Endlagerproblem

Endlagerproblem: chemo- und radiotoxische Stoffe müssen gleichbehandelt werden

[responsivevoice_button rate=“1″ pitch=“1.2″ volume=“0.8″ voice=“Deutsch Female“ buttontext=“Hören“] Bei einer öffentlichen Video-Anhörung des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit am Montag, 29. Juni 2020 ging es um die Sicherheitsanforderungen und vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen im Zusammenhang mit der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle. Konkret waren zwei Verordnungen der Bundesregierung dazu im Zusammenhang mit dem Standortauswahlgesetz (StandAG) angesprochen, die als Artikel 1 und 2 die „Verordnung über Sicherheitsanforderungen und vorläufige Sicherheitsuntersuchungen für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle“ der Bundesregierung bilden (19/19291).

Mehrere Experten bewerteten die nächste Endlager-Schritte.

Der Diplom-Physiker Jan-Christian Lewitz setzte sich dafür ein, dass alle hochtoxischen Abfälle, die endgelagert werden, gleich zu behandeln seien – egal, ob es sich um chemotoxische oder radiotoxische Stoffe handle. Die getrennte Betrachtung sei nicht systematisch. Er setzte sich für einen wirklich einheitlichen Ansatz für alle Enddeponien ein. (ab Min. 24:13)

(Dieses Video wurde auf der Internetseite des Deutschen Bundestages zur Einbindung angeboten. Es enthält ein Foto der dpa.)

Jan-Christian Lewitz

Kleine Materialsammlung zur öffentlichen Anhörung Verordnung über Sicherheitsanforderungen und vorläufige Sicherheitsuntersuchungen für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle, Drs. 19/19291

1 Aus einem Zeitungsartikel zur Untertagedeponie (UTD) Herfa-Neurode: „Auch der Grünen-Politiker Joschka Fischer war einmal in der Deponie, sprach von „einem Kleinod, das wir hier haben“ und lobte die sichere Art, den Sondermüll zu entsorgen.“
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.endlager-in-heringen-das-giftgrab-alskleinod.55fb8ee6-abd1-467e-bf8a-b4c207e57d7f.html

Frage JC Lewitz: Warum nicht auch für radioaktive Stoffe?

2 Entsorgung chemotoxischer Abfälle in tiefen geologischen Formationen, Abschlussveranstaltung des BMBF Förderschwerpunktes, 14. und 15. Februar 2012 am KIT Campus Nord
https://www.ptka.kit.edu/ptka-alt/downloads/ptka-wte-e/Materialienband%20ChemotoxWissBer13%20verkleinert.pdf

Anmerkung JC Lewitz: In der Wissenschaft ist die Einheitlichkeit der technisch-wissenschaftlichen Fragestellung für Chemisch-toxische und radio-toxische Stoffe schon lange erkannt: Siehe z.B. Seite 51 zur sachlichen Einordnung im Abfallrecht (=< gut so), Siehe Seite 52 für die Trennung in der Gesetzgebung (=> aus welchem Grund?)

3 Endlagerdialog.de Wie und wo soll ein Atommülllager gesucht werden? „Das Problem der Endlagerung radioaktiver Abfälle unterscheidet sich kaum von dem chemotoxischer Abfälle. In beiden Fällen müssen die Abfälle lange Zeit von der Anthroposphäre isoliert werden, damit der Mensch die Substanzen nicht – im Wesentlichen mit der Nahrung – aufnimmt.“
https://endlagerdialog.de/2018/07/genehmigte-betriebene-endlager-deutschland/

Allgemeine Anmerkung JC Lewitz: Interessanterweise ist die Deponieverordnung so allgemein gehalten, dass die Einlagerung radio-toxischer Stoffe dort nicht ausgeschlossen ist
https://www.gesetze-im-internet.de/depv_2009/DepV.pdf

Allgemeine Frage JC Lewitz: Wo ist die vergleichende Risikobetrachtung der Bundesrepublik Deutschland für die Endlagerung chemisch-toxischer im Vergleich mit radio-toxischen Abfällen?

4 Studie der INA GmbH Zürich, 8. Juni 2016, für Greenpeace Endlagerung radio- und chemotoxischer Abfälle im Tiefuntergrund „Die Grundsätze dieser neuen Abfallwirtschaft sind überzeugend – Abfälle sollten zunächst vermieden, dann verwertet, danach behandelt und erst ganz am Schluss, wenn alle diese Schritte bereits erfolgreich umgesetzt wurden, deponiert oder in ein Endlager verbracht werden. “
https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/gp_studie_endlager_20_06_16_2.pdf

Frage JC Lewitz: Warum will die Bundesrepublik Deutschland auf der Endlagerung von radioaktiven Stoffen bestehen, wenn moderne Verfahren wie Partitionierung und Transmutation von z.B. „abgebrannten Brennelementen“ dazu führen können, dass für diese Stoffe kein Endlager benötigt wird?

Autor: Jan-Christian Lewitz, LTZ-Consulting GmbH, www.ltz-consulting.de

Als pdf downloaden: Kleine Materialsammlung zur öffentlichen Anhörung

Titelfoto: 1tamara2, pixabay

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