Kernenergie FAQ

Der Verein Kritikalität hat sich die Mythen vorgenommen, die Michael und Ursula Sladek, die  Hauptverantwortlichen der „Elektrizitätswerke Schönau”, seit einigen Jahren gesammelt haben. Deren „Hundert guten Gründen gegen Atomkraft” hat der Verein Kritikalität auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft und “Hundert gute Antworten” geliefert. Einige Punkte des Vereins haben wir hier übernommen und zusammengefasst.

Ein Versicherungsschutz gegen den Unfall eines Kernreaktors, der auch sehr hohe Schäden abdeckt, sei möglich und bezahlbar, sagt Mark Tetley, Managing Director of the Marine, Energy and Natural Resources International Team bei Price Forbes. Zuvor war Mark Tetley Managing Director of Nuclear Risk Insurers Ltd. (the UK nuclear insurance pool), dem größten Nuklear-Versicherer der Welt. Er sieht die Versicherer in der Pflicht, entsprechende Produkte zu entwickeln. Er ist überzeugt, dass die Versicherer mehr tun könnten ...
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Kanadische Forscher haben im Dezember 2014 nach eigenen Angaben die erste systematische Studie über den Transport der Fukushima-Radioaktivität in den Nordostpazifik vorgelegt. Die Forschergruppe um John Smith von der Fischerei- und Meeresbehörde Kanadas sieht keinerlei Gesundheitsrisiko für Menschen. Die Studie "Arrival of the Fukushima radioactivity plume in North American continental waters" wurde am 2.12.2014 im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht. Meerwasser Die normale Strahlung des Meeres beträgt ein ...
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Derzeit werden bei der Verwendung von Kernenergie nur etwa fünf Prozent des Urans in einem Brennstab für die Energiegewinnung genutzt; danach werden die Stäbe aus dem Reaktor entnommen und gelagert. Es gibt jedoch einen Weg, das gesamte Uran eines Brennstabs zu nutzen. Durch Recycling könnte der Kernbrennstoff hunderte von Jahren Energie aus dem Uran, das bereits abgebaut wurde, erzeugen, und zwar kohlenstofffrei. Probleme mit älterer Technologie stoppte die Wiederverwertung von ...
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Die Bombenexplosion in Hiroshima führte durch „konventionelle“ Verletzungen zu  wesentlich gravierenderen Langzeitfolgen (wie lebenslanger Invalidität) als die Nuklearstrahlung. Die Wirkung der Atombombe, die am 6. August 1945 auf Hiroshima fiel, war verheerend. Bis zu 150.000 Menschen starben sofort oder später an den Folgen. Die Zahl derjenigen, die der nuklearen Strahlung der Bombe zum Opfer fielen, wird auf höchstens 10 Prozent der Opfer geschätzt. In den aufwändigsten medizinischen Untersuchungen aller Zeiten wurden etwa ...
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Die nuklearen Abfälle werden zu unrecht als "Atommüll" bezeichnet. Weiterentwicklungen im Bereich der modernen Kernenergie ermöglichen,  den vorhandenen “Atommüll” als hochwertigen Rohstoff zu verarbeiten – kostengünstig, sicher und CO2-frei. Für die Lagerung des “Atommülls” muss nach Ansicht des Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz Wolfram König die Frage geklärt werden, ob der Atommüll rückholbar gelagert oder für immer vergraben werden soll. [1] König befürwortet eine “qualifiziert rückholbare” Lagerung. Rückholbarkeit sei wichtig, heißt ...
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Die Gesamtmenge des Atommülls ist gering: Sie passt in einen Würfel mit einer Kantenlänge von 28 Metern. Die Menge “Atommüll“, um die es geht, ist im Vergleich zum chemischen Sondermüll sehr gering. Den Abfallprognosen des Bundesamtes für Strahlenschutz zufolge geht es um 10.550 Tonnen hochradioaktive Schwermetalle, die das direkte Abfallproblem ausmachen. Der Verein Kritikalität hat diese Angaben nachgerechnet: In Polluxbehältern entspricht dies 21.000 Kubikmetern, d.h. einem Würfel der Kantenlänge 28 Meter ...
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Die Kernenergie gewinnt weltweit an Bedeutung. Der Atomausstieg Deutschlands ist ein Sonderweg. Die Entscheidung Deutschlands, komplett aus der Kernenergie auszusteigen, ist ein Sonderweg; er wird nur von wenigen Ländern mit getragen. Dies wurde unter anderem 2013 auf der Konferenz „Atomare Energiewirtschaft im 21. Jahrhundert“ deutlich, die von den deutschen Medien kaum beachtetet wurde. 500 Teilnehmer aus 89 Staaten – darunter 30 Minister – haben sich gegenseitig versichert, dass die Bedeutung der Kernenergie weltweit ...
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Kernreaktoren sind keine menschliche Erfindung. "Wider der landläufigen Meinung sind Kernreaktoren keine menschliche Erfindung, sondern waren bereits in der geologischen Entwicklung der Erde während eines kurzen Zeitfensters und unter außergewöhnlichen Bedingungen auf natürlicher Basis aktiv. [1] "Damit sich hochgradige hydrothermale Uran-Lagerstätten bilden konnten (≤ 2,4 Ga),  musste in der Erdatmosphäre genügend Sauerstoff vorhanden sein. Zudem musste, ähnlich wie in den Brennstäben der heutigen Kernreaktoren, der Anteil von 235U am natürlichen Uran bei ≥3.5 % liegen. Dem heutigen ...
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Uran ist der preisgünstigste Rohstoff zur Stromgewinnung. Vergleich der Rohstoff-Kosten im Verhältnis zu den Gesamtkosten pro Kilowatt-Stunde: 3-5 % für Uran 78 % für Kohle 94 % für Erdgas und 91 % für Erdöl Ein starker Preisanstieg für natürliches Uran hat wesentlich geringere Auswirkungen auf den Preisanstieg als bei den fossilen Brennstoffen. "Es ist daher zu erwarten, dass nuklear erzeugter Strom im Vergleich zu anderen Stromarten zunehmend kostengünstiger wird, trotz ...
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Behauptung "2009 wurden weltweit 50.500 Tonnen Uran abgebaut. Der Bedarf lag gleichzeitig bei 65.000 Tonnen. Das Defizit kann derzeit noch mit Lagerbeständen und ausgeschlachteten Atomwaffen gedeckt werden. Wiederaufbereitete Brennstäbe decken gerade mal vier Prozent des Bedarfs. Der „Peak-Uran“ war schon in den 1980er Jahren mit einer Förderleistung von 70.000 Tonnen erreicht. Eine Mine in Kanada, die zehn Prozent der welweiten Förderleistung brachte, ist nach einem Felssturz und Wassereinbruch geschlossen. Länder ...
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Behauptung "Die Asse ist marode und der denkbar schlechteste Ort, um radioaktiven und giftigen Müll zu lagern. In den 1960er und 70er Jahren entsorgte die Atomindustrie unter dem Deckmantel der Forschung billig ihren Müll in der Asse. Sie ließen ihre abgebrannten Brennstäbe von der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe wiederaufbereiteten. Während die aufgearbeiteten Brennstäbe wieder in die AKW kamen, war das abgespaltene Plutonium nun Forschungsmüll. Jetzt müssen die mindestens 126.000 Fässer geborgen werden ...
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Behauptung "Beim Castortransport im November 2008 von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague in das Zwischenlager Gorleben fanden neben den offiziellen Messungen, Messungen im Auftrag von Greenpeace statt. Die Messungen fanden in einer Entfernung von 14 Metern vom Castorbehälter entfernt statt. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Neutronenstrahlung um den Faktor 500 gegenüber der natürlichen Strahlung erhöht war. Diese Werte liegen zwar noch unter den Grenzwerten, die Gutachter merkten aber ...
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Behauptung "Nicht nur in der Asse, auch im Salzstock Gorleben droht Gefahr durch Salzlauge. Es ist schon lange bekannt, dass sich im Salzgestein Flüssigkeitsblasen mit Salzlauge befinden. Dabei handelt es sich, anders als in der Asse nicht um eindringendes Wasser aus dem Deckgestein, sondern um sogenanntes fossiles Wasser, dass seit 250 Millionen Jahren im Salzgestein eingeschlossen ist. Trotzdem würde auch dieses eindringende Wasser die Behälter beschädigen, radioaktive Stoffe ausspülen, und ...
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Behauptung "Von einer heute eingelagerten Tonne Plutonium sind nach 240.000 Jahren (zehn Halbwertszeiten) noch ein Kilogramm übrig. Schon wenige Milligramm Plutonium sind tödlich. Das Plutonium stellt also noch für viele hunderttausend Jahre eine tödliche Gefahr dar. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Gesellschaft über einen Zeitraum von einer Millionen Jahre ein Endlager betreiben und bewachen kann, daher muss das Endlager für mindestens eine Million Jahre sicher und endgültig ...
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Behauptung Jede Kilowattstunde Atomstrom wird mit etwa vier Cent subventioniert. Bei den Erneuerbaren Energien beträgt die Subvention nur zwei Cent. Vier Cent, das klingt ja nicht viel. Wenn aber bedacht wird, wie viel Strom deutsche Meiler seit ihrer Inbetriebnahme produziert haben, kommt eine beachtliche Summe zusammen. Da die Meiler längst abgeschrieben sind, klingelt es mit jeder produzierten Kilowattstunde in der Kasse der Betreiber. Bisher hat der Staat 204 Milliarden Euro ...
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Behauptung "Für Investoren ist die wichtigste Frage: bringt meine Anlage Rendite? Diese Frage stellten sich Analysten der Citigroup in Bezug auf Investitionen bei Atomkraftwerken. Anlass der Analyse war der Plan der britischen Regierung, neue Kernkraftwerke zu bauen. Das Ergebnis der Finanzfachleute der Citigroup ist eindeutig. Hier sollte nicht investiert werden. Weil: 1. Die Atomtechnologie so kontrovers ist, dass mit zeitlichen und finanziellem Mehraufwand bei der Planung gerechnet werden muss. 2 ...
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Behauptung "Sinken durch die Verlängerung der Atomlaufzeiten die Strompreise? Das Öko-Institut in Darmstadt hat mal nachgerechnet. Kurze Antwort: nein! Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern konnten sie keinen Zusammenhang zwischen dem Anteil an Atomenergie an der Stromversorgung und dem Strompreisniveau feststellen. Der Strompreis in Deutschland entwickelte sich unabhängig von den Stillstandszeiten der Atomkraftwerke. Vielmehr bedeuten die Laufzeitverlängerungen, dass Investitionen in erneuerbare Energien zurückgehen. Wir wären also länger von fossilen Brennstoffen ...
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Behauptung Atomkraftwerke sind unheimlich träge. Ihnen fehlt die notwendige Flexibilität, um die schwankende Leistung von Solar- und Windenergie auszugleichen. So laufen heute schon bei starkem Wind viele Windräder im Leerlauf. Bleiben die Reaktoren noch länger am Netz, fehlt der Anreiz, weiter in erneuerbare Energien zu investieren. Da zu viel Atom- und Kohlestrom im Netz ist, laufen Wind-, Wasser- und Sonnenwirte Gefahr, ihren Strom nicht los zu werden. Je länger die ...
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Behauptung Die Folgen eines Reaktorunfalls in Deutschland wären schlimmer als in Tschernobyl. Ein Szenario: das Atomkraftwerk Biblis. Anders als Tschernobyl ist Biblis kein Graphit-Reaktor. Die Strahlung würde nicht durch ein extrem heißes Graphitfeuer in hohe Atmosphärenschichten transportiert, sondern im direkten Umkreis niedergehen. Deutschland ist heute viel dichter besiedelt als die Gegend um Tschernobyl 1986. Biblis steht am Rande des Rhein-Main und Rhein-Neckar Gebiets. Insgesamt wären ca. 15 Millionen Menschen von ...
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Behauptung "Viele Atomkraftwerke verfügen zwar über eine Schnellabschaltung, das Wort „schnell“ ist aber irreführend. Auch nachdem die Kettenreaktion gestoppt wurde, produzieren die Brennstäbe weiter Hitze, die sogenannte Nachzerfallswärme. Die Temperatur steigt ohne Kühlung um 20 bis 60°C pro Minute. Fällt die Kühlung aus, etwa weil die Stromversorgung unterbrochen ist, ist der Reaktor nur noch schwer zu beherrschen, und es kann zu einer Kernschmelze kommen. Die Temperatur und der Druck im ...
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Behauptung "Als Biblis gebaut wurde, hatte niemand damit gerechnet, dass jemand mal ein Flugzeug als Bombe benutzen würde. Seit dem 11. September 2001 wissen wir, dass es Menschen gibt, die zu allem bereit sind. Seitdem schwebt eine mal mehr, mal weniger konkrete Terrorgefahr wie ein Damoklesschwert über uns. Was, wenn sich terroristische Gruppen ein Atomkraftwerk als Ziel aussuchen? Fakt ist: die Sicherheitsbehälter vieler deutscher Atomkraftwerke würden nicht einmal dem Absturz ...
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Behauptung "Jeder kennt das: ein betagtes Elektrogerät gibt den Geist auf, ein altes Haus bekommt Risse und der Putz bröckelt. Atomkraftwerken geht es da nicht anders. Die werden zwar regelmäßig gewartet, sind aber auch ganz anderen Belastungen ausgesetzt und ungleich komplexer als ein MP3-Player. Isolierungen von Elektrokabeln werden spröde, Rohrleitungen erodieren, mechanische Teile verschleißen und Schmiermittel verharzen. Solcherlei Alterungsprozesse haben schon zu diversen Störfällen in Atomkraftwerken geführt. Wie etwa der ...
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Behauptung "Seit 1975 sind alle Betreiber von Atomkraftwerken verpflichtet Zwischenfälle in ihren Anlagen an die Aufsichtsbehörden zu melden. Seit 1991 gilt dies auch für Forschungsreaktoren. Inzwischen müssen auch nukleare Ver- und Entsorgungsbetriebe Zwischenfälle melden. Das Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht monatlich einen Bericht über diese meldepflichtigen Ereignisse. 2009 gab es in Deutschland in allen kerntechnischen Anlagen insgesamt 134 meldepflichtige Vorfälle. Alle Ereignisse werden nach der „Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse“ (INES) ...
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Behauptung "Bis jetzt gibt es lediglich Zwischenlager. So steht der hoch radioaktive Müll teilweise unter freiem Himmel. Die Deutschen lagern ihren Atommüll in Hallen beim umstrittenen Salzstock Gorleben zwischen und die Niederländer suchen vorerst gar nicht nach einer Lösung. In Finnland wird zwar derzeit ein Endlager ins Granitgestein gebohrt, doch auch hier ist die Gefahr eines Wassereinbruchs nicht auszuschließen. Ein Endlager müsste den Atommüll für mindestens 1.000.000 Jahre sicher einschließen ...
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