit den Windenergieanlagen wahrnehmbar. Durch deren Dominanz verlören die Burgen ihre visuelle Anziehungskraft, die bei drehenden Rotoren noch mehr zurücktrete. Zugleich verändere sich die Maßstäblichkeit der Landschaft und der Burgen, die gegenüber den Windenergieanlagen als technischen Bauwerken zurückträten, während sie ursprünglich die Großbauten in der Landschaft darstellten.”

Das Gericht habe wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Rechtsstreits die Berufung zum OVG Koblenz zugelassen.

Quellen:

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Schwarzwald: Kunststiftung legt Einspruch gegen Bau von Windkraftindustrieanlagen ein

Kunststiftung Hohenkarpfen e.V. legt Einspruch gegen den Bau von Windkraftindustrieanlagen ein

Die Kunststiftung Hohenkarpfen e.V. (Kunstverein Schwarzwald-Baar-Heuberg) hat einen über die Region hinausreichenden Ruf als kunstwissenschaftliches Ausstellungsinstitut. Der Einspruch der Stiftung gegen den Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft Tuttlingen, der den Ausweis einer Konzentrationszone für Großwindenergieanlagen auf dem Weilheimer Berg vorsieht, dürfte deshalb auch überregionale Auswirkungen haben.
Die Kunststiftung Hohenkarpfen verweist in ihrem Einspruch auf den gesetzlich verankerten Natur- und Landschaftsschutz. Der geplante Eingriff sei angesichts des geringen ökonomischen Nutzens unverhältnismäßig. Windstrom, der nicht bedarfsgerecht und planbar vom Verbraucher abgerufen werden könne, trage wenig zur angestrebten Energiewende bei.

Darüber hinaus wehrt sich die Kunststiftung gegen die “dramatische technische Überprägung einer überregional bedeutsamen Kulturlandschaft”, die Beeinträchtigung des Erholungswertes der Landschaft und der Wohnqualität und den Wertverlust der Wohnungen und Häuser. Sie moniert das Fehlen von Risikoanalysen, fehlende Gutachten nach neuesten Erkenntnissen zum Arten- und Naturschutz, widersprüchliche Verfahrensvorgaben, fehlende Information der Öffentlichkeit und mangelnde Transparenz der Interessen.

Die Kunststiftung bemängelt, dass unzureichende Visualisierungen kleinerer Anlagen dem Bürger bisher keine wirklichkeitsnahe Einschätzung der eigenen Betroffenheit erlauben. Mit Hilfe eines Gutachtens hat sie realistische Visualisierungen erstellen lassen, die auf ihrer Homepage einsehbar sind: www.kunststiftung-hohenkarpfen.de.

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Umweltverbrechen am Loch Ness?

Pläne für 67 Windkraftanlage in den Bergen Schottlands, mit Blick auf Monadhliath Loch Ness in Inverness-shire, haben den John Muir Trust (JMT), einer der führenden britischen Umweltverbände, aufgeschreckt. weiterlesen

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Landschaftszerstörung am Vogelsberg

Der Vogelsberg wird zu einer Industrielandschaft umgebaut. Die Zahl der Windkraftindustrieanlagen nimmt zu, aber die Bewohner wehren sich gegen die Zerstörung ihrer Heimat. Für Touristen aus den dicht besiedelten Industrieregionen hat dieser Wandel erhebliche Folgen: Sie verlieren ein besonders beliebtes Gebiet für die Naherholung. weiterlesen

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Kunsthistoriker kritisieren Zerstörung der Kulturlandschaften durch Energiewende

“Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. sieht durch die 2011 be­schlos­sene Energie­­wende und den damit verbundenen Ausbau der erneuerbaren Energien mit neuen Windkraft- und Photovoltaik­anlagen die historischen Kultur­landschaften Deutschlands erheblich bedroht.” Im Greifswalder Appell plädiert der Verband dafür, weitere gravieren­de Beein­trächti­gungen der historischen Kulturlandschaften zu verhindern.

Der Appell des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker zeugt vom letzten Rest an Umweltbewusstsein, wie man ihn eigentlich von Parteien, insbesondere von den Grünen, und von den Natur- und Umweltschutzorganisationen erwartet hätte.  Die Zerstörung der Landschaft wird jedoch bewusst vorangetrieben, ist politisch gewollt und von Umweltschützern gebilligt.

Von Umwelt- und Naturschützern fehlt ein Bekenntnis zu identitäts­stiftenden Merkmalen der Landschaft. Der BUND und viele andere versagen vor einer historischen Aufgabe, ducken sich in Demut oder treiben, wie beispielsweise der Bund Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe Ansbach, den Ausbau der Windkraftindustrieanlagen sogar noch voran. Die Naturschutzorganisationen haben den Blick für die Natur verloren.

Der Kunsthistoriker-Verband beklagt die Landschaftszerstörung: “Besonders deutlich ist der Landschaftswandel bereits jetzt in Nord­deutschland zu bemer­ken, wo der weite, unverstellte Blick auf den Horizont zu den identitäts­stiftenden Merkmalen der Landschaft zählt. Die Kunsthistoriker sehen, was Umwelt- und Naturschützer nicht sehen wollen, dass mit  dem Bau einer neuen Generation von Windkraft­anlagen be­gonnen wurde, “deren Höhe nicht mehr wie früher um die 60 Meter, sondern bis zu 200 Metern beträgt. Sie werden damit deutlich höher als der Kölner Dom. Solche Anlagen sind in der norddeutschen Tiefebene über viele Kilometer sichtbar. Die Anzahl der Wind­energie­anlagen in Schleswig-Holstein betrug im vergangenen Jahr 185 Anlagen je 1000 Quadratkilometer.”

Der Kunsthistoriker-Verband sieht die Landschaft in Deutschland “in hohem Maße kulturbestimmt”, als eine Kulturlandschaft, die sich in vielen Regionen zu einer Denkmallandschaft verdichtet habe, “deren Erfor­schung, Interpretation und Schutz zu den Kernaufgaben der Kunstgeschichte gehören.” Aus dieser Sicht schöpfen die Kunsthistoriker ihre Legitimation, auf die Zerstörung der Landschaft hinzuweisen. In vielen Landes­teilen sehen sie die Grenze der Belast­barkeit der überlieferten Kulturlandschaft erreicht, manchmal bereits über­schritten. “In Mecklenburg-Vorpommern waren es im vergangenen Jahr 1419 einzelne Anlagen und damit 62 je 1000 Qua­drat­kilometer. Mit einer weiteren massiven Verdich­tung der Anlagen ist durch die be­schleunigte Umsetzung der Energiewende zu rechnen.”

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker plädiert im Greifswalder Appell dafür, die Bedenken von Denkmalpflegern und enga­gierten Bürgern ernst zu nehmen, um weitere gravieren­de Beein­trächti­gungen der historischen Kulturlandschaften zu verhindern.

Greifswalder Appell zur Beachtung der Denkmal­werte in der Landschaft bei der Errichtung neuer Photo­voltaik- und Wind­kraft­anlagen

verabschiedet von der Mitgliederversammlung auf dem 32. Deutschen Kunst­historikertag in Greifswald am 22.03.2013

Bedrohte Kulturlandschaft
Greifswalder Appell zur Beachtung der Denkmalwerte in der Landschaftbei der Errichtung neuer Photovoltaik- und Windkraftanlagen

Die Landschaft in Deutschland ist in hohem Maße kulturbestimmt. In vielen Regionen hat sich die Kultur­landschaft zu einer Denkmallandschaft verdichtet, deren Erfor­schung, Interpretation und Schutz zu den Kernaufgaben der Kunstgeschichte gehören. Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. sieht durch die 2011 be­schlos­sene Energie­­wende und den damit verbundenen Ausbau der erneuerbaren Energien mit neuen Windkraft- und Photovoltaik­anlagen die historischen Kultur­landschaften Deutschlands erheblich bedroht. Besonders deutlich ist der Landschaftswandel bereits jetzt in Nord­deutschland zu bemer­ken, wo der weite, unverstellte Blick auf den Horizont zu den identitäts­stiftenden Merkmalen der Landschaft zählt.

Inzwischen wurde mit dem Bau einer neuen Generation von Windkraft­anlagen be­gonnen, deren Höhe nicht mehr wie früher um die 60 Meter, sondern bis zu 200 Metern beträgt. Sie werden damit deutlich höher als der Kölner Dom. Solche Anlagen sind in der norddeutschen Tiefebene über viele Kilometer sichtbar. Die Anzahl der Wind­energie­anlagen in Schleswig-Holstein betrug im vergangenen Jahr 185 Anlagen je 1000 Quadratkilometer. In vielen Landes­teilen sehen wir die Grenze der Belast­barkeit der überlieferten Kulturlandschaft damit erreicht, manchmal bereits über­schritten. In Mecklenburg-Vorpommern waren es im vergangenen Jahr 1419 einzelne Anlagen und damit 62 je 1000 Qua­drat­kilometer. Mit einer weiteren massiven Verdich­tung der Anlagen ist durch die be­schleunigte Umsetzung der Energiewende zu rechnen.

Zehntausende Denkmale werden im gesamten Bundesgebiet durch die Errichtung neuer Photovoltaik- und Windkraftanlagen in ihrem Wirkungsraum beeinträchtigt. Um nur ein einziges Bei­spiel zu nennen: Bereits heute ist die Silhouettenwirkung der Stadt Prenzlau in der Uckermark durch die um­liegenden Windkraftanlagen nachhaltig gestört. Ausgerechnet hier, wo der berühmte, weithin sichtbare Schau­giebel und die Türme der Marienkirche das Stadtbild seit Jahr­hunderten prägen, werden die histo­risch gewachsenen Dimensionen durch Windkraftanlagen an der Stadtperipherie ignoriert. Diese Nutz­bauten erreichen die Höhe der stadtbildprägenden historischen Denkmäler, ja übertreffen sie an manchen Stellen. Dass damit eine massive Beein­trächtigung von Denkmalwerten verbunden ist, steht außer Frage. Dem Schweigen sämtlicher politi­scher Parteien zu diesem Problem – auch solcher, denen der Land­schafts- bzw. Kulturlandschafts­schutz ureigenste Sorge sein müsste – setzen wir unsere Stellung­nahme entgegen.

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. wendet sich nicht gegen die Energie­wen­de, plädiert aber dafür, die Bedenken von Denkmalpflegern und enga­gierten Bürgern ernst zu nehmen, um weitere gravieren­de Beein­trächti­gungen der historischen Kulturlandschaften zu verhindern.

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. fordert daher:

  • die grundsätzliche Beachtung der kulturellen Werte als identitätsstiftende Bausteine der Kulturlandschaften in Deutschland,
  • das vollständige Freihalten der wertvollen historischen Kulturlandschaften von den genannten Anlagen,
  • die Einhaltung von Mindestabständen zwischen den Windkraftanlagen und den Denkmalen,
  • die Einbeziehung der Denkmalpflege als zuständiger Fachbehörde bereits im Vorfeld aller Planungsverfahren und ihre zureichende Ausstattung mit Personal. 
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Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.

Der Berufsverband Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. wurde 1948 gegründet. Er vertritt die Interessen der in Deutschland bzw. in deutschen Institutionen tätigen Kunsthistoriker jeder Nationalität. Derzeit hat er knapp 3.000 Mitglieder. Er nimmt öffentlich Stellung zu aktuellen Fragen der Denkmalpflege, der Museumspolitik und der kunsthistorischen Ausbildung. Alle zwei Jahre organisiert der Verband den Deutschen Kunsthistorikertag, die zentrale, national und international orientierte Fachtagung der Kunsthistoriker in Deutschland.

Die Kunstgeschichte befasst sich als Fach innerhalb der Geisteswissenschaften mit der Kunst vom frühen Mittelalter bis heute. Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft umfassen die künstlerischen Gattungen Architektur, Skulptur, Malerei, Graphik, das sogenannte Kunstgewerbe, Fotografie, Film, Performance, Environment, Videokunst, Netzkunst und viele mehr.

Kunsthistoriker erfüllen den Auftrag, die aus der Vergangenheit überkommenen Werke und Werkkomplexe vom isolierten Einzelstück bis hin zum gewachsenen Ensemble zu erhalten, zu sammeln, in der Erforschung möglichst umfassend zu deuten und damit gegenwärtig und für die Zukunft lebendig zu erhalten. Analoges gilt für die Werke zeitgenössischer Kunst.

(aus: http://www.kunsthistoriker.org/wirueberuns.html

Titelfoto: www.mainova.de

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