Die britische Regierung bleibt bei ihren Anschuldigungen

Boris Johnson gefährdet seinen Posten als Außenminister, meint RT, nachdem er offensichtlich darüber gelogen habe, dass Russland als Quelle eines Nervengifts, das bei der Vergiftung der Skripals verwendet wurde, nachgewiesen sei. RT stellt die Aussagen von Boris Johnson und des Labors in Porton Down gegenüber. Die britische Regierung bleibt bei ihren Anschuldigungen.

Am Dienstag, 3. April 2018, erklärte das Labor in Porton Down, dass sie die Quelle nicht identifiziert hätten.

 

Das seltsame Verhalten Deutschlands

Am 26. März 2018 erklärte die Bundesregierung zum Fall Skripal in einer Pressemitteilung: “… die Fakten und Indizien weisen nach Russland.” Und: “Es ist klar, dass dieser Anschlag nicht ohne Folgen bleiben kann. Wir haben deshalb deutlich Stellung bezogen und uns in der Europäischen Union hinter Großbritannien gestellt.”

Eine folgenschwere politische Entscheidung, die offenbar auf einer Lüge beruht.

Der Solidaritätsbekundung haben sich nur 15 der 28 EU-Mitgliedstaaten angeschlossen.

 

Die bedingungslose Anpassung deutscher Politiker hat historische Vorbilder

Die Schlagworte “Kadavergehorsam” und “Nibelungentreue” begleiten die deutsche Geschichte seit 1870/72. Ob “Vasallentreue”, “Kadavergehorsam” oder “Nibelungentreue, dieser Treuschwur führt zu nichts Gutem.

Als “Kadavergehorsam” wird die unbedingte Befehlsausführung und willenlose Unterordnung verstanden, die seit 1870/72 die Mentalität preußischen und deutschen Militärs und der davon geprägten Gesellschaft charakterisierte. Das Schlagwort fand rasch weite Verbreitung und ging als Germanismus auch in andere europäische Sprachen ein. (Wikipedia)

“Nibelungentreue” ist ein Schlagwort, mit dem der deutsche Reichskanzler B. v. Bülow die unbedingte Bündnistreue zwischen dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn während der Bosnienkrise 1908/09 bezeichnete. (educalingo) Sie führte in den ersten Weltkrieg.

 

Keine Kriegspsychose in Deutschland

Vor dem ersten Weltkrieg herrschte selbst wenige Monate vor Beginn des Krieges keine Kriegsstimmung, im Gegenteil. Damals wussten die Sozialdemokraten und ihre Anhänger zu diesem Zeitpunkt nicht, dass Berlin über Geheimkanäle Wien bereits absolute Solidarität versichert, also im Kriegskurs klar ermutigt hatte. Der Solidaritätsbekundung war das Attentat auf den Thronfolger Österreich-Ungarns in  Sarajevo am 28. Juni 1914 vorausgegangen. Noch im Juli 1914 organisierte die SPD Massendemos gegen den drohenden Waffengang – wenige Tage später stimmte die Partei den Krediten für den Ersten Weltkrieg zu. Der Krieg begann am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien. Heute spielen Sozialdemokraten wie der Außenminister Heiko Maas mit der Idee der absoluten Solidarität ein grenzgängerisches Spiel.

Nun ist ein Doppelagent wie Skripal kein Thronfolger, aber die Empörung einiger Politiker über ein Verbrechen, dessen Täter nicht bekannt ist, ist beispiellos. Für den Beginn eines Krieges reicht der Schulterschluss der 15 willigen EU-Länder nicht. Aber man übt den Zusammenhalt, während an der Grenze zu Russland die Nato weiter ausgebaut wird.

Gegen den Willen der Bevölkerung ist kein Krieg zu gewinnen. Sie teilt die aggressive Stimmung der britischen Premierministerin Theresa May und die einiger EU-Staaten, darunter auch Deutschland, nicht. Die Deutschen wünschen sich einer Umfrage zufolge mehrheitlich eine Annäherung an Russland. 58 Prozent der Befragten sprachen sich am 17. März 2018 sich dafür aus.  91 Prozent der Befragten sind der Meinung, von Russland gehe keine Gefahr aus.

Die Menschen in Deutschland hätten sich vor 1914 als Europäer gefühlt, schreibt Stefan Zweig 1941 in “Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers.” Der Stimmungsumschwung sei plötzlich gekommen, ein Werk der Medien, wie der Schriftsteller bei einem Aufenthalt in der französischen Provinz sehr gut beobachten konnte.

 

Sichere Belege fehlen – noch

Obwohl ein britisches Militärlabor bestätigt hat, dass eine russische Herkunft des Nervengifts im Fall Skripal nicht nachweisbar ist, ändert sich für die britische Regierung nichts. Die britische Regierung bleibt auch nach dem Bericht aus Porton Down bei ihren Anschuldigungen, dass Russland für den Anschlag verantwortlich sei. “Es gibt keine andere plausible Erklärung dafür”, teilte das Außenministerium in London laut Deutsche Welle mit.

Heute gehen Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) auf Antrag Moskaus hin bei einem Dringlichkeitstreffen dem Vorwurf Großbritanniens nach, dass der Kreml hinter dem Giftanschlag stecke. Russland hatte der OPCW zuvor einen Fragenkatalog zur Klärung des Vorfalls geschickt. Nach russischen Angaben wollte die Organisation noch vor Beginn der Sondersitzung die Fragen beantworten. Die OPCW mit Sitz in Den Haag ist verantwortlich für die Umsetzung der Chemiewaffenkonvention aus dem Jahre 1997.

Der Ministerpräsident von NRW, Armin Laschet, twitterte gestern: “Wenn man fast alle NATO-Staaten zur Solidarität zwingt, sollte man dann nicht sichere Belege haben? Man kann zu Russland stehen wie man will, aber ich habe im Studium des Völkerrechts einen anderen Umgang der Staaten gelernt.”

Quellen:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/labor-russische-herkunft-von-gift-im-fall-skripal-nicht-nachweisbar-15524907.html
https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/bm-skripal-ausweisung-russische-diplomaten/1797546
https://www.rt.com/uk/423107-boris-johnson-lied-russia-skripal/
https://www.merkur.de/politik/umfrage-zufolge-wuenscht-sich-mehrheit-deutschen-annaeherung-an-russland-zr-9703489.html
http://www.mmnews.de/aktuelle-presse/55184-umfrage-deutsche-haben-keine-angst-vor-russland
https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/EC/M-57/en/ecm5701_e_.pdf
http://www.dw.com/de/gro%C3%9Fbritannien-macht-weiter-russland-f%C3%BCr-skripal-attenat-verantwortlich/a-43239992

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