Debatten

“Und sie erwärmt sich doch” – Klimawissenschaftler in den USA lehnen öffentliche Debatten über den Klimawandel ab

Klimawissenschaftler in den USA lehnen öffentliche Debatten über den Klimawandel ab. Sie begründen ihre Ablehnung damit, dass der Status von Minderheitenmeinungen nicht erhöht und die Legitimität der bestehenden Klimaforschung nicht untergraben werden soll. Schließlich gehörten sie keinem Stamm (tribe) an, dem es daran gelegen sei, gegen die “andere Seite” zu gewinnen, sagen sie in einer Stellungnahme in der Washington Post. Ihre Hauptmotivation sei, die natürliche Welt zu verstehen und dieses Wissen und Verständnis zu nutzen, um über wichtige Fragen für vernünftige Entscheidungen der öffentlichen Ordnung zu informieren. Ob es ihnen gelinge sei das, wonach sie letztlich beurteilt würden.

 

Leugner diskutieren nicht, sie leugnen

Die Klimawissenschaftler Benjamin Santer, Kerry Emanuel und Naomi Oreskes lehnten kürzlich in einer Stellungnahme in der Washington Post Vorschläge von Steven Koonin und Scott Pruitt, eine öffentliche Diskussion über den Klimawandel zu führen, ab.  Steven Koonin ist Professor an der New York University und Scott Pruitt ist  der Leiter der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA,

Steven Koonin hat die Gründung eines “Red Team / Blue Team” vorgeschlagen, die eine öffentliche Debatte über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel führen sollen. Scott Pruitt hat ebenfalls eine Diskussion über CO2 angeregt. Er schlug in einem Interview mit Breitbart News “eine echte, legitime, Peer-Review, objektive, transparente Diskussion über CO2” vor.

Solche Forderungen nach speziellen Teams von Ermittlern dienten nicht einer ehrlichen wissenschaftlichen Debatte, widersprachen die Klimawissenschaftler Santer, Emanuel und Oreskes. Sie seien “gefährliche Versuche, den Status der Minderheitenmeinungen zu erhöhen und die Legitimität, Objektivität und Transparenz der bestehenden Klimaforschung zu untergraben.” (“Such calls for special teams of investigators are not about honest scientific debate. They are dangerous attempts to elevate the status of minority opinions, and to undercut the legitimacy, objectivity and transparency of existing climate science.”)

Die Grundannahme dieser “Red Team / Blue Team” – Forderungen ist nach ihrer Ansicht, dass die Klimawissenschaft zerbrochen ist und der Bruch behoben werden müsse. Die implizite Botschaft der Vorschläge sei, dass die Wissenschaftler die wichtigsten Erkenntnisse der Klimaforschung – wie das Vorhandensein einer durch Menschen verursachten Erderwärmung – nicht ausreichend überprüft worden seien, sagen die drei Wissenschaftler. Die Vorschläge von Koonin und Pruitt betrachten sie als unangemessen. Schließlich seien alle Aspekte zum Klimawandel ausreichend analysiert, dokumentiert und überprüft worden, behaupten sie.

Die Idee, zwei Teams, “Rotes Team” und “Blaues Team” zu bilden, sei keine Möglichkeit, eine Diskussion über die Klimawissenschaft zu führen, sagen Santer, Emanuel und Oreskes, denn das Ergebnis aller Überprüfungen steht für sie fest. “Es gibt es einen starken wissenschaftlichen Konsens darüber, dass die Erderwärmung jetzt eindeutig ist und dass menschliche Aktivitäten der dominierende Beitrag zu dieser Erwärmung sind.” (“there is strong scientific consensus that planetary-scale warming is now unambiguous, and that human activities are the dominant contribution to this warming.”)

 

Peer-Review

Ein Peer-Review ist ein kollegialer Dialog auf Augenhöhe, Begutachtung durch Ebenbürtige, bei Ärzten als Kreuzgutachten bekannt. Das Verfahren dient im Wissenschaftsbetrieb zur Beurteilung der Qualität wissenschaftlicher Arbeiten und Publikationen. Zu einem Peer-Review werden unabhängige Gutachter (engl. peer für Ebenbürtiger, Gleichrangige oder auch referee für Schiedsrichter) aus dem gleichen Fachgebiet wie die Autoren herangezogen. In der Regel sind Wissenschaftler stolz, wenn ihre Arbeit ein Peer-Review überstanden hat. Je härter die Prüfer und je mehr Peer-Reviews, desto besser für den wissenschaftlichen Ruf. Wie begründen Santer, Emanuel und Oreskes ihre ablehnende Haltung zu einer öffentlichen Debatte und weiteren Peer-Reviews?

Koonins Behauptung, dass wichtige Unsicherheiten vernachlässigt werden, sei “offensichtlich falsch”, sagen die drei Forscher. Die Wissenschaftler hätten die wichtigsten Unsicherheiten identifiziert und quantifiziert und versucht, diese Unsicherheiten zu reduzieren. Auch seien die wissenschaftlichen Arbeiten Peer-Reviews unterzogen worden. Kritische Untersuchung von Modellen, Daten und Theorie seien ja keine Randaktivitäten.

Die drei Klimawissenschaftler räumen zwar ein, dass das von Koonin und Pruitt kritisierte Peer-Review-System unvollkommen sei, aber es sei “das beste System, das wir haben, und es habe der Wissenschaft schon seit Jahrhunderten gedient.”

Kritik an dem Klima-Konsens werde seit Jahrzehnten angeboten. Aber der Hinweis auf “natürliche Ursachen” passe nicht zu den “überwältigenden Beweisen für den vom Menschen verursachten Klimawandel.”

Diese Ansicht halten die drei Wissenschaftler für unvereinbar mit der Realität. Wobei sie Realität mit Meinung verwechseln, als könne jemals über die Realität per Meinung abgestimmt werden. (“Science has substantially improved our understanding of the physical climate system, the reality of human-caused warming, and the likely climatic outcomes if we do nothing to reduce emissions of greenhouse gases.”)

 

“Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären” (Schiller)

Die Wissenschaft habe das Verständnis für das physikalische Klimasystem, die Realität der menschlich verursachten Erwärmung und die wahrscheinlichen klimatischen Ergebnisse wesentlich verbessert. Wenn wir nichts tun, um die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren, sagen die Klimawissenschaftler, wäre dies ein echter “Beratungsmissbrauch” und würde wirkungsvolle Maßnahmen zur Bewältigung des vom Menschen verursachten Klimawandels verzögern. (“Rejecting this tried and tested understanding would constitute real “advisory malpractice,” and would delay effective action to address human-caused climate change.”)

Können die Wissenschaftler die Möglichkeit eines Beratungsmissbrauchs ausschließen, weil sie selbst von sich und iohren Kollegen überzeugt sind, in guter Absicht zu handeln? Das wäre unwissenschaftlich. Unterlassene Beratung ist nicht dasselbe wie unterlassene Hilfeleistung. Wenn ein Beratungsmissbrauch stattgefunden hat, werden aus Wissenschaftlern Menschen, die, um nicht ihr Gesicht und ihren Job zu verlieren, an der Lehre, die zu einem Beratungsmissbrauch geführt hat, festhalten.

Aus diesem Grund erscheint die negative Reaktion auf die Vorschläge, zwei Teams im Sinne einer echten, legitimen, objektiven, transparenten und peer reviewed Diskussion über CO2 zu bilden, plausibel. Eine öffentliche Debatte über den Klimawandel und den Einfluss von CO2 könnte den Teufelskreis durchbrechen, in den Wissenschaftler geraten können, die als Berater durch Lobby-Organisationen oder staatlich finanzierte Institutionen bezahlt werden. Eine Schutzmaßnahme für Wissenschaftler.

Aber die Vorschläge von Koonin und Pruitt werden kurzum abgelehnt. Die Klimawissenschaft sei nicht zerbrochen. Sie brauche keine Fixierung. “Im Falle der Klimaforschung entscheiden wir uns, uns in Peer-Review und in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu vertrauen – nicht in Teams, die von Koonin oder Pruitt bestellt wurden. (“In short, climate science is not broken. It does not need fixing. We hear similar “broken” arguments about the media, the courts and our democracy itself. We are told that only one team or person can fix the problem; that if we place our trust in that one team, that one person, everything will be fine. In the case of climate science, we choose to place our trust in peer review and in the scientific community — not in teams appointed by Koonin or Pruitt.”)

 

Die wahre Lehre vom Klimawandel

Im Unterschied zum Umweltamt der USA beharrt das Umweltbundesamt in Deutschland (UBA) weiterhin auf die “wahre Lehre” vom menschengemachten Klimawandel.

2013 brachte das UBA eine Broschüre mit dem Titel „Und sie erwärmt sich doch“ heraus. Darin wurde erklärt, dass es bedauerlicherweise Wissenschaftler und Journalisten gebe, die Unwahrheiten über den Klimawandel verbreiten. Die Journalisten, Michael Miersch und Dirk Maxeiner, wurden vom UBA namentlich in der Broschüre genannt und gerügt. Sie fühlten sich durch die Bundesbehörde an den Pranger gestellt und verklagten das UBA. Die meisten Medien vertraten in der Klimadebatte die Auffassung, es stehe einer Behörde nicht zu, Journalisten zu denunzieren. Das Verwaltungsgerichts Halle stützte jedoch die Auffassung des UBA. Der Vorsitzende Richter Volker Albrecht erklärte die Klage der Journalisten als unbegründet. Ein Präzedenzfall, der Spuren in der öffentlichen Meinungsbildung hinterlassen hat.

Dem UBA ging es nicht allein um die beiden Journalisten. Die Speerspitze zielte gegen alle, die Zweifel an der Lehre vom menschengemachten Klimawandel hegen. In der Broschüre des UBA heißt es: “Schon lange warnt die Klimaforschung vor einer drohenden Klimaerwärmung, die für die – an die heutigen klimatischen Verhältnisse angepasste – menschliche Gesellschaft große Gefahren birgt. Im Gegensatz dazu gibt es einen Personenkreis, der die Erkenntnisse der Klimawissenschaft nicht anerkennt, die sogenannten „Klimawandelskeptiker“ oder kurz „Klimaskeptiker“. Dabei ist sich die wissenschaftliche Gemeinschaft über die Ursachen der Klimaerwärmung weitgehend einig.”

 

Fazit

Durch den Wechsel der Präsidenten in den USA ist Bewegung in eine festgefahrene Debatte gekommen. Seit dem 17. Februar 2017 ist Scott Pruitt Leiter der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA im Kabinett Trump. Wikipedia stellt ihn als “Lobbyist” und “Klimawandelleugner” vor. “Ein Triumph für Donald Trump, eine Gefahr fürs globale Klima”, urteilt der Spiegel über ihn. Die Mehrzahl der Medien in Deutschland vertritt die Position der Bundesregierung zum Klimawandel.

Wenn die Wissenschaftler einer Wissenschaftsdisziplin sich selbst genug sind, so dass sie konträre Auffassungen als Leugnung der Realität begreifen, ist, völlig unabhängig von Mehrheiten, die Wissenschaft wertlos. Sie muss dem Druck von Skeptikern standhalten können. Skepsis ist ein Wesenszug der Wissenschaft, nicht die Beratung. Skeptiker dienen der Wissenschaft, Berater ihren Auftraggebern. Und die Medien hätten die Pflicht, nicht Partei für Berater zu ergreifen, sondern darauf zu achten, dass es eine objektive, transparente Diskussion über CO2 und den Klimawandel gibt.

 

Quellen:

  • https://www.washingtonpost.com/news/capital-weather-gang/wp/2017/06/21/attention-scott-pruitt-red-teams-and-blue-teams-are-no-way-to-conduct-climate-science/?utm_term=.5ec82e327b5c
  • http://ruhrkultour.de/michael-miersch-gegen-das-umweltbundesamt-uba-prozessbeginn-18-november-2015/
  • https://www.welt.de/politik/deutschland/article149010802/Umweltbehoerde-darf-Journalisten-namentlich-ruegen.html
  • http://www.spiegel.de/politik/ausland/scott-pruitt-und-donald-trump-wer-ist-der-neue-chef-der-epa-a-1135234.html
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Ist der Klimawandel menschengemacht? Ganz klar nein, sagen Wissenschaftler

earth-366722_640Kein anderes Thema dürfte durch Übergriffe der Politik auf die Wissenschaft ähnlich verheerende Auswirkungen auf die Gesellschaft haben wie die Energiewende. Zur wissenschaftlichen Legitimierung der Energiepolitik existiert ein Pool von Wissenschaftlern, den die Bundesregierung über Fördermittel finanziert und der, will er weiter bestehen, der Politik politisch korrekte Ergebnisse liefert. Die wissenschaftlichen unversitären und außeruniversitären Einrichtungen verhalten sich im Prinzip wie jedes Wirtschaftsunternehmen, das mit Blick auf die lebenserhaltenden oder profitmaximierenden Subventionen durch Unterwürfigkeit gekennzeichnet ist. Das Anpasseritis-Virus verbreitet sich über die Medien und trägt nachhaltig zu Fehlinformationen auch in der Bevölkerung bei. Der Klimawandel ist eine der  folgenreichsten Fehlinformationen, die durch ein irrationales Zusammenspiel zwischen Politik, Ökowirtschaft, Wissenschaft und Medien zustande gekommen ist. Über die Entstehung dieser Fehlinformation haben wir berichtet: Die fabelhaften 97 % – der Mythos vom Klima-Konsens der Wissenschaftler.

Ist der Klimawandel menschengemacht? Ganz klar nein, sagt Prof. Dr. Werner Kirstein

Als Klimageograph kennt Prof. Dr. Werner Kirstein die Daten der Klimaaufzeichnungen sehr genau. Und so weiß er auch, dass der Gehalt von CO2 in unserer Atmosphäre nicht nur einen historischen Tiefstand aufweist, welcher nahezu kritische Auswirkungen auf die Flora habe, heißt es im Begleittext zu seinem  Vortrag, sondern die Temperatur keinesfalls beeinträchtige. Viel mehr ergäben die Daten, dass der Prozess genau umgekehrt ist. Der CO2-Gehalt passe sich an die Temperatur an. Der Vortrag wurde am 11.04.2016 bei Youtube veröffentlicht wurde.

“Im Dezember 2015 trafen sich in Paris mehr als 50.000 Menschen, um an dem Weltklima-Gipfel teilzunehmen. Besonders stolz war man darauf, dass sich alle teilnehmenden Nationen für eine Reduzierung von Kohlenstoffdioxid (CO2) ausgesprochen und sich verpflichtet haben zu Reduzieren. Wieviel und nach welchen Maßstäben wurde nicht definiert.
Ziel des Ganzen sei, durch den verminderten Aussoß von CO2 zu bewirken, dass sich die Erde nicht mehr als 2 Grad im Vergleich zum Beginn des Industrie-Zeitalters (ab Mitte des 19. Jhd.) erhöht. Ein Grad davon haben wir bereits erreicht, so dass das Ergebnis des Klimagipfels letztlich die Absicht aussprach, dass der Mensch, nicht weiterhin das Klima so stark beeinflusst.
Klimawissenschaft und Klimapolitik stehen sich diametral gegenüber. In diesem Vortrag zeigt Prof. Dr. Werner Kirstein auf, weshalb die Debatte um das Senken von CO2 ausschließlich politischen Zielen dient und keinesfalls der Umwelt, dem Weltklima oder den Menschen.”

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Was ist an unseren Universitäten los? – Political Correctness fördert Hexenjagd

Bund und Länder haben sich auf eine neue “Exzellenzstrategie” für Spitzenforschung in Deutschland geeinigt. Das Förderprojekt für den wissenschaftlichen Nachwuchs soll von 2017 bis 2032 laufen und mit insgesamt rund einer Milliarde Euro ausgestattet sein. “Das ist ein wirklich großartiger Tag für das deutsche Wissenschaftssystem, für alle Hochschulen und unseren wissenschaftlichen Nachwuchs”, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU). Das Wissenschaftssystem hat sich gewandelt – welches meint die Bundesforschungsministerin?

Der wissenschaftliche Nachwuchs

Spring-Break

Spring-Break

Der wissenschaftliche Nachwuchs soll gefördert werden. Welcher wissenschaftliche Nachwuchs? Ist es der, über den die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) schreibt, er sei durch die Auswüchse der Political Correctness psychisch geschädigt?
Mit dem Vordringen des Gender-Gagas in die Universitäten, Kindertagesstätten und Gebetsräumen  verändern sich die wissenschaftlichen Hochschulen in soziale Biotope. Das subjektive Wohlgefühl wird zum Maß aller Dinge. In Deutschland kommt noch hinzu, dass Professoren systematisch von Studenten genötigt werden, ihre Noten für schlechte Leistungen zu verbessern, indem sie versuchen Professoren mit dem Vorwurf einzuschüchtern, sie seien Nazis und Rassisten. In der Verbote-Scala der Political Correctness steht dieser Vorwurf ganz weit oben und reicht für den Pranger in den Hochschulen, Medien und Social Media. In einer Atmosphäre der Anpasseritis, eine psychisch auffällige Erkrankung, die Fred F. Mueller auch für Managementebenen von Unternehmen festgestellt hat und die auch in der Ministerialbürokratie grassiert, hab die Wissenschaft, Wissenschaftler und Studierende wenig Chancen.

Political Correctness fördert die Hexenjagd

Die Political Correctness in den USA führe zu einer Hexenjagd auf dem Campus auf dem amerikanischen Campus, schreibt Andrea Köhler in einem NZZ-Kommentar. Verstörend sei nicht allein die offensichtliche Borniertheit dieser neuen Correctness-Welle, die von einer Generation ausgehe, die so behütet aufgewachsen sei wie wohl noch keine zuvor, sondern auch die Panik, mit der die Universitäten sich dem Druck der Studierenden – oder der Angst vor den Behörden – beugten.
Subjektive Gefühle würden als objektiver Grund für Klagen ins Feld geführt, die darauf abzielten die Karriere eines Professors zu ruinieren. Köhler: “Jede Beschwerde führt zu zeitaufwendigen Meetings und leitet nicht selten Untersuchungen mit gravierenden Konsequenzen bzw. Entlassungen ein.”

Der NZZ-Kommentar in voller Länge:

Download the PDF file .

http://www.nzz.ch/meinung/political-correctness-in-den-usa-hexenjagd-auf-dem-campus-ld.90416

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Science on Demand – Wissenschaft auf Anforderung

Ein wenig Wind hat ein Diskussionspapier von Wissenschaftlern der Friedrich-Alexander-Universität ErlangenNürnberg(FAU), das von einigen Medien übertrieben als “Studie” bezeichnet wurde, mit der Behauptung aufgewirbelt, Erneuerbare Energien sparten deutschen Stromverbrauchern im Jahr 2013 rund 11,2 Milliarden Euro. Nicht der Inhalt ist bemerkenswert, schließlich kann man über alles diskutieren, sondern die fett gedruckte Überschrift der Pressemitteilung der Universität, die ihre Runde durch die Medien machte. Sie kann hier nachgelesen werden: Pressemitteilung

Erfolgreich in Sachen PR

Die Chance für eine positive, politisch korrekte Titelzeile mit Bezug auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse lässt sich auch wiwo nicht entgehen: “Forscher: Energiewende hat Deutschland 29 Milliarden Euro gespart”. Dass wiwo die Erfolgsmeldung selbst nicht ganz geheuer ist, ist jedoch offensichtlich: “Der verstärkte Ausbau der erneuerbaren Energien seit dem Atomausstieg im Jahr 2011 habe den Deutschen sogar Geld gespart. Ja, Sie haben richtig gelesen … gespart!”

Tabelle_3

Zuletzt seien durch das EEG im Jahr 2013 für die Letztverbraucher der Bundesrepublik Deutschland 11,2 Mrd. Euro eingespart worden, behaupten die Forscher. Dass das vorliegende Diskussionspapier im Auftrag der Siemens AG im Herbst 2014 vor dem Hintergrund öffentlicher Diskussionen um stetig steigende Strompreise entstand, verhehlen die Forscher nicht.

Siemens sieht sich als “die klare Nummer eins bei der Nutzung von Windenergie auf dem Meer”. Der Mischkonzern sieht einen wesentlichen Teil seiner Zukunft in den Erneuerbaren Energien, und versucht, nachdem er aus der Solartechnik ausgestiegen ist, sein Image als “grüner Konzern” zu retten und bedient sich der Möglichkeiten einer ökonomisierten Wissenschaft.

Trouble Shooting – Versuch, die selbstgemachten Probleme schönzurechnen

Die Forscher betrachten die Jahre nach der Stilllegung von acht der siebzehn deutschen Kernkraftwerke im Jahr 2011. Sie behaupten, dass es ohne den massiven Zubau Erneuerbarer Energien zu erheblichen Preissteigerungen an den Strommärkten gekommen wäre. Er habe Europa vor einer Energiekrise bewahrt. Niemand hat Deutschland zum Atomausstieg gezwungen.

Rudolf Kipp hat in Science Sceptical berechnet, dass die Verbraucher wegen der Langfristverträge am Terminmarkt durch das EEG im Jahr 2013 nicht 11,2 Mrd. Euro gespart, sondern 13,6 Mrd. Euro zu viel gezahlt hätten.

Auch ein Mitglied der Bürgerinitiative BI Siegtal hat die Autoren des Diskussionspapiers in einem Schriftstück, das uns dankenswerter Weise ein Mitglied der Initiative zur Verfügung gestellt hat, auf gravierende Fehler hingewiesen.

BI Siegtal

Sehr geehrter Herr Karl,
sehr geehrter Herr Dillig,

mit zunehmender Belustigung habe ich soeben Ihre Studie “Deutschland ohne Erneuerbare Energien” gelesen.

http://www.evt.cbi.uni-erlangen.de/…/Energiestudie.shtml

Besonders angetan hat es mir Ihre Behauptung auf Seite 22, dass die konventionellen Kraftwerke alleine sehr oft gar nicht in der Lage gewesen wären, den benötigten Strom zu liefern – woraus Sie dann Mondpreise für den entsprechenden Börsenhandel ableiten.
Wie erklären Sie dann z.B., dass am 3.12.2014 (ein Mittwoch) gegen 17:00 Uhr immerhin 12,1 GW aus Kernenergie, 18,2 GW aus Braunkohle, 29,5 GW aus Steinkohle, 14,5 GW aus Erdgas und 4,1 GW aus Pumpspeicherkraftwerken (zusammen 78,4 GW) stammten, während die PV-Anlagen zur selben Zeit mal wieder 0 GW erzeugten und die Windenergieanlagen mit 1,43 GW auch weit unterhalb des Durchschnitts (oder gar der installierten Nennleistung) blieben? Der Verbrauch lag in diesem Moment immerhin bei stolzen 77,7 GW.
(http://www.agora-energiewende.de/ser…/aktuelle-stromdaten/ )

Was wäre also selbst in diesem Extremfall mit der Stromversorgung geschehen, wenn wir gar keine Windräder und PV-Anlagen gehabt hätten?
Ich verrate es Ihnen: Es hätte schlicht überhaupt keinen Unterschied gemacht. Und aus welchem Grund sollte der selbe Kraftwerkspark nicht die selbe Leistung an jedem beliebigen anderen Tag des Jahres leisten können?

Umgekehrt wird die Frage viel Interessanter: Was wäre denn an diesem 3.12.2014 gegen 17:00 Uhr geschehen, wenn die konventionellen Kraftwerke (tatsächlich) nicht mehr in der Lage wären, den Strombedarf auch ohne die EEG-subventionierten Anlagen bereitzustellen?
Und das gilt natürlich nicht nur für diesen Fall. Schön war z.B. auch der 17. Juli 2014, als alle bundesdeutschen Windenergieanlagen gemeinsam (also auch die Offshore-Windparks) gegen 9:45 Uhr lediglich 24 MW erzeugten. (http://www.eex-transparency.com/ )

Windenergie ist nunmal eine völlig chaotische Form der Stromproduktion. Dass PV-Anlagen an jedem einzelnen Tag des Jahres zwischen Abend und Morgen gar keinen Strom erzeugen, muss ich Ihnen hoffentlich nicht erst erklären. Dass sie im Winterhalbjahr oft auch tagsüber nur sehr bescheidene Beiträge zur Stromversorgung liefern, sollte ebenfalls offensichtlich sein.
Warum ist dann aber dennoch bisher unsere Stromversorgung nicht zusammengebrochen? Wer hat uns vor einem “Black Out” bewahrt?
Stellen Sie sich angesichts dieses Szenarios nicht automatisch die Frage, ob es sinnvoll ist, weitere konventionelle Kraftwerke abzuschalten, bevor dieses offensichtliche Problem der EEG-subventionierten Stromerzeuger behoben wurde?

Sicher, das hat mit dem Thema Ihrer Studie nichts zu tun. Vermutlich aus gutem Grund. Aber wie oben beschrieben, ergibt sich diese Frage nunmal dennoch direkt aus den Aussagen Ihrer Studie.
Außerdem ist es doch höchst peinlich, wenn man sein auftragsgemäßes Studienergebnis nur dadurch erreichen kann, indem man so tut, als würden die konventionellen Kraftwerke nicht etwa wegen der privilegierten Stromproduktion der EEG-subventionierten Anlagen reduziert, sondern behaupten muss, dass sie zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr Strom produzieren konnten. (Inwieweit das im Sinne des Auftraggebers ist, der ja immerhin selbst maßgeblich an der Technologie des konventionellen Kraftwerkparks beteiligt ist, wage ich zudem zu bezweifeln. Ich käme mir als Siemens AG jedenfalls schon etwas seltsam vor, wenn mir vorgehalten würde, dass die mit Siemens-Technik ausgestatteten Kraftwerke gar nicht das leisten können, was sie vorgeben.)

Außerdem unterschlagen Sie in Ihrer Milchmädchenrechnung (wissentlich?) auch, dass die Privatkunden-Strompreise nahezu gar nichts mit den Börsenpreisen zu tun haben, weil diese Stromversorgung weitestgehend über langfristige Lieferverträge gesichert ist. Somit ist schon der Ansatz Ihrer “Studie” grundlegend falsch. (Darum, dass wir mit unseren Stromüberschuss aus nicht steuerbaren   Stromerzeugungsanlagen insbesondere die Strompreise in den Niederlanden drastisch gesenkt haben, ging es in Ihrer Studie ja leider nicht.)

Mir persönlich wäre ein so gravierender Fehler ja zutiefst peinlich…
Ach nein – ein Fehler war es ja gar nicht. Die Studie ist schließlich eine Auftragsarbeit. Aber man hätte sich doch ein wenig mehr Mühe geben können, damit die Schönrechnerei nicht ganz so offensichtlich ist, oder?

Mit freundlichem Gruß
M.S BI Siegtal

 

Kommentar von Hans-Lothar Fischer zu “Sonne und Wind entlasten Verbraucher um Milliarden“, wiwo, 03.02.2015

Stellen wir uns einen Kellerraum vor, der mit normalem Strom beleuchtet wird. Zünden wir in dem erleuchteten Keller eine Kerze an, so macht sich das in der Helligkeit vor Ort nicht bemerkbar. Schalten wir aber die Elektrobeleuchtung aus, dann stiftet die brennende Kerze doch begrenzten Nutzen. So ähnlich ist es mit dem EEG: Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums deckten Windkraft und Photovoltaik zusammen im Jahre 2013 insgesamt 2,1 % des Energiebedarfs. Für 2008 deckten diese Energiequellen zusammen nur 1,1% des Energieverbrauchs. In fünf Jahren hat sich der Anteil zwar fast verdoppelt, aber doch nur um einen Prozentpunkt erhöht. Gemessen an den erheblichen bisherigen Anstrengungen, hat der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht zu bedeutenden Energieeinsparungen geführt. Würde im Verkehrssektor beispielsweise 12% weniger Kraftstoff verbraucht, so sparte dies mehr Energie ein als die bestehenden Wind- und Sonnenkraftanlagen insgesamt produzieren. Selbst wenn alle Haushalte in Deutschland ihren Strom allein aus Wind- und Sonnenkraft bezögen, so wären erst knapp 4% der Energiewende geschafft. Dies liegt daran, dass der Stromverbrauch der privaten Haushalte nur 26% des gesamten Stromverbrauchs ausmacht, und dieser wiederum nur 14% des gesamten Energieverbrauchs, und 26% von 14% sind eben nur 3,6%. Der Beitrag der Windkraft zur Energiewende sieht nur deshalb so groß aus, weil er in Einheiten der kleinen “Münze” Haushaltsstrom angegeben wird.
Wäre Wolfram Engels noch Herausgeber der Wirtschaftswoche, wären die Tage des Herrn Dürand in der Wiwo-Redaktion wohl gezählt.
http://www.wiwo.de/politik/deutschland/strompreise-sonne-und-wind-entlasten-verbraucher-um-milliarden/v_detail_tab_comments/11323822.html?pageNumber=1&commentSort=debate

_____________

Diskussionspapier:

Marius Dillig, Jürgen Karl: „Deutschland ohne Erneuerbare Energien?“ Stromkosten und Versorgungssicherheit ohne die Einspeisung Erneuerbarer Energien in den Jahren 2011-2013, Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Februar 2015

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Wenig Science, viel Fiktion

Spiegel-Visionen zum Strommarkt der Zukunft
Mit großer Schlagzeile präsentiert der Spiegel-Autor Stefan Schultz am 7.2. 2015 eine neue Studie zum künftigen Strommarktdesign der Zukunft. Im Vorfeld neuer Gesetzesvorhaben, welche die Energiewende entscheidend voranbringen sollen, sammelt die Bundesregierung entsprechende Vorschläge „wissenschaftlicher Gutachter und Experten“ mit dem Ziel eines tiefreichenden Umbaus des deutschen Kraftwerkparks und des Marktes, auf dem diese Kraftwerke ihren Strom verkaufen sollen. Jetzt haben zwei nach Einschätzung des Spiegel-Online-Redakteurs besonders renommierte Forschungseinrichtungen ihre Vorschläge angekündigt: das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) und die Firma Energy Brainpool, ein auf Strommärkte spezialisierter Dienstleister. Auftraggeber der Studie war der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE).

EE-Fortschritt: In Zukunft soll unser Leben wieder den Zufällen von Wind und Wetter unterworfen werden

Das von beiden Einrichtungen erarbeitete Konzept ist nach Einschätzung des Autors ebenso revolutionär wie radikal und werde in der Energiewelt zu einem Machtkampf führen. Als Heilsweg wird dabei die Flexibilisierung von Erzeugung und Verbrauch vorgeschlagen: Werde gerade mehr Strom produziert als gebraucht wird, so solle sein Preis deutlich sinken. Große Abnehmer sollen so dazu gebracht werden, mehr zu verbrauchen. Fabriken könnten zum Beispiel die Produktion erhöhen, große Kühlhäuser stärker kühlen. In Zeiten, in denen mehr Strom gebraucht wird als gerade verfügbar ist, sollen die Preise dagegen deutlich steigen. Verbraucher sollen so dazu gebracht werden, sich zu bescheiden.

Drei Hebel für die Steuerung des Strompreises

Foto: Arbeitgeberverband Gesamtmetall – “Schöne neue Energiewelt: Schneller schweißen Jungs, gleich wird der Strom teurer”

Durch Vernetzung und Kommunikation, so das Fazit, sollen sowohl Erzeugung – bevorzugt durch EE-Quellen – als auch Verbraucher sich kurzfristig auf wechselnde Strompreise einstellen. Als zentrale Hebel sieht man die EEG-Umlage, die Netzentgelte und den Kraft-Wärme-Kopplungsbonus, den Kraftwerke dann erhalten, wenn sie die Abwärme ihrer Stromproduktion ins Wärmenetz einspeisen. Der Vorschlag dieser „Wissenschaftler“ sieht nun vor, alle drei Umlagen zu Zeiten eines Stromüberangebots zu senken, um dadurch den Strom deutlich billiger zu machen, im umgekehrten Fall dagegen zu steigern, d.h. den Strom deutlich teurer zu machen. Schon heute, so ihr Argument, gebe es in Deutschland eine Reihe „wetterfühliger Fabriken“. Künftig solle diese Technik zum Standard werden.

Fernab jeden Realitätsbezugs

Für jeden, der die Realitäten des Stromverbrauchs sowohl im Haushalt als auch im industriellen Bereich auch nur näherungsweise kennt, stellt sich die Frage, aus welcher Abteilung man denn heute solche „Wissenschaftler“ rekrutiert. Schon im Haushalt werden Strom, Heizung, Warmwasser und Licht dann gebraucht, wenn die Bewohner zuhause sind und es zum Tagesablauf passt. Den Bürgern vorschreiben zu wollen, sie sollten morgens ungewaschen zur Arbeit gehen, weil der Wind gerade nicht weht, zeugt geradezu von Infantilität. Auch werden Straßenbahn und Eisenbahn ihre Fahrpläne wohl kaum nach solchen Kriterien kurzfristig über den Haufen werfen.

In der heutigen Zeit gibt es kaum eine Fabrik, die ihre Produktion einem wechselnden Stromaufkommen anpassen könnte, selbst Aluminiumhütten und Stahlwerke können höchstens kurzfristig mal die Produktion herunterfahren. Bei Ausfällen im Bereich mehrerer Stunden ist Schluss mit lustig, dann besteht die Gefahr, dass ihnen die Öfen einfrieren. Eine Steigerung ist dagegen faktisch unmöglich, da solche Produktionseinrichtungen ansonsten stets mit der maximal möglichen Auslastung gefahren werden, mehr Strom kann gar nicht in mehr Produktion umgesetzt werden. Moderne, computergesteuerte Fertigungsanlagen können ihre Produktion, die von ausgetüftelten Parametern, langfristigen Planungen, Transport- und Logistikketten sowie Markterfordernissen diktiert wird, sowieso nicht mal „so eben“ den Launen von Wind und Sonne anpassen.

Der Vorschlag dieser angeblichen Wissenschaftler ist so unsinnig, dass jedem, der moderne Fabriken und ihre Abläufe kennt, schlicht die Worte fehlen, um den hinter solchen Vorschlägen steckenden Grad an Ignoranz noch mit halbwegs höflichen Worten zu beschreiben. Ebenso könnte man vorschlagen, die zeitlich bis ins kleinste Detail durchoptimierten Abläufe in einem modernen Containerhafen wieder an das Timing von Teeklippern anzupassen, die auf See mal wieder in eine Flaute geraten sind. Oder einer werdenden Mutter raten, die Wehen doch bis nächste Woche aufzuschieben.…

Fred F. Mueller

[SPIE] http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/energiewende-so-koennte-der-strommarkt-der-zukunft-aussehen-a-1017164.html

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“wichtiger als verstaendnis ist uns selbstverstaendlich immer political correctness” (Wikipedia)

Wer nicht glauben will, dass der Klimawandel ursächlich mit dem wachsenden Verbrauch fossiler Brennstoffe zusammenhängt, also durch Menschen verursacht wird, hat es zurzeit nicht leicht, sondern muss auch mit Zensur rechnen, selbst dort, wo er es eigentlich nicht erwartet, zum Beispiel bei Wikipedia. Dort funktioniert die Zensur besonders infam, weil sie nicht auf Anhieb, sondern nur mit großem Aufwand für erfahrene Wikipedia-Benutzer ersichtlich ist.

Wikipedia-Benutzer haben ohne nachvollziehbare Begründung EIKE auf die Spamliste gesetzt, obwohl, wie Kritiker behaupten, keine der Vorraussetzungen für einen Blacklist-Eintrag zu irgendeiner Zeit erfüllt war. Die vorgeschobene Begründung, einige Artikel dort seien “gruselig”, ist nicht akzeptabel. Daraufhin hat sich bei Wikipedia eine Debatte entwickelt, die inzwischen mehr als zwanzig DIN-A4 Seiten umfassen dürfte.

Der provokative Slogan von EIKE lautet: “Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit! Umweltschutz: Ja! Klimaschutz: Nein.” In einem freien Land sollte man mit derartigen Provokationen gelassen umgehen und angeblich falsche Behauptungen widerlegen können. Die Benutzer KaiMartin (“im Moment habe ich mir vorgenommen, die Leerstellen im Artikel Drachenfliegen zu füllen”), Jbo166 (schaut vor dem Schlafengehen stets ob sich ein Dinosaurier unter dem Bett versteckt und haut mit seinem Hammer gern auf große Steine), Hg6996 (Ausbildung zum Feinmechaniker, Studiumabschluss in Biomedizintechnik. “Für Verbessern und gegen voreiliges Löschen.”), lustiger_seth (“wichtiger als verstaendnis ist uns selbstverstaendlich immer political correctness”, “prost Seth”), haben die Initiative für die Sperrung von EIKE ergriffen.
Was treibt die vier Benutzer zu ihrem Konfrontationskurs mit anderen Benutzern? Politcal correctness? Die Sperrung jedenfalls hat zur Folge, dass von der Regierung anerkannte und getragene Meinungen eine Vorrangstellung genießen, weil wichtige, konträre Fachartikel nicht verlinkt werden können.

Wer oder was ist EIKE?

EIKE ist ein Zusammenschluss einer wachsenden Zahl von Natur-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaftlern, Ingenieuren, Publizisten und Politikern, die die Behauptung eines „menschengemachten Klimawandels“ als naturwissenschaftlich nicht begründbar und daher als Schwindel gegenüber der Bevölkerung ansehen. Die Wissenschaftler haben 2007 einen Verein gegründet, der sich “Europäisches Institut für Klima und Energie e.V. nennt. Die Bezeichnung Institut ist nicht geschützt. “EIKE lehnt jegliche „Klimapolitik“ als einen Vorwand ab, Wirtschaft und Bevölkerung zu bevormunden und das Volk durch Abgaben zu belasten.”

EIKE ist eine Diskussionsplatttform, veröffentlicht auf seiner Homepage wissenschaftliche Erkenntnisse, erstellt Gutachten im eigenen und fremden Auftrag, organisiert Symposien und Kongresse und bietet seine Unterstützung für die Gründung politischer Initiativen durch die Bereitstellung wissenschaftlicher Expertisen an. Einige Mitglieder von EIKE sind bei CDU, SPD oder FDP aktiv, haben sich aber zur überparteilichen Zusammenarbeit verpflichtet.

Der Fachbeirat der EIKE-Webseite besteht aus 23 Doktoren und 24 Professoren, überwiegend in naturwissenschaftlich-technischen Bereichen.

http://www.eike-klima-energie.eu/eike-europaeisches-institut-fuer-klima-und-energie/

Dieses Vorgehen hält der Benutzer Hg6996 für völlig angemessen, da das Potsdamer Institut für Klimafolgeforschung (PIK) “viele klimawandelbezogene Behauptungen von EIKE anhand diverser seriöser Literaturquellen widerlegt” habe. “Wer sich ein wenig mit dem Thema auseinandergesetzt hat, wird die Behauptungen von EIKE in der Tat nur als “gruselig” bezeichnen können. Derlei Blödsinn zu denken ist prinzipiell kein Problem für Wikipedia, Blödsinn zu verbreiten jedoch schon.”

Damit maßt sich der Benutzer Hg6996 nicht nur ein Urteil über wissenschaftlich unterschiedliche Standpunkte an, sondern nimmt sich auch das Recht heraus, den freien Informationszugang zu blockieren. Der Benutzer Cabibbo ist nicht der einzige, der sich an gewisse Zeiten erinnert fühlt, “in denen das DDR-Politbüro unliebsame Schriftstücke verbieten ließ. Die offiziellen Begründungen waren auch stets “im Einklang mit DDR-Gesetzen” … Schlimmer noch, Benutzer:lustiger_seth legt hier die von ihm selbst verfassten Regeln auch noch aus. Und er wendet sie an. Das ist Legislative, Exekutive und Judikative in einer Person. Willkommen bei Wikipedia!” Die Front zur Wahrung der politischen Korrektheit steht auch nach langer Diskussion unerschütterlich fest.

Der weitere Verlauf der Diskussion bringt keine Neuheiten. Es geht den Bewahrern der politischen Korrektheit auch nicht um Inhalte oder nachweisbare Verstöße gegen die Wikipedia-Regeln, sondern um eine Art “Staatsschutz”. Der Benutzer seth verteidigt sein Urteil, im Unterschied zur DDR sei hier bei Wikipedia doch alles transparent. “Was nützt Transparenz und Kontrolle, wenn es keine Folgen hat?” fragt der Benutzer Rhodo07.

Eine Manipulation der Öffentlichkeit im Interesse der Regierungspolitik findet nicht nur bei Wikipedia statt, sie ist sehr vielfältig und tief in unserer Gesellschaft und bei den Medien angekommen. Am 10. April 2014 hatte EIKE die VII. Internationale Klima- und Energiekonferenz, Mannheim, veranstaltet. EIKE hatte es geschafft, dazu einige der weltbesten Klimawissenschaftler nach Deutschland zu holen. Darunter Richard Lindzen, Henryk Svensmark und Nir Shaviv. Das Thema “Klimawandel” fand bei Wissenschaftlern ein sehr großes Interesse, nicht dagegen in den überregionalen Medien. Lediglich der “Pfalz Express”, eine Lokalzeitung, berichtete über das Symposium.

Am 17.10.14 findet in Frankfurt/Main die 8. Internationale Klima- und Energiekonferenz (IKEK-8) statt. Schwerpunktthema dieser Konferenz wird diesmal das Fracking sein. Hervorragende international anerkannte Fachleute werden die neuesten Erkenntnisse zu dieser in Deutschland sehr umstrittenen Technologie vorstellen.

Wer sich selbst ein Bild von der Arbeit EIKEs machen will, ist zu der Konferenz eingeladen:
Anmeldungen hier: http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/einladung-zur-8-klima-und-energiekonferenz-8ikek-am-171014-in-frankfurtmain/
(Hinweis von EIKE: Wegen des beschränkten Platzangebotes ist eine frühzeitige Anmeldung empfehlenswert.)

Ramsar

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Im Abfallbehälter des grünen Boulevards

George Monbiot gilt als wichtiges Sprachrohr der britischen Umweltbewegung. Sein Wort hat Gewicht und es wird in der englischsprachigen Welt wahrgenommen. Sein Kernthema ist der Klimawandel, weshalb er Kernenergie als CO2-freien Weg der Energieerzeugung für akzeptabel hält. Er weist auf  Reaktoren hin, die radioaktive Abfälle in Energie umwandeln können und wirft den Grünen vor, dass sie dem Aberglauben huldigen, statt die Wissenschaft zu beachten: “We need to talk about Sellafield, and a nuclear solution that ticks all our boxes. There are reactors which can convert radioactive waste to energy. Greens should look to science, rather than superstition.” (www.guardian.co.uk, 05.12.2011)

Am 30.08.2013 wurde von GreenTec Awards in Berlin ein Umweltpreis verliehen, der nach eigenen Worten der “größte Umwelttechnologiepreis Europas” ist. Der “Dual Fluid Reaktor (DFR)” war unter den 270 zum Wettbewerb zugelassenen Projekten das in Bezug auf die Umwelt wahrscheinlich wichtigste Projekt und Publikumsliebling beim Onlinevoting. Es wurde von einer aus Gegnern der Kernenergie zusammengesetzten Jury kurzerhand und regelwidrig denominiert, das Team aber dennoch zur Gala eingeladen.

So sieht es aus, wenn Grüne den Atommüll entsorgen: Sie werfen die Wissenschaft, die dafür die Möglichkeit bereit stellt, kurzerhand in die Tonne.

Wissenschaft in die Tonne gekloppt

Hula-Tonne

Die Grünen meinen es völlig ernst: Sie wollen kein Geld für eine Wissenschaft ausgeben, die die größten Probleme unserer Energieversorgung in Bezug auf CO2-Emissionen, Sicherheit, Herstellung eines Kraftstoffäquivalents zum Schutz der Umwelt und des Klimas lösen könnte, dazu auch noch preisgünstig ist – weil sie den Interessen der mit den Grünen verbundenen Unternehmen schadet:

Foto: Ralph Aichinger

Es besteht dringender Handlungsbedarf; die Bundesregierung muss die Energieforschungspolitik in Deutschland neu justieren. Die vom Deutschen Bundestag fraktionsübergreifend beschlossene Abkehr von der RisikotechnologieAtomkraft erfordert auch den Atomausstieg in der Energieforschung. Die damit frei werdenden Ressourcen müssen auf die notwendige Forschung für das Gelingen der Energiewende umgeleitet werden. (“Energieforschung konsequent am Atomausstiegsbeschluss des Deutschen Bundestages ausrichten”, Antrag Bündnis90/Die Grünen, Deutscher Bundestag, Drucksache 17/11688, 28. 11. 2012)

Unterschrieben wurde dieser Antrag auch von Hans-Josef Fell, Bündnis 90/Die Grünen, Gymnasiallehrer, Stellvertretender Sprecher der Bayerischen Solarinitiativen, Vizepräsident Eurosolar e. V., Mitglied des World Council for Renewable Energy (WCRE), Berichterstatter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen für Technikfolgenabschätzung, seit 2005 Sprecher für Energiepolitik. 

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DFR – erneut Thema auf einem internationalen Symposium

Ahmed Hussein, Team-Mitglied des Projekts Dual Fluid Reaktor (DFR), wird am 24.06.13 den “Dual Fluid Reaktor (DFR)” in einem Vortrag in Kanada vorstellen. Veranstalter ist TRIUMF (Tri University Meson Facility), Kanadas nationales Forschungszentrum für Partikel und Nuklearphysik.

Prof. Ahmed Hussein Professor Emeritus der Physik an der University of Northern British Columbia (UNBC), war von 1994 bis 2005 Gründungsprofessor der Fakultät für Physik an der UNBC. Er ist führend an der Forschung in Kern- und Teilchenphysik am TRIUMF, Kanada, und am Los Alamos National Laboratory, USA, beteiligt.

Abstract: The Dual Fluid Reactor (DFR) is a novel nuclear reactor concept based on the Generation IV Molten-Salt Reactor (MSR) concept and the liquid-metal cooled reactors (SFR, LFR) with the major improvement that the molten-salt fuel is not used as coolant but the heat is removed in a separate liquid-lead loop. It is a fast reactor, that consumes all fissionable materials like U233, U235, U238, Pu239, natural Thorium, etc. It has much simpler design, passive safety, and produces much less nuclear waste than currently used nuclear power reactors. It does not emit any radioactivity or green house gases during operation. It costs as much as a coal fired power station to construct and operate. There are more benefits that will be discussed in the talk.

 

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Stellungnahme des Instituts für Festkörper-Kernphysik gGmbH

Die Stellungnahme des Instituts für Festkörper-Kernphysik gGmbH zur „Denominierung” des Dual Fluid Reaktors bei den Greentec-Awards 2013 ist aus unserer Sicht ein Meilenstein in der Auseinandersetzung eines wissenschaftlich geführten Diskurses über die Zukunft der Kernenergie gegen jeden Versuch, die Diskussion durch undemokratische Maßnahmen zu beenden. Eine besonders undemokratische Reaktion und ein Ausdruck tiefer Respektlosigkeit gegenüber der Öffentlichkeit  ist die „Denominierung” des DFR-Projektes, das in seiner Kategorie die weitaus meisten Stimmen beim öffentlichen Voting erhielt. Wir veröffentlichen die Stellungnahme mit Genehmigung des DFR-Teams.

Stellungnahme IFK zum den Greentec-Awards 2013

Unser Team entwickelte in jahrelanger Arbeit in Kooperation mit Wissenschaftlern aus der Kernphysik und dem Ingenieurswesen den Dual Fluid Reaktor. Es handelt sich hierbei um einen extrem umweltfreundlichen Lösungsvorschlag sowohl für die Energieprobleme im allgemeinen als auch für das sogenannte „nukleare Abfallproblem”. Auch die kostengünstige Produktion von Treibstoffen ist damit vollständig CO2-frei möglich.

Für ein großtechnisches Projekt eher ungewöhnlich, legten wir bereits in einer frühen Implementierungsphase und nachdem ausreichender Patentschutz bestand, nicht nur die technische, sondern insbesondere auch die ökonomische Machbarkeit dieses Konzepts ausführlich in mehreren Publikationen dar, unter anderem in einer Veröffentlichung, die von der internationalen Atomenergiebehörde IAEO begutachtet wurde.

Am 31. März 2013 reichten wir unseren Vorschlag gemäß den Teilnahmebedingungen bei den „Greentec-Awards”, Europas größtem Umwelt- und Wirtschaftswettbewerb, ein und gewannen das Online-Voting am 10. Mai mit deutlichem Abstand. Laut Wettbewerbsregeln sind wir damit automatisch einer von 3 Nominierten in unserer Kategorie („Galileo-Wissenspreis”), was uns am 22. Mai auch per Email in Form eines Glückwunschschreibens mit einer Einladung zur Preisverleihungs-Gala am 30. August 2013 in Berlin bestätigt wurde.

Die Jury, bestehend aus über 50 Mitgliedern, tagte am 4. Juni, um die Preisträger jeder Kategorie unter den Nominierten festzulegen.

Am 7. Juni wurde uns per Email mitgeteilt, dass unsere Einreichung vom weiteren Wettbewerb ausgeschlossen wurde und wir damit nicht mehr zu den Nominierten zählen. Diese Entscheidung sei

„nach eingehender wissenschaftlicher Diskussion und eingehender Betrachtung der wissenschaftlichen, sozialen und kommunikativen Aspekte Ihrer Einreichung im Licht der Zielsetzung des Awards erfolgt.”

Weitere Begründungen gab es nicht. Gleichzeitig wurden die Wettbewerbsregeln nachträglich geändert und die Fußnote

„Die Auswahl der Nominierten und Preisträger erfolgt letztendlich unabhängig durch die Jury der GreenTec Awards, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.”

hinzugefügt.

Es versteht sich von selbst, dass weder die willkürliche „Denominierung” noch die nachträgliche Änderung der Wettbewerbsregeln akzeptiert werden kann. Es wirft aber auch grundsätzliche Fragen der Zielsetzung der Greentec-Awards auf. Umweltaspekte stehen ganz offensichtlich nicht im Vordergrund.

Wir sehen uns deshalb gerade im Sinne der Erhaltung einer intakten Umwelt – was so viele Voter dazu veranlasst hat, für den DFR zu stimmen – zu weiteren Schritten gezwungen, die wir hier oder über die sozialen Internetmedien bekanntgeben werden. Insbesondere die aufgeklärte Internetgemeinde, die sich abseits der Mainstream-Medien gut zu informieren versteht, kann uns dabei eine große Hilfe sein.

An dieser Stelle bedanken wir uns nochmals herzlich für die große Unterstützung derjenigen, die sich besonnen und mutig für uns und unser Projekt eingesetzt haben. Dies ist jedoch nicht das Ende, sondern der Anfang einer nun hoffentlich beginnenden Debatte um die gezielte ideologische Diskriminierung von nachweislich zukunftsträchtiger Technologie.

 

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