Brexit, Dürre und Diabetes – der Klimawandel war’s!

Al Gore führt die Brexit-Abstimmung in Großbritannien im vergangenen Sommer auf die “politische Instabilität” im Nahen Osten zurück. Er meint, dass sie durch den “Stress” und das Chaos, das der Klimawandel im Nahen Osten verursacht habe, entstanden sei. Wenige Tage zuvor hatte das British Medical Journal einen Artikel veröffentlicht, in dem der Klimawandel mit Diabetes in Zusammenhang gebracht wurde. Brexit, Dürre und Diabetes – der Klimawandel war’s!

 

Al Gore: Der Klimawandel ist für den Brexit verantwortlich

Der ehemalige Vizepräsident der USA, Al Gore, befindet sich auf Werbetour für seinen neuen Film An Inconvenient Sequel: Truth To Power. In einem Gespräch mit dem Filmmagazin Empire erklärte er, dass der Klimawandel die Ursache der Brexit-Abstimmung in Großbritannien im vergangenen Sommer gewesen sei. Er hält die Abstimmung für das Ergebnis der “politischen Instabilität”, für die letztlich der Klimawandel und das durch ihn verursachte Chaos im Nahen Osten verantwortlich sei.

Die wichtigste Ursache für den Bürgerkrieg in Syrien seien 1,5 Millionen Klimaflüchtlinge, die wegen anhaltender Dürre in die Städte Syriens getrieben wurden, wo sie mit Flüchtlingen aus dem Irak-Krieg kollidierten, sagt Al Gore. Der Politiker (Demokratische Partei) und Unternehmer skizzierte erneut seine komplexe Klima-Verschwörungstheorie aus Klimawandel, Syrien und Wikileaks, berichtet die US-amerikanische Nachrichten- und Meinungswebsite. Dass sie von Anhängern Al Gores einhellig politisch als rechtspopulistisch bis rechtsaußen verortet wird, ist dem Zeitgeist, nicht der Wahrheitsfindung geschuldet.

Wikileaks habe interne Gespräche in der syrischen Regierung enthüllt, sagt Al Gore, in denen man sich gegenseitig “eine soziale Explosion” bestätigt habe. Diese durch den Klimawandel ausgelöste Konfrontation führt nach Ansicht Al Gores zu einem unglaublichen Flüchtlingsfluss nach Europa und habe eine politische Instabilität geschaffen. In gewisser Weise habe dies dazu beigetragen, dass manche in Großbritannien auf Abstand zu Flüchtlingen gegangen seien.

Das sei fast sicher das erste Mal, dass der Klimawandel für den Brexit verantwortlich gemacht wurde, sagt James Delingpole.

 

British Medical Journal: Der Klimawandel ist für Diabetes verantwortlich

Wenige Tage vor der Erklärung Al Gores zum Klimawandel veröffentlichte das British Medical Journal einen Artikel, der den Klimawandel in einem ursächlichen Zusammenhang mit Diabetes sieht. Im British Medical Journal heißt es:

“Zusammenfassend: Die Diabetes-Inzidenzrate in den USA und die Prävalenz der Glukoseintoleranz steigt weltweit mit einer höheren Außentemperatur an. Auf der Grundlage unserer Ergebnisse würde ein 1 ° C-Anstieg der Umwelttemperatur in den USA allein über 100.000 neuen Diabetesfällen pro Jahr auftreten lassen, bei einer Bevölkerungszahl von fast 322 Millionen Menschen im Jahr 2015.38 Diese Erkenntnisse betonen die Bedeutung der zukünftigen Erforschung der Auswirkungen der Umgebungstemperatur auf den Glukosestoffwechsel und den Beginn der Diabetes, vor allem im Hinblick auf den weltweiten Anstieg der Temperaturen mit einem neuen Rekord für den wärmsten Winter in den USA im vergangenen Jahr.39.”

“In conclusion, diabetes incidence rate in the USA and prevalence of glucose intolerance worldwide increase with higher outdoor temperature. On the basis of our results, a 1°C rise in environmental temperature would account for over 100 000 new diabetes cases per year in the USA alone, given a population of nearly 322 million people in 2015.38 These findings emphasize the importance of future research into the effects of environmental temperature on glucose metabolism and the onset of diabetes, especially in view of the global rise in temperatures with a new record set for the warmest winter in the USA last year.39.”

 

Lasst uns Störche zählen

Die Hypothese vom menschengemachten Klimawandel ist aus einem wissenschaftlichen Labor entwichen. Sie wird nicht mehr diskutiert, wie Jörg Rehmann dies in seinem Artikel Kafkaeske im Fake-Staat am Beispiel eines Gerichtsurteils zu Gunsten der Umweltbehörde gegen den Journalisten Michael Miersch aufgezeigt hat. Einmal von Politikern wie Barack Obama wider besseren Wissens in die Welt gesetzt, wandelt sich die Klimawandel-Hypothese in eine absolute Wahrheit und wird zum Maßstab der Politik, der Gerichte und der wissenschaftlichen Forschung.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wissenschaft ist beachtlich. Der Klimawandel schafft ungeahnte Möglichkeiten für die Akquisition von Forschungs- und Fördergeldern. Es würde niemanden wundern, wenn lange nach dem Zeitalter der Aufklärung moderne Wissenschaftler Forschungsgelder dafür erhalten, dass sie – länderübergreifend – herausfinden sollen, ob die Anzahl der Störche mit der Geburtenrate korreliert. Daten können dies bestätigen, wenn man etwas von Datenkosmetik versteht. Dennoch dürfte jeder wissen, dass die Korrelation zwischen dem Verschwinden der Störche und der sinkenden Geburtenrate eine Scheinkorrelation ist.

Vielleicht wird ja bald eine Studie mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, die den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Windkraftanlagen, die den Klimawandel aufhalten sollen, der Anzahl geschredderter Störche und der Verringerung der Geburtenrate untersucht.

Quellen:

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Machtübertragung an islamistische Extremisten in Syrien verhindert

Foto: quapan

Mehrere “wichtige syrische Rebellengruppen” (NZZ) sollen sämtliche Gespräche über geplante Friedensverhandlungen eingefroren haben, berichten Heute mehrere Medien. Damit protestierten sie gegen Verstöße gegen die Waffenruhe, die sie den Regierungstruppen vorwerfen, heiße es in einer am Montagabend verbreiteten Erklärung von zwölf Gruppen der moderaten Freien Syrischen Armee (FSA).

Diese Meldung ist keine Überraschung, denn das Ziel des Westens ist mit der Herstellung des Friedens nicht erreicht. Das Ziel ist die Entmachtung des legitimen, gewählten syrischen Staatspräsidenten Baschar al-Assad.

Am 18.12.2016 18 hatte die Bundesregierung erklärt, die Befreiung Aleppos durch die syrische Armee werde die Haltung der Bundesregierung zu Assad nicht ändern, berichtete die F.A.S. Ihre Informationen stammten laut der Zeitung aus dem Auswärtigen Amt. CDU und SPD stimmten überein, dass Deutschland direkte Verhandlungen mit dem syrischen Präsidenten Assad weiter ablehne. Assad sei “das Vehikel für Russland und Iran, er ist kein wirklich entscheidender Akteur“, habe Norbert Röttgen, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, gesagt. In diesem Sinne habe sich auch der SPD-Außenpolitiker Niels Annen geäußert.

Verstrickung zwischen Nato-Offizieren und Dschihadisten

Die Erklärung fiel zeitlich mit der Verhaftung von mehreren Offizieren der US-geführten Koalition im syrischen Ost-Aleppo zusammen, die sich gemeinsam mit Terroristen versteckt hatten und während der Evakuierung entdeckt wurden. Der ständige Vertreter Syriens vor den UN, Baschar al-Dschafari, gab vor dem UN-Sicherheitsrat die vollständige Namensliste der Militärs, die sich in Ost-Aleppo gemeinsam mit den Terroristen versteckt hatten, bekannt. Die Geheimdienst-Offiziere die Dschafari nannte, stammen aus den USA, Israel, Saudi-Arabien, Katar, Jordanien und der Türkei. In den Medien wurde nur beiläufig oder gar nicht darüber berichtet.

Die Rebellen sind größtenteils zu den radikalen Dschihadisten übergelaufen

Die Regierung und die Medien sprechen trotz anderer Erkenntnisse immer noch von “gemäßigten Rebellen”, aber eine klare Abgrenzung zwischen gemäßigten und terroristischen Kämpfern gibt es nicht.

Zwischen den vom Westen befehligten Militärs und den Kämpfern gegen die syrische Regierung sind die Unterschiede verschwommen, sagt Prof. Dr. Günter Meyer, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Er betonte in einem Interview mit dem ZDF am 16.12.2016, dass die Rebellen, die von den USA ausgebildet und mit Waffen ausgestattet wurden, größtenteils zu den radikalen Dschihadisten übergelaufen seien. Er sagte: “Diejenigen, die von den USA ausgebildet und mit Waffen ausgestattet wurden, sind größtenteils zu den radikalen Dschihadisten übergelaufen, weil sie dort wesentlich besser bezahlt werden. Dabei haben die USA 2003 durch die völkerrechtswidrige Invasion im Irak nicht nur die Rahmenbedingungen für die Entstehung des IS geschaffen. Wie Michael Flynn, der ehemalige Leiter des militärischen Geheimdienstes DIA (Defense Intelligence Agency) erklärte, ist auch “die Unterstützung und Expansion des Islamischen Staates auf eine bewusste Entscheidung der amerikanischen Regierung zurückzuführen”. Die von dieser Terrororganisation ausgehende Gefahr sei 2012 durchaus bekannt gewesen, aber vor dem übergeordneten Ziel, Machthaber Assad zu stürzen, ignoriert worden.

Was plant die Bundesregierung?

Die Bundesregierung hält daran fest, Assad zu entmachten und eine neue Ordnung in Syrien ohne Assad aufzubauen.

Im Juli 2012 hatte die Wochenzeitung Die Zeit aufgedeckt, dass die Bundesregierung in Berlin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) eine Gruppe bis zu 50 oppositioneller Syrier “aller Couleur” auf „den Tag danach“ aufgebaut und unterstützt hat, um Vorbereitungen nach dem Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu treffen.

Das geheime Projekt mit dem Namen “Day After” wurde von der SWP in Partnerschaft mit dem United States Institute of Peace (USIP) organisiert, wie die ZEIT von Beteiligten erfuhr: “Das deutsche Außenministerium und das State Department helfen mit Geld, Visa und Logistik. Direkte Regierungsbeteiligung gibt es wohlweislich nicht, damit die Teilnehmer nicht als Marionetten des Westens denunziert werden können.” Zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten stehe Deutschland zudem der Arbeitsgruppe „Wirtschaftlicher Wiederaufbau und Entwicklung“ im Rahmen der „Freundesgruppe des syrischen Volkes“ vor, berichtet die World Socialist Web Site (WSW). Diese Arbeitsgruppe solle Pläne entwerfen, wie in Syrien ohne Assad eine Massenprivatisierung von Staatsbetrieben und die Durchsetzung einer Marktwirtschaft gewährleistet werden könne. Beide Projekte sollen mit Millionen Euro von der Bundesregierung direkt und indirekt unterstützt werden.

Es sei sicher kein Fehler, sagt Günter Meyer, dass in Berlin eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel eingesetzt worden sei, sich um den Wiederaufbau in Syrien zu kümmern. Diese Äußerung ist überraschend, denn Meyer hatte zuvor die Behauptung der USA, dass sie gemäßigte Rebellengruppen unterstützten, widerlegt. “Die spielen aber keine Rolle mehr”, hatte er gesagt. Sollte es zutreffen, dass die Bundesregierung sich an der Ausbildung radikaler Dschihadisten beteiligt? Wieviel weiß Günter Meyer über die geheime Gruppe?

Festhalten am falschen Ziel

Die Welt habe in Syrien sehr vieles falsch gemacht, sagt Günter Meyer. Die Hauptverantwortung liege bei den USA. Prof. Dr. Günter Meyer hat seit fast vier Jahrzehnten wissenschaftliche Untersuchungen zur wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung in Syrien durchgeführt. Er sagte in dem Interview mit ZDF Heute, dass die US-Regierung bereits unmittelbar nach den Terrorschlägen am 11. September 2001 mit den Planungen des Regimewechsels in sieben Ländern, die von den USA als Gegner angesehen wurden, darunter Irak, Libyen und auch Syrien, begonnen hätten.

Um dort dieses Ziel zu erreichen, hätten die USA seit 2005 die Rahmenbedingungen geschaffen. Dazu hätten neben zahllosen medialen Propagandaaktionen gegen das Assad-Regime auch die Finanzierung und Ausbildung einer Armee von Terroristen gemeinsam mit Israel und Saudi-Arabien gehört. Diese Truppen sollten laut ZDF für den Sturz der Regierungen in Damaskus und Teheran eingesetzt werden. Dies habe der renommierte Journalist Seymour Hersh bereits 2007 aufgedeckt.

Ohne die militärische Intervention Russlands im September 2015 wäre inzwischen nicht nur Aleppo komplett von den Dschihadisten erobert worden, sagt Günter Meyer. “Auch das Assad-Regime wäre längst zusammengebrochen. Damit hätten die Assad-Gegner unter Führung der USA ihr Ziel des Regimewechsels zwar erreicht. Die Macht hätten jedoch die stärksten militärischen Kräfte an sich gerissen. Und das wären die islamistischen Extremisten, wie die zum Al-Kaida-Netzwerk gehörende Nusra-Front und der von der internationalen Allianz unter US-Führung bekämpfte Islamische Staat (IS). Wem, wie israelische Politiker erklärten, eine solche Terrorherrschaft lieber ist als das Assad-Regime, der kann Putin vorwerfen, dass er dies verhindert hat.”

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist von den USA und der Nato abgerückt. Er hat der von den Vereinigten Staaten geführten Koalition vorgeworfen, die Extremistenorganisation Islamischer Staat und die militanten Kurdengruppen YPG und PYD zu unterstützen. „Sie haben uns beschuldigt, den Islamischen Staat zu fördern“, sagte Erdogan vor Reportern in Ankara, berichtet die FAZ. Und weiter: „Jetzt unterstützen sie Terror-Gruppen einschließlich den Islamischen Staat, YPG, PYD.“ Dies sei sehr klar. Es gebe Film- und Fotobeweise dafür.

 

Quellen:


Literatur zu Syrien

 

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Revolutionsprofis und geplante Umstürze

US-Präsident Obama will Heute, 14.10.2016, darüber entscheiden, ob die USA Syrien direkt angreifen oder die von den USA unterstützten Rebellen mit moderneren Waffen ausrüsten soll, berichtet Reuters. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf Regierungsvertreter, die namentlich nicht genannt werden wollten.
Es gebe unterschiedliche Optionen, von denen eine Luftangriffe auf syrische Militärstützpunkte, Luftabwehrstellungen und Munitionsdepots vorsieht. Allerdings berge dies die Gefahr, dass auch Einheiten des syrischen Verbündeten Russland unter Beschuss kommen könnten. Obama wolle aber eine direkte Konfrontation mit den Russen vermeiden.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow kündigte ein Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry für den kommenden Samstag, 15. Oktober, in Lausanne an. Russland plädiert für den von den UN vorgeschlagenen Abzug der al-Nusra-Front, die die Einwohner von Aleppo als menschliche Schutzschilder verwenden. An dem Gespräch sollen auch Vertreter der Türkei, des Iran und von Saudi-Arabien teilnehmen.

 

Wer kämpft in Syrien gegen wen? Und wofür?

Das Weiße Haus bestätigte das Treffen, erklärte allerdings ausdrücklich, es werde keine bilateralen Gespräche geben, sondern lediglich ein Treffen der internationalen Unterstützergruppe. Die türkische Regierung sieht die Gefahr eines drohenden Krieges zwischen USA und Russland, der syrische Bürgerkrieg habe die Welt “an den Rand des Beginns eines großen regionalen oder Weltkrieges” gebracht.
Zeitgleich läuft eine Medienkampagne über die verzweifelte Lage der Zivilbevölkerung, die offenkundig dazu dienen soll, eine mögliche Offensive der US-/NATO-Koalition gegen die Russische Föderation und die legitime syrische Regierung als „humanitäre Aktion“ zu deklarieren. Kritiker beobachten hingegen, wie zum Beispiel Altermannblog.de, dass die Sorge um die Zivilbevölkerung sehr unglaubwürdig sei: “Angriffe der islamistischen Banden auf die von der Regierung kontrollierten oder befreiten Viertel, in die sich das Gros der Bewohner geflüchtet hat, werden ignoriert.”

In der ORF2-Reportage von 2011 wird gezeigt, dass die Demonstranten und Revolutionäre Hilfe von außen hatten, über z.B. serbische Aktivisten (Oktpor), die selbst früher schon nachweislich von den USA (Pentagon, Geheimdienste) finanziert worden seien, hatten. Ihr erkennbares Zeichen sei die “Oktpor-Faust”, sagt NeueHorizonteTV: “Es soll eine Liste von Ländern geben im Pentagon, die man nach und nach destabilisieren und umstürzen will. Ziel sollen vor allem Regierungen sein, die nicht der “globalen Agenda” folgen, welche die USA verfolgen.”

 

“Globale Agenda”

1992 beschlossen 172 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro die Agenda 21, ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, ein Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung.

Als Hauptkritikpunkte an der Agenda nennt Wikipedia “das Auseinanderklaffen von Vision und Wirklichkeit, mangelnde Transparenz bei den Agendazielen und dem Umsetzungsprozess, Verwendung von mehrdeutigen Modewörtern, fehlende demokratische Prozesse, die Zusammenarbeit mit Großkonzernen, die fehlende Auseinandersetzung mit Atom- und Gentechnik sowie der Globalisierung, und das Festhalten an der „Wachstumsideologie“.”

Die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) formulierten Ziele der “globalen Agenda” geben ebenfalls keine Antwort darauf, wie denn die Ziele umgesetzt werden sollen. Laut Ziel 17 sollen die “Umsetzungsmittel” gestärkt und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbelebt werden. BMZ: “Darum wollen wir eine globale Partnerschaft aufbauen, in der wir gemeinsam die EINEWELT gestalten. Nur mit einer solchen globalen Partnerschaft – in gegenseitigem Respekt, mit gemeinsam getragenen Werten und der gebündelten Kraftanstrengung aller Beteiligten – können die Ziele der Agenda 2030 erreicht werden.”

Was aber planen die wirtschaftlich und militärisch überlegenen Staaten des Westens, falls die globalen Partner ihre eigenen Werte nicht einfach zugunsten “gemeinsam getragener Werte” aufgeben wollen? Das Problem wurde 2010 durch den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler beim Besuch deutscher Soldaten in Afghanistan offenkundig.

 

Kämpft die Bundeswehr auch für wirtschaftliche Interessen?

“Kämpft die Bundeswehr auch für wirtschaftliche Interessen?”, fragte der Spiegel am 27.05.2010, nachdem Horst Köhler in einem Interview ein Tabuthema berührt hatte. Der damalige Bundespräsident sagte einem Deutschlandradio-Reporter bei seinem Besuch in Afghanistan:

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Die Regierungsparteien zeigten sich empört, Köhler wurden “imperialistische Töne” vorgeworfen. Er schade der Akzeptanz der Auslandseinsätze der Bundeswehr, sagte Thomas Oppermann, der zu dieser Zeit Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion war; seit 2013 ist Oppermann Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Horst Köhler hatte zuviel gesagt; wenige Tage später, am 31. Mai 2010, erklärte er “völlig überraschend” seinen Rücktritt.

Sechs Jahre später

Die Befürchtungen, dass die USA einen militärischen Schlag gegen Russland planen, wachsen. Die Bundesregierung erweist sich in dieser Situation als treuer Helfershelfer. In der laufenden Woche erklärte sie die Absicht, eine Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes im Syrien-Krieg vorzunehmen. Gegen den Willen der Bevölkerung lässt sie sich immer tiefer in einen Krieg nicht nur im Nahen Osten, sondern in einen Weltkrieg der USA gegen Russland hinziehen. Siehe auch Paul Craig Roberts: Washingtons Krieg um die Welthegemonie zerstört die Welt.

 


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Wer ist denn so verrückt, den Krieg zu wollen?

Rainer Kahni, Gottfried Böhmer und Jürgen Todenhöfer gehören zu den Menschen, die den Krieg zur Lösung von Konflikten vehement ablehnen. Sie schreiben regelmäßig für die Gesellschaft Freunde der Künste, ein 1997 gegründeter privater Verein für Kulturförderung. Ihr Artikel zum Syrien-Krieg wurde zuerst auf der Homepage der Freunde der Künste (GFDK) veröffentlicht.  

04.12.2015 Beihilfe zum Selbstmord

Deutschland zieht in den Syrien-Krieg – und die “FAZ” bläst zum Krieg gegen Russland

Alle schreien nach Krieg – Hat das jemand zu Ende gedacht? Jürgen Todenhöfer ist unmittelbar nach der Abstimmung nach Syrien geflogen.
Von: Rainer Kahni, Gottfried Böhmer und Jürgen Todenhöfer

Merkel und Steinmeier ziehen Deutschland in den Krieg, und das Volk schweigt? 445 Abgeordnete votierten am Freitag für den Kriegseinsatz deutschlands im Syrien-Konflikt. Dagegen waren lediglich 145. Nur “Die Linksfraktion” stimmte geschlossen mit Nein. Die Zusagen kamen fast ausschließlich aus dem Merkel, Steinmeier Koalitionslager. Soviel Zustimmung bekam noch nicht mal Adolf Hitler zu seinem Ermächtigungsgesetz. Merkel will es diesmal schaffen.

Waren die Paris‬ ‎Anschläge‬ nur ein Vorwand für den Großen Krieg? Krieg in Syrien‬ aber gegen ‪Russland‬? Alles läuft nach “9/11”-Drehbuch: Auf inszenierte ‪Terror‬-Akte folgt der ‪‎Notstand‬, dann der ‎Polizeistaat‬ und dann der “Krieg gegen den Terror”. Mit Armeen aus 60 Staaten gegen eine handvoll selbstgezüchteter Wüstenflöhe am Arsch der Welt.

Syrien, Land der Tränen

Jürgen Todenhöfer meldet sich aus Syrien: Liebe Freunde, seit Sonntag bin ich in Syrien. Einem Land unendlicher Trauer. Die Menschen hier sehnen sich nach Frieden. Sie können nicht mehr. Nur wenn wir in Syrien und im Irak Frieden schaffen, kann der IS geschlagen werden. Westlichen Politikern bin ich hier nicht begegnet. Anstatt sich vor Ort um Frieden zu bemühen, schicken sie Waffen, Bomber, Tornados. Niemand hilft den Syrern wirklich. Scheißkrieg!

RainerKahniRainer Kahni schreibt: Von meiner Grundeinstellung her bin ich kein Pazifist. Ich würde meine Familie, meine Freunde, meine Nachbarn und mein Eigentum mit jeder mir zur Verfügung stehenden Waffe gegen einen Angriff verteidigen. Auch die vielen angeblichen Pazifisten, die sich mit lächerlichen Mahnwachen und Lichterketten als Gutmenschen outen, sind in Wirklichkeit ohnmächtige Feiglinge, die sehr wohl gewalttätig werden könnten, wenn ihnen ihr Fahrrad geklaut würde. Pazifismus, der nichts kostet und keinen Mut erfordert, ist wohlfeil.

USA haben das Oberkommando

Doch uralte schrottreife Tornados in einen völlig unübersichtlichen, aus dem Ruder gelaufenen Krieg nach Syrien zu schicken, ist Beihilfe zum Selbstmord an den Piloten und unverantwortlich. Erstens nützt dieser Einsatz militärisch nichts, denn die Aufklärung wird bereits gestochen scharf von den russischen und amerikanischen Satelliten geliefert und zweitens ist das nur kindische Symbolpolitik, um eine angebliche Solidarität mit Frankreich zu demonstrieren, die aber in Wahrheit nichts wert ist.

Der Elyséevertrag zwischen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer aus dem Jahre 1963 ist längst Makulatur und nationalen Egoismen gewichen.

Wenn Deutschland wirklich ein Interesse an Frieden in Syrien hätte und nicht nur Symbolpolitik heucheln würde, dann würde es sofort ein Waffenembargo gegen die Golfstaaten und Saudi Arabien verhängen, es würde den Antrag stellen, die Türkei aus der NATO auszuschliessen, es würde im NATO – Rat beantragen, dass die Öl – Raffinerie auf türkischem Hoheitsgebiet, über die der IS seine erbeuteten Rohölvorkommen für wöchentlich 40 Millionen US – Dollar verkauft, militärisch unbrauchbar gemacht wird.

Es würde ein Embargo gegen die sehr wohl bekannten internationalen Banken durch UN – Beschluss erwirken, über die die ISIS ihre Finanzgeschäfte abwickelt. USW.USW.

Das wäre ehrliche Politik, alles andere ist scheinheilig, fruchtlos, nutzlos und sinnlos

Der glorreiche schrottreife Rest der deuschen Luftwaffe wird für die Galerie der angeblichen deutsch – französischen Freundschaft geopfert. Kriminellen wird ein Krieg erklärt und damit völkerrechtlich aufgewertet. Alles nur für die Galerie.

Der Einsatz von Tornados in Syrien ist sinnlos, nutzlos, fruchtlos und charakterlos. In der Ukraine wurde wegen der Krim – Annektion das Völkerrecht wie eine Monstranz gegen Russland zelebriert. In Syrien ist das Völkerrecht und das deutsche Grundgesetz scheißegal.

Die “FAZ” bläst zum Krieg gegen Russland

Kriegsaufruf in der “FAZ”: Russland ist der große Gegner, nicht der IS. “Einem Krieg, den der Gegner unbedingt will, kann man nicht ausweichen.” Überall lauern schon die Agenten Moskaus, in Regierungen, Parlamenten, Konzernetagen. Russland bereitet Massaker in Syrien vor, ein unvorstellbares Gemetzel wird Putin schon in wenigen Wochen anrichten. Dann muss der Westen ohnehin eingreifen. Wer mit Moskau paktiert, der begeht Selbstmord. Ein Artikel aus der politischen Klapsmühle oder eine Auftragsarbeit. “Journalismus” in Deutschland.

Alle schreien nach Krieg – Hat das jemand zu Ende gedacht?

Sahra Wagenknecht: “Im so genannten syrischen Bürgerkrieg kämpfen derzeit unter anderem al-Quaida, Bahrain, Frankreich, die Freie Syrische Armee, Großbritannien, Hisbollah, der Iran, ISIS, Israel, Jordanien, Kanada, Katar, mehrere kurdische Gruppen, Russland, Saudi-Arabien, die Syrische Armee, die Türkei, die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate. Das Ergebnis bisher: ein komplett zerstörtes Land, über 10 Millionen vertriebene Menschen, rund eine Viertel Million Tote, ein erstarkter IS und eine erreichte Eskalationsstufe, die immer mehr den Weltfrieden gefährdet. Welchen Sinn hat es, dass sich jetzt auch noch Deutschland beteiligt? Ich sage: Nein zum geplanten Einsatz. Nein zu noch mehr Terror und noch mehr Krieg”.

Demonstrationen gegen Kriegs-Einsatz in Syrien

5000 Demonstranten in London, 6000 in Madrid und weitere 3500 in Barcelona wollen keinen Krieg in Syrien. In Großbritannien und in Spanien sind am Samstag tausende Menschen aus Protest gegen den Kriegseinsatz ihrer Länder in Syrien auf die Straße gegangen. London und Madrid wollen sich innerhalb der Nato-Koalition stärker militärisch engagieren. Es sollte niemanden wundern das man darüber in Deutschland weder im TV noch in der Presse ein Wort verloren hat.

„Dies ist ein Konflikt, der nicht durch Bomben gelöst werden kann und wird“, sagte der Vorsitzende des Friedensbündnisses, Andrew Murray, in London. Prominente Persönlichkeiten wie der Musiker Brian Eno und der Filmregisseur Ken Loach unterzeichneten einen offenen Brief gegen eine Beteiligung am Krieg in Syrien.

François Hollande hatte die britischen Parlamentarier am Freitag zur Zustimmung zu den Militärangriffen aufgerufen. „Ich kann nur alle britischen Abgeordneten aufrufen, in Solidarität mit Frankreich, aber vor allem im Bewusstsein für den Kampf gegen den Terrorismus, dieser Intervention zuzustimmen“.

Der Deutsche Militäreinsatz ist ein gefährlicher Aktionismus

“Mit dem Einstieg in den Syrien-Krieg überschreitet die Bundesregierung ihre selbstgesetzte rote Linie. Mehr noch: Ohne Exit-Strategie droht ein jahrelanges militärisches Abenteuer”, meint Andreas Flocken. “Die überstürzte Intervention erfolgt ohne ein politisches Konzept”. Auch Jürgen Todenhöfer schreibt an seine Freunde:

Juergen-Todenhoefer-syrien-Krieg-Bundeswehr“Liebe Freunde, die Hamburger und Kieler stimmten über die Olympiabewerbung 2024 ab. Darüber aber, dass Merkel und Steinmeier – wie absolutistische Potentaten – jetzt in den Krieg ziehen wollen, darf das Volk nicht abstimmen. Obwohl in Artikel 20 Grundgesetz steht: “Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird in Wahlen und (Volks-) Abstimmungen … ausgeübt.”
Doch Volksabstimmungen gibt es bisher nur in Ländern und Kommunen. Wir sind eine unvollständige Demokratie. Das Volk hat letztlich nichts zu sagen. Das müssen wir ändern. Und mehr Demokratie wagen. Zumindest in der Frage von Krieg und Frieden. Keiner der Abgeordneten, die in den nächsten Tagen über eine Beteiligung Deutschlands am Bombenkrieg gegen den IS abstimmen werden, war in den letzten vier Bürgerkriegsjahren in Syrien. Sie haben nicht die geringste Ahnung vom IS. Sie wissen nicht, dass der IS West und Ost zu chaotischen Überreaktionen provozieren will, die dann zu lebensgefährlichen Zwischenfällen führen, wie dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch ein NATO-Land. Wissen sie auch nicht,
– dass die hirnrissige Bombardierungsstrategie viel mehr Zivilisten tötet als Terroristen? Seit 9/11 1.3 Mio.
– dass wir damit weiter Terroristen züchten? 100. 000 bisher.
– dass die Zahl der Flüchtlinge in Europa weiter steigen wird? Auf 3 Mio., 10 Mio.?
– dass die Terrorgefahr bei uns auch wachsen könnte? Weil maßvolle Außenpolitik bisher unser bester Schutz war.
– dass das vom Westen verursachte Chaos im Mittleren Osten schnell zu einem weltweiten Konflikt ausarten kann? Wie 1914, als ignorante europäische Politiker schon einmal in einen ungewollten Weltkrieg hineinschlitterten. Mit 17 Mio. Toten.
Berlin spielt mit dem Feuer. Ohne das Volk zu fragen. Wir brauchen daher eine Volksabstimmung. Oder Neuwahlen. 14 Jahre Terrorismus züchtende ‘Antiterrorkriege’ sind genug. Man kann und muss den IS bekämpfen. Weiß Gott! Zum Beispiel, indem wir in Syrien und im Irak Frieden schaffen und dadurch dem IS die Verbündeten entziehen. Die Idee, den Terrorismus mit Kriegen auszuschalten, ist seit 14 Jahren ununterbrochen gescheitert. ‘Wahnsinn ist immer wieder das Gleiche zu tun und trotzdem andere Ergebnisse zu erwarten.’ Dürfen wir Berlin diesen Wahnsinn erlauben – in der Frage von Krieg und Frieden?”

Ja, die Abgeordneten des Bundestags hatten wenig Zeit, über den Syrien-Einsatz zu diskutieren – doch das Parlament hat sich auch selbst zur Abstimmungsmaschine degradiert. Darin sieht Arnd Henze einen politischen Offenbarungseid.

NATO und Brüssel provozieren Moskau, ausgerechnet jetzt

Mittwoch 2. Dezember 2015 – Das “Militärbündnis” setzt seine Erweiterungspolitik fort: Montenegro erhielt am Mittwoch eine Einladung zum Nato-Beitritt. Moskau reagierte prompt. Kremlsprecher Dmigtrij Peskow kündigte eine deutliche Antwort Moskaus an: Die russische Führung werde die Situation analysieren und darauf reagieren.

In einem Interview im Rahmen der Promotion für den letzten Hunger Games-Spielfilm hat sich der weltbekannte Schauspieler Donald Sutherland (er verkörpert in der Filmreihe den Präsidenten Coriolanus Snow) nicht regelkonform geäußert. Donald Sutherland sagte:

“Es geht um die Hintergrundmächte in den Vereinigten Staaten von Amerika. Es sind Profiteure. Kriege werden um Profit geführt. Es geht nicht darum, die Welt der Demokratie wegen zu retten. Nein, Bullshit, es geht um den Profit der oberen 10 Prozent. Und die jungen Menschen, die diesen Film sehen müssen begreifen, dass blindes Vertrauen in ihre Führer in Zukunft – wie Bruce Springsteen gesagt hat – dich fertig machen wird.”

 


Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit – und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print – Radio – und TV – Medien aus Krisengebieten.
Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.
GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

Weiterführende Links:

 


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MonsieurRainer

Todenhöfer

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Syrien: Die Schuld des Westens an Krieg und Vertreibung

In vielen Medien-Kommentaren werden sie oft nur als Flüchtlinge wahrgenommen, aber es sind in erster Linie Menschen, die ihr Zuhause nicht freiwillig verlassen. Sie flüchten aus Ländern wie Syrien, die Deutschland mit Waffen beliefert, oder aus Ländern, in denen mit deutscher Entwicklungshilfe   Großkonzernen der Weg für den Export geebnet wurde und die Bevölkerung hungert.  (“Hungrig nach Profit: Wem dient die deutsche Entwicklungshilfe?“; Film)

“Mehr als die Hälfte Syrer auf der Flucht”, meldete die Süddeutsche Zeitung am 9. Juli 2015. Das wären über 10 Millionen Menschen! Der Bürgerkrieg in Syrien hat inzwischen mehr als vier Millionen Menschen aus dem Land vertrieben. Viele von ihnen bitten in Europa um Asyl, in eines der Länder, die die USA in ihrem schäbigen Krieg unterstützt haben, denn die USA sind zu Fuß oder mit kleinen Booten für sie nicht erreichbar.

 

Den folgen Beitrag hat Jürgen Todenhöfer für die Gesellschaft Freunde der Künste (GFDK) geschrieben.

USA für Flüchtlings-Welle verantwortlich – Das schmutzige Spiel verdeckter Interventionen

Von Jürgen Todenhöfer

Auf Al Jazeera ließ Ex-DIA-Chef Flynn die Bombe platzen: Die US-Führung habe die vom DIA (Defense Intelligence Agency) schon 2012 geschilderte Gefahr eines ‘islamischen Staats’ keineswegs übersehen. Das Erstarken terroristischer Gruppen wie des ‘ISI’ mit all seinen gefährlichen Folgen sei eine ‘vorsätzliche Entscheidung’ gewesen- “a willful decision”. Die USA haben die Ausrufung des “Islamischen Staats” bewusst in Kauf genommen.

General Michael Flynn stellte sich entschieden hinter eine Analyse der DIA vom August 2012 und wies auf ihre große Bedeutung hin. Die Analyse war im Frühjahr 2015 auf Anordnung eines US-Gerichts freigegeben worden. Ihre Kernaussagen lauteten:

  1. Schon 2012 sei der Aufstand in Syrien von extremistischen Organisationen wie ‘Al Qaida im Irak’ (‘ISI’) angeführt worden – und nicht von demokratischen Rebellen oder Demonstranten.
  2. Das werde – entsprechend den Wünschen des Westens und einiger arabischer Staaten – ein ‘salafistisches Hoheitsgebiet’ in Ost-Syrien ermöglichen, das Syrien vom schiitisch kontrollierten Irak und Iran trennen werde.
  3. Dadurch entstünden ‘ideale Voraussetzungen’ für eine Rückkehr des ‘ISI’ nach Mosul und Ramadi und für einen ‘islamischen Staat’ im Irak und in Syrien.

Medien spielten falsch, ARD und ZDF in der ersten Reihe

Das US-Außenministerium hat intensiv versucht, diese frühen Warnungen des DIA zu verharmlosen. Viele Medien spielten den DIA-Bericht herunter. Sie hätten ja sonst zugeben müssen, dass ihre Berichterstattung über Syrien jahrelang falsch war. Der “Spiegel”, der in der Syrien-Frage traditionell daneben liegt, sprach unterwürfig von einem ‘Märchen’. Andere Journalisten wurden vom Konkurrenz-Geheimdienst CIA bedrängt, nichts über die DIA-Analyse zu schreiben.

Sind wir Vasallen der USA?

Wieder erleben wir das schmutzige Spiel ‘verdeckter Interventionen’ im Mittleren Osten. Die USA wären nicht zum ersten Mal Partner von Terroristen. General Flynn spricht daher nur das aus, was viele ahnten. Man denke an die Geschichte ‘verdeckter US-Interventionen’ in Lateinamerika. In ‘INSIDE IS’ S_01_40 habe ich die Rolle der USA bei den Waffenlieferungen an die Terroristen in Syrien ausführlich beschrieben.

Warum trauen sich unsere Politiker nicht, diesen Skandal im Parlament zur Sprache zu bringen? Wo bleiben die Medien? Sind wir Vasallen der USA?

Euer Jürgen Todenhöfer

 

Interview Mehdi Hasan mit General Flynn

Damals – Merkels Rede für den Irakkrieg 2002

Angela Merkel sagte in Richtung Gerhard Schröder, der nicht mit Bush in den Irakkrieg ziehen wollte: “Sie wissen doch, dass eine Isolierung einer großen Nation, gerade einer Exportnation wie Deutschland, auf Dauer überhaupt nicht durchzuhalten ist.” (ab Min 2:12)

Ähnlich äußerte sich auch der Bundespräsident Horst Köhler 2010, der wegen dieser viel beachteten Äußerung wenige Tage später von seinem Amt zurück trat:

“Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ, bei uns durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern. Alles das soll diskutiert werden, und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.”
Bundespräsident Köhler auf dem Rückflug von Afghanistan nach Berlin gegenüber Deutschlandradio Kultur, 22.05.2010

Quellen und Links:


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barnett

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Sabrosky: USA zerstören gezielt die Infrastruktur Syriens

Der  US-Marine Corps Veteran, Absolvent der US Army War College, Dr. Alan Sabrosky, University of Michigan, warnt, das Ziel der Vereinigten Staaten sei eine Schwächung Syriens, da ein funktionierendes, stabiles Syrien eine gefährliche Bedrohung für neokonservative Pläne in der Region sei.
Alan Sabrosky wies darauf in einem Telefon-Interview mit Press TV am 30. November hin, in dem er die von der Washingtoner Administration geführten Luftangriffe in Syrien, die letzte Woche begonnen haben, kommentierte. Das Interview wurde am 1.10.14 in “Veterans News Now” veröffentlicht. In dem Interview sagte Sabrosky:

  • “Soweit ich das beurteilen kann, ist dies lediglich ein Versuch von der Verwaltung, zu tun, was sie vor einem Jahr nicht tun konnte.” (“As far as I can tell, this is simply an attempt by the Administration to do what it could not do a year ago.”)
  • “Was ich sehen kann ist, dass die Ziele, die sie ausgewählt haben, in vielen Fällen keinen militärischen Wert in Bezug auf ISIS oder irgend eine andere Rebellengruppe haben, sondern dazu dienen, die Infrastruktur zu zerstören, über die die syrische Regierung nach dem Ende der Kämpfe verfügen würde, wie zB: die Conoco Ölraffinerie und der Getreideheber.”
  • Washington beabsichtige, der wirtschaftlichen und industriellen Infrastruktur in Syrien solche Schäden zuzufügen, dass eine syrische Regierung nach den Kämpfen so geschwächt sein werde, dass sie anfällig für weitere Angriffe seien.
  • Sabrosky wies auch darauf hin, dass es wichtig für die internationale Gemeinschaft sei, zu verstehen, dass für die USA der Krieg ist zu einem normalen Teil des amerikanischen politischen, öffentlichen und sozialen Umfeldes geworden sei. (“War has become a normal part of the American political, public and social environment here.”)
  • Es gebe fast keine öffentlichen oder Kongress-Befragungen zu und noch viel weniger öffentlichen Widerstand gegen die Angriffe auf den Irak und Syrien.
  • Der Krieg sei zu einem normalen Bestandteil des Diskurses in den USA geworden, da das Land sich jetzt in seinem 14. Jahr der kontinuierlichen Kriegsführung befinde. “Das ist extrem gefährlich für viele andere Länder”, erklärte Sabrosky. (“That is extremely dangerous for a lot of other countries,” he stated.)

 

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Wildwest: Keine Beweise, statt dessen “gesunder Menschenverstand”

Der Stabschef im Weißen Haus, Denis McDonough, gab in einem CNN-Interview zu, dass die USA keine 100-prozentig sicheren Beweise für eine Verbindung des Regimes von Präsident Baschar al-Assad zum mutmaßlichen Giftgasanschlag vom 21. August habe.
In dem-Interview sagte McDonough weiter, dass unabhängig von geheimdienstlichen Informationen der gesunde Menschenverstand sage, “dass das Regime das ausgeführt hat”.
Auf beharrliches Nachfragen der Journalistin antwortete der Stabschef: “Haben wir ein Bild oder einen unwiderlegbaren Beweis, jenseits vernünftigen Zweifels? Dies ist kein Gericht. Und so läuft Geheimdienstarbeit nicht.” Bedauerlicherweise machte McDonough keine Angabe, wessen “gesunder Menschenverstand” die schwache Beweislage gegen Asad ersetzen soll. In weiten Bevölkerungsteilen der USA scheint sich aber ein gesundes Volksempfinden breitzumachen, da ein Militärschlag gegen Syrien auf immer breitere Ablehnung bei der Bevölkerung stößr.
Baschar al-Assad wies in einem Interview des US-Senders CBS erneut den Vorwurf zurück, sein Regime habe am 21. August Giftgas eingesetzt. Er bekräftigte zugleich, dass sein Land auf einen US-Militärschlag vorbereitet sei. “Es gibt keine Beweise dafür, dass ich chemische Waffen gegen mein eigenes Volk eingesetzt habe (…), und wenn die (Obama-)Regierung tatsächlich Beweise hat, dann sollte sie diese zeigen.” Das Interview soll erst heute veröffentlicht werden, aber der Sender gab bereits einen kleinen Überblick, berichtet mesh-web.

Quellen:

Foto: jorge hernandez

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Ein Brief von Konstantin Wecker an Obama, 30.08.2013

Ein Brief von Konstantin Wecker an Obama, 30.08.2013, ca. 13.00 Uhr, veröffentlicht bei Facebook

https://www.facebook.com/pages/Konstantin-Wecker/111564412194266

Liebe Freunde,
aus aktuellem Anlass, ein Brief an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.
Die NSA kann ihn ja dem Weißen Haus vorlegen….
Sehr geehrter Herr Obama,
die USA sind eine extrem polarisierte Gesellschaft. Das Beste und das Schlechteste im Menschen scheint hier voll entwickelt, und eine Geschichte des Landes Amerika, die ich liebe, gibt es selbstverständlich auch. Es ist die Geschichte von Janis Joplin und Joan Baez, die Geschichte von Rosa Parks und Martin Luther King, Sacco und Vanzetti und Noam Chomsky und viele, viele andere mehr. Die Amerikanische Verfassung war mit ihrem radikalen Gleichheitsversprechen der Welt ein demokratisches Vorbild. Und ich hätte gehofft, Sie, Barack Obama, seien ein Teil dieser fortschrittlichen US-Geschichte und würden ihr einen neues, stolzes Kapitel hinzufügen. Ich habe mich leider getäuscht.
Nun schreibe ich diese Zeilen als Deutscher. Und ich glaube sicher nicht, dass dieses Land und seine Machthaber irgendwie besser wäre als das ihre. Keine Nation der Erde hat mehr Grund als wir, sich auf alle Zeiten aus allen Kriegen auf der Welt herauszuhalten. Aber auch die US-Amerikaner hätten Gründe genug.
Völlig zu Recht sind Sie, Barack Obama, der Meinung, dass in Syrien mit der Ermordung vieler Zivilisten durch Giftgas eine rote Linie überschritten wurde. Auch wenn ich persönlich glaube, das passt nahtlos in die endlose Reihe manipulierter Kriegsgründe – beweisen kann ich das natürlich nicht. Unabhängig davon allerdings wäre diese Erkenntnis doch ein guter Anlass, die jüngere Geschichte ihres Landes daraufhin zu untersuchen: Wann wurde die rote Linie in den Kriegseinsätzen der USA überschritten?
Die amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vom 6. und 9. August 1945 waren der erste und bislang einzige Einsatz von Atomwaffen in einem Krieg.
Die Atombombenexplosionen töteten insgesamt etwa 92.000 Menschen sofort. Weitere 130.000 Menschen starben bis Jahresende an den Folgen des Angriffs, zahlreiche weitere an Folgeschäden in den Jahren danach. Bis heute hat keine Regierung der USA eine offizielle Entschuldigung gegenüber den zivilen Opfern der Abwürfe und ihren Angehörigen abgegeben.
Wurde mit dem Einsatz von Napalm im Koreakrieg und in Vietnam keine rote Linie überschritten? Der Gebrauch von Brandwaffen gegen die Zivilbevölkerung wurde durch Protokoll III der Konvention der Vereinten Nationen zur Ächtung unmenschlicher Waffen im Jahre 1980 verboten.
Millionen Vietnamesen waren der Chemikalie Agent Orange ausgesetzt. Heute weiß man, dass die Bevölkerung ein genetisches Erbe mit sich herumträgt. Etwa 150.000 Kinder leiden noch heute unter den Spätfolgen von Agent Orange, dessen giftiger Hauptbestandteil Dioxin ist.
Uranummantelte Munition, die zu schrecklichen Missbildungen unzähliger Menschen im Irak führte – wurde da eine rote Linie überschritten?
Das Abschießen von Zivilisten in Afghanistan wie im Videospiel? Das Aufdecken dieses Kriegsverbrechens durch Chelsea Manning wurde gerade mit 35 Jahren Gefängnis belohnt.
Die Ermordung von “Staatsfeinden” durch Drohnen, nebst Kollateralschaden an Zivilisten – keine rote Linie in Sicht?
Herr Obama, ich spreche ihrem Land die moralische Kompetenz ab, Angriffskriege aus angeblich ethischen Gründen zu führen.
Gehen Sie in sich und arbeiten Sie die Geschichte ihres eigenen Landes auf.
Das würde vermutlich wirklich zum Wohle der Menschheit gereichen.
Ihr
Konstantin Wecker
P.S:
Herzlichen Glückwunsch dem britischen Unterhaus!!
***EINE HISTORISCHE NIEDERLAGE DER KRIEGSFRAKTION***
British Parliament Votes Against Syria Strike +++ The first time a Prime Minister has lost a vote for war since 1782!!!!!

https://www.facebook.com/pages/Konstantin-Wecker/111564412194266

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Syriens Christen sind gegen jeglichen militärischen Eingriff

Foto: Gregorius III., Morgenmagazin

Der katholische Patriarch in Damaskus, Gregorius III., hat an das Ausland appelliert, sich nicht in den innersyrischen Konflikt einzumischen. “Wir sind gegen jeglichen militärischen Eingriff in Syrien. Lassen Sie uns für uns allein, dann werden wir den Weg zum Frieden finden.” Mit Waffengewalt sei es nicht möglich, den Weg zum Frieden zu finden. Im Konflikt gehe es nicht ausschließlich um Assad. Es gehe nicht um eine Person, sondern insgesamt um das Land. “Es geht um eine Gemeinschaft, die Jahrhunderte lang miteinander gelebt hat. Und auf einmal gibt es Misstrauen. Dies kommt nicht von uns, sondern wird von außen hereingetragen. Wir können miteinander leben. Assad ist eine Person, aber die Regierung, der Staat und das Land sind ganz anders.”

Quelle und Video: Gregorius III. für friedliche Lösung ohne Einmischung des Auslands, aus: Morgenmagazin 30.08.2013 | 03:43 min Das Erste

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Syrien – Oder: “Der Versuch des Westens, einen Krieg zu legitimieren”

Laut Berichten von Rainer Hermann, Nah- und Mittelostkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und einer der renommiertesten deutschen Berichterstatter aus der Region, haben das Massaker nicht Regierungstruppen oder regierungstreue Banden begangen, sondern aufständische Sunniten: Sie ermordeten gezielt Alawiten, die erst vor kurzem zu dieser Konfession übergetreten waren.
(aktualisiert: 14.06.2012)
Quellen:

Foto: seier+seier, “roman theatre, bosra, syria, easter 2004”, www.piqs.de

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