Weltanschauung per Physikunterricht

Manche Schüler empfinden es als großes Glück, wenn ihr Physiklehrer nicht versucht, die Physik für die Weitergabe der Weltanschauung der Anti-Atomkraftbewegung zu benutzen, sondern wie dieser Lehrer sagt: “Die Leute von Greenpeace haben keinerlei Ahnung. Die bappen ein Atomkraft-Nein-Danke-Schild auf den Kühlturm, weil die Naiven dann denken, da kommen die bösen Strahlen raus, und man muss das Ding ausschalten, damit’s da nicht mehr draus raucht. Nur wenn mal was passiert, dann ist das im Reaktor. Nur das wissen die eben nicht…”

Und sie sollen es auch nicht wissen.

Die weltanschaulich korrekte Erziehung beginnt bereits in der Grundschule, wenn nicht im Kindergarten.

 

Beispiel 1 – Arbeitsblatt in einer Grundschule

U_MaterialEin Vater schrieb der Lehrerin eine Antwort zu dem Arbeitsblatt (s. rechts, bitte zum Vergrößern anklicken, öffnet im neuen Fenster):

 

Sehr geehrte Frau XXXXX,

beiliegendes Arbeitsblatt verbreitet Falschinformationen sowohl durch Darstellung falscher Tatsachen wie durch Weglassen wichtiger Informationen.

1) Der Vorrat an fossilen Energieträgern (Kohle, Gas und Öl) ist beileibe nicht „in ein paar Jahrzehnten erschöpft“. Nach Schätzungen der IEA (Internationale Energiebehörde) sind es mindestens noch 200 Jahre. Nicht eingerechnet sind neue Vorkommen, neue Abbaumethoden oder die Rückgewinnung aus Plastik.

2) Kernkraftwerke sorgen durch Containment (Umhüllung) dafür, dass die Strahlung nicht nach außen gelangt. Selbst im Falle eines Unfalls mit Bruch der Umhüllung und Kernschmelze zeigte bereits der letzte Unfall in Fukushima, dass durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen niemand durch Strahlung zu Schaden kommt. Selbst die Wahrscheinlichkeit von Folgeerkrankungen wie Krebs ist sehr gering, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO in ihrem Bericht 2014 feststellte. Der entstehende hochradioaktive Abfall kann mittlerweile auf mehrere Arten entsorgt werden (Transmutation, schnelle Brüter und Flüssigsalzreaktoren), die industrielle Umsetzung läuft gerade an. Auch verursachen Kernkraftwerke kein CO2, weswegen sie vom Weltklimarat empfohlen werden.

3) Photovoltaik: Die meisten verwendeten Module (Dünnschicht-Solarzellen) sind mit dem hochgiftigen Schwermetall Cadmium versetzt und daher am Ende ihrer Nutzung Sondermüll.
Dieser Sondermüll muss auf unabsehbare Zeit in Sondermülldeponien gelagert werden.

Windkraftanlagen benötigen hundertausende Tonnen seltener Erden (meist aus China), bei deren Abbau radioaktive Stoffe wie Thorium freigesetzt werden. Sie verursachen gesundheitsgefährliche Lärmemmissionen (Infraschall), töten Millionen Fledermäuse und geschützte Vögel sowie treiben Wale und Delphine an Land, weil sie deren Ortungssystem durcheinanderbringen.

Wasserkraftwerke beeinträchtigen den Flusslauf und die Fische. Sie sind ein Hochrisikosystem beim Bruch der Staumauer. Das größte Kraftwerksunglück Europas war nicht Tschernobyl (knapp 100 Tote), sondern der Bruch einer Staumauer in den Alpen (2000 Tote). Ausserdem benötigen Erneuerbare Energieen trotzdem immer einen kompletten Kraftwerkspark mit fossilen oder nuklearen Kraftwerken, weil eben weder die Sonne immer scheint, noch der Wind immer weht. Eine Verfügbarkeit von bestenfalls 20% ist schon ein guter Wert. EE kann man ohne Probleme von heute auf morgen abschalten. Würde man das mit den konventionellen Kraftwerken tun, wäre selbst bei zehnfacher oder hundertfacher EE-Ausbau nachts, an bedeckten Tagen und im Winter kein Strom da.

Ich denke, auch in der Grundschule kann man auch einfach und trotzdem richtig Wissen vermitteln.

Mit freundlichem Gruß,
Frank H.

Wenn wir die Antwort auf diesen Brief kennen, werden wir sie gerne an dieser Stelle veröffentlichen.

 

Beispiel 2 – Bildungsmaterialien für die Grundschule – Erneuerbare Energien,  Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Die Bildungsmaterialien stammen aus dem Jahr 2010. Unter “Handreichungen für Lehrkräfte” heißt es: “Wir leben in einer Zeit großer globaler Herausforderungen. Fragen der zukünftigen Energieversorgung und des Klimaschutzes sind dabei von herausragender Bedeutung. Die Nutzung von erneuerbaren Energien ist im Gegensatz zu Erdöl, Kohle, Erdgas und Uran klimafreundlich, sicher, sowie Umwelt und Ressourcen schonend.”

In den Empfehlungen des Weltklimarates für Politiker, “Summary for Policymakers“, wird die Kernenergie zu den CO2-freien, “sauberen Energien” gerechnet. Die Schüler werden durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) einseitig und falsch informiert.

 

Beispiel 3 “Projekt “Kindertagesstätten und Energiewende” an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bezeichnet sich als eine der “bedeutendsten grünen Hochschulen im europäischen Raum.” Sie zählt über 6000 Studierende an drei Standorten (Freising, Triesdorf, Straubing). Sie bietet an der Fakultät Land- und Ernährungswirtschaft, Standort Freising, eine befristete Teilzeitstelle für einen Wissenschaftlichen Mitarbeiter an.
Aufgabengebiet: “Projekt “Kindertagesstätten und Energiewende – Entwicklung modellhafter Bildungspraxis, Mitarbeiterqualifizierung und kommunale Einbindung“. Wiss.Mitarbeiter_Kennziffer_M107
Im Januar 2012 war die Fachhochschule Weihenstephan wegen parawissenschaftlicher Angebote bundesweit in die Kritik geraten.

 

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