Hochwasser

Klimanotfall Hochwasser? Angela Merkel vor Ort

Wer ist schuld am Hochwasser in Deutschland? Klare Antwort der grünen Politik: „Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen“. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Olaf Scholz (SPD), Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), NRW-Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), CSU-Chef Markus Söder, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sind sich einig: Der Kliwandel war’s. Es kann ja nicht schaden, einen Schuldigen zu haben. Dass dabei der Verstand auf der Strecke bleibt, liegt an der Macht der Worte. Denn Politiker müssen offenbar nicht darüber nachdenken, was sie sagen: Deutschland war nie eine klimawandelfreie Zone, denn ohne Klimawandel gäbe es kein Leben auf der Erde.

Grünes Terrain – moralisch bankrott

„Mich würde es nicht wundern, wenn die Union ihr Wahlprogramm klimapolitisch noch ein bisschen aufpoliert“, sagte der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz der NZZ. Hört man ein wenig Verachtung vor dem politischen Konkurrenten heraus? Das wäre verständlich, denn an der grünen Götterspeise Klimawandel wollen sich alle satt essen. Fast alle. Zuerst aber die Grünen, denn haben nicht sie den „Klimawandel“ erfunden?

Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckhardt hatte es extrem eilig, als sie bei „ntv“ bereits am Mittwochmorgen ihr Wissen über die Ursachen des Hochwasser zum Besten gab. Sie bezeichnete die verheerenden Regenfälle im Westen Deutschlands als Folgen des Klimawandels: „Die Klimakatastrophe ist schon hier bei uns.“

Unterstützt werden die Grünen durch ihr Parteimitlgied Luisa Neubauer. Sie ist eine der Hauptorganisatoren des Schulstreiks Fridays for Future und fordert politische Konsequenzen. Dabei macht sie sich das Rich Kid wenigstens die Füße nicht nass und die Hände nicht schmutzig.

Stand: 18. Juli, 17:00 Uhr
https://twitter.com/Luisamneubauer/status/1415986891237859329
Kommentar von markusdd: „Ich habe für wenige so viel Verachtung übrig wie für das moderne FFF und Luisa Neubauer. Wer Tragödien, wo noch nichtmal alle Toten und Verletzten geborgen sind, so ausschlachtet, ist moralisch vollends bankrott.“

Der klimapolitische Sprecher der AfD im Bundestag, Karsten Hilse, sagte der WELT: „Die Geschichtsbücher sind voll von verheerenden Katastrophen im letzten Jahrtausend mit tausenden Opfern.“ Menschengemachte Emissionen hätten dabei keine Rolle gespielt. Die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag fordert: „Statt sinnlosem Klimaschutz – Klimaanpassung“.

„Hilfe, der Klimawandel ist da! Mit billiger Masche wollen Politiker beim Hochwasser absahnen“, heißt es im Kommentar von Ulrich Reitz, der 2014 bis 2016 Chefredakteur des Magazins FOCUS war. Diese Vermutung liegt nahe.

Öffentlich-rechtliche Sender

Die öffentlich-rechtlichen Sender verkündeten die grüne Botschaft noch am selben Tag in den Hauptnachrichten.

Karsten Schwanke, ein Privatunternehmer, der als Meteorologe und Fernsehmoderator für die ARD arbeitet, erkennt die „Zeichen des Klimwandels“:

Sehr stark ist der Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz von der Hochwasser-Katastrophe betroffen. Laut Polizeiangaben war bis Sonntagmorgen die Zahl der Toten in der Region auf 110 gestiegen.

Unter den Folgen der Überschwemmung leidet besonders das Eifel-Dorf Schuld. Mehrere Häuser des 660-Einwohner Dorfes waren komplett von den Wassermassen fortgerissen worden.

Und dann kam Angela

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weilte während der Hochwasserkatastrophe in den USA. Sie erhielt von der Johns-Hopkins-Universität den Ehrendoktor für ihre Tätigkeit als „ein Leuchtfeuer für die Welt in Krisenzeiten, von der großen Rezession bis zur Covid-19-Pandemie“ überreichen. Die Johns-Hopkins-Universität führt Statistiken über Infektionen und Todesfälle weltweit.

In der Laudatio hieß es laut Forschung & Lehre ferner, die Kanzlerin habe „wissenschaftliche Genauigkeit und eine tiefe Humanität in die Politik gebracht. Sie habe Werte wie die des offenen Diskurses oder der Freiheit der Forschung verteidigt, die im Herzen der demokratischen Gesellschaft und ihrer Institutionen lägen. Darin und in allem, was sie auf der Weltbühne erreicht habe, verkörpert Bundeskanzlerin Merkel den Kern des Ethos von Johns Hopkins, „und wir sind wirklich geehrt und privilegiert, sie einen Teil der akademischen Gemeinschaft von Johns Hopkins zu nennen“.

Auf Einladung von US-Präsident Joe Biden reiste Angela Merkel nach Washington. Am Donnerstagnachmittag empfing Biden sie im Weißen Haus. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 60 Menschen in den Fluten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ertrunken.

Nach ihrer Rückkehr aus den USA verschaffte Merkel sich vor Ort einen Überblick und gab anschließend in Adenau eine Presseerklärung ab.

Eine Journalistin der Bild-Zeitung, die sich seit einigen Tagen in der Region aufgehalten und mit den Menschen gesprochen hat, fragte die Bundeskanzlerin, wie schnell die Bevölkerung mit finanzieller Hilfe rechnen könne. Sie erinnerte die Bundeskanzlerin daran, dass nicht einmal alle zugesagten Corona-Hilfen angekommen seien. Dies hätten ihr einige Bürger des Ortes berichtet. Sie fragt Angela Merkel: „Wie können sie garantieren, dass die Menschen schnell zu ihrem Geld kommen, das sie brauchen?“ Merkel antwortet ruhig, um dann, gegen Ende der Pressenkonferenz, der Journalistin eine Retourkutsche zu verpassen. Sie unterbricht den Redebeitrag von Malu Dreyer und fordert die Bild-Reporterin zum Zuhören auf.

„Wir müssen auch der Anpassung große Aufmerksamkeit widmen“

Politisch korrekt liefert dagegen ein Reporter von Sky News, United Kingdom, der Kanzlerin das richtige Stichwort. Er fragt: „Was sind die Lehren für die Welt nach diesem Desaster, das wir hier sehen, über die Gefahr des Klimawandels?“ Angela Merkel antwortet: „Wir müssen schneller werden bei dem Kampf gegen den Klimawandel. Und ich glaube, dass, was gerade auch die Europäische Union vorgelegt hat, die Tatsache, dass wir der erste Kontinent sein werden, der Mitte des Jahrhunderts CO2-neutral wirtschaften wird, das sind Nachrichten, die wichtig sind.“

Merkel ringt sich eine zweite Lehre ab, auf die Prediger der Klimakatastrophen längst hätten kommen müssen, läge ihnen etwas am Wohl der Menschen. Die zweite Lehre sei, sagt die Kanzlerin: „Wir müssen auch der Anpassung große Aufmerksamkeit widmen.“ Aber schon ist sie wieder beim Thema Klimaschutz. Sie sagt: „Das, was wir in den Klimaschutz investieren, ist teuer, aber was ein nicht getaner Klimaschutz anrichten kann, das ist noch teurer. Und sie können hier am Beispiel auch solcher Hochwasserereignisse sehen (Angela Merkel blickt nach links und rechts), und ich sage ganz ausdrücklich, nicht ein Hochwasser ist das Beispiel für den Klimawandel, aber wenn wir uns die Schadensereignisse der letzten Jahre, Jahrzehnte anschauen, dann sind sie einfach gehäufter als das früher der Fall war.“

Nicht zufällig lautet das Credo des Wirtschaftsprogramms, das zugleich zum Credo der Klimareligion gemacht wurde, nicht „Menschenschutz“, sondern „Klimaschutz“. Zum Schutz der Menschen müsste, falls wir es tatsächlich mit einem bedrohlichen Klimawandel zu tun hätten, der Katastrophenschutz verbessert und Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Das Gegenteil ist jedoch der Fall.

Die unempathische Kanzlerin

Dass es nicht um die Menschen geht, die ihr Leben oder ihre Existenzgrundlagen bei dem Hochwasser verloren haben, stellt auch ein Leser fest: „Dass nicht ein Silbe des Dankes an Hunderte, wenn nicht Tausende Landwirte, Forstwirte, Lohnunternehmer, Handwerks- und Baufirmen über die Lippen von Frau Merkel und Frau Dreyer kamen, wäre noch vor fünf Jahren undenkbar gewesen. Wer sich die Videos anschaut, wie mit Radladern, Hofladern, Baggern, Schleppern und Anhängern in den Katastrophengebieten aufgeräumt wird, der weiß wer in diesem Land den Karren zieht und wer nicht.“

Dass Meteorologen der Kanzlerin widersprechen, spielt für ihre Klimapolitik keine Rolle. Der DWD-Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich sagte zu BILD: „Ein solches regionales Unwetter ist ein Einzelereignis, das ist Wetter. Die Behauptung, der Klimawandel ist schuld, ist so nicht haltbar.“ Die Mitentwicklerin des europäischen Hochwasser-Warnsystems „Efas“ sieht die Ursachen für die katastrophalen folgen des Hochwassers woanders. Das System habe am 10. Juli – also vier Tage vor Beginn der Überschwemmungen – Alarm geschlagen und „Warnungen an die deutsche und die belgische Regierung“ übermittelt“, sagte sie der britischen Zeitung „The Times“.

Während ZDF-Moderator Claus Kleber im „heute journal“ sagt: „Das war’s von uns am Tag, an dem die Gewalt der Natur und die Folgen menschlichen Handelns und Nichthandelns mindestens 58 Menschen das Leben gekostet hat“ und die Schuld daran den „Klimasündern“ anlastet, gerät die menschenverachtende Klimapolitik immer mehr in die Kritik.

Die Hochwasserkatastrophe zeigt möglicherweise einen Systemfehler im Katastrophenschutz. Geplant oder nicht geplant, das ist die Frage.

Titelbild: Helen Lundquist, piqs.de


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