kommunale Kassen

Lassen sich mit Windrädern kommunale Kassen sanieren?

Birkenfeld ist eine Stadt im Landkreis Birkenfeld im südwestlichen Teil von Rheinland-Pfalz und Sitz der Kreisverwaltung. Der Landkreis hat 90 Ortsgemeinden mit etwa 80.000 Einwohnern. Birkenfeld ist ein staatlich anerkannter Erholungsort mit fast 6.700 Einwohnern und einer Universität, dem Umwelt-Campus Birkenfeld, ein Außenstandort der Hochschule Trier.

In der Verbandsgemeinde Birkenfeld sind in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Windparks entstanden. Zu den 38 Windrädern, die Anfang 2016 in der Verbandsgemeinde Birkenfeld standen, sollten 30 weitere in den nächsten Monaten noch hinzukommen. Die Warnungen der Bürgerinitiative „Energiewende mit Vernunft“ vor der Zerstörung der Naturlandschaft und negative Auswirkungen auf den Tourismus stießen bei dem Verbandsbürgermeister Bernhard Alscher auf Unverständnis.  Auch von Gesundheitsgefahren für die Bürger durch Infraschall oder Schattenschlag wollte der Verbandsbürgermeister nichts wissen.

Stattdessen sah der Verbandsbürgermeister in der Windkraft eine lukrative Einnahmequelle für verschuldete Gemeinden, pro Rad rechne der Bürgermeister mit bis zu 50.000 Euro Pacht im Jahr, berichtete der swr im Februar 2016. Alscher habe seine Entscheidung wie folgt begründet: „Der Schuldenstand wird immer größer, man wird immer mehr eingeengt und ich merke das jetzt, dass bei mir in der Verbandsgemeinde sich die Kommunen unterschiedlich entwickeln, denn die einen haben Geld und die anderen haben keins.” Mit 53,2 Prozent der Stimmen wurde Bernhard Alscher (Birkenfelder Freie Liste) im April 2016 bei der Verbandsgemeindewahl wiedergewählt.

Mit den Berechnungen des Verbandsbürgermeisters hat sich ein Leser auseinandergesetzt:

Ertrag der Birkenfelder Windräder

Die Sanierung kommunaler Kassen

Viele Ortsbürgermeister möchten mit der Windkraft ihre kommunalen Kassen sanieren und Privatleute möchten sich eine goldene Nase verdienen. Dabei tritt der eigentliche Grund für die horrenden Kosten der Energiewende in den Hintergrund. Der Atomausstieg und die Rettung des Weltklimas sind zweitrangig geworden. Wäre irgend jemandem ernsthaft an der Lösung eines dieser 3 Probleme gelegen, dann müsste die Lösung anders aussehen.

Beispiel Birkenfeld:

Ein Birkenfelder Windrad (2,35 MW) kann mit einem jährlichen Energieertrag von etwa 3500 MWh (Megawattstunden) rechnen. Bei einer Einspeisevergütung von 9,2 Cent/kWh für die ersten 5 Jahre sind jährliche Einnahmen von etwa 320 000 €uro zu erwarten.
In einer Fernsehsendung im SWR haben sich Bürgermeister Kowalski und VG-Bürgermeister Dr. Alscher gemeinsam beklagt, dass der Stadt Birkenfeld 50 000 Euro pro Windrad im Jahr verloren gehen, wenn diese nicht ans Netz gehen dürften. Im Gegensatz zur Absichtserklärung unserer Politiker bleibt die Wertschöpfung durch die Windkraft – die keine ist, weil sie auf Subventionen beruht – nicht im Land, denn etwa 290.000 Euro pro Windrad nehmen die Betreiber jährlich mit nach Hause, in diesem Fall nach
Frankfurt. Darin ist auch die Finanzierung der Windkraftanlagen enthalten.

Die Leistung der Birkenfelder Windräder:
Leistung: P = 2350 kW (Kilowatt) pro Windrad
Ertragsfaktor: k = 17% (in den Mittelgebirgen)

Der zu erwartender jährlicher Energieertrag (pro Windrad)
W = P x k x 8760 h
W = 2350 kW x 0,17 x 8760 h = 3 499 620 kWh (Kilowattstunden)

Einspeisevergütung für Windkraft: 9,2 Cent / kWh.
mittlerer Erzeugerstrompreis: 6,74 Cent / kWh
Kosten EEG-Umlage: 6,17 Cent / kWh
Grundvergütung für Windkraft: 5,02 Cent / kWh
Strompreis an der Börse ca. 4,00 Cent / kWh

Die zu erwartende Gesamteinnahmen für 3 Windräder:
= 3 x (3 499 620 kWh x 0,092 € / kWh) = 965 895 Euro (pro Jahr)

Kosten für das EEG für 3 Windräder:
= 3 x (3 499 620 kWh x 0,0617 € / kWh) = 647 799 Euro (pro Jahr)

Subvention des Strompreises:
Börsenstrompreis ca.: 3,5 Cent / kWh
Einspeisevergütung: 9,2 Cent / kWh
Subvention: 5,7 Cent / kWh
Die Subvention ergibt sich aus der Differenz zwischen Einspeisevergütung und dem mittleren
Börsenstrompreis.

Daraus ergibt sich eine Subvention von
= 3 x (3 499 620 kWh x 0,057 € / kWh) = 598.435 Euro (pro Jahr)

Beim Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft BDEW) ist ein höherer Betrag von 6,9 ct / kWh angegeben, der sich eventuell mit der garantierten Ersatzzahlung für nicht eingespeisten Strom bei Energieüberschuss im Netz erklären lässt.

Überlegung:
Der Pro Kopf Verbrauch eines Bundesbürgers an Strom liegt etwa bei 1600 kWh. Es kommt jedoch darauf an, ob die Menschen in Ein-, Zwei-, oder Mehr-Personenhaushalten leben, oder in Ein- oder Mehrfamilienhäusern wohnen. Auch spielt es eine Rolle, ob sie ihr Brauchwasser elektrisch aufheizen oder mit fossilen Brennstoffen. Es ist anzunehmen, dass der Pro-Kopf-Verbrauch in ländlichen Regionen genau aus diesen Gründen über dem Durchschnittswert liegt.

Der jährliche Stromverbrauch der 6700 Einwohner von Birkenfeld würde demnach bei
6700 x 1600 kWh = 10,7 MWh (Megawattstunden) liegen. Dem stehen etwa 10,5 MWh gegenüber, die die Birkenfelder Windräder erzeugen. Bilanziell würde das übers Jahr gesehen ungefähr passen.

Da der jährliche Stromverbrauch der Birkenfelder Bürger in etwa der Energiemenge entspricht, die von den 3 Birkenfelder Windrädern generiert wird, ist es zulässig diese Zahlen gegenüberzustellen. Die Birkenfelder verbrauchen „bilanziell“ nur Windstrom.

Die Birkenfelder gehören offensichtlich nicht zu den Gewinnern der Energiewende.
Das ist die teuerste Kassensanierung, die man sich vorstellen kann.
Hätte Birkenfeld nur 670 Einwohner dann würden pro Einwohner natürlich 135 Euro pro Kopf im Jahr herauskommen. Das zeigt wie sehr unsere Landschaft durch die vielen kleinen Dörfer kaputt gemacht wird, die 3 oder 4 Windräder bauen.

Die Frage ist:
Wie würden wir unsere Kassen sanieren, wenn die Katastrophe in Fukushima nicht stattgefunden hätte?

Quellennachweise:

  • CO2 – Emissionen Welt: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/179260/umfrage/die-zehn-groessten-c02-emittenten-weltweit/
  • 5 Megawatt Batterie-“Speicher“: http://www.windkraft-journal.de/2014/09/17/5-megawatt-batterie-grossspeicher-stabilisiert-netzfrequenz-einer-konventionellen-50-megawatt-turbine
  • Pro Kopf Stromverbrauch: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
    http://www.die-stromsparinitiative.de/stromkosten/stromverbrauch-pro-haushalt/
  • EEG Umlage: Ökoinstitut Berlin http://www.oeko.de/oekodoc/1825/2013-495-de.pdf
  • EEG-Umlage (Zusammensetzung des Strompreises): Rhein-Zeitung vom 16.10.2015
  • SWR: http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/trier/buergermeisterwahl-in-der-vg-birkenfeld-windkraft-mischt-wahlkampf-auf/-/id=1672/did=17032876/nid=1672/hlhtl9/

Foto: Kreisstadt Birkenfeld. Am Horizont der Nationalpark Hunsrück-Hochwald und der Erbeskopf, http://www.camping-waldwiesen.eu/de/bildergalerie


Leseempfehlung Ruhrkultour:

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Emnid: Bundesweit lehnen 80 Prozent der Befragten Windkraft im Wald ab!

Die neueste repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung von Ende Oktober belegt, dass 80 Prozent der Befragten Windkraft im Wald ablehnen, im Osten sogar 87 Prozent.

schreiadler_altvogelDie Windenergie soll nicht ausgebaut werden, wenn dafür Waldgebiete verschwinden oder zerschnitten werden, sagt Professor Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. „Innerhalb kürzester Zeit ist die Ablehnung der Bürger im Osten exorbitant gestiegen: Während sich im Juli 2015 schon 78 Prozent gegen den Ausbau von Windenergie in Waldgebieten ausgesprochen haben, sind es heute 87 Prozent!“ Professor Vahrenholt appelliert an die Politiker, „den Weckruf nicht zu überhören“.

Nur magere fünf Prozent halten den Bau von Windenergieanlagen überhaupt für vertretbar – im Westen seien es lediglich zwölf Prozent der Befragten. Die Mehrheit der Befragten würde im Zweifelsfall dem Schutz von Vögeln und anderen Tieren Vorrang vor dem Bau von Windkraftanlagen räumen.

Artenschutz

Die Öffnung des Waldes für die Windenergie führt zur Gefährdung seltener Arten. Jahr für Jahr fallen in Deutschland beispielsweise 250.000 Fledermäuse und über 12.000 Greifvögel Windenergieanlagen zum Opfer. „Wer sich die gigantischen Ausmaße moderner Windenergieanlagen verdeutlicht, versteht das Problem sofort“, sagt Vahrenholt. In einer Höhe von knapp 200 Metern überstreichen die Rotoren der
Windenergieanlagen eine Fläche in der Größe eines Fußballfeldes – mit einer Geschwindigkeit von etwa 250 km/h an der Blattspitze. Seltene Vogelarten wie der Wespenbussard, Seeadler, Baumfalke und Wanderfalke – um nur einige zu nennen – kollidieren mit den Rotorblättern. Sie werden erschlagen. „Windkraft um jeden Preis kann nicht das Ergebnis der Energiewende sein“, betont Professor Dr. Fritz Vahrenholt. Der Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung sieht im gedankenlosen Ausbau der Windenergie im Wald eine ernste Gefahr.

Die jüngste Emnid-Umfrage hat außerdem herausgefunden, dass es den Befragten weniger um persönliche Befindlichkeiten geht, sondern um die Natur: Auf die Frage: „Würden sie sich durch Windenergieanlagen im Wald gestört fühlen?“, antworteten 43 Prozent mit „Ja“. Die Zahl ist im Vergleich zu 2015 gleich geblieben.
Fotos: © Deutsche Wildtierstiftung


Ruhrkultour Leseempfehlung:

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Einfluss von Windrädern auf das Klima

wirbelschleppen

Windräder sollen als Ersatz für Kohle und Braunkohle helfen, unser Klima zu stabilisieren. Aber können sie dazu beitragen? Forschungen, die diese Annahme bestätigen könnten, gibt es nicht. Erst jetzt, nachdem die Offshore-Windenergieanlagen in den letzten Jahren in der Deutschen Bucht großflächig ausgebaut wurden und allein 2015  rund 500 Offshore-Windenergieanlagen in Deutschland ans Netz gegangen sind, sehen Wissenschaftler eine Möglichkeit, “die großräumigen Effekte von Windparks in der Realität zu untersuchen”, sagt Professor Dr. Jens Bange vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen. Um diese Effekte zu untersuchen, wurde ein Projekt mit dem Namen WIPAFF (Windpark-Fernfeld) geschaffen, das aus Forschern von fünf Instituten und Firmen in Deutschland besteht und von Professor Dr. Stefan Emeis vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Garmisch-Partenkirchen koordiniert wird.

Zu dem Bild (s.o.) schrieb die Volksinitiative “Rettet Brandenburg”, ein Zusammenschluss von Bürgerinitiativen des Landes Brandenburg, es werde die Gemüter spalten. “Es wurde im Winter 2008 vor der dänischen Nordseeküste südwestlich von Blåvandshuk aufgenommen. Der Windpark “Horns Rev 1″ trägt den Namen der dortigen Sandbank Horns Rev und liegt 14 bis 20 Kilometer vor der Küste. Offensichtlich verursachen die Windräder Wolken, die noch kilometerweit stromabwärts existent bleiben. Die Windräder stören den natürlichen Windweg und erzwingen eine turbulente Hebung der feuchten Luft in kältere Umgebungsluft – der in ihr enthaltene, unsichtbare Wasserdampf kondensiert zu Wolkentröpfchen und diese sorgen in ihrer Gesamtheit für das Gewölk…”

Über den Einfluss von Windrädern auf das Klima berichtet u.a. die AMS (American Meterological society), März 2016.

 

Das Problem

Es ist allgemein bekannt, dass Windparks nicht nur in diese eine Richtung funktionieren: Wind rein, Strom raus. Windparks stellen, wie es im Newsletter Uni Tübingen Nr. 1/2016 über Offshore Windparks heißt, auf der relativ glatten Meeresoberfläche Hindernisse dar, und die Windräder entziehen dem Wind Energie. Hinter der vorsichtigen Feststellung, Windparks “lassen den Wind nicht unberührt”, können sich allerdings auch Auswirkungen auf das Wettergeschehen von katastrophalem Ausmaß verbergen.

Durch die Windräder werde der Wind gebremst und die Luftunruhe, auch Turbulenz genannt, nehme zu, sagt Jens Bange. Je nach Wetterlage, abhängig unter anderem von der Windrichtung, der Lufttemperatur und dem Wellengang, erhole sich die atmosphärische Strömung erst nach zehn bis hundert Kilometern hinter einem Windpark wieder.

Diese Erkenntnis spricht gegen eine zu dichte Bebauung, weil dadurch die Effizienz gemindert, der Verschleiß erhöht und teure Reparaturen nötig würden.

 

Einfluss auf das Klima unbekannt

Problematisch für die Umwelt ist aber eine andere Vermutung der Forscher: Die Luftmassen um große Windparks herum könnten zur Seite oder nach oben abgelenkt werden. Dies hätte Folgen für das Wetter, denn “dabei könnte es auch zur vermehrten Bildung von Wolken kommen.” Jens Bange räumt ein: „Wir wissen bisher nicht, ob dies spürbaren Einfluss auf andere Windparks in der Region oder auch auf das lokale Klima hat“.

 

Optimierung der Anlagen statt Grundsatzentscheidung

Ein Forscherteam plant jetzt detaillierte Messungen des Windfeldes, der Wetterbedingungen und der Wellen auf der Meeresoberfläche vor und hinter Windparks mit verschiedenen Geräten auf Plattformen in der Nordsee, mit einem Forschungsflugzeug und durch die Auswertung von Satellitendaten. Daraus soll das Windfeld zehn bis hundert Kilometer hinter großen Windparks numerisch modelliert werden. In den kommenden drei Jahren sollen Daten erhoben und eine erste Einschätzung gegeben werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Ein teures, mit öffentlichen Mitteln finanziertes Gewinnoptimierungsvorhaben.

Schon jetzt steht fest, dass die Ergebnisse nicht dazu führen werden, den möglicherweise unsinnigen Ausbau von Offshore-Windparks zu stoppen. “Die Ergebnisse des Projekts WIPAFF sollen genutzt werden, um den weiteren Ausbau der Windkraftnutzung in der Nordsee zu begleiten und weitere Voraussetzungen für einen möglichst effizienten und umweltverträglichen Ausbau der Offshore-Windenergie zu schaffen.”

Koordiniert wird das WIPAFF-Projekt von Professor Dr. Stefan Emeis vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Garmisch-Partenkirchen. Am Projekt beteiligt sind die Universität Tübingen mit der Arbeitsgruppe Umweltphysik (Prof. Dr. Jens Bange) im Zentrum für Angewandte Geowissenschaften (ZAG) vertreten. Weitere Projektpartner sind das Institut für Flugführung der TU Braunschweig, das Institut für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht (Zentrum für Material- und Küstenforschung GmbH) und UL International GmbH (vormals DEWI Deutsches Windenergie-Institut) in Wilhelmshaven.

 

Quellen:

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EnBW: “Versorgungssicherheit und Klimaschutz” – nur durch Kernkraftwerke?

Energie Baden-Württemberg (EnBW),  landeseigener Energiekonzern, plant zwei 230 Meter hohe Windkraftanlagen in Adelberg, ein Gebiet östlich von Stuttgart, das von Rotmilanen bewohnt wird. Sie könnten sterben, gibt EnBW in einem Antrag an das Regierungspräsidium Stuttgart zu. Der Antrag liegt der “Welt am Sonntag” vor. Aus ihm geht hervor, dass EnBW den Tot der Rotmilane für die Energiewende und das Geschäft mit der Windkraft in Kauf nehmen wolle.

Wenn das Schule mache, könnte das den Ausverkauf des Naturschutzes in Deutschland und des europäischen Artenschutzes zugunsten der Windindustrie einleiten, befürchten Naturschützer und Vogelkundler, wie zum Beispiel Harry Neumann, Wolfgang Epple und Fritz Vahrenholt. Sie warnen vor einen Präzedenzfall.

Im Windwahn: EnBW beantragt “Lizenz zum Töten”

EnBW Energie Baden-Württemberg AG, ein Energieversorgungsunternehmen, das mehrheitlich dem grün-rot regierten Land Baden-Württemberg und den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken – einem kommunalen Zweckverband – gehört, “will Lizenz zum Töten” von Rotmilanen, die Bauplänen für Windkraftanlagen im Wege sind. So oder ähnlich wie die Überschrift in der Bild lauten die Titel in verschiedenen Tageszeitungen.

Der “Welt am Sonntag” liegt ein Antrag von EnBW an das Regierungspräsidium Stuttgart vor, in dem EnBW selbst einräume, dass die Windkraftanlagen möglicherweise in einem “regelmäßig frequentierten Flugkorridor” von zwei Rotmilan-Brutpaaren stünden. Ein “signifikant erhöhtes Tötungsrisiko” lasse sich “nicht gänzlich ausschließen”. EnBW fordere deshalb das Regierungspräsidium auf, für Adelberg das gesetzlich verankerte Tötungsverbot für den Rotmilan aufzuheben – weil das “öffentliche Interesse” überwiege. Als öffentliches Interesse habe EnBW Arbeitsplatzsicherheit, Netzstabilität und Versorgungslücken durch die Abschaltung der Atomkraftwerke Philippsburg und Neckarwestheim angeführt, berichtet die “Welt am Sonntag”.

Eine Versorgungslücke hätte weder in Baden-Württemberg noch in einem anderen Bundesland entstehen müssen, sie wurde durch einen Beschluss der Bundesregierung absichtlich herbeigeführt. Dafür hat EnBW selbst den besten Beweis.

EnBW hat die Alternative: Kernkraftwerke

Auf seiner Homepage hebt EnBW auch heute noch die Vorteile der Kernenergie hervor. Zur “Versorgungssicherheit und Klimaschutz” sagt EnBW:

EnBW, 22.08.2016

EnBW, 22.08.2016

Es geht um nur zwei Kernkraftwerke, die zu bezahlbaren Preisen zuverlässig, Tag und Nacht, ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs in Baden-Württemberg abdecken können und noch viele Jahre laufen könnten. Die Frage, ob sich Arten- und Klimaschutz miteinander vereinbaren lassen, stellt sich bei Kernkraftwerken nicht. Das Problem ist durch die Nutzung der Kernenergie gelöst.

Aber es stellt sich die Frage, wem wir die Abkehr von dieser vernünftigsten aller Möglichkeiten zur Stromerzeugung zu verdanken haben? Die Verantwortlichen der EnBW-Homepage betonen den Vorteil der Kernenergie, obwohl EnBW an anderer Stelle seine absicht bekundet, in den kommenden Jahren weitere Milliardensummen in den „Maschinenraum der Energiewende“ zu investieren und den Ausbau der erneuerbaren Energien zu forcieren. Der Unterschied zwischen Sinn und Wahnsinn wird in diesen Sätzen der EnBW deutlich:

EnBW 22.08.2016

EnBW 22.08.2016

Diktat der Politik

Foto: EnBW

Foto: EnBW

EnBW gehört wir zu den größten Energieversorgungsunternehmen in Deutschland und in Europa. Der Energieversorger steht, wie auch RWE, Eon und Vattenfall, unter dem Diktat der Politik. Es sieht vor, die zuverlässige, erprobte und kostengünstige Energieversorgung durch ein angeblich besseres System zu ersetzen. Beweise dafür gibt es nicht. Eines der wesentlichen Werbeversprechen der Politik ist die “dezentrale und selbstverantwortete Energieversorgung”. Ein Slogan, den auch EnBW wiederholt, aber wie sieht die Realität aus?

Kann man die Energieversorgung von über 5 Millionen Bürgern und Unternehmen als dezentral bezeichnen? EnBW ist über Stromnetze mit sämtlichen Energieerzeugern in Baden-Württemberg, Deutschland und Europa verbunden, und kann sich, wie jedes andere Bundesland und jedes andere Dorf nicht durch Windräder vor einem Blackout schützen, wenn die Stromnetze, entweder in einem Krieg, der zurzeit herbeigeredet wird, oder durch den Zufallsstrom der Windindustrieanlagen, ein realistisches Szenario, zerstört werden sollten. Es gibt keine dezentrale Energieversorgung, sofern die zu versorgenden Einheiten (Bauernhöfe, Dörfer, Städte) nicht komplett autark sind, das heißt von den überregionalen Stromnetzen dauerhaft und endgültig abgeschnitten sind. Das Unternehmen EnBW zollt einem unsinnigen Gesetz Gehorsam, will den Ausbau der erneuerbaren Energien forcieren, und zerstört mit dem Verzicht auf Kernkraft ein Stromversorgungssystem in Deutschland, das allen anderen Formen der Stromerzeugung überlegen und weltweit, auch in Fragen der Vereinbarkeit von Arten- und Klimaschutz, vorbildlich war.

Rotmilan – Der NABU und der Vogelschutz

Der NABU Hessen wählte den Rotmilan im Jahr 2000 zum “Vogel des Jahres” und bestätigte seine “außergewöhnlich hohe Verantwortung”. Der Weltbestand betrage maximal 25.000 Paare, davon lebe mehr als die Hälfte in Deutschland. Sein Bestand habe gebietsweise deutlich abgenommen. Der Rotmilan sei besonders durch Intensivlandwirtschaft gefährdet, hier vor allem durch die vermehrte Anwendung von Pestiziden, besonders Rodentiziden (Rückgang an Nagetieren, aber auch direkte Vergiftungen). “Es hat sich außerdem gezeigt, dass er sehr viel häufiger als andere (Greif-)vögel an Windkraftanlagen verunglückt, in deren Nähe er offenbar bevorzugt nach Beutetieren sucht.” Der Rotmilan wurde 2002 in die Vorwarnliste der neuen Rote Liste gefährdeter Brutvögel in Deutschland aufgenommen.

Unternehmen wie EnBW müssen sich Gesetzen beugen, wenn sie den rechtzeitigen Widerstand zur  Verhinderung eines unsinnigen Gesetzes verpasst haben. Dieses Problem haben Naturschutzorganisationen nicht. Sie stehen für den Schutz der Natur und nicht der Industrie ein. NGOs bekämpfen Recht und Gesetze mit allen legalen Mitteln, in der Anti-Atomkraftbewegung und bei Besetzungen von Braunkohle-Tagebauten auch mit illegalen, weil für sie das eigene Ziel Priorität hat. Das unterschied bisher NGOs von Industrielobbyisten.

hendricksNGOs sind aber in die Ministerien vorgerückt und betreiben Bundespolitik. Die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit dankt ihnen dafür.

Die Führungsspitzen der großen Naturschutzverbände wie BUND und NABU und auch andere NGOs haben einen Pakt mit der Regierung und der Industrie geschlossen. Nicht allein mit den Energieversorgern und der Öko-Industrie, sondern mit allen Großkonzernen. Der Pakt, den sich beispielsweise der NABU Hessen ausgedacht hat, sieht einen faulen Kompromiss vor. Die naturräumlichen Lebensbedingungen von Arten wie beispielsweise dem Rotmilan könnten durch den weiteren Ausbau der Windenergienutzung nachhaltig beeinträchtigt werden, sodass “ein Konzept für die Raumgestaltung in der Umgebung von Windkraftanlagen” Schadensbegrenzung beinhalten muss, räumt der NABU Hessen ein. Aber an der Illusion von einem “einträchtigen Miteinander von Greifvögeln und Windkraftanlagen” hält er fest  – zum Wohle der Windindustrie und ihrer wenigen Profiteure, zum Nachteil der Natur, der Vögel und Menschen.

Reinhold Messner: “Alternative Energien sind sinnlos,
wenn Sie genau das zerstören, was man durch sie schützen will: Die Natur”.

Titelfoto: EnBW


Ruhrkultour Leseempfehlung:

Georg Etscheit

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VLAB – Verein für Landschaftspflege & Artenschutz in Bayern: “Der 19. September war ursprünglich vom Heyne-Verlag geplant, musste jedoch aus redaktionellen Gründen – viele Fachautoren mit komplexen Themen – auf den 24. Oktober verschoben werden. Dann erscheint das Buch, auf das wir uns schon sehr freuen.”
Georg Etscheit ist Beirat im VLAB. http://www.landschaft-artenschutz.de/

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Georg Etscheit (Hrsg): Geopferte Landschaften
ab € 13,99

Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört. Die Energiewende soll unser Klima retten – doch sie zerstört die Natur und die letzten halbwegs unberührten Landschaften. (mehr …)

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Flugzeugabsturz mit Todesfolge im Kaufunger Wald – nach Kollision mit Windmessmast?

Ein Kleinflugzeug stürzte am Karfreitag, 03.04.2015, im Kaufunger Wald zwischen Nieste und Kleinalmerode in der Nähe der hessisch-niedersächsischen Landesgrenze bei dichtem Nebel und Schneefall in einem unwegsamen und schwer zugänglichen Teil des Waldes ab, der Pilot kam ums Leben.

Nach Angaben des Sprechers der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU), Germout Freitag, war die Untersuchung vor Ort einen Tag später, am Samstag, 04.04., abgeschlossen. Es werde allerdings sechs bis acht Wochen dauern, sagte der Sprecher, bis es einen ersten Zwischenbericht über die Ursache des Absturzes geben werde. Dies berichtete am selben Tag, um 17:45 Uhr, die HNA.de, ein Portal der Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA).

Bereits drei Tage später, am 07.04., steht allerdings für die BFU fest: “An der Maschine war alles in Ordnung”. Der Sprecher sagte weiterhin, dass die Überreste der Piper-Maschine deshalb nicht zur Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung nach Braunschweig gebracht, sondern verschrottet werde. Eine Untersuchung finde nur statt, “wenn wir keine Idee für den Grund des Absturzes haben.“ Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat die Obduktion der Leiche des 67-jährigen Piloten angeordnet, das Ergebnis werde voraussichtlich in einigen Tagen vorliegen, sagte der Behördensprecher auf Anfrage.

Es wird schnell Gras über die Sache wachsen: Maschine intakt, schlechtes Wetter – der Pilot war schuld.

Flugzeuabsturz bei Nieste: Pilot tot

Wären da nicht ein paar Ungereimtheiten und Fragen, die niemand beantworten will.

In der Nähe des Absturzortes wohnt Klaus J., der die Gegend um den Absturzort sehr genau kennt. Er weiß, dass in unmittelbarer Nähe der Absturzstelle ein Windmessmast steht, der bei Nebel bzw. Schneefall unsichtbar sei. Er stellte sich die Frage, wodurch der Flugzeugabsturz verursacht worden sein könnte: “Könnte es sein, dass das Flugzeug bei schlechter Sicht den Windmessmast touchiert hat?”

Beim Absturz herrschte dichter Schneefall und Nebel. Knapp eine Stunde nach dem Start hatte nach Zeitungsberichten eine groß angelegte Suchaktion begonnen, Einsatzkräfte der Bundes- und Landespolizei aus Göttingen und Nordhessen hätten zusammen mit etwa 100 Kräften der Freiwilligen Feuerwehren aus den Kreisen Göttingen, Werra-Meißner und Kassel nach dem Flugzeug gesucht. Fußspuren seien auch zwei Tage nach dem Unfall überall zu sehen gewesen, sagt Klaus J., der sich vor Ort umgesehen hat, aber nicht am Messmast:

– “Am Windmessmast selbst und in seiner Umgebung scheinen keine Recherchen unternommen worden zu sein, denn es fehlen Fuß- und Autospuren im Schnee. Es scheinen also die Ermittlungsbehörden diese Ursache für den Unfall noch nichtmal in Erwägung gezogen zu haben.”

– “Auffallend ist auch, dass ich keine Tragflächenteile an der Absturzstelle vorfinden konnte. Es liegen dort nur der Rumpf mit Leitwerk und das abgerissene Cockpit. Auch der Propeller liegt dort. Und natürlich jede Menge Papierkram und der abgerissene linke Schuh des Piloten. – Der hatte jedenfalls keine Chance und muss sofort tot gewesen sein.”

Klaus J. schrieb am Dienstag, 07.04., einen Kommentar zum HNA-Beitrag (Überschrift:  “Ermittler: Verunglücktes Flugzeug war technisch intakt”). Der Kommentar wurde gelöscht, die Kommentarfunktion deaktiviert. Die “Welt” hat jedoch seine Fragen veröffentlicht:

  • “Was ist mit dem Windmessmast in unmittelbarer Nähe?
  • Könnte es nicht sein, dass das Flugzeug bei schlechter Sicht den Windmessmast oder seine Abspannung touchiert hat?
  • Ist das Kartenmaterial immer aktuell?
  • Ist der immerhin 120m hohe, kürzlich aufgestellte Windmessmast im Kartenmaterial verzeichnet?
  • Warum ist das Flugzeug aus südlicher Richtung in den Wald eingeschlagen und nicht von Westen her?
  • Am Absturzort konnte ich keine Tragflächenteile finden. Wo sind die Tragflächen hin?
  • Am Windmessmast sind keine Beschädigungen erkennbar. Tragflächenteile habe ich dort auch nicht gefunden, aber hat das was zu sagen?
  • Wie weit kann ein abgerissenes Tragflächenteil durch die Luft geschleudert werden? Der weitere Bereich ist sehr unübersichtlich.
  • Warum befinden sich um den Windmessmast herum kaum Fuß- oder Fahrspuren im Schnee, haben die Ermittlungsbehörden diese Möglichkeit als Ursache nicht mit einbezogen?”

Flugzeugabsturz_Kaufunger_Wald_030415Ein mögliches Szenario, das sich aus der Kombination der Flugrichtung, die allerdings etwas weiter nördlich, als in der Abbildung dargestellt, verliefe, einer Kollison mit dem Windmessmast und der Absturzstelle ergibt, ist das folgende: Die Tragfläche touchiert den Messmast oder das Drahtseil, der rechte Flügel wird beschädigt, der Auftrieb auf der rechten Seite ist dadurch geringer als auf der linken Seite, es folgt eine erzwungene Rechtskurve. Der Pilot hat versucht, das Flugzeug mit Querruder wieder geradeaus zu trimmen, was ihm kurzfristig gelang, aber nach einer weiteren Rechtskurve und einem Sinkflug folgte der Absturz.

Es bestehe kaum öffentliches Interesse, sagt Klaus J., “schon gar nicht, wenn dabei auch noch HSE mit dem Windmessmast als Mitverursacher dieses Unglücks in Frage kommen könnte. Es ist ja nicht auszudenken, wenn in Zukunft öfters Kleinflugzeuge auf Bergzügen von Windkraftanlagen geschreddert würden. Diese Diskussion möchte man möglichst nicht anfachen…”

Wer ist die HSE?

Der Energie- und Infrastrukturdienstleister HSE (HEAG Südhessische Energie) Regenerativ GmbH ist ein kommunales Unternehmen mit Sitz in Darmstadt. Die Konzernumsatzerlöse der HSE betrugen 2013 laut Geschäftsbericht 1,9 Milliarden Euro. Anteilseigner der HSE sind zu 93,13% die HEAG Holding AG, zu 5,12% Städte und Gemeinden.

Die HEAG Holding ist die Muttergesellschaft der HSE. Die Anteile an der HEAG halten zu 94,99 % die Stadt Darmstadt und zu 5,01 % die Sparkasse Darmstadt.

Der HSE-Konzern bezeichnet sich als einen der führenden Energie- und Infrastrukturdienstleister Deutschlands. Zu seinen Aufgaben gehören die regenerative Energieerzeugung, die klassische Versorgung mit Energie und Wasser so wie der Betrieb und Bau von Netzen und “energieeffizienten” Großanlagen. “Die HEAG ist der zentrale und maßgebliche Berater der Stadt Darmstadt in allen wirtschaftlichen Angelegenheiten der Stadtwirtschaft und stellt den Mittelpunkt einer Netzwerkorganisation dar, die sich auf Kommunikation und enge Zusammenarbeit zwischen den Beteiligungen sowie weitergehende Optimierung der Darmstädter Stadtwirtschaft konzentriert.” (Wikipedia)


Bürgerinititiative Kaufunger Wald

Der HSE-Konzern plant den Bau von zehn Windkraftanlagen nördlich von Großalmerode im Kaufunger Wald. Dagegen kämpft die Bürgerinitiative (BI) Kaufunger Wald: „Als ausgewiesenes FFH-Gebiet ist der Kaufunger Wald einer der letzten zusammenhängenden und unzerschnittenen Naturräume der Region“, argumentiert der BI-Vorsitzende Detlef Ahlborn. Die Initiative kritisiert unter anderem, dass hier offenbar ohne Information und Beteiligung der Bürger vollendete Tatsachen geschaffen werden, obwohl „alle Träger öffentlicher Belange in der Region“ schon seit Monaten sehr genau über die Planungen für den Kaufunger Wald als Windkraftstandort informiert seien.”

Faina Faruz

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“Je höher der Turm, desto besser. Windernte in 300 Meter Höhe”

G_S2_MR_WinkraftanlagenDie Erschließung des Höhenwindes bis 400 Meter mit Nabenhöhen von 250 bis 300 Meter für Rotorantriebsleistungen von fünf bis zehn Megawatt würde zu wirtschaftlich interessanten Erträgen führen, meint der Meteorologe Stefan Emeis vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung in Garmisch-Partenkirchen. Die Ressource Wind könnte dadurch schneller und effektiver zum Meistern der Energiewende beitragen.
Die gegenwärtig verfügbaren Antriebe von fünf bis acht Megawatt Leistung seien auch für Nabenhöhen von 250 bis 300 Meter geeignet. Bezüglich der Rotorblätter werde bereits über das 100-Meter-Blatt nachgedacht.
Maschinen, Blätter, Türme und anderer Bauteile für den Höhenwindeinsatz müssten noch ergründet werden. Nachgedacht werden müsste auch über Sicherheits-, Arbeitsschutz- und Servicefragen in 250 bis 300 Meter Höhe.

Die Lehre der vergangenen Jahre: Im ‪#‎Windwahn‬ ist nichts so verrückt, dass nicht jemand daran verdienen könnte.

“Je höher der Turm, desto besser. Windernte in 300 Meter Höhe”, Erneuerbare Energien, 11.03.2015

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Der BUND Rheinland-Pfalz im Dienste der Windindustrie?

Fürfeld ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz, mit etwa 1.500 Einwohnern. In Windeseile schlossen sich im März 2014 Einwohner zur “Bürgerinitiative Gegenwind” zusammen, um den Bau eines geplanten Windparks zu verhindern. Ihr Hauptargument ist die fehlende Eignung des Standorts für eine effektive und rentable Windstromproduktion; angesichts der zu erwartenden schwachen Windausbeute seien die Eingriffe in die Natur und die Belastungen für die Anwohner nicht zu rechtfertigen.

Der BUND zieht sein Versprechen, gegen die Baupläne zu klagen, zurück

Der BUND-Landesverband Rheinland-Pfalz, 2010 rund 9.000 Mitglieder, hatte der Bürgerinitiative seine Unterstützung für eine Klage gegen die Bebauungspläne zugesagt und dafür von ihr eine Spende in Höhe von 9.000 Euro erhalten. Mehrheitlich hat der BUND-Landesvorstandes – gegen die Expertise seines Vorsitzenden sowie einzelner Kreisgruppen getroffen und ohne Einbezug des Arbeitskreises Naturschutz – jedoch beschlossen, keine weiteren Rechtsmittel gegen die Realisierung des Windparkprojektes einzulegen. Er weigert sich jedoch, dem Verein die Spendengelder zurück zu geben. Unter anderem wurde der Bürgerinitiative mitgeteilt, man habe Vieles zu Gunsten des Vogelzuges erreichen können, indem ein Monitoring des Zuggeschehens erfolgen soll.

Wirtschaftliche Interessen kontra Naturschutz

In einer Pressemitteilung weist die Bürgerinitiative auf einen besonderen Aspekt der Entscheidung des BUND-Landesvorstandes hin. Ein maßgebliches Vorstandsmitglied, der Schatzmeister Matthias Boller, sei gleichzeitig stellvertretender Landesvorsitzender des „Bundesverbandes Windenergie“. Weiterhin sei er wirtschaftlich in der Windstromerzeugung selbst aktiv. Schon im Frühjahr 2014 habe Herr Boller gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Windparks Matthias Pravetz versucht, bei einem unangekündigten und mit dem Landesvorsitzenden nicht abgestimmten Besuch in Fürfeld den BI-Sprecher dazu zu überreden, die BUND-Klage gegen den Windpark nicht mehr zu unterstützen.

Auch das BUND-Mitglied Torsten Zielasko betreibe seit Beginn der rechtlichen Auseinandersetzung um die Genehmigung des Windparks Fürfeld eine massive Kampagne. In einer Email vom 13.11.2014 habe  er an einen BUND-internen Verteiler geschrieben:
„Auf der gestrigen außerordentlichen Jahreshauptversammlung in Mainz wurde dem Antrag mehrerer Ortsgruppen des BUND zugestimmt, dass Harry Neumann (Anm.: Landesvorsitzender des BUND und Windkraftkritiker) auf der außerordentlichen Delegiertenversammlung am 13.12. um 10.00 Uhr im Mainz-Lerchenberger Bürgerhaus abgewählt wird. … Ich denke die Chancen stehen 70:30, dass Harry Neumann dann abgewählt wird. Bitte unbedingt weiter mobilisieren!“
Herr Torsten Zielasko ist nicht nur BUND-Mitglied, sondern auch Geschäftsführer von G.A.I.A., der Gesellschaft, die u.a. den Windpark Fürfeld projektiert und erstellt. Seine Präferenz im Streit zwischen Artenschutz und Windkraft dürfte damit hinreichend erklärt sein.

 

Es geht auf einer außerordentlichen Delegiertenversammlung am 13. Dezember in Mainz darum, ob die Gruppe derjenigen, die der Windkraft Priorität einräumen, oder der Naturschützer den Konflikt für sich entscheiden werden. Dabei geht es auch um das Amt des Vorsitzenden Harry Neumann, der ein kompromissloser Kämpfer für den Erhalt der Natur und gegen die Industrialisierung der Landschaft ist.

Eine sicher nur zufälliges Zusammentreffen der Leitthemen der “Allgemeine Zeitung” zur Stichwortsuche “Fürfeld Bund” (printscreen)

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Die Doppelmoral in den Kirchen

Foto: Maik Meid

Moderne #Doppelmoral in der Kirche: „Um den Menschen und die gesamte Schöpfung zu schützen, ist schnellstens ein Umdenken seitens der Gesetzgeber, aber auch von uns allen gefordert“, sagte der württembergische katholische Bischof Gebhard Fürst.
Seine besorgten Worte gelten jedoch nicht den Menschen, die unter den gesundheitlichen Folgen des Infraschalls von Windkraftanlagen leiden. Betroffen sind nach Schätzungen etwa 25 Prozent der Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben.
Der Kirchenfürst vertritt im Gegenteil die Auffassung, die in Deutschland beschlossene Energiewende mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und der Stärkung von erneuerbaren Energiequellen sei der richtige Weg. „Daran sollte in jedem Fall festgehalten werden.“

Die Familie Hogeveen lebt in der Nähe von St. Peter-Ording. Pieter Hogeveen ist DLRG-Ausbilder, seine Frau ist Sporttherapeutin und ehemalige Leistungssportlerin, und ihre beiden Töchter, leiden unter den Schallwellen, ihre Familie wird auseinander gerissen. Die taz berichtet darüber, befragt auch den Geschäftsführer des Windparks und wirft einen Blick auf die Einstellung der Behörden zum Thema Infraschall.

Schon allein dieser Artikel in der taz böte dem Bischof Fürst die Gelegenheit, über die Konsequenzen seiner Worte nachzudenken und vielleicht besser zu schweigen.

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