Was zu dieser Zeit bekannt war

Der Erreger 2019-nCoV ist verwandt mit jenen der gefährlichen Infekte Sars und Mers. Die neue Krankheit, die noch keinen eigenen Namen hat, verlaufe wohl seltener tödlich als das Schwere Akute Atemwegssyndrom, kurz Sars, oder Mers, dessen Abkürzung für Middle East Respiratory Syndrome steht, hieß es anfangs. Doch mittlerweile sind sich Forscherinnen und Forscher nicht mehr so ganz sicher. 

 Coronaviren als solche kennt man schon lange. Von den meisten bekommt man höchstens einen Schnupfen. Doch diesmal scheint eine im Tierreich schlummernde Erregervariante auf den Menschen übersprungen zu sein, die anders ist. Und die breitet sich gerade rasant aus – über Ländergrenzen hinweg.

Nach bisherigen Erkenntnissen ist das Virus weniger ansteckend als der Sars-Erreger. Gesicherte Informationen gibt es bislang nur zu den ersten Todesfällen, die aus China gemeldet wurden. Demnach waren es vor allem ältere Menschen mit teils schweren Vorerkrankungen, die infolge der Infektion mit dem Erreger 2019-nCoV gestorben sind. Der erste offiziell registrierte Tote hatte einen Tumor im Bauch und war chronisch leberkrank. Die beiden Patienten, deren Tod am 21. Januar bestätigt wurde, waren ein 66-jähriger Mann mit chronischer Lungenkrankheit und Bluthochdruck sowie eine 48-jährige Frau mit Diabetes und einem Schlaganfall in ihrer Krankengeschichte. Die neue Virusvariante scheint also besonders älteren und kranken Menschen gefährlich werden zu können. Dieses Muster kennen Medizinerinnen und Mediziner auch von Grippeviren. Harmlos ist das neue Coronavirus aber keinesfalls, gleichzeitig mahnen Wissenschaftler immer wieder zur Besonnenheit. Ungefähr ein Viertel aller Fälle verlaufe nach gegenwärtigem Kenntnisstand sehr schwer, hieß es von der Weltgesundheitsorganisation WHO.“

Von 41 Patientinnen und Patienten aus einem Krankenhaus in Wuhan, die in einem wissenschaftlichen Artikel beschrieben werden, starben sechs, also ungefähr 15 Prozent (The Lancet: Huang et al., 2020). In einem der Studie beiliegenden Kommentar weisen Ärztinnen und Ärzte aber darauf hin, dass viele Infizierte wenige oder gar keine Symptome haben. Deshalb sei eher davon auszugehen, dass ungefähr drei Prozent der Infizierten sterben (The Lancet: Wang et al., 2020). 

Wie viele Menschen sind mit dem Coronavirus infiziert? Tabelle: https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-01/coronavirus-china-lungenkrankheit-ansteckung-gefahr-faq