Generalmajor

Youtube Video vom „Generalmajor“ gelöscht

Epoch Times ergreift Partei für Generalmajor a.D. Gerd Schultze-Rhonhof.

“1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte“, lautet der Titel eines Buches von Generalmajor a.D. Gerd Schultze-Rhonhof. Es erschien zuerst 2003 und wurde 2015 zum neunten Mal wieder aufgelegt. Mit der Überschrift “Verleumdung im Internet: Youtube Video vom „Generalmajor“ gelöscht”, ergreift Epoch Times im Juni 2017 für den Autor Partei. “Abstruses zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs”, urteilte die FAZ 2003. Zwei unterschiedliche Sichtweisen, die sich aus der hektischen Reaktion von Politikern auf eine neue Debatte über die Schuldigen am Zweiten Weltkrieg ergeben.

 

Was gilt als politisch korrekt – was nicht?

Hitler als größenwahnsinniger Diktator und irrer Massenmörder – diese Darstellung gilt als politisch korrekt. Dass die Deutschen den Verbrechen der Nationalsozialisten keinen Einhalt gebieten konnten, führte darüber hinaus zu der These, es gebe eine Kollektivschuld aller Deutschen. In diesem Bewusstsein, als Nachfahre einer Tätergeneration mitverantwortlich für die Verbrechen insbesondere an sechs Millionen Juden zu sein, wachsen junge Menschen seit 1945 heran. Das Schuldgefühl gilt ebenfalls als politisch korrekt.

Die Frage, welche gesellschaftlichen Kräfte tatsächlich den zweiten Weltkrieg vorangetrieben haben, wird dagegen von vielen Seiten als unbequem betrachtet. Die Rolle der Großindustrie als treibende Kraft wurde in der Geschichtswissenschaft ausführlich beleuchtet und schuf die Grundlage für eine Faschismustheorie, die bis heute den Charakter der Hitler-Ära als Wirtschafts- und Gesellschaftssystem mit dem Ziel, die Interessen der Großindustrie aggressiv umzusetzen, weitreichend beschreibt.

So gut wie keine Beachtung fand unter Historikern die Rolle der Staaten, mit denen Deutschland vor Beginn des zweiten Weltkrieges Kontakt hatte, in der Phase der Kriegsvorbereitungen. Wurden die Nachbarstaaten und die USA von Hitlers Angriff auf Polen überrascht? Hätten sie den Krieg verhindern können? Oder haben sie den Angriff gewollt und bewusst gesteuert, aber als Siegermächte nach Kriegsende die Dokumente, die ihre Absichten hätten belegen können, zu ihrem eigenen Vorteil unterdrückt oder manipuliert?

 

“1939 Der Krieg, der viele Väter hatte”

Es gehört zu den Merkwürdigkeiten der Nachkriegsgeschichte, dass weniger die Historiker, sondern ein Generalmajor, Jahrgang 1939, der Frage folgte, ob die mit Deutschland kooperierenden Staaten den Krieg gegen Russland hätten verhindern können. Der Generalmajor Gerd Schultze-Rhonhof forschte nach seinem Ausscheiden bei der Bundeswehr in Archiven und wurde publizistisch tätig. Mit seinem Buch “1939 Der Krieg, der viele Väter hatte“, füllte er eine Lücke in der Geschichtswissenschaft und stieß auf Widerstand – bei konservativen Historikern und Medien, aber auch bei Gruppen, die sich als “links” bezeichnen.

Schultze-RhonhofGerd Schultze-Rhonhof hatte zunächst nur eine Antwort auf die Frage gesucht, was die Generation seines Vaters dazu bewogen hat, nur 20 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg Adolf Hitler in einen neuen Krieg zu folgen? Dokumente, Informationen und seine Erkenntnisse führten ihn zu dem Schluss, dass es eine ganze Anzahl von Staaten gab, die den Zweiten Weltkrieg angezettelt hatten. Der Autor stellt fest: Die deutsche Geschichte zwischen 1919 und 1939 ist nur zu verstehen, wenn man das zeitgleiche Geschehen in den anderen Ländern kennt.

Die Neue Ausgabe seines Buches „1939 Der Krieg, der viele Väter hatte“, das 2015 in neunter Auflage erschien, enthält zusätzliche Absätze/Kapitel unter anderem über das Münchener Abkommen, Hitlers Lebensraumpolitik, Polens Rolle und Deutschlands Friedensangebote.

 

Video im Mai 2017 bei Youtube gelöscht

2006 hatte Gerd Schultze-Rhonhof einen Vortrag über einen Teil seines Buches „1939 Der Krieg, der viele Väter hatte“ über die Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs gehalten. Der Vortrag wurde damals als Video aufgenommen und bei Youtube ins Netz gestellt. Bis Mai 2017 wurde das Buch über 56.000 mal verkauft, das Youtube-Video wurde über 880.000 mal angesehen.

Im Mai 2017 wurde Gerd Schultze-Rhonhof darauf aufmerksam gemacht, dass das Buch im Internet unter der Überschrift „Holocaust Referenz, Argumente gegen Auschwitzleugner” kritisiert und der Youtube-Vortrag wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen im Netz gelöscht wurde.

Schultze-Rhonhof wandte sich am 24. Juni 2017 mit einer Nachricht an Epoch Times, eine mehrsprachige, internationale Zeitschrift mit Sitz in New York. Die Nachricht, die ebenso wie seine drei Offenen Warn- und Protestbriefe zur unkontrollierten Masseneinwanderung, die an die Bundeskanzlerin, die Ministerpräsidenten der Länder, die Generalsekretäre der Parteien, viele Bundesminister und an alle Damen und Herren Abgeordnete des Bundestags gerichtet waren, wurden von Epoch Times in ganzer Länge veröffentlicht.

In seiner Nachricht schreibt Schultze-Rhonhof, dass er weder im kritisierten Buch noch sonst den Holocaust oder Auschwitz geleugnet habe. Bei der Wiedergabe des Vortrags bei Youtube habe auch keine Urheberrechtsverletzung vorgelegen. Wegen der Unterstellung, sein Buch oder er hätten etwas mit Holocaustleugnung zu tun, habe er bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet, sagt Gerd Schultze-Rhonhof.

“Kann das jetzt jeder machen, Meinungsterror statt Meinungsaustausch im Internet durch Löschanträge bei Youtube durchsetzen?”, empört sich Epoch Times. “Gerd Schultze-Rhonhof, Generalmajor a.D., wurde das jüngste „Opfer“ solcher Praktiken, aber er wehrt sich”, berichtet die Zeitschrift.

Dazu bemerkt der wahrscheinliche Initiator der Video-Löschung höhnisch: “Der beleidigte General möchte löschen”. Ist er einer der neuen Moralwächter, auf die der Innenministers Heiko Josef Maas sein “Netzwerkdurchsetzungsgesetz” stützt?

 

“Nazi”-Unterstellung genügt in manchen Fällen für einen Rufmord

Für die “Emanzipatorische Antifa Münster” gilt Schultze-Rhonhof als “Kronzeuge der Neonazis und Geschichtsverfälscher“. Sie werfen ihm vor, dass er seine Forschungsergebnisse in rechtslastigen Kreisen vorgetragen habe. Ein Argument von 2008, mit dem die Jusos Witten, die Grüne Jugend Witten und auch die Piratenpartei NRW 2015 versucht haben, einen Vortrag von Dr. Daniele Ganser an der Universität Witten/Herdecke zu verhindern.

Durch seine These vom Präventivkrieg gegen die Sowjetunion und die Friedensabsichten Hitlers verorte sich Schultze-Rhonhof “deutlich am äußersten rechten Rand des Parteienspektrums und in der Gesellschaft von NS-Nostalgikern und Neonazis”, meint die Antifa Münster. Die Thesen von Schultze-Rhonhof seien wissenschaftlich unhaltbar und die “AntifaschistInnen” würden nicht zusehen, “wie Geschichtsverfälschung und Nationalismus salonfähig gemacht werden”, sagt die Antifa Münster.

Die neuen Moralwächter stellen Behauptungen auf, die sie mit Quellenangaben stützen. Aber sie sind unfähig, die Argumente des Autors zu widerlegen und genieren sich daher nicht, einen Rufmord zu begehen. Man habe Hinweise auf Schultze-Rhonhofs Nähe zu Rechtsextremisten und Holocaustleugnern gefunden, heißt es in dem Blog, dessen Betreiber, ein Übersetzer, sagt, er wolle auf seinen Seiten “Material zur Auseinandersetzung mit Holocaust-Leugnern anbieten”. Es sei seiner Ansicht nach wichtig, “sie als das vorzuführen, was sie sind: unverbesserliche Ewiggestrige und meist auch fanatische Antisemiten, die wissentlich oder unwissentlich auf den nächsten Völkermord zusteuern, indem sie den letzten leugnen.” Der Blogbetreiber ist nur einer von vielen übereifrigen, dubiosen Moralisten, die im Schutz neuer Gesetze und Kontrollinstitutionen versuchen, politisch unerwünschte Ansichten mit Hilfe von Verleumdungen im Keime zu ersticken.

 

Wem nutzt das Schweigen über die Interessen der Kriegsparteien?

Wer will internationale Interessen vor 1939 an einem Krieg in Europa und gegen die Sowjetunion bestreiten? Soll mit der Unterstellung, eine derartige Fragestellung würde Nazis Vorschub leisten, eine Aufklärung der Sachverhalte verhindert werden? Wer könnte denn wollen, dass die Debatte darüber im Keim erstickt wird, wenn nicht die betreffenden Staaten selbst?

Die Feststellung, dass es internationale Interessen an einem Vorstoß Deutschlands gegen Russland gab, der 1941 erfolgte, sind von großer Bedeutung, auch um den derzeit zu beobachtenden Aufmarsch der Nato-Truppen an der Ostgrenze zu Russland verstehen zu können. Ohne einen Rückblick auf die “vielen Väter” des zweiten Weltkrieges und die militärisch-politischen Überlegungen der USA nach Beendigung des Krieges, ist dies nicht möglich.

Das Video ist seit wenigen Tagen wieder bei Youtube zu finden. Das Thema Holocaust- oder Auschwitz-Leugnung kommt darin nicht vor.

 

 

 

Zur Erinnerung: Das Memorandum No. 20/1 des Nationalen Sicherheitsrates der USA

Wer die Entwicklung der US-amerikanischen Außenpolitik betrachtet, sieht die Spur der Außen- und Militärpolitik der USA, die seit der Pariser Friedenskonferenz von 1919 bis zum Truppenaufmarsch der Nato an der Ostgrenze zu Russland führt.

Für die Pariser Konferenz 1919 hatte das Außenministerium der USA einen detaillierten Plan erarbeitet, in dem verlangt wurde, “ganz Rußland … in große natürliche Gebiete zu teilen, ein jedes mit seinem eigenen Wirtschaftsleben. Dabei darf kein Gebiet selbständig genug sein, um einen starken Staat bilden zu können”. Aus dem diesem Dokument beiliegenden Kartenmaterial geht laut Greiner und Steinhaus hervor, dass die USA seinerzeit beabsichtigten, “von Sowjetrußland die heutige Karelische ASSR, das Murmansker Gebiet, Estland, Lettland, Litauen, die Ukraine, die Krim, Transkaukasien, Mittelasien und auch Sibirien – das ganze Gebiet vom Ural bis zum Stillen Ozean – loszutrennen.” (zitiert nach: B Greiner, K. Steinhaus: “Auf dem Weg zum 3. Weltkrieg?”, Köln, 1981, S.14)

Im Memorandum No. 20/1 des Nationalen Sicherheitsrates vom 18. August 1948 (NSC 20/1) heißt es:

“So viel über unsere Ziele in Bezug auf jede sowjetische Restmacht. Es bleibt die Frage, von welcher Art unsere Ziele in Bezug auf jede nichtkommunistische Autorität sein würden, die auf einer Teilung oder auf allen russischen Gebieten als Folge der Kriegsereignisse aufgebaut werden könnte.”  “[…] wir sollten automatische Garantien einrichten, um sicherzustellen, dass auch ein Regime, das nicht kommunistisch und nominell freundlich zu uns ist: a) keine starke militärische Macht hat; b) in erheblichem Maße von der Außenwelt wirtschaftlich abhängig ist ; c) nicht zu viel Autorität über die großen nationalen Minderheiten ausübt; und d) nichts auferlegt, was dem eisernen Vorhang gegenüber den Kontakten mit der Außenwelt ähnelt.”

Historiker haben auf Parallelen der NSC 20/1 zu Hitlers Weisung 21 aufmerksam gemacht. Der gegenwärtige Aufmarsch westlicher Truppen entlang der Westgrenze Russlands und der erbitterte Versuch, die Abstimmung der Bevölkerung auf der Krim oder im Osten der Ukraine als kriegerische Handlungen Russlands zu deuten, zeigen, dass die heutigen Interessen der Nato-Partner nicht von den strategischen Überlegungen der nicht-russischen Staaten vor 1939 getrennt werden können.

 

Edmund Lersch

 

Quellen:

Foto: herb1979, pixabay

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Die Reformfähigkeit des Islam

Hamed Abdel-Samad über die Reformfähigkeit des Islam (NZZ)

Hamed Abdel-Samad über die Reformfähigkeit des Islam

Im Gespräch mit dem NZZ-Chefredakteur Eric Gujer und der Politikphilosophin Katja Gentinetta sprach der Humanist Hamed Abdel-Samad über die Reformfähigkeit des Islam, sein Buch “Abschied vom Himmel” des Glaubens, seine Kritik der Lehren des Propheten sowie die Möglichkeiten, den Islam für die heutige Zeit zu reformieren.

 

Religionskritik ist Aufklärung

Hamed Abdel-Samad richtet seine Religionskritik nicht gegen Muslime, sondern gegen jede Ideologie der Unterdrückung und Unfreiheit, wie sie gegenwärtig vor allem vom Islam vorangetrieben wird. Die Beschwichtigungspolitik und der Kulturrelativismus haben nach dem 11. September 2001 aus seiner Sicht das Problem nicht gelöst, sondern verschlimmert, sagt er. Es gebe mehr Terroristen und mehr Terrorismus. Deshalb fordert Hamed Abdel-Samad eine Öffnung der Diskussion über den Islam, ohne Tabus, damit die Situation nicht vom rechten Rand missbraucht und gegen die Aufklärung gerichtet werden kann. Religionskritik gehöre zur Aufklärung, sagt er. Die sei nicht abgeschlossen, solange Religionskritik dazu führt, dass Religionskritiker unter Polizeischutz gestellt werden müssen. Eine Erfahrung, die Hamed Abdel-Samad zurzeit selber machen muss.

Der Islam könne nicht von der Kritik im Namen der Toleranz verschont werden, weil der Islamismus unter Berufung auf die Toleranz Infrastrukturen aufbaut, die sich gegen Aufklärung und Toleranz richten.

 

Der Grundkonflikt liegt im Koran

Aus der Sicht Hamed Abdel-Samads liegt der Grundkonflikt zwischen den Bürgerkriegen innerhalb der islamischen Welt und der Konfrontation mit dem Westen im Koran selbst. Der Islam habe eine juristisch-politische Seite und eine spirituelle, soziale Seite. Diese Seite sei wichtig für die Menschen und den Zusammenhalt der Gesellschaft, sagt Hamed Abdel-Samad. Die juristisch-politische Seite sei dagegen veraltet und trage eindeutig faschistoide Züge, die nicht nur für die islamische, sondern für die ganze Welt gefährlich seien.

Der Koran sei einerseits eine Botschaft der Toleranz und des Mitgefühls. Andererseits sei er ein religiöser Text, der Brutalität und Mord legitimiere. Dieser Widerspruch ist nach Ansicht von Hamed Abdel-Samad in der Person und dem Leben Mohameds begründet. Während seines 13-jährigen Aufenthalts in Mekka habe Mohamed für das friedliche Zusammenleben gepredigt. Er habe keine Armee gehabt und sei auf die Toleranz der anderen angewiesen gewesen. Nach seinem Umzug nach Medina habe er eine Armee gegründet und angefangen, von Kriegsbeute zu reden, Kriege zu verherrlichen und aufzufordern, Ungläubige zu töten.

Der Koran sei ein Dokument seiner Zeit, das Protokoll einer Gemeindebildung, in der aus dem anfangs friedlichen Prediger Mohamed der spätere Warlord entstanden sei. Hamed Abdel-Samad begründet, warum sich friedliebende Muslime ebenso auf den Wortlaut des Korans stützen, wie dies gewalttätige Islamisten tun, und welche gefährlichen Konflikte nahezu zwangsläufig daraus erwachsen.

 

Veröffentlicht am 15.03.2017

 

Das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ oder Anti-Aufklärungsgesetz

Die Schonung des Islam vor Kritik führe dazu, dass der Islamismus unter Berufung auf die Toleranz Infrastrukturen aufbaue, die sich gegen Aufklärung und Toleranz richten, sagt Hamed Abdel-Samad.

Die Religionskritik hat nicht nur unter Muslimen Empörung ausgelöst, wie ein Dokumentarfilm von arte eindrucksvoll zeigen konnte. Aber nicht um Personen wie Hamed Abdel-Samad drehen sich die Sorgen der großen Parteien. Religionskritiker, Individualisten und Aufklärer werden von ihnen eher als Störenfriede eines im Grunde friedlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen empfunden.

Ähnliche Ansichten wie Hamed Abdel-Samad vertritt der libanesisch-deutsche Regisseur, Drehbuchautor und Fernsehjournalist Imad Karim. Sein Facebook-Account wurde von Facebook am 13.4.2017 gelöscht. Nur wenige Tage zuvor, am 5.4.2017, hatte das Bundeskabinett den Entwurf des Justizministers Heiko Maas (SPD) verabschiedet. Das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ (NetzDG-E) ist nach Angaben des Ministeriums notwendig, da „die Debattenkultur im Netz oft aggressiv, verletzend und nicht selten hasserfüllt ist (…) Hasskriminalität, die nicht effektiv bekämpft und verfolgt werden kann, birgt eine große Gefahr für das friedliche Zusammenleben einer freien, offenen und demokratischen Gesellschaft.“

Die Löschung des Facebook-Accounts von Imad Karim dürfte das erste prominente Beispiel dafür sein, dass es nur vordergründig um den “Kampf gegen Hasskommentare und Falschnachrichten” geht, der im Internet verschärft werden soll. Es geht vielmehr um die Einschränkung des Versuchs, durch eine offene Debatte politisch missliebige Diskussionen zu unterbinden. Denn in Fragen von Hasskommentaren und Falschnachrichten sind weder die Parlamentsmitglieder noch die öffentlich-rechtlichen Medien vorbildlich. Das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ bewirkt eine seltsame Allianz, die aus denjenigen besteht, die autoritäre Strukturen festigen wollen. Unter einer einschüchternden, per Gesetz verordneten Ruhe an der Debattenfront lassen sich antidemokratische Strukturen jedenfalls leichter aufbauen, als im Kreuzfeuer von Kritikern.

Das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ behindert die wichtige Debatte über den Islam und die Aufklärung über die diktatorischen Bestrebungen von Islamisten. Der Satz “Der Islam gehört zu Deutschland” bekommt einen neuen, schrecklichen Sinn.

Die Debatte wird das neue Gesetz nicht beenden, allenfalls verlagern. Die Internetnutzer werden eine Alternative zu Facebook finden. Schon längst wird bei Facebook dazu aufgerufen, sich einer neuen Diskussionsplattform wie zum Beispiel vk.com anzuschließen.

In einem Artikel für „Cicero“ hat sich der Rechtswissenschaftler Alexander Peukert mit dem neuen, sogenannten „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ (NetzDG-E) auseinandergesetzt. 

Nachtrag: Die persönliche Facebook-Seite von Imad Karim wurde von Facebook am 16.04.2017 wieder frei geschaltet.


Bücher von Hamed Abdel-Samad bei Storchmann Medien

 

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