Rettet den Schnee

“Rettet den Schnee” erhält Unterstützung vom NABU Dortmund

“Rettet den Schnee” – NABU unterstützt Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative “Rettet den Schnee” erwirkte bei der Stadt Dortmund die Erstellung eines Artenschutzgutachtens zum geplanten Bau von Windkraftindustrieanlagen im Süden Dortmunds. Das Gutachten wird sich vorrangig auf die Vogelvorkommen im Grenzbereich der Städte Dortmund, Witten und Herdecke beziehen. Wichtige Unterstützung erhält die Bürgerinitiative vom NABU Stadtverband Dortmund.

Auf dem Schnee

Die Bürgerinitiative Rettet den Schnee setzt sich für den Schutz der letzten Naturoasen des Dortmunder Südens ein. Der Name ist keine Anspielung auf die Klimaerwärmung, “Schnee”, auch „Auf dem Schnee“, heißen drei ineinander fließende Ortsteile, die jeweils zu Dortmund, Witten und Herdecke gehören.

Aus Dortmunder Sicht ist der Schnee der Dortmunder Ortsteil, der sich langgestreckt im äußersten Süden der Stadt Dortmund befindet. Er liegt weitgehend auf dem Rücken des Ardeygebirges. Der Name Schnee leitet sich von einem alten Wort für „Grenze“ ab.

Der Schnee und die angrenzenden Wälder, wie zum Beispiel der Löttringhauser Wald, sind Lebensraum für unzählige Tiere – vor allem für Vogelarten, die man anderswo in den drei Städten nirgends mehr findet. “Hier leben Uhus, Bussarde, Rotmilane, Rotkehlchen, Spatzen, … aber auch Bienen, Salamander… und unzählige weitere Tiearten, die im Großraum Dortmund teilweise als ausgestorben gelten,” warnt die Bürgerinitiative. “Wir von Rettet den Schnee setzen uns für den Erhalt dieses Lebensraumes ein.”

Besonderes betroffen ist das Landschaftsschutzgebiet Löttringhausen/Großholthauser Mark. Dort plant die Stadt Dortmund die Ausweisung neuer “Konzentrationsflächen für Windkraft”. Die Pläne sehen nach Informationen, die der Bürgerinitiative vorliegen, den Bau von zwei ca. 215 Meter hohen Windkraftanlagen vor, wie die Bürgerinitiative im Oktober 2016 erfuhr. Seitdem setzen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative vehement dafür ein, das Projekt zu verhindern.

 

NABU Stadtverband Dortmund gegen Windkraft auf dem Schnee

Keiner der großen Naturschutzverbände der Städte Dortmund, Witten und Herdecke, die zusammen rund 724.000 Einwohner auf die Waage bringen, fühlte sich zunächst angesprochen, die Pläne zum Bau von Windkraftindustrieanlagen im Landschaftsschutzgebiet zu durchkreuzen. Der NABU Dortmund gelangte nach Abwägen aller Argumente jetzt zu dem Ergebnis, dass die artenschutzrechtlichen Bedenken gegen den Bau der Windkraftindustrieanlagen “immer mehr” werden.

Am 17.05.2017 legte der NABU Stadtverband Dortmund in einer Pressemitteilung seine Auffassung zum Bau von Windkraftindustrieanlagen Auf dem Schnee dar. Die Summe aller vom NABU genannten Argumente des Naturschutzes spricht aus seiner Sicht gegen Windkraft auf dem Schnee und somit gegen die dafür erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes.

NABU Dortmund, 1100 Mitglieder, nennt als Argumente gegen den Bau der Anlagen die Vorkommen streng geschützter Vogelarten wie Uhu und Rotmilan in unmittelbarer Nachbarschaft zu geplanten Windrädern, essentielle Jagdbiotope für die geschützten Greifvogelarten Turmfalke und Mäusebussard, die regelmäßig dort beobachtet werden, rastende Kiebitze, Großvögel wie Kranich und Weißstorch, die den Ardey in diesem Bereich auf dem Zug relativ niedrig überqueren. “Auch für sie bestünde bei Realisierung von Windrädern auf dem Schnee ein Kollisionsrisiko.” Weiterhin hält der NABU Fledermausarten, die als windenergiesensibel eingestuft werden (Abendsegler, Rauhautfledermaus, Zwergfledermaus), durch den Bau der Windkraftanlagen für gefährdet.

Der NABU benennt außerdem “die Qualität der Großholthauser Mark als ein bedeutendes Naherholungsgebiet und empfindliches Ökosystem des Ardey-Bergrückens, der Bäche wie den Kruckeler Bach, Rüpingsbach, Schondelle und viele mehr als Zuflüsse der in Renaturierung befindlichen Emscher speist.” Auch auf die Gesetzeslage und mögliche rechtliche Konsequenzen weist der NABU Dortmund hin.

Petition Rettet den Schnee: Keine Windräder in Dortmund Schnee/Löttringhausen/Großholthauser Mark

Links:

Fotos: Rettet den Schnee


Ruhrkultour Leseempfehlung:

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Die Energiewende soll unser Klima retten – doch sie zerstört die Natur und die letzten halbwegs unberührten Landschaften. Flächendeckend wird das Land mit Windrädern vollgestellt, Vögel und Fledermäuse verenden elendiglich in den Rotoren der riesigen Windkraftwerke. Mais und Raps, großflächig als Energiepflanzen angebaut, laugen die Böden aus und zerstören die Brutstätten ohnehin gefährdeter Vogelarten.

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Gefährdung von Autofahrern und Wanderern durch Eisabwurf

Das Gefahrenpotenzial durch Eiswurf (Eisabwurf) wird von Windradherstellern und Versicherungen als gering eingestuft. Die Gefahr des Eiswurfs für Sach- und Personenschäden trete nur für wenige Stunden im Jahr auf und sei flächenmäßig auf den Umkreis der Anlage (einige hundert Meter) begrenzt, heißt es. Diese Behauptung ist eine von vielen Verharmlosungen, mit denen der Ausbau von Windkraftindustrieanlagen bedenkenlos vorangetrieben wird.

 

Eiswurf im Antrifttal

Das Video zeigt den Eiswurf einer im Betrieb befindlichen Nordex-Windkraftanlagen vom Typ N 117, Baujahr 2013. Nicole K. hat es am 15.11.2016 auf der Landstraße L 3344 zwischen Fischbach und Ruhlkirchen, in Oberhessen im Tal der Antrift, aufgenommen. An der Straße stehen im Abstand von rund 100 Metern zwei Nordex-Anlagen, zwei weitere stehen weiter im Feld. Nordex bietet für die N 117 ein Anti-Icing-System an. Es ist aber nicht bekannt, ob diese Anlage über ein Eiserkennungssystem verfügt, da es ein Zukaufteil ist.

Der Eiswurf habe sich über die gesamten Morgenstunden des 15.11.2016 hingezogen, sagt Nicole K. Hunderte dieser Eisplatten seien auf einen Acker, Spazierweg, Parkplatz und die angrenzende Landstraße gefallen. Es habe Tauwetter bei +2°C bei mittleren Windverhältnissen und Nieselregen geherrscht. Der Vorgang wurde bei der Polizei angezeigt.

Der Hersteller der Anlagen, Firma Nordex, weist in seiner Anlagenbeschreibung darauf hin, dass Eiswurf im Temperaturbereich von +5 bis -10 Grad Celsius im laufenden Betrieb möglich sei, also während der gesamte Wintermonate auftreten kann. Eine sichere Fahrt von Ort zu Ort oder eine gefahrlose Wanderung ist über viele Monate im Jahr nicht möglich, wenn Windräder zu nahe an den Straßen oder Wegen stehen. Warnschilder ändern zwar grundsätzlich nichts an der Gefahr, aber sie machen zumindest darauf aufmerksam und sind vorgeschrieben. Diese Warnschilder fehlten es an der Landstraße im Antrifttal. Personen- oder Sachschäden sind nicht bekannt.

antrifttal_02Bereits im Rahmen der Offenlegung der Bauleitplanung hatten Anwohner gegen die Errichtung dieser Windkraftanlage in der unmittelbaren Nähe der befahrenen Landstraße Nr. L 3344 schriftlich Einwände in Bezug auf möglichen Eiswurf erhoben. Darüber hinaus gibt es eine schriftliche Stellungnahme des damals im Rahmen der Bauleitplanung beauftragten Ingenieurbüros und die schriftlichen Vorgaben des Regierungspräsidenten zur Verhinderung eines möglichen Eiswurfs.

Im Hinblick auf Personen- und Sachschäden könnte die Behörde wegen der fehlenden Warnschilder haftungsrechtlich in Anspruch genommen werden. Der Betreiber hat vermutlich gegen die festgesetzten Auflagen verstoßen. Anwohner hatten die Behörde zuvor darauf hingewiesen, dass Warnschilder im Bereich des Windparks entfernt wurden.

 

Kein Einzelfall

Im Bereich der Anlagen eines Windparks bei Albersdorf beträgt die Entfernung des Warnschilds zur ersten Anlage 400m. Die Bürger für Schmalensee, eine überparteiliche Wählergemeinschaft, sehen die Konsequenzen: “Das bedeutet, dass man an frostigen Wintertagen diesen Weg nur auf eigene Gefahr benutzen kann. Eine Haftung für eventuelle Schäden dürfte seitens der Betreiber und der Gemeinde somit wohl ausgeschlossen sein.”

Der Betreiber von fünf Windenergieanlagen in Bennigsen und Gestorf (Gesellschaft Windpark Springe-Bennigsen GmbH) hat in einem Schreiben davor gewarnt, dass an dem Standort der Anlagen wegen der Höhenlage und der Witterungssituation an mehreren Tagen im Jahr mit dem Eintritt von Vereisung an den Rotorblättern der Windenergieanlagen gerechnet werden müsse, berichtet die Neue Deister-Zeitung. antrifttal_13Demnach kann ein sogenannter “Eiswurf” durch die Windenergieanlagen nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden. Zur Vermeidung einer möglichen Gefährdung und Schädigung von Personen oder Sachen empfehle der Betreiber, sich bei Temperaturen unterhalb von 5 Grad Celsius nicht im Gefährdungsbereich innerhalb eines Umkreises von etwa 200 Meter um die jeweiligen Windenergieanlagen aufzuhalten.

Eiswurf ist eine ernsthafte Gefahr, die die Bewegungsfreiheit der Bürger im öffentlichen Raum erheblich einschränkt. Eine Fußgängerin berichtete, dass bei Dransfeld/Ibsen die Landstraße nicht wegen Eiswurf gesperrt, obwohl sie die Polizei telefonisch auf die Gefahr hingewiesen habe. Ob die Polizei überhaupt vor Ort war, könne sie nicht sagen: “Ich habe zugesehen dass ich da weg kam. Das war mir zu gefährlich. http://www.hna.de/lokales/hann-muenden/dransfeld-ort312904/windrad-strasse-gesperrt-6981547.html

 

Risikobewertung durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg

Dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg sei keine konkrete Gefährdungssituationen durch Eisabwurf weder aus Baden-Württemberg noch aus anderen Bundesländern bekannt. Dies war am 01. 02. 2016 die schriftliche Antwort des Umweltministeriums auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP zum Eisabwurf bei Windkraftanlagen im Schwarzwald und zu den Auswirkungen auf den Wandertourismus.

antrifttal_15Im Landkreis Reutlingen sei es im Jahr 2002 zu einem Vorfall im Zusammenhang mit Eisabwurf gekommen, sagt das Ministerium. Es seien damals unter anderem auf einem Wanderparkplatz und einer Schuppenanlage Eisstücke aufgefunden worden, “bei denen zu vermuten war, dass sie von einer Windkraftanlage stammen könnten.” Nach dem Einbau von Eiserkennungssensoren seien keine Berichte über Eisabwurf mehr beim Landratsamt eingegangen.

Die Negierung der Risiken durch den Bau, Betrieb und die Entsorgung von Windkraftanlagen gehört zum Geschäft der Windindustrie, deren Auffassung sich die Politik weitgehend zu eigen gemacht hat. Auch die Rothaarwind GmbH & Co. KG, die den Bürgerwindpark Hilchenbach mit fünf Anlagen des Auricher Herstellers Enercon betreibt, weist darauf hin, dass Eisabwurf als Quelle für Gefährdungen kaum eine Rolle spiele, “denn die Fälle von tatsächlichem Abwurf sind sehr begrenzt und die Wahrscheinlichkeit, dass Personen getroffen werden, entsprechend niedrig.” Selbst die Haftpflichtversicherungen für Mofas und kleine Hunde seien teurer.  Mit jeder neuen Windkraftindustrieanlage, derzeit rund 27.000, nähern wir der Anzahl der Mofas und kleiner Hunde: Zu Beginn des Jahres 2012 gab es im Bundesgebiet 3,9 Millionen Krafträder, in deutschen Haushalten lebten im Jahr 2015 hochgerechnet insgesamt 7,9 Millionen Hunde.

Generell hält das Umweltministerium das Risiko von Eisschlag bzw. Eisabwurf bei Windkraftanlagen für gering. Die Aufstellung von Hinweisschildern genügt aus seiner Sicht, wenn die Abstände geringer sind als 1,5 x (Rotordurchmesser plus Nabenhöhe). Sie “gelten im Allgemeinen als ausreichend.” Bei einer Nabenhöhe von 130 Metern wären dies knapp 200 Meter. Eine gutachterliche Stellungnahme zur Funktionssicherheit von Einrichtungen sei nur dann notwendig, wenn die erforderlichen Abstände nicht eingehalten werden.  Durch die gutachterliche Stellungnahme zur Funktionssicherheit der Windkraftanlage sei deren Betrieb bei Eisansatz als sicher ausgeschlossen.

Für die Windkraftanlagen im Antrifttal liegt die schriftliche Stellungnahme des damals im Rahmen der Bauleitplanung beauftragten Ingenieurbüros und die schriftlichen Vorgaben des Regierungspräsidenten zur Verhinderung möglichen Eiswurfs vor. Gut gemeint ist nicht gut gemacht, denn einen Schutz bieten die Gutachten nicht.

Das Umweltministerium in Baden-Württemberg schließt eine verbleibende Gefährdung durch Eisabfall bei Rotorstillstand generell nicht aus.  Bei einem funktionstüchtigem System sei aber ein Eisabwurf von drehenden Rotorblättern einer in Betrieb befindlichen Anlage praktisch ausgeschlossen. Woran soll aber ein Wanderer oder Autofahrer erkenne, ob das System funktionstüchtig ist?

Dass Versicherungen nicht vor einem Unfall schützen, sondern lediglich die Folgen von Schäden tragen, weiß auch das Umweltministerium und empfiehlt zumindest in Einzelfällen weitergehende
Maßnahmen, um das Risiko eines Unfalls zu senken. Dazu zählt es etwa “Wegsperrungen bzw. Wegverlegungen im Umfeld von Windkraftanlagen” oder “die Aufstellung von besonderen Schildern
mit warnendem Blinklicht, welches bei Wetterlagen aktiviert wird, bei denen Gefährdungen
auftreten können.” Im Regelfall seien solche Maßnahmen jedoch nicht erforderlich.

Eisbildungen auf Rotorblättern sind für den Wanderer kaum erkennbar, das gilt besonders für klares Eis, das vom Boden aus schlecht zu sehen ist.

 

Der unbeschwerte Winterspaziergang in der Nähe von Windkraftindustrieanlagen gehört der Vergangenheit an

Mit der zunehmenden Industrialisierung der Landschaft durch mittlerweile rund 26.000 Windkraftanlagen werden Sperrungen von Wanderwegen und Straßen und Wegverlegungen immer wahrscheinlicher, weil die Betreiber und Grundstückseigentümer ihrer Haftungspflicht nur auf diese Weise sicher entgehen können, denn Hinweisschilder könnten entfernt werden.

Für die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum haben die Windkraftindustrieanlagen bereits schon Heute erhebliche Konsequenzen. Die Statistik des Deutschen Wetterdienstes weist im Rückblick auf den Vergleichszeitraum 1981-2010 (30 Jahre) aus, dass die Durchschnittstemperatur der drei Wintermonate plus 0,7°C beträgt. Frost gab es im Rückblick durchschnittlich an 60 Tagen.

Die schraffierte Fläche der Temperatur-Grafik zeigt an, in welchen Monaten das mittlere Temperaturminimum unter 5°C liegt. In diesen Monaten wären Bereiche mit Windkraftindustrieanlagen im Umkreis von rund 200 Metern (nach Angaben des Betreibers Windpark Springe-Bennigsen GmbH) nur eingeschränkt oder gar nicht für die Öffentlichkeit verfügbar.

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Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, grafische Darstellung: Wetter.de, Werte teilweise gemittelt und in Grafiken teilweise gerundet und geglättet. Mehr dazu bei www.wetter.de

Viele Felder und Wälder werden dadurch in den kritischen kalten Monaten des Jahres für Wanderer und Radfahrer unbegehbar (gestreifte Flächen). Müssen sie die Außentemperatur messen, bevor sie den Wald betreten? Tragen die Autofahrer das Risiko, wenn ihr Fahrzeug im Winter bei Temperaturen von unter 5 Grad Celsius von Eisbrocken getroffen werden? Müssen sie Umwege fahren, um das Risiko zu meiden? Der unbeschwerte Winterspaziergang in der Nähe von Windkraftindustrieanlagen gehört der Vergangenheit an.

 

Sperrung und Wegverlegungen

Eine Sperrung und Wegverlegung wurde laut Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg bisher lediglich im Fall eines Windparks im Ortenaukreis von Oktober bis April verfügt. Der hiervon betroffene Westweg verlaufe relativ nahe an drei Windkraftanlagen. Die jeweiligen Mindestabstände des ursprünglichen Verlaufs zu den Anlagen betrugen 15, 50 und 55 Meter. Nach der winterlichen Verlegung liegen die Abstände nun zwischen 115 und 190 Meter. Der gesamte Umweg gegenüber dem früheren Verlauf beträgt im Winter ca. 700 Meter.
Ebenfalls im Ortenaukreis seien an zwei weiteren Windenergieanlagen in geringem Umfang Wege von Sperrungen betroffen, wobei es sich aber um keine Hauptwanderrouten handle. In anderen Landesteilen seien Sperrungen von Wanderwegen bislang nicht notwendig gewesen.

 

Windkraftanlagen sind Industrieanlagen

Windenergieanlagen (WEA) oder Windkraftanlagen (WKA) gelten offiziell je nach Vorfall entweder als Bauanlagen oder als Industrieanlagen.

Im Zusammenhang mit Schallausbreitungen stellt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Forderungen an die Betreiber, wie sie auch für alle anderen Industrieanlagen gelten: “Wie bei allen anderen Industrieanlagen müssen die vorgeschriebenen Immissionsrichtwerte eingehalten werden.” Mit Bezug auf die TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm, Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz) werden Windenergieanlagen genauso behandelt wie andere industrielle Anlagen.

Anders sieht es beim Eiswurf aus, in diesem Fall gelten die Vorschriften für Bauanlagen, für die das Aufstellen eines Warnschildes genügt. Im Unterschied zu Gebäuden sind Windkraftanlagen keine statischen Bauanlagen. Das Eis fällt nicht einfach vom Dach senkrecht nach unten, sondern wird im Betrieb je nach Höhe hundbimschg_5erte Meter weit geschleudert. Wie weit reichen die Privilegien der Windkraftindustrie? Müssen die Industriebereiche überwacht werden? Denn unabhängig von den jeweiligen Landesbestimmungen dürfen Industrieanlagen in der Regel nicht betreten werden. Diese Vorschrift gilt unabhängig davon, ob Versicherungen die Kosten für Schäden übernehmen. Sie dient dem vorsorglichen Schutz der Menschen. Diese Regel gilt auch für Kraftwerksgelände, Krananlagen, Hafengelände, Umschlagstellen, Hebewerke, Schleusenanlagen, Bauhöfe, Stege, Wehre, usw., es sei denn, es sind eigens ausgeschilderte Besucherzugänge vorgesehen. Dies ist bei Windkraftindustrieanlagen nicht der Fall.

Eiswurf sei keine als allgemeine Gefahr im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, sondern falle unter das Baurecht, erklärt Monika Agatz im Windenergie-Handbuch. Agatz ist Umweltschutz-Ingenieurin, die sich beim Landesumweltamt und Landesumweltministerium NRW mit grundlegenden Fragen rund um die Genehmigung von Windenergieanlagen und anderen Anlagen der Erneuerbaren Energien beschäftigt.

Das sieht die Bosch Rexroth Monitoring Systems GmbH, eine 100%-Tochter der Bosch Rexroth AG, die ihrerseits Teil der Bosch-Gruppe ist Gruppe ist, allerdings anders. Das Unternehmen stellt das vom Germanischen Lloyd zertifizierte Rotorblatt-Überwachungssystem BLADEcontrol her.

Das Herabfallen von Eisstücken nach Abschalten der WEA sei grundsätzlich nicht vermeidbar. Für diesen Fall gelten Vorschriften analog für jedes Bauwerk, wie auch für Gebäude, Strommasten etc., obwohl die Regelungen in Deutschland von Bundesland zu Bundesland und auch von Kreis zu Kreis verschieden seien. Es gebe einen “bunten Strauß an möglichen Vorgaben der Behörden zum Thema Eisabwurf.”

rexrothIm Unterschied dazu falle Eiswurf im Betrieb der Anlage unter die „sonstigen Gefahren“, die vom BImSchG §5 genannt werden. Interessant sei, dass das Bundes-Immissionsschutzgesetz eine Abwehr nach „Stand der Technik“ vorschreibe. Aber was ist „Stand der Technik“? Eiserkennungssysteme für die Rotorblätter von Windenergieanlagen sollen verhindern, dass Anlagen mit dicken Eisplatten und Unwuchten laufen oder umherfliegende Teile Mensch und Umwelt gefährden. Vor allem geht es darum, längere Stillstandzeiten zu vermeiden. Ein “Eiswurf” durch die Windenergieanlagen kann dennoch nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden.

Für das Unternehmen ist eindeutig: “Völlig unabhängig von dem, was in Ihrer Genehmigung oder im Gesetz steht: Wenn Sie Eis abwerfen und jemand wird verletzt oder eine Sache wird beschädigt, sind Sie als Betreiber haftbar. Da nützen auch keine Schilder.”

 

Quellen:

Foto Windrad http://www.camcoptercrew.com/

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Eine Journalistin prüft Windkraft im Selbstversuch

Foto: pixabay

“Journalisten sollten den Dingen über die sie berichten und schreiben auch mal auf den Grund gehen”, sagte sich Helga Wienand-Schmidt, und entschloss sich für einen 12 Stunden dauernden Selbstversuch.

In den USA vermieten einige Windkraftanlagen-Geplagte ihre Wohnungen auch für mehrere Tage zu Testzwecken an, damit Menschen, die keine Vorstellung von den möglichen Folgen der Nachbarschaft von Windfarmen auf ihre Gesundheit hatten, ihre Belastungsgrenzen herausfinden können.

Helga Wienand-Schmidt fand ein geeignetes Objekt, einen Aussiedlerhof an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Die Bewohner reagierten sehr unterschiedlich auf die Geräusche, nicht alle hörten ein ständiges “Surren”, und diejenigen, die es hörten, nahmen es unterschiedlich wahr. Aber die ständigen Bewegungen des Schlagschattens störten alle.

Nach der Beendigung ihres Selbstversuchs, den Helga Wienand-Schmidt den Lesern des “WW-Kurier” ausführlich schildert, zog sie ein Fazit:

“Infraschall und Schlagschatten-Auswirkungen sollten ernsthaft untersucht werden. Die Auswirkungen auf Menschen und Tiere sind bislang nicht ausreichend belegt und erforscht und bevor man ganze Regionen in bewohnten Gebieten einer Windkraftlobby opfert, sollte man dies wissenschaftlich mit Experten völlig wertneutral und ergebnisoffen prüfen. Die Möglichkeiten sind ja vorhanden. Im Selbstversuch gibt es ein sehr persönliches Ergebnis: Wird in meiner unmittelbaren Umgebung eine Windkraftanlage gebaut, werde ich diesen Wohnort verlassen. Meine Empfehlung an alle, die derzeit im Westerwald und an der Sieg für die Errichtung von Windkraftanlagen plädieren: Einen Tag im Schatten einer solcher Anlage verbringen.”

Foto: pixabay


Leseempfehlung:

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VLAB – Verein für Landschaftspflege & Artenschutz in Bayern: “Der 19. September war ursprünglich vom Heyne-Verlag geplant, musste jedoch aus redaktionellen Gründen – viele Fachautoren mit komplexen Themen – auf den 24. Oktober verschoben werden. Dann erscheint das Buch, auf das wir uns schon sehr freuen.”
Georg Etscheit ist Beirat im VLAB. http://www.landschaft-artenschutz.de/

 

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Georg Etscheit (Hrsg): Geopferte Landschaften
ab € 13,99

Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört. Die Energiewende soll unser Klima retten – doch sie zerstört die Natur und die letzten halbwegs unberührten Landschaften. (mehr …)

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Überwachung im öffentlichen Raum: Objektschutz an Windkraftanlagen im Harthäuser Wald

Windkraftgegner sind wegen der Warnschilder an der Windkraftanlage W-I-4 im “Windindustriegebiet Harthäuser Wald”auf der Gemarkung Widdern alarmiert. Die Warnschilder markieren eine No-Go-Area – “Betreten verboten” und “Achtung! Videoüberwachung”. Die Bürgerinitiative “”Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald e.V.” überlegt, rechtlich prüfen zu lassen, “inwieweit die Umwandlung eines Erholungsgebiets zum videoüberwachten Industriegebiet rechtmäßig und mit dem Datenschutz vereinbar ist.” Über das Motiv des Betreibers wird spekuliert. Möchte er Beweismittel sichern, dass Windkraftgegner tote Vögel am Betonfuß ablegen, um Windkraftanlagen als Vogelschredder in Verruf zu bringen? Befürchtet der Betreiber vielleicht Anschläge auf die Anlage? Oder hat er selbst etwas zu verbergen?
Das Foto (oben) wurde von Gunther Jordan am 30.07.2016, 17:30 Uhr gemacht.

“Achtung! Videoüberwachung” – im Harthäuser Wald

Im Harthäuser Wald im Kreis Heilbronn wurde ein Windkraftprojekt mit insgesamt 14 Windkraftanlagen in den Gemeinden Hardthausen, Jagsthausen, Widdern und Möckmühl aufgestellt. Als Betreiber des derzeit größten Windparks in Baden-Württemberg werden vom Regionalverband Heilbronn-Franken vier Bürgerenergiegenossenschaften genannt. Tatsächlich aber wird der Windpark von ZEAG Energie betrieben; die Gemeinden Hardthausen am Kocher, Widdern, Möckmühl, Forchtenberg und Jagsthausen sind am Windpark beteiligt – kein freiwilliger Zusammenschluss von Bürgern, wie die Bezeichnung “Bürgergenossenschaften” suggeriert. Der Energieversorger ZEAG Energie AG, Heilbronn, befindet sich im Mehrheitsbesitz der EnBW AG. Offenbar gibt es nicht vier, sondern nur eine einzige “Bürgergenossenschaft”, die BürgerEnergiegenossenschaft Hardthausen eG, die zurzeit lediglich aus 313 Mitgliedern besteht.

Windindustrieanlage Harthäuser Wald. Foto: Gunther Jordan

Windindustrieanlage Harthäuser Wald. Foto: Gunther Jordan

Am 29. Juli entdeckten Mitglieder der Bürgerinitiative “Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald e.V.” die Warnschilder “Betreten verboten” und “Achtung! Videoüberwachung” an einer der Anlagen.

Die Bürgerinitiative “Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald e.V.” sieht einen engen Zusammenhang zwischen der Ignoranz der Betreiber, den massenhaften Tod von Greifvögeln und Fledermäusen durch Windkraftanlagen zur Kenntnis zu nehmen, und dem Einbau einer  Überwachungsanlage. Die Bürgerinitiative vermutet, dass die Betreiber der Anlage der Bürgerinitiative unterstellen, tote Vögel am Fuß der Anlage abgelegt zu haben. Denkbar ist für die Bürgerinitiative aber auch, dass die Betreiber die Möglichkeit nutzen, Schlagopfer, die sie auf dem Monitor entdecken, schnell beseitigen zu können. Das wäre nicht unwahrscheinlich, wenn die Energiegenossenschaften keine Auflagen (Abschaltzeiten) einhalten sollten.

Zügellose, flächendeckende Industrialisierung des Harthäuser Waldes

Dr. Jochen Bellebaum von der Deutschen Wildtier Stiftung kritisiert das Windkraft-Projekt im Harthäuser Wald, die Liste der Abholzungen werde immer länger:

“So wurden im Harthäuser Wald, einem bedeutenden Laubwaldgebiet in Baden-Württemberg, vor Ende der Einspruchsfrist 150-jährige Bäume gefällt, obwohl in diesem wichtigen Wildtierlebensraum 17 Fledermausarten leben – darunter die stark gefährdeten Bechstein- und Mopsfledermäuse.”

Windkraftprojektierer und -betreiber stehen bundesweit häufig im Verdacht, nachgeholfen zu haben. “Bei Rodungsarbeiten in Pamsendorf in der Oberpfalz (Bayern) wurden Horste freigelegt, die möglicherweise von seltenen Greifvögeln oder Schwarzstörchen stammen, obwohl gegen den Windpark Klagen des Bayerischen Jagdverbandes und einer Nachbargemeinde laufen. Auch bei Kleinmünster in Bayern wird schon gerodet, obwohl auch hier Klageverfahren laufen. Der Wald ist Lebensraum des seltenen Uhus und von sechs Fledermausarten. Auf der “Breiten First” im hessischen Sinntal werden Rodungen die Lebensräume von Rotmilan, Schwarzstorch und der seltenen Mopsfledermaus erreichen”, berichtet die Deutsche Wildtier Stiftung.

In einem offenen Brief wendet sich die Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald e.V. an das Umweltministerium, an das Landratsamt Heilbronn sowie an die den Landkreis Heilbronn vertretenden Mitglieder des Landtags mit dem Ziel, “den Harthäuser Wald vor tiefgreifenden, irreparablen Eingriffen zu schützen. Wir wollen ihn so in seinen lebenswichtigen Funktionen für Pflanze, Tier und Mensch nicht nur für uns heute, sondern auch künftigen Generationen als Quell vielfältiger Lebensqualität und einzigartige Stätte der Erholung erhalten.”

Kein Schutz der Wälder

Das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung, § 23 Recht zum Betreten, besagt, dass jeder Mensch die freie Landschaft (§ 2 Abs. 1) betreten und sich dort erholen darf. Dieses Recht findet laut Gesetz seine Grenze “in einer für die Grundbesitzenden unzumutbaren Nutzung, insbesondere durch öffentliche Veranstaltungen oder eine gewerbsmäßige Nutzung.” Windkraftindustrieanlagen dienen der gewerbsmäßigen Nutzung. Der Grundbesitzer darf demnach, wenn er will oder ihm die Versicherung dies vorschreibt, das Betreten des Industriegeländes verbieten.

Das Landesforstgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Landesforstgesetz – LFoG), Stand vom 16.7.2016, sieht vor, dass der Waldbesitzer den Zutritt zu bestimmten Waldflächen ausschließen und untersagen kann (§ 4). Die Genehmigung kann durch die Forstbehörde erteilt werden, “wenn hierfür ein wichtiger Grund vorliegt und das Sperren unter Berücksichtigung der Interessen der Allgemeinheit vertretbar ist.” Mit dieser dehnbaren Formulierung können sämtliche strengen Vorschriften für die Benutzung des Waldes umgangen werden. Das Fahren im Wald (mit Ausnahme des Radfahrens und des Fahrens mit Krankenfahrstühlen auf Straßen und festen Wegen) sowie das Zelten und das Abstellen von Wohnwagen und Kraftfahrzeugen im Wald, sogar das Reiten im Wald, sind verboten. Für drei im Butzbacher Wald projektierte Anlagen sind beispielsweise ca. 2.500 LKW-Fahrten von und zu den Baustellen notwendig, hat der “Verein Naturpark Hochtaunus darf nicht sterben e.V.” errechnet.

Wie groß ist das Industriegelände einer Windkraftanlage?

Die Angabe der Fläche für den Bau einer Windkraftindustrieanlage kann sich auf das Fundament und einen Außendurchmesser von etwa 21 m beziehen, aber auch die Gesamtfläche, die für die Aufstellung der Anlage erforderlich ist, bei großen Anlagen wäre dies zum Beispiel eine Fläche von 5 ha/50.000 m². Versicherungen werden sich am Gefahrenbereich von Windkraftindustrieanlagen orientieren, nicht an der Größe des Fundaments.

Am 23.02.14 brannte in Echtrop, Ortsteil der Gemeinde Möhnesee im Kreis Soest, Nordrhein-Westfalen, ein Windrad ab. „Trümmerteile sind bislang in einem Umkreis von bis zu vierhundert Metern auf dem Boden aufgeschlagen, und es kann nach wie vor noch etwas herunterfallen, auch wenn das Feuer aus ist“, sagte die Feuerwehr. Für diese relativ kleine Anlage mit einer Nabenhöhe von nur 67 m könnte eine Verbots-Fläche 16 ha/160.000 m² betragen. Die großen Anlagen, die heute in der Regel gebaut werden, sind doppelt so hoch. Noch sammeln die Versicherungen Daten, Versicherungsvorschriften zur Einzäunung von Gefahrenbereichen der Windkraftanlagen gibt es (noch) nicht.

Was wären Industrieanlagen ohne den Warnhinweis “Betreten verboten”?

Gesperrte Waldflächen in NRW sind durch Schilder kenntlich zu machen, die das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen vorschreibt. Eingatterungen von Waldflächen sind vom Landesforstgesetz NRW nur zum Schutz von Forstkulturen, Saatkämpen und Pflanzgärten zulässig, Sperrungen nur aus wichtigen Gründen des Forstschutzes, der Waldbewirtschaftung, der Wildhege oder der Jagdausübung. Windkraftindustrieanlagen im Wald werden im neuen Landesforstgesetz nicht erwähnt. Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass tausende von ihnen in den Wäldern von NRW errichtet werden sollen.

Wie weit reichen die Privilegien der Windkraftindustrie? Denn unabhängig von den jeweiligen Landesbestimmungen dürfen Industrieanlagen in der Regel nicht betreten werden.
Diese Regel gilt auch für Kraftwerksgelände, Krananlagen, Hafengelände, Umschlagstellen, Hebewerke, Schleusenanlagen, Bauhöfe, Stege, Wehre, usw., es sei denn, es sind eigens ausgeschilderte Besucherzugänge vorgesehen.

Überwachung

Wir wissen nicht, welche Überwachungseinrichtung von den Energiegenossenschaften im Harthäuser Wald eingesetzt wurde. Aber ein Beispiel aus der Technik macht deutlich, wie weit der Eingriff in Persönlichkeitsrechte mit Hilfe einer Video-Überwachungseinrichtung bei einem Spaziergang im Wald möglich ist.

Zur Überwachung von Gebäudefronten, Flachdächern und auch Freiflächen empfiehlt das Fachportal g+h (Gebäudetechnik und Handwerk) den Objektschutz-Sensor LMS an. Er habe eine ganze Reihe von Vorteilen: hohe Reichweite, große Erfassungssicherheit bei jeder Tageszeit und Wettersituation sowie flexibel anpaßbare Überwachungsfelder. Eindringlinge werden nicht nur sicher erkannt, sondern auch ihr Aufenthaltsort ermittelt und überwacht.”

Reichweiten bis zu 30 Meter sollen sich auch bei Regen, Schneetreiben oder Nebel zuverlässig überwachen lassen. “Die Software des Objektschutzsensors wertet die Scannerdaten aus und ermittelt zudem Entfernung und Winkel einer erkannten Person innerhalb des Überwachungsfeldes. Dadurch ist das LMS in der Lage, Aussagen über die genaue Position des ungebetenen Besuchers zu machen. Verfügt der Anwender über ein entsprechendes Objektüberwachungs-Gesamtsystem, kann er die Daten des LMS in seiner Software prinzipiell berücksichtigen, beispielsweise um Überwachungskameras zu triggern und gezielt zu führen.” Alarmmeldungen können “abgestuft auf die zunehmende Annäherung einer Person an das Gebäude” generiert werden. “Mittels dieser Informationen ist es möglich, je nach Objektgefährdung unterschiedliche Schutzmaßnahem einzuleiten – vom Auslösen einer Sirene bis hin zur Anforderung einer Wachmannschaft.”

Sollte die Überwachung öffentlichen Raumes durch private Unternehmen legal sein und Schule machen, ist damit zu rechnen, dass mit fortschreitendem Windwahn “die gesamte Fläche Deutschlands von Flensburg bis nach Berchtesgaden, von Aachen bis nach Görlitz im Abstand von durchschnittlich 8 km mit Windparks zugebaut“, von denen allerdings nur Zufallsstrom geliefert würde. Aber das Überwachungsnetz, das jeden Schritt der Bürger bereits per Handy und in Städten verfolgen kann, wäre weiter geschlossen und lieferte zusätzlich die Bilddaten.

 

Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald e.V.:

 

 

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Schwarzwald: Kunststiftung legt Einspruch gegen Bau von Windkraftindustrieanlagen ein

Kunststiftung Hohenkarpfen e.V. legt Einspruch gegen den Bau von Windkraftindustrieanlagen ein

Die Kunststiftung Hohenkarpfen e.V. (Kunstverein Schwarzwald-Baar-Heuberg) hat einen über die Region hinausreichenden Ruf als kunstwissenschaftliches Ausstellungsinstitut. Der Einspruch der Stiftung gegen den Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft Tuttlingen, der den Ausweis einer Konzentrationszone für Großwindenergieanlagen auf dem Weilheimer Berg vorsieht, dürfte deshalb auch überregionale Auswirkungen haben.
Die Kunststiftung Hohenkarpfen verweist in ihrem Einspruch auf den gesetzlich verankerten Natur- und Landschaftsschutz. Der geplante Eingriff sei angesichts des geringen ökonomischen Nutzens unverhältnismäßig. Windstrom, der nicht bedarfsgerecht und planbar vom Verbraucher abgerufen werden könne, trage wenig zur angestrebten Energiewende bei.

Darüber hinaus wehrt sich die Kunststiftung gegen die “dramatische technische Überprägung einer überregional bedeutsamen Kulturlandschaft”, die Beeinträchtigung des Erholungswertes der Landschaft und der Wohnqualität und den Wertverlust der Wohnungen und Häuser. Sie moniert das Fehlen von Risikoanalysen, fehlende Gutachten nach neuesten Erkenntnissen zum Arten- und Naturschutz, widersprüchliche Verfahrensvorgaben, fehlende Information der Öffentlichkeit und mangelnde Transparenz der Interessen.

Die Kunststiftung bemängelt, dass unzureichende Visualisierungen kleinerer Anlagen dem Bürger bisher keine wirklichkeitsnahe Einschätzung der eigenen Betroffenheit erlauben. Mit Hilfe eines Gutachtens hat sie realistische Visualisierungen erstellen lassen, die auf ihrer Homepage einsehbar sind: www.kunststiftung-hohenkarpfen.de.

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Zeigt der massive Bürgerprotest gegen Windkraftanlagen im Wald in NRW Wirkung?

Foto: Paderborn-Dahl

Foto: Paderborn-Dahl, http://dawipaderborn.bplaced.net/wordpress/

An der letzten Großen Informationsveranstaltung gegen den Windwahn hat trotz Einladung kein offizieller Vertreter von NRW teilgenommen. Zu der Veranstaltung hatten der Verein für Umwelt- und Naturschutz Schmallenberg in Kooperation mit der VernunftWende Bündnis NRW, der Vernunftkraft Landesverband Hessen e.V. und dem Bündnis Energiewende für Mensch & Natur, Rheinland-Pfalz, am 25.04.2015, in Bödefeld, Sauerland, eingeladen. Über 500 Personen haben daran teilgenommen.

Die Botschaft scheint jedoch bei der Landesregierung angekommen zu sein. Die Anti-Windkraftbewegung ist zu einer Massenbewegung geworden, die auch mit Geld nicht zum Schweigen zu bringen ist.

Keine Industrialisierung der Wälder durch Windkraftanlagen!

NRW mit sich im Zwiespalt

Zwar hält NRW an dem Beschluss fest, bis 2020 den Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung von vier auf 15 Prozent zu erhöhen, aber dieses Ziel könnte dennoch in weite Ferne gerückt sein.

Der Chef der NRW-Staatskanzlei, Franz-Josef Lersch-Mense (SPD), bezeichnete dieses Ziel bei der Vorstellung des vom Kabinett verabschiedeten Landesentwicklungsprogramms (LEP), das noch vom Landesparlament verabschiedet werden muss, als “ehrgeizig”.

Im Zusammenhang mit weiteren Überlegungen der Landesregierung heißt “ehrgeizig” für den kritischen Beobachter “unrealistisch”. Die Planung liegt jetzt wieder bei den Kommunen, das Ausbauziel wurde nur grundsätzlich formuliert.

Der Schwarze Peter geht an die Gemeinden

Jede Kommune, jedes Ratsmitglied wird sich auch mit grundsätzlichen Fragen beschäftigen müssen, nicht nur mit den Verdienstmöglichkeiten für seine Gemeinde. Ratsmitglieder, die den Empfehlungen der Verwaltung oder Gutachtern folgen, in der Überzeugung, sie könnten damit nichts falsch machen, gehen ein hohes Risiko ein: “Die parlamentarische Indemnität* steht nur den Mitgliedern der staatlichen Parlamente zu, nicht aber den Mitgliedern der so genannten “Kommunalparlamente”, sagen Juristen. Das heißt, sie können im Hinblick auf die Gesundheitsgefahren für den Menschen persönlich haftbar gemacht werden. Auf dieses Risiko haben der Staatsrechtslehrer, Prof. Dr. Michael Elicker und ders Rechtsanwalt Andreas Langenbahn hingewiesen. (s. “Schutzpflicht des Staates – Persönliche Haftung von Stadtratsmitgliedern bei Windkraftanlagen“.)

Selbst eine 10H-Regelung, wie sie unter Protest der Grünen in Bayern verabschiedet wurde, bietet keinen Schutz. Dieser Regelung entsprechend müssen Windräder in Bayern künftig zehnmal so weit von Wohngebieten entfernt sein, wie sie hoch sind – das sind zwei Kilometer für ein modernes Windrad.

Viel Arbeit für die Bürgerinitiativen

Auch auf die Bürgerinitiativen kommt noch mehr Arbeit zu, wenn sie die Ratsmitglieder ihrer Gemeinde dazu bewegen wollen, keinen Vorgaben und Gutachten mehr blind zu vertrauen, sondern selbst zu recherchieren oder vertrauenswürdige, unabhängige Gruppen, keine Projektierer oder Investoren, mit der Erstellung eines Gutachtens zu beauftragen.

Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die Vorgehensweise der Ortsgemeinde Weisenheim am Berg, Rheinland-Pfalz. Sie hat sich mit den Chancen und Risiken der Ortsgemeinde am Bau und Betrieb eines Windparks auseinandergesetzt und ist dabei auf einen erstaunlichen Zusammenhang gestoßen, der in einem Flyer erklärt wird.

Kommunen, die sich mit der Windkraft kritisch auseinandersetzen möchten, finden in diesem Flyer viele Anregungen und eine Art Leitfaden, um schönen Versprechungen auf den Grund zu gehen.

Insbesondere die Landesvertretungen der Bürgerinitiativen haben die neuesten Informationen und können Hilfestellung bei der Aufstellung von Checklisten für engagierte Gemeinden geben, die gegen die Industrialisierung der Wälder um den Erhalt von Natur, Umwelt und Lebensqualität kämpfen.

Vernunftwende NRW

► und bei Facebook: https://www.facebook.com/vernunftwende

Quellen:

 

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“Wie der Soonwaldsteig das Weltklima rettet”

“Der Soonwaldsteig ist ein international zertifizierter Premium-Wanderweg. Er führt durch höchstwertige Naturgüter, die bis vor kurzem noch als Nationalpark vorgeschlagen worden waren. Nun wird er durch exzessive Windkraftvorhaben zerstört. Das soll das Weltklima retten und z.B. die Ausbeutung von Menschen in der Kohleproduktion Kolumbiens lindern…”
Eine Dokumentation von Jörg Rehmann, veröffentlicht am 08.09.2014.

Hinweis: die Musik im Film ist NICHT “The darkest Light” von Artefacts – wie fälschlich von Youtube angegeben, sondern stammt von der Gruppe RedHill http://www.red-hill.de/

Mehr Informationen:

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Unfallrisiko Windrad

Nicht nur die Hersteller von Windkraftanlagen schwärmen von ihren Produkten, sie erhalten an manchen Orten auch Unterstützung durch Vereine. Der Verein „Pro Windkraft Niedernhausen“ beispielsweise stellt sich auf seiner Homepage als ein bürgernaher, neutraler Zusammenschluss von Einwohnern dar. Er strebe “eine objektive Diskussion der Möglichkeiten, Grenzen und berechtigten Einwände” an. Allerdings legt er von vornherein fest: “Im Ergebnis soll eine Akzeptanz bei den Bürgern für einen sozial- und umweltverträglichen Ausbau der Windenergie erreicht werden.”

Risiken durch Windkraftanlagen passen nicht zu diesem Ziel. Pro Windkraft Niedernhausen: “Die Nutzung der Windenergie birgt im Gegensatz zur Nutzung der Atomkraft keine elementaren Gefahren für den Menschen und für die Umwelt. Auch verursacht sie keine Gesundheitsgefährdung oder Beeinträchtigung des Wohlbefindens durch den Ausstoß von Stäuben und Gasen wie die Nutzung fossiler Energieträger. Eine schädliche Veränderung der Erdatmosphäre durch Windenergie findet nicht statt.” [0]

Eine Liste von Unfällen an Windkraftanlagen in Deutschland und Österreich zeigt, dass diese Behauptung nicht den Tatsachen entspricht. Es gibt außerdem genügend Hinweise auf Umwelt- und Gesundheitsschäden, wie zum Beispiel beim Abbau von Neodym, bei der Beseitigung des Sondermülls, mögliche Auswirkungen auf Mikroorganismen, auf die Erhöhung der Temperaturen im Umkreis von Windkraftanlagen, gesundheitliche Schäden durch Infraschall, Tötung von Vögeln und Fledermäusen usw., um sie ernst zu nehmen, aber sie wurden bisher noch nicht systematisch untersucht.

Im laufenden Jahr wurden bei Wikipedia drei Unfälle in Deutschland registriert: 06.02.14 Hohen Pritz (Brand), 21.02.2014 Möhnesee-Echtrop (Brand) und am 13.12.2014 Koßdorf (50Tonnen Windrad umgefallen).
Drei weitere Unfälle wurden jedoch nicht erfasst: 03.01.14 Donnersbergkreis (Rotor abgerissen) [2], 03.02.14 Großenkneten (Absturz einer Gondel) [3], 13. Juli Seehausen (Brand) [4]

Die Unfälle an Windkraftanlagen werden, so weit sie überhaupt bekannt werden, von Windkraftgegnern statistisch erfasst. Eine Linksammlung zu diversen WKA-Unfällen [5] gibt einen genaueren Überblick über die Unfallrisiken von Windkraftanlagen. Die Zahl der Störfälle ist letztlich nicht sicher bekannt, und es fehlt an einer wissenschaftlich fundierten Störungsforschung. Es bestehe keine Meldepflicht für Schadensfälle, weder nach Baurecht noch nach Produktsicherheitsgesetz, gestand der Umweltminister Niedersachsens ein. [6]

“Tausende Windräder überall im Land dürfen sich derweil weiterdrehen, obwohl schon bei ersten Untersuchungen an der beschädigten Anlage gravierende Materialfehler entdeckt wurden. Bei auch nur annähernd vergleichbaren Gefährdungen durch fehlerhafte Teile in Kraftfahrzeugen oder an Haushaltsgeräten kommt es zu spektakulären Rückrufaktionen”, kritisieren Windkraftgegner. [7]

Die bis zu 200 m hohen Windkraftanlagen stehen in der Nähe von Häusern, an Wanderwegen, Straßen, Autobahnen, überall dort, wo sich Menschen aufhalten. Die Gleichgültigkeit der Politik gegenüber den Risiken von Windkraftanlagen ist für ein Land, das Vorreiter in Sachen Erneuerbarer Energien sein will, eigentlich unvorstellbar.  Sie schadet nicht nur dem Ruf der Gewissenhaftigkeit deutscher Ingenieure, sondern auch dem Ansehen des Wissenschaftsstandortes Deutschland.

Bei dem zuletzt bekannt gewordenen Unfall, im Windpark Koßdorf, ist am 10.12.14 ein Windrad in etwa 30 Meter Höhe abgebrochen. [8]

 

[0] http://www.prowindkraft-niedernhausen.de/niedernhausen/umwelt/unfallgefahr-brandschutz

[1] Wikipedia
[2] http://www.rhein-zeitung.de/region_artikel,-Rotor-abgerissen-Vorzeige-Windrad-loest-jetzt-Schrecken-aus-_arid,1088734.html#.VI_AaCuG82A
[3] http://www.weser-kurier.de/region_artikel,-Unfallgefahr-durch-Windraeder-_arid,768904.html
[4] http://www.retter.tv/de/feuerwehr.html?ereig=-Seehausen-Feuerwehr-bei-Brand-einer-Windkraftanlage-&ereignis=25864
[5] http://www.gegenwind-vogelsberg.de/informationen/unfall/statistik/[6] http://www.weser-kurier.de/region_artikel,-Unfallgefahr-durch-Windraeder-_arid,768904.html
[6] http://www.gegenwind-vogelsberg.de/informationen/unfall/statistik/
[7] http://www.vernunftkraft.de/windkraftanlagen-bergen-handfeste-gefahren/
[8] http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Windrad-gebrochen-viele-Fragen;art1059,4842666

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