Am 2. August 2022 hielt die Bundesministerin des Auswärtigen, Annalena Baerbock, in New York eine Rede zu den transatlantischen Beziehungen.
„In Deutschland haben wir die lang gehegte deutsche Überzeugung vom „Wandel durch Handel“ aufgegeben – den Glauben also, dass sich autokratische Regime durch Warenaustausch und wirtschaftliche Partnerschaften in Richtung Demokratie bewegen lassen. Deshalb beenden wir unsere Abhängigkeit von russischem Gas und Öl. Das ist schwierig und es wird teuer. Aber es ist mehr als nötig. Und innerhalb einiger weniger Monate haben wir den Anteil der Gasimporte aus Russland bereits von 55 Prozent auf 26 Prozent gesenkt.“
Sechs Wochen nach der Rede, am 26. September 2022, wurde mit vier Sprengungen ein Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines verübt. Durch die intakt gebliebene Röhre hätte Deutschland weiter mit Gas versorgt werden können. Es sollte wohl nicht sein.
Angesichts der Flucht der Industrie ins Ausland und der wahrscheinlich bevorstehenden Gasmangellage erhält der Spruch „Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein“ durch den Austausch eines einzigen Buchstabens einen neuen Sinn. Kritiker warnen längst: Deutschland befindet sich im Selbstzerstörungsmodus.
