Barrington

Die Erklärung von Great Barrington

Vom 1. bis 4. Oktober 2020 veranstaltete das American Institute for Economic Research ein bemerkenswertes Treffen von Top-Epidemiologen, Ökonomen und Journalisten, um den globalen Notfall zu erörtern. Er sei durch den beispiellosen Einsatz staatlicher Zwänge bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie verursacht worden. Das Ergebnis ist die Erklärung von Great Barrington, in der eine Strategie des „fokussierten Schutzes“ gefordert wird.

Die Erstunterzeichner sind Dr. Martin Kulldorff, Professor für Medizin an der Harvard University, Biostatistiker und Epidemiologe, Dr. Sunetra Gupta, Professorin an der Universität Oxford, Epidemiologin, und Dr. Jay Bhattacharya, Professor an der Stanford University Medical School, Arzt, Epidemiologe, Gesundheitsökonom und Experte für öffentliche Gesundheitspolitik. Die Erklärung wurde bisher (Stand: 11.10.2020, 9:50 Uhr) 247.692 mal unterzeichnet.

Nach einer kurzen Erläuterung der Strategie und einer Diskussion über die immensen Kosten der Sperrung kommt die Erklärung zu dem Schluss:

„Schulen und Universitäten sollten für den persönlichen Unterricht offen sein. Außerschulische Aktivitäten wie Sport sollten wieder aufgenommen werden. Junge Erwachsene mit geringem Risiko sollten normal arbeiten und nicht von zu Hause aus. Restaurants und andere Geschäfte sollten eröffnet werden. Kunst, Musik, Sport und andere kulturelle Aktivitäten sollten wieder aufgenommen werden. “

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Die Erstunterzeichner der Great Barrington Erklärung betonen die kurz- und langfristig verheerenden Auswirkungen derzeitige Lockdown-Politik auf die öffentliche Gesundheit. Der Verband Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland (VBIO) führt aus, dass die Wissenschaftler in diesem Zusammenhang gesunkene Impfraten bei Kindern benennen, schlechtere Verläufe bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weniger Krebsvorsorgeuntersuchungen und eine Verschlechterung der psychischen Verfassung. In den kommenden Jahren sei daher mit einer erhöhten Übersterblichkeit zu rechnen. Davon würden insbesondere ökonomisch Benachteiligte und junge Menschen betroffen sein. Schülerinnen und Schüler von der Schule fernzuhalten, sei eine schwerwiegende Ungerechtigkeit.  

Der Schwerpunkt der Maßnahmen solle dabei auf der „Abschirmung“ der am stärksten gefährdeten Personen liegen, wobei weniger Einschränkungen für den Rest der Bevölkerung gelten sollten.

VBIO weist in seinem Beitrag darauf hin, dass Kritiker der Great Barrington Declaration Zweifel geäußert haben, ob die postulierte beschleunigte Herbeiführung einer Herdenimmunität eine angemessene Strategie sein kann. Und fügt hinzu: „Die Erklärung liegt auch in deutscher Übersetzung vor und ist zur Mitunterzeichnung offen. Verschaffen Sie sich selbst einen Eindruck der Great Barrington Declaration.“

Herdenimmunität

Die Pharma-Industrie vertritt den Standpunkt, dass sich viele Menschen impfen lassen müssen, damit sich die Erreger nicht von Wirt zu Wirt verbreiten können und die Infektionskette abreißt. Ab wann Herdenimmunität besteht, wie hoch also die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung sein muss, sei je nach Krankheit verschieden, sagt der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa). Als Beispiele dienen Masern und Diphtherie: „So greift der Herdeneffekt bei Masern z.B. erst ab einer Durchimpfungsrate von 95%, bei Diphtherie kann Gemeinschaftsschutz schon ab ca. 80% erzielt werden.“
Masernimpfungen hätten demnach keine Chance zur Ausbreitung, wenn 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geimpft sind.

„Die natürlich erworbene Herdenimmunität gegen Covid-19 in Kombination mit einem ernsthaften (und entschlossenen) Schutz schutzbedürftiger älterer Menschen (insbesondere von Pflegeheimen und Bewohnern von Einrichtungen für betreutes Wohnen) ist äußerst vernünftig und praktisch die Alternative zum zweifelhaften „Allheilmittel“ der Massenimpfung gegen das Virus“, sagt Dr. Andrew Bostom, Professor für Medizin an der Brown Universität in Rode Island. Diese Strategie sei in Malmö, Schweden, erfolgreich umgesetzt (HIS von 17 Prozent) worden. Die «Herdenimmunitäts-Schwelle» (HIS) wird laut der Datenbank „Corona Transition“ mit der sogenannten «Reproduktionszahl (R0)» berechnet. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Ungeschützte ein Infizierter in der Bevölkerung anstecken kann. Je höher diese Zahl, umso ansteckender die Erkrankung. Eine Zahl von 10 bis 20 Prozent der Gesamtbevölkerung würde laut Wissenschaftlern aus Oxford bereits ausreichen, um die Herdenimmunität zu erreichen. Betreut wird die täglich erweiterte Datenbank von sechs Profi-Journalisten.

Titelbild: Screenshot Reaching Immunity | A Private Summit of Epidemiologists Against Lockdowns

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