Die Schattenseiten der Energiewende. Anstoß zu einer überfälligen Debatte.

wind-park-1279726_640
“Geopferte Landschaften”

leseprobeherunterladenAm 9.11.2016, 11:00 Uhr, steht im Presseclub München  das Thema Energiewende auf dem Programm. Es geht um den in Kürze erscheinenden Sammelband Geopferte Landschaften“, in dem namhafte Experten, darunter Landschaftsplaner, Ökonomen, Energiefachleute, Ökologen, Theologen und Künstler zu Wort kommen. Die Autoren des Sammelbandes wollen an der Notwendigkeit und Realisierbarkeit DIESER Energiewende rütteln.

Pressegespräch am PresseClub München e.V.
(Marienplatz 22, 80331 München, Vorübergehend, zurzeit Tal 12/II, 80331 München)

Vertreten beim Pressegespräch sind die Autoren Georg Etscheit (Hrsg.), Johannes Bradtka (1. Vorsitzender von VLAB – Verein für Landschaftspflege & Artenschutz in Bayern), Enoch Freiherr zu Guttenberg (Dirigent und Naturschützer.), Harry Neumann(Bundesvorsitzender von Naturschutzinitiative e. V.) und Dr. Nikolai Ziegler (Vorsitzender der Bundesinitiative Vernunftkraft).
Die Moderation hat Kathrin Grünhoff, Bayern 2, BR Fernsehen, Arte

etscheitIn der Mitteilung des Presseclubs heißt es: “Die Energiewende gilt als gesamtgesellschaftliche Jahrhundertaufgabe. Der Abschied von Atom, Kohle und Öl und der möglichst schnelle Umstieg auf die sogenannten Erneuerbaren Energien soll nicht nur das Weltklima retten, sondern eine neue Epoche einer grünen, ökologisch folgenlosen Wirtschaftsweise einläuten. Doch was dieses gewaltige Vorhaben wirklich bedeutet, wird erst allmählich klar: Flächendeckend wird das Land mit Windrädern, Solaranlagen und Biogaskraftwerken zugepflastert, ganze Landstriche, oft noch relativ unberührte Kulturlandschaften und Naturgebiete, verwandeln sich in unwirtliche Energielandschaften. Menschen werden um ihren Schlaf und ihre Gesundheit, mitunter sogar ihre Heimat gebracht, Vögel und Fledermäuse verenden zu Hundertausenden in den riesigen Rotoren. Doch über die Schattenseiten der Energiewende zu sprechen gilt als politisch nicht korrekt.”

Wer handelt denn hier politisch nicht korrekt?

In Rheinland-Pfalz vollzog das rheinland-pfälzische Umweltministerium 2013 einen ökologischen Paradigmenwechsel: Das uralte Prinzip des Walderhalts wurde per Rundschreiben der Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) über Bord geworfen. Unterstützung erhielt die Diplom-Agraringenieurin, auch Ministerin für Landwirtschaft, von den Landwirten und dem NABU. Sie begrüßten diese Absichten ausdrücklich, mit einer absurden Begründung: Seit Jahrzehnten nehme der Landschaftsverbrauch durch Städte, Straßen und Gewerbegebiete zu. Das gehe immer zulasten von Äckern, Wiesen und Weiden. Die Entscheidung, nicht weiter aufzuforsten sei richtig, weil der Waldanteil bislang nie reduziert worden sei.

Die Umweltministerin hatte 2013 alle Forstämter in einem Rundschreiben aufgefordert, auf Ersatzaufforstungen in Wäldern zu verzichten, berichtete die Rhein-Zeitung. Das gelte auch für Windkraftanlagen in waldreichen Regionen. Nur noch im Einzelfall soll aufgeforstet werden. Für Höfken ist die neue Linie “politisch alternativlos”. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) hatte sich gegen die Pläne “im Interesse der Allgemeinheit und insbesondere der künftigen Generationen” ausgesprochen.

Da Mais und Raps großflächig als Energiepflanzen angebaut werden, bedeutet diese “grüne” politische Linie, dass der Wald Energieformen weichen muss, die nicht ökologisch sind, weil sie Böden auslaugen, Vögel und Fledermäuse in den Rotoren der riesigen Windkraftwerke vernichten und Brutstätten gefährdeter Vogelarten zerstören. Flächendeckend wird die Landschaft industrialisiert, geleitet von dem Wahn, Erneuerbare Energien könnten das Weltklima retten. Tatsächlich geht es weder um Menschen noch um die Natur, sondern es wurde eine neue Epoche einer “grünen, ökologisch folgenlosen Wirtschaftsweise” eingeläutet. Die Anfänge reichen viele Jahre zurück, entwickeln aber jetzt durch den massiven Ausbau Erneuerbarer Energien deutlich sichtbar ihre gigantische Zerstörungskraft.

Vom Mythos der Energiewende als angeblich alternativloses Mammutprojekt

Der Klimawandel wird von den Autoren “Geopferte Landschaften” nicht in Frage gestellt, er ist nicht Gegenstand der Diskussion, wohl aber der Mythos der Energiewende als angeblich alternativloses Mammutprojekt.

Und der Ertrag all dieser Verwüstungen? Die gesamte Fläche des Saarlandes würde gebraucht, um gerade einmal 20 % unseres Stroms durch Windkraft zu erzeugen. Aber nur statistisch, denn wenn der Wind nicht weht, was sehr häufig vorkommt, gibt es keinen Strom. Dabei gäbe es vernünftige und einfache Mittel, eine Energiewende zu verwirklichen: Allein die Reduktion des Kraftstoffverbrauchs im Verkehr um 12 % könnte alle derzeit aktiven Windräder überflüssig machen.

Ein überfälliges Debattenbuch!


Ruhrkultour Leseempfehlung:

etscheit_2x
Random House

leseprobeherunterladen




Friedliches Atom in jedem Haus – Russland setzt auf innovative Reaktoren

Мирный атом в каждый дом! Friedliches Atom in jedem Haus – Russland setzt auf innovative Reaktoren und betreibt den aktuell modernsten Reaktorblock der Welt. Rosatom berichtet, dass am 26. Oktober 2016 der innovative Reaktorblock Nr. 6 im Atomkraftwerk Nowoworonesch, ein Atomrekator der Generation 3+, auf 100% seiner Leistung hochgefahren wurde. Die Anforderungen, die nach Fukushima entwickelt wurden, sind laut Rosatom in einer bisher einzigartigen Kombination von aktiven und passiven Sicherheitssystemen berücksichtigt worden. Die Anlage sei “vollkommen resistent gegen externe und interne Störeinflüsse”. Der russische Block Nr. 6 des Atomkraftwerks Nowoworonesch nimmt weltweit als erstes Kernkraftwerk dieser neuen Generation seinen Betrieb auf. Andere Länder werden folgen, denn Reaktoren der Generation 3+ werden derzeit in einigen anderen Ländern gebaut.

Kolumne

Dirk Egelkraut

Und vor 10 Jahren, 2006, wollte es niemand glauben, jetzt habe ich es meinen schärfsten Kritikern doch gezeigt: Russland hat den Rest der Welt in der technologischen Entwicklung im Bereich der Kernkraftwerke abgehängt und betreiben den aktuell modernsten Reaktorblock der Welt – von den evolutionären Modellen auch noch den fortschrittlichsten.

Mit der ersten Volllast und Versuchen in diesem Leistungsbereich ist damit der dritte Teilschritt zur Inbetriebnahme abgeschlossen. Nun beginnt der vierte Schritt, in dem die russische Aufsichtsbehörde Rostechnadzor den Block für die kommerzielle Inbetriebnahme abnehmen wird. Ab Dezember 2016 soll der Block, ein WWER-1200/392M als AES-2006, dann regulär seine 1200 MW in das Stromnetz in Zentralrussland einspeisen. Im Dezember 2017 wird die Inbetriebnahme des zweiten Blocks folgen.
Nowoworonesch II hat gezeigt, dass es möglich ist, dass eine reorganisierte Atomwirtschaft unter einer Staatsholding ROSATOM sehr gesund für die Entwicklung ist. Binnen weniger Jahre hat Russland über 24 Reaktorblöcke exportiert, die bereits auf dem WWER-TOI-Modell basieren, deren technische Basis Nowoworonesch II ist. Rosatom hat damit in weniger als einem Jahrzehnt die Weltmarktführung übernommen. Anlagen auf Basis des TOI-Modells werden in den nächsten Jahren in Asien, in West- sowie Osteuropa, sowie in Afrika entstehen.

Mit den Neubau von diesen Reaktoren endet die Ära der Sowjetanlagen auf dem russischen Territorium, damit die der älteren kleineren WWER-440, sowie die durch Tschernobyl bekannten Reaktoren des Typs RBMK-1000. Den ersten Schritt macht hier auch Nowoworonersch: Im Dezember 2016, mit der kommerziellen Übergabe des leistungsstärksten russischen Reaktorblocks für den kommerziellen Betrieb, wird der WWER-440/179 Nowoworonesch-3 seine letzten Kilowattstunden erzeugen und stillgelegt werden, 2018 wird auch mit der Inbetriebnahme des ebenfalls innovativen Blocks Leningrad II-1 (mit WWER-1200/491 als AES-2006) auch die Ära der RBMK enden mit der Stilllegung des ersten RBMK-Blocks Leningrad-1 auf dem ehemaligen Territorium der UdSSR.

Und jetzt stellt sich wieder die ewige Frage: Soll die Welt wirklich am deutschen Wesen genesen? Ich finde, dass es kaum sein kann, dass ein Land, das neben evolutionäre Reaktoren auch auf innovative Reaktoren setzt, nicht falsch liegen kann. Die Lösungen für die gesamte Endlagerproblematik gibt es längst. Deutschland war bereits in den 1980ern imstande diese zu realisieren, sie wurden allerdings verhindert. Russland praktiziert bereits diesen Prozess. Daher die Frage: Weshalb sollte man sich nicht in diesem Fall ein Beispiel an Russland nehmen und es auch machen? ….Aber klar, das phöse Atom und Russland sowieso…

In Russland nennt man es übrigens das friedliche Atom – Мирный атом. Bereits Igor Kurtschatow wusste das, als er den WWER-210, den ersten WWER, in Nowoworonersch baute. Sein Motto war “Lasst es Atomarbeiter sein, und keine Soldaten” – Пусть будет атом рабочим, а не солдатом! Die moderne Variante steht heute am Eingang eines Kernkraftwerks mit WWER-1200 in Weißrussland: Friedliches Atom in jedem Haus – Мирный атом в каждый дом!

 

Foto:Rosatom

https://www.facebook.com/rosatomgermany




“Taharrush Gamea” – je eher ihr wisst, was es bedeutet, um so besser!

blue-light-73088_640

“Zwei Frauen von 17 Männern belästigt” – lautet die Überschrift eines aktuellen n-tv-Artikels über einen sexuellen Massenübergriff in Freiburg. Drei Verdächtige konnten gefasst werden: Junge Männer aus Gambia, 17, 19 und 20 Jahre alt, Asylbewerber, zwischen November 2015 und Februar 2016 nach Deutschland eingereist. Die Bezeichnung “Taharrush Gamea” wird in dem Artikel nicht erwähnt, obwohl die Ereignisse in Köln und anderen Städten Deutschlands bereits ein Licht auf diese besondere Form sexueller Gewalt geworfen hatten.

“Das Phänomen “Taharrush Gamea” ist in Deutschland angekommen”, schrieb zehn Tage nach den schrecklichen Vorfällen in der Kölner Silvesternacht Die Welt. Es schien zunächst ein Einzelfall mit rund 1000 Beteiligten zu sein. Erst nach und nach erfuhr die Öffentlichkeit, dass Köln nicht die einzige Stadt in Deutschland war, in der es in der Silvesternacht zu sexuellen Massen-Übergriffen gekommen war, ausgeübt von Migranten.

Die Politiker schienen aus den Kölner Ereignissen Lehren ziehen zu wollen. Noch Anfang Juli beteuerte die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bei ihrer Zeugenaussage im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Silvesternacht: “Es wurde – und es wird auch – nichts unter den Teppich gekehrt oder vertuscht.” Keine drei Monate später, am 26.10.2016, verweigerte sie jedoch  dem Untersuchungsausschuss die Herausgabe interner Dokumente.

Jede Verzögerung der Aufarbeitung der gemeinschaftlich begangenen sexuellen Belästigung von Frauen in der Öffentlichkeit dient nicht den Frauen, sondern den kriminellen Straftätern, schafft Wiederholungen und Nachahmer.

Die sexuellen Übergriffe durch Gruppen (Taharrush) sind keine Einzelfälle. Bis Juni sind insgesamt 120 Fälle durch Presse- und Polizeimeldungen belegt, wobei diese Zahlen nur ein Bruchteil der Straftaten sein dürften, die täglich begangen und der Öffentlichkeit von der Polizei mitgeteilt werden. Bei 77 Übergriffen waren die Opfer Frauen, bei 23 Übergriffen waren die Opfer Kinder und Jugendliche. “XY-Einzelfall” sammelt bei Facebook und Twitter “Polizei- und Nachrichtenmeldungen über übergriffige Flüchtlinge und Migranten”, betont aber, dass es keinen Generalverdacht gebe. Die Betreiber distanzieren sich ausdrücklich “von jeglichen rechtsradikalen und sonstigen diskriminierenden Kommentaren und Stellungnahmen” und meinen: “Die vielen Probleme müssen auf den Tisch.”

Auf den Tisch müssen auch die unfassbaren Urteile, die zu Gunsten der Täter gefällt werden. Für eine sadistische Gruppenvergewaltigung an einer 14-Jährigen kamen vier von fünf Tätern, Migranten, mit Bewährungsstrafen davon. Der älteste von ihnen, 21 Jahre alt, verhöhnte das Gericht. Die Zeit beobachtete den Prozess: “Als alles vorüber ist, steht er auf. Er dreht sich zu den Zuschauern um, reckt die Arme in die Höhe. Er ruft etwas auf Serbisch zu seiner Familie im Zuschauerraum. Dann macht er Gesten. Er deutet auch eine Sexbewegung an und grinst. Die Show ist erst vorbei, als ein Justizbeamter ihn in die Haft abführt.” Bisher lehnen 88.661 Unterstützer auf Change.org das Urteil des Hamburger Landgerichts ab, und die Staatsanwaltschaft hat Revision gegen das Urteil  eingelegt.

Am 24. Oktober 2016 meldete die Bundespolizei einen sexuellen Übergriff von 17 Männern auf zwei Frauen. Dem äußeren Erscheinungsbild nach waren die Männer afrikanischer Herkunft. n-tv berichtet, dass die Frauen laut Polizeibericht von den Männern “umringt und unsittlich am Bauch, an der Brust sowie im Genitalbereich berührt” worden seien. Einige Männer aus der Gruppe hätten auch versucht, die Frauen zu küssen. Ein unbeteiligter Mann, der den Frauen helfen wollte, sei aus der Gruppe heraus körperlich angegriffen worden.” Drei Hauptverdächtige seien vorläufig festgenommen worden, aber wieder auf freiem Fuß. Die Verdächtigen seien nach Angaben der Polizei “polizeilich bekannt” und von den Opfern “eindeutig als tatbeteiligte Personen identifiziert” worden. Zwei seien abgelehnt worden, beim dritten Mann laufe das Asylverfahren noch.

 

Sex-Flash-Mob „el-Taharrush“

Das Bundeskriminalamt (BKA) kennt das Phänomen “taharrush gamea” bereits aus einigen arabischen Ländern. Die Bundesregierung wusste und weiß, wen und was sie mit ihrer “nach oben offen”-Politik importiert hat. Sie überlegt noch immer ein Konzept, wie sie Übergriffe wie die in Köln, Kassel, Hamburg, Stuttgart, Bielefeld, Freiburg usw. ahnden soll.

Bei den Massen-Angriffen gegenüber Frauen auf öffentlichen Plätzen, die in einigen arabischen Ländern schon seit mehreren Jahren bekannt sind, geht es vom Anstarren und Betatschen bis hin zur Vergewaltigung. Beschrieben wurde der Taharrush erstmals 2012 in Ägypten. Auf dem Tahrir-Platz agierten die Männer als Gruppe und zeigten keinerlei Mitgefühl mit den Opfern, sagt Ilka Eickhof, wissenschaftliche Mitarbeiterin für Politikwissenschaft an der FU Berlin: “Die Taten ähneln denen in Kriegs- und Krisensituationen, bei denen sexualisierte Gewalt nicht nur Ausdruck eines spezifischen gesellschaftlichen Machtverhältnisses ist, sondern die Vergewaltigung von Frauen zum Symbol der endgültigen Unterwerfung und Demütigung des Gegners wird. Die Gewaltausübung ist ein Angriff auf das Selbst und die Würde des Individuums; sie bewirkt den Verlust der Selbstbestimmung über den eigenen Körper, das Opfer wird de-personalisiert.” Der Ablauf sei bei allen Übergriffen ähnlich: „Die Übergriffe laufen meist so ab, dass ein bis zwei Dutzend Männer einen Kreis um eine Frau bilden und sie, um sie kreisend, belästigen. Die Frau wird angefasst, ausgezogen, mit Gegenständen und Händen penetriert, vergewaltigt, ein Entkommen ist nicht möglich“, sagt Ilka Eickhof. Die Qual könne bis zu einer Stunde dauern und beschreibe, was hunderte Frauen in der Silvesternacht durchmachen mussten. Die Täter handelten wie in einem Rausch, und es sei unglaublich schwer, die Frauen aus einem solchen Kreis der Gewalt herauszuholen.

Ägypten nimmt einem DLF-Bericht zufolge einen Spitzenplatz bei den sexuellen Massen-Übergriffen ein, zusammen mit Saudi-Arabien und Afghanistan. Taharrush werde auch aus politischen Gründen eingesetzt, zum Beispiel gegen Frauenrechtlerinnen, die demonstrieren, berichtet die Nichtregierungs-Organisation HarrasMap. Die Kleidung spiele keine Rolle – es könne jede Frau treffen, egal wie sie sich kleidet.

 

Politischer Shut-Down beim Thema Migranten

Als Schirmherrin der Initiative Frauen gegen Gewalt e.V. verweist die Star-Köchin Sarah Wiener auf die Alltäglichkeit sexueller Übergriffe. In den Medien werde dagegen ein Bild vermittelt, “dass es der fremde dunkle Mann ist, vor dem Frauen Angst haben müssen und sollten.” Dieser Versuch, die Öffentlichkeit zu beschwichtigen, fördert das Misstrauen nicht nur bei denen, die selbst Erfahrungen mit kriminellen Massen-Übergiffen gemacht haben. Politisch führen diese Verteidigungshaltungen zu einer wachsenden Distanz der Bürger zu den etablierten Parteien und stärken regierungskritische Positionen.

Die Besonderheit der importierten kriminellen Massen-Übergiffe erkennt Sarah Wiener nicht, sexuelle Gewalt finde schließlich jeden Tag statt, “unter unseren Augen, beim Nachbarn, vom Ehemann, Freund oder Bekannten, oder jedes Jahr zum Beispiel beim Oktoberfest Dutzende Vergewaltigungen angezeigt und verübt werden”, sagt sie.

Zu den Ereignissen in Köln sagte Sarah Wiener am 10.01.2016: “Zwei Wochen gibt es jetzt eine allgemeine Empörung, dann wird auch Köln wieder vergessen sein. Nur nicht für die Opfer.” Sahra Wiener irrte sich. Köln ist auch Heute noch ein Thema. Und gerade erst hat Freiburg wieder bewiesen, dass wir es mit einem importierten Problem sexueller Massen-Übergriffe im öffentlichen Raum zu tun haben, der nicht nur Frauen, sondern auch Kinder und Jugenliche zum Opfer fallen, dass die Politik noch immer nicht weiß, wie sie damit umgehen soll und dass weder die Parteien noch Frauenrechtlerinnen die richtige Adresse sind, bei denen die Taharrush-Opfer Gehör finden.

Quellen:




Was ist schwerer, Zentimeter oder Bequerel?

Diese Grafik der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) geht regelmäßig um die Welt. Mit ihrer Hilfe demonstrieren Kernkraftgegner, dass der Pazifik durch das Unglück des Kernkraftwerks in Fukushima Daiichi verseucht sei. Wer achtet bei dem Alarmsignal in Rot und Orange schon auf die Maßangaben? Wer weiß, dass Radioaktivität nicht in Zentimetern, sondern in Bequerel* gemessen wird? Und wer kennt sich mit Grenzwerten für Radioaktivität aus?

Kernkraftgegner setzen auf die Unwissenheit der Leser und verwenden Bilder, die sich für Clickbaits eignen. Das gilt auch für diese Grafik von NOAA. “Dumm nur, dass diese Grafik keine Strahlenwerte, sondern Verbreitungsmessungen der Tsunami-Wellen darstellen”, sagt Christof Merkli.  http://nctr.pmel.noaa.gov/honshu20110311/

Den Geschäftemachern ist dies nicht peinlich, denn Clickbaits bringen dem Betreiber einer Webseite Einnahmen, wenn Leser seine Seite besuchen. Um möglichst viele Klicks einzusammeln, werden Bilder oder reißerische Überschriften benutzt, die den neugierig gewordenen Leser zum Klicken motivieren. Die Tricks sind unterschiedlich. Sie sind harmlos, wenn sich das vermeintlich unglaubliche Ereignis als eine langweilige Alltagsgeschichte entpuppt, oder sogar gefährlich, wenn Emotionen dazu genutzt werden, um Stimmungen gegen Volksgruppen oder Nationen anzuheizen. Die Saat geht leider nur zu oft auf, wie die Hasstiraden in den Kommentaren zu den Bildern zeigen.

Jedes reißerische Bild im Internet begründet den Verdacht, dass es um Clickbaits, nicht um die Information geht. Die Bilder sind häufig gestohlen, stimmen nicht mit den hinzu gefügten Texten überein, widersprechen ihnen sogar. Die Betreiber derartiger Seiten können für ihre Behauptungen in der Regel keine soliden Quellen benennen, setzen auf die Unerfahrenheit ihrer Leser, Quellen zu bewerten, oder nutzen deren Zeitmangel, Quellen zu vergleichen.

 

“Corriger la fortune”

Ein abgebrannter Spieler, der sich frisches Geld für neue Spieleinsätze verschaffen will, versucht sein Glück durch Manipulation zu korrigieren, er wird zum Falschspieler. “Corriger la fortune” ist das bekannte Zitat aus Minna von Barnhelm von Gotthold E. Lessing. Es bedeutet, dem Glück durch Betrug nachhelfen. Die französische euphemistische Umschreibung für “Falschspielen” ist seit 1665 bekannt und bezieht sich nicht nur auf Spieler, sondern auf jedwede Manipulation zum eigenen Vorteil.

Das gemeinsame Merkmal dieser Art moderner Geschäftemacherei lässt sich sehr gut bei Facebook beobachten. Wer dem Clickbaiting-Geschäft schaden könnte, wird von den Administratoren gelöscht.

Wer beispielsweise bei ausgestrahlt.de, klimaschutz-netz.org, sonnenseiten.de, ja sogar beim ergrünten Energiekonzern RWE, der sich zu einem großen Teil im Besitz von Kommunen befindet, versucht, über moderne Möglichkeiten der Kernenergie zu diskutieren, wird meist blockiert; er schadet dem Geschäft. Einige Administratoren lassen den einen oder anderen kritischen Beitrag als Beweis ihrer Toleranz stehen, manchmal nur bis zur nächsten Säuberungsaktion. Auf diese Weise wird eine Meinungsmehrheit zu Gunsten der eigenen Position vorgetäuscht. Die “Netzfrauen” haben durch Clickbaiting, Verwendung aufreißerischer Bilder und ihrem kreativen Umgang mit der Wahrheit auf sich aufmerksam gemacht. (Gesperrt bei den Netzfrauen).

Einer Religionsgemeinschaft mag man diese Abschottung gegenüber abweichenden Auffassungen und Kritik zugestehen, bei einer politisch agierenden, mitgliederstarken NGO, die vielleicht sogar mit öffentlichen Mitteln finanziert wird, ist dies nicht akzeptabel. Dass der wissenschaftlichen Diskussionskultur und dem Meinungsaustausch dadurch ein großer Schaden zufügt wird, ist anzunehmen.

Ein Kommentar wie der folgende wird üblicherweise sofort gelöscht, wurde aber wohl von den Netzfrauen, die sich über mehr als 210.000 Likes bei Facebook freuen, übersehen. Annelies Yokoyama schrieb am 6. Juli 2015 um 04:34: “Die Riesenerdbeere welche in Fukushima gewachsen sein soll, ist in Fukuoka, welches ganz im Sueden Japans liegt, gewachsen. Da frage ich mich irgendwie, wie gut der Rest Ihrer Ausführungen recherchiert ist….. Sorry, ich finde Netzfrauen eine gute Sache, aber bitte bei der Wahrheit bleiben!!!!!! ”

 

Quellenkontrolle

Wer sich beeilt, kann in den Kommentaren, bevor sie gelöscht werden, oft wertvolle Hinweise und Links finden und sich selbst gezielt informieren. Aus einem Kommentar von Michael Zingg zu der Abbildung oben stammt dieser “Link für die Unbelehrbaren”:
NOAA: http://nctr.pmel.noaa.gov/honshu20110311/

 

*Bequerel. Basismessgrößen und Einheiten: http://www.kernfragen.de




Universitäten entwickeln sich zu Reparaturbetrieben der Gymnasien

Glosse

Christoph Heuer

pythagoras-1271942_640Universitäten entwickeln sich zu Reparaturbetrieben der Gymnasien, klagen Wissenschaftler an den Hochschulen. Die Kenntnisse mancher Erstsemester in Mathe oder Rechtschreibung seien katastrophal, sagte Prof. Marcus Baumann, Chef der Landesrektoren der Fachhochschulen, der WAZ.
Die Hochschulen sollen sich auf die Mängel des Schulsystems “besser einstellen und mit passgenauen Angeboten die Studienanfänger unterstützen” entgegnet Isabell van Ackeren, Bildungswissenschaftlerin und Prorektorin an der Uni Duisburg-Essen. Das sei heute ein Auftrag von Hochschulen: “Wir können nicht mehr so elitär denken.”

Isabell van Ackeren ist nach einem Studium der Biologie, Germanistik und Erziehungswissenschaft in Essen für das Lehramt Sekundarstufen I und II an derselben Universität, an der sie studiert hat, tätig. Sie ist seit 2014 Prorektorin für Studium und Lehre und leitet die “Arbeitsgruppe Bildungsforschung”, in der auch Klaus Klemm (SPD) mitarbeitet.

Was an der Forderung nach guten Kenntnissen in Mathematik und Rechtschreibung “elitär” sein soll, ist nicht nachzuvollziehen. Es sei denn, dass eine verfehlte Bildungspolitik, an der Frau van Ackeren selbst beteiligt gewesen sein könnte, eine permanente Anpassung an ein aus sozialen Gründen erwünschtes Durchschnittsniveau der Schulbildung erforderte.

Die Frage ist, aus welchem Grund die WAZ eine nicht mathematisch-naturwissenschaftlich ausgebildete Hochschullehrerin zitiert, die nicht beurteilen kann, welche Voraussetzungen notwendig sind, um nach einem Fachhochschulstudium zum Beispiel Brücken bauen zu können, über die wahrscheinlich auch Frau van Ackeren gerne mit einem sicheren Gefühl fährt.

Um elitäre Ansprüche an den Universitäten in Deutschland muss sich Isabell van Ackeren jedenfalls keine Sorgen machen. Die Elite wandert bereits ins Ausland ab. Die Industrie ebenfalls.
Foto: Pixabay

 




29 Prozent der deutschen Bevölkerung unterstützen die Energiewende (Universität Stuttgart)

Nur 29 Prozent der deutschen Bevölkerung lassen sich als Unterstützer der Energiewende bezeichnen. Dies ergab eine deutschlandweite Repräsentativbefragung der Universität Stuttgart in Kooperation mit der Universität Münster sowie zwei Fraunhofer-Instituten, die jetzt veröffentlicht wurde, Pressemitteilung vom 17.10.2016 (Hier die Originalstudie)

Das Umfrageergebnis zeigt, auf welch dünnem Eis sich Politiker bei ihren Entscheidungen zugunsten der Energiewende im allgemeinen und besonders beim Bau von Windenergieanlagen bewegen. Denn weitere 29 Prozent, die unentschieden seien, können den Befürwortern nicht zugerechnet werden. 27 Prozent seien als Kritiker der Energiewende einzustufen.

Aufschlussreich ist ferner, dass laut Mitteilung der Universität Stuttgart die Akzeptanz und Zahlungsbereitschaft vom Vertrauen der Bürger gegenüber beispielsweise großen Energiekonzernen und Stadtwerken abhängen. Ebenfalls spiele die wahrgenommene Fairness eine große Rolle, ebenso das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die Kosten-Nutzen-Wahrnehmung in Bezug auf die Energiewende könnte demnach die Unentschiedenen (rund ein drittel der Bevölkerung) zu Gegnern der Energiewende werden lassen. Und hier dürfte die Achillesverse der Energiewende liegen: Wenn Profiteure der Energiewende gefragt werden, führt nach deren Ansicht der Ausbau Erneuerbarer Energien “unter dem Strich zu einer positiven volkswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Bilanz” (Greenpeace Energy), nach Meinung von Wirtschafts-Fachleuten, wie Hans-Werner Sinn, ist sie unbezahlbar. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Energiewende als unbezahlbar wahrgenommen werden wird.

In der Pressemitteilung der Universität Stuttgart heißt es einleitend: “Die Energiewende als Ganzes genießt allgemein relativ große Unterstützung in der deutschen Bevölkerung.” Stimmt diese Einschätzung? Denn nur 47 Prozent der deutschen Bevölkerung sind nach eigenen Angaben der Universität bereit, jährlich 50 Euro oder mehr für ein Gelingen der Energiewende beizusteuern. Haben die Befragten wirklich zugestimmt, jedes Jahr 50 Euro mehr zu bezahlen, ohne dass ihnen Arbeitsplätze und Lohnsteigerungen lebenslang garantiert sind?
Der einleitende Satz der Pressemitteilung: “Die Energiewende als Ganzes genießt allgemein relativ große Unterstützung in der deutschen Bevölkerung” ist irreführend, weil die angegebenen Zahlen diese Schlussfolgerung nicht zulassen. Die gesellschaftliche Wahrnehmung der Energiewende – Ergebnisse einer deutschlandweiten Repräsentativbefragung Marco Sonnberger und Michael Ruddat

http://ruhrkultour.de/wp-content/uploads/2016/10/So-sieht-die-deutsche-Bevölkerung-die-Energiewende-_-Hochschulkommunikation-_-Universität-Stuttgart.pdf


Ruhrkultour Leseempfehlung:

etscheit_

 




Kurioser Feiertag: “Weltwindtag”

Seit 2007 steht der 15. Juni ganz im Zeichen des Windes bzw. der Windkraft, die man mit dem heutigen, weltweit begangene Global Wind Day (deutscher Weltwindtag oder Weltwind-Tag oder Welttag des Windes) in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Eigentlich wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen laut Resolution 66/127 als Welttag gegen die Misshandlung älterer Menschen erklärt. “Die Windlobby eignet sich diesen Tag an, wodurch sie es an Respekt für die älteren Menschen fehlen lässt”, sagt “Friends against Wind“.

Rund um den 15. Juni finden jährlich international Events wie Windparkfeste, Tage der offenen Tür oder Informationsveranstaltungen rund um die Möglichkeiten der Windkraft als alternativer Energielieferant statt. Das Projekt www.kuriose-feiertage.de hat kuriose Feiertage in einer Übersicht gesammelt, wozu es auch den Weltwindtag zählt: “Und natürlich darf hier auch ein passender Eintrag in der Sammlung der kuriosen Feiertage aus aller Welt nicht fehlen.” Zu den kuriosen Feiertage gehören auch der International Towel Day (25. Mai) oder der International Talk like a Pirate-Day (19. September).

Der Weltwindtag ist nicht nur kurios und respektlos gegenüber älteren Menschen, er hätte sich auch einen Eintrag als “Weltwindschwindeltag” verdient. “Friends against Wind”: “Am 15. Juni werden Desinformationsagenten in der ganzen Welt im Einsatz sein, um uns einzureden, dass Windkraftanlagen nützlich, billig, ungefährlich für Vögel und Menschen, gut für Immobilien, ideal für Tourismus und Wirtschaft sind.”

Dieser Comic von Josh, www.cartoonsbyjosh.com, zeige, warum Windkraftanlagen Schwindel sind:

energiewende

  • Windkraftanlagen erzeugen gefährlichen Infraschall
  • Windkraftanlagen töten Vögel und Fledermäuse
  • Windkraftanlagen lassen Immobilien an Wert verlieren
  • Windkraftanlagen vernichten den Tourismus
  • Windstrom ist dreimal teurer
  • Windkraftanlagen machen den Strom unerschwinglich
  • Windkraftanlagen vernichten Arbeitsplätze

http://de.friends-against-wind.org/

Autor des © Comics: Josh
J
osh gestattet die Veröffentlichung seiner Comics auf nicht-kommerziellen Internetseiten, sofern ein Link zu seiner Seite hinzu gefügt wird: www.cartoonsbyjosh.com

Josh: Most of the cartoons are posted on the BishopHill blog and are included in the Cartoons by Josh Calendar. The cartoons also regularly appear on Watts Up With That.

Ein wunderbares Geschenk: Josh Calendar. The Cartoons by Josh Calendar has cartoons from the past year, mostly on Energy, Environment and Climate Change topics but also some political cartoons and caricatures. The 2017 Calendar is in progress and I will be setting up an order page here. http://cartoonsbyjosh.co.uk/calendar  The calendar is 28 x 44 cms (A3) in size, spiral bound with a hanger, and beautifully printed on 170gsm silk paper.




Und plötzlich ist er weg – Maxatomstrom

maxatomstrom_endeDas mittelständische Augsburger Unternehmen Maxenergy bot 2014 nach eigenen Angaben den ersten Atomstromtarif Deutschlands an. Er trete für eine pragmatische Klimapolitik ein und leiste somit einen Beitrag für den Klimaschutz: “Kunden können mit dem Atomstromtarif ihren jährlichen CO2-Fußabdruck von durchschnittlich fast zwei Tonnen auf 20 kg senken”.
Die Energie stamme aus der Schweiz. Sie koste mehr als der Mix verschiedener Energien (“Graustrom”, etwa aus Atom- und Kohlekraft), aber weniger als reine Öko-Energie, die Maxenergy auch im Angebot habe.

Unter der URL http://www.maxatomstrom.de/ ist der Energieversorger plötzlich nicht mehr erreichbar. Statt dessen erfolgt ein Hinweis:

maxatomstrom_2016

Maxenergy ist ein überregional tätiger Stromversorger aus Augsburg. Das Unternehmen gehört der Sailer-Gruppe an, die bereits seit über 50 Jahren in der Energieversorgungsbranche tätig ist. Der Maxatomstrom-Sprecher war Jan Pflug, Mitglied der Grünen. Die Augsburger Allgemeine berichtete 2014 ausführlich über das Unternehmen und über die StephenTindaleEinführung eines neuen Stromtarifs. Es gehe bei Maxenergy ungewöhnlich politisch zu, meint die Zeitung und verwies auf die “Kronzeugen für die Förderung der Kernenergie”, die Maxenergy sich „aus Umweltschutzgründen“ an Bord geholt habe. Darunter befanden sich international bekannte Personen wie Patrick Moore, Gründungsmitglied der Umweltorganisation Greenpeace, Stephen Tindale, einer der führenden Köpfe der britischen Umweltschutzbewegung, Kerry Emanuel, Professor für Meteorologie am Massachusetts Institute of Technology, James Lovelock, Stewart Brand, der Physik-Nobelpreisträger Burton Richter, Wade Allison, Professor für Nuklear- und Medizinphysik an der Universität Oxford, und Robert Stone, US-amerikanischer Dokumentarfilmer („Pandora’s Promise“). Sie unterstützten die Augsburger Atomstrom-Aktion.

Von Maxatomstrom scheint es Heute keine Spur mehr zu geben. Das Unternehmen setzt jetzt speziell beim Strom auf Grünstrom, auf 100 % Wasserkraft – “für eine saubere Zukunft.” Kunden werden aufgefordert, sich mit einer e-Mail an Maxenergy zu wenden, vorher informiert wurden sie nicht.

Mit einer »Themenwoche Kernenergie« führte der Verein Nuklearia e.V. in Erlangen im März 2015 eine Aufklärungskampagne rund um das umstrittene Thema Kernkraft durch. Zum Auftakt am Montag, dem 09. März zeigte die Nuklearia zum Thema “Kernenergie und Klimaschutz” den preisgekrönte Robert Stone-Film “Pandora´s Promise”. Anschließend fand eine Diskussion mit Jan Pflug, Pressesprecher von Maxatomstrom statt. Die Zuschauer hätten im gut gefüllten Saal der Volkshochschule Erlangen nach dem Film “teilweise sehr kontrovers, aber sachlich und respektvoll” diskutiert.

Als in der Nacht zum Sonntag, 28.06.2015 das Atomkraftwerk (AKW) Grafenrheinfeld Mitternacht vom Netz genommen wurde und etwa 120 Atomkraftgegner trotz des schlechten Wetters ein “Abschaltfest” feierten, erstrahlte auf einem der Kühltürme “Danke!” als Projektion in großen Lettern und zwar für “300 Milliarden kWh CO₂-armen Strom”. Der Dank kam von “Maxatomstrom”. Deren Sprecher, Jan Pflug, zeigte sich sicher, dass die CO₂-Emissionen infolge der Abschaltung steigen werden. “Quatsch”, sagte Atomkraftgegnerin Babs Günther vom Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft.

Danach war es still um Maxatomstrom.

 




Meinungsdiktatur – mit Vollgas in eine Neue Weltordnung

Den Literaturpreis erhielt in diesem Jahr Bob Dylan. Ob dies “ein Nostalgie-Preis von senilen, sabbernden Hippies” (Irvine Welsh) sei oder ob die Tatsache, dass der Musiker “den Status einer Ikone” habe, wie die Nobelpreis-Jury ihre Wahl begründete, wird in den Medien heiß diskutiert. Die Begründung der Jury, dass die Musik des Popsängers Einfluss auf die zeitgenössische Musik tiefgreifend sei, und die Feststellung, Bob Dylan sei ein Dichter, der poetische Traditionen in eine eigene, fantastische Stimme verwandle (t-online) stützen, enthält aber darüber hinaus ein Zugeständnis an den zeitgemäßen Populismus, den Politiker bewusst einsetzen, um ihre verloren gegangene Nähe zur Bevölkerung wieder herzustellen. Zur gleichen Zeit, in der Bob Dylan, der für Meinungsfreiheit stand, von der SPD gefeiert wird, versucht die SPD oder nimmt Versuche hin, Kritiker der Regierungspolitik, darunter Daniele Ganser und Hamed Abdel-Samad, kalt zu stellen. 

Literaturnobelpreis

spd_dylanBob Dylan “hat unsere Köpfe befreit”, freut sich die FAZ. Wessen Köpfe? Wovon befreit?
Die SPD-Fraktion verschickte an alle, “die ihre Tage hinter dem Mond zu verbringen pflegen” (Die Zeit) eine Mail mit dem Subject: “EILMELDUNG: Bob Dylan erhält Literaturnobelpreis 2016”.

Sigmar Gabriel twitterte: “Glückwunsch! Blowing in the wind” habe ich als 13-jähriger auf Konfirmandenfreizeit auf Ameland gelernt. Und: ich kann es noch singen.”

Das Auswärtige Amt twitterte: “Steinmeier zum Literaturnobelpreis für Bob Dylan: Einer der größten Maa_dylanusiker des 20. Jhd, d. mit seinen Texten direkt die Herzen erreicht hat”

Hätte Bob Dylan die Menschen nicht auf dem Umweg über die Herzen, sondern auf direktem Weg über den Verstand erreichen wollen, wäre die SPD vielleicht weniger aus dem Häuschen gewesen. Aber mit Aufklärung tun sich die Genossen in der SPD, CDU und der Partei der Grünen sehr schwer, wie Vorfälle zu Vorträgen von Daniele Ganser und Hamed Abdel-Samad zeigen.

Hexenjagd auf einen unbequemen Historiker

Als Daniele Ganser am 29. Oktober 2015 an der Universität Witten/Herdecke einen Vortrag zu dem Thema “Fakten, Meinungen, Propaganda – Wie mache ich mir selbst ein Bild?” halten sollte, geriet die örtliche SPD derart in Rage, dass sie gemeinsam mit den übrigen potenziellen Anhängern eines Bob Dylan, die Jusos Witten, die Grüne Jugend Witten und auch die Piratenpartei NRW, anstatt die Köpfe zu befreien, in einem offenen Brief die Universität aufforderten, Ganser auszuladen “und sich von ihm und seinen Thesen zu distanzieren” (heise: Verschwörungstheoretiker blasen zur Hexenjagd auf Historiker). Daniele Ganser ist auf Zeitgeschichte nach 1945 und internationale Politik spezialisiert. Seine Forschungsschwerpunkte sind Friedensforschung, Geostrategie, verdeckte Kriegsführung, Ressourcenkämpfe und Wirtschaftspolitik. Er unterrichtet am Historischen Seminar der Universität Basel und forscht zum «Peak Oil», dem globalen Kampf ums Erdöl, und dem so genannten «Krieg gegen den Terrorismus». Aber Ganser ist nicht systemkonform. In seinem Buch “Illegale Kriege” beschreibt Ganser, wie in Vergangenheit und Gegenwart illegale Kriege geführt werden. Es zeigt, wie die Regeln der UNO und vor allem das Kriegsverbot gezielt sabotiert wurden und welch unrühmliche Rolle hierbei die Länder der NATO spielen. Es ist ein Buch von beklemmender Aktualität, der auch SPD-Parteiorganisationen in der Provinz Probleme bereiten. Kritik an der Regierungspolitik stellt sich der Wittener SPD als Angriff auf die Macht dar, die zu verteidigen sie als ihre Pflicht sieht.

Die Wittener SPD und ihre Gefolgschaft setzt sich über die Grundwerte einer Universität im Allgemeinen und die Besonderheiten der Unversität Witten/Herdecke (UW/H) und über die Meinungsfreiheit hinweg, wenn sie ihre Kreise gestört sehen. Die Grundwerte der Universität in Witten/Herdecke sind klar definiert: “Die UW/H ist einem pluralen Wissenschaftsverständnis verpflichtet. Sie ermutigt zu persönlichen Erfahrungen, zum methodischen Wechsel der Perspektiven und zum offenen Diskurs zwischen den Disziplinen als Voraussetzung einer geschärften Urteilskraft. In ihr entfalten sich fragen- und problemorientierte Ansätze, Urteile und Erkenntnisse, deren mögliche Wirkung auf Gesellschaft und Umwelt verantwortlich mitgedacht werden.” Der Angriff auf die Meinungsfreiheit schlug fehl, Daniele Ganser durfte den Vortrag halten.

 

Tabubruch

Nicht nur Daniele Ganser, auch jemand wie Hamed Abdel-Samad steht plötzlich in der Kritik. Es ist nicht so, dass er seine Meinung plötzlich geändert hat und deswegen als Redner abgelehnt wird. Was der Autor zurzeit erlebt, könnte man als einen passiven Tabubruch bezeichnen, denn nicht er, sondern die Republik hat sich gedreht. Weil er Mohamed als „Massenmörder und krankhaften Tyrann“ bezeichnet hat, wurde Abdel-Samad angezeigt und von der Berliner Staatsanwaltschaft verhört. Das sei ein Verstoß gegen die Meinungsfreiheit, sagt der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn .

Vor Jahrzehnten war im Deutschen Reich die geistige Wende zuerst an den Universitäten spürbar. Einen ähnlichen Prozess können wir in diesen Tagen erleben. Die Uni Augsburg, wo Hamed Abdel-Samad studiert und seine ersten Forschungsergebnisse zum politischen Islam präsentiert hat, verweigere ihm nun eine kritische Diskussion über den Koran, weil er einst bei der AFD aufgetreten sei, sagt der Autor und Wissenschaftler. Dieselbe Uni, die ihn einst als Muster-Muslim mit Preisen geehrt habe. Auch die Uni München, wo er Jahre lang islamische und jüdische Geschichte gelehrt habe, habe es abgelehnt, dass er die Ergebnisse seiner Forschung zum Koran in einem offenen Dialog mit Studierenden und Bürgern der Stadt diskutiere. Sie habe ihm einen Raum für einen Vortrag verweigert mit der Begründung “Wir stellen unsere Räume für weltanschauliche Veranstaltungen nicht zu Verfügung”.

Hamed Abdel-Samad wurde 1972 bei Kairo geboren, studierte Englisch, Französisch, Japanisch und Politik. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Abdel-Samad ist Mitglied der Deutschen Islam Konferenz und zählt zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum.
Seine Autobiographie “Mein Abschied vom Himmel” sorgte für Aufsehen: “Was er von seinen Landsleuten erwartet, hat er selbst vorgemacht: Aufklärung durch Tabubruch.” ZDF-Aspekte

Dass Aufklärung unerwünscht ist, wenn sie nicht den Leitlinien der Politik folgt, gilt nicht nur für den Islam, sondern auch für Energiefragen. Dort ist man sogar schon ein Stückchen weiter: Wer nicht an den Klimawandel glaube, solle bestraft werden, überlegt zum Beispiel Al Gore.

Hamed Abdel-Samad registriert eine fortschreitende Meinungsdiktatur in Deutschland. “Wohin entwickelt sich die Meinungsfreiheit in Deutschland? Unis, Intellektuelle, Islamfunktionäre und Politiker der Parteien der Mitte weigern sich, einer ehrlichen und offenen Debatte über den Islam zu stellen, dann jammern sie alle, dass diese Debatte am rechten Rand geführt wird!”, sagt Hamed Abdel-Samad.

Seine Bücher sind (noch) im Buchhandel erhältlich, Buchhändler fordern (noch) nicht zum Verbrennen seiner Bücher auf, wie es bei Akif Pirinçci der Fall war, dessen Bücher nicht mehr ausgeliefert werden. Der neue Zeitgeist hat in der Geschichte prächtige Vorbilder, nachzulesen bei Heinrich Mann “Der Untertan”.

 




Revolutionsprofis und geplante Umstürze

US-Präsident Obama will Heute, 14.10.2016, darüber entscheiden, ob die USA Syrien direkt angreifen oder die von den USA unterstützten Rebellen mit moderneren Waffen ausrüsten soll, berichtet Reuters. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf Regierungsvertreter, die namentlich nicht genannt werden wollten.
Es gebe unterschiedliche Optionen, von denen eine Luftangriffe auf syrische Militärstützpunkte, Luftabwehrstellungen und Munitionsdepots vorsieht. Allerdings berge dies die Gefahr, dass auch Einheiten des syrischen Verbündeten Russland unter Beschuss kommen könnten. Obama wolle aber eine direkte Konfrontation mit den Russen vermeiden.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow kündigte ein Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry für den kommenden Samstag, 15. Oktober, in Lausanne an. Russland plädiert für den von den UN vorgeschlagenen Abzug der al-Nusra-Front, die die Einwohner von Aleppo als menschliche Schutzschilder verwenden. An dem Gespräch sollen auch Vertreter der Türkei, des Iran und von Saudi-Arabien teilnehmen.

 

Wer kämpft in Syrien gegen wen? Und wofür?

Das Weiße Haus bestätigte das Treffen, erklärte allerdings ausdrücklich, es werde keine bilateralen Gespräche geben, sondern lediglich ein Treffen der internationalen Unterstützergruppe. Die türkische Regierung sieht die Gefahr eines drohenden Krieges zwischen USA und Russland, der syrische Bürgerkrieg habe die Welt “an den Rand des Beginns eines großen regionalen oder Weltkrieges” gebracht.
Zeitgleich läuft eine Medienkampagne über die verzweifelte Lage der Zivilbevölkerung, die offenkundig dazu dienen soll, eine mögliche Offensive der US-/NATO-Koalition gegen die Russische Föderation und die legitime syrische Regierung als „humanitäre Aktion“ zu deklarieren. Kritiker beobachten hingegen, wie zum Beispiel Altermannblog.de, dass die Sorge um die Zivilbevölkerung sehr unglaubwürdig sei: “Angriffe der islamistischen Banden auf die von der Regierung kontrollierten oder befreiten Viertel, in die sich das Gros der Bewohner geflüchtet hat, werden ignoriert.”

In der ORF2-Reportage von 2011 wird gezeigt, dass die Demonstranten und Revolutionäre Hilfe von außen hatten, über z.B. serbische Aktivisten (Oktpor), die selbst früher schon nachweislich von den USA (Pentagon, Geheimdienste) finanziert worden seien, hatten. Ihr erkennbares Zeichen sei die “Oktpor-Faust”, sagt NeueHorizonteTV: “Es soll eine Liste von Ländern geben im Pentagon, die man nach und nach destabilisieren und umstürzen will. Ziel sollen vor allem Regierungen sein, die nicht der “globalen Agenda” folgen, welche die USA verfolgen.”

 

“Globale Agenda”

1992 beschlossen 172 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro die Agenda 21, ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, ein Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung.

Als Hauptkritikpunkte an der Agenda nennt Wikipedia “das Auseinanderklaffen von Vision und Wirklichkeit, mangelnde Transparenz bei den Agendazielen und dem Umsetzungsprozess, Verwendung von mehrdeutigen Modewörtern, fehlende demokratische Prozesse, die Zusammenarbeit mit Großkonzernen, die fehlende Auseinandersetzung mit Atom- und Gentechnik sowie der Globalisierung, und das Festhalten an der „Wachstumsideologie“.”

Die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) formulierten Ziele der “globalen Agenda” geben ebenfalls keine Antwort darauf, wie denn die Ziele umgesetzt werden sollen. Laut Ziel 17 sollen die “Umsetzungsmittel” gestärkt und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbelebt werden. BMZ: “Darum wollen wir eine globale Partnerschaft aufbauen, in der wir gemeinsam die EINEWELT gestalten. Nur mit einer solchen globalen Partnerschaft – in gegenseitigem Respekt, mit gemeinsam getragenen Werten und der gebündelten Kraftanstrengung aller Beteiligten – können die Ziele der Agenda 2030 erreicht werden.”

Was aber planen die wirtschaftlich und militärisch überlegenen Staaten des Westens, falls die globalen Partner ihre eigenen Werte nicht einfach zugunsten “gemeinsam getragener Werte” aufgeben wollen? Das Problem wurde 2010 durch den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler beim Besuch deutscher Soldaten in Afghanistan offenkundig.

 

Kämpft die Bundeswehr auch für wirtschaftliche Interessen?

“Kämpft die Bundeswehr auch für wirtschaftliche Interessen?”, fragte der Spiegel am 27.05.2010, nachdem Horst Köhler in einem Interview ein Tabuthema berührt hatte. Der damalige Bundespräsident sagte einem Deutschlandradio-Reporter bei seinem Besuch in Afghanistan:

koehler

Die Regierungsparteien zeigten sich empört, Köhler wurden “imperialistische Töne” vorgeworfen. Er schade der Akzeptanz der Auslandseinsätze der Bundeswehr, sagte Thomas Oppermann, der zu dieser Zeit Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion war; seit 2013 ist Oppermann Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Horst Köhler hatte zuviel gesagt; wenige Tage später, am 31. Mai 2010, erklärte er “völlig überraschend” seinen Rücktritt.

Sechs Jahre später

Die Befürchtungen, dass die USA einen militärischen Schlag gegen Russland planen, wachsen. Die Bundesregierung erweist sich in dieser Situation als treuer Helfershelfer. In der laufenden Woche erklärte sie die Absicht, eine Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes im Syrien-Krieg vorzunehmen. Gegen den Willen der Bevölkerung lässt sie sich immer tiefer in einen Krieg nicht nur im Nahen Osten, sondern in einen Weltkrieg der USA gegen Russland hinziehen. Siehe auch Paul Craig Roberts: Washingtons Krieg um die Welthegemonie zerstört die Welt.

 


Ruhrkultour Leseempfehlung:

Versand kostenfrei

Versand kostenfrei