Warum sollte der “Atommüll” nicht endgelagert werden?


Die nuklearen Abfälle werden zu unrecht als “Atommüll” bezeichnet. Weiterentwicklungen im Bereich der modernen Kernenergie ermöglichen,  den vorhandenen “Atommüll” als hochwertigen Rohstoff zu verarbeiten – kostengünstig, sicher und CO2-frei.

Für die Lagerung des “Atommülls” muss nach Ansicht des Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz Wolfram König die Frage geklärt werden, ob der Atommüll rückholbar gelagert oder für immer vergraben werden soll. [1] König befürwortet eine “qualifiziert rückholbare” Lagerung.

Rückholbarkeit sei wichtig, heißt es in “Das Parlament”, sollte die sogenannte Transmutation praxisreif werden. [2] Dabei werden langlebige Bestandteile des Atommülls wie Plutonium – die Halbwertszeit von Plutonium 239 liegt bei rund 24.000 Jahren – mit Neutronen beschossen. Übrig bleiben Elemente, die nach relativ kurzer Zeit zerfallen. Diese Technik sei aber noch Zukunftsmusik und nach Ansicht der Grünen “die Rückkehr zu Schnellen Brütern, Wiederaufbereitungsanlagen, Reaktoren und Brennelementeförderung”. [2]

Heute bietet die weiter entwickelte Kerntechnik neue Möglichkeiten, den vorhandenen “Atommüll” zu verarbeiten – kostengünstig, sicher und CO2-frei. In China sind die ersten Kernreaktoren der neuen Generation im Bau, in USA, Kanada, Indien und Deutschland wird intensiv über inhärent sichere Anlagen geforscht, in den USA werfen sogar die Umweltschützer einen zweiten Blick auf die Kerntechnik.

Bündnis 90/Die Grünen messen die Gefahr giftiger Abfallstoffe mit unterschiedlichem Maß. [3] Die Partei schert sich herzlich wenig um die Lagerung des weitaus giftigeren und in viel größeren Mengen produzierten chemischen Sondermülls. Herfa-Neurode wurde von Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) kurzerhand genehmigt, während der Streit um Gorleben noch heute läuft. Allein in Herfa-Neurode, der größten Gifmülldeponie der Welt, lagern etwa 2,6 Millionen Tonnen des chemischen Sondermülls – das sind 200 mal mehr als der gesamte in Deutschland produzierte hochradioaktive „Atommüll”, der weitaus harmloser sei und außerdem mit der Zeit immer ungiftiger werde.

Quellen:

[1] Abfallprognosen des Bundesamtes für Strahlenschutz
[2] Das Parlament
[3] Bündnis 90/Die Grünen, 20 Fakten über Atomkraft, #12

Weitere Literatur zum Nachlesen:

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