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Verbände weisen Vorwürfe von Matthias Schrappe „aufs Schärfste“ zurück

Verbände weisen Vorwürfe von Matthias Schrappe „aufs Schärfste“ zurück: „Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e.V., der Marburger Bund Bundesverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) e. V. weisen deshalb die irreführenden Vorwürfe vom Spiel mit der Angst, der Manipulationen offizieller Statistiken und sogar die Unterstellung, rein aus finanziellem Interesse Patienten intensivmedizinisch zu behandeln, aufs Schärfste zurück. Auch die Behauptung, die Krankenhäuser hätten zu Unrecht Fördergeld für nie aufgebaute Intensivbetten kassiert, ist nicht haltbar.“

Die Angst vor knappen Intensivkapazitäten oder der Triage war unbegründet

Matthias Schrappe setzt sich in einem Artikel in der WELT mit den angeblich überlasteten Intensivstationen auseinander. Hier eine kurze Zusammenfassung des (gebührenpflichtigen) Artikels in der WELT.
„Matthias Schrappe, 65, war von 2007 bis 2011 stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrates Gesundheit. Er hat die Corona-Politik der Bundesregierung seit April 2020 kritisch begleitet. Zusammen mit neun weiteren Wissenschaftlern veröffentlicht er am letzten Sonntag ein brisantes Papier: Dieses legt Manipulationen in offiziellen Statistiken, Subventionsbetrug und zweifelhafte Verwendung von Fördermitteln nah.
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Nun steht fest: Die Angst vor knappen Intensivkapazitäten oder der Triage war unbegründet.
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Auch auf den Höhepunkten aller drei Wellen waren nie mehr als 25 Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt.
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Es gab in den Krankenhäusern offensichtlich die Tendenz, Patienten ohne Not auf die Intensivstation zu verlegen – während der Pandemie.
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Es gibt sogar einzelne Tage, an denen offiziell mehr Patienten auf Intensivstation lagen, als überhaupt hospitalisiert waren. Mit dem Satz „Wir laufen voll“ lässt sich das nicht in Einklang bringen. Es geschehen da seltsame, unverständliche Dinge.
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Wir haben die Zahlen seit Sommer regelmäßig dokumentiert. Wenn wir diese Daten mit den heutigen Zahlen im Divi-Archiv vergleichen, sind da plötzlich nicht mehr in der Spitze knapp 34.000 Betten gemeldet, sondern nur noch rund 30.000. Man hat rückwirkend systematisch eingegriffen, sodass überall 3000 Betten weniger verzeichnet sind. Das ist anrüchig, weil diese Zahlen politische Konsequenzen hatten. Die Betten stehen in Krankenhausbedarfsplänen, und diese Betten werden finanziert.»

(Die Neubesetzungen im DIVI-Präsidium, der Geschäfts- und Pressestelle, Anfang dieses Jahres, lieferten der Politik entscheidende Argumente für §28 b des Infektionsschutzgesetzes. Unter Berufung auf diese Angaben ließ sich die Regierung vom Parlament (!) ermächtigen, Grundrechte nach Belieben außer Kraft zu setzen.)

DIVI:“Alle Beteiligten haben immer für eine besonnene Diskussion plädiert“

„Alle Beteiligten haben immer für eine besonnene Diskussion plädiert. Es ging nie um Panik oder Angstmache, sondern immer um Vorsicht.“

Das ZDF ergreift Partei für die Verbände: „Wie viele Corona-Daten sind auch die zu Intensivbetten komplex und teilweise lückenhaft. Hinweise auf gezielte Manipulationen sind das aber nicht automatisch – das ist jedoch eine der Unterstellungen der Autoren des Thesenpapiers.“

Interessant: Auf derselben Internetseite, auf der das ZDF über die Reaktion der Verbände berichtet, weist der Sender auf eine Recherche von Frontal21 und Correctiv hin: „Kasse machen mit Beatmungs-Patienten. Kaum eine Leistung bringt so viel Geld wie Beatmung. Ein Fehlanreiz, sagen Mediziner. 70 Prozent der Beatmungspatienten bräuchten keine.“

Am Montag veröffentlichten Divi, Marburger Bund und Deutsche Krankenhausgesellschaft eine gemeinsame Stellungnahme:

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Die Zurückweisung der Vorwürfe durch Personen und Institutionen, die der Regierung nahe stehen oder von ihr finanziell abhängig sind, ist naheliegend. Es geht schließlich um die präventive Abwehr möglicher Schadensersatzforderungen in astronomischer Höhe. Einige Gerichte haben damit begonnen, der Kritik an den Corona-Maßnahmen mit gutachterlicher Unterstützung auf den Grund gehen. Vor wenigen Tagen traf zuletzt das Oberlandesgericht in Linz eine bemerkenswerte Entscheidung, berichtet krone.at. In der Urteilsbegründung zu Gunsten eines 24-jährigen Angeklagten heißt es: „An einer Übertragbarkeit der Krankheit mangelt es, wenn keine Ansteckungsgefahr besteht.“ Vielmehr entscheidet die Viruslast – also der CT-Wert – über eine Gefährdung. Ist dieser Wert über 30, kann keine Person infiziert werden. Diesen Wert müsste ein Gutachter zur Tatzeit feststellen. Und das könnte auch für andere Fälle gelten.“

Quellen:

www.welt.de/politik/deutschland/plus231167815/Intensivstationen-Es-geschehen-seltsame-unverstaendliche-Dinge.html

www.divi.de/presse/pressemeldungen/pm-intensivstationen-haben-grossartige-arbeit-geleistet

www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-schrappe-intensivbetten-divi-faktencheck-100.html#xtor=CS5-48

www.krone.at/2414029


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