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Netzbetreiber 50Hertz warnt vor Energie-Engpässen

Die Warnungen der Netzbetreiber und des Bundesrechnungshofes vor einem Blackout werden von der Bundesregierung nicht ernst genug genommen. „Wir brauchen auch langfristig regelbare Kraftwerke, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten“, sagt Stefan Kapferer, Chef des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz. “Eine zuverlässige und preisgünstige Versorgung von privaten Haushalten und Wirtschaft mit Strom ist zunehmend fraglich”, warnte der Bundesrechnungshof Ende März.

Es ist wider alle Vernunft jedoch nicht zu erwarten, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) den Warnungen und Forderungen des Bundesrechnungshofes und der Netzbetreiber Gehör schenken wird. Das stellte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) klar und wies die Kritik des Bundesrechnungshofes zurück: “Alle unsere Untersuchungen zeigen, dass wir in der Summe für Deutschland ausreichend Strom haben.” 

Eine fachliche und folgenschwere Fehleinschätzung der Versorgungssicherheit, wie es sich Fachleuten zufolge in den nächsten Jahren zeigen wird.

Die Folgen eines Blackouts werden nach wie vor unterschätzt, sagt der Experte für Blackout- und Krisenvorsorge, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge, Herbert Saurugg. Allein in Österreich bedeute dies in den ersten 24 Stunden Schäden von mehr als 1 Milliarde Euro. Die Gefahr eines plötzlichen, überregionalen, weite Teile Europas betreffenden und länger andauernden Strom-, Infrastruktur- sowie Versorgungsausfall, sei jedoch real. Hilfe von außerhalb sei nicht zu erwarten.

Vorbereitung auf den Blackout

Für die Haushalte gilt es, ausreichend Vorräte zur Verfügung und auch familieninterne Notfällpläne vorbereitet zu haben, wenn die Kommunikationsmittel versagen. Ebenso kann ein gutes Netzwerk mit den Nachbarn hilfreich sein.

Abgesehen von der persönlichen Vorsorge sind bei der Blackout-Vorsorge besonders die Gemeinden gefordert. „Sie sind der zentrale Anlaufpunkt für die Bevölkerung und für die Krisenbewältigung“, sagt Saurugg.

Das Selbsthilfe–Basen–Konzept von Herbert Saurugg sollte in allen Gemeinden rasch umgesetzt werden, fordert in Österreich die FPÖ. „Hierbei wird das Gemeindegebiet in kleinere Sprengel unterteilt, die sich alle selbst versorgen können und miteinander verbunden sind. Dabei müssen auch Einsatzorganisationen, Gesundheitsdienste und Infrastrukturbetreiber bis hin zu regionalen Versorgern und Landwirten eingebunden werden.“ Die Blackout-Vorsorge werde in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt der politischen Arbeit sein, erklärte die FPÖ in einer Pressekonferenz.

Titelbild: analogicus, pixabay


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