5. Welche Fälle gelten als Corona-Todesfälle? (kla.tv/dpa)

kla.tv:

„Bei uns gilt jemand als Corona-Todesfall, bei dem eine Coronavirus-Infektion nachgewiesen wurde.“
Wieler enthüllt dadurch, dass das RKI nicht unterscheidet, ob jemand ursächlich durch das Coronavirus gestorben ist. Ein an Krebs im Endstadium Erkrankter, der kurz vor dem Tod positiv getestet wurde, wird ebenso als Corona-Toter gezählt, wie ein zuvor positiv getesteter Verkehrstoter.

Obduktionen von über 600 laut offizieller Statistik an Corona Verstorbenen durch die Uniklinik Hamburg-Eppendorf ergaben, dass bei 99 % dieser Obduzierten bereits eine schwere Vorerkrankung vorlag. Dies zeigt, dass die von Wieler veröffentlichten Corona-Todeszahlen in keinster Weise die tatsächliche Sterblichkeit durch Covid 19 widerspiegeln.

dpa:

Weiter heißt es, dass die Corona-Todeszahlen des RKI «in keinster Weise» die tatsächliche Sterblichkeit durch Covid-19 wiederspiegeln (ab Minute 7:48) Das RKI veröffentlicht neben den Fallzahlen auch täglich Informationen darüber, wie viele Menschen an und mit dem Corona-Virus gestorben sind.

Insofern zählt auch ein im Endstadium an Krebs Erkrankter, der kurz vor dem Tod positiv getestet wurde, zu den «Corona-Toten». In der Tat, räumt Marieke Degen vom RKI gegenüber der dpa ein, sei es bisweilen schwer zu entscheiden, ob Sars-CoV-2 ursächlich für den Tod war. Bloß: «Würde man nur streng „verstorben an“ erfassen, liefe man Gefahr, die Todesfälle unterzuerfassen.» Eine detaillierte US-Studie an Corona-Opfern erbrachte das Ergebnis, dass in rund 90 Prozent der Todesfälle Covid-19 tatsächlich ursächlich für den Tod gewesen sei.

Hinzu kommt: Das Statistische Bundesamt veröffentlichte kürzlich die vorläufige Zahl der Sterbefälle für das Jahr 2020: Es sind fünf Prozent und damit 48 000 mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Die Zahl der 2020 offiziell erfassten Corona-Toten betrug laut RKI gut 39 000. Ein Corona-Effekt sei «naheliegend», urteilen die Forscher, zumal die Sterbezahlen vor allem während der Peaks der Corona-Wellen sowie in den Corona-Hotspots anstiegen.

Schlussfolgerung:

dpa behauptet im Faktencheck, mehrere Behauptungen im Video seien „unbelegt, unangemessen verallgemeinert oder falsch“, wozu auch die Zahl der Toten im Zusammenhang mit Corona stünden, bestätigen jedoch die Aussage von kla.tv. Schlimmer noch: Die Faktenchecker legitimieren die Manipulation mit der Begründung, man liefe andernfalls „Gefahr, die Todesfälle unterzuerfassen“.