EWS – Zerstörungsplan im Südschwarzwald

Die Bürgerinitiative Schwarzwald Gegenwind zeigt mit Bildern und Text, wie der Südschwarzwald bereits unter den Elektrizitätswerken Schönau EWS und dem Ausbau der Windernergie gelitten hat, und wie die Elektrizitätswerke Schönau an ihrem Zerstörungsplan weiter festhalten ohne Rücksicht auf Menschen, Natur und Kulturdenkmäler.

EWS und Enercon wollen weiterhin Windräder auf dem Zeller Blauen bauen. Die Mehrheit der Wahlberechtigten hatte im Frühjahr einen Antrag für ein Bürgerbegehren unterschrieben, das den Ausstieg aus dem Nutzungsvertrag mit den Investoren vorsieht. Diese wollen trotz des Widerstands bis zu neun Windräder beantragen, vermutlich eins oder zwei in Sichtweite von Böllen.

Schwarzwald Gegenwind hat sich intensiv mit verschiedenen Aspekten der Windenergie auseinandergesetzt. Es gibt aus der Sicht der Initiative keinen einzigen Grund, der den Naturfrevel rechtfertigen könnte. Die treibenden Kräft der Natur- und Landschaftszerstörung seien ideologischer Windwahn und die Gier der EWS.

Das Geschäftsmodell der EWS

Gründerin der Elektrizitätswerken Schönau (EWS) ist Ursula Sladek. Das Hauptziel der Arbeit bei den Elektrizitätswerken Schönau sei, sagte Ursula Sladek in einer Presseerklärung, „einen Umbau der Energiewirtschaft herbeizuführen: weg von zentralistischen Strukturen und hin zu dezentralen Strukturen.” Für diese Idee wurde sie belohnt:

2011 erhielt Ursula Sladek in den USA den “Goldman Environmental Prize”. US-Präsident Obama empfing sie und andere Preisträger in Washington im Oval Office des Weißen Hauses. 

Für das Geschäftsmodell der EWS gab es 2013 den höchstdotierten Umweltpreis Europas: 250.000 Euro. Der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, lobte das “außergewöhnliche Beispiel für das Gelingen der Energiewende vor Ort”.

Viel Ehr’, viel Geld – das Geschäftsmodell der EWS funktioniert bis heute. Obwohl sich das Beispiel längst als nicht übertragbar auf ganz Deutschland erwiesen hat. Aber es stärkt das Netzwerk der Umweltzerstörer.

EWS-Werbung unter der Flagge einer Genossenschaft (Video)

EWS: “Wie funktioniert echte Bürgerenergiewende? Wir bei den EWS sagen: mit vielen Menschen gemeinsam und auf Basis des genossenschaftlichen Prinzips!”

Die Grundlage des Erfolgs der EWS

Der Erfolg der EWS gründet sich auf ihre Gegnerschaft zur Kernenergie. Das machte sie für die alternden Atomkraftgegner ebenso attraktiv wie für den neu entstehenden öko-industriellen Komplex. In einem Netzwerk Gleichgesinnter konnte die EWS politischen Ehrgeiz, missionarischen Eifer und Geldgier ausleben. Mit Hilfe ihres grünen Netzwerks fanden sie Förderer, die den EWS Pionieren halfen, eine Fibel zusammenzustellen und zu verbreiten, in der sie “100 gute Gründe gegen Atomkraft“ aufführten. Ein Sammelsurium pseudowissenschaftlicher Argumente, die allerdings von zahlreichen scheinbar unabhängigen Umweltschutzorganisationen, Parteien und Verbänden unkritisch übernommen und mit großem PR-Aufwand und Budget ganz oder teilweise als Flyer oder Broschüren verteilt wurden.

Die EWS lieferte den Grünen und anderen Verbänden das populäre, außerordentlich breite Trittbrett gegen die Kernenergie. Ängstliche und leicht manipulierbare, naturwissenschaftlich wenig gebildete Menschen, Politiker und Selbstdarsteller nutzen die “100 gute Gründe gegen Atomkraft” auch heute noch als Fundgrube für Zitate und als Katechismus.

Bündnis90/Die Grünen haben die Argumente der EWS auf insgesamt zwanzig “Fakten” zusammengefasst und ohne Belegangaben auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Sie schämen sich nicht, diesen Abklatsch als “Fakten” zu bezeichnen und empfehlen sie “zum Weiterverbreiten”.

Ablehnung der Kernenergie nutzt der Windindustrie

Bis tief hinein in die Bürgerinitiativen gegen Windkraft lassen sich die Argumente der Atomkraftgegner verfolgen. Zum Schaden der Windkraftgegner, die sich mit der Ablehnung der Kernkraft zugleich den Weg zu einer windkraftfreien, umweltfreundlichen und bezahlbaren Energieversorgung für die Zukunft verbaut haben.

Der Verein Kritikalität hat den Falschinformationen der EWS “100 gute Argumente” entgegen gesetzt. Das Team fing damit an, in Stichproben die „Hundert guten Gründe” abzuklopfen, um eventuelle Fehler richtig zu stellen, heißt es auf deren Homepage. “Es zeigte sich aber schnell, dass „Fehler” hier eher die Regel waren. […] Überraschend war für uns am Ende aber doch, dass sich kein einziger der „Hundert guten Gründe” (tatsächlich sind es 115) als korrekt herausstellte.”

Gegen die geballte Anti-Atompropaganda haben Fakten jedoch einen schweren Stand. Würden Bürgerinitiativen gegen Windkraftindustrieanlagen geschlossen, bundesweit und offensiv in allen Parteien und Organisationen den Bau moderner Kernkraftwerke und damit das Ende der Landschaftszerstörung fordern, wäre der Windradspuk vermutlich schnell vorbei. Was die Gegner der Atomkraft in den Bürgerinitiativen nicht bedenken: Strom aus Kernkraftwerken werden deutsche Stromverbraucher auf jeden Fall erhalten, wenn nicht aus Deutschland, dann, wie schon jetzt, aus einem der Nachbarländer.

Eine Veranstaltung zur Windenergie in Schmallenberg, NRW, an der 700 Bürger im Rahmen der Sendung “Stadtgespräch” des WDR am 14.01.2015 teilnahmen, zeigt die Entschlossenheit der Bürger, sich nicht mit dem politischen Diktat abzufinden. Und sie zeigt, wie es einem politisch geschulten Umweltminister mit Hinweis auf die Atomkraft gelingt, den Windkraftgegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Stadtgespräch des WDR zur Windenergie in der Schützenhalle Schmallenberg-Bödefeld, am 14.01.2015. (ab Min. 6:30)

Faina Faruz

Titelfoto: Screenshot

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