Wie man mit dem Netz das Klima fängt

Woran erkennt man den Unterschied zwischen Klimawissenschaft und Klimareligion? Den Unterschied stets sichtbar zu machen, ist wichtig, weil eine Verwechslungsgefahr besteht. Beide beruhen auf geistigen Tätigkeiten. Ihre Methoden unterscheiden sich aber wesentlich und folglich auch die Ergebnisse.

Klimaschutz-Netz” ist eine Internet Community, die laut eigenen Angaben aus den Teilnehmern von Klimaschutz-Netz.de besteht, eine private Webseite, die Klimaschützer einlädt, längere Artikel zu schreiben. Für kurze Meldungen wird die Facebook-Seite angeboten.

Die Herausgeber der Klimaschutz-Netz-Webseite sind Eva Bulling-Schröter, Mitglied des Bundestagsausschusses für Wirtschaft- und Energie, und Ulrich Kasparick, von 2004 bis 2005 Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung und von 2005 bis 2009 in gleicher Funktion beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, seit 2011 Gemeindepfarrer in Hetzdorf (Uckerland) – ein konsequenter Kriegsgegner und Kümmerer.
Klimaschutz-Netz ist ein Teil der Klima-Allianz und ist eng mit dem Klimablog der Herausgeberin Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE.) bei der Zeitung NEUES DEUTSCHLAND verbunden, außerdem mit klimaretter.info.
Für Klimaschutz-Netz schreiben Greenpeace, BUND, Germanwatch, Deutsche Umwelthilfe (DUH), PIK, Deutsches Klima-Konsortium (DKK), Brot für die Welt (BfdW), VDI und diverse Institute, darunter auch das Projekt „Urban Food Plus“, das von Prof. Dr. Bernd Marschner von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) koordiniert wird. In der Überschrift wir der Beitrag angekündigt als: „Geschrieben von Ruhr-Universität Bochum“, als werde die Meinung der Universität wiedergegeben. Aber die Schmückung mit Wissenschaftlern kompensiert die magere Substanz des Klimapopulismus.
Aus der Grundüberzeugung, die gesamte Wissenschaft auf ihrer Seite zu haben geht es den netzwerkelnden Klimaschützern für die Zukunft hauptsächlich nicht mehr um die Hypothese vom Klimawandel, sondern um dessen Kritiker und um „Mythen zerschlagen“. Dafür legt Klimaschutz-Netz eine praktische Anleitung vor, um, wie es heißt, dem „Leugnen wissenschaftlicher Erkenntnisse zu begegnen.“ Derart gebrieft, können die Klimaschützer auf die Menschheit losgelassen werden, die Klimareligion hat jetzt ihren Katechismus. Wie der Schulterschluss der Gläubigen zumindest mental funktioniert, lässt sich in wenigen Schritten bei Klimaschutz-Netz nachvollziehen:

  1. Klimaschutz-Netz verkündet „ex cathedra“, von der Kanzel herab, ein Postulat, das als Wahrheit von allen Menschen weltweit und unabhängig von ihrer Religion anzuerkennen ist, also eine Art Überreligion: „Die Auseinandersetzung darüber, ob ein Klimawandel stattfindet und ob dieser menschengemacht sei, ist jedoch entschieden. Der Standpunkt der Wissenschaft dazu ist sehr klar: Es gibt einen menschengemachten Klimawandel.“ „Die“ Wissenschaft gibt es natürlich nicht, aber für den Glaubensgrundsatz: „Außerhalb der Kirche kein Heil“, ist sie unentbehrlich und muss auch mit einem Anspruch auf absolute Wahrheit formuliert werden.
  2. Die moderne Überreligion eint als Klimareligion Gottgläubige und Atheisten. Dazu nutzt sie den bisher guten Ruf von Wissenschaftlern, insbesondere der jüngsten Wissenschaft, der Klimawissenschaft, und umgibt sich mit einigen Wissenschaftlern, deren natürlicher Selbsterhaltungstrieb ihnen die Freiheit genommen und sie zu Empfängern von Fördermitteln gemacht hat.
  3. Die Zahlenangaben über Wissenschaftler, die angeblich die Hypothese vom menschengemachten Klimawandel vertreten, werden schamlos übertrieben. Dies hat die kanadische Journalistin Donna Laframboise namentlich für 5.000 Wissenschaftler belegt.*
  4. Exkommunikation und Ausgrenzung sind klassische Methoden von Religionen, die Unfehlbarkeit beanspruchen, und von religiösen Fanatikern, die im Mittelalter Hexenverbrennung ermöglichten. Al Gore und auch Obama forderten die Bestrafung von „Klimaleugnern“, ein Professor an der Universität Graz forderte gar deren Erschießung – und darf trotzdem weiter unterrichten. „Wenn wir diese Gemeinschaft bilden, eng verschworen, zu allem entschlossen, niemals gewillt zu kapitulieren, dann wird unser Wille jeder Not Herr werden“, sagte wer?
  5. Klimaschutz-Netz widmet sich den „Gegnern des Klimaschutzes und deren Methoden“ auf seine eigene Weise. Die Macher verkünden, dass man sich den Gegnern (!) des Klimaschutzes und deren Methoden widmen wolle, aber: „Klimawissenschaftsleugner bleiben allerdings draußen. Diesen ewig Gestrigen geben wir kein Forum, dafür haben sie bereits unendlich viele eigene Webseiten.“ Dass Gegner des Klimawahns nicht zwangsläufig auch Gegner des Klimaschutzes sind, sondern andere Verfahren zur Senkung der CO2-Emissionen vorschlagen, zum Beispiel die Kernenergie, wird unterschlagen. Wer sich für die friedliche Nutzung der Kernenergie ausspricht, fliegt raus.

“Mythen zerschlagen: Eine praktische Anleitung dem Leugnen wissenschaftlicher Erkenntnisse zu begegnen”, heißt es auf der Facebookseite von Klimaschutz-Netz, und dazu gibt es Hashtags: #Klima #Leugner. Merken die Klimaalarmisten nicht, dass sie sich selbst als eine religiöse Bewegung definieren? Denn leugnen kann man zwar Glaubensgrundsätze, aber niemals unbewiesene Erkenntnisse über Änderungen des Wetters, auch wenn man sie noch so oft als wissenschaftlich etikettiert. “Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!” (aus Jo 20,19-29) gilt für Religionen, nicht für die Wissenschaft.

Die Wissenschaft, jedenfalls der Teil, den die Klima-Alarmisten dafür halten, wird für die Glaubenden zum Gott. Sie bezieht auch Wissenschaftler anderer Fachbereiche ein: „Es sollte selbstverständlich sein, dass uns die Wissenschaft vorgibt, wie wir dem Leugnen von wissenschaftlichen Erkenntnissen begegnen sollen. Was sagt uns also die Forschung dazu?“

Und selbstverständlich lassen sich im Kreise der Gleichgesinnten mit natürlichem Selbsterhaltungstrieb auch Empfänger von Fördermitteln oder anderen Wohltaten finden, die unter Ausschluss von unabhängigen Wissenschaftlern und jedweder kritischen Diskussion nun an der Didaktik feilen. Das Klima ist ins Netz gegangen.

 

Faina Faruz

 

Quellen:

http://klimaschutz-netz.de/index.php/klimawissenschaften/argumentieren/1517-mythenzerschlagen

Literaturempfehlung:

 

Beispiele aus der aktuellen Werbung (Klimakonferenz Paris 2015)
Veröffentlicht am 30.11.2015
Hannelore Elsner und Hannes Jaenicke tun sich mit Conservation International zusammen, um der Natur eine Stimme zu geben. Sehen Sie sich die Filme an und werden Sie aktiv: http://natureisspeaking.org
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