Chicago

Die absurde Freude über eine “Trump-freie Zone” in Chicago

Der Bürgermeister von Chicago, Rahm Israel Emanuel (Demokratische Partei), verkündet, Chicago sei eine “Trump-freie Zone”. Er stellt sich gegen die Pläne des US-Präsidenten, Kinder von illegalen Einwanderern abzuschieben. Eine menschliche Geste?

 

Chicago – ein sicherer Hort für Kinder?

Was für ein Leben würde die Kinder in Chicago erwarten? Wären Kinder in der “Trump-freien Zone” Chicagos in Sicherheit?
Einwohner von Chicago denken, dass es genauso wahrscheinlich ist, dass Kinder, die dort aufwachsen, Opfer eines Gewaltverbrechens wie ein Hochschulabsolvent werden. (“Chicago residents think kids growing up there are as likely to be violent-crime victims as college graduates.

Der Chicagoer Bürgermeister steht unter massiver Kritik. Im Unterschied zum damaligen New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani (Republikanische Partei) ist es ihm bisher nicht gelungen, das Verbrechen in Chicago erfolgreich zu bekämpfen. In New York ging die Zahl der Morde und Überfälle drastisch zurück, nachdem Giuliani selbst kleinste Verbrechen mit aller Härte bestrafen ließ („Null-Toleranz-Politik“). Am Ende seiner Amtszeit hatte sich die Zahl mit 556.000 Gesetzesverstößen fast halbiert. Und auch die Zahl der Morde ging von mehr als 2000 auf 960 zurück.

Die Sicherheitsbehörden in Chicago bezeichneten dagegen den Kampf gegen die Gewalt in Chicago als verloren. Morde und Schießereien sind in keiner anderen Stadt der USA so häufig wie in Chicago. Im Vergleich zu 2015 stieg die Zahl der Morde 2016 um 60 Prozent auf insgesamt 763. Chicago, mit 2,7 Millionen Einwohnern die drittgrößte Metropole der USA, hat damit mehr Mordopfer als die beiden größten Städte der USA, New York und Los Angeles, zusammen.

Die Behörden machen für diese seit Jahren steigenden Verbrechensraten vor allem die zunehmende Zahl von Waffen und Banden verantwortlich. Die Bandenkriminalität in Chicago wird ethnisch grob in Latinogangs und in Schwarzengangs eingeteilt. Obwohl das Waffengesetz eines der härtesten der USA sei, werde es nicht angewendet, lautet die Kritik.

 

Trump will Blutvergießen in Chicago beenden

Der US-Präsident Donald Trump hatte bereits Anfang des Jahres 2017 Hilfe bei der Verbrechensbekämpfung in Chicago angeboten. Am 30. Juni 2017 äußerte er sich via Twitter:

“Die Trump-Verwaltung lässt das Blutvergießen nicht weiter zu; wir können diese Ausmaße der Gewalt nicht akzeptieren”, sagte der Generalstaatsanwalt Jeff Sessions in einer Erklärung. “Aus diesem Grund haben wir unter der starken Führung von Präsident Trump die Chicago Gun Strike Force geschaffen und 20 weitere permanente ATF-Agenten nach Chicago geschickt, die Bundesstaatsanwaltschaften neu vergeben, der Strafverfolgung zur Verringerung der Waffengewalt Priorität eingeräumt, um mit unseren Strafverfolgungspartnern zusammen die Gesetzlosigkeit zu beenden.” (“The Trump Administration will not let the bloodshed go on; we cannot accept these levels of violence,” Attorney General Jeff Sessions said in a statement. “That’s why, under President Trump’s strong leadership, we have created the Chicago Gun Strike Force and are sending 20 more permanent ATF agents to Chicago, reallocating federal prosecutors and prioritizing prosecutions to reduce gun violence, and working with our law enforcement partners to stop the lawlessness.”)

 

Die Resonanz im öffentlich rechtlichen Rundfunk, ARD und ZDF

“Trump-freie Zone” ist ein Stichwort für deutsche Medien, um ihre negative Einstellung zur Regierung Trump zu bestätigen. Sie heben die Bemerkung des Bürgermeisters Rahm Emanuel optisch hervor.

Die Tagesschau zeigt auf Facebook einen Videoausschnitt der Erklärung des Chicagoer Bürgermeisters, und das ZDF honoriert sein Statement mit einem Bild-Zitat.

Chicago sei eine "Trump-freie Zone", verkündet Bürgermeister Emanuel. Er stellt sich damit gegen die Pläne des US-Präsidenten, Kinder von illegalen Einwanderern abzuschieben.

Posted by tagesschau on Donnerstag, 7. September 2017

 

Kommentar von ZDFheute zum Bild-Zitat Rahm Emanuels, Facebook, 7. September 2017: “US-Präsident Donald Trump hat das “Dreamer”-Programm außer Kraft gesetzt, das Hunderttausende Kinder illegaler Einwanderer vor Abschiebung schützte. Kritik kommt aus Chicago.”

Kritik erwartet man jedoch von den Medien an dem Versprechen des Demokraten Emanuel, der behauptet: “Ihr müsst euch keine Sorgen machen”.  Hat sich der Bürgermeister an die Gewalt in Chicago gewöhnt? Die Einwohner von Chicago beurteilen die Sicherheit in ihrer Stadt offenbar anders als ihr Bürgermeister.

Titelfoto: tmannis, pixabay

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Thorium – Atomkraft ohne Risiko?

Sendetermin arte unbedingt vormerken: THORIUM – ATOMKRAFT OHNE RISIKO? Dienstag, 20. September um 20:15 Uhr (98 Min.). arte: “Thorium-Flüssigsalzreaktor: Nie gehört? Kein Wunder, seit 70 Jahren wird die Technologie von der Nuklearindustrie totgeschwiegen. Dabei könnte Thorium – kein Atommüll, kaum Risiko – die Energieproduktion komplett revolutionieren. “Thema” fragt, warum Kernkraft aus Thorium 1945 eine technologische Totgeburt war und warum es plötzlich doch der Brennstoff der Zukunft sein soll.”

 

Titelfoto: Reactor in Plainsboro, NJ – By: Paul VanDerWerf

Kernfusion ist in absehbarer Zeit keine Lösung, aber es wird daran geforscht (in Deutschland: Wendelstein 7-X, Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Greifswald).

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25.02.2015 – Dahlenburg (Landkreis Lüneburg, Niedersachsen) Verpuffung in Windkraftanlage

Veröffentlicht am 26.02.2015 von Freiwillige Feuerwehr Samtgemeinde Dahlenburg
25.02.2015 – Dahlenburg (Landkreis Lüneburg, Niedersachsen)
Schweißarbeiten im Rotorkopf einer Windkraftanlage in 100 Metern Höhe führten zu einer Verpuffung und einem Kleinfeuer. Das Kleinfeuer konnte durch anwesende Mitarbeiter sofort gelöscht werden. Zwei von drei Mitarbeitern wurden schwer verletzt, einer wurde mit dem RTH “Christoph 19” in eine Hamburger Spezialklinik für Brandverletzte geflogen. Im Einsatz waren die Freiwillige Feuerwehr Dahlenburg mit LF 16/12 und RW 2, sowie der DRK Rettungsdienst Lüneburg mit zwei RTW, der Rettungshubschrauber “Christoph 19” aus Uelzen und die Polizei.

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Keine Angst vor der Kernkraft!

Die Risiken unserer Industrie, insbesondere die der Energiegewinnung, werden mit unterschiedlichem Maß bewertet. Ganz oben auf der Gefahrenliste steht insbesondere in Deutschland die Kernenergie. Hat sie diese herausragende Position wirklich verdient? Lassen sich die Gefahren durch Kernkraftwerke an Hand zuverlässiger Zahlen belegen, oder ist es nicht vielmehr so, dass es im Vergleich mit der Kernenergie viel größere Gefahren bei der Energewinnung gibt, die wir aber aus unserem Bewusstsein verdrängt haben? Markus Branse hat sich darüber in einem Gastkommentar Gedanken gemacht.

Gastkommentar: Markus Branse

Wer die Risiken der Kernenergie fürchtet, sollte Folgendes bedenken:

Die eigentlichen Risiken liegen ganz woanders (übrigens, auch in Japan sind viele Menschen durch Erdbeben und Tsunami und deren Folgen umgekommen, während es in Fukushima Daiichi keinen einzigen Strahlentoten gab):

Autos, Chemiebetriebe, Kohlekraftwerke inklusive Bergbau, Öl und Gas und so weiter fordern jährlich mehr Tote als die friedliche Kernenergienutzung bislang gefordert hat, aber diese nehmen wir billigend in Kauf, wobei ein Verzicht auf Wasserkraft, Kohlekraft und erneuerbare Energien inklusive Wasserkraft wesentlich mehr Leben retten würde, als ein Verzicht auf die Kernenergie.

Es wird halt mir zweierlei Maß gemessen! Sicher ist es für die Tschernobyl- oder Fukushima-Daiichi-Anrainer alles andere als schön, ihre Heimat aufzugeben, aber es ist für den Anwohner an einer Bahnstrecke auch nicht schön, wenn der Flüssiggastransport hoch geht oder eine Leck geschlagene Gasleitung explodiert, wenn der Strand auf lange Sicht mit Öl verseucht wird, ist das für die Fischer und Anwohner auch schlimm oder wenn der LKW in das eigen Haus fährt, nachdem die Bremsen versagten, dass ein Flugzeug abstürzt auf unseren Wohnblock u.s.w. u.s.f. Aber dieser Risiken, die ungleich wahrscheinlicher sind, als ein ernster Kernenergie-Unfall, nehmen wir als selbstverständlich hin, während uns das ungleich geringere Risiko der Kernenergie als nicht hinnehmbar erscheint. Das ist einfach nur irrational.

 

Risiko Staudämme

Ermittelt man nach dem gegenwärtigen Stand des Wissens – und dieses ist für die Kernkraft sehr umfassend – das tatsächliche Risiko, so stellt sich dieses als sehr gering heraus. Die für deutsche Kernkraftwerke durchgeführten Risikostudien haben für die Häufigkeit einer Kernschmelze Werte um 10 hoch minus 6 pro Jahr ergeben, das heißt: In einer Million Jahren ist mit einem einzigen Schadensfall zu rechnen. Dabei ist zu beachten, dass bei einer Kernschmelze zwar ein technisches Gerät zerstört würde, aber wie in Harrisburg kein Mensch zu Schaden kommen müsste. Im Vergleich dazu fehlen bei Staudämmen in der Regel technische Maßnahmen zur Verhinderung von Schäden an Menschen. Betrachtet man die Situation der Bewohner des Zillertals in Österreich, die unterhalb von drei Staumauern leben, so kann man nur konstatieren, dass sie im Notfall ziemlich chancenlos wären. Der Bruch nur einer Mauer – durch ein Erdbeben oder einen Anschlag – würde das ganze Tal überschwemmen, es gäbe für Zehntausende Menschen kein Entrinnen aus der Flutwelle. Falsch wäre es dennoch, angesichts solcher Katastrophenszenarien den Ausstieg aus der Wasserkraft zu fordern. Wohl aber sollte man sich der Gefahren bewusst sein und eventuell Vorkehrungen zur Schadensbegrenzung treffen.

Beispiel: Seit den 50er-Jahren, gab es in z.B. in Europa zwei große Unglücke mit Staudämmen, die viele Tote forderten: Am 2.12.1959 brach der Malpasset-Staudamm bei Frejus (Frankreich), 421 Menschen starben. Am 9.10.1963 brachte in Longarone (Italien) ein Erdrutsch den Stausee zum Überlaufen, die Flutwelle forderte etwa 2500 Tote. Am 11.8.1979 brach der Machhu-Staudamm in Indien, die Stadt Morvi wurde überflutet.

Die Münchner Rück schrieb im Jahre 1997: Seit 1950 ereigneten sich weltweit rund 100 größere Dammbrüche; die meisten dieser Dämme sind vor 1930 erbaut worden (und daher vermutlich Erdwälle). 1975 sollen bei einem Staudammbruch am Huai-Fluss in China 26.000 bzw. mehr als 230.000 Menschen ums Leben gekommen sein.
”Überschwemmung und Versicherung“, Münchner Rück 1997, S. 29.

 

Risiko Chemieindustrie

Die Katastrophe von Bhopal, auch Bhopalunglück, ereignete sich am 3. Dezember 1984 im indischen Bhopal, der Hauptstadt des Bundesstaats Madhya Pradesh. In einem Werk des US-Chemiekonzerns Union Carbide Corporation traten aufgrund technischer Pannen mehrere Tonnen giftiger Stoffe in die Atmosphäre. Es war die bisher schlimmste Chemiekatastrophe und eine der bekanntesten Umweltkatastrophen der Geschichte. Tausende von Menschen starben an ihren unmittelbaren Folgen.

Man könnte noch wesentlich mehr Chemie-, Bergbau-, Öl-, Gas- u.s.w.- Katastrophen aufzählen. Dem stehen 3 ernste Ereignisse in der Kernenergie gegenüber (Majak, Tschernobyl und Fukushima). Wer die Kernkraft aus Sicherheitsgünden abschaffen will, sollte auch dafür sein, den Autoverkehr, alles anderen Arten der Energiegewinnung und alle anderen Industrien abschaffen!

 

Risiko Kernkraft

Tschernobyl und Fukushima lassen sich nicht vergleichen, zumal es sich um ganz verschiedene Reaktortypen handelte.
Hinzu kam im Fall von Tschernobyl, dass die Regierung die Evakuierung viel zu spät eingegleitet hat, während man in Japan schon frühzeitig gehandelt hat.

In Tschernobyl gab es auch KEINE hunderttausende von Toten, die WHO geht von 4000 Toten aus (im Straßenverkehr sterben jedes Jahr mehr, genauso wie in Kohleminen und anderen nicht nuklearen Bereichen)

Ein wassermoderierter Reaktor kann z.B. nicht so “durchgehen”, wie es bei Tschernobyl geschehen ist. Der negative Void-Koefizient verhindert dies.

 

“Atommüll” – Müll, der keiner ist

Dass der “Atommüll” nicht endgelagert wird, ist mehr ein politisches als technisches Problem. Chemische Gifte, Halbwertzeit=unendlich, einige davon noch giftiger als die radioaktiven Abfälle, werden problemlos endgelagert!

Außerdem sollte man die “abgebrannten” Brennelemente auch nicht als Müll betrachten: Sie sind ein Wertstoff. Sie könnten z.B. in zukünftigen Reaktorgenerationen wieder eingesetzt werden, die z.B. einen höheren Abbrand erlauben, als die heutigen. Die Transmutation könnte in Zukunft die Problemkomponenten unschädlich machen.

Mit Wiederaufarbeitung (in Deutschland politisch auch nicht gewollt) kann das Volumen des Mülls reduziert werden, die Spaltprodukte und Aktiniden werden in Glaskokillen eingegossen, die man problemlos endlagern könnte (selbst ein Wassereinbruch würde den Kokillen nichts anhaben), während man die thermisch spaltbaren Komponenten abtrennt und weiter verwendet.

 

Die Kernenergie ist  eine der nachhaltigsten Formen der Energiegewinnung

Die Kerenergie ist meiner Einsicht nach eine der nachhaltigsten Formen der Energiegewinnung, und dies aus folgendem Grund:

Die Kernspaltung hat gegenüber anderen uns zur Verfügung stehenden Energiequellen einen entscheidenden Vorteil: Die extrem hohe Energiedichte, die dadurch zu Stande kommt, weil hier auf eine kernphysikalische Reaktion zurückgegriffen werden kann. Da über 99 % der Masse und damit auch der Energie im Atomkern liegen (E=mc2), ist die Energieausbeute gewaltig.
Während die Verbrennung von 1kg Steinkohle gerade mal 30 Megajoule Energie freisetzt, sind es bei der Spaltung von 1kg U-235 sage und schreibe 90.000.000 Megajoule Energie!

Hinzu kommt, dass auch in der Kerntechnik die Entwicklung nicht stehen geblieben ist. Während wir uns von dieser Technik verabschieden, wird in anderen Ländern fleißig an Kernenergie-Konzepte der Zukunft gearbeitet, die Kernkraftwerke der 4. Generation!


Somit wird auch die Technik zur Kernspaltung immer weiter entwickelt und effektiver und vor allem sicherer gemacht.

Makus Branse
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Abgerechnet

Windkraft – Abgerechnet wird erst zum Schluss

Sondermüll – Eine Schattenseite der Windkraft

“Windräder erzeugen umweltfreundlichen Strom, können jederzeit wieder demontiert werden ohne strahlende Erde zu hinterlassen und sie helfen die CO 2 Problematik zu entschärfen.” So oder ähnlich werben die Hersteller von Windkraftindustrieanlagen, aber auch die Anhänger der Erneuerbaren Energien. Ein Problem mit den Windrädern gibt es für sie nicht. Abgerechnet sieht die Realität der Energiewende jedoch anders aus: Windkraftanlagen sind SONDERMÜLL!
Bis 2005 landeten die toxischen, kleingeschnittenen Flügel auf Deponien. Diese Möglichkeit der Entsorgung fiel erst durch ein Gesetz aus dem Jahr 2005 weg. Seitdem bleibt nur die thermische Beseitigung und Verwertung, vorrangig in Müllverbrennungsanlagen und Zementwerken oder der Export oder die Deponierung. Nach dem Recycling, falls es denn stattfindet, bleiben dennoch schätzungsweise an die 20 Prozent nicht wiederverwertbaren Abfalls zurück.

Windkraftindustrieanlagen – Ein wachsendes Problem

Zurzeit drehen sich in Deutschland etwa 22.000 Windräder. Windkraftanlagen haben eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 20 Jahren. Das bedeutet, dass in absehbarer Zeit viele Windkraftanlagen der ersten Generation, die eine durchschnittliche Lebensdauer von 20 Jahren haben, ausgewechselt werden müssen. Hinzu kommt die Zahl der technisch noch einwandfrei funktionierenden Windkraftanlagen, die aufgrund des Fortschritts der Branche aus ökonomischen und ökologischen Gründen teilweise bereits vorzeitig durch neuere Anlagentypen ersetzt werden. Dieser Austausch wird als „Repowering“ bezeichnet. Außerdem ist damit zu rechnen, dass der Austausch von Anlagen sich in den nächsten Jahren voraussichtlich noch weiter beschleunigen wird, “weil geeignete Standorte für Windenergieanlagen in Deutschland immer knapper werden”, so die Einschätzung von Holcim Deutschland, einem Schweizer Zementhersteller. Wohin also mit dem Windkraft-Müll?

Die Wiederverwertung des Fundaments 

Der Beton aus dem Fundament, die Stahltürme und das Kupfer aus den Generatoren können relativ einfach verwertet werden, zum Beispiel im Straßenbau sowie in Stahlwerken. Wenn aber die Kosten der Verwertung zu hoch sind, bleiben die Windräder stehen und verrotten vor sich hin.

Die Wiederverwertung der Rotorblätter und Gondeln

Entsorgungsrobleme bereiten dagegen die Werkstoffe der Rotorblätter sowie Gondeln. Die Rotorblätter bestehen aus Glasfasern und Epoxidharz, die schwer voneinander zu trennen sind. Deshalb landeten die toxischen, kleingeschnittenen Flügel bis zur Regelung durch ein Gesetz aus dem Jahr 2005 auf Deponien. Seitdem bleibt neben der Ansammlung unbrauchbarer Rotorblätter oder deren Versand ins Ausland nur die thermische Beseitigung und Verwertung, vorrangig in Müllverbrennungsanlagen und Zementwerken. Nach dem Recycling bleiben schätzungsweise an die 20 Prozent nicht wiederverwertbaren Abfalls zurück.

Die Rotorblätter bestehen aus mehreren Schichten Glas- oder Kohlefasern. Sie werden manuell mit Kunstharz verklebt und später im Verbund mit anderen Elementen zum fertigen Rotor integriert. Wird das Harz verbrannt, entstehen toxische Gase, die aufwändig gefiltert werden müssen. Die Glasfasern können zudem beim Schmelzen die Müllverbrennungsanlagen verstopfen und als lungengängiger Feinstaub in die Umwelt gelangen.

Beim sogenannten Downcycling werden die Faserwerkstoffe energieaufwändig zu Schnipseln geschreddert, um in minderwertigen Produkten, etwa Parkbänken oder Verkleidungsteilen, mit hohem Energieaufwand wieder verarbeitet zu werden. Dies ist keine sinnvolle Option: “Brauchen wir so viele Parkbänke?”, fragt Ralf Schledjewski vom Institut für Verbundswerkstoffe an der Universität Kaiserslautern.

Die teuerste Art, Beton herzustellen

Ein niedersächsisches Entsorgungsunternehmen verarbeitet ausgemusterte Rotorblätter und macht daraus, wie es auf der Internetseite “Innovatives Niedersachsenstyle=”font-size: 13px; line-height: 19px;”>” heißt, einen “erstklassigen Rohstoff für die Zementindustrie”. Auf seiner Homepage betont das Unternehmen: “Dieses System ist absolut restefrei und garantiert die 100%ige Verwertung von ausgedienten Rotorblättern.”

Die Rotorblätter werden mit einer mobilen Schneideanlage vor Ort zerlegt, auf dem Firmengelände weiter zerkleinert, geschreddert und gemahlen: “So werden die Flügel in zweifacher Form genutzt: als Brenn- und als Rohstoff.” Der Kleber werde rückstandslos verbrannt, in der Asche blieben wertvolle Mineralien zurück. Darunter Siliziumoxid – eine Verbindung aus dem Halbmetall Silizium und Sauerstoff. In einem trockenmechanischen Verfahren werden die zerkleinerten Flügel zu einem “hochwertigen Ersatzstoff” für die Zementindustrie verarbeitet. Sie werden unter sehr hohem Energieaufwand auf  2000 Grad Celsius erhitzt, und die Stoffe werden rückstandslos verwertet. Das in den Glasfaserschnipseln enthaltene Silizium ersetzt Teile des Sands, der dem Prozess bisher zugeführt werden musste.
Nicht erwähnt wird, dass dies riesige Energiemengen erfordert und weiterhin den Einsatz von Steinkohle erfordert, denn die Wärmeenergie des verbrennenden Rotorblattes vermindert den Einsatz des fossilen Rohstoffes nur zur Hälfte. Dies ist die teuerste Art, Beton herzustellen.

Das Rücknahmesystem ist freiwillig

Das Rücknahmesystem ist freiwillig und wird von den Herstellern oder Betreibern der Windkraftindustrieanlagen kaum in Anspruch genommen. Die Wunschvorstellung von einem geschlossenenen Stoffkreislauf” wird durch die rechnerischen Fähigkeiten der Windparkbetreiber zunichte gemacht; denn mehrere Tausend Euro je Flügel, die das Recycling kostet, sind ihnen schlicht zu teuer. Deshalb fordern Recycling-Unternehmen gesetzlich vorgeschriebene Recyclingquoten für Windanlagen. Diese Verpflichtungen würden letztendlich die Stromkunden bezahlen müssen. Ein Gesetz gibt es noch nicht, weil für Investoren die Branche noch weiter an Attraktivität verlieren würde und die Akzeptanz für weiter steigende Strompreise in der Bevölkerung fehlt.

Was passiert also mit den ausgedienten oder irreparabel beschädigten Rotorblättern?

Ab 2020 wird das Problem akut werden, weil dann jährlich mehr als 15 000 Tonnen Flügelmaterial entsorgt werden müssen. Bisher werden abmontierte Windräder nach Osteuropa, dem Baltikum sowie nach Afrika und in die USA  exportiert, wie ein Sprecher des Bundesverbands Windenergie sagt. Wird der Export auch weiterhin möglich sein? Oder werden in den bisherigen Exportländern Neuanlagen bevorzugt werden? Was geschieht dort mit den unbrauchbar gewordenen Rotorflügeln? Ein Unternehmer im Repowering-Geschäft sieht wegen der großen Anzahl Windanlagen, die anfallen werden, kaum eine Chance, die alle weiterzuverkaufen. Der Export könnte auch an den wachsenden Transportkosten scheitern. Dann würden die meisten Rotorblätter wahrscheinlich hier im Land irgendwo deponiert.

Da war doch noch was … 

Im Internet berichtet ein Arbeiter über gesundheitliche Probleme bei der Herstellung von Rotorblättern. “Ich habe als Leiharbeiter einige Zeit die Flügel für diese Anlagen gefertigt. Viele Arbeitnehmer leiden an Allergien. Der anfallende Müll ist Sondermüll. Wird die Anlage verschrottet, ist sie verständlicherweise ebenfalls Sondermüll. Nachdem ich mir andere Arbeit suchte, und diese auch fand, ging es mir merklich besser. Vor dem Job war ich ebenfalls glühender Anhänger der Windenergie. Nun nicht mehr!”

“Bei der konventionellen Müllverbrennung entwickelt das Harz toxische Gase, die aufwendig gefiltert werden müssen. Bei der Herstellung werdne die diversen Bestandteile verklebt. Dieses geschieht mit dem Kunstharz. Nach kurzer Zeit erwärmt sich das Harz und dunstet natürlich auch aus. Kein schöner Geruch. Alleine bis zur Herstellung eines kompletten Flügels entstehen mehrere Container Sondermüll. Dann kann man sich natürlich auch noch ausmalen, was geschieht, wenn so eine Anlage einmal komplett entsorgt werden muß. Und, nein, ich arbeite nun weder n einem sicheren AKW oder einem sauberen KKW. Aber ist es nicht besser, wenn ich nun ohne Kopfschmerzen und Hautausschlag lebe? Von der besseren Atmung ganz zu schweigen. Mir geht es nun bedeutend besser! Einzelfall? Nein!”

Fazit: 

In Kenntnis unserer marktwirtschaftlichen Verhaltensweisen werden wir die gesundheitlichen Risiken der Erneuerbaren Energien ignorieren, uns an den Anblick vieler abgeschalteter, vor sich hin verrottender Windmühlen in Feld, Wald und Wiese gewöhnen müssen, in der Gewissheit, dass es den Windrädern eines Tages gelingen wird, durch ein letztmaliges Aufbäumen gegen den Wind, sich selbst in seine Bestandteile zu zerlegen und gleichmäßig in die Umgebung zu verteilen. Wehe dem, der in der Nähe einer Windkraftanlage wohnt.

 

Zum Nachlesen: 

Ergänzt:

 

Foto: Didgeman, pixabay

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Mein Freund Harvey

Die Herzen flogen Greenpeace einst zu, wenn die Organisation durch spektakuläre Aktionen auf Missstände aufmerksam machte. Im Internet ergeht es den Machern jedoch zurzeit ganz anders. Angefangen hat der Eklat mit einem Beitrag bei netzfrauen.org. “Der gefährlichste Moment in der Geschichte der Menschheit: Bei der Sicherung der Brennelemente im Lagerbecken der Einheit 4 in Fukushima geht es um unser aller Überleben!” lautete am 25. September der reißerische Titel. Er strotzte vor Übertreibungen:

  • “Nur noch zwei Monate trennen uns von der größten Gefahr für die Menschheit seit der Krise um die Raketen auf Kuba.”
  • “Die Spezies Mensch muss all ihre Fähigkeiten mobilisieren, um die eingelagerten abgebrannten Brennelemente der Einheit 4 in Fukushima zu sichern.”
  • “Teufelsgebräu”
  • “Eine neue Kernschmelze in der Einheit 4 würde einen Jahrhunderte andauernden tödlichen Strom von Radioaktivität über die ganze Erde ausgießen.”
  • “Es geht nicht mehr um Raketentechnik oder um hitzige Debatten über Kernkraftwerke, sondern um das Überleben der Menschheit.”
  • “Es bleiben uns noch höchstens zwei Monate zum Handeln.”
  • “Die Uhr tickt. Die Zeiger zeigen 5 Minuten vor zwölf; die atomare Katastrophe, die unsere Welt vernichten würde, ist bedrohlich nahe gerückt.”

Es folgt unweigerlich ein Aufruf zur Petition. Der “Netzfrau” Fee Striefler, die für den Beitrag zuständig ist, ließ sich bei der Übersetzung nicht durch den beschwörerischen Sprachstil des Beitrags noch durch inhaltliche Fehler, mit denen sich die Nuklearia AG auseinandersetzt, abschrecken.

Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten fanden den Netzfrauen-Beitrag offenbar so gut, dass sie ihn abdruckten, ohne zuvor die Netzfrauen zu fragen, was ihnen wiederum bitterböse Vorwürfe wegen Textklaus einbrachten. Inzwischen findet man diesen peinlichen Beitrag auf vielen Facebookseiten wieder, bei klimaschutz-netz ebenso wie bei engagierten Privatleuten. Die meisten Kommentare zeigen jedoch, dass sich die Freunde des Alarmismus keinen großen Gefallen damit getan haben: “Halbwahrheiten”, völlig übertrieben und reinste Panikmache”, “Mich wundert auch, daß es wohl nur auf diesen beiden Seiten so geschrieben wird”, “kein Grund, Panik zu verbreiten”, “Formulierungen wie “Nukleare Katastrophe droht” und “Die größte Krise der Menschheit” sind unnötig sensationalistisch”, “… finde ich auch, dass man Eilmeldungen nicht teilen sollt, solange sie nicht sorgfältig recherchiert sind”, “ich wäre auch beinahe auf diesen Artikel reingefallen. Deshalb darf konstruktive Kritik ruhig sein. Niemand ist unfehlbar, auch wir Moderatoren nicht”, “STOPPT die Verbreitung von UNSINN: Solche Panikmache schadet unserer Sache”, “Etwas seriösere Quellen bitte, sonst ist das Ganze kontraproduktiv”.

Der Verfasser des Originalbeitrags ist Harvey Wasserman, den Netzfrau Striefler als Chefredakteur der “Columbus Free Press”  und der “Free Press“ vorstellt, der auch die Website “Nuke Free” betreibe. Aber Wasserman, Jahrgang 1945, ist mehr als das. Er hat einen Hochschulabschluss in amerikanischer Geschichte und ist ein Verfechter der Erneuerbaren Energien. Als Stratege hat er über 30 Jahre die Antiatomkraft-Bewegung in den USA organisiert und sie medial vertreten. Er ist außerdem Senior Berater von Greenpeace USA. Gegenwärtig arbeitet Wasserman für die Förderung von Windkraft oder anderen Erneuerbaren in der Hand von Bauern oder Gemeinschaften. Ahnung von Kernphysik habe er nicht, kritisieren ihn Fachleute.


19936987_19936987_xl“Mein Freund Harvey” ist ein Filmklassiker  von Henry Koster, mit James Stewart und Josephine Hull, aus dem Jahr 1950. James Stewart muss in dem Klassiker seinen imaginären Freund, ein riesiges unsichtbares Kaninchen, gegen die Anfeindung der angeblichen Realität verteidigen. Mein Freund Harvey, ‘Pidax Film’, FSK ohne Altersbeschränkung, DVD-Video, Regie: Wolfgang Spier Mit Harald Juhnke, Elisabeth Wiedemann, Ilja Richter AL!VE Ag Januar 2013 Bestellen: Storchmann-Büchershop, 12,95 Euro   18328379_18328379_xlMein Freund Harvey – Jahr100Film – Blu-ray DVD-Video, Untertitel Schnitt: Ralph Dawson Regie: John Beck Mit James Stewart, Josephine Hull, Peggy Dow Universal Pictures September 2012 – Blu Ray Bestellen: Storchmann-Büchershop, 14,99 Euro

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Kameras in der Innenstadt – In Witten werden natürlich nur Passanten gezählt

Der Landtag von Nordrhein-Westfalen  hat in der letzten Woche Gesetzentwürfe verabschiedet, mit denen die Polizei zur Strafverfolgung oder zur Gefahrenabwehr in bestimmten Fällen unter anderem Nutzerinformationen hinter IP-Adressen oder teils auch Passwörter abfragen kann.

Mit dem Entwurf wird auch die auslaufende Befugnis zur Videoüberwachung von Kriminalitätsschwerpunkten um fünf Jahre verlängert und der Einsatz von IMSI-Catchern einem technischen Hilfsmittel, mit dem Standorte von Mobiltelefonen ermittelt werden können. zur Ermittlung der Standorte von Mobiltelefonen erlaubt. Eine Richtergenehmigung müssen die Fahnder in NRW nicht einholen, Betroffene im Nachhinein aber über einschlägige Maßnahmen informieren, berichtet heise. Die anderen Bundesländer haben ähnliche Entwürfe entweder bereits verabschiedet oder stehen kurz davor.

“An gefährlichen Orten ist Videobeobachtung ein bewährter Baustein im Kampf gegen das Verbrechen”, erläuterte der Minister. “Deshalb ist es richtig, der Polizei dieses Instrument auch weiterhin zur Verfügung zu stellen.” Aktuell setzt die Polizei in Düsseldorf und Mönchengladbach Videoanlagen ein.

Videobeobachtung hält Jäger für sinnvoll, wenn sie mit anderen Maßnahmen verknüpft wird: “Dazu gehören vor allem das ständige Beobachten der übertragenen Bilder und polizeiliche Präsenz am Ort, um schnell auf gefährliche Situationen reagieren zu können.”

Laut Gesetzentwurf darf die Videobeobachtung in NRW nur an öffentlich zugänglichen Orten eingesetzt werden, an denen in der Vergangenheit wiederholt Straftaten begangen wurden. Zudem müssen Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass an diesem Ort weitere Straftaten begangen werden. Die Beschaffenheit des videoüberwachten Bereichs muss das Begehen von Straftaten entsprechend begünstigen.

Witten gilt als eine der ersten Städte, in der bereits 2012 Kameras installiert wurden, um über mindestens drei, möglicherweise auch zehn Jahre zu messen, wie viele Fußgänger sich in der Innenstadt aufhalten. Bedenken gegen mögliche Personenüberwachungen wurden zerstreut, es würden keine Menschen abgebildet, sondern nur gezählt.
Die Technik liefert die Wittener Firma Crosscan. Sie erklärte auf ihrer Firmenseite, dass die Betrachtung von Live-Bildern nicht vorgesehen, aber “nach Eingabe eines Passwortes zu Wartungs- und Konfigurationszwecken möglich” sei. (Dazu auch unser Beitrag: “Softeinstieg für Personenüberwachung?“, vom 13.08.2012) Die Initiative ging angeblich vom Wittener Stadtmarketing und der Standortgemeinschaft aus, um Laufwege und Verweilpunkte zu registrieren. Daraus wollten sie Rückschlüsse auf das Warenangebot, Dekorationen usw. ziehen. Bedenken hatten die Wittener Parteien nicht.

Zu Recht stellt sich das bürgerforum witten aber die Frage, was mit einer solchen Zählung für den kränkelnden Innenstadteinzelhandel und die Stadtentwicklung  gewonnen sei. Den Spaß gebe es schließlich nicht für lau, selbst wenn er gesponsert werde.

Der Verdacht, dass es sich in Witten letztlich doch um einen “Softeinstieg für Personenüberwachung” handelt, liegt nahe, folgt man der schlüssigen Argumentation des bürgerforums. Denn für die Entwicklung der Innenstadt komme es nicht in erster Linie auf Passantenzählungen, sondern auf qualitative Entwicklungsziele an, mit deren Hilfe die Wittener Innenstadt attraktiver gemacht werden kann.

Der Kontrollwahn grassiert. Auf Bundesebene sei man noch nicht zufrieden mit den bisherigen Fähigkeiten der Staatskontrolle, meint die Deutsche Wirtschafts Nachrichten. Wie das CDU-Programm zeige, plane die CDU im Falle eines Wahlsieges, die Überwachung der Bürger sogar noch stärker auszuweiten. Und auch der BND solle noch einmal 30 Millionen Euro erhalten, um wenigstens etwas auf den amerikanischen und den britischen Geheimdienst aufschließen zu können. “Was genau der BND dann mit dem Geld macht, bleibt allerdings geheim – versteht sich.”

Ach ja, ehe wir den Kontrolleur verdächtigen, Böses im Schilde gegen die eigene Bevölkerung zu führen, sollten wir die freundlichen Worte des NRW-Innenmisters Jäger zur Personenüberwachung verinnerlichen: “Wir wollen sicherstellen, dass unsere Polizei auch künftig in der Lage ist, vermisste Menschen zu finden oder angedrohte Suizide zu verhindern”. Er hat uns eben richtig lieb!

Fotograf: laurent gauthier, ©piqs.de

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Naturparadies Tschernobyl

Der Frankfurter Ökologe Michael Brombacher ist für die Zoologische Gesellschaft Frankfurt nach Tschernobyl gereist. Er entdeckte in der verbotenen Zone rund um den Unglücksreaktor ein Naturparadies. Die Strahlung, die er bei seinem Besuch abbekommen hat, lag zwischen drei und sechs Mikrosievert: “Das ist ungefähr so viel, als ob man von Frankfurt nach Rom fliegt.”
FOCUS führte ein Interview mit dem Ökologen: http://www.focus.de/digital/multimedia/forschung-und-technik-medizin-tschernobyl-ist-voller-tiere_aid_1008452.html

 

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Galileo Wissenspreis 2013 – ein interessantes Zwischenergebnis

Die GreenTec Awards 2013 werden am 30. August in Berlin von einer hochkarätigen Jury vergeben.

Die GreenTec Awards sind Europas größter Umwelt- und Wirtschaftspreis, der in den Kategorien Produktion, Energie, Mobilität, Luftfahrt, Recycling, Kommunikation, Bauen & Wohnen sowie in der Kategorie Galileo Wissenspreis von ProSieben gemeinsam mit ProSieben und der Wirtschaftswoche vergeben wird. Es geht dabei um innovative Projekte und Produkte, “die Maßstäbe in Sachen Umwelttechnologie setzen und einen umweltverträglichen Lebensstil fördern”.

Prädestiniert für den Preis erscheint das Projekt “Dual Fluid Reaktor DFR” vom Institut für Festkörper-Kernphysik GmbH, denn mit 21% der abgegebenen Stimmen in der Kategorie “Galileo Wissenspreis” liegt das Projekt mit einem neuen nuklearen Reaktorkonzept derzeit mit großem Vorsprung an der Spitze. 

Der Dual Fluid Reaktor hat im Unterschied zu allen bisherigen Reaktorkonzepten (einschließlich IV. Generation) keinen militärischen Ursprung, sondern ist der erste Reaktortyp, der für rein zivile Anwendungen mit dem Ziel einer hohen Wirtschaftlichkeit entwickelt wurde.

Die wissenschaftliche Diskussion lässt sich trotz politischer Interventionen und funktionierender Netzwerke nicht unterdrücken. Dafür gibt es viele Beispiele in der Geschichte der Wissenschaft und Medizin. Diese Erfahrung hat auch die katholische Kirche u.a.  mit Galileo Galilei  machen müssen. Galilei hatte die bereits 1514 von Nikolaus Kopernikus aufgestellte Theorie, wonach die Sonne der Stern unseres Systems ist, um den sich alle Planeten drehen, also auch die Erde, wissenschaftlich bewiesen, woraufhin das päpstliche Inquisitionsgericht Galilei die Verbreitung verbot und die Kopernikus-Schrift auf den Index setzte. Erst nach fast vier Jahrhunderten, vor 20 Jahren, wurde Galileo Galilei von der Kirche rehabilitiert. So lange wird die Rehabilitation der Kernenergie sicher nicht dauern, denn bis dahin werden sich die Illusionen, mit Solar- und Windkraftanlagen die Industrien der Länder zu erschwinglichen Preisen betreiben zu können, mit Sicherheit in Luft aufgelöst haben. 

Der Dual Fluid Reaktor DFR ist ein neues nukleares Reaktorkonzept,  inhärent sicher, wobei er im Gegensatz zu heutigen wassermoderierten Reaktoren keinerlei aktive Sicherungssysteme benötigt. Der DFR kann langlebigen nuklearen Abfall aus heutigen Reaktoren vollständig nutzen, ohne neuen zu produzieren – ein geologisches Endlager wird dadurch überflüssig. Außerdem können Kraftstoffe CO2-frei günstig hergestellt werden. Dadurch wird der DFR zu einer extrem umweltfreundlichen und kosteneffizienten Lösung für die Zukunft.www.dual-fluid-reaktor.de

Jeder kann an der Abstimmung über die GreenTec Awards 2013 teilnehmen und pro Kategorie das jeweilige Kästchen des Wettbewerbsbeitrags ankreuzen. Es muss nicht in allen Kategorien abgestimmt werden. Wichtig: Um die Abstimmung zu beenden, muss der Abstimmen-Button am Ende der Seite angeklickt werden.

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