Was ist schwerer, Zentimeter oder Bequerel?

Diese Grafik der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) geht regelmäßig um die Welt. Mit ihrer Hilfe demonstrieren Kernkraftgegner, dass der Pazifik durch das Unglück des Kernkraftwerks in Fukushima Daiichi verseucht sei. Wer achtet bei dem Alarmsignal in Rot und Orange schon auf die Maßangaben? Wer weiß, dass Radioaktivität nicht in Zentimetern, sondern in Bequerel* gemessen wird? Und wer kennt sich mit Grenzwerten für Radioaktivität aus?

Kernkraftgegner setzen auf die Unwissenheit der Leser und verwenden Bilder, die sich für Clickbaits eignen. Das gilt auch für diese Grafik von NOAA. “Dumm nur, dass diese Grafik keine Strahlenwerte, sondern Verbreitungsmessungen der Tsunami-Wellen darstellen”, sagt Christof Merkli.  http://nctr.pmel.noaa.gov/honshu20110311/

Den Geschäftemachern ist dies nicht peinlich, denn Clickbaits bringen dem Betreiber einer Webseite Einnahmen, wenn Leser seine Seite besuchen. Um möglichst viele Klicks einzusammeln, werden Bilder oder reißerische Überschriften benutzt, die den neugierig gewordenen Leser zum Klicken motivieren. Die Tricks sind unterschiedlich. Sie sind harmlos, wenn sich das vermeintlich unglaubliche Ereignis als eine langweilige Alltagsgeschichte entpuppt, oder sogar gefährlich, wenn Emotionen dazu genutzt werden, um Stimmungen gegen Volksgruppen oder Nationen anzuheizen. Die Saat geht leider nur zu oft auf, wie die Hasstiraden in den Kommentaren zu den Bildern zeigen.

Jedes reißerische Bild im Internet begründet den Verdacht, dass es um Clickbaits, nicht um die Information geht. Die Bilder sind häufig gestohlen, stimmen nicht mit den hinzu gefügten Texten überein, widersprechen ihnen sogar. Die Betreiber derartiger Seiten können für ihre Behauptungen in der Regel keine soliden Quellen benennen, setzen auf die Unerfahrenheit ihrer Leser, Quellen zu bewerten, oder nutzen deren Zeitmangel, Quellen zu vergleichen.

 

“Corriger la fortune”

Ein abgebrannter Spieler, der sich frisches Geld für neue Spieleinsätze verschaffen will, versucht sein Glück durch Manipulation zu korrigieren, er wird zum Falschspieler. “Corriger la fortune” ist das bekannte Zitat aus Minna von Barnhelm von Gotthold E. Lessing. Es bedeutet, dem Glück durch Betrug nachhelfen. Die französische euphemistische Umschreibung für “Falschspielen” ist seit 1665 bekannt und bezieht sich nicht nur auf Spieler, sondern auf jedwede Manipulation zum eigenen Vorteil.

Das gemeinsame Merkmal dieser Art moderner Geschäftemacherei lässt sich sehr gut bei Facebook beobachten. Wer dem Clickbaiting-Geschäft schaden könnte, wird von den Administratoren gelöscht.

Wer beispielsweise bei ausgestrahlt.de, klimaschutz-netz.org, sonnenseiten.de, ja sogar beim ergrünten Energiekonzern RWE, der sich zu einem großen Teil im Besitz von Kommunen befindet, versucht, über moderne Möglichkeiten der Kernenergie zu diskutieren, wird meist blockiert; er schadet dem Geschäft. Einige Administratoren lassen den einen oder anderen kritischen Beitrag als Beweis ihrer Toleranz stehen, manchmal nur bis zur nächsten Säuberungsaktion. Auf diese Weise wird eine Meinungsmehrheit zu Gunsten der eigenen Position vorgetäuscht. Die “Netzfrauen” haben durch Clickbaiting, Verwendung aufreißerischer Bilder und ihrem kreativen Umgang mit der Wahrheit auf sich aufmerksam gemacht. (Gesperrt bei den Netzfrauen).

Einer Religionsgemeinschaft mag man diese Abschottung gegenüber abweichenden Auffassungen und Kritik zugestehen, bei einer politisch agierenden, mitgliederstarken NGO, die vielleicht sogar mit öffentlichen Mitteln finanziert wird, ist dies nicht akzeptabel. Dass der wissenschaftlichen Diskussionskultur und dem Meinungsaustausch dadurch ein großer Schaden zufügt wird, ist anzunehmen.

Ein Kommentar wie der folgende wird üblicherweise sofort gelöscht, wurde aber wohl von den Netzfrauen, die sich über mehr als 210.000 Likes bei Facebook freuen, übersehen. Annelies Yokoyama schrieb am 6. Juli 2015 um 04:34: “Die Riesenerdbeere welche in Fukushima gewachsen sein soll, ist in Fukuoka, welches ganz im Sueden Japans liegt, gewachsen. Da frage ich mich irgendwie, wie gut der Rest Ihrer Ausführungen recherchiert ist….. Sorry, ich finde Netzfrauen eine gute Sache, aber bitte bei der Wahrheit bleiben!!!!!! ”

 

Quellenkontrolle

Wer sich beeilt, kann in den Kommentaren, bevor sie gelöscht werden, oft wertvolle Hinweise und Links finden und sich selbst gezielt informieren. Aus einem Kommentar von Michael Zingg zu der Abbildung oben stammt dieser “Link für die Unbelehrbaren”:
NOAA: http://nctr.pmel.noaa.gov/honshu20110311/

 

*Bequerel. Basismessgrößen und Einheiten: http://www.kernfragen.de

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“Smoking Gun” – Wissenschaftler untersuchen Wetterdaten der US-amerikanische Wetterbehörde NOAA

Die USA meldeten im April 2015 den bislang heißesten März weltweit seit Beginn der weltweiten Klimaaufzeichnungen im Jahr 1880 [1], die amerikanische Wetterbehörde NOAA bestätigte bereits im Januar 2015, dass 2014 als wärmstes Jahr in die Geschichte eingehen werde [2].

Die Zahlen der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), auf die sich Wissenschaftler und Politiker der Welt verlassen, beruhen ebenso wie die anderen drei offiziellen Oberflächentemperaturaufzeichnungen auf kompilierten Daten aus einem Netz von Wetterstationen von NOAA Global Historical Climate Network (GHCN). Kompilieren bedeutet, dass ein Programm, das in einer bestimmten Programmiersprache geschrieben ist, mit Hilfe eines Compilers, eines Computerprogramms, in eine Form übersetzt wird, die von einem Computer ausgeführt werden kann.

Das Rätsel

Aber es sei ein Rätsel zu lösen, meint Christopher Booker, in seinem Artikel “Top scientists start to examine fiddled global warming figures”, vom 25.04.2015, The Telegraph [3]. Die genannten Temperaturaufzeichnungen seien nicht die einzigen, die einen offiziellen Status haben. Die beiden anderen, Remote Sensing Systems (RSS) und University of Alabama (UAH), benutzten andere Methode zur Messung der Temperaturdaten, die auf Satelliten basieren. Und diese haben, wie sich zunehmend in den letzten Jahren zeige, ein auffallend anderes Bild ergeben. Weder sei im letzten Monat so etwas wie der heißeste März noch 2014 als “das heißeste Jahr aller Zeiten” zu erkennen gewesen.

Verdacht auf Manipulation der Klimadaten

Zwei Artikel von Christopher Booker, die zu dem Thema im Januar und Februar 2015 in The Telegraph erschienen waren, zogen die Aufmerksamkeit der Leser aus der ganzen Welt und 42.000 Kommentare nach sich. Sie deuteten darauf hin, dass etwas sehr Seltsames mit diesen offiziellen Oberflächentemperaturaufzeichnungen, deren Daten letztlich alle von der NOAA GHCN zusammengestellt worden waren, los sein musste.

Sorgfältige Analysten legten hunderte von Beispielen vor, wie die von 3.000 Wetterstationen aufgezeichneten Originaldaten “angepasst” worden waren, um das Ausmaß der tatsächlichen Erderwärmung zu übertreiben. Zahlen aus früheren Jahrzehnten waren immer wieder nach unten und neueren Daten nach oben korrigiert worden, um zu zeigen, dass sich die Erde viel dramatischer erwärmte, als die ursprünglichen Daten bestätigten.  

Untersuchung über die “Anpassung” ursprünglicher Daten

Die Beweise waren letztlich so stark, dass sie eine gründliche Untersuchung erforderten. Die Zeitungsartikel von Christopher Booker riefen eine Reaktion von wissenschaftlichen “Schwergewichten” hervor. Die Global Warming Policy Foundation (GWPF) hat ein internationales Team von fünf bedeutenden Wissenschaftlern für die Durchführung einer vollständigen Untersuchung angeworben. Das Team wird sich mit der Frage beschäftigen, wie weit diese Manipulationen der Daten unser Bild von dem wirklichen Geschehen der globalen Temperaturen verzerrt haben können.

Das Gremium wird von Terence Keale, bis vor kurzem Vizekanzler der Universität von Buckingham, geleitet. Zu seinem Team gehören Dr. Peter Chylek, ein Physiker von der National Los Alamos Laboratory, Richard McNider, emeritierter Professor, der das Programm Atmosphärische Wissenschaften an der University of Alabama gegründet hat, Professor Roman Mureika aus Kanada, ein Experte bei der Identifizierung von Fehlern in statistischer Methodik, Professor Roger Pielke Sr, ein bekannter Klimaforscher an der Universität von Colorado, und Professor William van Wijngaarden, Physiker, der sich in zahlreichen Veröffentlichungen über Klimatologie mit Studien über die “Homogenisierung” von Datensätzen beschäftigt hat.

“Smoking Gun”

Aber nur dann, sagt Christopher Booker, wenn das vollständige Bild vorliege, werde es möglich sein, zu sehen, wie weit der Schrecken über die globale Erwärmung durch Manipulation geschürt worden sei, “und vieles mehr”. Wenn die Ergebnisse der Untersuchung schließlich bestätigten, was bisher zu sehen gewesen sei, werde dies eine “smoking gun” in einem Skandal sein, dessen Umfang und Bedeutung für uns alle kaum übertrieben werden könnten.

 

Quellen:

[1] http://www.welt.de/newsticker/news1/article139726481/USA-melden-bislang-heissesten-Maerz-weltweit.html
[2]http://www.wetter24.de/news/detail/2015-01-20-2014-das-waermste-jahr-weltweit/
[3] http://www.telegraph.co.uk/comment/11561629/Top-scientists-start-to-examine-fiddled-global-warming-figures.html

 

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